Supertramp: School

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Das werden vor allem die heute etwa 50- oder 60-jährigen kennen. In den 70ern äußerte sich politische Kritik in der Musik eher indirekt als ein diffuses Unbehagen gegenüber der einengenden Sozialisation, wie sie sich z.B. an Schulen zeigte. Pink Floyds „The Wall“ ist ein anderes Beispiel für diesen Trend. Gleichzeitig entwickelten sich sehr kreative, üppige und differenzierte musikalische Stile. Die einfach Liedform wurde aufgebrochen und ausgedehnte Zwischenspiele bereicherten das Klangerlebnis. Supertramp erlebten mit „Crime of the Century“ und diesem Lied ihren Durchbruch. Gymnasiasten der Epoche liebten es. Noch heute kann man eine Gänsehaut bekommen, wenn die Band um Komponist Rodger Hodgeson ausrief: „Maybe I’m mistaken expecting you to fight“.

Showing 2 comments
  • Volker
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    Supertramp erlebten mit „Crime of the Century“ und diesem Lied ihren Durchbruch. Gymnasiasten der Epoche liebten es.

    Ah so. Galt oder gilt diese Liebe zu Supertramp ebenso für einen minderbemittelten Realschüler ohne Abschluss? Gell.
    Schulnoten-Katastrophe ohne eigenständige Gehirnfunktion schrieb in den 70ern – im zarten, gebeutelten Alter von sechzehn Jahren schon – kritische Texte und klampfte dazu, ging auch ohne Abi.
    Kreatives Aufbegehren von ganz unten, geschrieben auf einer defekten Schreibmaschine, deren Farbband im Warenkorb einer kläglichen Vollwaisenrente nicht berücksichtigt wurde. Dafür gab’s Anfeindungen als Sonderbedarf, da ohne Eltern gleich Gosse, selbst eifrige Kirchgänger rümpften Nasen. Gossenkind ohne Abschluss küsste ein Mädchen, öffentlich dazu, wahrscheinlich eine Nutte, na ja, der Junge ist ein Schmuddel, sein Schmuddelnest im Hinterhof die Quelle aller Verwerflichkeit.
    Es gedeihten erz-christliche Phantasien zur Blüte, für Klingelbeutelbestücker Grund genug, das Übel auszumerzen. Zwanzig Quadratmeter hinterhöfliche Angemessenheit, da wusste Religionslehrer Saubermann schon, was Schmuddel mit Nutte so treibt, klar.
    Wir trieben es verächtlich wild, aßen zusammen Salat und Butterbrot, unterhielten uns solange über Dies und Das, bis Schmuddels Nutte nach Hause musste, mit einer Plastiktüte Wäsche von Schmuddel, N. sie frisch gewaschen am nächsten Tag in einer oder zwei Plastiktüten ankarrte, Schmuddel im Hinterhof seine Wäsche trocknen lies, sich an einem Waschbecken wusch, in das er nebenbei sein Geschirr reinigte und zu später Stunde hineinurinierte, weil Toilette nur über Hinterhof erreichbar.

    Könnte meinen Kommentar mit einem ++ glucks ++ abschließen – heute allerdings nicht. Schmuddel erinnert sich…

    • Ulrike Spurgat
      Antworten
      Franz Josef Degenhardt: „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, sing nicht ihre Lieder…..“ (Väterchen Franz)

      Mit galligem Witz wieder einmal mitten rein „geschossen“ und punktgenau getroffen, lieber Volker

      Ich mag deine Texte. Danke !

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