Ist es das was Sie wollten, Herr Seehofer?

 In FEATURED, Konstantin Wecker, Politik (Inland)

Foto: Annik Wecker

Auch wenn rechte Rechthaber derzeit die Debatte beherrschen – Menschen mit Seehofer- und Gauland-Mentalität bilden (noch) nicht die Mehrheit in Deutschland. Das Problem ist nur:  Die selbstbewusste Arroganz, mit der xenophobe Scharfmacher in Deutschland und anderswo auftreten, ist umgekehrt proportional zu ihrer geistigen und menschlichen Substanz. Stimmen der Menschlichkeit, die ein eigentlich selbstverständliches Mitgefühl mit Verfolgten, Verarmten und Entwurzelten hoch halten, sind weitgehend verstummt – so als schämten sie sich vor den herzlosen Scharfmachern wegen ihres offenbar anachronistisch gewordenen Festhaltens an der Güte. Konstantin Wecker ruft weltoffenen und mitfühlende Menschen auf, sich nicht ins Bockshorn jagen zu lassen. (Konstantin Wecker)

Liebe Freunde,

Gestern bekam ich – neben den üblichen Beschimpfungen – eine Mail als Antwort auf meinen Beitrag in der TV-Sendung „Schlachthof“ mit Christian Springer und Michael Altinger.

Die Überschrift lautete: „Leider erschreckte mich gestern Ihre Äußerung über die ‚Asylantendebatte’“!

Sie hätte auch lauten können: „Ich bin kein Nazi, aber das wird man dann doch nochmal sagen können…“

Ich zitiere buchstabengetreu:

„Bevor Sie sich so stark machen für die Asylanten, sollten Sie vielleicht auch an das eigene Volk denken!

An erster Stelle habe ich Mitgefühl, für die Hinterbliebenen der Ermordeten, für die Frauen die vergewaltigt wurden; die Opfer durch Raub und Überfall, usw.

Außerdem habe ich Mitgefühl, für die armen Rentner, die Pfandflaschen sammeln müssen, um überhaupt überleben zu können.

Ein Asylant erhält genauso viel Sozialhilfe, wie ein Deutscher der hier immer gearbeitet hat. Im Gegenteil, die Asylanten schicken ihr Geld in die Heimat und gehen dann zur Tafeln. Hierdurch wird es unseren Leuten wieder erschwert noch würdevoll zu leben.

Die ‚Fachkräfte‘ wie von Frau Merkel immer betont, kosten uns jährlich mehr als 20 Milliarden Euro. Den armen Bürgern wirft man dann Neid und Missgunst vor. Bürger, die dies anprangern werden ins Rechte Eck geschoben.

Außerdem verstehe ich nicht, wie Sie davon ausgehen können, dass Ihre Meinung als Gutmensch die richtige wäre. Warum werden Bürger, die unsere monentane Situation anprangern verteufelt. Auch ich bin hilfbereit, ich sorge mich um meine Kinder, Familie, Freunde und Bekannte. Meine Führsorge gilt meinem Volk!

Wenn ich als Privatperson Gäste habe, die meine Vorgaben nicht akzeptieren, werfe ich diese raus. Warum werden aber die Asylanten in Schutz genommen, obwohl diese keinen Anstand haben. Unsere Mitbürger die Opfer durch die Asylanten wurden, werden leider bei den ‚Gutmenschen‘ übersehen.“

Was ist nur geschehen seit jener großartigen Bürgerbewegung der „Willkommenskultur“, die uns hoffen ließ, dass der Neoliberalismus doch nicht den letzten Rest von Mitgefühl aus den Herzen der Menschen verjagt hat? Ein eigentlich völlig selbstverständliches Mitgefühl für gejagte, verfolgte, hungernde, gepeinigte, verletzte Menschen, das nur psychisch völlig verrohten und gestörten Wesen nicht zu eigen ist. Und natürlich ideologisch Verblendeten, die ihr ach so gut durchdachtes starres Weltbild scheinbar aus freiem Willen wie eine Zwangsjacke über alles Lebendige ziehen.

Gewissenlose Potentaten, die schnell die Chance erkannten, ihre bröckelnde Machtposition wieder zu festigen, schlugen erbarmungslos zu: mit Parolen und Fake News, mit vorgeschobener Bürgernähe und fahnenschwenkendem Unsinn. Sie wussten wohl, was für Ängste in den von einem gnadenlosen Kapitalismus verunsicherten BürgerInnen lauerten und weckten den Leu, der in allen Verängstigten lauert: Denn wer seine Identität nicht in seinem tiefsten Selbst wahrnehmen kann, sucht sich Identität bei „Identitären“. In etwas „Größerem“,“Hehren“ – in Volk, Nation und Vaterland.

Wir waren auf einem guten Weg, diesen gefährlichenja tödlichen Wahn zu besiegen. Wir haben’s versaut.

Gaulands„Vogelschiss“ ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, das schon vorher bis zum Rand gefüllt war mit Herzlosigkeit und Verharmlosung der Nazi-Diktatur. Es wird Zeit, dass wir dafür sorgen, dass die braune Brühe nicht noch weitere Landstriche überschwemmt.

Vielleicht erscheint der Widerstand vielen sinnlos. Und mancher mag sich sagen: „was kann ich denn schon tun, alleine, ohne Gleichgesinnte?“

Denen gilt es nun Mut zu machen, denn die mit dem Herzen denken sind – und da bin ich mir sicher – immer noch in der Überzahl. Aber schrecklich verunsichert und vor allem: nicht annähernd so lautstark.

Nach wie vor glaube ich, dass eine spirituelle Revolution am Wachsen ist, und mir kommt dieses ganze Machogehabe verunsicherter Männlein wie Trump, Erdogan, Kim, Orban, Gauland, Strache, Söder und wie sie alle heißen mögen wie das – hoffentlich! – letzte große, fast verzweifelte Aufbäumen des Patriarchats vor.

Lassen wir uns von ihnen nicht ins Bockshorn jagen. Lassen wir uns nicht verführen von den sogenannten „Führern“.

Widerstehen wir mit all dem, was uns als menschlichen Wesen gegeben ist an Mitgefühl und Verstand, Poesie und Zärtlichkeit!

Der Text der Frau, die mich angeschrieben hat, ist meines Erachtens deshalb so interessant, weil er geradezu ein Prototyp ist für all die Lügen, mit denen wir seit zwei Jahren indoktriniert werde:

„Die Asylanten schicken ihr Geld in die Heimat und gehen dann zur Tafeln“. Asylanten, die in Schutz genommen werden, „obwohl sie keinen Anstand haben“ und was da noch alles an Klischees zum Vorschein kommt.

