Konstantin Wecker: Ich erkläre meine Solidarität mit Ufuk T.

 In FEATURED, Holdger Platta, Konstantin Wecker, Politik (Inland), Wirtschaft

Konstantin Wecker, München 2019

Aufmerksam gemacht wurde ich auf diese Vorfälle von meinem Mitarbeiter Holdger Platta bereits mehrmals auf HdS (siehe hierhierhier und hier ) und ich bin erschüttert und zornig seither: vor einem Jahr wollte der türkische ALG-II-Bezieher Ufuk T. im Mannheimer Jobcenter seinen Sachbearbeiter sprechen, weil  seit drei Wochen die Auszahlung der Hilfsgelder überfällig war und der Hilfsbedürftige über keinerlei Geld mehr verfügte, um Nahrungsmittel einkaufen zu können. Ufuk T. wurde von einem Mitarbeiter der Behörde mitgeteilt, er solle in vier Tagen wiederkommen. Konstantin Wecker

Als Ufuk T. auf Auszahlung eines Vorschusses bestand, wurde er mit Polizeigewalt aus dem Amtsgebäude entfernt und in diesem Jahr vom Mannheimer Amtsgericht wegen „Widerstandes gegen die Staatsgewalt“ zu einer Geldstrafe in der Höhe von 1.550,- Euro verurteilt, obwohl es selbst den Zeugenaussagen der Polizisten zufolge derartigen Widerstand nicht gab.

Noch ist dieses Urteil nicht rechtskräftig, weil der Beschuldigte Revision eingelegt hat, aber bis zur Stunde verhalten sich drei staatliche Instanzen –  das Jobcenter Mannheim, die Mannheimer Polizei und das Mannheimer Amtsgericht – so, als ob man es bei dem Notleidenden mit einen Straftäter zu tun hätte.

Das erinnert mich daran, wie bis vor kurzem Seenotretter von Flüchtlingen in Italien behandelt worden sind: selbstverständlichste Humanität wird Opfer angeblicher Staatsräson.

Als engagierter Verteidiger der Menschenrechte protestiere ich hiermit gegen diese Mannheimer Vorgänge. Gleichzeitig erkläre ich meine Solidarität mit Ufuk T. und seinen UnterstützerInnen in Heidelberg, die am kommenden Montag, am 14. Oktober, in einer öffentlichen Veranstaltung über diese Mannheimer Vorfälle informieren wollen, nicht zuletzt mithilfe des Strafverteidigers von Ufuk T., des Rechtsanwaltes Günter Urbanzcyk.

Daß Menschen in Deutschland hungern sollen, weil man sie mit Polizeigewalt aus Amtsgebäuden entfernt und daran hindert, ihren grundgesetzlich garantierten Rechtsanspruch auf ein jederzeit zu gewährleistendes menschenwürdiges Existenzminimum geltend machen zu können, empört mich zutiefst.

Deutschland hört auf, ein humaner, sozialer, demokratischer Rechtsstaat zu sein, wenn es solcherlei Vorfälle zulässt.

 

München, den 10. Okober 2019                                             K o n s t a n t i n   W e c k e r

Presseerklärung

Statt Hilfe für eine notleidende Familie -Polizeischläge und Hausverbot / Platzverweis war die Antwort des JC

Beinahe täglich ereignen sich dramatische Szenen in Deutschlands Jobcentern. So auch im Juni 2018 im Jobcenter Mannheim. Vor dem Amtsgericht Mannheim wurde gegen den Angeklagten Ufuk T. verhandelt und nicht gegen den Jobcenter der seine Aufgabenpflicht aus unserer Sicht verletzte.Von Seiten der Staatsanwaltschaft wurde Ufuk T. Widerstand gegen die Staatsgewalt, Hausfriedensbruch und Körperverletzung vorgeworfen. Doch vor Gericht stellte sich der Fall vollkommen anders dar. Dennoch wurde Ufuk T. bei einem völlig einseitigen ja auch einschüchterndem Prozessverlauf  verurteilt, mit der vorherigen Begründung der Staatsanwaltschaft „das Jobcenter steht hier nicht vor Gericht“.

