Österreich will russische Eismeerinseln kaufen

 in Christian Biribauer, FEATURED, Kurzgeschichte/Satire, Politik

Satire auf eine Leider-Nicht-Satire. Donald Trump wollte Dänemark die Insel Grönland abkaufen. Politik als Deal. Als die Dänen nicht sofort spurten, gab sich der Master of the Universe ungnädig, sagte einen Staatsbesuch ab. Dieses Manöver weckte andere Begehrlichkeiten, vor allem in Österreich, wo sich derzeit viele patriotische Geistesverwandte des US-amerikanischen Geistesriesen tummeln. Das Franz-Josef-Land im Nordpolarmeer, eine komplett von Eis bedeckte Inselgruppe, gehört — wie schon der imperiale Name suggeriert — kulturell so sicher zu Österreich wie die Mozartkugel und der Kaiserwalzer. Unverschämterweise wurde es jedoch von Russland usurpiert.  Dies will sich die Heimat von K.u.K. (Kurz und Kickl) jetzt nicht länger gefallen lassen. Die Alpenrepublik bietet dem russischen Bären die Stirn und pocht auf Rückgabe der Eisinseln. Ein Krieg bleibt Putins Streitmacht jedoch erspart. Österreich zeigt sich bereit zu einem Deal…  Christian Biribauer

ZUR CAUSA TRUMP/DÄNEMARK/GRÖNLAND – AUGUST 2019:

Sollten Trumps Vorgehen und Sichtweise Schule machen, dann ergäbe sich folgende naheliegende Möglichkeit: In Anbetracht eines Versuchs, einmal nicht „querzudenken“ (wie es die selbsternannte, das marktwirtschaftliche System beherrschende Elite üblicherweise bezeichnet) und sich vorherrschenden Gegeben- und Gepflogenheiten anzupassen, eröffnet sich mir folgende Idee, welche sich logisch aus Trumps Sichtweise ergibt. Ich springe also auf den Zug auf!

Sofort würde ich Österreich empfehlen, Staatsbesuche in bzw. von Russland abzusagen, sollte sich jenes nicht zu Gesprächen zum Rückkauf des Franz-Josef-Landes von Seiten Österreichs bereit erklären! Dazu folgende

PETITION AN RUSSLAND ZUR HERSTELLUNG DER „VEREINIGTEN ÖSTERREICHISCHEN INSELN: FRANZ-JOSEF-LAND“!!

Vor dem Hintergrund der unrechtmäßigen Besitznahme des damaligen Niemandslandes durch die ehemalige Sowjetunion im Jahre 1926 wäre sein Status als Teil des russischen Staatsgebietes anzuzweifeln. Franz-Josef-Land kann derselbe Status wie jener einzelner ehemaliger Sowjetrepubliken nach dem Zerfall der UdSSR zugesprochen werden, sprich – Unabhängigkeit!

In Ermangelung jeglicher Forderungen seitens einer nicht vorhandenen eigenen Bevölkerung von Franz-Josef-Land und nicht stattgefundener Autonomiebestrebungen stationierter Soldaten, ist die rechtliche Zugehörigkeit Franz-Josefs-Lands zu Russland mehr als zweifelhaft. Angesichts seiner offiziellen Entdeckung von Seiten der österreichisch-ungarischen Nordpolexpedition unter Oberleutnant Julius Payer und Schiffsleutnant Carl Weyprecht mit dem Schiff „Admiral Tegetthoff“ am 30. August 1873 ist Österreich ein logischer Anwärter als Eigner und Verwalter dieser Inselgruppe bis zu einer Klärung und endgültigen Lösung dieser seit bald 150 Jahren unbehandelten Frage.

Nicht zuletzt aufgrund des erhalten gebliebenen Namens wie auch jener mehrerer Inseln wie etwa „Prinz Rudolf-Insel“ oder „Wiener Neustadt“-Insel sowie einer einzigartigen Expedition im Jahre 2005, hat Österreich eindeutig Anspruch auf dieses Land!

Bald eineinhalb Jahrhunderte nach seiner Entdeckung wäre eine rechtlich saubere Lösung endlich von Nöten, aufgrund eindeutiger Rechtsunsicherheiten greifen wir jedoch auf vorherrschende, moderne Gepflogenheiten des beginnenden 21. Jahrhunderts zurück: Anstelle einer territorialen militärischen Inbesitznahme schlagen wir den Kauf der gesamten Inselgruppe von Seiten Österreichs vor! Um Europa und Asien langwierige, nervenaufreibende und kostenaufwändige Verhandlungen zu ersparen, welche die kapitalistisch-imperialistischen Vorhaben der Großmächte, welche ja der ganzen Welt zu Gute kommen, unnötig behindern könnten!

