Beiträge von Roland Rottenfusser

Die Wehleidigkeit der Täter

Ein Staat, der ein ganzes Land terrorisiert, zeigt sich besorgt über eine angeblich aufkeimende Terrorneigung der Corona-Protestbewegung. Ein Gespenst geht um in Deutschland: das Gespenst des Terrorismus. Es zeigt seine Fratze bei vielen Gelegenheiten: der von einem Auto eingedellte Zaun des Kanzleramts, rüde Beschimpfungen des Gesundheitsministers oder eine Grabkerze vor der Wohnung der Thüringer Ministerpräsidenten Ramelow. Da sieht so mancher schon einen neuen Andreas Baader oder Osama bin Laden am Werk. Und zeigen die „Attentate“ nicht auf das deutlichste, wes Geistes Kind die Kritiker der volksbeglückenden Corona-Maßnahmen sind? Lassen wir doch die Kirche im Dorf! Wir haben es hier mit der Bonsai-Version von „Terror“ zu tun, und die wenigen, relativ harmlosen Vorfälle passen den Corona-Scharfmachern nur allzu gut ins Konzept. So gut, dass man sie geradezu hätte erfinden müssen, hätten sie nicht wirklich stattgefunden. Es erheben sich angesichts dieser medial aufgeblasenen Farce jedoch ein paar ernsthafte Fragen: Könnte aus der derzeitigen politischen und emotionalen Gemengelage nicht tatsächlich Terrorismus entstehen? Wenn ja, wessen Schuld wäre es? Und wer terrorisiert hier eigentlich wen? Roland Rottenfußer (mehr …)

5 Weiterlesen

Das Totenhaus – eine abgeschlossene Geschichte (1)

Erste Episode: Die Drohne. Vorgeschichte: Der Held dieser Erzählung, ein allein stehender Mann mittleren Alters, hatte mit seinem Freund Werner eine Streckenwanderung unternommen und die Nächte jeweils wild campend im Wald verbracht. Beide hatten also einige Tage keinen Kontakt zur Zivilisation gehabt. Sie wussten somit nicht, dass in der Zeit, während sie „abgetaucht“ waren, das Cornetto-Virus ausgebrochen war und das Geschehen im Land sowie alle Medien seit Tagen komplett dominierte. Aus dem Wald kommend, erspähten Werner und der Erzähler ein paar Menschen, die merkwürdige Masken vor dem Mund trugen. Als sie sich nähern wollten, um die Passanten nach dem Sinn dieser Verkleidung zu befragen, wichen diese entsetzt zurück und fingerten nervös auf ihren Smartphones herum. Wenig später erschien eine Eingreiftruppe der Health Security, in Ganzkörperplastikanzüge gehüllt und mit durchsichtigen Schilden vor dem Gesicht, die die beideren Wanderer verhaftete. Jeder von ihnen wurde einzeln in seine Wohnung verfrachtet und über die jetzt geltenden strengen Regeln belehrt: Sie hatten sich – wie fast alle Bürger des Landes – bis auf Widerruf in Quarantäne zu begeben und durften ihre Wohneinheit nicht verlassen. Dies sind einige Episoden aus dem Quarantäne-Alltag des Helden. Roland Rottenfußer (mehr …)

2 Weiterlesen

Die phobische Gesellschaft

Die Corona-Panikmacher kennen nur eine Form des Umgangs mit der Angst: Vermeidung – diese ist aber ungeeignet, um Phobien zu heilen. Angst kennen wir alle, ja. Aber was ist die richtige Art und Weise, mit ihr umzugehen? Hier kommt es ganz darauf an, ob eine Angst politisch erwünscht oder unerwünscht ist. Wenn sie – wie die Angst vor Ansteckung mit Corona – einflussreichen Kreisen ins Konzept passt, geht es auf einmal gar nicht mehr darum, die Störung zu überwinden und zu heilen; vielmehr werden Furcht und Panik zum Kulturideal erklärt. Psychotiker haben Angst vor Ereignissen, die mit Sicherheit nie eintreten werden. Das unterscheidet sie von Neurotikern, die lediglich fürchten, was mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit eintritt. So gesehen leben wir bereits jetzt in einer zutiefst neurotischen Gesellschaft, sagt der Wiener Psychiater Raphael Bonelli. Und das Schlimme ist: Nicht-Phobiker, also gesunde Menschen, werden als leichtsinnig und rücksichtslos abgekanzelt. Dabei gibt es für Neurosen beziehungsweise Phobien durchaus andere – wirksamere – Therapiemethoden als Vermeidungsverhalten. Hier ein Überblick. Roland Rottenfußer
(mehr …)

