Nicht aufgeben sich einzumischen

 In Konstantin Wecker, Politik (Ausland), Politik (Inland), Spiritualität
Foto: Annik Wecker

Foto: Annik Wecker

Im Gespräch mit Wolf Schneider, Herausgeber der Zeitschrift „connection“, erklärt Konstantin Wecker, warum für ihn Spiritualität revolutionäre Kraft entfalten kann. Das Fallenlassen der Kategorien von Gewalt und „Übertrumpfen-Wollen“, das Erlernen von Zärtlichkeit, Mitgefühl, ja Demut bedeuten Widerstand gegen eine herrschende Ideologie, die uns aufdringlich das genaue Gegenteil einimpfen will. Dabei helfen die Erfahrungen der Selbstbegegnung, die wir nur aus der Stille schöpfen können. Konstantin Wecker arbeitet seit dem Sommer in der Redaktion von „connection“ mit und hat zusammen mit Wolf Schneider die Editorials der letzten beiden Hefte verfasst. Jedes jedes „connection“-Heft wird in der überschaubaren Zukunft einen Beitrag von Konstantin enthalten sein. www.connection.de

Hallo Konstantin, in unserer vorigen Ausgabe haben wir angekündigt, Politik und Spiritualität zusammenbringen zu wollen, weil der einen Seite Weisheit fehlt und der anderen Außenweltengagement. Anlässlich der aktuellen politischen Ereignisse scheint mir die Zeit für ein solches Zusammenbringen dieser beiden »verfeindeten Brüder« überreif.

Auch wenn ich bei dem Ausdruck Spritualität selbst manchmal ein unwohles Gefühl habe – mir fällt kein besserer ein für das, was mich im Inneren immer schon bewegt, und was ich mit meiner Ratio einfach nicht erklären kann. Man kann es die Suche nach dem Éwigen nennen, die Sehnsucht nach dem Wunderbaren, alles das eben, was uns jenseits des Erklärbaren danach suchen lässt, was »die Welt im Innersten zusammenhält«. Schon immer hatte ich Probleme damit, diese meine Spiritualität den meisten politischen Gesinnungsgenossen nahe zu bringen. So als wären Revolution und Mystik nicht miteinander zu vereinen. Erst in den letzten Jahren spüre ich eine gewisse Offenheit gegenüber diesem Thema.

Dorothee Sölle zieht in ihrem bemerkenswerten Buch »Mystik und Widerstand« Verbindungen von den alten mystischen Traditionen bis hin zu den Freiheitskämpfen der Gegenwart: Mystik ist Widerstand, ist eine ihrer Schlussfolgerungen.

Der Weg des Mönchs nach innen ist für mich eine frühe Subkultur, wenn man so will ein Vorläufer der Occupy-Bewegung. Das Subversive des Mönchs wird allzu gerne vergessen, aber nur dadurch ist der Mönch auch Krieger, nur durch dieses Subversive wird er engagiert spirituell. Durch diesen Weg nach innen, auf welche Weise er auch immer erfolgen mag, erfährt man von der Verbundenheit seines Selbst mit der Welt. Mit allem, was sich im Rad des Lebens dreht. Und diese Verbundenheit fordert einen auf, nicht nur über sich selbst, sondern auch über die Anderen nachzudenken. Das ist für mich der authentischere Weg, zu einer Kritik einer Gesellschaft zu gelangen, die sich fast ausschließlich über das Recht des Stärkeren definiert, als über ideologische Dogmen und politische Lehrbücher, so wichtig die auch sein mögen.

Im Endeffekt wird es keine gerechtere Gesllschaftsordnung geben ohne Mitgefühl. Und dieses Mitgefühl werden wir nicht durch Parolen, sondern nur in unserem Herzen wieder entdecken.

So wichtig es meines Erachtens ist, sich zu engagieren und den äußeren Umständen zu stellen, so notwendig ist es auch immer wieder sich selbst zu überprüfen. Nur in der Stille können wir erfahren, ob unser Engagement Attitüde ist oder aufrichtig. Ebenso halte ich es für notwendig, sich auch immer wieder aus der Stille in die Welt zu begeben. Wir sollten ihr nicht entfliehen, denn sie soll uns etwas lehren, das wir vielleicht nur in diesem jetzigen Dasein erfahren können.

