Falschmeldungen oder auch Fake News sind manipulativ gestaltete falsche oder irreführende Informationen, die sich oft sehr schnell verbreiten. Doch warum fallen viele Menschen darauf herein, obwohl Faktenchecks und Gegenargumente verfügbar sind? Die Antwort liegt in der menschlichen Psychologie und den Mechanismen, wie unser Gehirn Informationen verarbeitet.

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Warum fallen wir auf Falschmeldungen herein?

Noch nie zuvor waren wir täglich mit so vielen Nachrichten konfrontiert, und noch nie war es so schwierig, echte von falschen Informationen zu unterscheiden. Doch nicht nur die Menge an Informationen ist ein Problem. Das Internet und die sozialen Medien machen es so einfach wie nie, Falschmeldungen zwecks Manipulation und Meinungsmache zu verbreiten. Hinzu kommt, dass wir diese nur allzu gern glauben. Warum das so ist, hängt mit der Aufmachung dieser Nachrichten zusammen, die auf psychologischer Ebene manipulieren.

Was sind psychologische Faktoren für den Erfolg von Fake News?

Warum wir Falschmeldungen so oft glauben, hat folgende Gründe:

  • Kognitive Verzerrungen (Biases)
    Unser Gehirn nutzt Abkürzungen, um Informationen schnell zu bewerten. Dabei entstehen kognitive Verzerrungen, die uns anfällig für Fake News machen.
  • Emotionale Trigger
    Falschmeldungen sind oft so gestaltet, dass sie starke Emotionen wie Angst, Wut oder Empörung auslösen. Emotionale Erregung reduziert unsere kritische Denkfähigkeit und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass wir die Nachricht unreflektiert teilen oder glauben.
  • Soziale Bestätigung und Gruppenzugehörigkeit
    Menschen suchen soziale Zugehörigkeit und Bestätigung. Wenn Fake News in der eigenen sozialen Gruppe verbreitet werden, steigt die Akzeptanz, weil wir uns mit der Meinung der Gruppe identifizieren wollen. Dies verstärkt die Verbreitung und den Glauben an die Falschinformationen.
  • Mangel an Medienkompetenz
    Nicht jeder hat die nötigen Fähigkeiten oder das Wissen, um Informationen kritisch zu hinterfragen oder Quellen zu überprüfen. Fehlende Medienkompetenz macht es einfacher, Fake News zu glauben und weiterzuverbreiten.
  • Überforderung und Informationsflut
    Im digitalen Zeitalter sind wir mit einer enormen Menge an Informationen konfrontiert. Das führt zu kognitiver Überlastung, wodurch wir oft nicht mehr sorgfältig prüfen, sondern schnell entscheiden – oft zugunsten der einfacheren oder emotionaleren Botschaft.

Was genau ist eine Falschmeldung?

Als Falschmeldung oder Fake News bezeichnet man eine falsche oder irreführende Information, die öffentlich verbreitet wird. Manchmal handelt es sich einfach um falsche Informationen, die ohne Manipulationsabsicht verbreitet werden. Häufig dienen Falschmeldungen aber der Desinformation. Bei Desinformation handelt es sich um falsche Informationen, die gezielt verbreitet werden mit der Absicht, zu täuschen, zu manipulieren oder zu schaden.

Falschmeldungen kursieren rasend schnell dank Internet.

Falschmeldungen – kein neues Phänomen

Fake News sind kein neues Phänomen, sondern existieren schon seit Jahrhunderten, lange bevor das Internet und soziale Medien entstanden sind. Neu sind allerdings das Ausmaß und die Geschwindigkeit, mit der sie sich heute digital verbreiten. Das Verständnis dieser historischen Kontinuität hilft, Desinformation gesellschaftlich besser einzuordnen und wirksame Gegenstrategien zu entwickeln. Mehr zum Thema Desinformation können Sie z. B. bei Wikipedia nachlesen.

Die Tabelle bietet einen schnellen Überblick zur Geschichte von Falschmeldungen.