2 Weiterlesen

HdS wegen Urlaubs nächste Woche mit ausgedünntem Programm

Roland Rottenfußer, Botanischer Garten, München

Liebe Leserinnen und Leser von „Hinter den Schlagzeilen“,

vom 07. bis einschließlich 16.11. mache ich ein bisschen Urlaub. Und „natürlich“ muss ich den zuhause verbringen, weil meine Obrigkeit alle Möglichkeiten, sich anderswo einzumieten, verboten hat. Da ich derzeit keine Urlaubsvertretung habe, kann HdS in diesem Zeitraum nur mit einem etwas „ausgedünnten“ Programm erscheinen. Zum Glück gibt es technisch die Möglichkeit, Beiträge vorzuprogrammieren. Bitte habt also etwas Geduld, wenn es in unserem Magazin für ein paar Tage wenig neue, selbst produzierte Werke geben wird. Das kommt alles wieder.

Ich danke Euch herzlich für die regen Besuche in den letzten Wochen. Bitte denkt auch daran, weiter für die GriechInnenhilfe zu spenden. Wir werden zwar wegen Urlaubs in der nächsten Woche keinen Spendenaufruf von Holdger Platta veröffentlichen können, die Notwendigkeit, verarmte Griechinnen und Griechen zu unterstützen, besteht aber unvermindert.

Allen bis dahin noch eine schöne Zeit – „trotz alledem“.

Euer Roland Rottenfußer

 

5 Weiterlesen

Der anmaßende Staat

Black Lives Matter-Protest in Virginia, Foto: Bdward3, Lizenz: Creative Commons

Black-Lives-Matter-Proteste und Demos für die Grundrechte gehören zusammen — beide richten sich gegen eine gewalttätige Obrigkeit. Viele haben es bemerkt: Die antirassistischen Demonstrationen nach dem Mord an George Floyd in den USA wurden von Presse und Politik weitaus freundlicher kommentiert als jene, die sich gegen die Corona-Maßnahmen der deutschen Regierung richteten. Die Kritik an diesem unfairen Messen mit zweierlei Maß sollte aber niemanden dazu verführen, eine Art Aversion gegen die antirassistische Bewegung zu entwickeln. Wer findet, dass der „Mainstream“ auf die Anliegen von Schwarzen keine korrekte Antworte gegeben hat, sollte eine bessere geben, anstatt — wie es vielfach geschieht — zum Thema Rassismus zu schweigen. Beide Demonstrationsbewegungen sollten einander nicht als Konkurrenten sehen, sondern als einander ergänzende Formen der Gegenwehr gegen eine zunehmend übergriffige und gewalttätige Obrigkeit. Roland Rottenfußer

(mehr …)

0 Weiterlesen

Der Todesstoß

Die Regierenden machen aus dem Notstand einen Dauerzustand — wehren wir uns jetzt, sonst war‘s das mit Freiheit und Demokratie. Die Regierung zieht wieder mal die Zügel an und hat einen neuen Lockdown beschlossen — vermeintlich „light“, als handele es sich um fettarmen Quark. Sie signalisiert uns damit, dass sie es bitter ernst meint mit dem organisierten Wahn. Unser Schnupperpraktikum als Bürgerinnen und Bürger einer Diktatur wird in eine Festanstellung umgewandelt. Wir werden weiter dauerhaft mit Ängsten regiert und in unseren Freiheitsrechten beschnitten werden. Dabei werden uns rhythmisch und gnadenhalber Lockerungen in Aussicht gestellt werden, wird man uns mit fein dosierten Hoffnungs-Häppchen gefügig halten. Freiheit gibt es immer nur im Vorgriff auf ihre jederzeit mögliche Einschränkung. Eine reduzierte, eingehegte Freizügigkeit unter Virusvorbehalt. An der Schwelle zu einem neuen globalen Zeitalter des Despotismus müssen wir uns jetzt entscheiden: Wollen wir eine weitestgehende Absicherung gegen das Sterberisiko um den Preis, ein eigentlich lebloses Leben zu führen? Wie wir wählen, ist auch eine Frage des Mutes. Denn Freiheit und Lebendigkeit gibt es nie ganz ohne Risiko — wie alles, was wirklich von Wert ist. Roland Rottenfußer

(mehr …)