Ich glaube nicht, dass wir die Spiritualität der derzeit herrschenden Politik näher bringen können. Aber ich glaube daran, dass eine revolutionäre Kraft entsteht in Menschen, die ihr Herz und ihr Engagement, ihre politische Vernunft und ihre innere Erfahrung durch Meditation und Demut zusammenbringen.

Angesichts der Möglichkeit eines Zusammenbringens von Weisheit und Politik bin ich nicht ganz so pessimistisch wie du. Dag Hammarskjöld, Nelson Mandela und der Dalai Lama sind für mich Beispiele, dass es doch irgendwie geht, wenn auch noch viel zu selten. Deine Skepsis gegenüber dem Begriff »Spiritualität« teile ich. Schon lange weiß ich kaum mehr, was das eigentlich heißen soll, auch wenn immer noch sehr viele Menschen sich unter diesem Begriff zusammenfinden, darunter auch viele geistig hoch entwickelte, mitfühlende, weise. Das Subversive des Mönchs wird leicht vergessen, sagst du. Auch ich meine, dass der Mystiker – im Mönch sehe ich den übenden Mystiker – früher oder später zum Gesellschaftskritiker werden muss. Er mag ja sagen, dass »dies Reich nicht von meiner Welt« ist, aber dieses Reich unterdrückt und quält die Menschen. Wenn er mitfühlend ist, wird das den Mönch (und nicht zu vergessen die Nonnen) nicht kalt lassen. Wer meditiert – wer also ein übender Mystiker ist – den lässt das Elend anderer Wesen nicht kalt.

Petra Kelly war auch eine von diesen besonderen und hervorragenden Menschen, aber sie wurde in der Politikmaschinerie zerschlissen. Und es gibt da noch viele andere Beispiele. Ich bin nicht pessimistisch, ich glaube nur, man kann diese völlig verfahrene und im Prinzip menschenverachtende Politik der hemmungslos befreiten Märkte nicht von der Spitze her verändern. Vielleicht kommt da der alte Anarcho in mir zu Wort, der Freund der Räterepublik. Anstatt auf eine außergewöhnliche Person in führenden Positionen zu warten, sollten wir alle das Außergewöhnliche in uns entdecken und in die Tat umsetzen. Jeder auf seine ureigenste Weise. Damit wurde ja schon begonnen, das macht mich hoffnungsfroh – mir ist das Wort Hoffnung lieber als Optimismus, der hat so etwas aufgesetzt Erzwungenes.

Wenn man bedenkt wie viele Projekte es gibt von Menschen, die sich auf friedliche Weise zusammentun, um ein Zusammenleben zu entwickeln und zu üben, das keine Umwelt zerstört und ohne patriarchale Strukturen existiert, wundert man sich, warum so selten darüber berichtet wird. Anscheinend sind den Herrschenden, der sogenannten »Elite« Meldungen lieber, die uns zeigen sollen, wie hilflos wir ohne straffe politische und zunehmend auch immer mehr militärische Führung wären. Wir beide, lieber Wolf, sollten in unseren Magazinen regelmäßig über solche Projekte berichten.

Was das Berichten anbelangt: einverstanden! In unserem aktuellen Heft haben wir ein Bericht über ein Projekt in Afrika, in dem eine Intellektuelle aus Paris zurückgekehrt ist in ihr Heimatland Togo und dort, am Ende der Welt, zusammen mit ihrem Mann ein heute florierendes Frauenprojekt aufgezogen hat, mit organischer Landwirtschaft und einer eigenen Dorfbank.