Ufuk T ist seit Jahren erwerbsunfähig (vorher Briefträger ) und hat aufgrund seiner Krankheit einen Betreuer. Seine Frau arbeitet in der Küche, wohnhaft in einer kleinen 3 Zimmerwohnung mit zwei Kindern, wobei eine Tochter zum Zeitpunkt  des Trauerspiels im 8 Monat schwanger war. Zusammen bildeten sie eine Bedarfsgemeinschaft. Beim Empfang an den Tresen wurde Ufuk T. gesagt, dass sein zuständiger Sachbearbeiter bereits gegangen sei. Zudem würde es keine Vertretung geben. Stattdessen solle er in 4 Tagen „zur offenen Sprechstunde „wiederkommen, dann würde sein Anliegen bearbeitet werden. Da aber die existenzielle Not so groß war – der Kühlschrank seit Wochen leer – ging der Angeklagte nicht, bis er mit einem Sachbearbeiter sprechen könne. Es sei eine Notlage. Sein Betreuer hat nach eigener Auskunft vorher mehrmals beim Jobcenter angerufen, aber keine Rückmeldung erhalten. Es lag auch ein Bescheid des JC vor, dessen Betrag aber ca. drei Wochen nicht ausgezahlt wurde. Anstatt Ufuk T. zu einem freien Sachbearbeiter*in vorzulassen und ihm einen Vorschuss zu geben  – bis dahin stand auch im Foyer ein Geldautomat mit Kamera –  rief an der Theke ein Mitarbeiter oder Securitymann die Polizei. Zunächst kamen zwei Polizisten. Ufuk. T. bestand weiterhin darauf, einen Sachbearbeiter zu sprechen, damit wenigstens die nächsten Tage Verpflegung gesichert sind.  Ein Polizist versicherte im Prozess, dass Ufuk bis zur Zwangsmaßnahme durch die Polizei (Platzverweis) normal mit der Polizei gesprochen hatte und in keinster Weise randalierte oder anderweitig den Ablauf der Behörde gestört hätte. Ein Security Mensch antwortete vor Gericht auf die Frage warum Ufuk T. ein Hausverbot erhalten hat: „Weil er nicht gehen wollte und wir um 18.00 Uhr schließen.“ Während der öffentlichen Dienstzeiten des Jobcenters. verfügte die Polizei einen Platzverweis und bezog sich auf ein angebliches Hausverbot, das im Prozess nicht aufgeklärt werden konnte und sollte.

Da zwei Polizisten, seine Hände nicht auf dem Rücken fixieren konnten, rief einer der Polizisten Verstärkung an und am Ende lagen, saßen, schlugen und hebelten mit dem Schlagstock fünf Beamte und ein Securitymann auf Ufuk herum, um den aus unserer Sicht unberechtigten Platzverweis durchzuführen. Die Schreie, dass er Schmerzen habe und krank sei wurden von allen Polizisten nicht gehört. Ein Securitymann hat allerdings bestätigt, dass seine Frau das lautstark gerufen hätte und die Polizei mehrmals bat aufzuhören.Die Bilder zeigen einen blau unterlaufenen Ufuk,besonders an einem Arm und in der Rippengegend. Dafür erhielt er noch  eine Verurteilung zu 170 Tagessätze à 15 Euro. Mit dem Urteil ging das Gericht nochmals erheblich höher, als die ursprüngliche Geldstrafe es vorsah. In der wurde Ufuk T. zu 120 Tagessätze à 10 Euro verdonnert. Zudem muss der Angeklagte die Gerichts- und Anwaltskosten tragen.

Wir sagen genau wie der Rechtsanwalt im Prozess: Freispruch für Ufuk T.

Deshalb haben wir einen Rechtshilfefond aufgelegt. Berufung wurde eingelegt. Dafür werden wir das Verfahren an einen Strafverteidiger übergeben. Wir als Zivilgesellschaft klagen parallel den Jobcenter Mannheim an, der Millionen von Steuergeldern von der Bevölkerung zur Verfügung gestellt bekommt und so fahrlässig, unprofessionell und menschenverachtend damit umgeht.

Wir kritisieren auch die Polizei die sich durch den Jobcenter bewusst oder unbewusst instrumentalisieren ließ.

Wir wollen Aufklärung.

