Auch Grünen-Abgeordneter Giegold auf Lanz-Kurs

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Welchen Unterschied noch mal, Sven?

Welchen Unterschied noch mal, Sven?

Sven Giegold, Europaabgeordneter der Grünen und Gründungsmitglied von attac Deutschland, ist in der Vergangenheit vielfach positiv aufgefallen. Nicht jeder, der etwas bewirken will, muss linientreuer Linker sein. Die Ausfälle Giegolds in der „Zeit“ gegen Sahra Wagenknecht sind allerdings ein trauriges Beispiel für Verspießerung und Systemkonformität seiner Partei. Holdger Platta hat sich von dem einst geschätzten Mitstreiter abgewandt. Hier sein offener Brief:

Sehr geehrter Herr Giegold,

bisher habe ich sehr viel von Ihnen gehalten. Ich bitte Sie aber hiermit, mich aus Ihrem Mailverteiler zu nehmen.

Sie haben in der letzten „Zeit“ Sahra Wagenknecht (sowie die Linkspartei) in die Nähe der AfD gerückt. Das ist an Niveaulosigkeit nicht mehr zu unterschreiten. „Unterirdisch“, sagt man ja wohl heute…

Wenn Sie nicht begreifen, daß Sahra Wagenknecht wie die meisten anderen aus der Linkspartei gegen die zunehmende Entmenschlichung dieses Austeritäts-Europa vorgehen wollen, gegen dieses Europa der systematischen Menschenverelendung, dann haben Sie gar nichts begriffen – schon gar nicht Ihre Aufgabe als Politiker auf der Seite einer ebensolchen Politik.

Wenn Ihnen Ihre Zeit nicht zu schade ist, gegen MitkämpferInnen – zugegeben: aus einer anderen Partei – in der „Zeit“ anzuschreiben (bzw. anschreiben zu lassen), wenn Sie lieber kleinkarierte Parteipolitik betreiben wollen statt
Politik gegen die brutale Zerstörung eines sozialen Europas, gemeinsam, achgottachgott, mit PolitikerInnen auch aus anderen Parteien: mir ist ab sofort die Zeit zu schade, Ihre Mails zu lesen und sie sogar – was vielfach geschehen ist – an Dutzende von Menschen weiterzuleiten.

Ich bin sehr, sehr enttäuscht von Ihnen. Und in der Tat: diese meine Mail werde ich weiterleiten an alle jene, die ich bisher mit Ihren Mails – nunmehr muß man ja sagen – b e h e l l i g t hatte. Diese AdressatInnen dürfen sehr wohl diese meine Mail auch veröffentlichen.

Am liebsten würde ich an dieser Stelle Max Liebermann zitierten – „Ich kann gar nicht so viel essen…“ -, aber lassen wir das!

Nur by the way: ich bin unanhängiger Journalist, kein Parteimitglied der LINKEN.

Mit traurigen und zornigen Grüßen

Holdger Platta

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