Beiträge von Holdger Platta

Skandal: Costa-Gavras-Film zur Verelendungspolitik wird in Deutschland nicht gezeigt!

Costa-Gavras, Foto: Georges Biard, Lizenz Creative Commons

226. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Gleich zwei wichtige Themen habe ich in meinem heutigen Bericht untergebracht: zum einen die Tatsache, dass auch der Tourismus Griechenland in diesem Jahr nicht mehr zu retten vermag. Und zum anderen einen Skandal, einen doppelten sogar: Der Film des weltberühmten griechischen Regisseurs Costa-Gavras über die Euro-Staaten-Politik gegen Griechenland im Jahre 2015 wird bei uns in der Bundesrepublik nicht gezeigt. Und einer der ranghöchsten Politiker in Europa hatte die Produktion dieses Films sogar verhindern wollen. Neuigkeiten, nach denen Ihr in der bundesdeutschen Medienwelt wahrscheinlich ohne jeden Erfolg suchen werdet. Holdger Platta (mehr …)

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Der Tod ist ein Professor aus Deutschland

Nur noch fünf Jahre lang Arbeitslosengeld? Zum Vorschlag des Bremer Hochschullehrers Gunnar Heinsohn. Zweiter Rückblick auf die Geschichte von Hartz-IV. Nachdem ich vor ein paar Tagen an die Ungeheuerlichkeiten erinnert habe, die sich zwei Wirtschaftswissenschaftler in Chemnitz ausgedacht hatten – 2008 die Herren Friedrich Thießen und Christian Fischer –, an den Vorschlag nämlich, alle Arbeitslose und Armutsrentner mit einem Regelsatz von 132,- Euro abspeisen zu wollen (richtiger: unter diesen Bedingungen allmählich verhungern zu lassen), möchte ich heute noch anderen professoralen Beitrag zur Hartz-IV-Debatten in Erinnerung rufen. Ob Ihr es glaubt oder auch nicht: im Jahre 2010 schlug Gunnar Heinsohn, vormals Professor für Sozialpädogik (!) an der Bremer Universität, der bundesdeutschen Öffentlichkeit vor, in einem Beitrag für die FAZ vom 16. März dieses Jahres, dass man zukünftig an die Arbeitslosen, Armutsrentner und Aufstocker nur noch fünf Jahre lang „Sozialhilfe“ auszahlen solle – dies nach dem Vorbild der USA. Begründung: unser Staat bewirke durch seine „lebenslange Alimentation“ der Bedürftigen lediglich, dass die Unterschicht immer stärker anwachse, dadurch nämlich, dass diese aufgrund der bundesdeutschen Sozialpolitik mehr und mehr kostspielige Kinder in die Welt setze. Daran erinnere ich mit meinem folgenden Kommentar aus dem Jahre 2010. Er wurde damals am 21. April unter anderem in „Sozialmagazin. Die Zeitschrift für Sozialarbeit“ veröffentlicht. Holdger Platta (mehr …)

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Das Menschenvernichtungspapier

Nachforschungen und Kommentar zur Studie der Chemnitzer Finanzwissenschaftler Thießen und Fischer. Manchmal ist es gut, sich zu erinnern. Jetzt zum Beispiel, da von der Berliner Regierung ein neues „Bürgergeld“ beschlossen worden ist, das mit seinem Gesamtbetrag von 502,- Euro pro Person und Monat weit unter allen seriösen Schätzungen und Berechnungen zu einer menschenwürdigen Regelsatzhöhe zurückbleibt – steckenbleibt unterhalb eines Betrags, der mindestens bei 750,- Euro pro Person und Monat zu liegen hätte. Was da die Ampelkoalition als „Respekt“ vor den Menschen und neue „Menschlichkeit“ verkaufen will, ist Betrug, ist Zynismus, ist Inhumanität, nichts sonst. Aber, wie gesagt: manchmal ist es gut, sich zu erinnern. Das möchten wir heute tun mit der Veröffentlichung eines Artikels, den ich vor vielen Jahren, im Herbst des Jahres 2008 bereits, auf vielen Websites im Internet veröffentlichen konnte (HdS war damals noch nicht dabei). Manchem Leser und mancher Leserin heute mag das Folgende kaum noch glaublich erscheinen. Aber es ist so: zwei Wissenschaftler aus Chemnitz glaubten seinerzeit, den ALG-II-BezieherInnen und ArmutsrentnerInnen einen Regelsatz von insgesamt 132,- Euro pro Person und Monat zumuten zu können oder zumuten zu dürfen. Und in der Politik und in der bundesdeutschen Medienöffentlichkeit widersprach seinerzeit niemand diesen beiden Herren aus Sachsen. Holdger Platta (mehr …)

