Gute Nachrichten von Euch – und eine ungute Nachricht aus unserem Team

 in FEATURED, GRIECHENLAND, Holdger Platta, Über diese Seite

297. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Nein, Ihr HdS-LeserInnen habt die Notleidenden in Griechenland auch nach dem sehr guten Spendenergebnis aus der vorletzten Woche nicht im Stich gelassen! Eine gar nicht gute Nachricht hingegen habe ich Euch zu unserem HelferInnenkreis mitzuteilen. Holdger Platta

 

Liebe HdS-LeserInnen und liebe HdS-Leser,

wir leben in hochproblematischen Zeiten (aber wem sage ich das!). Gute Nachrichten habe ich Euch auch heute mitzuteilen. Aber leider auch eine, die mich selber sehr traurig gestimmt hat. Deswegen erneut ein Bericht, der aus der Reihe fällt. Auch dieses Mal muss eine vertieftere Berichterstattung über die Verhältnisse in Griechenland ausfallen. Stattdessen eine weiteres Mal Informationen vor allem über uns. Doch der Reihe nach! Und ich fange mit den positiven Nachrichten an:

Nachdem – Ihr wisst es – in der vorletzten Woche 1.450,- Euro an uns überwiesen worden sind, von sieben SpenderInnen, durften wir uns auch während der letzten sieben Tage über ein sehr gutes Spendenergebnis für die notleidenden Menschen in Griechenland freuen. Erneut bedachten uns sieben UnterstützerInnen mit einem außergewöhnlich hohen Geldbetrag: 520,- Euro gingen in der letzten Woche auf unserem Hilfskonto ein – ein Spendenbetrag mithin, der weit über den Durchschnittszahlen der letzten Monate vor diesen letzten beiden Wochen liegt. Das bedeutet – und wir freuen uns riesig darüber:

Nach Abzug der 1.890,- Euro, die wir für Laura, für deren Fußprothesen, zu überweisen hatten, weist unser Konto für die GriechInnenhilfe immer noch den stattlichen Gesamtbetrag von 3.401,86 Euro auf. Mit Evi und Tassos Chatzatoglou sind wir bereits im Gespräch, wem zumindest ein Gutteil dieses Betrages noch vor Weihnachten zugeschickt werden soll – oder ob wir lieber diesen Betrag für das neue Jahr aufsparen sollten. Ich hoffe sehr, in diesen Tagen noch eine Antwort zu erhalten von unseren beiden Team-Mitgliedern aus Österreich. So oder so:

Die Freude über das gute Ergebnis in der letzten Woche war bei mir riesengroß, und ich bin sicher, ich darf meinen großen Dank für dieses sehr gute Spendenergebnis auch aussprechen im Namen des gesamten Organisationsteams. Ich glaube, erahnen zu können, wie viel Engagement und Humanität auch hinter diesem Spendenzugang aus der letzten Woche zu vermuten ist.

An dieser Stelle nur nebenbei: von dem einen – potentiellen – „Großspender“ habe ich auch bis heute nichts gehört. Ich spreche von dem mehrfachen Milliardär, den ich bereits in meinen Vor-Berichten kurz erwähnte. Da, so befürchte ich, ist auch nichts mehr zu erwarten. Und was den anderen „Großspender“ betrifft, den Volker Töbel, unser neuer – bereits jetzt überaus verdienstvoller – Kassenwart, angesprochen hat, so ist leider mitzuteilen, daß dieser Großspender nur Gelder vergeben darf an regionale Projekte in und um Göttingen. Das ist schlicht zu respektieren, und Kritik daran wäre völlig unangebracht.

Damit zum anderen, zum weniger guten Teil meines Berichtes:

Leider hat sich Karlheinz Apel, langjähriges Mitglied in unserem HelferInnenteam, entschieden, unserer GriechInnenhilfe den Rücken zu kehren. Anzunehmen ist – da ich nichts Gegenteiliges gehört habe –, gemeinsam mit Uschi, seiner Ehefrau.

