Beiträge von Roland Rottenfusser

Die Welt-Stasi

Der NSA-Skandal ist aus den Nachrichten verschwunden, doch der Ausbau einer globalen Totalüberwachung geht ungebremst weiter. Der NSA-Überwachungsskandal ist nur ein Symptom für eine noch viel umfassendere und Besorgnis erregendere Entwicklung: Die USA dominieren den Rest der Welt mittlerweile in einem Ausmaß, von dem frühere Weltreiche nur hätten träumen können. Nicht nur, dass das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ auf fast jedem Territorium der Erde macht, was es will – auch die Reaktionen der Nationalstaaten darauf sind deutlich von Angst diktiert. Gegen die US-Regierung und ihren zum monströsen Welt-Tyrannen angeschwollenen Sicherheitsapparat hilft jetzt aber nur noch der entschlossene Widerstand der unterworfenen Länder.  Roland Rottenfußer (mehr …)

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Die Meistermacher

Interview mit Demian Dröge, Chef von «LightBiz», einer Agentur für Guru-Casting und -Coaching.  Noch immer glauben viele Menschen, dass Meisterschaft eine Naturbegabung sei, die quasi spontan vom Himmel fällt. Dabei beweisen prominente Fälle wie der Dalai Lama oder Krishnamurti, dass erfolgreiche spirituelle Lehrer von Experten gesucht, gefunden und für ihre Aufgabe systematisch präpariert worden sind. Recherchen ergaben: Guru-Karrieren werden in viel grösserem Ausmaß als bisher bekannt von Marketing- und Imageberatern «gemacht». Aus nahe liegenden Gründen wird die Existenz solcher Guru-Casting-Agenten jedoch in der «Szene» gern verschwiegen. «Wüssten die Menschen davon, dann müsste die gesamte jüngere Geschichte der spirituellen Bewegungen neu geschrieben werden», heisst es in Insiderkreisen. Umso gespannter war wir in der Redaktion, dass einer von ihnen, Demian Dröge, nach langem Zögern endlich bereit war, sich unseren Fragen zu stellen.  Roland Rottenfußer
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Monströse Zukunft

Filmszene aus „Mary Shelley“

Der Frankenstein-Mythos deutet auf heutige Versuche voraus, ethische Grenzen zu überschreiten. „Niemand wählt das Böse, weil es böse ist, sondern nur weil er es irrtümlich für das Glück und höchste Gut hält, nach dem er verlangt“, schrieb Mary Shelley. Nach unzähligen teils seichten Verfilmungen des Frankenstein-Stoffs, ist es erfreulich, dass jetzt eine Hollywood-Produktion über das Leben der Schriftstellerin ins Kino kommt. Der Mythos wird damit gerade rechtzeitig ins öffentliche Bewusstsein gerückt, um auf die Gefahren des technologischen Fortschritts aufmerksam zu machen, die u.a. mit Gentechnik, Roboterisierung und Biotechnologie drohen. Darf der Mensch alles, was er kann? Und gebiert menschliche Hybris Monster? Sich solche Fragen zu stellen, war nie notwendiger als heute.  Roland Rottenfußer (mehr …)

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Winterschlaf für die Seele

Neue Wege aus der Winterdepression. Weihnachtshektik, Winterurlaubs-Stress und Silvesterabsturz sind Phänomene des modernen Lebens. Unsere Vorfahren versuchten eher, die Zeit um die Wintersonnwende und die geheimnisvollen „Rauhnächte“ als absolute Ruheperiode zu gestalten. Nicht umsonst, denn Körper und Seele melden „zwischen den Jahren“ ein größeres Ruhebedürfnis und  gesteigerte Sensibilität an – vergleichbar dem Winterschlaf bei Tieren. Wenn wir auf die Signale unserer Seele hören, können Krisensymptome wie Grippe, Winterdepression und Burnout vermieden werden. Ein bewusst geplantes Winter-Retreat schafft die besten Voraussetzungen, um das Neue Jahr erholt und kraftvoll zu beginnen.  Roland Rottenfußer (mehr …)

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Kontemplation – das Geschenk in uns wecken

Die Wirksamkeit von Kontemplation widersprich weder wissenschaftlichen Erkenntnissen noch schließt sie aktive Beteiligung an gesellschaftlichen Veränderungen aus. Vielmehr wird sich der kontemplativ Geübte bewusster der Welt (wieder) zuwenden. Er wird bei allem, was er tut, stärker verbunden sein mit seinem „inneren Heiligtum“, das ihm Kraft und Gelassenheit verleiht. Man kann Kontemplation auf verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichen Absichten praktizieren: nur als „Stress reduzierende“ Form der Gesundheitsvorsorge oder tatsächlich, um Gott in sich selbst zu begegnen. In jedem Fall fügt uns Kontemplation nichts hinzu, was nicht schon als Potenzial in uns angelegt wäre. Kontemplation ist, wie ich in meinem letzten Artikel zum Thema beschrieben habe, die Praxisform der Mystik, deshalb bleibt eine rein theoretische Betrachtungsweise letztlich unzureichend. Roland Rottenfußer (mehr …)