Und dann der Klassiker: die Erzürnte beschwert sich, ins „rechte Eck geschoben zu werden“.

Nun frage ich mich allerdings – und ich will mich bestimmt nicht erheben über mangelnde Rechtschreibkenntnisse, aber in diesem Fall ist es zu offensichtlich: Hat vielleicht doch der „Führer“ aus einer verstaubten Ecke ihres Hirnarchivs hineingefunkt, wenn sie schreibt:

„Meine Führsorge gilt meinem Volk“?

Lassen wir uns nicht entmutigen! Deutschland weint, wenn Mexiko im Fußball gewinnt und schaut weg, wenn 600 Flüchtende im Meer ausharren und Italien die Häfen dicht macht.

Danke den Spaniern und den 2.320 Helfern, die am Hafen von Valencia bereitstanden, um die Menschen aufzunehmen.

Jeder einzelne von ihnen ist wertvoller für eine menschliche Gesellschaft als Ihr unmenschliches Taktieren, Herr Seehofer!

Anzeige von 41 kommentaren
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    Traudl Billig
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    kann ich nur voll und ganz unterschreiben! Genau so ist es!

    Ich lass mich nicht entmutigen und schon gar nicht verängstigen und ins Boxhorn jagen.

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      Horst Berndt
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      Lieber Konstantin Wecker, sehr guter Kommentar. Ich erlebe es jede Woche, wenn ich als Helfer in Berlin tätig bin. Unsere Gesellsschaft in Deutschland und auch in Teilen der EU ist tatsächlich gespalten. Einen gewaltigen Anteil daran haben auch unsere Medien, die z.T., hetzterisch den Teil der Bevölkerung in noch mehr Rage bringen, der sowieso schon, bedingt durch fehlende Bildung, durch Erziehung in der Familie und durch den klar bestehenden Rassismus in Deutschland eher auf der unmenschlichen Schiene fährt. Wo diese Schienen hinführen können, wir wissen es. 
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      Roland Weber
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      ich  gehöre zu denen, die immer mal sagen: „ich kann den  ewigen Gutmenschen Konstantin Wecker nicht mehr ertragen“.

      Hier sage ich: Danke, Konstantin Wecker, für die Zusammenfassung und die klaren   Worte. Es bleibt zu hoffen, dass die Autorin der an dich gesandten email im letzten Augenblick doch noch erkennt, dass sie blind, ganz ohne es zu bemerken,  in die populistische Falle getappt ist; denn zwischen den Zeilen kann man grade noch erkennen, dass sie für  Appelle an die Menschlichkeit noch erreichbar wäre, und ich glaube auch, dass sie erst nach den  Zeiten von „refugees welcome“ in die Falle getappt ist, die Seehofer & Co. jetzt ganz absichtlich-raffinert neu konstruiert haben, mit beängstigendem Erfolg. Diese Autorin wäre, das ist zu spüren, trotz ihrer Äußerungen auc hselbst zutiefst entsetzt, wenn nun plötzlich (nur z.B.) die im Mittelmeer irrende „Lifeline“ mit all den Flüchtlingen – oder auch ein Nachfolgeschiff – sinken würde, und vor den Augen der Weltöffentlichkeit Hunderte von Menschen jämmerlich ertrinken müssten, noch bevor endlich ein*e  einzige*r mutig-menschliche*r Politiker*in sich vorwagen und gegenüber einer Hafenverwaltung ein Machtwort sprechen und die Aufnahme der Passagiere anordnen kann.

      Ich sage: Danke für das klare statement! Mögest du viele noch des Nachdenkens fähige Hörer finden – oder von ihrem Trip „zurückholen“ – wie auch die Autorin der email, die erkennbar offen für christliche Prinzipien wie „Nächstenliebe“ ist; denn sie sorgt sich um das Wohl „ihrer Nächsten, ihrer Kinder, ihrer Familie, Freunde, Bekannten; ja sogar um das Wohl „ihres Volks“. Und als Christin, falls sie eine sein sollte, weiß sie nur zu genau, dass „der Nächste“ auch – und vor allem – der/die Fremde“ ist. Ich appelliere deshalb persönlich an die Autorin: Befreien Sie sich schnell aus dieser gezielt gestellten Populistenfalle, und erkennen Sie, dass Sie die geäußerten Vorurteile zurück stellen müssen – und zunächst einmal in den Fremden Ihre Nächsten sehen müssen, die ggf. gerade   Ih r e r Nächstenliebe bedürfen könnten. Stellen Sie sich vor, Sie hätten vor ein paar Jahrzehnten zu den Menschen gehört, die vor der mörderischen Nazi-Diktatur im letzten Moment fliehen konnten, aber dann nirgendwo Aufnahme gefunden hätten, weil die Bewohner des erhofften Aufnahmelands Sie als „potenzielle Betrügerin, Mörderin, Vergewaltigerin….“ gefürchtet hätten, ohne Sie je gesehen zu haben. Und Sie müssten im Mittelmeer ertrinken! Ist Nächstenliebe wirklich auf einen engen Kreis von Menschen beschränkt? Und wo endet „Ihr Volk“? Wer gehört dazu? Nur Deutsche ???