Karlheinz Apel – manche unter Euch werden sich ganz bestimmt daran erinnern können – war von Anfang an bei unserer GriechInnenhilfe dabei, seit Mitte/Ende Juli 2015 mithin! Und ich darf versichern: Weit über das normale Maß hinaus hat Karlheinz Apel sich für unsere GriechInnenhilfe eingesetzt, mit finanziellen Zusatzunterstützungen aus eigener Tasche, mit Hilfs-Akquisen auch in dem Bereich, in dem er beruflich tätig ist, als Apotheker, mit Spenden-Akquisen vor allem in der Gestalt medizinischer Sachmittel (da ist es oft um ärztliches Hilfsmaterial in der Höhe von vielen Tausend Euro gegangen), und nicht zuletzt, mit Uschi, seiner Frau, zusammen, als Hilfsreisender für unsere Organisation nach Griechenland. Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen, auch den geringsten nicht: Karlheinz Apel war ein überaus wichtiger und großzügiger, ein ausgesprochen selbstloser und sehr engagierter Helfer für uns.

Tja, als ich vor einigen Wochen zum ersten Mal von seiner Absicht erfuhr, nicht mehr mitmachen zu wollen bei uns, war ich völlig überrascht, konsterniert, eigentlich fassungslos. Vielleicht bin ich es jetzt sogar noch. Als ich ihn dann nach den Gründen fragte, weshalb er aus unserem HelferInnenteam ausscheiden wolle, und ihm mitteilte, daß ich diese wichtige Nachricht Euch, den Spenderinnen und Spendern, nicht verschweigen dürfe und diese Nachricht Euch lieber in seinen, nicht in meinen Worten mitteilen wolle, bekam ich daraufhin – vor einigen Tagen war das – die folgende Antwort von ihm, ich zitiere im Wortlaut:

„Hallo Holdger,

da ich nicht möchte, dass ich durch die Erwähnung meines Namens in HdS mit Impfgegnern, sogenannten ‚Coronaleugnern‘, Querdenkern usw. in einen Topf geworfen werde, unterstütze ich weiterhin nur auf eigene Kosten hilfsbedürftige Menschen und Tiere in Griechenland und Krakau  — ohne GriechInnenhilfe.

Die 100 000 Leser scheinen aus den genannten Gründen nicht spendierfreudig zu sein.

Gruß, Kalle“

Kleine Nacherklärungen zum letzten Satz in der Mail von Karlheinz Apel an mich, zu den „genannten Gründen“, die angeblich „100.000 LeserInnen“ von HdS beträfen: in seiner vorangegangenen Mail hatte Karlheinz Apel mir mitgeteilt, dass seiner Vermutung nach unsere LeserInnen „Querdenker und Impfgegner“ seien, die „wegen der Spritpreise“, die sie für ihre Fahrten „von Demonstration zu Demonstration“ aufbringen müssten, nur noch weniger Geld für unsere GriechInnenhilfe zur Verfügung hätten. Und die zweite Nacherläuterung, zugleich eine kleine Korrektur:

Schön wäre es ja, wenn wir 100.000 LeserInnen hätten! Doch Karlheinz Apel hat da offensichtlich eine Zwischeninformation von mir an ihn missverstanden, die Mitteilung nämlich, daß HdS hin und wieder 100.00 Besuchs- beziehungsweise Klickzahlen pro Monat erreicht. Das ist natürlich etwas ganz anderes als 100.000 BesucherInnenzahlen.  Konkret: da es mit Sicherheit viele unter Euch gibt, die HdS täglich anklicken, manche unter Euch sogar mehrmals an einem Tag, dürfte unsere tatsächliche LeserInnenzahl weit, weit unterhalb dieser Anzahl von 100.000 Besuchen oder Klicks liegen. Sei’s drum:

Mir tut es ungeheuer leid, dass sich Karlheinz Apel zu diesem Schritt entschlossen hat. Und wiederhole nochmal: das tut seiner Hilfe für unsere Hilfsaktionen, immerhin über einen Zeitraum von mehr als sechs Jahren hinweg, keinen Abbruch. Ich werde das voller Respekt in Erinnerung behalten.