• völlig einseitige Zeugenauslese – z.B. keine Besucher und Mitarbeiter vom Jobcenter

• Zeugenbedrohung durch Kündigung steht im Raum und wurde nicht aufgeklärt

• offen blieb die Rolle eines Secutitymannes, ob er diese Zuspitzung betrieben hat. Fest steht er hat bei der Gewalt mitgewirkt. Diese Aufklärung wurde im Prozess ebenfalls verhindert.

• Gibt es Videoaufnahmen, die das ganze gefilmt haben, so wie es an der Pforte angekündigt war ? Wurde diese zurückgehalten oder gar gelöscht ?

• Warum wurde der Geldautomat für Vorschüsse nach dem Vorfall abtransportiert ? Dort lief nach Aussage eines Securitymannes eine Kamera Waren da Aufnahmen, die zur Aufklärung beigetragen hätten?

• Warum konnten alle 6 Polizeibeamten genauestens über ihren Einsatz berichten, aber keiner wusste, wer am Ende die Zeugenaufnahmen machte. Es waren viele Beschäftigte und sogenannte „Kunden“ dabei die den Vorfall sahen und keiner dieser Zeugen wurde geladen.

Wir sehen in der Rechtsentwicklung der Regierung ein weiteres Indiz für die zugespitzten Auswirkungen auf Institutionen wie Jobcenter, Polizei, Staatsanwaltschaft und Richter.

Dieser ganzen Rechtsentwicklung können  wir nur gemeinsam entgegentreten. So wie wir bei der Seenotrettung verhindern müssen, dass diejenigen abgeurteilt werden die Menschenleben retten, so müssen wir darauf achten, dass Menschen die friedlich für ihr Rechte eintreten nicht brutal zusammengeschlagen und anschließend noch verurteilt werden.

Deshalb unterstützt den Rechtshilfefond

Üsoligenial Heidelberg Rhein Neckar e.V.

IBAN: DE 40 6729 1700 0024 7310 06 bitte mit Zusatz RHF Ufuk

Wir werden im Rahmen der Woche „gegen Armut und Ausgrenzung“ am Montag ,den 14. Oktober, 20 Uhr eine Veranstaltung durchführen, die sich kritisch mit den Vorgehensweisen des JC auseinandersetzt und Solidarität mit Ufuk zeigt. Wir freuen uns, wenn sich viele Organisationen, Parteien und Initiativen beteiligen. Macht dies nach euren Möglichkeiten bekannt.

Solidarität mit Ufuk T. – Welche Funktion haben Hartz 4 und die Jobcenter?

Datum und Zeit
14.10.19 – Montag
20:00
Veranstaltungsort
manna-Café
Plöck 16
69117 Heidelberg

Expertenrunde und allgemeine Diskussion
Ufuk T. wollte im Jobcenter einen Sachbearbeiter sprechen, weil seit über drei Wochen die Auszahlung überfällig war, die Familie seit Tagen vor einem leeren Kühlschrank stand und er deshalb einen Vorschuss wollte. Weil er auf seinem Recht bestand und nicht gehen wollte, bis er eine*n Sachbearbeiter*in für seine Notlage bekommt, wurde er von Polizei und Security verletzt und aus dem Haus geführt. Dazu wurde er vom Amtsgericht auch noch zu 170 Tagessätzen zu 15.-€ verurteilt, wegen eines angeblich „tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte“ . Der Fall sorgt seit dem vergangenen Jahr für Unverständnis und Aufregung und ist seither vor Gericht anhängig.
„Dieser ganzen Rechtsentwicklung können wir nur gemeinsam entgegentreten. So wie wir bei der Seenotrettung verhindern müssen, dass diejenigen abgeurteilt werden die Menschenleben retten,so müssen wir darauf achten, dass Menschen, die friedlich für ihr Rechte eintreten, nicht brutal zusammengeschlagen und anschließend noch verurteilt werden“, heißt es in der Solidaritäts-Erklärung.
Vera Würmel (Gesang und Gitarre) und Rose Lang (Flöte), zwei aktive Montagsdemofrauen, umrahmen die Veranstaltung mit zum Teil selbstgetexteten Liedern.
WICHTIG: möglicherweise wird die Veranstaltung kurzfristig an einen anderen Ort verlegt – bitte achten Sie auf aktuelle Hinweise!
Veranstalter: Üsoligenial – Überparteiliche Solidarität gegen Sozialabbau Heidelberg Rhein-Neckar e.V.

http://www.montagsdemo-heidelberg.com/

Anzeige von 24 kommentaren
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    Piranha
    Antworten
    S u p e r !

