Jahreswechsel 2018/2019: Die Glut des Widerstands wahren

 In DER BESONDERE HINWEIS

„Hinter den Schlagzeilen“ geht in die Weihnachtspause – und dankt seinen LeserInnen.  Unser Magazin wird vom 22. Dezember bis 02. Januar zumachen. Schaut trotzdem manchmal rein, wenn Ihr Lust habt. Einige Highlights „besinnlicher“ wie auch zeitkritischer Art habe wir für Euch vorprogrammiert. Mit einem dicken Dankeschön für Eure Treue als lesende, mitdenkende und -fühlende und Geld spendende Mitglieder unserer kleinen virtuellen Gemeinschaft. Roland Rottenfußer

Liebe Leserinnen und Leser von Hinter den Schlagzeilen,

Konstantin Wecker schrieb schon in den 80ern in seinem Lied „Fast ein Held“:

„Was bleibt, ist diese kleine Glut des Widerstands zu wahren. Vielleicht muss sie mal Feuer sein in ein paar Jahren.“

Nicht umsonst nahm er dieses Werk für seine CD „Ohne Warum“ (2015) neu auf, und es ist heute, zum Jahreswechsel 2018/2019, nicht weniger notwendig. Es scheint freilich, dass der Widerstand seit Jahrzehnten immer nur vor sich hinglüht und nie aufflammt. Dies kann ungeduldig machen. Wir könnten uns selbst dafür verurteilen, zu wenig oder immer das falsche zu tun. Dies mag teilweise auch der Fall sein; vor allem aber befinden wir uns im Sumpfgebiet einer neoliberalen, bellizistischen und gehirnvernebelnden „Leitkultur“, die von der Mehrheit der Menschen unterstützt oder zumindest geduldet wird. Inmitten von so viel „feuchtem Dreck“ ist es schon schwierig, die Glut auch nur zu wahren, geschweige denn sie anzufachen.

Ich denke, wir können uns gegenseitig dafür würdigen, dass wir Teil einer Gegenkultur sind – als „Macher“, Leser und Unterstützer von „Hinter den Schlagzeilen“ wie auch anderen guten alternativen Medienprojekten. Die Ergebnisse unserer Bemühungen sind überschaubar, aber vermutlich würde es ohne uns alle noch finsterer aussehen. Wir sind es uns und den Not leidenen Menschen, der geschändeten Natur und diesem erschöpften Planeten schuldig, weiterzumachen. Bei starkem Gegenwind geht’s halt nicht so schnell vorwärts. „Es geht ums Tun und nicht ums Siegen“ – was nicht bedeutet, dass wir den Sieg nicht wollten und dass er nicht dringend notwendig wäre.

„Hinter den Schlagezeilen“ macht es seinen Leserinnern und Lesern oft nicht leicht. Es ist schon eine Belastung, die vielen negativen Nachrichten aus aller Welt über Krieg, Faschismus, Sozialabbau, Umweltzerstörung und andere Scheußlichkeiten nur zur Kenntnis zu nehmen. Das macht uns allen zu schaffen – RedakteurInnen und AutorInnen wie sicher auch LeserInnen. Man ist versucht, die Augen zu verschließen und sich mit einem Abo der Zeitschrift „Happinez“ oder „Landlust“ zu trösten. Es braucht innere Stärke, all dies Dunkle auf seine Seele zu nehmen. Und natürlich darf man auch mal Nachrichtenpause machen – schon gar um die Weihnachtszeit, wenn sich die Energien mit gutem Grund eher nach innen wenden – hin zum Privaten, Heimeligen und Familiären.

Aber das vielköpfige Monster des gefährlichen Wahns, der sich überall ausbreitet, schläft auch über die Feiertage nicht. 2019 drohen weitere Verschlimmerungen, etwa die Wahlen in Europa und in drei ostdeutschen Bundesländern, bei denen jeweils ein weiterer Rechtsruck droht – als sei dieser Kontinent in den letzten Jahren nicht schon genug nach rechts gerückt, in Richtung Unmenschlichkeit, Nationalwahn, Freiheitsvergessenheit und kapitalistischer Menschenschinderei. Wir sollten nichtsdestotrotz auch die positiven Signale des Aufbruchs und der Rebellion nicht übersehen, die sich überall zeigen, wenn wir bereit sind hinzusehen. Ebenso natürlich auch die vielen schöne Dinge des Lebens, die Pflanzen, Tiere und wunderbaren Landschaften, die authentischen und bewegenden Kunstwerke und die auch heutzutage zum Glück nicht seltenen „Herzen, die verstehen“.

Wir möchten unseren Leserinnen und Lesern dafür danken, dass sie „durchgehalten“ und uns auch die Treue gehalten haben – trotz eines manchmal vielleicht sperrig wirkenden und kunterbunten Programm, das gleich unter dem Anti-Seehofer-Artikel und dem Bericht über das Elend in Griechenland ein Video mit klassischer Musik, eine Meditationsanleitung oder einen Tierschutzartikel platziert. Dieser „Flickenteppich“ ist Ausdruck der Bandbreite, die wir im Team haben, aber auch in uns als Einzelmenschen. Wir glauben, dass all das dazugehört zu einer reichen Kultur (die keine Reichen-Kultur sein sollte), zu einer ganzheitlichen, verständigen wie herzoffenen Menschlichkeit.

Bitte habt Verständnis, dass wir uns jetzt auch einmal etwas zurückziehen. Eine kleine Vorschau: Bis 1. Januar wird es täglich mindestens einen Beitrag auf HdS geben, den wir schon jetzt vorprogrammiert haben. Vom 2. bis 6. Januar gibt es weitgehend „Normalprogramm“. Schaut ab und zu rein, es lohnt sich. Eine schöne Zeit Euch allen! Wir kommen wieder, mit aufgeladenen Batterien und neuen Ideen.