EpocheVerbreitung von Falschmeldungen
AntikeSchon in der Antike wurden gezielt falsche oder irreführende Informationen verbreitet, um politische Gegner zu diskreditieren oder die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Beispiele finden sich in der römischen Republik, wo Propaganda und Verleumdungen Teil politischer Machtkämpfe waren.
Mittelalter und Frühe NeuzeitMit der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert verbreiteten sich Nachrichten schneller, was auch die Verbreitung von Falschinformationen erleichterte. Flugblätter, Pamphlete und Gerüchte wurden genutzt, um politische, religiöse oder wirtschaftliche Interessen zu verfolgen.
19. und 20. JahrhundertIm 19. Jahrhundert entstanden Boulevardzeitungen, die oft sensationslüsterne oder übertriebene Meldungen veröffentlichten. Im 20. Jahrhundert nutzten totalitäre Regime wie das NS-Regime in Deutschland systematisch Propaganda und gezielte Desinformation als Machtinstrument.
Digitale Ära und GegenwartMit dem Aufkommen des Internets und insbesondere sozialer Medien seit den 2000er Jahren hat sich die Verbreitung von falschen Informationen explosionsartig beschleunigt. Die niedrigen Zugangshürden, die hohe Reichweite und die Geschwindigkeit der Verbreitung machen Falschmeldungen heute zu einer globalen Herausforderung.

Soziale Medien und Fake News – eine „ideale“ Kombination

Moderne soziale Medien und das Internet spielen eine zentrale Rolle bei der rasanten Verbreitung von Fake News – sowohl als Katalysatoren als auch als Herausforderung für die Informationsqualität. Sie sind zweischneidige Schwerter im Umgang mit Fake News: Sie ermöglichen einerseits eine beispiellose Informationsverbreitung und Teilhabe, andererseits begünstigen sie die schnelle Ausbreitung von Falschinformationen. Ein bewusster und kritischer Umgang mit diesen Plattformen sowie technische und gesellschaftliche Gegenmaßnahmen sind entscheidend, um die negativen Effekte zu begrenzen.

Hier sind die wichtigsten Aspekte:

  • Schnelle und breite Verbreitung
    Soziale Medien ermöglichen es, Informationen in Sekundenschnelle an Millionen von Menschen weltweit zu verbreiten. Diese Geschwindigkeit und Reichweite begünstigen die virale Verbreitung von Fake News, oft bevor Faktenchecks oder Korrekturen erfolgen können.
  • Niedrige Zugangshürden und Nutzerbeteiligung
    Jeder kann Inhalte erstellen und teilen, ohne redaktionelle Kontrolle oder Qualitätsprüfung. Diese Demokratisierung der Medienproduktion führt dazu, dass auch falsche oder manipulierte Informationen leicht verbreitet werden können.
  • Algorithmen und Filterblasen
    Plattformen wie Facebook, Twitter oder YouTube nutzen Algorithmen, die Inhalte personalisiert ausspielen, basierend auf Nutzerverhalten und Vorlieben. Das führt zu sogenannten Filterblasen, in denen Nutzer vor allem mit Informationen konfrontiert werden, die ihre bestehenden Ansichten bestätigen. Dadurch wird die Verbreitung von Fake News innerhalb bestimmter Gruppen verstärkt.
  • Emotionale und polarisierende Inhalte
    Soziale Medien belohnen oft Inhalte, die starke Emotionen auslösen, da sie mehr Interaktionen generieren. Fake News sind häufig emotional aufgeladen und polarisierend, was ihre Sichtbarkeit und Verbreitung zusätzlich fördert.
  • Problem der Kontrolle und Moderation
    Die schiere Menge an Inhalten macht es für Plattformbetreiber schwierig, Fake News effektiv zu erkennen und zu entfernen, ohne dabei in Vorwürfe von Zensur oder Eingriffen in die Meinungsfreiheit zu geraten.
  • Chancen für Gegenmaßnahmen
    Gleichzeitig bieten soziale Medien auch Werkzeuge zur Bekämpfung von Fake News: Faktencheck-Labels, Warnhinweise, Nutzerberichte und Aufklärungskampagnen können helfen, Desinformation einzudämmen.
Die Psychologie hinter Falschmeldungen ist komplex.

Die Psychologie hinter Falschmeldungen: Warum wir ihnen oft glauben

In einer Zeit, in der Informationen in Sekundenschnelle um die Welt gehen, sind Fake News zu einer ernsthaften Herausforderung für Gesellschaften geworden. Trotz der Verfügbarkeit von Faktenchecks und verlässlichen Quellen fallen viele Menschen auf falsche oder irreführende Nachrichten herein.