    Danke, Konstantin Wecker, für diese wertvolle Unterstützung!

    Beste Grüße,

    P.

     

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    Jürgen Karsten
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    Ich schließe mich dem voll an!
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    Helga Giardino
    Antworten
    Meine Solidarität für Ufuk !

     

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    Ulrich Wockelmann
    Antworten
    Die skandalösen Vorgänge im Jobcenter Mannheim und die Beobachtungen der Prozessbeobachter im Gerichtsverfahren verdienen mehr Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.

    Jobcenter, Staatsanwaltschaften und Gerichte arbeiten zum Teil Hand in Hand an der Beugung der Grundrechte zusammen, so kann ich glaubhaft belegen, dass Strafanzeigen gegen Leistungsberechtigte ohne selbstständige Faktenprüfung an die Amtsgerichte weitergegeben werden und begründete Strafanzeigen gegen Jobcenter-Mitarbeiter ebenso ungeprüft eingestellt werden. Das ist nach meinem Verständnis eine offene Missachtung der Rechtsstaatlichen Ordnung.

    Auf meiner Seite beispielklagen.de  habe ich bereits einige solcher massiven Rechtsverstöße zum mitlesen öffentlich gemacht, darunter rechtswidrige Sanktionen, aber auch Strafanzeigen und Unterstellungen von Sozialleistungsbetrug.

    ESKALATION BEIM JOBCENTER MANNHEIM TEIL 4

    Berufungsverfahren soll Jobcenter- und Polizei-Skandal aufklären

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    Hartz_tötet
    Antworten
    Auch ich sage herzlichen Dank an Konstantin Wecker und jeden der diese schändlichen Ereignisse beim Namen nennt!

    Ich schrieb bereits, dass das sog. „Job“center mir willkürlich jegliche Unterstützung entzogen hat. Rechtsstreit dauert bereits 10 Monate.

    10 Monate ohne einen Cent, ohne Krankenversicherung, GEZ soll ich auch selbst tragen.
    Dafür werde ich von KK, GEZ und den hauseigenen Inkassoknechten der Arbeitsagentur malträtiert.

    Hätte ich mir nicht von Bekannten Geld leihen können, wäre mir ein „schöner“ Schlafplatz unter der Brücke schon lange sicher.
    Ich kokettiere wahrlich nicht damit, aber Suizidgedanken waren und sind dabei unausweichlich.

    Der Repressionsapparat der „Job“center wütet ungestört und kann scheinbar machen was er will. Das ist so gewollt.

    Dass man Bürger dem vielfach willkürlichen Treiben der „Job“center-Schergen weitestgehend ungeschützt ausliefert und sie in den vollständigen Ruin treibt, hätte ich niemals für möglich halten.

    Es ist die Bankrotterklärung und Entlarvung unserer Scheindemokratie.

    Ich überlege dieses „Job“center wegen versuchtem Totschlag anzuzeigen.

     

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    Gautam
    Antworten
    Gautam

    Über einen Link von Konstantins Site habe ich

    das von ihm gegründete Magazin entdeckt. Auch ich habe in meinen 20 Jahren, die ich für und mit Flüchtlingen zusammen arbeitete, so meine Erfahrungen mit den unterschiedlichen Institutionen unseres Rechtsstaates gemacht. Es sind in der Regel Menschen, die in diesen Institutionen arbeiten, die entweder Angst vor der eigenen Courage haben und, oder Gesetze sehr „weit rechts“ (von Rechtsstaatlichkeit?) ausdeuten. Es sind aber auch oft Mr und Mrs Wichtig, die in ihrer Ohnmacht gegenüber ihren Vorgesetzten, hier in Form von staatlicher Macht, die ihnen verliehen wurde, diese mißbrauchen. Das sind sowohl „kleine“ Angestellte, als auch Rechtsanwälte und Richter, die ihr „Fähnchen“ je nach eigener Ausrichtung, oft gegen zu recht klagende, hilflose Menschen ausrichten. Beinahe unbemerkt von vielen, passieren so im Hintergrund unseres Gesellschaftssystems viele menschenunwürdige Tragödien, die von unserem Rechtssystem verursacht werden. Es hat sich in den letzten -über 20 Jahren ein System verselbstständigt, das unserer Verfassung im Grunde widerspricht und unserem Gefühl für menschliches Miteinander zuwider läuft.

