Die gefährliche Gleichsetzung von Rechts und Links

 in FEATURED, Politik (Inland)

Konstantin Wecker, Foto: Thomas Karsten

Konstantin Wecker ruft nach dem Anschlag von Hanau dazu auf, die faschistische Gefahr endlich klar zu benennen und den Boden, auf dem sie wachsen kann, auszutrocknen. Zu viele vermeintlich brave Bürger und Politiker sind den Parolen der fremdenfeindlichen Kräfte viel zu weit entgegengekommen. Gerade Union und FDP haben sich nicht erst seit der versuchten Regierungsbildung von Erfurt an die AfD angeschmiegt – dass sie es teilweise nicht aus Überzeugung, sondern aus Opportunismus taten, macht es nicht besser. Das „Manifest“ des Täters von Hanau mit seinen expliziten, rassistisch motivierten Vernichtungsfantasien macht deutlich, dass politische Motive für die Tat nicht mehr ernsthaft geleugnet werden können. Diese sind aber nur die Spitze eines gewaltigen Eisbergs, der auch von großen Teilen der politischen „Mitte“ gebildet wird. Statt sich dem Morden konsequent entgegen zu stellen, versuchen viele immer noch verzweifelt, sich gegen Links genauso konsequent abzugrenzen. Konstantin Wecker ruft zum Widerstand aus der Perspektive radikaler Menschlichkeit auf.  Konstantin Wecker

Liebe Freundinnen und Freunde,

während die Medien erregt darüber diskutieren, welcher nordrhein-westfälische Mann Deutschland künftig regieren soll, und während die Linken-Phobie der Thüringischen CDU noch immer eine Regierungsbildung verhindert, hat ein aufgehetzter Rassist in Hanau zugeschlagen. Neun Menschen fielen dem furchtbaren Anschlag zum Opfer.

Es versteht sich von selbst, dass die AfD mit der Tat nun nichts zu tun haben will und kräftig abwiegelt. „Das ist weder rechter noch linker Terror, das ist die wahnhafte Tat eines Irren“, sagte der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen, der bisher nicht durch psychologische Expertisen aufgefallen war. Und Alexander Gauland ergänzte: „Bei einem völlig geistig Verwirrten sehe ich kein politisches Ziel, insofern bin ich vorsichtig bei dem Begriff Terror. Und von Links und Rechts wollen wir hier gar nicht reden. Das ist ein Verbrechen.“

Doch, Herr Gauland, wir müssen von Links und Rechts reden. Nur die letztgenannte politische Richtung kanzelte über Jahre so massiv Menschen anderer Herkunft und Hautfarbe ab und betonte, dass diese nichts in unserem Land zu suchen hätten. Wenn labile Menschen so häufig von vermeintlich honorigen Herren hören, ihre syrischen oder nigerianischen Nachbarn wären gefährlich und sollten eigentlich gar nicht hier sein, dann kann es passieren, dass diese sich berechtigt, ja verpflichtet fühlen, das „Recht“ in ihre eigenen Hand zu nehmen.

Tobias Rathjen, der Attentäter von Hanau, war Bankkaufmann und Sportschütze – ohnehin eine seltsame Mischung. Während seiner Banklehre war Rathjen Betroffener eines Banküberfalls. Auf der Polizeistation musste er dutzende von Karteikarten mit Bildern von Kriminellen durchsehen. Ihm fiel auf, dass dies hauptsächlich Ausländer waren. Seine Schlussfolgerung daraus beschreibt er in seinem Bekennerschreiben: „Zunächst stellte sich mir die grundsätzliche Frage, wie es sein kann, dass solche Volksgruppen überhaupt in meinem Land sind? Diese Menschen sind äußerlich instinktiv abzulehnen und haben sich zudem in ihrer Historie nicht als leistungsfähig erwiesen. Umgekehrt lernte ich mein eigenes Volk kennen, als ein Land, aus dem das Beste und Schönste entsteht und herauswächst, was diese Welt zu bieten hat.“

