Beiträge von Georg Rammer

Nicht-Meldungen und Staatsräson

Das Bild der Realität wird durch Medien vermittelt – selektiv und manchmal retuschiert und mit Bildbearbeitungsprogrammen geschönt. Zur Selektion gehört auch, worüber nicht berichtet wird. Dass manche Ereignisse eine Meldung wert sind, andere nicht, ist oftmals nur schwer nachzuvollziehen. Da eine Nicht-Meldung naturgemäß nicht begründet wird – sonst wäre es ja eine Meldung –, entsteht zwangsläufig ein Manipulationsverdacht. Georg Rammer (mehr …)

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Der Staat und sein „Wohl“

Der Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz (Grüne) hat Erfahrung in der Arbeit von parlamentarischen Kontrollgremien. Er beklagt die Praxis der Bundesregierung, unter Verweis auf das „Staatswohl“ Auskünfte zu verweigern: „Die Offenlegung der erfragten Informationen würde das Staatswohl in besonders hohem Maß beeinträchtigen.“ So verhindern von der Bevölkerung bezahlte Funktionäre der Exekutive die Aufklärung von Staatsaffären. Den Abgeordneten wird so eine wirksame Kontrolle von Regierung und Geheimdiensten unmöglich gemacht. Georg Rammer (mehr …)

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Wer die KI antreibt

Daten gelten der Politik als zentraler Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Sieht man all die Kriege, die für Rohstoffe geführt wurden, verheißt das nichts Gutes. „KI ermöglicht weitgehend ohne demokratische Kontrolle ganz neue Formen der Überwachung, der Kriegsführung und der individuellen Beeinflussung durch Propaganda. Sie befeuert ein neues Wettrüsten, das durch die massive Einflussnahme des militärisch-industriellen Komplexes unbeherrschbar wird. Regeln des Völkerrechts werden ausgehebelt. Autonome Systeme nehmen den Menschen die Entscheidung über Mord und Krieg ab. Die Maschinen werden nicht die Herrschaft über den Menschen übernehmen; sie werden aber von Machteliten genutzt, um ihre Herrschaft zu festigen und auszubauen. KI-Maschinen sind lernfähig; ein System, das von Profitinteressen gelenkt wird, nicht.“ Georg Rammer (mehr …)

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Alles andere als Kinderkram

Politiker*innen, die die Entstehung von Altersarmut systematisch herbeigeführt oder geduldet haben, präsentieren sich jetzt als Schützer der Senioren. Wenn dieselben Personen nun Kinder schützen wollen, müssen wir Schlimmes befürchten. Ja, es ist sicher gut gemeint, dass Ende des Jahres die Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen wurden. Gleichzeitig aber wird seit Jahrzehnten „übersehen“, dass Hartz IV, Wohnungsnot, Niedriglöhne und andere Formen der sozialen Ungleichheit speziell Kinder sehr hart treffen. Jetzt sind Tafeln geschlossen, funktioniert „Homeschooling“ nur sehr bedingt, werden Kinder zunehmend ihrer Bewegungsmöglichkeiten und Bildungschancen beraubt. „Kinder sind unsere Zukunft“, ja, aber kinderfreundliche Politik ist eher Vergangenheit. Georg Rammer (mehr …)

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Militarismus als neue Normalität

Annegret Kramp-Karrenbauer, Foto: Sandro Halank, Lizenz Creative Commons

Gebannt schauen die Menschen auf die Pandemie: auf Corona-Statistiken, Impfpläne, Vorschriften für Beschränkungen. Die Flut an täglich neuen Informationen und Kommentaren ist überwältigend, weckt manchmal auch Angst. Eine solche Stimmung bietet ein günstiges Zeitfenster für unliebsame politische Entscheidungen. Denn der Widerstand gegen Veränderungen werde in der Krise geringer, wie Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble bemerkte; und er riet zu „mehr Verantwortung … in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik“ (Neue Westfälische, 20.8.2020). Georg Rammer (mehr …)

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Im Windschatten der Pandemie

Die „neue Normalität“ in Corona-Zeiten bedeutet vor allem: mehr Militär, mehr Repression, mehr soziale Ungleichheit. Die Pandemie hält die Welt in Atem, verändert sie wirtschaftlich, sozial, emotional. In welche Richtung? Wer profitiert, wer verliert? Regierungspolitiker wie Bundesfinanzminister Olaf Scholz versuchen die Bevölkerung darauf einzustimmen, dass der Ausnahmezustand der Pandemie zum Normalzustand wird: „Wir brauchen für lange Zeit eine neue Normalität!“ Während große Teile der Bevölkerung existenzielle Sorgen um Gesundheit, Arbeit, Einkommen, Schule und Kontakte haben, sind Politiker und kapitalkräftige Investoren dabei, die „neue Normalität“ nach ihrer Vorstellung durchzusetzen. Georg Rammer (mehr …)

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Grundrechte, eigentlich

Eigentum soll dem Wohl der Allgemeinheit dienen, eigentlich. Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel könnten vergesellschaftet werden, eigentlich. Sicher wissen alle, dass es sich dabei um garantierte Grundrechte handelt. Wieso werden Personen, die sie in Anbetracht der krassen sozialen Ungleichheit umsetzen wollen, als Staatsfeinde vom Verfassungsschutz beobachtet? Georg Rammer (mehr …)

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Arme Gesellschaft

Vor genau zehn Jahren führte der Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales eine öffentliche Anhörung zum Thema Armut im Alter durch. Der Vertreter der Deutschen Rentenversicherung suchte alarmierende Prognosen mit der Feststellung zu beruhigen, Altersarmut sei kein akutes Problem, da weniger als drei Prozent der über 65-Jährigen Grundsicherung im Alter bezögen. Heute erscheint die Lage bedrohlicher – und in naher Zukunft wird sie sich zuspitzen. Georg Rammer (mehr …)

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Elite vertraut dem Staat

Die Bundesreierung hat eine große Umfrage in Auftrag gegeben, um die Ursachen für schwindendes Vertrauen zum Staat zu ergründen. Die wichtigsten Fragen: Halten Sie es für demokratisch, wenn Großkonzerne und Finanzinvestoren wie BlackRock, Amazon und Apple mehr Einfluss auf die Politik haben als der Souverän, also das Volk? Tun Bundesregierung und Parteien genug für soziale Gerechtigkeit und gegen Ungleichheit? Sollen Gesundheit, Bildung und Mieten weiterhin dem Gewinnstreben privater Investoren ausgeliefert bleiben? Halt, das sind natürlich Fake News – die Regierung wird sich hüten, eine solche Befragung durchzuführen: Sie kennt das zu erwartende Ergebnis. Georg Rammer (mehr …)

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Beste Verdienste fürs Amt  

Bundesverfassungsgericht in der Besetztung von 1989, Bildquelle: Deutsches Bundesarchiv, Lizenz Creativ Commons.

Ein konzernnaher Anwalt könnte bald das höchste Richteramt im Staat inne haben: das des Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts. „Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte“, könnte man in Anlehnung an Schillers Wallenstein über Stephan Harbarth. Während die Mainstream-Medien ihm als einem volksnahen Katholiken huldigen, erinnern Kritiker daran, wie Harbarth im Dienste einer US-Großkanzlei Steuerbetrug juristisch beschönigte und Konzernklagen gegen ökologische Regeln des Staates vertrat. Der geeignete Mann als „Verfassungshüter“. Na, so viel Verfassung ist derzeit ohnehin nicht mehr übrig. Georg Rammer

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