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    A. Herrmann
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    Traurige Geschichte. Sie macht mich traurig und wütend zugleich. Ich habe leider selbst schon Erfahrung mit Beamtenwillkür machen müssen.
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    Gerhard Dillmann
    Antworten
    Sind Freisler und Gestapo im Gespann tatsächlich schon so lange her ? – Ich meine: Nein! Die Geschichte wiederholt sich. Umso primitiver und gewalttätiger umso schneller.
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    Friederike Altmann
    Antworten
    Danke, Konstantin Wecker!

    Dieser Aufruf nach Gerechtigkeit steht für eine Gesellschaftsschicht,die selten gehört oder gar gesehen wird.

    Was ich jetzt schreibe möchte ich nicht mit  Ufuk T. verglichen wissen. Sein Lebensleid und Lebensleistung stehen in keinem Verhältnis!

    Ich steckte vor 15 Jahren in einer ähnlichen Situation. Es war ein amtliches Versehen. Nachdem ich aufbegehrte und für meine Kinder im Amt lauthals kämpfte. Der Versuch mich als Frau zu diskriminieren gelang nicht, da ich Selbstbewusstsein und Rückhalt mitbrachte.

    Nur war ich gerade noch eine „Deutsche Mutter“, dass mir einiges ersparte. An dieser Stelle sollte die  Bezeichnung passen.

    Die Gefühle aus Hilflosigkeit  und Erschöpfung blieben, deshalb kann ich ein wenig erahnen was das bedeutet.

     

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    unwürdig
    Antworten
    Nun bald 15 Jahre funktioniert diese Agenda-GEWALT der Politiker, der Institutionen (Exekutive)(Judikative)(Gesellschaft) ZIELFÜHREND. DA  funktioniert die Zusammenarbeit der Gemeinschaft gegen Arme prima.

    „Solidarität“ wurde für die neu entstandene „Unterschicht“ abgeschafft, unwürdig auf Rechtschutz vertrauen zu dürfen, ohne jede Schuld! Was für eine Leistung? Den Armen im Lande die Würde abzusprechen, natürlich hat das auch Folgen wie hier z.B.:

    https://www.gegen-hartz.de/news/arbeitslosigkeit-veraendert-studie-die-persoenlichkeit

    oder auch

    https://www.gegen-hartz.de/news/hartz-iv-hassbrief-vom-jobcenter-gegen-erwerbslose

    Eine offene Entwürdigung der Menschen und was dürfen wir da noch erwarten???

    Und  ALLE  schauen dabei zu wie die Grund- und Menschenrechte für ARME sich nach und nach verabschieden, verabschiedet haben, zielführend. Es gibt so viele Ufuk`s.

    Bald 15 Jahre rot-grüne , auch christliche  GEWALT  – unfassbar böse ist das, meine Meinung! Wer Hetze und Hass gesät hat, wird Hetze und Hass ernten.

    Oder sollten die Unwürdigen die andere Wange auch hinhalten? Wie strunzblöd ist das denn? Um die Gier der Machthaber zu befriedigen? DIESE  wähle ich sicher nie wieder!

    Die Distanz der Mitte wird immer deutlicher, zu den Ausgegrenzten und Ausgestoßenen, das politische  AGENDA-ZIEL . Wundert es wirklich noch?

     

     

     

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    Beatrix Hertlein
    Antworten
    Lieber Konstantin Wecker,

    schon länger beobachte ich mit Freude ihre politische Positionierung zugunsten der Außenseiter, die ohne Hilfe oft wehrlos bleiben, wir der Fall Ufuk beweist.

    Ich glaube, dass wir alle uns erheben sollten, um Willkür, ob nun von staatlicher Seite oder anderen vermeintlichen Machthabern wie Banken oder Industrie etwas entgegen zu setzen.