Um zu verstehen, warum das so ist, lohnt sich ein Blick in die Psychologie hinter Fake News – in die Mechanismen unseres Gehirns und die sozialen Dynamiken, die ihre Verbreitung begünstigen.

Kognitive Verzerrungen: Die Abkürzungen des Gehirns

Unser Gehirn ist darauf ausgelegt, Informationen schnell zu verarbeiten, um rasch Entscheidungen treffen zu können. Dabei greift es auf mentale Abkürzungen zurück, sogenannte Heuristiken. Diese helfen zwar, den Alltag zu bewältigen, machen uns aber anfällig für Fehlinformationen.

  • Bestätigungsfehler (Confirmation Bias): Wir neigen dazu, Informationen zu suchen, zu interpretieren und zu erinnern, die unsere bestehenden Überzeugungen bestätigen. Wenn eine Fake News in unser Weltbild passt, akzeptieren wir sie eher, während widersprechende Fakten ignoriert oder abgewertet werden.
  • Verfügbarkeitsheuristik: Informationen, die uns häufig begegnen oder emotional besonders stark wirken, erscheinen uns wahrscheinlicher wahr. Fake News nutzen diese Wirkung, indem sie oft wiederholt und mit emotionalen Botschaften verbreitet werden.
  • Anker-Effekt: Die erste Information, die wir zu einem Thema erhalten, prägt unsere Meinung nachhaltig. Selbst wenn spätere Fakten diese Information widerlegen, bleibt der erste Eindruck oft dominant.

Emotionale Trigger: Wenn Gefühle die Vernunft überlagern

Fake News sind oft so gestaltet, dass sie starke Emotionen wie Angst, Wut oder Empörung auslösen. Begriffe dafür sind beispielsweise Click Bait oder Rage Bait, die Leser anziehen und zu Diskussionen anregen. Diese emotionalen Reaktionen schalten unsere kritische Denkfähigkeit teilweise aus. Statt rational zu prüfen, reagieren wir impulsiv und teilen die Nachricht möglicherweise weiter – ohne sie zu hinterfragen.

Emotionen wirken dabei als Verstärker: Sie erhöhen die Aufmerksamkeit für die Nachricht und fördern ihre Verbreitung in sozialen Netzwerken. So können emotionale Fake News besonders viral gehen.

Soziale Bestätigung und Gruppenzugehörigkeit

Menschen sind soziale Wesen und suchen nach Zugehörigkeit und Bestätigung in ihrer Gemeinschaft. Wenn Fake News in der eigenen sozialen Gruppe verbreitet werden, steigt die Akzeptanz, weil wir uns mit der Meinung der Gruppe identifizieren wollen. Diese soziale Bestätigung verstärkt den Glauben an die Falschinformationen und fördert ihre weitere Verbreitung.

Zudem entstehen durch soziale Medien sogenannte Echokammern, in denen Nutzer vor allem mit gleichgesinnten Meinungen konfrontiert werden. Das verstärkt die Wirkung des Bestätigungsfehlers und erschwert den Zugang zu gegenteiligen Informationen.

Mangel an Medienkompetenz: Die Herausforderung der Informationsbewertung

Nicht jeder verfügt über die nötigen Fähigkeiten, um Informationen kritisch zu hinterfragen oder Quellen zu überprüfen. Fehlende Medienkompetenz macht es einfacher, Fake News zu glauben und weiterzuverbreiten. Insbesondere komplexe Themen oder technische Details können ohne fundiertes Wissen schwer zu beurteilen sein.

Medienkompetenz umfasst daher nicht nur das Erkennen von Fake News, sondern auch das Verständnis von Medienmechanismen, die Fähigkeit zur Quellenkritik und das Bewusstsein für eigene kognitive Verzerrungen.

Überforderung und Informationsflut: Wenn zu viel zur Falle wird

Im digitalen Zeitalter sind wir mit einer enormen Menge an Informationen konfrontiert. Diese Informationsflut führt zu kognitiver Überlastung. Oft fehlt die Zeit oder Energie, jede Nachricht sorgfältig zu prüfen. Stattdessen entscheiden wir uns schnell – häufig zugunsten der einfacheren oder emotionaleren Botschaft. Diese Überforderung macht uns anfälliger für Fake News, die oft genau diese einfachen, emotionalen Botschaften bieten.