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    Christina Lux
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    Danke. Wann immer es sich anfühlt, als perlte alles ab, weil sich in den Hirnen schon längst etwas festgesetzt hat, was die Komplexität der Dinge vereinfacht, werd ich müde. Und frage mich, warum Empathie so schnell stirbt, wenn man jemandem nur lang genug erzählt, dass man ihm etwas nehmen will. Nie werde ich verstehen warum ich, nur weil ich hier geboren bin, das Recht auf ein besseres Leben habe, der Geflüchtete aber nicht. Leuchten, weiter leuchten, muss ich mir dann sagen. Immer wieder.
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    Dagmar Weber
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    Danke, lieber Konstantin Wecker, die Stimmen, die für Menschlichkeit und gegen volksnationales, identitaeres Denken und leider Verhalten schreien werden mehr !!! Ich will nicht verstummen  in einer Welt  die von Kapitalismus und seinen Auswirkungen, der Isolation des Eigennutzes, der Panik vor Abgeben,  Teilen und Verlust  der Korruption und Korrumpierbarkeit, der Abhängigkeit und der (siehe ertrinkende Flüchtlinge und von Eltern gerissene Kleinkinder – Trumps Grenzpolitik -) Grausamkeit des scheinbar Rechtmäßigen in der Verweigerung von Lebens- und Menschenrechten zugunsten eines dubiosen Volksdenkens nicht leben. Deshalb brülle ich gegen Seehofer, Trump Orban und die Spezies  so laut ich kann RAUS
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    Christine Jungblut
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    Wahre Worte! Danke dafür!
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      Diana Alexeeff
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      Danke für die klaren Worte. Im Moment ist es leider so das man ständig angegriffen wird wenn man sich als sogenannter Gutmensch präsentiert. Aber ganz ehrlich….. das ist mir sowas von egal. Es darf nicht passieren das solche Menschen in unserem Land wieder die Oberhand gewinnen. NEIN! Lasst uns stark sein und immer wieder die richtigen Worte finden.
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    Benny
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    Zustimmung. Aber wieso fehlt ausgerechnet der Diktator Putin in der Aufzählung der „verunsicherter Männlein“? Ist es nicht er, der einen Großteil der rechten Hetze finanziert? Sei es daß er Millionen an die Front National vergeben lässt oder Abgeordnete der AfD in Moskau rifft? Der Artikel greift zu kurz, wenn nicht Roß und Reiter genannt werden. Nicht die einfachen Leute mit ihrem rechten Weltbild sind das Hauptproblem. Das Hauptproblem ist die rechte Propaganda, welcher die einfachen Leute aufsitzen und diese wird aus den bekannten Netzwerken gestreut, reichend von RT-News bis zu KenFM. Wir befinden uns längst mitten in einem Informationskrieg, angezettelt von jenen Kräften aus Moskau, die auch schon Ungarn und Polen zu spalten versuchen und uns Trump als US-Präsident beschert haben. Seehofer, diese Doppelnull, läuft nur der allgemeinen Aufregung hinterher.
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    Heidi Adam
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    voll einverstanden Herr Wecker
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    Hermann Steur
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    Ich kann dem nur zustimmen. Wir dürfen derjenigen die so pauschaliert über „Asylanten“ reden nicht länger verharmlosen. Sie sorgen mit dafür, dass der braune Sumpf sich weiter ausbreitet.
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    Lisbeth Elbrønd
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    Mal wieder schön geschrieben Konstantin. Es gibt mehr Rassisten als Flügtlinge in Deutschland. Und das macht mir Angst.
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    Anja Holler
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    Lieber Herr Wecker,

    Vielen Dank für diesen wunderbaren Text und Ihre Ermutigung nicht leise zu werden.

    Besonders das mit der Identität finde ich einen absolut wichtigen Punkt! Wir müssen es schaffen, unsere Identität als Mensch , der mit allem in der Tiefe verbunden ist, in der Tiefe unseres Selbst zu finden (nicht im Ego), wahrzunehmen und in Handlung umzusetzen.

    Ja…. hoffentlich ist es das letzt verzweifelte Aufbäumen !!!

    Ich bin mit Ihnen dabei und werde weiterhin mit „Herz, Mitgefühl, Verstand,Poesie und Zärtlichkeit“ meinen Mund aufmachen und tätig sein.

    Ganz liebe Grüße

    Anja Holler 🙂

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    Schrank, Georg
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    Ich stimme Ihnen vollständig zu. Sie sprechen mir aus dem Herzen und aus dem Verstand.
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    C. Sander
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    Danke für´s Mutmachen! Manchmal ist es heutzutage wirklich nicht mehr leicht Widerstand zu leisten gegen all diese Vorurteile. Wenn sogar Menschen, die man als offen, herzlich und hilfsbereit kennengelernt hat, anfangen so zu argumentieren wie o.g. Schreiberin, dann frage ich mich, ob denn nur ich zu dumm bin, die Wahrheit zu erkennen… und trotzdem sagt mein Herz mir, dass es so nicht sein darf.
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    Miriam Schäfer
    Antworten
    Danke.

    Das durfte nicht nur gesagt werden, das MUSSTE gesagt werden.

    Jeden einzelnen Satz von Ihnen würde ich sofort unterschreiben, Herr Wecker.

    Zeit für nen weiteren Brief an Willy

     

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    Robert Richter
    Antworten
    In den Nachrichten wird stets nur von dem einen Flugzeugabsturz  berichtet , nicht jedoch von den Zigtausenden die täglich sicher landen. Und so wird von krakeelenden Afdlern viel berichtet , nicht jedoch von der Mehrheit, die durchaus zu differenzieren in der Lage ist. Was die Medien berichten ist nur ein kleiner Teil der Realität. Deshalb bleibe ich zuversichtlich, auch wenn ich manchmal kotzen könnte.
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      krisha piegsa
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      Danke für ihre Meinung und Haltung

      ich sehe das genau so und mich nervt es tierisch wenn z.B. im Zdf die NachrichtensprecherInnen so pentrant nachfragen, denn dadurch bekommen diese politischen Aussagen ein überdimensionales Gewicht und jeder befindet sich in der Vertreidigungsposition und dadurch wird das ganze dann meist verbissen und zementiert, weil keiner gerne unterlegen sein möchte.

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    Constantin Dezius
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    Lieber Konstantin Wecker, in vielen Punkten, u.a. Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Einsatz für Menschenrechte, stimme ich ihnen zu. Bilden sie doch die Grundlage für eine liberale Gesellschaft, wie wir sie haben oder haben wollen. In einigen Punkten möchte ich widersprechen. Flüchtlingen muss geholfen werden. Punkt. Aber die Frage ist wo? Anders als sie, meine ich, dass wir vor Ort helfen müssen, dass die Flüchtlinge menschenwürdig versorgt und vor Menschenhändler und Ausbeutern geschützt werden. Wir müssen vor Ort dafür sorgen, dass die Fluchtursachen abgebaut werden. Wir müssen vor Ort dafür sorgen, dass die Menschen ausgebildet werden und sich ihre Heimat und eine Existenz (wieder) aufbauen. Wenn wir der Meinung sind, das alles nur in Deutschland oder in Europa zu machen, werden immer weiter, wahrscheinlich auch immer mehr kommen. Warum sollte das enden? Lieber Konstantin Wecker, was sie und viele, die jetzt Herrn Seehofer angehen, schlicht ignorieren ist die Gesetzeslage.  Unser Grundgesetz Art. 16 a ist a recht eindeutig. Daher verstehe ich auch unsere politische Führung nicht, dass sie so eklatant das Gesetz vorsichtig ausgedrückt extrem beugt (eigentlich bricht). Ein Gesamtkonzept muss her, Stopp von Waffenlieferungen in Nicht-EU und Nicht-Nato Ländern, bewaffneter Schutz der Flüchtlingcamps, solide Ausstattung dieser mit festen Unterkünften, Frischwasser, Verpflegung und medizinischer Versorgung. Aufbau eines Bildungssystems zur Selbsthilfe, um auch mit den althergebrachten dogmatischen archaischen Strukturen brechen zu können. Aufbau einer Verwaltung, die nicht von Kasten oder Clandenken geprägt ist. Freundliche Grüße 

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      krisha piegsa
      Antworten
      stimmt, es muß vor Ort geholfen werden. Constantin, sie einige gute Ideen auch oft angeführte Gedanken eingebracht, nur wer setzt sie um, und das ist ja nicht der Kern dessen was Konstantin Wecker meint, denn er spricht von denen die bereits da sind.

