Frieden in Europa – oder Flächenbrand

 in Politik

Vor dem Gespräch zwischen Wladimir Putin und Joe Biden übt sich die Nato in Desinformation: In der aktuellen Krise warnen transatlantische Kräfte aufgrund einer Truppenkonzentration in Westrussland vor einem Überfall Russlands auf die Ukraine. Das Säbelrasseln gegen Russland weckt auch böse historische Erinnerungen. Bernhard Trautvetter.
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  • Ulrike Spurgat
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    Erasmus von Rotterdam, in seiner Schrift Die Klage für den Frieden (1517)

    In unsren Tagen aber führen die Fürsten ganz ungefährdet Kriege, die Heerführer werden reich, und der größte Teil der Übel wird auf die Bauern und das Volk abgewälzt, die am Kriege nicht das geringste Interess haben und die selber gar keinen Anlaß zum Kriege geben.

    Ein sachliches Erwägen der Kriegsursachen wird erweisen, daß alle Kriege zum Vorteil der Fürsten vom Zaun gebrochen und stets zum Nachteil des Volkes , da ja das Volk nicht im geringsten daran interessiert war.

    Augenblicke für den Frieden im Rückblick auch aus der jüngeren Geschichte.

    Es gibt eine Sache, die von Amerikanern sogar noch höher als der Friede bewertet wird. Das ist die Freiheit. Glaubensfreiheit – Redefreiheit – unternehmerische Freiheit.

    Harry S. Truman, 6. März 1947

    Die Forderungen des ersten Stockholmer Appells (1950) Unterschrieben von 500 ooo ooo Menschen aller Kontinente.

    …………. Wir sind der Ansicht, daß die Regierung, die als erste die Atomwaffe gegen irgendein Land benutzt, ein Verbrechen gegen die Menschheit begeht und als Kriegsverbrecher zu behandeln ist. Wior rufen alle Menschen in der Welt, die guten Willens sind, diesen Appell zu unterzeichnen“

    1955 Hunderttausende Menschen für den Frieden auf den Straßen der Republik und gegen die Remilitarisierung , teils brutal niedergeschlagen von Adenauers am Zipfel Hänger.

    Pastor Niemöller ein unvergessener Mann in der Geschichte der Friedensbewegung. Von ihm eindringlich geschrieben: Als die Nazis die Kommunisten holten; habe ich geschwiegen, als die Sozialdemokraten holten; habe ich geschwiegen, als sie die Gewerkschafter holten; habe ich geschwiegen – als sie mich holten gab es keinen mehr der protestieren konnte.“

    Der Kampf der Ostermärsche fiel in die Zeit, in der die Rüstung dieses Feinfbild geschaffen hatte, und seiner bedurfte, weil sie sonst als sinnlos, – nein als sinnwidrig – offenbar geworden wäre

    Wer sich in den Fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Friedensfreund bekannte, galt ohne weiteres als „verkappter Kommunist“., als ein „Landesverräter“ ganz in der Sprache der Faschisten verblieben. Pastor Niemöller organisierte den ersten Ostermarsch 1958 und das bei schauerlichem Wetter, es war kalt bei Regen und Schnee. Das jedoch hielt die Zehntausend Frauen und Männer nicht davon ab, den beschwerlichen Weg am Karfreitag vom Londoner Trafalgar Square gestartet mit dem Ziel die Atomfabrik Aldermasten. Frauen mit ihren Kinderwagen bahnten sich ihren Weg durch Morast, mit Grasplacken und Unrat beworfen, Beschimpfungen ausgesetzt gingen sie aufrecht weiter, und erreichten ihr Ziel am dritten Tag. Alleine in den sechziger Jahren beteiligten sich jährlich über 150 000 Menschen an den Ostermärschen. Demonstriert wurde selbstverständlich gegen den Vietnam Krieg und die Notstandsgesetze.

    In den siebziger Jahren trieb es Hunderttausende auf die Straßen gegen den Radikalenerlaß, gegen die politische Verfolgung politisch Andersdenkender und für den Frieden.

    Uta Ranke-Heinemanns Rede auf dem Friedensforum der Initiative „Christen für Abrüstung“ am 19.6. 1981 im Rahmen des 19. Evangelischen Kirchentags in Hamburg:

    Die Herren Apostel des Overkills haben mit dem Evangelium nichts zu tun.