Dass Rathjen seine These vom „besten und schönsten“ Volk – selbst wenn Deutschland jemals so großartig gewesen wäre – durch seine eigene Tat auf das Furchtbarste Lügen straft, kommt ihm offenbar nicht in den Sinn. Er fährt fort, bestimmte Personen hätten „dazu beigetragen, dass wir nun Volksgruppen, Rassen oder Kulturen in unserer Mitte haben, die in jeglicher Hinsicht destruktiv sind. (…) Da aber diese Völker besonders zahlreich auf diesem Planeten vertreten sind und offensichtlich nicht bereit sind auf eine weitere Vermehrung freiwillig zu verzichten bzw. im Gegenteil sich erstaunlicherweise sogar besonders toll finden, obwohl sie es nicht sind, muss also ein Problem gelöst werden.“ Er hält auch nicht damit hinter dem Berg, wie er sich diese Lösung vorstellt und nennt ein paar dutzend Völker, die nach seiner Ansicht „komplett vernichtet werden müssen“. Man müsse nach der Eliminierung dieser „schlimmsten“ Völker noch die Feinarbeit erledigen und auch in Deutschland aufräumen, weil „nicht jeder der heute einen deutschen Pass besitzt reinrassig und wertvoll ist“.

Dabei wirkt Rathjens in seinem Tonfall nicht „irre“, vielmehr zeugt sein Schreiben von geordnetem Denken, das jedoch mit äußerster emotionaler Kälte und Menschenverachtung vorgetragen wird. Er schaut auf Teile der Menschheit herab wie ein unreifer, sadistischer Bub, der sich entschließt, einen Ameisenhaufen abzufackeln, weil ihn die Tierchen nerven. Nun erzähle mir doch keiner mehr, diese Thesen seien nicht rechts! Wenn überhaupt etwas rechtes Denken in seiner Reinform verkörpert, dann ist es diese These vom unwerten Leben, das bedauerlicherweise auch noch auf seiner Vermehrung besteht anstatt verschämt und sozialverträglich auszusterben. Viele sind mitschuldig geworden und dürfen hier die Tat ihres geistigen Ziehsohns bestaunen: von Thilo Sarrazin der die These von einer vererbbaren Dummheit der Muslime salonfähig gemacht hat, über Pegida-Gründer Bachmann, der die Bewohner eines Flüchtlingsheims als „Dreckspack“ und „Viehzeug“ beschimpfte, bis hin zu Gauland und Meuthen selbst, die hier die verfolgte Unschuld geben.

Die Morde von Hanau kamen nicht aus dem luftleeren Raum. Da tickte ein gekränkter Spießbürger aus, weil ihm interessierte Kreise aus wahltaktischen Gründen sein Deutschsein als Selbstwert-Prothese aufgeschwatzt hatten. Und Politiker der Altparteien, die sich trotz massiven Bürgerrechts- und Sozialabbaus gern als Demokratie-Bewahrer inszenieren, bliesen zu oft, zu lange ins gleiche Horn. Gerade 2018, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsdebatte, gab es ja fast keinen mehr, der – wenn er nicht von Natur aus rechts war – nicht wenigstens versucht hat aus wahltaktischen Gründen ein partielles Rechtssein zu simulieren.

Auf dem Rücken von Migranten und Flüchtlingen hetzten vor allem Politiker aus Union und FDP im Sinne ihrer Vorbeter wie Gauland und Höcke. Der Händedruck von Erfurt zwischen Kemmerich und Höcke hat das national-neoliberale Bündnis nicht erst aus der Taufe gehoben, er hat dieses lediglich symbolisch sichtbar gemacht. Politiker vieler Parteien wollten Rechte da abholen, wo sie standen. Sie sind ihnen dabei so weit entgegengekommen, dass es zu einer verhängnisvollen Toleranz und Verbrüderung kam. Jetzt, da Abgrenzungserklärungen strategisch geboten scheinen, fehlt insbesondere Unions- und FDP-Politikern die notwendige Glaubwürdigkeit als antifaschistische Kämpfer.

