Beiträge von Roland Rottenfusser

Der Digitalisierungswahn

Innovationsopportunisten blasen zum Angriff auf unsere Kultur. Eigentlich ist es absurd: In Deutschland werden Tausende in die Armut getrieben, durch miese Renten und Löhne, überhöhte Mieten, Steuern und Abgaben. Überall auf der Welt brennt es, sterben und verhungern Menschen – und Politiker halten es für vordringlich, zu fordern, dass mehr Informationseinheiten im Datenverkehr in Nullen und Einsen umgerechnet werden. Kinder und Jugendliche können ihre Blicke schon jetzt kaum noch von den flimmernden Bildschirmen der Smartphones, Tablets und Notebooks lösen – und Christian Lindner fordert, zu Heilungszwecken die Dosis des Gifts zu erhöhen. Unsere Gesellschaft befindet sich im Würgegriff einer immer aggressiver agierenden Elektronikindustrie, sekundiert von ihren Lobbyisten in den Parteien, die im Chor das Mantra „Digitalisierung“ intonieren. Das Ziel der Kampagne ist nicht nur, Arbeitnehmerrechte aufzuweichen; intendiert ist eine Cyborg-Menschheit, die für die Zwecke der Wirtschaft leichter handhabbar ist. (Roland Rottenfußer)

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Der Hybrid-Mann, Teil 2/2

„Transhumanismus“ ist in aller Munde. Aber wie genau könnte so ein Menschen-Upgrade aussehen, wie könnte es sich verhalten? Im ersten Teil dieser Geschichte gestand Anna ihrem Ex, dem Erzähler, dass ihr neuer Liebhaber ein gentechnisch verbesserter Mensch neuen Typs sei, in jeder Hinsicht „perfekt“, wie sie ihm unter die Nase rieb. Da muss unser ziemlich normaler Erzähler, der noch im beklagenswerten Status des „alten Menschen“ gefangen ist, den Vergleich durchaus fürchten. Als er Nicolas, dem Hybrid-Mann, dann tatsächlich begegnet, werden seine Erwartungen eher noch übertroffen… Roland Rottenfußer (mehr …)

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Der Hybrid-Mann, Teil 1/2

„Hybrid-Männer sind mit einem Gen-Code ausgestattet, der ihnen die optimale mentale Verarbeitung negativer Umweltreize ermöglicht. D.h. die bei Männern sonst üblichen Neurosen und psychischen Unzulänglichkeiten sind bei ihnen quasi wegprogrammiert. Hybrid-Männer gleichen dem strahlend blauen Himmel an einem wolkenlosen Tag, bei normalen Männern ziehen dagegen immer wechselnde Wolkenformationen vorbei.“ Eine Satire aus der nahen Zukunft von Roland Rottenfußer. (mehr …)

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Ungeliebte Freunde

Wenn die falschen Leute richtige Aussagen über Corona treffen, geraten wir oft in ein Gefühlswirrwarr — sorgfältige Analyse lässt wieder klarer sehen. „Enemy Mine — geliebter Feind“ heißt ein Film von Wolfgang Petersen, in dem sich ein irdischer Raumfahrer mit dem Vertreter einer feindlichen außerirdischen Spezies anfreundet. Heutzutage haben wir es eher mit ungeliebten Freunden zu tun. Wobei „Freundschaft“ eigentlich zu viel gesagt ist, wenn es um eine irritierende Erfahrung geht, die derzeit viele Menschen teilen: Politiker, Prominente und Gruppierungen, die wir eigentlich überhaupt nicht mögen, äußern sich zu Corona in zutreffender Weise. Ob Wolfgang Kubicki, Dieter Nuhr, Henrik M. Broder oder gar AfD-Politiker wie Tino Chrupalla — all diese Menschen haben erstaunlich hellsichtige Statements etwa zu den Corona-Zwangsmaßnahmen, zur Entrechtung der Bevölkerung oder zur Gehorsamsbereitschaft der Deutschen abgegeben. Was tun? Gleich ein AfD-Parteibuch beantragen? Sich schämen, dass man mit „denen“ etwas gemeinsam hat? Oder mit doppeltem Entzücken die FFP2-Maske ins Gesicht drücken — quasi als antifaschistisches Statement? Der Autor rät zu Gelassenheit und genauer Analyse des Für und Wider. Sowie vor allem dazu, dass wir bei dem bleiben, was wir als richtig erkannt haben. Roland Rottenfußer

