Poesie ist Widerstand: Konstantin Wecker trifft Peter Fahr

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Konstantin Wecker und der Lyriker Peter Fahr kennen und schätzen einander schon länger. Anlässlich des Erscheinens ihrer beiden Bücher „Auf der Suche nach dem Wunderbaren“ (Wecker) und „Selten nur“ (Fahr) trafen sie sich öffentlich am 18.11.2018 in Bern zur Büchertaufe. Fahrs Neffe Yves Farine drehte diesen schönen Film, in dem beide Dichter aus dem Werk des jeweils anderen vorlesen. Warum aber soll Poesie Widerstand sein können – wird sie nicht typischerweise eher als weltflüchtige ästhetische Spielerei verstanden? „Doch was diese Zeit am dringendsten benötigt, um nicht in die technokratische Barbarei zu driften, sind gerade Gedichte“, schreibt Fahr. „Ihre Poesie widersetzt sich der wertfreien Rationalität des neoliberalen Menschen. Ihre Magie widerlegt eine irregeleitete Wissenschaft, die nicht Halt macht vor der Ausbeutung und Zerstörung von Mensch und Natur.“ Und Konstantin Wecker: „Wenn wir den Homo oeconomicus Einhalt gebieten wollen, brauchen wir dazu eine Waffe, über die er nicht verfügt und deren Wirkkraft er nicht gewachsen ist. Am besten eine, mit der er überhaupt nichts anzufangen weiß. Es gibt so eine Wunderwaffe. Sie heißt Kreativität und sie entfaltet sich immer dann, wenn wir zweckfrei zu spielen beginnen.“ Beide Bücher sind im Sturm-und-Klang-Shop erhältlich.

Kommentare
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    Bettina
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    Das ist wunderbar, alles, das gesagte, das geschriebene und die einfühlsamen Bilder dazu, warmtönend, gekleidet in einen alles einbettenden Streicherklang.

    Das Gedicht „Vater-Mutter“, ach hätte ich nur annähernd solch versöhnliche Töne gefunden, für meinen Vater, zu seinen Lebzeiten. Jetzt kann ich ihm meine Gedichte nur in den Himmel senden, in der Hoffnung, dass die Seele tatsächlich unsterblich ist.

    Danke für diesen Juwel.

    Jeder Augenblick ist ewig.

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