      Also müßten die die für die Rückführung und all dem zutun haben angesprochen sein.

       

  • Avatar
    Uwe Leineweber
    Antworten
    Am schlimmsten ist für mich immer diese Verallgemeinerung.
    Wie viele Asylbewerber haben wir in Deutschland, wie viele sind davon Straffällig geworden?, wie viele haben andere Menschen ermordet?
    Wenn man das  ins Verhältnis setzt sind die Verbrecher ein nur verschwindent geringer Teil.
    Die Attentäter wie Amri waren den Sicherheitsbehörden bekannt. Diese Sicherheitsbehörden haben es erst ermöglicht das die Attentate geschehen konnten mit ihrer Art und Weise der Aufklärung.
    Man muss sich auch fragen ob es einen Menschenwürdige Unterbringung in den Flüchtlingszentren ist wenn da viele Menschen auf engstem Raum zusammenleben müssen ohne Aussicht auf Änderung der Sitauation.
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    Heidi Preiter
    Antworten
    Danke!

    Worte, welche mir aus dem Herzen sprechen.

    Habe ich jedoch nicht so ein begnadetes Talent solche zu verfassen .

    Entsetzlich wie Presse und Politik Stimmung schaffen und solche Menschen, welche der Meinung sind nur “ Ihr “ Volk zu schützen, vergessen auf welche Kosten sie ihren Wohlstand haben, um dieses zu können!

    Warum berichtet eigentlich unsere Boulevardpresse darüber???

    Trotzdem, ich glaube auch das die spirtituelle Entwicklung der Menschen fortschreitet.

    Irgendwann wir sie Siegen !!

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    Bettina
    Antworten
    Lieber Konstantin,
    .
    die Töne, die diese Frau angeschlagen hat, sind furchtbar. Es tut mir in der Seele weh, das zu lesen. Wie kann man nur so aggressiv und verleumderisch gegen die Menschen schreiben, die aus einer großen Not kommend, bei uns Zuflucht und ein Stück Geborgenheit suchen? Wie muss man gesonnen sein, alle Asylanten über einen Kamm zu scheren und ihnen indirekt ein Schmarotzer Verhalten vorzuwerfen? Wie muss man gesonnen sein, wenn man das eine Leid, die sozialen Missstände und Armut in unserem Land gegen das andere Leid, das ausgeblutet sein und am Rande der psychisch und physischen Existenz stehen der bei uns Zuflucht suchenden Flüchtlinge gegeneinander aufwiegelt? Wie muss man gesonnen sein, wenn man seine eigenen Gäste aus dem Haus zu wirft, nur weil sie nicht nach der eigenen Nase tanzen? Was für eine Gesinnung steht da bloß hinter? Ich bin entsetzt und es verkrampft sich mein Magen beim Lesen der Zeilen der Frau. Nie im Leben möchte ich bei dieser Frau zu Gast sein.
    Es tut mir sehr leid für dich, dass sich die Vorwürfe  auch gegen dich und deinen unermüdlichen Einsatz für eine empathischere Welt richten. Das hast du wahrlich nicht verdient.
    Diese Frau scheint ein Herz aus Stein zu haben. Sie hat wenig verstanden von dem, was du uns mitteilen möchtest, von der Revolution des Herzens, von der Notwendigkeit sein Herz zu öffnen, sich innerlich zu öffnen für die, die unserer Hilfe bedürfen, als Fundament für eine gelebte Menschlichkeit.
    .
    Ich gratuliere dir zu deiner Ernennung als Gastprofessor. Ich freue mich sehr darüber und finde, sie haben den Richtigen für diesen Posten ausgesucht. Ich hoffe, du kannst die dich würdigenden Worte der Laudatio, die im Zuge der Gastprofessur Verleihung auf ich gehalten wurde, auch annehmen. Mögen deine Worte und dein Vorleben künftig nun auch in weiten studentischen Kreisen Fuß fassen.
    .
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    .
    Herzlichen Gruß,
    Bettina
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    Marco Manzini
    Antworten
    Wenn man so einseitig „Links orientiert“ ist wie sie scheint wirklich jeder normale gesunde Menschenverstand verloren zu gehen. Was bitte ist an den Forderungen von Hr. Seehofer falsch? Wie verwirrt muss man sein um nicht zu verstehen dass schon rechtmässig abgelehnten Asylanwärtern die Einreise verweigert werden soll? Vor einigen Jahren hätte man mich noch als Multikulti Anhänger bezeichnet, jedoch bei solch unverantwortlichem Irrsinn wie ich ihn jetzt teilweise erleben muss kann man sich nur noch erschreckt abwenden…..

     

     

     

    • Avatar
      krisha piegsa
      Antworten
      wo gehobelt wird fallen Späne

      Fehler passieren überall und auch bedauerlicher Weise immer wieder

      aus Fehlern kann man  lernen 

      und deshalb muß man doch seine Multikulti-haltung nicht aufgeben

       

  • Avatar
    Waldgängerin
    Antworten
    Sehr interessante Kommunikation. Leider bin ich anderer Meinung als der hier anwesende Trend.

    Herr Wecker, Sie reden von „Mitgefühl mit den Geflüchteten, aus dem die Willkommenskultur im Jahr 2015 entstanden sei“, ein „Mitgefühl, welches den Neoliberalismus zu überwinden schien“.

    Da liegen Sie falsch. Der Neoliberalismus steht in voller Blüte. Denn Mitgefühl ist nicht teilbar. Wo bleibt das Mitgefühl der „eher linken“ mit der eigenen armen Bevölkerung? Entweder ich habe Mitgefühl, und dann, für alle, oder ich habe keines.