Und damit, nach einer gar nicht guten Mitteilung so unmittelbar vor Weihnachten und Jahresschluss, erneut meine obligate Bitte beziehungsweise mein obligater Hilfsappell zum Schluss: vergesst bitte die Notleidenden in Griechenland nicht, und vergesst deshalb bitte auch unsere Spendenaktion nicht. Also:

Wer uns Gelder für unsere Hilfe für Menschen in Griechenland zukommen lassen will, der überweise uns diese bitte unter dem Stichwort „GriechInnenhilfe“  auf das Konto:

 

IBAN: DE16 2605 0001 0056 0154 49

BIC: NOLADE21 GOE

Inhaber: IHW

 

Wer eine Spendenbescheinigung benötigt – ab 201,- Euro erforderlich –, wende sich bitte an mich, entweder unter der Postanschrift Füllegraben 3, 37176 Sudershausen, oder unter der Mailadresse marggraf-platta@web.de.

 

Mit herzlichen Grüßen

Euer Holdger Platta

Showing 5 comments
  • Freiherr
    Antworten
    Oh je ! – Jahre der Enttäuschungen, wie viele allein in diesem Jahr schon ? – um so schmerzlicher wenn es das persönliche Freundschaftsumfeld ist, Lieber Holdger.

    Herr Apel:

    Hilfe und Engagement aus humanitären Überzeugungen, das war es doch bisher –

    ungeachtet politischer, ideologischer oder religiöser Zeitgeistigkeiten, eigentlich ja auch ungeachtet “ trägerischer“ Gegebenheiten, medialer Möglichkeiten u.u.u – die freilich organisatorisch ermöglichen aber doch nie die Antriebsfeder für Humanität waren, letztendlich, auch nicht sein sollen.

    HdS war immer schon ein Magazin des Widerstandes gegen Unrecht allgemein, mir persönlich nie radikal genug, aber trotzdem – seit Februar 2020 wehen nun ganz andere, weitere Winde des Unrechts und der Unmenschlichkeit gegen die man sich stemmen muß und wieder ist es freilich die Humanität als Antrieb für weitergehenden Widerstan, letztendlich.

    Am Widerstand gegen Ummenschlichkeit hat sich also nichts geändert, die Notwendigkeit ist weiterhin gegeben –

    aber nun, da die Spaltung politisch vorangetrieben wird, wäre HdS nicht mehr als organisatorisches Medium geeignet ? – die Initiative für eine Humane Welt auch nicht mehr als Trägerverein ? – weil man sich spalten lässt, sich in eine Schublade zwängen lässt, man mit der einen Seite der Gespalteten nichts zu tun haben will, seinen „guten Ruf“ vielleicht dadurch dann geschädigt glaubt, man zu seinen eigenen bisher vorhandenen über solche Winde stehenden humanitären Grundsätzen nicht mehr stehen will weil man Angst vor Diffamierung hätte ?

    Zum großen Glück notleidender Menschen steht Holdger felsenfest über solchen wechselnden Winden weil die Humanität allein sein Antrieb ist !

    Der Antifaschismus war mal alleiniger Antrieb eines gewissen Wecker, bis er in einem geistigen Kurzschluß diesen verleugnete, sich verirrte weil er sich spalten ließ…

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

  • Ulrike Spurgat
    Antworten
    Lieber Holdger,

    was ist los in diesem Land ?

    Da verabschieden sich hier wichtige Menschen die viele Jahre vertrauensvoll zusammengearbeitet ein Stück des gemeinsamen Weges ich nenne das Internationale Solidarität gegangen sind, weil ein Mißverständnis nach dem anderen sich aus welchen Gründen auch immer nicht aufklären lässt. Eine von den vielen traurigen Nachrichten in Zeiten von denen Brecht sagt:

    „In den finsteren Zeiten wird da auch gesungen werden ?