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Dunkle Erleuchtung

Hitler posiert als Redner im Atelier seines Fotografen Heinrich Hoffmann, Bundesarchiv,  CC-BY-SA 3.0

Um neue Menschheitsverbrechen zu verhindern, müssen wir verstehen, was Hitler angetrieben hat und was Menschen an ihm faszinierte. „I understand Hitler“ hatte der dänische Regisseur Lars von Trier vor laufender Kamera gesagt – und erntete damit erwartungsgemäß Entrüstung. Hätte er gesagt, Hitler sei ihm unbegreiflich, dann wären alle zufrieden gewesen. Zu diesem Urteil gelangen schließlich unzählige Dokumentationen, Bücher und Artikel. Aber können wir es uns leisten bei diesem profunden Unverständnis stehen zu bleiben? Müssen wir Hitler nicht sogar verstehen, um zu verhindern, dass Ähnliches wie in den Jahren seiner Herrschaft wieder geschehen kann? Die Neuveröffentlichung „Hitler – die wenig bekannten Fakten“ von Claus Hant geht über das Verstehen von Hitler hinaus: Das Buch gibt Aufschlüsse darüber wie Hitler sich selbst verstanden hat. Roland Rottenfußer (mehr …)

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Protestnoten

Bei den Liedermachern und Rockmusikern macht der kritische Verstand derzeit Coronapause — doch es gibt Ausnahmen. „Times they are a-changing“, sang der Songwriter-Veteran Bob Dylan. Momentan verändern sich die Zeiten vor allem zum Schlechteren. Um so manchen Künstler und Musiker, der früher auf der Bühne seinem Protest gegen die Verhältnisse lautstark Luft gemacht hat, ist es erstaunlich still geworden. Ausgerechnet in der schwersten Bewährungsprobe der Demokratie seit über 70 Jahren bilden die Bühnenidole unserer Zeit, was kritisches Bewusstsein betrifft, eher die Nachhut. Das kann mit Vorsicht wegen der zu befürchtenden Corona-Infektionen zu tun haben. Oder auch mit Sorgen um die eigene Karriere, die durch De-facto-Auftrittsverbote seit Monaten ins Wanken geraten ist und der ein öffentlicher Skandal wegen „Corona-Leugnens“ den Todesstoß versetzen könnte. Vermutlich ist so mancher im Innersten unheimlich kritisch — aber er tut sein Bestes, damit ihm dies auch bestimmt niemand anmerkt. Dabei bräuchten wir doch jetzt so dringend Menschen, die mit allen Mitteln ihrer Kunst die Verhältnisse analysieren, die anklagen, die Geschichten der Opfer erzählen und Utopien einer lebenswerteren Zukunft entwerfen. Vielleicht dient dieser Artikel als Anregung, indem er die wenigen positiven Gegenbeispiele herbeizitiert. Eine kleine Hitparade der coronaskeptischen Lieder. Roland Rottenfußer

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Die Satanismus-Formel

Die sozialdarwinistische und materialistische Agenda des Neoliberalismus ist der Ideologie von Anton LaVeys „Church of Satan“ verteufelt ähnlich. Wir sind nicht böse, wir stehen über derartigen moralischen Vorurteilen. Wir sind friedlich, aber wenn uns jemand angreift, schlagen wir mit aller Macht zurück. Wir glauben nicht an einen Gott oder an Vergeltung im Jenseits; der Wille des Menschen selbst ist oberster Maßstab. Wir glauben an eine natürliche Rangordnung, die den Menschen aufgrund von Stärke und Leistung ihren Platz in der Gesellschaft zuweist. Wer schwach ist, hat keinen Anspruch darauf, den Starken ihre Energie rauben zu dürfen. Jeder ist für sein Schicksal selbst verantwortlich, weshalb Mitgefühl nur schadet. Eigentlich ganz „normale“ Ansichten, oder? Diese und andere Leitsätze prägen aber die Weltanschauung des Satanismus nach Anton LaVey. Auch ohne dass der Teufel beschworen wird, ist dies die unausgesprochene Agenda unserer Epoche, besonders des neoliberalen Kapitalismus. Und ihr Siegeszug tritt in diesen Tagen in eine neue Phase ein. Roland Rottenfußer (mehr …)