    Ich sehe in Deutschland kein Mitgefühl. Ich erfahre kein Mitgefühl. All die Jahre, seitdem die unselige Agenda 2020 in „Betrieb“ ist, habe ich kein nennenswertes Mitgefühl, Hilfe oder gar Veränderung in diesem Land, die das Los der Betroffenen (ca 20 Millionen in Deutschland sind arm, laut diverser Armutsforscher) verändert hätte, wahrgenommen. Die breite Masse in Deutschland ist der Meinung, wer arm ist, ist das selbst schuld. Dies ist eine typisch neoliberale Einstellung.

    Armut ist in unserem Land ein großes Thema. Sie wird aber totgeschwiegen. Das ist ebenfalls Neoliberalismus in Reinkultur.

    Wenn man, anstatt, daß man sich der“eigenen Armen“ überhaupt erst einmal bewußt würde, und dann was gegen das Los dieser Menschen getan würde, sich um millionenfachen Flüchtlingszuzug kümmert ist diese Gesellschaft krank. Wohlgemerkt, in Kombination mit der Ignoranz, daß es genügend „eigene Arme“ gibt, um die man sich schon länger hätte kümmern können!

    Der Verdacht, daß Menschen, die ich politisch „eher links“ einordnen würde, ihre eigenen Leute hassen, überkommt mich sehr oft.

    Ich bin auch links. Ich denke aber, daß man die Probleme der armen Einheimischen nicht dadurch lösen kann, daß man zusätzliche Armut in unser Land importiert.

    Noch ein Wort zur Esoterik und Poesie, da ich selber Künstler bin: Kunst machen, geht nicht, wenn man arm ist. Aber so weit sind die Dimensionen der Armut, scheint es mir, bei Ihnen nicht angekommen.  Spirituelle Revolutionen wird es nicht geben, sondern es wird der Kapitalismus sein, der siegt. Grund: Tiefe Spaltung der Bevölkerung. Mit Positionen wie der von Herrn Wecker, wird diese Spaltung weiter fort gesetzt. Solche Ideen sind der deutschen Bevölkerung zu recht nicht vermittelbar.

    • Avatar
      Holdger Platta
      Antworten
      Liebe „Waldgängerin“,

      .

      ich bin offenkundig in derselben materiellen Situation wie Sie: vormals Hartz-IV-Betroffener, jetzt Armutsrentner. Insofern Verständnis für Ihren Kommentar. Unsere Situation ist so schlimm, wie Sie es schildern. Nur:

      .

      Dieses ändern wir nicht dadurch, daß wir Armen uns nun gegen andere Arme aufhetzen oder aufhetzen lassen! Leider: Flüchtlingen helfen oder uns, darauf läuft Ihre Alternative hinaus. Aus den Problemen, die ein Problem zwischen oben und unten ist, machen sie ein Problem, das angeblich zwischen außen und innen existiert.

      .

      In dieser Gesellschaft und in diesem Staat sind genügend Gelder da, Ihnen zu helfen (wie auch mir sowiec sonstigen Hartz-IV-Betroffenen)) und den Menschen, die vor Hunger und Tod, vor Kriegsgefahren und politischer Verfolgung Zuflucht suchen bei uns. Spalten Sie sich bitte nicht auf in eine – egozentrische! – Menschlichkeit, die nur Ihnen (und mir sowie Gleichbetroffenen) gälte, und in eine Unmenschlichkeit, die sich gegen Flüchtlinge zu wenden hätte.

      .

      Nichts „Besseres“ können sich die Reichen und die elitären Politiker in unserem Land wünschen! Dieses „Bessere“ stellte für uns, für Sie und mich und alle Mitbetroffenen bei uns, in Wahrheit das Schlechtere dar. Oder glauben Sie ernsthaft, daß diese Herren bereit (gewesen)wären, den Grundsicherungsbetrag oder Regelsatzbetrag auf ein menschenwürdiges Niveau von roundabout 700,- Euro pro Monat anzuheben, wenn es die Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, nicht gäbe?

      .

      Schauen Sie mal – unter anderem – im AfD-Programm nach (dasselbe gälte freilich für CDU, CSU, SPD, FDP und Grüne): Sie und ich und die anderen Mitbetroffenen existieren m it unseren Existenzproblemen für alle diese Herrschaften nicht! Oder sollte ich bis zum Beginn der sogenannten Flüchtlings’krise‘ ab August 2015 was verpaßt haben, und wir Hartz-IV-Betroffenen wären bis zu diesem Zeitpunkt menschenwürdig, ausreichend, human versorgt worden in der Bundesrepblik??? Oder bis dato hätten die genannten Parteien diese Herstellung menschenwürdiger Lebensverhältnisse für uns jemals in Planung gehabt? – Dann lebten Sie offenkundig in einer anderen Bundesrepublik als ich!

      .

      Bitte fallen Sie doch nicht auf eine derart inhumane Idiotenpropaganda der Herrschenden in unserem Lande herein, daß es uns besser gehen würde, wenn es den Flüchtlingen schlechter ginge!

      .

      Mit freundlichen Grüßen

      Holdger Platta

    • Avatar
      Bettina Beckröge
      Antworten

      Ich bin auch links. Ich denke aber, daß man die Probleme der armen Einheimischen nicht dadurch lösen kann, daß man zusätzliche Armut in unser Land importiert

      .

      Beim Lesen Ihres Kommentares stolperte ich über den zitierten Satz. Er ist so widersprüchlich, wie ein Satz nur sein kann. Es werden zwei Dinge in einen Zusammenhang gebracht, die nicht zusammen gehören.
      Es existieren zwei Probleme parallel: die Armut in unserem Land, ausgelöst durch die Harz IV- Gesetze, und die Not der Flüchtlinge, die heimatlos geworden, aus Kriegsgebieten und bitterer Armut einen Ausweg suchen auf ein Stückchen Leben. Wir können nicht die Flüchtlinge und Asylsuchenden der Tür verweisen, weil  auch hier Armut vorhanden ist. Das ist doch ein vollkommen falscher Denkansatz! Kein Not leidender Flüchtling möchte je einem Harz IV- Empfänger oder Obdachlosen die Butter vom Brot nehmen. Sie sind, wie die Harz IV-Empfänger auf Hilfe und Solidarität angewiesen. Wir können und dürfen nicht die Armut in unserem Land gegen die existierende Not der Flüchtlinge ausspielen. Das ist grundverkehrt und schürt nur Unmut, Argwohn und Hass. Wir müssen uns wieder als Solidargemeinschaft verstehen,  die weder in unserem Land, noch an den Grenzen der Nationen Halt macht.
      .