Was die Begriffe »Optimismus« und »Hoffnung« anbelangt, kann ich deine Präferenz gut nachvollziehen. »Hoffnung« suggeriert wohl für uns beide ein tieferes Grundgefühl der Hinwendung zum Lebendigen und den darin schlummernden Möglichkeiten (Blochs »Prinzip Hoffnung«) als ein auf us-amerikanische Art herbeiaffirmierter Optimismus, wie ihn das positive Denken promotet, meist auf Kosten der Verdrängung mächtiger Schattenseiten. Andererseits fällt mir dazu auch Uri Avnerys »Bekenntnis eines Optimisten« ein, in dem er vor zwei Jahren, nicht lange nach Beginn des Arabischen Frühlings, auf die hoffnungslose Situation des jungen Isreal hinwies, nachdem Hitlers Armeen bis in den Kaukasus vorgedrungen waren und Rommel in Afrika triumphierte. Als Jude in Isreal musste man da eigentlich anfangen, seine Koffer zu packen, um zu fliehen. Aber dann kam Stalingrad, Rommels Scheitern, und Hitler wurde binnen drei Jahren völlig besiegt. Andererseits ist vom Arabischen Frühling heute nichts mehr übrig, da haben die Pessimisten recht behalten. Trotzdem sage ich: Aus Prinzip halte ich auch dort die Fahne der Hoffnung hoch!

Auch wenn ich es mit den Fahnen nicht so habe, die Hoffnung kann und will ich auch nicht verlieren. Manchmal denke ich, in gewisser Weise bin ich fast verpflichtet dazu. Ich versuche es zu erklären: Mein Beruf bietet mir die Möglichkeit über 130 Tage im Jahr bei meinen Konzerten sehr vielen Menschen zu begegnen, die mit mir die gleiche Sehnsucht teilen. Mein Publikum ist nicht immer gleicher Meinung mit mir, das wäre auch höchst verdächtig, da würde ich etwas falsch machen, aber wir haben dieselbe Sehnsucht nach einer anderen, friedlicheren, nicht patriarchalen Welt in der nicht eine Wirtschaftselite das alleinige Sagen hat, sondern in der Demokratie geübt und praktiziert wird. Menschen, die nicht aufgegeben haben sich einzumischen, die etwas verändern zu wollen. Menschen, die sich von Kultur nicht nur berieseln lassen wollen, sondern sich in Gedichten und Musik selbst begegnen wollen. Das macht mir Mut. Würde ich in einem Beruf arbeiten müssen, wo ich kaum meine Meinung sagen dürfte ohne anzuecken, würde ich vielleicht verzweifeln, mich zurückziehen, zum Zyniker werden. Dieses Geschenk, an meiner Arbeit solche Freude haben zu dürfen, muss man weitergeben, finde ich. Deshalb bleibe ich voller Hoffnung, weil ich weiß, dass es immer mehr Menschen gibt, die sich an einer Revolution der Zärtlichkeit beteiligen werden. Und diese Revolution muss durchaus auch eine politische sein.

Zum Revolutionsführer bin ich nicht geeignet, aber wir brauchen auch keine Führer mehr, sondern mitfühlende Mitmenschen, die einen gemeinsamen Traum zu träumen bereit sind, habe ich vor kurzen in einem Interview gesagt. Und in einem neuen Lied habe ich geschrieben:

Doch ich bleibe dabei, denn wird ein Traum
geträumt von unzähligen Wesen
dann wird an seiner zärtlichen Kraft
das alte Weltbild genesen.

Deinen Begriff der »Revolution der Zärtlichkeit« möchte ich aufgreifen. Viele träumen einen gemeinsamen Traum, und von der zärtlichen Kraft dieser vielen mit ihren Träumen wird das alte Weltbild genesen, sagst du. Hier ist das »Genesen« wohl auch ein bisschen dem Reim geschuldet, denn gerade du bist ja einer, er weiß, dass das alte Weltbild nicht bloß als solches genesen soll von all den vielen, ihm zugefügten Wunden, sondern dass wir ein neues Weltbild brauchen, das weniger auf Kampf und Konkurrenz beruht, weniger auf dem einander Übertrumpfen und immer mehr von allem haben wollen, vor allem von Konsum. Wie kommen wir dahin, den Kämpfern nun nicht eine neue Front, und sei es eine pazifistische, entgegen zu setzen, sondern wegzukommen vom Kämpfen und einander Übertrumpfen? Das wäre dann eine wirkliche Revolution der Zärtlichkeit und des Mitgefühls.

