Pazifismus ist radikal und kein bisschen weicheiig.

 in Friedenspolitik

Werbung für den Krieg zu machen, ist keine ganz leichte Sache. Krieg ist hart, tut weh und widerspricht fundamental unserer Sehnsucht nach Schönheit, Glück, Ruhe, Zärtlichkeit und – ja – auch Weichheit. Aber auch diese schwere PR-Mission erfüllen die Gehirnzurechtkneter in den Redaktionsstuben der großen Medien mit Bravour: Es wird Stimmung gemacht gegen Weichheit, Zärtlichkeit, ja gegen das Gute selbst, das nur noch in herablassend-ironisierender Form erwähnt wird. Da tut diese zugleich vernünftige und warmherzige Notiz eines Liedermachers gut, der schon in den 70ern sang: „Es kann nicht gut sein, wenn man friert; jetzt muss was Warmes, Weiches her.“ (Konstantin Wecker)

Liebe Freunde,

interessant ist, dass bei weitem mehr Männer als Frauen meine pazifistische Haltung als „pazifistisches Gesülze“ verspotten. Vieleicht fällt es ja manchen Männern immer noch schwer, nicht typisch „männlich“ zu reagieren: sofort zurückschlagen, „sich bloß nichts bieten lassen“, die Ehre verteidigen, sich lautstark auf die Brust trommeln. Alles andere gilt ihnen wohl als unmännlich, allein das Wort Zärtlichkeit scheint bei einigen schon Aggressionen auszulösen.

Keine Angst, meine Herren: Pazifismus ist radikal und kein bisschen weicheiig. Und vor allem ist er vernünftig.

„Mit ihren militärischen Engagements in Somalia, Afghanistan, Irak oder Libyen haben die USA und Europa nachdrücklich bewiesen, dass sie Kulturen, Mentalitäten, Einstellungen und Ziele der Menschen in diesen Weltregionen nicht verstehen. Jede der Missionen hat ihre Ziele verfehlt. Keine einzige Demokratie ist entstanden – stattdessen mehr oder minder gescheiterte Staaten mit unheilvoller Ausstrahlung auf die Nachbarregion. Das sollte in Europa zumindest Denkprozesse auslösen.“ (Hartmut Rodenwoldt, Rheinpfalz)

So wollen uns die Kriegstreiber lieber haben. (Szene aus "Rambo")

So wollen uns die Kriegstreiber lieber haben.

Das sind die Fakten. Alles andere ist Propaganda. Der sogenannte Krieg gegen den Terror hat den Terror erst so richtig entstehen lassen. Und nun passiert, was sich alle ersehnten, die am Krieg verdienen: permanenter, nie endender Krieg. Die Kriege sollen schon lange nicht mehr gewonnen werden, das wäre schlecht fürs Geschäft.

Mich hat diese Rede von Sahra Wagenknecht in der Bundestagsdebatte am Freitag sehr beeindruckt. (Man beachte auch die selten dämlichen, fast schon hilflosen Zwischenrufe der Kriegstreiber der großen Koalition, allen voran Volker Kauder…)
http://www.jungewelt.de/2015/12-05/013.php

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