      In Deutschland gilt es wieder eine soziale Angleichung zwischen „oben und unten“ zu schaffen. Die Reichen müssten höher besteuert werden, zugunsten der Armen. Das wäre eine richtig verstandene Solidarität. Wir selbst müssten, den alten Geboten folgend, einen Zehntel unseres Einkommens abgeben, auch das wäre eine richtig verstandene Solidarität. Es sind viele Veränderungen in unserem neoliberalen Wirtschaftssystem notwendig, aber auch Veränederungen in unserem Denken und unserer inneren Haltung. Es sollten wieder neue Werte geschaffen werden,  weg von einer Gesellschaft des Ellenbogendenken, weg vom Konsumdenken, hin zu einer Gesellschaft der Achtsamkeit, der Umsicht und des Miteinanders.
      .

      Wenn ich am Rande des weiten Meeres stehe, und in die Ferne blicke, dann denke ich nicht an das Trennende, sondern an das Verbindende. Ich denke an die Völker und Landschaften am anderen Ende der Meere, die auf der gleichen Erdkugel leben, wie ich. Ich fühle mich mit ihnen verbunden als Teil eines Ganzen, als Teil unseres einzigartigen zusammengehörigen Kosmos Leben.

      .

      Wir alle leben im gleichen Boot, unter dem gleichen Himmel.
      Wir leben im gemeinsamen Boot des Feuers und Wassers,
      so wie in unserem Feuer der Lebensfreude und in unseren Wassern der Tränen.
      Wir leben im Boot der weiten, unbändigen Natur,
      so wie in der Natur unserer unergründlichen Seele.
      Wir leben gemeinsam im Boot der tausend Völker an Einzigartigkeiten,
      so wie in unserer eigenen bunten Vielfalt.

      .

      Warum sollte ich Himmel und Meere, Feuer und Wasser, Völker und Individuen voneinander trennen wollen, wo ich doch weiß, dass alles zusammengehörig ist, aus einer schöpferischen Hand geschaffen?
      .
      Warum sollte ich den Lebensraum Mensch trennen wollen,
      wo ich doch weiß, dass wir uns gegenseitig bedingen?
      .

      Patrioten, Nationalisten und Rassisten suchen das Trennende, doch wir finden uns nur im Zusammengehörigen, als Gemeinschaft unter Schwestern und Brüder,  dessen Meere uns verbinden.
      .
      DALAI LAMA – Schwestern und Brüder
      https://youtu.be/5lJwnSGROtg

  • Avatar
    Marco Manzini
    Antworten

    @Waldgängerin

    Gute Zustandsbeschreibung…die aber leider bei “ den Guten“ nicht ankommen dürfte da jeglicher Wille fehlt sich mit „der Sache“ zu beschäftigen aber dafür die Ideologie volllommen überzogen verteidigt wird.

  • Avatar
    Aleks Lessmann
    Antworten
    Ein schöner und richtiger Text.
    Nur: Wer macht was? We unternimmt konkret was gegen die Braune Flut, die uns sogar über die LINKE in Hass ersaufen will?

    Auf die Parteien ist kein Verlaß, CDU/CSU geifern der AfD hinterher. Die SPD hat Frau Nahles vorgeschickt, um den Hass zu verbreoten, die LINKE hat Sarah und selbst die Grünen haben Boris Palmer noch in ihren Reihen.

    Wie bündeln wir die Kräfte so, dass die Politiker endlich aufhören, den Rassisten und Faschisten hinterherzurennen?

    Die Gegendemos gegen AfD, PEGIDA und andere braune verwirrte sind gut und notwendig. Aber wenn wir 87% nicht bald dem entgegentreten, wird alles braun.

    Wie werden wir eine Deutschland- und von mir aus weltweite Bewegung gegen den Hass und die Gewalt der Schlumpfnazis und all derer, die ihnen nacheifern?

    • Avatar
      Marco Manzini
      Antworten
      @Aleks Lessmann,

      alle Parteien geifern der AfD hinterher, sogar Linke und Grüne verbreiten laut ihrer Meinung nach Hass. Evtl sollten sie mal drüber nachdenken ob da nicht einfach mittlerweile der ein oder andere mehr kapiert hat was hier falsch läuft bzw. gelaufen ist. Anstelle die Sache zu betrachten sind sie und u.a Konstantin Wecker dabei noch mehr Spaltung in dieses Land zu bringen. Und immer sind es „Nazis und Braune“als Begriff ihrer Rechtfertigung.   Nur  mal so zum nachdenken: je weiter man sich von der Mitte einer Kugel nach „links“ bewegt desto weiter „rechts “ kommt man raus……

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    Peter-Paul Klinger
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    Lieber Konstatin Wecker! Es ist immer schön zu lesen, dass Sie sich für Flüchtlinge einsetzen. Ich gehöre zu der Ältere Genedration, mag Ihre Lieder und Ihre Worte. Machen sie bitte Witer
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    krisha piegsa
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    Es stimmt, die meisten Menschen mischen Äpfel und Birnen, und wundern sich dann, daß sie dann die Arbeit haben diese zu trennen, wenn sie reinen Apfelsaft und reinen Birnensaft wollen. Wobei dies noch relativ einfach zu bewerkstelligen ist.

    Jedoch bei politischen Themen braucht es schon ein bischen mehr evtl. ein gutes Gedächtnis, auch die Fähigkeit Zusammenhänge zu erkennen und vor allem auch den Willen sich selbst zu hinterfragen und die eigenen Vorbehalte auch mal zu erkennen, zu benennen. Landeseigene Mißstände, Menschen anzulasten die nichts haben außer das was sie auf dem Leib tragen und ihr Leben, mit Verlaub das entbehrt jeglicher Menschlichkeit und noch schlimmer jeglichem Verstand.

    Gott, oder wer auch immer hat uns mit HERZ und hoffentlich auch mit VERSTAND ausgestattet, also nutzen wir beides und laufen nicht wie schon einmal wie blind blöckendes Herdentier hinter den grölenden Verblendeten her.

     

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    Gabriele Wolfmeier
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    Lasst uns aufhören Kommentate von Söders, Seehofers, Gaulands, Weidels und wie sie alle heißen zu teilen bzw. zu kommentieren. Das ist kostenlose Sozial-Medien Kampagnen – vor allem wenn Bilder der betreffenden Personen mit dem Parteizeichen im Hintergrund zum Kommentar gezeigt werden. Viele Leute lesen nicht oder nur in Ansätzen was da gepostet wird sehen aber zig mal das Bild mit dem Partei Zeichen. Das prägt sich ein und vermitteln unweigerlich ein „Mehrheitsgefühl“.