Nachgerade absurd scheint vor diesem Hintergrund, dass sich Politiker der so genannten Mitte noch immer damit quälen, eilfertig die Äquidistanz zum rechten wie linken Rand einzuhalten. So als sei Bodo Ramelow ein Geistesbruder von Anders Breivik, der lediglich auf der anderen Seite des politischen Spektrums stünde. Noch immer, in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu dem Anschlag, bestehen „Etablierte“ auf der verhängnisvollen Gleichsetzung von rechter Menschenfeindlichkeit und einer vermeintlichen linken Gefahr. Die neue Zukunftshoffnung der CDU, Norbert Röttgen, sagte bei der Präsentation seiner Kandidatur: „Wenn es nach einer Seite keine Grenzen mehr gibt, dann wären wir nicht mehr die Partei der Mitte. Also ziehen wir Grenzen zur AfD und ihrem Denken und ihrer Sprache; aber wir ziehen – nebenbei aus ganz anderen Gründen – eine klare Grenze auch zur Linkspartei.“

Unverständlicherweise positionierte sich sogar ein ehemaliger SPD-Vorsitzender unmittelbar nach den Morden von Hanau in dieser Art: „Der Feind der Demokratie steht rechts“, leitete Sigmar Gabriel einen Tweet ein, fuhr aber dann sogleich fort: „Es lässt sich nicht abstreiten, dass linke Chaoten auf Polizisten eindreschen, Autos und Mülltonnen in Brand setzen und immer wieder hohe Sachschäden verursachen. Alles schlimm genug und nicht zu verharmlosen.“ Erst dann kehrt der Ex-Außenminister zur rechten Gefahr zurück. Nun, Sigmar Gabriel will in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank und bewegt sich zielsicher in die Richtung, aus der Friedrich Merz gerade kommt: hin zum großen Kapital. Die SPD kann froh sein, dass sie ihn los ist.

Unsere „Mitte“-Politiker müssen endlich Schluss machen mit dieser verhängnisvollen Gleichsetzung. Sie müssen vor allem jetzt den Boden austrocknen, auf dem solche rassistische Taten wachsen können. Ein Boden, den – ich muss es leider so deutlich sagen – etliche unter ihnen zu bereiten halfen. Wer es ernst damit meint, dass Anschläge wie in Halle und Hanau nie wieder passieren dürfen, muss jetzt seine ganze Kraft dafür einsetzen, dass die dunkle Epoche des neudeutschen Faschismus-Revivals rasch zu Ende geht. Er muss der rassistischen Erzählung der Zehner-Jahre, die es vermocht hat, humanere Kräfte argumentativ in die Defensive zu drängen, etwas anderes entgegensetzen: eine Philosophie radikaler Menschlichkeit und allumfassenden Mitgefühls, der Gleichheit und Gleichwertigkeit allen menschlichen Lebens, der Unverletzlichkeit der Würde.

Die durch Hass deformierte Seele sät den Tod; liebevolle Menschen halten sich an das Leben. Das Leben grenzt nicht aus, es umarmt und schließt ein. Und es ist vor allem eines: bunt.

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    Brand,Hildegard
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    Lieber Konstantin,

    wie wahr und richtig sind doch Deine Analysen der rechten Ideologien und der damit begründeten Taten und  Verbrechen auf unserem so fragilen bundes-republikanischen Boden, auf dem sich “ Kumpaneien“  zwischen „Mittigen“ und Rechten heimlich und offen tummeln.  Auch Deine Schlussfolgerungen, Appelle sind gut.

    Hier noch ein paar Ergänzungen z.B. aus historischer, sozial- wirtschafts – kulturpolitischer und feministischer Sicht in Bezug auf das Programm und die Agitationen der AfD-Vertreter*innen:

    In einer kleinen 18-seitigen Bröschüre des „Antifaschistischen Aktionsbündnisses Stuttgart und Region (AABS)“  kann in Kürze gut nachgelesen werden, auf welchem “ sozial-demagogischen“, neoliberalem, am Kapital orientiertem, rassistischen und sexistischem Fundament das Programm der AfD beruht.