Die Rolle von Bots bei der Verbreitung von Falschmeldungen

Bots (kurz für „Roboter“) sind Computerprogramme, die Aufgaben automatisiert ausführen. Im Kontext sozialer Medien imitieren sie menschliches Verhalten, indem sie Beiträge liken, teilen, kommentieren oder Nachrichten verbreiten – oft in großem Umfang und mit hoher Geschwindigkeit. Außerdem posten Bots in sozialen Medien und im Internet eigenständig Inhalte. Sie spielen daher eine bedeutende Rolle bei der Verbreitung von Fake News und er Beeinflussung öffentlicher Meinungen.

Jedoch sind nicht alle Bots schädlich. Einige werden konstruktiv eingesetzt, etwa für automatisierte Faktenchecks, Informationsverbreitung oder Kundenservice. Entscheidend ist der verantwortungsvolle Einsatz und die Transparenz.

So manipulieren Bots die Leser

Verstärkung von Fake News

Bots können Fake News massiv verstärken, indem sie:

  • Falschinformationen mehrfach posten und so den Eindruck erwecken, sie seien weit verbreitet und glaubwürdig.
  • Diskussionen manipulieren, indem sie scheinbar viele Menschen mit derselben Meinung simulieren.
  • Hashtags und Trends künstlich pushen, um die Sichtbarkeit von bestimmten Themen oder Falschmeldungen zu erhöhen.
Erzeugung von Echokammern und Filterblasen

Durch die gezielte Verbreitung von polarisierenden oder emotional aufgeladenen Inhalten tragen Bots dazu bei, Meinungen zu verhärten und gesellschaftliche Gruppen zu spalten. Sie fördern ein Umfeld von Filterblasen und Echokammern, in denen Nutzer nur noch gleichgesinnte Inhalte sehen, was durch Algorithmen verstärkt wird:

  • Echokammer
    Eine Echokammer ist ein sozialer oder digitaler Raum, in dem Menschen vor allem mit Informationen und Meinungen konfrontiert werden, die ihre eigenen Ansichten bestätigen. Dadurch werden alternative Perspektiven ausgeblendet, was die eigene Meinung verstärkt und die Wahrnehmung der Realität verzerrt. Echokammern fördern Polarisierung und erschweren den gesellschaftlichen Dialog.
  • Filterblase
    Eine Filterblase ist ein Zustand, in dem Nutzer durch algorithmische Personalisierung im Internet vor allem Inhalte sehen, die ihren bisherigen Interessen, Vorlieben und Meinungen entsprechen. Dadurch werden gegensätzliche oder vielfältige Perspektiven ausgeblendet, was die Wahrnehmung verzerrt und die eigene Meinung bestärkt. Filterblasen können die gesellschaftliche Polarisierung fördern.
Täuschung und Einflussnahme

Bots können schwer von echten Nutzern unterschieden werden, was ihre Wirkung verstärkt. Sie werden oft eingesetzt, um politische Meinungen zu beeinflussen, Wahlkampagnen zu stören oder gesellschaftliche Debatten zu manipulieren.

Wie kann der Verbreitung von Bots entgegengewirkt werden?

Die Erkennung von Bots ist technisch anspruchsvoll, da sie immer ausgefeilter werden und menschliches Verhalten immer besser imitieren. Plattformbetreiber arbeiten mit Algorithmen und manueller Kontrolle, um Bots zu identifizieren und zu sperren, doch das ist ein ständiger Wettlauf. Ihre Fähigkeit, menschliches Verhalten zu imitieren und Diskussionen zu manipulieren, stellt eine große Herausforderung für die Integrität von Online-Debatten dar. Effektive Erkennung, Regulierung und Aufklärung sind notwendig, um die negativen Auswirkungen von Bots einzudämmen und das Vertrauen in digitale Medien zu stärken.

Bots spielen eine große Rolle bei der Verbreitung von Fake News im Internet.