Vielleicht sollte ich schreiben »das Weltbild neu genesen«? Jedenfalls hast du mich zum Denken angeregt – und das Lied ist noch nicht veröffentlicht. Dem Reim geschuldet ist eigentlich nie etwas bei mir, es sei denn aus kabarettistischen Gründen. In Gedichten passieren mir die Reime ebenso wie die Worte. Aber drüber Nachdenken hat bekanntlich nie geschadet (grins). Ja, ich meine nicht, dass wir ein gesundes altes Weltbild brauchen. Und wegzukommen von Kampf und Übertrumpfen ist ohne Frage das Ziel. Um das Ziel zu erreichen, braucht es dennoch den Krieger – und das sage ich als bekennender Pazifist. Das Kriegerische in sich dazu verwenden, um sich selbst zu entdecken, und wenn es sein muss auch bestimmte Seiten in einem Selbst zu bekämpfen: sich immer wieder aufs Neue zu verstehen versuchen und deshalb auch den Nächsten immer besser zu verstehen, das ist meine Vorstellung vom Krieger. Sich einzusetzen, zu engagieren, den Mund aufzumachen, wenn aus Angst geschwiegen wird. Bei einem Gespräch für unseren gemeinsamen Film sagte Hannes Wader einmal zu mir: »Ich bin Rassist« – und uns stockte der Atem. Dann sagte er: »Ja, ich muss täglich an mir arbeiten und Vorurteile bekämpfen.« Das finde ich großartig.

Für mich war der Begriff des »divine discontent«, der göttlichen Unzufriedenheit, von der Jiddu Krishnamurti sprach, das erste Mal, dass mir so richtig klar wurde, dass Spiritualität nicht bedeutet, zu allem Ja und Amen zu sagen. Der große Jiddu Krishnamurti, der 1929 die für ihn als Weltlehrer gegründete Organisation »Order of the Star of the East« auflöste, weil er jede religiöse Organisation inzwischen für eine Verirrung hielt, war ebenso wie Osho ein spiritueller Anarchist. Er betete nicht das Mantra nach, dass ein spiritueller Mensch zu akzeptieren habe, dass »ist, was ist«, weil Gott oder das Universum das ja so gewollt hätten, sonst wäre es nicht so, sondern er sagte, dass ein wahrhaftiger, mitfühlender Mensch von »göttlicher Unzufriedenheit« getrieben sei. Für mein Empfinden trifft sich das mit dem, was du mit »Krieger« meinst: dieses nicht Hinnehmenwollen, nicht Hinnehmenkönnen, dass wir in einer Welt voller Ungerechtigkeit leben.

Das Vertrackte daran ist aber, dass die IS-Krieger in Syrien vermutlich ebenfalls glauben, von göttlicher Unzufriedenheit getrieben für das Gute zu kämpfen. Woher nehmen wir das Recht, zu meinen, unser Kampf sei der bessere, gerechtere, göttlichere? Da brauchen wir dann ein genaueres und vielleicht auch komplexeres Bild von Gott. Wir könnten zwar sagen: Du und ich, wir kämpfen gewaltfrei, und das tun die IS-Krieger nicht. Aber es sind vermutlich auch Situationen denkbar, wo du und ich Gewalt befürworten oder sogar selbst anwenden würden, wenn wir damit eine noch größere, noch schlimmere Gewalt verhindern könnten – das Thema etwa des Tyrannenmordes und des Gewaltmonopols der Polizei.