    Wir müssen uns gegen Unterdrückung jeglicher Form wehren, deshalb : Vielen Dank, dass Sie ihre Bekanntheit nutzen, um auf solche Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen

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    Lotar Martin Kamm
    Antworten
    Danke Konstantin Wecker für Dein Wirken. Die Hartz-IV-Gesetzgebung ist verfassungswidrig, wird obendrein gern benutzt, um vermeintlich Schwächerere zu maßregeln, was oftmals auch ganz funktioniert, flankiert von etlichen Politikern bis hin zu den Medien, die fleißig mit diffamieren. Heute erscheint bei uns ein entsprechender Artikel, nachlesbar unter: https://querdenkende.com/
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    Piranha
    Antworten
    Je breiter die Öffentlichkeit über den Fall von Ufuk T. informiert wird, desto besser.

    Und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass nicht doch die Medien über diesen (exemplarischen) Fall berichten, natürlich am liebsten noch vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts am 5. November.

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    Brand,Hildegard
    Antworten
    … Auch ich bin durch und durch erschüttert, dass derartige brutale Menschenrechtsverletzungen und Entwürdigungen  in unserem – vorgeblich so gut „funktionierenden“, – Sozial – und Rechtsstaat tat-sächlich ge-tätigt werden! Was sind das für finstere Zeiten, die wir doch nie wieder haben wollten!

    Meine volle  Solidarität gilt Ufuk T.

    Dank an diejenigen, die uns die Informationen gegeben haben – auf  „Hinter den Schlagzeilen“ .  Und – Konstantin: Ich stehe voll hinter Deiner öffentlichen Solidaritätsbekundung für Ufuk T.

    Hildegard

  • Avatar
    Elen
    Antworten
    Was soll ich denn sagen …. mich hat ALG System in 2,5 Jahren nur zur Körper Hülle gemacht… ich bekomme srid 2,5 jahren nichts und alles was ich hatte verloren….und das ist nach 22 Jahren Deutschland Aufenthalt…..
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    Burkhard Tomm-Bub, M. A.
    Antworten

    Guten Tag.

    Zur Information der Text meines flyers dazu.
    Noch gibt es leider wenig Interese und Resonanz.
    Aber ich werde in den kommenden Tagen mein Bestes tun, das zu ändern.
    🙂

    “ … Hartz IV / ALG II / SGB II / Sanktionen / BVerfG / Karlsruhe / 05.11.2019 / 10 Uhr
    Das THEMA:

    Hartz IV / ALG II / SGB II / Sanktionen

    Hartz IV kann nahezu jede*n treffen. Hartz IV ist nicht sozial und kann um bis zu 100% gekürzt werden! Es ist zu niedrig, Verbände haben eine „Lücke“ von ca. 150,- Euro mtl. errechnet. Und Hartz IV hilft nachgewiesen NICHT, Menschen dauerhaft in Arbeit zu bringen, es dient nur den Niedriglohnfirmen. Hartz IV muß weg, die Sanktionen müssen weg – sie sind verfassungswidrig!

    + Ein ExistenzMINIMUM KANN man nicht kürzen! +

    Das URTEIL!
    Das Bundes-Verfassungsgericht (BVerfG) in Karlsruhe urteilt am 05.11.2019, ab 10 Uhr über die Verfassungsmäßigkeit von Hartz IV. (Schloßbezirk 3, 76131 Karlsruhe) Vor dem Haus wird es zugleich Informations- und Protest-kundgebungen geben. Alle Demokrat*innen sind herzlich eingeladen, vorbei zu kommen. Flyer und Broschüren liegen bereit, eine „Ohrfeigen-Performance“ und evtl. andere Aktionen sind geplant!

    V.i.S.d.P.:Burkhard Tomm-Bub, M. A. * 67063 Lu`Rh. * Mail: ogma1@t-online.de
    (EX-Fallmanager im jobcenter)

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    Burkhard Tomm-Bub, M. A.
    Antworten
    Interese = Interesse*
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    Hartz_tötet
    Antworten
    Hallo zusammen,

    etwas verspätet sah ich mir den Beitrag der heute-show (11.10.2019) zum Hartz-Komplex an.
    Aus meiner Sicht sehr gut gemacht, das Lachen kann und soll einem im Halse stecken bleiben.
    Für einen öffentlichen Sender sehr ordentlich. Respekt dafür.