    Selig sind die Friedenschaffenden. Das ist der konkrete Friede zwischen Mensch und Mensch, Volk und Volk.-

    Aber die Bergpredigt hat für die Christen leider eine eigentlich reale und konkrete Bedeutung nie besessen. Die Bergpredigt , diese größte und entscheidende Utopie des Christentums , ist zugleich seine größte Verlegenheit. Sie wird ständig entschärft, um nicht befolgt werden zu müssen; denn sie, die den Friedenswilligen und nicht den Kriegern das Erdreich verspricht legt sich quer zum uralten Selbstbetrug vom Krieg als als notwendiger Daseinsbewältigung zur Römerweisheit: Willst du den Frieden, dann bereite den Krieg vor. Das Christentum als Religion der Eroberer, als Gewalt, als Glaube an einen Kriegsgott, das Christentum als Verbündeter der Gewalt, das ist die große Verfälschung , das ist das größte Mißverständnis des Christentums, daß sich durch die ganze Kirchengeschichte belegen lässt.  Uta Ranke-Heinemann stirbt im hohen Alter im Jahr 2021. Ruhe in Frieden !

    Es gibt bedeutende Dinge als im Frieden zu sein.

    USA-Außenminister Haig vor dem amerikanischen Senat am 9.1.1981

    Die erstrangige und wichtigste Aufgabe der künftigen Strategie Amerikas im weiten Sinne des Wortes ist die Erhaltung des und Festigung unseres politischen Systems und diese Aufgabe ist wichtiger als die Erhaltung des Friedens…….Wir können nicht zulassen, daß das dem unseren entgegengesetzten politische System am Leben bleibt.

    R. Strauz-Hupe/W. Kistner / St. T. Possony „A Forward Strategy for America“, New York 1961, Seite 402

    Pershing-II-Raketen und Cruse Missiles in Europa machen den Frieden nicht sicherer, sondern einen Nuklearkrieg wahrscheinlicher.

    Dr. Herbert Scoville, ehem. CIA-Direktor, am 24.4. 1981

    Hitler am 3.2.33 vor den Befehlshabern des Heeres und der Marine: (Die Abkürzungen erklären sich aus dem Stil des Protokolls)

    Im Inneren. Völlige Umkehrung der gegenwärt. innenpol. Zustände in D. Keine Duldung der Betätigung irgendeiner Gesinnung , die dem Ziel entgegensteht (Pazifismus!) Wer sich nicht bekehren lässt, muß gebeugt werden. Ausrottung des Marxismus mit Stumpf und Stil.

    Aus Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung , Band 5, Seite 445

    Hans Apel, Verteidigungsminister, befürchtet eine Zunahme „pazifistischer Strömungen“ in der Bundesrepublik Deutschland, damit ist Westdeutschland gemeit, Pressemeldung Januar 1981

    Carl Carstens (ehemaliges NSDAP Mitglied), Bundespräsident , fordert die Bereitschaft „Pflichten zu übernehmen und auch Opfer zu bringen“, vor dem Hintergrund eines möglichen Pazifismus vor allem in der Jugend“.

    Pressemittleilung, Januar 1981

    Der sogenannte kalte Krieg hat nie aufgehört. Die NATO zündelt was das Zeig hält. Stoltenberg spuckt seine widerlichen kriegslüsternen Wortgeschosse in die Welt beim 70 jährigen Geburtstag der NATO-Verteidigungsakademie: „Rußland und China führen eine autoritäre gegen die regelbasierte internationale Ordnung“, nur wer hat die Regeln denn aufgestellt, dass bleibt unausgesprochen.

    Rußland liegt nicht mehr, wie bereits dreimal in seiner Geschichte am Boden, auch wenn Stoltenberg wohl denkt, dass wir noch im Jahr 1991 als vermeintliche Sieger dastehen. Dem ist nicht so. Rußland hat sich weiterentwickelt hat aus der Geschichte gelernt, dass dem Westen niemals zu trauen ist, denn solange es dieses mörderische und kriegerische System Kapitalismus gibt, solange ist Vorsicht geboten. Der Kapitalismus braucht die Toten um überleben zu können.

    Nichts ist vergessen, und Niemand ist vergessen !

    (Olga Bergholtz, russische Dicherin)

    Und nein. die Russen wollen keinen Krieg ! Eine Vermächtnis, dass die 27 Millionen ermordeter Sowjetmenschen ins Stammbuch der Russischen Föderation geschrieben haben.

    Seit 1933 steht der Russe vor der Türe, davon versucht man die EU wieder einmal mehr von Seiten der Mickey mouse zu überzeugen, denn die USA wollen ihren Einfluss in der EU um jeden Preis behalten.

    Ab wann wird zurückgeschossen ?

    Erinnern will ich an all die Frauen und Männer deren Namen man ofmals nicht einmal weiß. An ihren Kampf in dunkler Zeit – von 1933 – 1945 – und auch danach ihren Mut und ihren aufrechten Gang dürfen nicht im Strudel der Geschichte verloren gehen.

    Der eindringliche Schrei „Die Waffen nieder!“ von der ersten Frau, die den Friedensnobelpreis 1905 gegen erhebliche männliche Widerstände bekam, Bertha von Suttner hallt über die Zeit hinaus und in unsere wieder zurück als ein ewiges Vermächtnis für den Frieden einzustehen.

     

     

     

     

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