Im Rahmen anerkannter, vorherrschender, neoliberaler marktwirtschaftlicher Gesetze ergeben sich folgende BEGRÜNDUNGEN für unser Begehr:

Durch den mit allergrößter Wahrscheinlichkeit in den auf uns zukommenden Jahren fortschreitenden Klimawandel und dem damit einhergehenden Temperaturanstieg ist zu erwarten, dass Gletscher innerhalb des gesamten Bundesgebiets des Staates Österreich selbst weiterhin überdurchschnittlich stark abschmelzen werden und auch größtenteils vollständig verschwinden werden. Somit werden sie als Ressourcen und Grundlage für den Fremdenverkehr immer weniger zur Verfügung stehen. Zwecks obligatorischen Erhalts und Rettung unserer Wintersportorte, -betriebe und der gesamten Wintersportindustrie wie auch hinsichtlich eines drohenden Verlusts von Arbeitsplätzen, wäre die Inselgruppe Franz-Josef-Land mit seiner Lage im Nordpolarmeer der ideale Ort und die beste erdenkliche Destination für eine sukzessive Übersiedlung des Wintersports inklusive aller in dieser Branche selbständig Tätigen und Arbeitnehmer mit dem langfristigen Ziel einer vollständigen Auslagerung jener bzw. Überführung der involvierten Subjekte. Aufgrund der mit den Inseln in diesen Breitengraden verbundenen relativen Wetterbeständigkeit im Bereich der Gefrierzone, welche für diese Branche unentbehrlich und somit überlebensnotwendig ist, erscheint uns Franz-Josef-Land allen Klimawandels zum Trotz als der perfekte Standort für eine in Aussicht zu stellende Auslagerung des Wintersports.

In einem weiteren positiven Nebeneffekt würden auch die Einnahmen aus Langstreckenflügen der AUA wie auch jene von Lauda-Motion angekurbelt werden, welche fortan rein rechtlich und steuerlich sogar innerhalb des Landes durchgeführt werden könnten. Es ist auch zu erwarten, dass selbst von deutscher Seite dem Unterfangen aus wirtschaftlichen Gründen positiv entgegengesehen würde, ob ihrer vorherrschenden Rolle am Kapital jener Fluglinien wird die Lufthansa zwecks Defizitabbau gar nicht anders handeln können.

Der urlaubliche Abfluss von Privatvermögen ins Ausland würde zusätzlich gestoppt – sprich: man fliegt über den Winter nicht mehr auf die Malediven oder Seychellen, sondern ins eigene, ebenso ferne Franz-Josefs-Land. Da der Markt unentwegt neue Ideen und Abwechslung fordert, erscheint diese Innovation als eine äußerst vielversprechende mit ungeahnten Möglichkeiten. „Wir fahren heuer nach Franz-Josef-Land“ klänge zukünftig sicherlich wesentlich cooler als aktuelle Slogans, transportiert daher auch sogleich patriotische sprachliche Assoziationen, welche in jüngster Zeit werbetechnisch so unentbehrlich geworden sind. Aktuelle Reisewerbung zielt meist auf zivilisatorisch vermeintlich zurückgebliebene Destinationen ab, welche zwar exotisches Flair bieten, den einzelnen Österreicher jedoch andere Annehmlichkeiten des Heimatlandes missen lassen.

Als ein Aspekt sei die Sprache genannt, zur Einführung jener dort in Ermangelung jeglicher menschlicher Ureinwohner Österreich von Beginn weg die Oberhoheit hätte. Rudimentäre Sprachreste russischer wie auch englischer Natur stellen wohl kaum eine Behinderung zur Durchführung dieses Vorhabens dar, da es sich um jene militärischer Natur entspringender Vertreter handelt, welche abzuziehen wären. Englischsprachige Namen einzelner Inseln wären durch österreichische zu ersetzen, womit sich sogleich die Option von Exilinseln ergibt, welche in jüngster Vergangenheit so notwendig für unser Land geworden sind. Nachdem sich andere Staaten kaum noch dazu bereiterklären werden, gewisse Antragsteller aus Österreich aus Gründen politischer Verfolgung aufzunehmen, da es sich um Verfolger selbst handelt. Insofern wird Österreich aus humanitären Gründen selbst dazu verpflichtet sein, Raum für jene zu schaffen. Als erste Innovation sei die Möglichkeit einer „Heinz-Christian-“oder „Kickl-Insel“ genannt, passender noch eines „-Territoriums“. Franz-Josef-Land stellt auch in dieser Hinsicht eine wirtschaftlich kostengünstige Option dar, da die Notwendigkeit von Grenzzäunen nicht gegeben sein wird. Eine „kurze Insel“ wird wohl nicht möglich sein, sein optionaler Namensgeber wird sich dem Abschluss seines Studiums widmen und aus dem geschützten Bereich einer Universität heraus nicht abgeschoben werden können.