48 Weiterlesen

Die Milch-Macht

In ihren Auswirkungen auf Klima und Gesundheit ist die Herstellung von Milchprodukten ähnlich schlimm wie die Fleischproduktion. Es ist der riesengroße blinde Fleck in den aktuellen politischen Debatten: Wenn wir die beiden wichtigsten politischen Themen der letzten beiden Jahre betrachten — Klima und Corona —, so stellen wir fest, dass bei beiden Krisen die Massentierhaltung massiv ursächlich beteiligt war. Zum Thema machen dies die Medien jedoch nur selten — wenn nicht gerade ein „unübersehbarer“ Skandal wie im Fall Tönnies die Republik erschüttert. Und auch dann werden die richtigen Schlussfolgerungen nur selten gezogen. So gut wie nie wird dazu geraten, den eigenen Fleisch- und Milchkonsum drastisch zu reduzieren, obwohl dies bitter notwendig wäre. Übrigens auch, weil tierische Nahrungsmittel — speziell wenn sie schadstoffverseucht sind — das menschliche Immunsystem schwächen, was auch die Anfälligkeit für die so gefürchteten Viren erhöht. Vor allem aber, weil die Fleischproduktion auf unserem Planeten die Umweltsau Nr. 1 ist. Und die Milch? Macht‘s noch schlimmer. Roland Rottenfußer

(mehr …)

1 Weiterlesen

Corona und der Tod

Wollen wir ein totes Leben, um uns den Tod vom Leib zu halten? Bringt Corona den Tod? Ja, es bringt uns den Tod – ins Bewusstsein. Der Schock, dass uns unsere Sterblichkeit so drastisch vor Augen geführt wird, führt dazu, dass quasi das ganze Leben lahmgelegt wird, um nicht zu sterben. So macht der fast weltweite Lockdown ungewollt etwas sehr Grundlegendes deutlich: Wer nicht sterben kann oder will, kann auch nicht leben! Der Preis der unbedingten Vermeidung des Todes ist der Verlust des Lebens, der Lebendigkeit. Corona zeigt es. Sehen wir es? Wilfried Nelles
(mehr …)

1 Weiterlesen

Das schlafende Monster

Mit der derzeitigen Nullzinsphase scheint sich der Traum von Geldreformern zu erfüllen — trotzdem ist der Schuldenrekord von Olaf Scholz ein gefährliches Spiel. Viele hatten darauf gehofft: Der Zins, so seine Kritiker, verführt dazu, Geld dem Wirtschaftskreislauf zu entziehen. Der Mehrheit der Verlierer wird auf diese Weise andauernd ein „Tribut“ abgepresst, der die Wirtschaft und die Lebensqualität erstickt — zur Freude weniger Profiteure. Nun aber: Nullzinsen oder gar Negativzinsen für Privatkunden. Medien jubeln sogar, die derzeitige Rekordverschuldung des Bundes infolge von „Corona-Hilfen“ sei gar nicht so schlimm. Der Finanzminister könne angesichts von Minuszinssätzen Gewinne machen. Ist jetzt alles gut? Hat sich der Traum von einer „Umlaufsicherung“ erfüllt, die für Wohlstand sorgt, weil Reiche gezwungen sind, Geld auszugeben, anstatt es zu horten? Ein Blick auf die Weltlage zeigt: Es ist nicht ganz so einfach. Schulden sind auch ohne hohe Zinssätze eine Belastung. Und da es Investoren keineswegs zugemutet werden kann, für Geld auch zu arbeiten, wird Anlagekapital immer nach Möglichkeiten suchen, sich auf Kosten der Arbeitenden zu vermehren. Roland Rottenfußer

(mehr …)

3 Weiterlesen

Die Diktatur-Versteher

Traditionell linke Ideologie-Ansätze offenbaren in der Stunde der größten Bedrohung für die Freiheit ihre Schattenseiten. Linke sind Antifaschisten. Alles menschliche Leben ist für sie von gleichem Wert. Sie geben wissenschaftlicher Rationalität den Vorzug vor irrationalen oder religiösen Spekulationen. Sie lehnen den Liberalismus in der Wirtschaft ab, weil zum Wohle der „Schwachen“ in der Gesellschaft die Freiheit der „Starken“ eingeschränkt werden muss. Die Profitwünsche des Kapitals, die sich immer mehr Lebensbereiche unterworfen haben, sind ihnen suspekt. So gesehen haben wir es mit einer zutiefst humanen Weltanschauung zu tun, die absolut unterstützenswert ist. Und dennoch hat die Corona-Krise zu starken Irritationen bei Linken-Anhängern geführt. Manche reiben sich die Augen und können gar nicht glauben, was sich da abspielt: Demokratie und Freiheitsrechte sehen sich unter Berufung auf den Gesundheitsschutz den schlimmsten Angriffen seit 75 Jahren ausgesetzt. Und was tut die Linke? Sie kämpft — auf Seiten der Täter. Wer diese Vorgänge verstehen will, muss zu den Wurzeln linker Ideologie-Ansätze vordringen. Es zeigt sich, dass gesunde Wurzeln keine Garantie dafür sind, dass ein Baum auch schöne Früchte trägt. Roland Rottenfußer (mehr …)

39 Weiterlesen

Start typing and press Enter to search