Spiritualität und Widerstand gehören für mich zusammen. Wie du schon sagtest, hat das nicht nur Krishnamurti auf vorbildliche Weise gelebt. Martin Luther King, Gandhi, auch Osho haben uns gezeigt, dass Mystik und Rebellion kein Widerspruch sind, sondern einander ergänzen. Wer mystische Erfahrungen gemacht hat, wird erfahren, dass alles zusammengehört, dass Tiere und Pflanzen, Erde und Mensch, Sterne und Sonnen im ewigen Tanz miteinander verbunden sind. Und er wird es irgendwann nicht ertragen können, dass unsere eitle egoistische Konkurrenzgesellschaft alles zerstören wird, wenn wir nicht aufpassen.

Und ja, das meine ich mit dem Krieger, dieses nicht Hinnehmenwollen dieses zerstörerischen und mörderischen Systems. Aber dieser Krieger, den ich besinge, will nicht mit Mord und Totschlag verändern, er möchte den Menschen zurückgeben woraus sie geboren wurden: Liebe.

Und ja, ich nehme mir das Recht heraus zu wissen, dass es Unrecht ist, andere für mein Weltbild zu opfern. Nicht weil es Gott so sagt – der nicht zu mir gesprochen hat. Und nicht mal, weil ich etwa wüßte, was gerecht und was ungerecht ist, sondern weil mein Herz und meine Vernunft es mir sagen und nicht ein dogmatisches Gedankenkonstrukt, das sich auch noch unverschämterweise auf Gott beruft.

Gott kann man erfahren, erahnen, besingen, ihn in der Poesie erleben und in Mozarts göttlicher Musik, aber nur Psychopathen nehmen sich das Recht heraus zu behaupten, Gott hätte ihnen gesagt, wen sie ermorden müssten. Für mich gibt es keine Alternative zum Pazifismus. Man muss ihn nur beginnen und nicht immer solange aufrüsten, bis es keine Alternative mehr zu geben scheint, als wieder zu morden.


Das Buch dazu: Konstantin Wecker, Mönch und Krieger, Gütersloher Verlagshaus, München 2014.

KASTEN:

Ü: Pazifistisches Credo

Auch wenn ich selbst in die Welt hinaus zöge
waffenstrotzend
um das Böse zu besiegen
ich könnte die kriegerischen Mörderbanden nicht stoppen
und auch die mächtigsten Waffen in der Hand ihrer Gegner
können sie nicht stoppen
denn sie erzeugen immer neues Gemetzel.

Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten
weiß Gandhi
und wenn schon dieser Kreislauf nicht von den meisten Anderen durchbrochen wird
so bleibt mir nur
ihn in meinem Herzen zu durchbrechen
und zu hoffen
dass es mir gelingt gewaltfrei zu bleiben
auch wenn auf mich angelegt werden sollte.

Und wäre ich mit diesem Glauben allein auf der Welt
so würde ich von meiner bedingungslosen Liebe zum Frieden nicht ablassen
denn mittlerweile wäre es mir weniger wichtig mein Leben zu verlieren
als meinen Glauben an die Schönheit dieser Utopie.

Es wird immer einen Grund geben andere zu bekämpfen
und diesem Kampf zu entsagen
kann man nur für sich allein entscheiden.
Deshalb sind mir Uniformen so zuwider
und alles Militärische
denn da wird immer einer sein
der mir befehlen wird zu schießen
und der mir sagen wird
er wüsste was gut und richtig sei
und was böse und falsch.

Ich fordere die Freiheit dieser Entscheidung nur für mich
und ich werde nie versuchen
sie jemand anderem aufzuzwingen.
Aber werben möchte ich dann doch dafür
am liebsten mit den Mitteln der Poesie und der Musik.

Das Gewalttätige mag tief in jedem Menschen verborgen sein
und manchen steht es sogar stolz auf der Stirn geschrieben
aber es kann nicht die eigentliche Bestimmung des Menschen sein
denn es ist der Tod der Liebe
aus der wir alle geboren sind
und die uns allein erlösen kann.

Mögen es manche feige nennen, dumm oder naiv
ich hoffe, ich werde, wo ich es vermag
den Bedrängten helfen
aber ich will es nicht tun
indem ich neue Gewalt aussäe.

Und sollte sich dereinst erweisen
dass ich mich geirrt habe
bitte ich um Vergebung

Konstantin Wecker

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