Wie kann man sich und andere vor Fake News schützen? Checkliste

Fake News zu erkennen und ihnen nicht auf den Leim zu gehen, ist eine Herausforderung, die in unserer digitalen Informationsgesellschaft immer wichtiger wird. Zum Glück gibt es bewährte Strategien und Methoden, mit denen man sich wirksam schützen kann – sowohl individuell als auch gesellschaftlich.

✅ Bewusstes Hinterfragen der eigenen Überzeugungen

Der erste Schritt ist, sich der eigenen kognitiven Verzerrungen bewusst zu werden, insbesondere des Bestätigungsfehlers. Das bedeutet:

  • Aktiv nach Informationen suchen, die auch der eigenen Meinung widersprechen.
  • Sich fragen: „Warum glaube ich dieser Nachricht? Passt sie nur zu meinem Weltbild?“
  • Offen sein für neue Perspektiven und bereit, die eigene Meinung zu hinterfragen und gegebenenfalls zu ändern.

Diese kritische Reflexion hilft, voreilige Schlüsse zu vermeiden und die eigene Urteilsfähigkeit zu stärken.

✅ Quellen sorgfältig prüfen

Verlässliche Quellen sind das Fundament für fundierte Informationen. Dabei helfen folgende Tipps:

  • Nachrichtenquellen auf ihre Seriosität überprüfen: Handelt es sich um etablierte Medien mit transparenten Redaktionsprozessen?
  • Bei unbekannten Quellen skeptisch sein und weitere Recherchen anstellen.
  • Faktenchecks nutzen: Es gibt zahlreiche unabhängige Plattformen (z. B. Correctiv, Mimikama, Snopes), die gezielt Fake News entlarven.
  • Auf das Veröffentlichungsdatum achten, um veraltete oder aus dem Kontext gerissene Informationen zu erkennen.

✅ Emotionale Reaktionen erkennen und reflektieren

Fake News sind oft emotional aufgeladen, um unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen und kritisches Denken auszuschalten. Um dem entgegenzuwirken:

  • Eigene Gefühle beim Lesen oder Hören einer Nachricht bewusst wahrnehmen.
  • Sich fragen: „Löst diese Information Angst, Wut oder Empörung aus? Warum?“
  • Einen Moment innehalten, bevor man die Nachricht teilt oder kommentiert.

Diese bewusste Reflexion hilft, impulsive Reaktionen zu vermeiden und die Nachricht sachlicher zu bewerten.

✅ Medienkompetenz gezielt stärken

Medienkompetenz ist die Fähigkeit, Medieninhalte kritisch zu bewerten, Quellen zu prüfen und sich sicher in der digitalen Welt zu bewegen. Sie lässt sich durch Bildung und Training fördern:

  • Teilnahme an Workshops, Kursen oder Online-Trainings zur Medienkompetenz.
  • Nutzung von Leitfäden und Checklisten zum Erkennen von Fake News.
  • Förderung von Medienbildung bereits in Schulen und Bildungseinrichtungen.
  • Austausch in der Familie und im Freundeskreis über den bewussten Umgang mit Medien.

✅ Informationsflut bewusst steuern

Um Überforderung zu vermeiden und die Qualität der Informationen zu verbessern:

  • Medienkonsum bewusst planen und begrenzen.
  • Sich auf wenige, vertrauenswürdige Informationsquellen konzentrieren.
  • Push-Benachrichtigungen und automatische Updates kritisch hinterfragen und gegebenenfalls deaktivieren.
  • Pausen von sozialen Medien und Nachrichten einlegen, um den Kopf frei zu bekommen.

✅ Gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen

Neben der individuellen Vorsicht ist auch das gesellschaftliche Engagement wichtig:

  • Fake News nicht unreflektiert weiterverbreiten.
  • Andere auf Falschinformationen aufmerksam machen und zu kritischem Denken ermutigen.
  • Initiativen und Organisationen unterstützen, die gegen Desinformation arbeiten.
  • Politische und rechtliche Rahmenbedingungen fördern, die Transparenz und Medienvielfalt sichern.