    Beispielsweise spreche sie scheinbar, d.h. demagogisch, aus der Sicht verarmter Renter, um dann aber nicht ein kapitalistisches, neoliberales Wirtschaftssystem, sondern in rassistischer, völkisch-nationaler Weise MigrantInnen für die Verarmung verantwortlich zu machen.

    Die Lösung für die sozialen Probleme seien aus der Sicht der AfD Eigenverantwortung der einzelnen BürgerInnen, z.B. bei der Rentenvorsorge, seien Privatisierungen, Entlastungen von Staat, Arbeitgebern und Konzernen.

    Das Programm sei sexistisch auf der Grundlage alter Rollenklisches, die sich jedoch tarnen mit dem Bekenntnis zur Gleichberechtigung.

    Kurzum: -jetzt aus meiner Sicht-

    Das Gefährliche an dem AfD-Programm und deren Vertreter*innen ist die Demagogie, die vorgibt, an der Seite der benachteiligten -in deren Sinn „Deutschen “ – zu stehen, im zweiten Absatz jedoch eine antisoziale, am Kapitalismus orientierte Lösung anzubieten.

    Auch die „National- Sozialisten“ haben ja den Begriff   „Sozialismus“ missbraucht, indem sie  v o r g a b e n, den Unterschied zwischen Arm und Reich aufzuheben. Was folgte, war jedoch die Massenvernichtung von Menschen, die aus ihrer Sicht eben nicht die gleiche Würde und Existenzberechtigung hatten.

    Demagogie zeichnet sich ja dadurch aus, dass die Volksverführer  v o r g e b e n, alles Gute für  „das Volk“  tun zu wollen, in Wirklichkeit aber das Gegenteil meinen und menschenfeindlich agieren.

    Daneben stehen aber auch die sehr offen rassistisch, volksverhetzenden Reden der Demagogen in Parlamenten und auf Marktplätzen.

    Diese Demagogen und Demagoginnen müssten schon längst auf den Anklagebänken unserer demokratischen Gerichte sitzen und rechtsstaatlich verurteilt werden mitsamt ihrem Programm.

    Wir Demokrat*innen müssen dafür sorgen, dass das demagogische  “ Spiel“ von allen Menschen in allen Winkeln der Gesellschaft durschaut und öffentlich gemacht wird. Die öffentlich-rechtlichen und andere Medien hätten dafür noch viel zu tun!

    Jetzt noch zur Dämonisierung linker Parteien und Organisationen:

    Historisch gesehen bestand immer schon die panische Angst der Vertreter*innen eines kapitalistischen Wirtschaftssystems vor einer Umstrukturierung dieses „mörderischen Systems“ ( wie Jean Ziegler es analysiert)  hin zu einer Gesellschaft ohne Ausbeutung, ohne Unterdrückung von Menschen durch Menschen.

    Man erinnere sich noch an die Parole  “ Lieber tot als rot!“

    Die Ängste vor  „rot“  werden immer noch geschürt, ohne dass die Angstmacher*innen verstehen wollen, was eine s o z i a l – g e r e c h t e  und menschenfreundliche  Welt bedeuten könnte.

    Hildegard

     

     

     

     

     

     

     

     

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    heike
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    Mir wird kotzübel , wenn ich nur an die AfD und ihre Methoden zur Machtergreifung denke, die bewusstes Quälen von Menschen beinhaltet. Überallsind ihre Drohungen präsent, weshalb sich viele Menschen versuchen, entweder ganz aus der Politik rauszuhalten oder aber auf jeden Fall in der Öffentlichkeit nichts gegen die AfD zu sagen. Hier in Sachsen gehört jedenfalls schon großer Mut dazu – und diejenigen, die ihn aufbringen, müssen immer mit der Ruinierung ihres Lebens, ihrer beruflichen Laufbahn, ihrer Existenz rechnen.