    Ich bin gerne „Gutmensch“ – posten und kommentieren wir doch lieber „Gutmenschen Beiträge“.

    Es lebe die „Freiheit“ – ohne Scham und Angst – als „Gutmensch“ zu denken und zu handeln. Hoch leben die „Gutmenschen“ die den Mut haben nach den Ursachen zu fragen und den politischen und gesellschftlichen Ablenkungsmanövern Fakten etgegensetzen.

    Die Maßstäbe setzen wir.
    Wir entscheiden wann wir mitlaufen, ohne zu hinterfragen – glauben und ausgrenzen…
    …dummes Geschwätz, Angstmacherei, Missgunst und Neid weiter verbreiten und damit zunehmend, sehenden Auges in eine gesellschaftliche Eiszeit laufen.

    Wir entscheiden wann wir mutig verzichten – zu gunster der Ärmsten, die unseren Konsum mit ihrer Kindheit, ihrer Gesundheit und oft genug auch mit ihrem Leben bezahlen.

     

     

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      Palantir
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      Genau!

      Behandeln wir Gauland und Co wie den Vogelschiss des 21. Jh., und wischen ihn angeekelt aus unseren Köpfen und den Medien – zumindest dort, wo jeder Einfluss hat.

       

       

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        Peter Boettel
        Antworten
        Palantir:

        Ja, das finde ich auch als die richtige Antwort auf diese rechten Parolen.

        Es ermuntert wenigstens, dass auf den hervorragenden Kommentar von Konstantin Wecker soviele positive Reaktionen erfolgt sind.

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    Waldgängerin
    Antworten
    Sehr geehrter Holdger Platta, ich lasse mich nicht aufhetzen. Geschweige denn, daß ich afd wählen würde. Ich mache nur aufmerksam – mehr nicht. Leider erlebe ich aber auch auf – vermeintlich? – „linker“ Seite, daß man von Armut im eigenen Land (damit meine ich Arbeitslose, Rentner usw) nichts wissen will. Sie sagen die Armut im eigenen Lande bestehe schon sehr lange, und sie habe schon vor der sogenannten „Flüchtlingskrise“ existiert.  Das stimmt. Da wäre das Jahr 2010 zu nennen, die „Agenda 2010“. Geschehen ist da bis jetzt nichts. Wenn man mal den sogenannten „Mindestlohn“, den ich einfach albern finde, weil viel zu niedrig, außer Acht läßt. Hier in Thüringen arbeiten viele Menschen weit unterhalb dieses Lohnes – so groß ist die Angst der Menschen. Die arbeiten nicht freiwillig für so wenig Geld, sondern sie tun das, weil sie das müssen.

    Diese Leute fühlen sich von Fremden / Migranten bedrängt – egal, in welchem Bereich. Sei es Arbeit, sei es Wohnraummangel. Kann man das den Leuten übel nehmen? Ich meine, nein. Man kann diese Leute auch nicht als Nazis beschimpfen. Das bringt, bezüglich einer angestrebten Diskussionskultur, überhaupt nichts.  Wenn man jemanden, der Angst hat, als nazi beschimpft, wird derjenige höchstens noch aggressiv.

    Warum tut sich nichts in diesem Bereich. Es ist genug Geld da. Es wäre auch mehr Geld da, um ausreichend Wohnungen zu bauen für Arme.  Ich sage den Grund, warum sich nichts bewegt im Bereich Armut: Weil sich keiner dafür interessiert (bis auf Wohlfahrsverbände). Ich kenne selber Leute die 40 Jahre gearbeitet haben und nun eine Mickerrente bekommen, quasi arm sind. Wo sind da die Gewerkschaften? Wo ist da die vermeintlich „Linke“? 8,50 Euro Mindestlohn ist lächerlich.

    Und das ist der Zusammenhang zwischen Armut und Migration:

    Und wenn irgendwo Mangel herrscht, und in Deutschland herrscht bei den Armen Mangel, sonst wären die Armen nicht arm, dann wird um das Gut, woran Mangel herrscht, gekämpft. Wohnung, Essen, Arbeit. Das ist Kapitalismus. Bis jetzt hat das noch kein vermeintlich „Linker“ geändert. Die Linken scheinen sich gar nicht bewußt zu sein, daß Arme um Wohnraum, Essen, ärztliche Versorgung  usw., kämpfen müssen. Zumindest im Bereich Wohnraum und ärztliche Versorgung, hat der Mangel akute Auswirkungen auf arme Deutsche. Die bleiben nämlich außen vor. Im Bereich Wohnraum kann man das in jeder Zeitung nachlesen: Es gibt reichlich Wohnungen für Migranten, aber kaum „Sozial“wohnungen für arme Deutsche.

    Wie gesagt´m ich will keinen aufhetzen, ich sehe die Lage klar: Es hilft dem deutschen Armen nicht, wenn er zusätzlich zu seinen Problemen, die er eh schon hat aufgrund seiner Armut, auch noch im Bereich Wohnung und Essen und gegebenenfalls anderen Bereichen, mit Fremden konkurrieren muß. Daß diese Konkurrenz existent ist, dürfte jedem, der die Situation aus eigenem Erleben kennt, klar sein.

    Klar gab es die Wohnungsnot schon vor 2015. Aber das Zuwanderungsproblem, welches NUR global gelöst werden kann, und an dessen Lösung der arme Deutsche praktisch nicht mitwirken kann, besteht ja auch schon länger.

    Der Mangel ist gewollt. Und daß die Leute sich bekämpfen, ist gewollt. Das will ich auch nicht befürworten, oder dem das Wort reden. Es muß andere Wege geben. Dazu muß man miteinander reden. Und deshalb darf man nicht die, die „etwas anderer Meinung sind“, direkt als Nazis beschimpfen. Wenn wir nicht mit einander reden, wir, hier in Deutschland, dann geht hier bald alles den Bach runter.

    Vielleicht ist vielen die Situation noch nicht so klar. Aber es herrscht sehr sehr großer Unmut unter der Bevölkerung. Wenn es irgendwann mal in absehbarer Zeit bürgerkriegsähnliche Zustände gibt, ist es zu spät zum Reden.

