Beiträge von Roland Rottenfusser

Die Kriegs-Schreiber

Das Jahr 1914 zeigt, wie Propaganda auch Künstler und Intellektuelle in militaristische Ja-Sager verwandeln kann. Menschen dazu zu bringen, Haus und Familie zu verlassen, Strapazen und Demütigungen zu ertragen, ihr Leben zu riskieren und Fremde, denen sie noch nie zuvor begegnet sind, zu erschießen – das ist keine kleine Herausforderung für die Kunst der Volksbeeinflussung. Aber es ist eine lösbare, wie die Geschichte der Kriege beweist. 1914, das Jahr, in dem der Erste Weltkrieg begann, wird daher zu Recht oft als warnendes Beispiel zitiert. Mangelnder Widerstand, ja breite Kriegsbegeisterung des Volkes, das fast vollständige Versagen der „Eliten“ und hohlköpfiger Patriotismus trieben damals auch Deutschland in den bis dahin schrecklichsten Krieg der Weltgeschichte. Auch damals gab es eine Attraktivitäts-Initiative für das Militär, wie sie Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer heute betreibt. Roland Rottenfußer (mehr …)

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Freie Wahl der Realitätsebene

Virtuelle Realität kann süchtig machen – und sie ist ein Protest gegen die „wirkliche Wirklichkeit“, die uns geboten wird. Der ARD-Film „Play“ von Philip Koch zeichnet das Porträt eines spielsüchtigen Mädchens, fulminant verkörpert von Emma Bading (bekannt aus „Grüner wird’s nicht“ mit Elmar Wepper). Daran knüpfen sich interessante Betrachtungen über die Ursachen von Sucht an. Wer ist verantwortlich für Phänomene von „Eskapismus“ – die, die entfliehen wollen oder jene, vor denen sensiblere Naturen gern fliehen würden? (Noch verfügbar in der ARD-Mediathek) Roland Rottenfußer

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Die Retter

Zuwanderung ist, wie wir aus berufenem Munde wissen, die „Mutter aller Probleme“. Wird diese Frage gelöst, verschwinden alle anderen Probleme wie von selbst. Nur wie? Denn immer noch weigern sich nicht wenige Afrikaner und Araber, aus Rücksicht auf die Besorgnis deutscher Bürger einfach zuhause zu bleiben. Eines ist dabei klar: Mit Gutmenschentum werden wir die Krise nicht in den Griff bekommen. Vielmehr findet sich das Gute dort, wo man es auf den ersten Blick gar nicht vermuten würde: in der Verweigerung von Hilfe aus einem tiefergehenden Bewusstsein von Verantwortung heraus. (Satire: Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Die Nation — Bollwerk gegen die Globalisierung oder gefährlicher kollektiver Narzissmus?

Nationen erleben als Bollwerke gegen die Globalisierung eine Renaissance — sind aber keine Lösung für die Probleme unserer Zeit. Der Internationalismus hat aufgrund des destruktiven Wirkens globaler Konzerne und transnationaler Militärbündnisse moralisch abgewirtschaftet. Infolgedessen hat die Nation als vermeintlicher Schutzraum gegen die Globalisierung eine überraschende Renaissance erlebt. Sie hat es aus der Mottenkiste der Geschichte wieder ganz vorne auf die Agenda geschafft, wie etwa die Entwicklung in Osteuropa, Italien und den USA, aber auch die Erfolge der AfD in Deutschland zeigen. Die Wiederentdeckung des „Eigenen“ ging leider auch mit einer Abwertung des „Fremden“ einher. Wir sollten den Terror der Übergröße abschütteln, wie er sich in Gebilden wie EU und NATO zeigt, und uns auf die kleinen Räume besinnen. In ihnen können die Menschen Vertrautheit erleben und das Gefühl entdecken, etwas bewirken zu können. Ein mythologisch aufgeblähter Nationen-Begriff ist dabei allerdings der falsche Weg. Denn die Nation ist nichts als eine Erzählung, die sich ihre Erzähler unterwirft und vom Menschen millionenfache Blutopfer gefordert hat. Roland Rottenfußer (mehr …)

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Gespräch mit einem Nahrungsmittel 3/3

3. Teil: Besuch vom Tierpsychologen. Was wäre, wenn eine überlegene außerirdische Spezies uns einfangen und „Menschenhaltung“ praktizieren würde? Würden sie uns gut behandeln – oder doch eher so, wie wir mit Tieren umgehen? Wir können nur hoffen, dass die in dieser Satire ausgebreitete Vision niemals Wirklichkeit wird. Zunächst aber enthalten unsere beiden Gefangenen ungewöhnlichen Besuch und erfahren endlich die Wahrheit über ihre Bestimmung…  Roland Rottenfußer
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Gespräch mit einem Nahrungsmittel (2/3)

