Nachdenkseiten – unentbehrlich wie nie

 In Medien
Albrecht Müller, Gründer der "Nachdenkseiten"

Albrecht Müller, Gründer der „Nachdenkseiten“

Wolfgang Lieb hat die Redaktion der „Nachdenkseiten“ verlassen und dabei einige Vorwürfe gegen seinen früheren Mitherausgeber Albrecht Müller erhoben. Lieb ist gewiss ein kluger kritischer Journalist, aber hat er auch Recht? Eine Reihe prominenter Unterstützer, u.a. Konstantin Wecker, Diether Dehm, Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine stehen Müller zur Seite und betonen die Bedeutung von Gegenöffentlichkeit, die auf einem derart hohen Niveau arbeitet wie die „Nachdenkseiten“. Gerade in politisch gefährlichen Umbruchzeiten und bei immer perfekterer kapitalistisch inspirierter Meinungsmache. Wolfgang Liebs Abschiedsartikel ist hier nachzulesen, Albrecht Müllers Erwiderung hier.

Mit großem Bedauern haben wir gelesen, dass der kritische Journalist Wolfgang Lieb die Redaktion der „Nachdenkseiten“ verlassen hat. Und zwar mit dem Vorwurf gegen deren Gründer, Albrecht Müller, dieser habe eine thematische „Verengung“ zu verantworten. Dieser Meinung sind wir ausdrücklich nicht. Wenn über das bisherige Spektrum des organisierten linken Mainstreams hinaus auch andere demokratische Stimmen zu Wort kommen, so ist das doch eher mehr Meinungsvielfalt und keine Verengung.

Albrecht Müller, der als Wahlkampfleiter von Willy Brandt geholfen hat, im November 1972 in einem von NPD, Springer-Konzern und rechtskonservativen Kräften aufgeheizten Klima mit über 45 Prozent den größten Erfolg der SPD „einzufahren“, weiß, was notwendige demokratische Breite und Pluralität bedeutet. Und genau das macht die „Nachdenkseiten“ so unentbehrlich und für das, was Pierre Bourdieu „Gegenöffentlichkeit“ genannt hat, zu einer der wichtigsten Informationsquellen.

Wir wollen weiterhin, dass die „Nachdenkseiten“ in diesem Sinne stärker werden, sich noch stärker mit anderen kritischen Medien („Weltnetz.tv“, Konstantin Weckers „Hinter den Schlagzeilen“, „Ossietzky“, „Rationalgalerie“, „Kontext.TV“ u. ä.) vernetzen. Deutschland, das seinen Sozialstaat schon lange vor den Flüchtlingen zu ruinieren begonnen hat, und sich ohne Beseitigung der von Konzernen, Großbanken und NATO-Strategen zu verantwortenden Ursachen von Völkerwanderung und Flucht in Ausweglosigkeiten manövriert und in dreizehn Staaten Krieg führt, hat Meinungsvielfalt auf dem Boden des Grundgesetzes gegen Militarismus und neoliberalen Freihandel, hat also die „Nachdenkseiten“, nötiger denn je.

Daniela Dahn
Diether Dehm
Ottfried Fischer
Uli Gellermann
Oskar Lafontaine
Peter Sodann
Sahra Wagenknecht
Konstantin Wecker

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