Franz-Josef-Land würde für die Österreicher daher nicht nur ungeheuren Symbolwert darstellen, sondern auch ihr Selbstbewusstsein im Allgemeinen und somit die Arbeitskraft- und -lust ungemein stärken (Werbeslogans: „wir wären wieder etwas in der Welt!! Endlich haben wir wieder eine Kolonie, und jene ohne Krieg und ohne Militär erlangt – das soll uns wer nachmachen mit dem geringsten militärischen Budget der Welt! Diplomatie ist die Lösung, wozu haben wir Waldheim gewählt?! Jetzt erst recht!“).

Es könnte auch Abhilfe geschaffen werden hinsichtlich der so unüberhörbar laut gewordenen Auswanderungssehnsüchte so vieler Bürger unseres Landes („nichts wie weg“, „I scheiß auf des ollas!“, „I muass no a poa Joa kassiern von dem depperten Staat bis i ma des leistn ko“ – all dies Denken würde obsolet!). Sie blieben dann quasi im eigenen Land, würden daher immer noch für Österreich Steuern zahlen, müssten jedoch fern der verhassten ursprünglichen rein räumlichen Heimat nicht mehr weiterhin ihre Mitbürger, ihre Politiker, die „Scheiß“-Wiener, die Wiener die „blöden Provinzler“ usw. ertragen, selbst das ach so langweilige und in stetigem Temperaturanstieg befindliche mitteleuropäische Klima könnten sie vergessen. Statt „Pension auf Mallorca verbringen“ wird man das „Alter in Franz-Josef-Land genießen“, ohne all den „Piefke“-Trubel und fernab all der ungeliebten, jahrzehntelang verhassten Mitbürger und Institutionen und überhaupt… letztere werden wohl auch erleichtert sein, weniger Parteien aus unmittelbarer Nähe bedienen zu müssen. („I kann den ganzen Wahnsinn nimma segn, in da Pensi bin I furt!“).

Erholungsreisen in wärmere Gefilde als solche wiederum stellen ohnedies aufgrund des bevorstehenden explodierenden Klimawandels für unsere hiesige Bevölkerung kaum eine sinnvolle Option für die Zukunft dar, zum Gebot der Stunde werden sich kühlere Destinationen entwickeln, um dem allzu heißen Sommer daheim entfliehen zu können. Da der heimische Großglockner bei Weitem zu wenig Raum dazu bietet, stellt die Suche nach weitläufigeren Erholungsexilen eine geradezu politische Pflicht dar. Zu kaiserlichen Zeiten noch als „Sommerfrische“ bezeichnet, wird man jene Urlaube wohl in ein zeitgemäßeres „Sommerfriere“ umbenennen müssen.

Außerdem kann sich der Österreicher die lästigen und vielfältigen Impfungen ersparen, gegen Robbenbisse wird man sich anders schützen müssen. Malaria gibt es im Nordmeer nicht. Warum den Markt Skandinavien überlassen, warum dem amerikanischen Alaska?

Zwecks Erhaltung der Arbeitskraft und der Fortführung der historisch als sinnvoll untermauerten, langjährig erprobten  Kritiklosigkeit unserer Bürger wird Abkühlung zukünftig stark von Nöten sein – die Temperierung von Franz-Josef-Land erscheint zum jetzigen Zeitpunkt ideal zur mentalen wie intellektuellen Beruhigung und zum Vergessen systembedrohender Ideen – sprich zur Meditation und Besinnung aufs Wesentliche!! Aufbegehren aus der jüngeren Vergangenheit (Stichwort „Wutbürger“) stellen eine echte Gefahr dar.