Fazit

Die Psychologie hinter Fake News zeigt, dass es nicht allein an mangelnder Intelligenz oder böser Absicht liegt, wenn Menschen falschen Informationen Glauben schenken. Vielmehr sind es tief verwurzelte kognitive Mechanismen, emotionale Prozesse und soziale Dynamiken, die ihre Verbreitung begünstigen. Ein besseres Verständnis dieser Faktoren ist entscheidend, um wirksame Gegenstrategien zu entwickeln und die Integrität unserer Informationslandschaft zu schützen.

Der Schutz vor Fake News erfordert eine Kombination aus kritischem Denken, bewusster Mediennutzung und aktiver Medienkompetenz. Indem wir unsere eigenen Wahrnehmungsmuster verstehen, Quellen sorgfältig prüfen und emotionale Reaktionen reflektieren, können wir die Verbreitung von Falschinformationen eindämmen. Gleichzeitig ist es wichtig, gesellschaftlich Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam für eine informierte und widerstandsfähige Öffentlichkeit zu sorgen.

FAQ

  1. Was sind Falschmeldungen (Fake News)?

    Es handelt sich um absichtlich verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Sie zielen darauf ab, Meinungen zu manipulieren, Verwirrung zu stiften oder bestimmte Interessen zu fördern. Oft werden sie emotional aufgeladen, um schneller verbreitet zu werden.

  2. Wie verbreiten sich Falschmeldungen?

    Sie verbreiten sich vor allem über soziale Medien, Messenger-Dienste und Online-Plattformen. Die schnelle Teilbarkeit, Algorithmen und Filterblasen verstärken ihre Reichweite und Wirkung, oft bevor sie überprüft oder widerlegt werden können.

  3. Warum glauben Menschen falsche Nachrichten?

    Menschen fallen darauf herein, weil sie kognitive Verzerrungen wie den Bestätigungsfehler zeigen. Emotionale Botschaften, soziale Bestätigung und Informationsüberflutung erschweren kritisches Hinterfragen und fördern die Akzeptanz falscher Inhalte.

  4. Welche Folgen haben Falschmeldungen?

    Sie können gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden, Vertrauen in Medien und Institutionen untergraben und politische Entscheidungen beeinflussen. Sie fördern Polarisierung, Misstrauen und in Extremfällen sogar Gewalt oder Panik.

  5. Wie erkennt man Fake News?

    Typische Merkmale sind reißerische Überschriften, fehlende oder dubiose Quellen, emotionale Sprache und widersprüchliche Fakten. Faktenchecks, Quellenrecherche und kritisches Hinterfragen helfen, die Glaubwürdigkeit von Informationen zu prüfen.

  6. Was ist der Unterschied zwischen falschen Informationen und Desinformation?

    Wenn Falschmeldungen werden absichtlich verbreitet, um zu täuschen oder zu manipulieren, spricht man von Desinformation. Falsche oder irreführende Informationenonen werden aber häufig auch aus Unwissenheit und ohne böse Absicht weitergegeben.

  7. Welche Rolle spielen soziale Medien bei der Verbreitung?

    Soziale Medien ermöglichen schnelle und breite Verbreitung von manipulativen Nachrichten. Algorithmen bevorzugen oft polarisierende Inhalte, und die Nutzer können ohne Kontrolle Inhalte teilen, was die Ausbreitung von Desinformation begünstigt.

  8. Wie kann man sich schützen?

    Schutz bietet kritisches Denken, das Prüfen von Quellen, Nutzung von Faktencheck-Portalen und das Bewusstsein für eigene Vorurteile. Medienkompetenz und bewusster Medienkonsum sind entscheidend, um Falschnachrichten zu erkennen und nicht weiterzuverbreiten.

  9. Was sind Bots und wie beeinflussen sie Falschmeldungen?

    Bots sind automatisierte Programme, die in sozialen Medien Fake News verbreiten und Diskussionen manipulieren. Sie erzeugen künstliche Popularität, verstärken polarisierende Inhalte und erschweren die Erkennung echter Nutzermeinungen.

  10. Gibt es gesetzliche Maßnahmen gegen dieses Phänomen?

    Viele Länder arbeiten an Gesetzen zur Bekämpfung von Desinformation, etwa durch Transparenzpflichten für Plattformen oder Sanktionen bei gezielter Verbreitung. Die Balance zwischen Meinungsfreiheit und Schutz vor Falschinformationen bleibt dabei eine Herausforderung.

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