2. Teil: Plötzliche Enthüllung. Was wäre, wenn eine überlegene außerirdische Spezies uns einfangen und „Menschenhaltung“ praktizieren würde? Würden sie uns gut behandeln – oder doch eher so, wie wir mit Tieren umgehen? Wir können nur hoffen, dass die in dieser Satire ausgebreitete Vision niemals Wirklichkeit wird. Zunächst aber keimt in der unglücklichen Liebesgeschichte unseres Helden Hoffnung – doch ein grauenhaftes Geheimnis wird den beiden Gefangenen enthüllt…  Roland Rottenfußer (mehr …)

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Gespräch mit einem Nahrungsmittel ,Teil 1/3

Szenenfoto aus „Planet der Affen“, Franklin J. Schaffner, 1968

1. Teil: In Gefangenschaft Was wäre, wenn eine überlegene außerirdische Spezies uns einfangen und „Menschenhaltung“ praktizieren würde? Würden sie uns gut behandeln – oder doch eher so, wie wir mit Tiere umgehen? Wir können nur hoffen, dass die in dieser Satire ausgebreitete Vision niemals Wirklichkeit wird. Zunächst aber hat der Held unserer Geschichte mit einer ganz besonderen, unglücklichen Liebesgeschichte zu kämpfen. Roland Rottenfußer (mehr …)

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Der HdS-Herausgeber und -Redakteur Holdger Platta wird heute 75

Holdger Platta stieß vor sechs Jahren zu „Hinter den Schlagzeilen“ und ist seither in vielfältiger Funktion für uns tätig: als Redakteur, der Texte schreibt und vermittelt, die zu den Höhepunkten im Schaffen dieses Magazins gehören. Als Anreger, Organisator und Mitmischer in so vielen Bereichen, die Inhalt, Auftritt und Publikums-Verbindung unserer Webseite betrifft. Als fleißiger und geduldiger Diskutant in unserer Kommentarspalte. Als Initiator und schier unermüdlicher Vorantreiber der großartigen Hilfsaktion für Griechenland, die mittlerweile schon viele Menschen in gebeutelten Griechenland in ihrer sozialen Notlage unterstützen konnte. Seit einigen Jahren auch mit seinem Verein „Initiative für eine humane Welt“ (IHW) als Herausgeber von HdS, der durch gelegentlich zähe Vereinsarbeit die organisatorischen Strukturen bereitstellt, um für unser Magazin Spenden einzunehmen. Wir wünschen Holdger Platta von Herzen alles Gute zu seinem beachtlichen Dreivierteljahrhundert und natürlich ihm – wie uns – viele weitere schöpferische Jahre. (Text, wo nicht anders angegeben, von Roland Rottenfußer) (mehr …)

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Draußen ganz bei sich

Naturmeditation ist Slow Food für die Seele. Meditation und Naturerleben werden meist als getrennte Bereiche gesehen. Man meditiert im stillen Kämmerlein oder geht im Wald spazieren – dann meist in Gespräche oder Gedanken vertieft. Wer sich jedoch darauf einlässt in und mit der Natur zu meditieren, erschließt sich eine unerschöpfliche Quelle der Kraft, Freude und Erholung. Naturmeditation ist auch Zwiesprache der Seele mit sich selbst, denn Außen- und Innenwelt sind ineinander verschränkt.   Roland Rottenfußer (mehr …)

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Wie widerstehen?

Der notwendige Massenprotest benötigt, um nachhaltig zu sein, Visionen und Gemeinschaft. In Deutschland dümpelt der längst überfällige Massenprotest gegen die angemaßte neoliberale Plutokratie vor sich hin. Es fehlt schlicht an der Fähigkeit, sich eine bessere Welt vorzustellen. Ein Grund für die Kapitulation der schöpferischen Fantasie vor der „Realpolitik“ ist das zu Unrecht schlechte Image von Visionen. Es reicht nicht aus, wenn man aus Protest gegen die neoliberal dominierte Weltordnung einmal zu einer Demo geht und sich dann darüber beklagt, dass die Mächtigen nicht sofort ehrfürchtig zusammenzucken. Wir brauchen Widerstandsformen, die längerfristig durchzuhalten und in das Alltagsleben des Einzelnen integrierbar sind. Politisch aktive „Gemeinden“, die den ganzen Menschen in all seinen Lebensaspekten sozial unterstützen, könnten ein Lösungsansatz sein. Roland Rottenfußer (mehr …)

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