Ebenso wie geschaffen für den Österreicher erscheint die Vegetation Franz-Josef-Lands – der Bevölkerung von seinen so geliebten höchsten Gipfeln der Alpen bereits bestens vertraut, wird sie sich in den Moosen, Flechten und angenehm erklimmbaren steinigen Berglein gar noch wohler fühlen als daheim, die Furcht vor Watzmännern sowie eventuell umfallenden Bäumen oder gar eventueller Arbeit mit jenen wird gänzlich der Vergessenheit anheimfallen, da es jene in Franz-Josef-Land einfach gar nicht gibt! Der Umstand, dass sich die höchste Erhebung auf der „Wiener Neustadt-Insel“ befindet, besitzt bereits höchsten Symbolwert. Dass jene Erhebung große Ähnlichkeit mit dem Loser in Altaussee aufweist, erscheint wie ein Hinweis, ein Zeichen der Vorsehung. Man wird sie wohl alsbald im Volk den „Kleinen Loser“ nennen. Österreicher werden sich jedenfalls mancherorts beim Anblick der Felsen  kaum umgewöhnen müssen. Wird einmal der letzte hiesige Gletscher abgeschmolzen sein, werden alte Menschen, die sich an die gute, alte Zeit am Kitzsteinhorn so gern und wehmütig zurückerinnern, nur zu gerne die wesentlich größeren Eisflächen Franz-Josef-Lands in ihr Herz schließen. Größer als das Kitzsteinhorn je war, werden Schifahrer jahrein, jahraus tausende Kilometer quasi auf schwarzen Pisten vollkommen unbeeinträchtigt ihrer Leidenschaft frönen können. Selbst Bergsteiger werden neuen Herausforderungen entgegensehen können, Rettungsleute und selbstverständlich auch der ÖAMTC werden neue Aufgaben erhalten – alles in Allem ein perfekter Motor für unsere Wirtschaft! Da das Auto ohnedies immer mehr in Verruf kommen wird, wird sich ohne Zweifel die Hubschrauberindustrie für den Einsatz im Nordmeer wohl zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige unseres Landes entwickeln können.

Das durchschlagendste Argument für Franz-Josef-Land wird bei unserer Bevölkerung jedoch das jede einzelne Inseln umgebende Meer sein!! Ob der Ansammlung einer größeren Anzahl an Inseln wird man sich fühlen wie in Griechenland – nur ohne die unerträgliche Hitze – und – ohne Mangel an Wasser! Die Österreicher leiden außerdem seit Ende des 1. Weltkrieges arg an dem Umstand, in einem Binnenstaat leben zu müssen. Und nördlich der Inselgruppe befindet sich nicht einmal ein eventuell lästiger, lauter oder bedrohender Nachbar! All die Sehnsucht nach Ruhe, totaler Abgeschiedenheit könnte sofort und garantiert für immer und ewig gestillt werden – ideal für das geistige Wohl der Österreicher und somit einer unwidersprochenen Handlungsfreiheit der Regierung! Der Österreicher wird nicht mehr wegschauen müssen – er ist weg! Es gibt eine kaum bessere Innovation für die Reiseindustrie!

Doch noch kurz zurück auf das soeben genannte Wasser: Die Option auf eine weitere Wasserleitung für Wien ergibt sich durch die riesigen vorhandenen Eisflächen, durch die Klimaerwärmung und dem automatischen Abschmelzen entstünde auf natürlichem und umweltfreundlichem Wege Wasser. Sollte wie zu erwarten Öl sukzessive aus der Mode kommen oder als Treibstoff gar verboten werden, könnte Österreich mit Russland eine Kooperation hinsichtlich seiner Pipelines eingehen und jene gegen geringe Nutzungsgebühr zum Wassertransport revitalisieren.

Selbst innerpolitische Fragen wie jene der Überweisung von Kindergeld ins Ausland müssten ebenso nicht mehr diskutiert werden, da Franz-Josef-Land ohnedies nicht Teil der EU ist. Auf eine derartige Aufnahme von Franz-Josef-Land in die EU verzichten wir gerne aufgrund für das Staatsbudget vorteilhafter finanzieller Begleiterscheinungen!

