Willkommen mit Musik

 In DER BESONDERE HINWEIS

Die Willkommenskultur wurde vom rechten Zeitgeist leider teilweise zurückgedrängt. In den Aktionen vieler engagierter Einzelner und Organistationen lebt sie jedoch weiter. Wie kann man Geflüchtete willkommen heißen, so dass nicht nur ihr Körper genährt wird, sondern sich auch ihre Seele rasch zuhause fühlen kann? Musik ist das ideale „Bindemittel“. Sie überwindet Sprachbarrieren mühelos und schafft ein Gemeinschaftserlebnis, das Fremdheitsgefühle zu überwinden hilft. Der Verein „Willkommen mit Musik, WiMu e.V.“, eine Musikschule, in der Einheimische und Zugereiste einander begegnen können, leistet hier vorbildliche Arbeit.  Jonas Hermes


WiMu e.V. möchte die Schönheit der Musik und die unzähligen Vorzüge und positiven Auswirkungen des aktiven Musizierens solidarisch und universell möglichst vielen Menschen zugänglich machen und musikalisch einen Beitrag leisten, Menschen zu verbinden.

Jonas Hermes, der WiMu seit 2014 mit aufbaut, erinnert sich:

2014 durfte ich mit zwei Mitstudierenden ein Konzert in einer Notunterkunft für Geflüchtete in der Würzburger Innenstadt spielen. Aus diesem Konzert erwuchsen wöchentlich stattfindende Konzerte und musikpädagogische Angebote bis Herbst 2016 in besagter Einrichtung.

Für Instrumentarium und musikpädagogische Einrichtungsgegenstände wurde uns eine Spende angeboten. Die wickelte mein damaliger Arbeitgeber, das Theater Neunerplatz über den Förderverein des Theaters ab. So wurde „Willkommen mit Musik“ als Projekt des „Neunerplatztheaters“ geboren.

Wir kamen in Kontakt mit vielen Menschen, darunter dem Rektor einer Mittelschule, an der ausschließlich Sprachanfänger*innen unterrichtet werden.  Dort durfte ich die Leitung der Schulband übernehmen und ich traf Schüler*innen, die schon in ihrer Heimat musiziert hatten, die sich erträumten, die musikalische Ausbildung wieder aufzunehmen. Sie wurden unsere ersten Instrumentalschüler*innen, wir sammelten Instrumentenspenden und Geld für die Lehrer*innen.

Das Theater am Neunerplatz stand weiterhin als Träger bereit und mit viel Unterstützung entwickelten wir uns weiter in Richtung Musikschule.

Es folgten Tätigkeiten an und in weiteren Unterkünften, zwei Fahrten in ein Zeltdorf in Griechenland, viele Konzerte, wir gründeten Bands mit geflüchteten Profis, gaben Workshops zur „sprachfreien Musikpädagogik“…

Ganz besonders sind für mich immer die Fahrten mit Schüler*innen in die Musikakademie Hammelburg (2015, 2016, 2017, 2018). Hier im „Musikhotel“ konnten Kinder, die in einer großen „Gemeinschaftsunterkunft“ mit vielen Menschen gemeinsam lebten mal durchatmen. Und Jugendliche, die noch nie Musik gemacht haben konnten sich hier mal ausprobieren. Kinder aus „der Mehrheitsgesellschaft“ trafen geflüchtete Kids und Jugendliche, die aus dem EU-Ausland erst vor Kurzem nach Deutschland kamen. Manche von ihnen treffen sich jetzt wöchentlich beim Gesangs-, Klavier oder Bassunterricht in Kleingruppen wieder.

Im Oktober 2018 gründeten wir dann einen schließlich einen Verein, der inzwischen gemeinnützig ist und das Theater am Neunerplatz als Träger ablöste.

Besonders an WiMu (e.V.) ist sicher auch, dass wir uns auch außerhalb der musikalischen Entwicklung für unsere Schüler*innen interessieren und uns, wenn nötig und von den Schüler*innen und deren Familien gewünscht, auch für sie einsetzen. Vom Mittagessen vor dem Unterricht bis zur Begleitung bei Gerichtsterminen oder Behörden. Unsere Vereinsstruktur, in der ganz verschiedene Menschen ganz unterschiedliche Aufgaben übernehmen, leistet hier einen ganz großen Anteil.

Viele Informationen findest Du auch auf unserer Homepage:
https://wimu.neunerplatz.de

Kommentare
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    heike
    Antworten
    Das ist ein superschönes Projekt, das Mut macht.  Es tut gut, sich so etwas anzusehen.

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