    Die „Partei“ ist eine Ansammlung von potentiellen Sadisten, auch wenn die Leute mit Dresdner Eierschecke und „volksnahen“ , ach so verständnisvoll wirkenden Abgeordneten angefüttert werden.

    Da vergisst der einfache Mann doch gern mal schnelldie Nazilieder, die auf AfD-Parteitagen gesungen werden. Und wenn dann noch ein Meuthen sagt, die Partei habe nichts mit den Gewaltverbrechen zu tun, dann hat man wieder alle im Boot – diejenigen, die die Verbrechen verüben, diejenigen, die sich darüber freuen und diejenigen, denen das doch zu weit geht.

    Und man kann nur sagen, wer jetzt noch iese Partei unterstützt, der ist in Nazi – auch wenn er nur Äpfel auf dem Wochenmarkt verkauft öder seine Mitbürger als Busfahrer durch die gegnd kutscht. Diese Partei ist die größte Lügenpartei der Nachkriegszeit und ich würde mich freuen, wenn das möglichst viele möglichst bald begreifen würden.

     

     

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    heike
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    Für Gauland waren auch „95 Prozent der Soldaten der Deutschen Wehrmacht nicht an Verbrechen beteiligt“, was aussagt, dass der Eroberungskrieg der Nazis seiner Ansicht nach kein Verbrechen war, sondern wohl das Recht des deutschen Volkes auf seinen Raum.

    Jetzt wollen sie erst mal in Deutschland wieder Raum für die Deutschen schaffen, aber sie sind natürlich nicht gegen Ausländer. Hat mir einer mal erzählt. Vietnamesen sind besonders willkommen, die sind ruhig, arbeitsam und ehrerbietig. Das braucht der deutsche Mann. Am liebsten wären ihm tägliche Verbeugungen und Danksagungen. Gegen Juden haben sie auch nichts – jedenfalls nicht gegen welche in Israel, aber das kommt wohl eher von der Spitze der AfD, der Basis ist das egal.

     

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      heike
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      Noch eine Ergänzung zu dem, was die nach Gauland „95 Prozent nicht an Kriegsverbrechen beteilten deutschen Soldaten“ angerichtet haben: 65 Millionen Tote durch direkte Kriegseinwirkung; davon 13 Millionen sowjetische Soldaten und 14 Millionen russische Zivilisten. Die „Russen“ haben übrigens nach Kriegsende keine Bomben auf deutsche Städte geworfen wie die Engländer und auch keine auf japanische wie die USA (Hiroshima: 80.000 Menschen starben/verdampften sofort, noch einmal soviel verstarben an den Spätfolgen; Nagasaki: 22.000 Menschen sofort tot, weitere 39.000 in den folgenden 4 Monaten).

      Durch das, was Herr Gauland als Kriegsverbrechen bezeichnet – und zu dessen Ausführung „nur“ 5 Prozent der Soldaten der Deutschen Wehrmacht notwendig waren, wurden in den KZs 6 Millionen Juden, 3,3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene, 219.000 Sinti und Roma, 250.000 Euthanisieopfer, 3,3 Millionen weitere Opfer wie Sozialisten, Kommunisten und andere Gegner dieses verbrecherischen Nazistaates ermordet. Insgesamt rechnet man mit 15 Millionen Opfern in deutschen Konzentrationslagern und Gefängnissen.