Ein weiterer Vorteil wäre – im Fall sicherlich zu erwartender dauerhafter Übersiedlungen – im Gegensatz zu historisch bekannten Umständen und Problemen aus ehemaligen Kolonien anderer Staaten, dass man sich nicht einheimischer Bevölkerung und deren eventueller Diskriminierung herumschlagen muss, nicht zuletzt aufgrund des nicht vorhandenen Besiedlungsgrades dieses schönen, ehemals für Kaiser Franz Josef entdeckten und bislang leider etwas in Vergessenheit geratenen Landes!! Politisch wäre daher auch alles äußerst korrekt und gefahrlos, Befürchtungen und Kritik von Seiten „alternativer“ Gruppierungen sind keinesfalls zu erwarten. Gesundes Essen in Form von Fisch gibt es genug. Andererseits werden bis zum Aufbau von Robbenfleischfabriken noch einige Jahre ins Land ziehen, Jahre, in denen es wohl kaum noch „alternative“ zeitgeistige Bewegungen wie jene der Tierschützer geben wird. Der Volksbildung dienlich, wird eine Horizonterweiterung aufgrund der notwendig werdenden Beschäftigung der Österreicher mit bislang unbekannter nordmeerlicher Flora und Fauna die Menschen von jener mittlerweile stetig steigenden und geradezu politikbedrohenden, zumindest die Entscheidungsträger stark handlungshemmenden Kritik ablenken.

Der Option dauerhafter Wohnsitze pensionierter Österreicher in einer nördlichen Provinz sehen wir daher wohlwollendst entgegen, unsere Altenheime würden angenehm entlastet. Aufgrund einer äußerst entgegenkommenden Witterung werden sich wohl lebenserhaltende Maßnahmen stark in Grenzen halten, die stark verbreiteten Sehnsüchte nach „einfach einschlafen und nicht mehr aufwachen“ könnten problemlos erfüllt werden und gar zu  Werbeslogans genutzt werben. Wo, wenn nicht dort? („Bitte kan Dokta!“)

Gesamtstaatliche, nationalstaatliche Interessen würden daher ebenso positiv erfüllt wie auch die in jüngster Zeit so stark neu aufflammenden patriotischen Sehnsüchte der Bevölkerung, jene altmonarchistischer und die rechter Gruppierungen. Sämtliche Parteien hätten neue Betätigungsfelder, nachdem sie im Kernland selbst überflüssig geworden sein werden, die einzige Opposition wäre von Seiten der KPÖ zu erwarten, welche jedoch vernachlässigbar sein dürfte. In einem als nützlichen Nebeneffekt entstehenden Budgetüberfluss aufgrund des Wegfalls sämtlicher Parteiförderungen können ebenjene Mittel zum Kauf von Franz-Josef-Land verwendet werden. Da diese Mittel in Österreich bekanntermaßen zu den höchsten der Welt zählen, aber auch zu den sichersten und langfristigsten Einnahmequellen, stellt dieser Vorschlag eine international absolut glaubwürdige Option dar. Dieser Umstand sollte auch Russland nicht entgangen sein! Da die Inselgruppe wie schon mehrfach erwähnt bislang unbesiedelt ist, könnte man einen Neubeginn, der alle biologischen Richtlinien erfüllt, von Beginn weg starten. Eventuelle Reste militärischer Stützpunkte würden entsorgt, und es wäre damit zusätzlich rein äußerlich dem Frieden in der Welt gedient – zumindest jedoch eventuellen Idealisten. Wir schlagen den Namen „Vereinigte österreichische Inseln des Nordens: Franz-Josef-Land“ als Tribut an unsere amerikanischen Brüder vor, um dem Unterfangen weitere Symbolkraft zu verleihen und deren Friedensmission zu würdigen! Die Gefahr des Zuzugs von Flüchtlingen wäre aller Voraussicht nach ebenfalls äußerst gering – aus dem neu zurückgewonnenen Land selbst wie auch in jenes! Fernab jeder Balkanroute, wird sich der Österreicher dort sehr wohl und vor allem unbedroht fühlen!

Sollte sich Russland all dieser zweifelsfrei mannigfaltigsten humanitären wie auch wirtschaftlichen Argumente zum Trotz weigern, Gespräche mit Österreich zu führen, fordert jenes eine Aberkennung des Namens der Inselgruppe bzw. eine angemessene Entschädigungszahlung und eine rückwirkende Strafzahlung für die Verwendung des Namens für den Zeitraum der letzten 93 Jahre. Als Präzedenzfall wird der mittlerweile beigelegte Streit um den Namen „Mazedonien“ angeführt.