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Kontemplation – die Praxisform der Mystik

„Schauen ins eigene Selbst, Schauen des Göttlichen in uns“ – so beschreibt Willigis Jäger die Kontemplation. Der Alltagsreligion im Westen hat mit Mystik nicht viel am Hut – vielleicht auch weil uns eine tiefe, intime Verbindung zum Selbst unabhängiger machen würde von geistlichen und weltlichen Autoritäten. Insbesondere kennzeichnet den christlichen Kulturkreis ein Defizit an spirituellen Übungen – ob Körper-, Energie- oder Meditationsübungen. Der Gegensatz zwischen aktivem und kontemplativem Leben ist noch geläufig; unter dem Druck der ökonomischen Verhältnisse hat sich aber ein starkes Übergewicht der (effizienten) Aktivität herausgebildet. Reflexion, Besinnung, Konzentration, Versenkung kommen zu kurz – mit schwer wiegenden Folgen für die geistige Verfassung der Einzelmenschen wie auch der Gemeinschaft.  Roland Rottenfußer (mehr …)

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Drei Engel für Angela

Der Schaukampf um den CDU-Vorsitz zeigt vor allem eines: Es ist in Deutschland viel zu einfach, Kanzler zu werden. Wer am kommenden Freitag gewinnt, hat es geschafft: den fast barrierefreien Zugang zur Kanzlerschaft. Merz, Kramp-Karrenbauer oder Spahn werden eines der gewichtigsten Ämter der „freien Welt“ einnehmen. Dem oder der Vorsitzenden ist die Kanzlerkandidatur dann nicht mehr zu nehmen. Und da die SPD als ernsthafte Konkurrenz ausfällt, kann selbst der „Souverän“, also der Wähler, den Durchmarsch dieser Person zur Macht nur noch theoretisch verhindern. Wie konnte es so weit kommen? Und was haben wir von den „fantastischen Drei“ zu erwarten?  Roland Rottenfußer (mehr …)

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Grüner wird’s nicht!

Die öko-neoliberale Republik und die Entsorgung der sozialen Frage. Das werden die anderen Parteien grün vor Neid: Die SPD hat Platz 2 innerhalb der Parteienlandschaft für die AfD freigemacht, und nachgerückt sind – die Grünen. Selbst ein Kanzlerkandidat Robert Habeck scheint in Reichweite. Der Vogel mit den zwei „realpolitischen“ Flügeln hebt ab. Federn gelassen haben vor allem die Ideale des Anfangs. Daran ändert auch halbherzige Kosmetik an den Sozialsystemen nichts.  Roland Rottenfußer (mehr …)

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Warum wir uns den Schuld-Schuh anziehen

„Macht macht Schuld, weil sie die Regeln festlegt, nach denen diese bemessen wird. Und Schuldgefühle sind oft der Versuch, den inneren Moralkompass wieder auf die Macht auszurichten.“ Zu einer Schuldkultur gehören immer zwei Seiten: Die Neigung von Einzelpersonen und Institutionen, Schuldvorwürfe zu erheben, ist die eine Seite; die offenbar grenzenlose Bereitschaft vieler Menschen, Schuldvorwürfe auch anzunehmen, ist die andere. In diesem leicht bearbeiteten Auszug aus seinem Buch „Schuldentrümpelung“ (mit Monika Herz) geht Roland  Rottenfußer vor allem der Frage nach, warum wir oft so leicht bereit sind, uns Schuldgefühle „in die Schuhe schieben“ zu lassen. (mehr …)

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Anpassung an Rechte ist kein Antifaschismus

10 gebräuchliche Un- und Halbwahrheiten zur Flüchtlingsfrage. Wir kennen alle solche Argumente: „Man muss Fluchtursachen bekämpfen statt eine naive Willkommenskultur zu pflegen“. „Zuwanderung wird von den Wohlhabenden befürwortet, aber die kleinen Leute müssen die Last tragen“. „Die Systempresse bauscht den Rechtsruck nur auf.“ „Großkonzerne habe Migranten ins Land gelockt, deshalb sollten Linke gegen Zuwanderung sein.“ Und natürlich der Klassiker: „Rechte bekämpft man am besten, indem man möglichst hart mit Flüchtlingen umgeht.“ Diese Argumentationsmuster begegnen wir überall, manchmal auch in unserem eigenen Geist. Nicht alles an den Narrativen der Zuwanderungsskeptiker ist komplett falsch. Vielmehr handelt es sich oft um Halbwahrheiten, und manches ist einfach nicht gut zu Ende gedacht. Wir sollten uns davon nicht ins Bockshorn jagen lassen und bei unserer Wahrheit bleiben. (Roland Rottenfußer) (mehr …)

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