       

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    heike
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    Die CDU überlegt sich gerade, wie sie ihren alten Status Quo wieder hinbekommen kann. Aber sie wird sich positionieren müssen in der Hinsicht, dass sie entscheiden muss, ob sie in der Lage ist, die Größe zu zeigen und auch einer rot-rot-grünen Regierung, die sozial und ökologisch für das Wohl ihrer Bürger sorgen kann und möchte, ihre Unterstützung zuzugestehen, oder ob sie sich mit Akzeptanz nazistischen Gedankengutes über Wasser zu halten gedenkt. Letzteres wird ihr meiner Meinung nach nicht guttun. Annegret Kramp-Karrenbauers Rücktritt war meiner Meinung nach aus ihrer Sicht richtig – sie wollte sich eben nicht vor einen braunen Karren spannen lassen. Die CDU wird nicht untergehen, wenn sie sich auf ihre christlichen Werte besinnt und diese unterstützt – z.B. hat die evangelische Kirche ein ehemaliges deutsches Forschungschiff aufgekauft und unterstützt damit die Flüchtlingsrettung im Mittelmeer. Eine christliche Regierungspartei könnte z.B. Maßnahmen ergreifen, um einen fairen Aufbau in Afrika zu unterstützen, dadurch Fluchtursachen beseitigen und gleichzeitig der deutschen Wirtschaft Aufträge sichern, die anderen Menschen einen Nutzen bringen und nicht den Tod (die deutsche Waffenexporte).
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    ert_ertrus
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    „Vietnamesen sind besonders willkommen, die sind ruhig, arbeitsam und ehrerbietig.“

    Aber sie gehörten zu den Ethnien, die der Attentäter von Hanau ausgerottet haben wollte …

    Für die Zukunft unserer Nation sehe ich tiefschwarz: der notorisch autoritäre Charakter der Mehrheit meiner Mitbürger wird einer Partei wie der AfD bereitwillig die Steigbügel halten. Der Durchschnittsdeutsche scheint ein geborener Sklave zu sein, dem Freiheit gleichgültig ist; allenfalls will er Sklavenaufseher (Capo!) werden …

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    Jakob Marley
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    Mir gefällt diese jetzt anlässlich von Hanau einsetzende Phrasendrescherei nicht, auch nicht zu meinen, mit dem verbalen Einprügeln auf die AfD würde man irgendetwas bewegen können, als sich selbst ein Denkmal der Beachtungsrituale zu setzen. Das alles reicht nicht mehr, dafür ist es längst zu spät. Unsere Empfänger von Steuermitteln, die Parteien der Mitte, die Etablierten, haben zu lange an der Bevölkerung vorbeigesehen und gleichzeitig Dummheit gesät. Auch haben die Deutschen keineswegs den Nationalsozialismus bewältigt, der Konsumterror funktionierte lediglich als Valium, bloß nicht politisch zu sein, zu kaufen und die Klappe zu halten. Wer sozial nicht mitziehen konnte, interessierte nicht über Jahrzehnte. Da preist man die Kraft des Volkes, wenn es um die sog friedliche Revolution des Jahres 1989 ging, steckt aber sofort alles in die bequeme Schublade des Terrorismus, wenn es jemand IN DER DEMOKRATIE wagt, die Mächtigen öffentlich zu kritisieren, was inhaltlich mehr als begründet ist.

    Bis heute wird die Frage tabuisiert, warum so viel Wähler nach rechts wechselten, woher denn die riesigen Mengen von Rechten und bekennenden Antisemiten kamen, kaum dass die AfD ihre Tore geöffnet hatte. Man kann es offenbar nicht ertragen zu hören, dass dies unsere Leute sind, die aus unserem Land kommen und noch weiter, man will nicht wahrhaben, dass dieses Land Antisemitismus produziert. Zum Beispiel das Jüdische Gymnasium muss nach außen gegen Deutsche ähnlich stark geschützt werden wie ein Hochsicherheitstrakt, das sagt doch eigentlich schon alles über Deutschland. Wäre ich Jude, würde ich weggehen, weil ich meinen Kindern nicht zumuten wollte, in diesem Land aufzuwachsen. In diesem Land, welches seine Intelligenz bis 1945 vergaste oder vertrieb. In diesem Land, in dem das kommerzielle Proletentum an oberster Stelle steht, flankiert von dem tosenden Beifall der Arbeitsscheuen und Verantwortungslosen auf Steuerzahlers Kosten, die meinen, wenn sie nach Hanau möglichst dicht an den Fernsehkameras stehen, könnte dies die politischen Versäumnisse der letzten Jahrzehnte der politischen Mitte verdrängen.