Liebe Weltmächte! Österreich ist an keinem Flug zum Mars interessiert, um Platz für seine Bevölkerung zu schaffen, wir brauchen lediglich Franz-Josef-Land zurück, um unsere Wirtschaft weiterhin aufrecht erhalten zu können – ein so kleines Stück Land, für Russland so unbedeutend wie ein Blinddarm, für uns die Lösung sämtlicher anstehenden wie auch zu erwartenden Probleme. Die Möglichkeit einer Rückerstattung jenes ehemals verlorenen Stückchens der Erde, welches die Admiral Tegetthoff einst so tapfer und wagemutig entdeckt hat, wäre die Rettung unseres Staatswesens. Als Pufferzone in Europa zwischen Ost und West haben wir seit 1945 immer gute Dienste geleistet und schlagen vor, sie fortan an diesem nördlichsten Punkt Eurasiens in derselben Art und Weise zu leisten! Wir versprechen, jene Funktion auch im Eismeer zukünftig erfüllen zu wollen!

Im Vergleich zu Trumps Forderung nach einem Kauf des wesentlich größeren Grönland, erscheint die Bitte Österreichs nach einem gelobten Land sicherlich wie eine Bagatelle!

Wo liegt nun eher Absurdistan? Im Weltkapitalismus oder in der Idee mit Franz-Josef-Land? Zumindest kann ersterer letztere absurde Idee implizieren.

STOP PRESS! STOP PRESS! STOP PRESS!

Da sich letzten Informationen zufolge Heinz-Christian Strache strikt weigert, Wien oder gar Österreich zu verlassen, und Sebastian Kurz eine Rückkehr zu seinem Studium klar verweigert, ändern wir wie folgt unsere Bitte:

Da es uns aufgrund geltender Menschenrechte wie auch eigener Gesetze nicht möglich ist, Strache gewaltsam auszuweisen, wollen wir die Not zur Tugend machen und ihm und seinen 800000 Followern auf Facebook das ganze Land überlassen, um den Frieden in der Bevölkerung herzustellen und somit jenes in Folge auch langfristig erhalten zu können!

Daher benötigen wir nun für die restliche Bevölkerung nicht nur Franz-Josef-Land, welches nach derzeitigem Stand selbstverständlich viel zu klein wäre, sondern – zusätzlich Grönland!

Wir bitten daher Russland um Beistand bei Verhandlungen mit Donald Trump wie auch Dänemark. Letztgenannter Staat könnte bereit sein, allen Österreichern minus der obengenannten 800001 Personen auf Grönland Asyl zu gewähren. Da wir jedoch keine Probleme mit Trump bekommen möchten und schon gar nicht als Asylberechtigte in eventuelle kriegerische Handlungen verwickelt sein möchten, bitten wir unsere russischen Freunde, diplomatische Beziehungen in dieser Causa mit den USA aufzunehmen. Als Zeichen der Dankbarkeit erklären wir uns bereit, eine jährliche gesamtösterreichische Gedenkfeier anstelle des 1. Mai-Festes beim Russendenkmal am Wiener Schwarzenbergplatz abzuhalten. Die Übernahme des Transports der emigrierten österreichischen Bevölkerung soll in einer neuen Verfassung verpflichtend verankert werden.

Als Ort für alle Verhandlungen schlagen wir die Insel Ibiza vor, auf welcher der zukünftige Alleinherrscher Strache bereits äußerst ortskundig ist und seine Übernahme des Staates vorbereitet hatte. Die räumlichen Unterkünfte für die Verhandlungen hat Strache bereits gemeinsam mit Wolfgang Fellner gemietet, letzterer hat sich zugleich die Exklusivübertragungsrechte gesichert. Durch enge politische Verquickungen kann von diesem Vorhaben nicht mehr abgerückt werden. Heinz-Christian Strache wiederum hat bereits zugesagt, die Verbindungen zu seinen russischen Freunden abermals zur Verfügung zu stellen, um so rasch wie möglich in Wien als Bürgermeister einziehen zu können – in einem Wien ohne Wiener!

Um rasche Erledigung unserer Anfrage wird höflichst gebeten!

ChriB 8/19

P.S.: Und wenn’s nicht wahr ist, dann ist’s erfunden, in einen Computer getippt und von dir im Netz gefunden! Wenn auch nicht am Anfang eines jährlichen April, es kann glauben wer immer das auch will!

 

Christian Biribauer

Geb. 1967 in Wien

Humanistisches Gymnasium

Studium an der UNI Wien (Publizistik, Philosophie/Psychologie; Altgriechisch, Latein)

Tätigkeiten bei Plattenfirmen, journalistische Arbeiten (Artikel über Musik und Literatur/deutsch/englisch)

Musikliebhaber, -experte und -sammler

Motto: Vielfalt, Gerechtigkeit, Befreiung und Freiheit

Arbeitet derzeit mit Alexander Kinsky an der kompletten Konstantin Wecker-Werkschau und Diskographie

 

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