    Da wird auch gesungen werden. Von den finsteren Zeiten.“

    Was ich wichtig finde ist, dass Du/Ihr uns hier gut über solch wichtige Änderungen bei HdS informierst, denn damit können sich weitere Möglichkeiten eröffnen auch selber aktiver im Rahmen der eigenen Möglichkeiten für HdS zu werden.

    Me-tis Rat

    „Auch wenn ein Freund weggeht muß man die Türe schließen“, sagte Me-ti, „sonst wird es zu kalt.“

    „Es kann nicht kälter werden“, sagte Kin-jeh. „Doch, es kann“, sagte Me-ti.

    Bertolt Brecht, Me-ti, Buch der Wendungen, Suhrkamp Verlag 1977

    Danke, Ulrike

     

     

  • Florian
    Antworten
    „Einsam auf den Hügel

    Kreisen vier Windmühlenflügel,

    Mahlen.

    Weit ins Meer führen Steine.

    Dort rollt ein Leuchturm seine

    Strahlen.

    Derweilen sich das dreht,

    Kämpft irgendwo ein Schiff in Not,

    Lallt anderswo ein müdes Gebet

    Um das tägliche Brot.

    Und schweigend wandert zur selben Stund

    Der Zeiger der Uhr im Rund“

    Joachim Ringelnatz

     

  • Volker
    Antworten

    (…) oder ob wir lieber diesen Betrag für das neue Jahr aufsparen.

    Lieber gleich, man weiß ja nicht, zu was ein Haufen Irrer noch fähig sind. Ja, meine ich im Ernst, möglicherweise gilt Empathie/Humanität bald als Straftat.

    Ich spreche von dem mehrfachen Milliardär, den ich bereits in meinen Vor-Berichten kurz erwähnte.

    Er hütet wohl seine Pfizer-Aktien, beatmet sie mit Strohhalmen …. weia, mir kommt die Galle hoch.

    (…) da ich nicht möchte, dass ich durch die Erwähnung meines Namens in HdS mit Impfgegnern, sogenannten ‚Coronaleugnern‘, Querdenkern usw. in einen Topf geworfen werde (…)

    Und so weiter … die Saat geht auf.
    Pandemie gesellschaftlicher Zerrissenheit, da folgt Welle auf Welle, und nach dem großen Absaufen beginnt das allgemeine Händewaschen.

    Ob Herr Apel in der Lage ist, zu reflektieren, dass er mit seiner Begründung auch mir in die Weichteile tritt, dies bezweifele ich. Und ob es ihm dazu noch bewusst ist, damit Schmutz über alle Leser von HdS auszuschütten, bezweifle ich ebenfalls. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben, wäre wohl unangemessen respektlos (?), außer: schämen Sie sich nicht ein wenig?

     

  • Mensch ohne Welt
    Antworten
    Manchmal überkommen mich große Zweifel, ob wir es mit Erwachsenen zu tun haben oder mit Kindern, die sich zanken, und dann sowas sagen, weil die oder der dies oder das gesagt oder getan hat und mit der oder dem befreundet ist, kann ich die oder den nicht einladen, will ich mit der oder dem nicht mehr spielen.

    Wie schwach doch manche Leute sind, dass sie sich nur mehr in ihrer eigenen Echokammer bewegen wollen, und sich schon davon lenken lassen, dass irgendjemand mal schlecht von ihnen denken könnte.Sie drehen sich wie die Fähnchen im Wind und schrecken vor Meinungsverschiedenheiten zurück, als würden sie ihr Leben riskieren, wenn sie andere Haltungen und Meinungen einfach mal so stehen lassen.  Wie langweilig und unlebendig eine Gesellschaft wird, wenn  immer und alle in allem einer Meinung sind. Konformität auf Staats- und Regierungslinie scheint eine neue Leitlinie für allzu viele zu sein. Ist bequem und suggeriert Sicherheit.

    Dass sich viele nicht so sicher sind, wie sie vorgeben, ist möglicherweise ein Grund für solches Verhalten. Zweifel sind unangenehm. Zweifel führen zu Fragen, die die Sicherheit und den Glauben an Überzeugungen  und nicht zuletzt an sich selbst ankratzen.

     

     

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