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Klassenkampf von oben

Die Corona-Lockdowns fügen dem Freiheitsabbau sozialen Kahlschlag hinzu und beschleunigen die Konzentration wirtschaftlicher Macht in den Händen Weniger. Pleitewelle bei Einzelhändlern und Kleinunternehmern hier, Rekordgewinne der Superreichen dort. Was wir in der Folge der herrschenden Corona-Politik beobachten können, sind weder Einzelfälle, noch ist es bloßer Zufall. Es handelt sich um einen an Brutalität nicht zu überbietenden Generalangriff auf die Reste sozialer Chancengleichheit in diesem Land. Weite Teile der Bevölkerung identifizieren sich jedoch mit dem Aggressor. Der größte Erfolg des Klassenkampfs von oben besteht darin, den Menschen einzureden, es gebe keinen Grund mehr, zu kämpfen. Es ist der Propaganda gelungen, den Selbstbehauptungswillen der Systemopfer „uncool“ aussehen zu lassen und als ewig gestrige Kommunisten-Mentalität abzukanzeln. Unbehelligt von einer gelähmten Unter- und Mittelschicht, bauten die oberen Zehntausend derweil ihre Machtstellung aus. Corona hat den Eroberungskrieg der reichen Eliten gegen den Rest der Welt nicht nur nahtlos weitergeführt, sondern auch massiv beschleunigt. Wir stehen vor einem Quantensprung in der Entwicklung hin zu einer totalen Spaltung der Weltbevölkerung. Roland Rottenfußer (mehr …)

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An der Merzgrenze

Foto: Michael Lucan, Lizenz Creative Commons

Für den CDU-Vorsitz kandidieren drei Exponenten von Kapitalismus und Corona-Regime — einer der Bewerber „verdient“ besondere Beachtung. Die CDU ist eine Partei, die von der Falschen geführt wird, ohne dass ein Richtiger in Sicht wäre. Inszenierte Richtungskämpfe in den letzten Monaten sind Kappes. Die Union verfügt über zwei Flügel — beide militaristisch, neoliberal und derzeit auch Corona-fromm. Aus diesem Spektrum haben sich nun drei konkrete Kandidaten erhoben: Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen. Zuzüglich zweier Ersatzspieler, Markus Söder und Jens Spahn, wenn es um die mögliche Kanzlerkandidatur im September geht. Obwohl Kritiker einwenden mögen, es sei letztlich egal, mit welcher Galionsfigur das Schiff von „Deutschland, einig Coronaland“ gegen den Eisberg fährt, gibt es doch einen, dessen Kanzlerschaft vermutlich besonders viel Schaden anrichten würde. Die Auftritte von Friedrich Merz sind stets Musterbeispiele für rhetorische Schaumschlägerei. Sein völlig überflüssiges Wiederauftauchen auf der politischen Bühne demonstriert, was eine konzertierte Pressekampagne heutzutage bewirken kann. Roland Rottenfußer (mehr …)

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Selbstunsicherheitstraining

Unsichere Menschen sind liebenswert. Chaplin in „Lichter der Großstadt“

„Gutes tun und darüber reden“ lautet ein bekannter Ratschlag. In unserer Marktschreier- und Selbstdarstellerwelt meinen viele, das Reden könne das Tun ersetzen, statt es nur zu ergänzen. Gearbeitet wird an Verpackung und Marketing statt am Inhalt der „Marke Ich“. Warum eigentlich meinen alle, uns beibringen zu müssen, wie wir „selbstsicher auftreten“? Weil es die Anpassung an eine Wettbewerbsgesellschaft erleichtert und eigentlich – wie jede Form der Anpassung – kein wirkliches Zeichen von Selbstvertrauen ist. Das Kulturideal unserer Zeit ist der in seinem Inneren gebrochene Dampfplauderer. Seminarleiter Modest Blum erklärt im Interview, warum Schüchternheit mitunter Stärke ist und warum er Selbstbewusste für die gefährlichste Spezies der Welt hält. Satirisches Interview: Roland Rottenfußer (mehr …)

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