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Wundervolle Gedichte über eine furchtbare Zeit

Zu Holdger Plattas Lyrikband „Ruhmesblätter mit Linsengericht“. HdS stellt hiermit die erste Buchbesprechung von „Ruhmesblätter mit Linsengericht“ vor, dem Gedichte-Zyklus, der vor wenigen Wochen im Ludwigsburger Pop-Verlag erschien. Es handelt sich um einen Rückblick vor allem auf die Fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, auf ein Jahrzehnt, das noch aufs stärkste geprägt war vom „Beschweigen“ und Verdrängenwollen dessen, was während des Dritten Reichs in Deutschland geschah. Mit der Wahrnehmungsfähigkeit eines Kindes und mit dem Wissen des Erwachsenen beschwören diese Gedichte persönliche und politische Erinnerungen an diese Zeiten gleichermaßen herauf. Geschrieben hat diese Buchbesprechung Ulrike Spurgat, die ganz ersichtlich diese Zeiten aus eigener Erfahrung kennt und mit großer Kompetenz und spürbarer Sensibilität zu erfassen vermag, was Holdger Platta mit diesen Lyrik-Band wiedervergegenwärtigen wollte: Menschen und Zeiten, die sich den Unmenschlichkeiten der eigenen Vorgeschichte nur unzureichend zu stellen vermochten – wenn überhaupt. Rezension: Ulrike Spurgat, Vorspann: HdS-Redaktion (mehr …)

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Kindheit zwischen Hitler und Huck Finn

Soeben erschienen: Der Lyriker Holdger Platta blickt auf die Fünfziger Jahre zurück. In diesem Gedichte-Zyklus, entstanden während der Jahre 1983 bis 2021, wird zurückgeblickt auf die Zeiten nach dem Zweiten Weltkrieg, bis hinein ins Ende der Fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Eine Kindheit wird beschworen zwischen zerborstenen Bunkern, mitten im Duisburger Wald, und dem Beschweigen der Vergangenheit, zwischen den Glückseligkeiten der kindlichen Neugier und der Angst vor einer fremdenfeindlichen Umwelt, zwischen Adolf Hitler und Huckleberry Finn. (mehr …)

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Auch Hilfe für Dionysis und Alexander ist wieder möglich!

Der vierte neue Spendenbericht zu „Patenschaft für Panagiota“ (vorher „GriechInnenhilfe“) Es ist tatsächlich so: Was unsere Hilfsaktion betrifft, kann ich auch heute nur Gutes vermelden. Ich finde: sehr Gutes sogar. Ihr habt Eure Unterstützung ausgeweitet, mit der großartigen Folge, dass auch wir unsere Hilfe wieder ausweiten konnten! Holdger Platta (mehr …)

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„Behandelt uns wie Strafentlassene!“