    Dass Alleinerziehende mit Kind zu 100 % sanktioniert werden, ist auch mir neu und lässt mich gänzlich ratlos zurück.

    https://www.youtube.com/watch?v=kT1OpVDsSZM

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    Diana
    Antworten
    Es gibt überall in Deutschland sogenannte ‚Tafeln‘ – niemand muss verhungern.
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    ert_ertrus
    Antworten

    Es gibt überall in Deutschland sogenannte ‚Tafeln‘ – niemand muss verhungern.

    Nö – sich nur den letzten Schneid abkaufen lassen für ein paar hingeworfene Brocken Fraß. Aber das müssen sich Arme zumuten lassen, woll? Und hinterher schön Männchen machen …

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    Holdger Platta
    Antworten
    Diana,

    mal ganz deutlich: sie sagen schlicht die Unwahrheit! – Nein, es gibt nicht „überall“ Tafeln in Deutschland. Und nicht überall, wo es diese Tafeln gibt, kann man Lebensmittel einkaufen, sondern bekommt dort nur einmal in der Woche eine warme Mahlzeit.

    Um Recht haben zu wollen, erfinden Sie eine Wirklichkeit, die es nicht gibt.

    Warum?

    Holdger

  • Avatar
    Hartz_tötet
    Antworten
    Die Tafeln in einem Land mit solch pervers angehäuftem und verteiltem Reichtum durch Umverteilung von unten nach oben, sind nichts als ein zynisches Feigenblatt für das Menschenschinder-System Hartz IV, dessen „Tagesgeschäft“ Ausplünderung, Schikane, Verarmung, Entwürdigung, Rechtsbeugung und letztlich Freiheitsberaubung Betroffener ist.
    Die Auflistung ist unvollständig, ich weiß.

    Menschen werden, insbesondere wenn sie alleine leben, dank des schändlich niedrigen Regelsatzes faktisch in Isolationshaft mit Ausgang gehalten.
    So stören sie nicht, das stimmt.

    Es hat für die Verantwortlichen immense Vorteile:
    a) Der Regel-Sterbehilfesatz auf dem seit Agenda Beginn an unterirdischen Niveau lässt sich besser legitimieren, schließlich muss – angeblich – niemand hungern.
    Dem Tafel-Unwesen sei es gedankt.

    b) Die Armut bleibt weitgehend unsichtbar, es liegen keine Verhungernden bettelnd oder verwesend im Straßengarben, was sich bei jeweils anstehenden Wahlen auch schlecht darstellen würde.

    So geht es Deutschland weiter gut, ein Land in dem wir uns gut und gerne an der Tafel laben.

    Die Wohlhabenden und Reichen halten sich die Bäuche, angesichts der armen Looser die steuermindernde und werbewirksame Lebensmittelgaben von Einzelunternehmen „empfangen“.

    Mit Hartz IV und der Tafel verhält es sich ähnlich wie dieses Beispiel:
    Man stelle sich vor ein Räuber plündert einen Bürger aus und zerschlägt ihm sein Gesicht.
    Der Bürger empört sich naturgemäß, der Räuber ruft ihn zur Ordnung, er soll sich nicht so anstellen, schließlich habe er doch die Möglichkeit einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen.
    Somit ist doch klar, dass der Räuber moralisch auf der Sonnenseite steht.

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    Der Wirtschaft geht es schlecht
    Antworten
    …wie schon zu Urzeiten.

    Die SCHWARZen SCHEINchristen sowieso, doch auch die ROTen SCHEINsozialen und die magendaGELBen neoliberalen Quokkas (Kurzschwanzkänguru), wie gern würden sie aus Einrichtungen wie die Tafel, aber auch ehrenamtlich Tätige Kassemaschlager machen.

    Und die A(dolf) f(ür) D(eutschland) zusätzlich diese Kunden und Ehrenamtlichen nur im Sinne einer rassistischen Ideologie von ARIERN präsentieren lassen.

    NA, DA SIND DIE ALS VOLKSVERTRETER GETARNTEN NEOLIBERALEN ABER ETWAS FLEXIBLER.

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      Der Wirtschaft geht es schlecht
      Antworten
      ups…

      nicht Kassemaschlager…, sondern „Kassenschlager“.

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