    Die Begriffe des Gemeinwohl sind aus der Öffentlichkeit genauso verschwunden, wie das Verursacherprinzip. Es geht nicht um Schuld, es geht darum, dass Ursachen der fatalen Zusammenhänge von Verknüpfungen zwischen Politik und Wirtschaft den Menschen, vor allem den sozial Schwachen ins Abseits gestellt hat und dass wir alle vor oberflächlichsten Medien resignieren, apathisch, desinteressiert geworden sind.

    Aus den friedlichen Revolutionären von 1989 sind durch Konfrontation mit den wahren Strängen des Kapitalismus enttäuschte, nicht wahrgenommene, sauer gewordene, laut gewordene, immer noch nicht ernst genommene Menschen geworden, die sich zu wehren begannen dagegen, durch den Rost dieses Genpools von Beachtungsneurotikern gefallen zu sein. Zunahme der Armut, keine Wohnungen, nur Börsenkurse. Wen wundert es bei unser Vergangenheit eigentlich, dass da insbesondere bei jungen Menschen extreme Bekenntnisse entstehen, mit denen wir in unseren Salons natürlich nichts zu tun haben wollen.

    Nichts also willkommener in dieser verlogenen Gesellschaft, wenn ein psychisch Kranker, ein von Visionen beherrschter, sozial verkümmert, ähnlich Breivik, in seiner irrealen Welt die innere Stimme der Ordnung hört und loszieht. Das hat auch mit rechts und Terrorismus selbst dann nichts zu tun, wenn er auf seiner internet-Seite Behauptungen aufstellte, die man rechts einstuft.

    Nicht Tobias Rathjen muss im Zentrum der Beachtung stehen, sondern entscheidend bleibt die bislang nicht gestellte Frage (im Land der Millionen Journalisten), warum der Wähler die Parteien der Mitte offenbar immer weiter verlässt, nach Erfurt nochmals, und dass die Betreiber dieser Parteien immer glauben, am Rettungsfloß Groko hätten sie immer noch die Deutungshoheit über das Leben derer, die sie schon längst vergaßen und seither in die Schubladen der Verdammung stecken.

    Mit ganz besonders herzlichen Grüßen

    Marley

     

     

     

     

     

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      Mikado
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      Das ist schon reflexhaft das HAUEN  und das SPUCKEN  nach rechts. Eigenverantwortung will kein schwarzer Christ, Profit ist es was interessiert.

      HIER  hört keiner mehr die Rufe der Armen im Lande, allenfalls die armen und kranken Griechen sind auserwählt worden, fürs charity, Glückwunsch.

      Warum, will niemand wissen, die Gewalt siegt bei den Affenbanden der Mitte, immer zum eigenen VORTEIL.

      In Israel regiert auch die RECHTE, oder nicht?

      Mir wird Angst vor den linken Gewaltbereiten und vor den rechten Gewaltbereiten, vor allem vor der  GEWALT  aus der Mitte, so geheim, heimlich, unheimlich, eine alternativlose Gewalt der Mitte!

      Ein einzelner verwirrter Täter, noch alles recht unklar, missbraucht wird heute  JEDE/R , Vorsicht im Rechtsfreien Raum  BRD.

       

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    Peter Boettel
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    Die Ausführungen von Konstantin Wecker machen sehr deutlich, wo heute die Probleme anzutreffen sind, wie die Gefahren von rechts durch die Politik verharmlost werden, wie vor allem von den tatsächlichen Problemen in unserer Gesellschaft abgelenkt und verharmlost wird.

    Es wird ermahnt, getrauert und schnell wieder vergessen und zur „Tagesordnung“ mit den hergebrachten neoliberalen Methoden übergegangen.

    Beim nächsten Anschlag treten dann Seehofer u.a. vor die Presse mit Vorschlägen eines Vorgehens gegen rechts, die dann aber, wenn überhaupt, gegen Linke umgesetzt werden.

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