Und da es leider ab und zu nötig ist, auch von Geld zu reden, hänge ich hier noch mal unseren Spendenaufruf an und bitte unsere Leserinnen und Leser uns zum Jahreswechsel noch einmal zu unterstützen.

 

Am 27. März 2017 riefen wir zum ersten Mal dazu auf, Geld für HdS zu spenden. Zeit, wieder einmal Bilanz zu ziehen und allen Spenderinnen und Spendern herzlich zu danken. Es hat sich nach dem ersten Spendenhoch im letzten Jahr eine gewisse Regelmäßigkeit der Spendentätigkeit eingestellt, über die wir uns freuen. Die dabei eingenommene Summe bleibt jedoch überschaubar. Hätten uns nicht ein paar überraschend eingetroffene Großspenden erreicht, wäre unsere Lage prekär geblieben.

Klar ist unter diesen Umständen: HdS bleibt angewiesen auf weiteren Spendenzufluss, der hilft, den Mitarbeitern zu helfen bei der Absicherung ihres Lebensunterhalts, und nicht zuletzt den besonders Bedürftigen unter uns. Heißt:

– Es geht um mehr Unabhängigkeit für die Redaktion vom Druck, „anderswo“ Geld verdienen zu müssen.

– Es geht um mehr Zeit, die z.B. in PR-Arbeit und Text-Akquise fließen könnte, um die wichtigen Ideen von HdS besser als bisher weiterverbreiten zu können.

Wir bitten alle, die „Hinter den Schlagzeilen“ schätzen, deshalb sehr herzlich darum, aus ihren Einmalspenden einen kontinuierlichen Strom werden zu lassen, der unserer Arbeit auch materiell eine solide Basis zu bieten vermag. Wir sind davon überzeugt, dass damit eine positive „Spirale“ in Gange gesetzt wird, die schon mit der ersten Welle Eurer Spenden begonnen hat. Auf diese Weise werden wir ein noch wirksameres Instrument schaffen können, dass – zusammen mit anderen anerkennenswerten Webmagazinen – helfen wird, ein Gegengewicht gegen die verheerenden politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Fehlentwicklungen unserer Zeit zu bilden.

Wichtig ist uns, dass der Beitrag bzw. die Spende völlig freiwillig erfolgt. Das betrifft vor allem die weniger Wohlhabenden oder von Hartz IV Betroffenen. Diesen sei gesagt: Es ist uns wichtig, dass Ihr weiterhin hier auf HdS eine Art geistige Heimat findet. Eher haben wir mit Rücksicht auf die sich leider verbreitende Armut gezögert, das Thema „Geld“ überhaupt ins Spiel zu bringen. Es kann nicht angehen, dass Informationen über Armut für Arme unerschwinglich sind. Sind sie auch nicht. Jedenfalls nicht auf HdS.

Deshalb gilt: nichts muss, alles kann gespendet werden. Und wir üben auch keinen „moralischen“ Druck auf Menschen aus, die derzeit nicht spenden können oder wollen. Wir veröffentlichen keine Artikel, die mittendrin plötzlich abbrechen mit dem Hinweis, gegen eine „Premium-Mitgliedschaft“ könnten die Lesenden gern weiterlesen. Wir können unsere Arbeit um so leichter gewährleisten, mitsamt Erhalt der freien Zugänglichkeit unseres Webmagazins für alle, wenn uns möglichst viele von Euch bei dieser Arbeit zu unterstützen – und: uns vielleicht noch ein bisschen mehr unterstützen als bisher.

Hier zum Abschluss noch mal die wichtigsten Fakten zum Spendenaufruf und die Kontodaten

– unser Spendenaufruf wird durch eine geeignete und funktionierende Organisationsstruktur gestützt. Juristischer Träger von „Hinter den Schlagzeilen“ ist seit dem 1. Januar 2017 der Verein „Initiative für eine humane Welt (IHW)“, Vorsitzender: Holdger Platta, Ehrenvorsitz: Konstantin Wecker;

– da der Verein IHW Gemeinnützigkeitsstatus hat, können Spenden an ihn mit der Zweckbestimmung „HdS“ von der Steuer abgesetzt werden;

– für Spenden an HdS ist ein eigenes Spendenkonto unter der Nummer DE 09 2605 0001 0056 0608 74 eingerichtet. Als Kontoverwalter fungiert Henry Royeck, der auch für Spenden an unsere GriechInnenhilfe zuständig ist. Er wird auf Wunsch auch Spendenquittungen ausstellen;

– dabei gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten, uns per Spende zu helfen:

  1. durch Einmalspende in beliebiger Höhe, die wiederholt werden kann, jedoch nicht muss;
  2. durch Dauerspende, die von Euch als Dauerauftrag eingerichtet werden kann. Das entspricht dem Abonnement einer Zeitschrift.

Hier zum Abschluss noch einmal unsere Spendenkontonummer:

Inhaber: IHW

IBAN DE 09 2605 0001 0056 0608 74

BIC: NOLADE 21GOE

Stichwort: HdS

Sparkasse Göttingen

Wer eine Spendenbescheinigung benötigt – ab 201,- Euro erforderlich –, wende sich bitte an unseren Kassenwart Henry Royeck, entweder unter der Postanschrift Sültebecksbreite 14, 37075 Göttingen, oder unter der Mailadresse henryroyeck@web.de.

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