Arbeitslose fordert Gleichstellung mit Ex-Straftätern. Zum Problem des Existenzminimums bei Hartz-IV. Mit dieser Wiederveröffentlichung eines Artikels aus dem Jahre 2007 beginnen wir in loser Reihenfolge, Beiträge zum Thema Hartz-IV neu zu publizieren, die ein Licht werfen sollen auf die ersten Kämpfe gegen dieses Gesetzeswerk zur Verelendung von Menschen, deren einzige „Schuld“ darin bestand, arbeitslos geworden zu sein. Dieser erste Beitrag entstand übrigens lange vor meiner Mitarbeit bei HdS im Jahre 2012 und kann zum ersten Mal heute auf unserer Website nachgelesen werden. Natürlich: nicht alle Zahlenangaben entsprechen mehr der heutigen Situation bei den Hartz-IV-Betroffenen, aber jede und jeder der Hartz-IV-Betroffenen wird mir zustimmen: geändert hat sich durch einige Veränderungen für die Erwerbslosen nichts. Die geringen Anhebungsraten beim sogenannten „Regelsatz“ stellen bestenfalls Anpassungen dar an gestiegene Lebenshaltungskosten, mehr nicht. Und nach wie vor gilt der Satz, der damals, nach dem 1. Januar 2005, aufkam und die Lebensrealität nahezu aller „neuen“ Sozialhilfe-Opfer auf den Punkt brachte: „Am Ende des Geldes ist immer noch furchtbar viel Monat übrig!“ Holdger Platta (mehr …)

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Das Verelendungsgesetz

Gerhard Schröder, Fleisch gewordene Eigenverantwortung, Bildquelle: SPD Schleswig-Holstein, Lizenz Creative Commons

Vor knapp 20 Jahren verkündete Gerhard Schröder unter „Standing Ovations“ der SPD den Anfang vom Ende unseres sozialen Rechtsstaates. Fast 20 Jahre ist es her — 2003 war das —, da verkündete Bundeskanzler Gerhard Schröder im Deutschen Bundestag das Ende unseres sozialen Rechtsstaates. Die SPD-Abgeordneten bejubelten seine Rede. Was es mit dem zynisch-menschenverachtenden Geschwafel des Sozialdemokraten Schröder auf sich hatte — „Wir werden Leistungen des Staates kürzen, Eigenverantwortung fördern und mehr Eigenleistung von jedem Einzelnen fordern“ —, wird im folgenden Beitrag bis in die Gegenwart hinein analysiert. Holdger Platta

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Auf Seiten der Menschlichkeit: Theo Breuer

Theo Breuer

Stimmt, liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser: lange habt Ihr unter diesem Titel „Auf Seiten der Menschlichkeit“ nichts mehr lesen können bei uns! – Gedichte also, die wahrhaft dieser Überschrift entsprechen, Gedichte, die zudem von hoher Qualität sind. Heute will ich Euch endlich wieder einmal ein solches Gedicht vorstellen – und den Autor dieses Gedichtes selbstverständlich gleich mit. Holdger Platta (mehr …)

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Ruhmesblätter mit Linsengericht

Deutsche Geschichte in radikal poetischen Bildern. Es gibt nicht nur diese Zeit, es gibt ein 20. Jahrhundert davor. Es gibt Vorkriege, Kriege und Nachkriegszeiten. Und es gibt Menschen, die durch diese Zeiten gegangen sind. Und die diesen Gang erst noch in eine Sprache kleiden, die mehr fasst als Information. Unendlich viel mehr. Holdger Platta erzählt von der Zeit, als draußen der Winter stillsteht, und vom Jungen, der vor Vergangenheit friert. Und dann war es, „als hätte das Land niemals gebrüllt mit Uniformen“. Holdger Platta erzählt deutsche Geschichte in radikal poetischen Bildern. Corona und Putin tauchen kein einziges Mal auf. Und doch haben Plattas Zeilen mit allem zu tun. Auch mit der Zeit, in der wir leben. „Sie hatten von nichts gewusst / schrien sie. / Ach, was nicht alles nichts ist. / Im Schatten von Auschwitz verschwinden die Gründe.“ Holdger Platta, Einführung: Daniel Sandmann für Poetik-Ecke (Rubikon)

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