Zeitzeugen erzählen: 100 Jahre Räterepublik in Bayern

 In Friedenspolitik, Kultur, Michael Backmund

Kurt Eisner neben seiner Frau und seinem Sekretär Felix Fechenbach bei einer Demonstration am 16. Februar 1919 in der Sendlinger Straße – fünf Tage vor seiner Ermordung | Bild: Franz Hartl/Archiv der Münchner Arbeiterbewegung

Eine Bayern 2 Radiosendung, ab sofort online zu hören. Die Geschichte der bayerischen Revolution von 1918/19 konnte bislang nur anhand schriftlicher Quellen erzählt werden: anhand von Polizei- und Gerichtsakten, offizieller Dokumente und Berichte sowie literarischer Schilderungen. Originaltöne von Protagonisten der damaligen Ereignisse gab es fast keine – dachte man. Doch eine Gruppe junger Filmemacherinnen und Aktivisten hat 1988 die letzten noch lebenden Zeitzeugen von Revolution, Räterepublik und weißem Terror interviewt und diese Gespräche auf Videos festgehalten.  Thies Marsen und Michael Backmund

Lange waren diese Aufnahmen vergessen, fast wären sie unbrauchbar geworden, doch vor Kurzem konnten sie restauriert und digitalisiert werden. Vier Frauen und vier Männer aus der Münchner Arbeiterschaft, die die Rätezeit teils als Kinder, teils als jugendliche Aktivisten erlebt haben, erzählen ihre persönlichen Erlebnisse – von Armut und Hunger im Krieg, von Widerstand und Ausgrenzung, vom Sturm der Münchner Kasernen Anfang November 1918, der Ausrufung des Freistaates Bayern, der Revolutionszeit, der Ermordung des Ministerpräsidenten Kurt Eisner und von den Kämpfen bei der Niederschlagung der Räterepublik und den anschließenden Massakern der Freicorps-Soldaten. Ihre Schilderungen sind einzigartige Zeitdokumente eines gesellschaftlichen Aufbruchs, dem Bayern nicht nur die Bezeichnung „Freistaat“ verdankt. 100 Jahre nach der bayerischen Revolution sind sie nun erstmals im Radio zu hören.

https://www.br.de/radio/bayern2/zeitzeugen-erzaehlen-wie-die-revolution-in-muenchen-war-100.html

BAYERN 2 „Zeit für Bayern“ am Samstag, den 13. April 2019
12:05 bis 13:00 Uhr
Wiederholung um 21.05 Uhr
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Kurt Eisner neben seiner Frau und seinem Sekretär Felix Fechenbach bei einer Demonstration am 16. Februar 1919 in der Sendlinger Straße – fünf Tage vor seiner Ermordung | Bild: Franz Hartl/Archiv der Münchner Arbeiterbewegung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Interviews mit den Zeitzeug*innen sind 1988 in kollektiver Zusammenarbeit von Ulrike Bez, Petra Gerschner und Michael Backmund entstanden, um die Berichte und Erfahrungen der wenigen noch lebenden Augenzeugen der Münchner Räterevolution zu bewahren und weiterzugeben.

© All rights reserved: Michael Backmund, Ulrike Bez, Peider A. Defilla, Petra Gerschner, München 1988/2018

Redaktion: Michael Backmund, Petra Gerschner
Produktion: B.O.A. Videofilmkust München
Produzent: Peider A. Defilla

Als filmische Dokumente sind die Interviews in voller Länge im Lernforum des NS-Dokumentationszentrum München kostenlos zu sehen und zu hören (Max-Mannheimer-Platz 1, 80333 München, Dienstag – Sonntag 10.00 – 19.00 Uhr).

Informationen zum Dokumentarfilm „Es geht durch die Welt ein Geflüster“ – ZeitzeugInnen der Münchner Revolution & Räterepublik  1918/19 berichten
(Regie: Ulrike Bez 1989/2018) unter www.esgehtdurchdiewelteingefluester.de

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