Dirk Niebel, Dirk Niebel!

 in Politik (Inland)
Der Fluch des Goldes wirkt mächtig in Niebelheim

Der Fluch des Goldes wirkt mächtig in Niebelheim

Es ist ja immer eine spannende Frage, welcher Thematik sich das Schaffen eines bedeutenden Liedermachers als nächstes zuwenden wird. Konstantin Wecker legte stets Wert darauf, seine Hörer immer wieder zu überraschen. So legt er – nach „Guttiland“ und „Das Lächeln meiner Kanzlerin“ – nun zwar kein Lied, jedoch einen Kurzessay und ein Gedicht über einen Politiker vor, der wahrscheinlich nie davon geträumt hat, einmal Teil der Chansongeschichte zu werden. „Wie der Pontius ins Credo“, sagt man in solchen Fällen wohl. Das ohnehin unterentwickelte Gewissen des vormaligen Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel wurde jedenfalls nun totalamputiert. Er wird – ratet! – Rüstungslobbyist.

Liebe Freunde,

es gibt Berufe, die erfordern nicht unbedingt besondere Empathie für die Menschheit. Profikiller zum Beispiel, oder Lebensmittelspekulant. Eine der sicher fragwürdigsten Möglichkeiten sich zu bereichern, ist der Beruf eines Lobbyisten eines Rüstungskonzernes.

Dirk Niebel ist mir noch nie durch irgendeine sympathische Aussage oder Handlung aufgefallen. Von vielen unangenehmen Politikern war er als Entwicklungsminister der Unangenehmste. Der einstige Fallschirmjäger und Elitesoldat hat als Minister demonstrativ nicht den karitativen, sondern den wirtschaftlichen Aspekt von Entwicklungszusammenarbeit betont. Nun bereichert er sich an seiner von uns Bürgern finanzierten Erfahrung als Politiker: als Lobbyist der RheinmetallAG.

Ebendiese RheinmetallAG hat laut SZ von heute eine komplette Fabrik zum Bau von Panzerfahrzeugen nach Algerien verkauft. Das Geschäft war noch unter der alten schwarz-gelben Regierung genehmigt worden. In deren Bundessicherheitsrat saß qua Amt – na wer wohl? Genau! Der damalige Entwicklungsminister Dirk Niebel. Man weiß nicht, wie er abgestimmt hat. Das Gremium tagt geheim.

Solch clevere Mannen muss man mit einem Gedicht ehren:

DIRK NIEBEL, DIRK NIEBEL

es reimt sich viel auf dich.
Wie: eines Hauses Giebel,
oder auch: faule Zwiebel,
doch das beglückt mich nicht.

Du heißt einfach nicht richtig
und Verse sind mir wichtig.
Was sich als Reim mir flicht
reimt sich auf Niebel nicht.

Du solltest heissen: Meise,
dann reimt’ ich, nein ich preise
und überhaupt nicht leise:
Dirk Niebel, du bist …
weise?

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