    Ich sehe immer wieder, daß Linke allen, die etwas anderer Meinung sind, entgegentreten, diese Menschen offen angreifen. Das bringt überhaupt nichts. Das macht alles noch schlimmer. Dem möchte ich entgegen treten. Danke für die Aufmerksamkeit.

     

     

    • Avatar
      Holdger Platta
      Antworten
      Lieber Waldgängerin“,

      .

      erneut möchte ich ganz ausdrücklich anerkennen, daß Sie die Probleme, die wir Arme in der Bundesrepublik haben, völlig zutreffend und sehr präzise beschrieben habe. Außerdem möchte ich feststellen, daß ich Sie keinesfalls als „Nazi“ beschimpft habe (was Sie auch nicht behauptet haben). Übrigens: auch wenn das Ding „Agenda 2010“ genannt wird, die Hartz-Vier-Gesetze traten mit 1. Januar 2005 in Kraft – und vorangekündigt hat Herr Gerhard Schröder diesen Scheißdreck mit aller Deutlichkeit bereits im Jahre 2003.

      .

      Für mich bleibt eben nur der Punkt, daß wir uns aus dieser miserablen Situation, in der wir Armen seit 2005 zu leben haben, nicht rausholen können, indem wir unmenschlicherweise nun auch unsererseits auf andere Notleidende losgehen – lediglich deshalb, weil diese anderen Notleidenden keine Deutschen sind. Da halte ich klarstens dagegen und meine: stattdessen haben wir die Oberen in unserem Lande zu kritisieren, schärfstens, nicht Menschen auf der Flucht zu uns, und wir haben politische Forderungen zu erheben, die sich nicht gegen Menschen auf der Flucht richten, sondern an diese Oberen zu richten sind. Nur als Beispiele aufgezählt:

      • Heraufsetzung des Steuerhöchstsatzes auf mindestens jenes Niveau, das noch zu Kohls (!) Zeiten galt: 56 Prozent;
      • Wiedereinführung der Vermögenssteuer;
      • Einführung der Transaktionssteuer,
      • Einführung einer Erbschaftssteuer, die diesen Namen verdient.

      .

      Dies alles Forderungen, deren Realisierung jedem derer ‚da oben‘ den Boden entziehen würde, daß Wieder!)herstellung des Sozialstaates Bundesrepublik aus Finanzgründen nicht möglich sei (eine im übrigen verfassungsfeindliche Position). Und im übrigen Forderungen, die dann selbstverständlich zu komplettieren wären mit ff. Forderungen (unvollständig):

      .

      • Heraufsetzung von Regelsatz und Grundsicherung auf 700,- Euro pro Person und Monat;
      • Heraufsetzung des Mindestlohnes auf 15,- Euro pro Arbeitsstunde;
      • Nichtanrechung von Kindergeld und anderem auf den Regelsatz usw.;
      • sofortige Abschaffung aller Sanktionsregelungen innerhalb Hartz-IV.
      • undundund.

      .

      Noch jedem Betroffenen, deren Situation Sie zutreffend geschildert haben, nehme ich deren Ängste, Sorgen undsoweiter ab. Deutlichst aber verwahre ich mich gegen den Fremdenhaß, der für manche aus diesen Ängsten und Sorgen erwachsen ist. Und da, wie gesagt, würde ich mir sehr wünschen, daß auch Sie mit aller Klarheit diesem Fremdenhaß entgegentreten.

      .

      In der Hoffnung, zu etwas weiterer Klärung beigetragen zu haben…

      .

      Holdger Platta

  • Avatar
    Samia
    Antworten
    Du liebe Zeit.

    Nur Lobeshymnen. Was stellen Sie denn mit all den kritische Äußerungen an ?  Zensieren Sie die ?

    • Avatar
      Bettina
      Antworten
      Warum diese Unterstellung? Außerdem stimmt es gar nicht, was Sie behhaupten. Lesen Sie sich doch bitte die Auseinandersetzungen in den Kommentaren mal durch!
      Anstatt zu polemisieren könnten Sie auch inhaltlich konstruktiv zur Diskussion beitragen. Wie wäre es denn mal mit einem Versuch Ihrerseits?
  • Avatar
    Peter Boettel
    Antworten
    Ich kann Bettina nur zustimmen.

    In diesem Blog habe ich bisher nie eine Spur einer Zensur erlebt. Natürlich ist sich die Mehrzahl der Kommentatoren darin einig, für eine menschenwürdige Politik zu plädieren und nicht in das Horn der Seehofers, Söders oder Gaulands zu stoßen; für deren Anhänger gibt es – leider – (zu) viele andere Medien.

    Deshalb ist es gut, dass sich wenigstens einige alternative Medien wie HdS oder nachdenkseiten finden, in denen keine Hetze gegen Menschen betrieben wird, die ihr Land verlassen mussten, weil dort Kriege oder Hungersnot herrschen, die  ausgerechnet von der deutschen angeblich christlichen Regierung durch Waffenlieferung oder finanzielle Ausbeutung (z.B. Griechenland) mit verursacht werden.

     

     

     

  • Avatar
    Bettina
    Antworten
    Der/Das Fremde
    .

    Heißen wir das Fremde willkommen!

    .

    „Das Fremde“ in uns,
    sind unsere tiefsten Ängste vor dem Ungewissen.
    Sie bestimmen uns, wenn wir sie nicht annehmen;
    wenn wir wegschauen und versuchen, sie zu verdrängen.
    .

    „Der Fremde“ in unserer Mitte
    löst in uns Ängste aus vor dem Ungewissen, Andersartigen.
    Die Ängste bestimmen uns, wir uns ihnen nicht stellen,
    wenn wir den uns Fremden aus unserem Leben ausklammern.
    und ihn als Fremdkörper draußen vor der Tür stehen lassen.
    .

    Lasst uns den uns den Fremden aufnehmen in unser Herz,
    lasst uns ihn anschauen, zuhören, uns ihm nähern.
    So verliert das Fremde seine Fremdheit in uns
    und erwächst zu etwas Verbindendem,
    in der Annäherung zwischen dem Du und ich.

    .
    Geben wir dem Fremden eine Chance.
    Öffnen wir uns und gehen aufeinander zu.
    Senden wir die Botschaften des Herzens und der Liebe
    Lassen wir den Fremden in unser Leben eintreten.

    .
    Heißen wir den Fremden willkommen!
    .

    Man sieht nur mit dem Herzen gut.
    Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar,
    (Antoine de Saint Exupéry aus“ Der kleine Prinz“
    .
    Desiderata by Max Ehrmann
    https://youtu.be/zQf2rLWf-pg

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