Beiträge von Holdger Platta

Schafft ein Amtsgericht in Griechenland den Kapitalismus ab?

162. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Armut bringt vermeintlich kleine, jedoch schmerzhafte Einschränkungen mit sich. Z.B. die, seinen Lieben an Ostern nichts schenken zu können. Dies ist in Griechenland keine Bagatelle, da Ostern (nicht Weihnachten) dort das zentrale Geschenkfest ist. Unsere Spendenaktion ermöglichte wenigstens einigen griechischen Familien die nötige finanzielle Ausstattung. Neues gibt es auch in punkto Vermietung von Wohneigentum an Touristen. Vielfach wurden in Griechenland Dauermieter „entfernt“, weil man mit wechselnden Kurzzeitgästen mehr Reibach machen kann. Ein Gerichtsurteil macht diesbezüglich nun Hoffnung auf Besserung der Lage.  Holdger Platta (mehr …)

0 weiterlesen

Noch einmal: Reparationszahlungen an Griechenland

161. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Die Forderung Holdger Plattas nach Reparationszahlungen für Griechenland hat bei einigen unserer Leserinnen und Leser Irritationen ausgelöst. Diese betrafen allerdings nicht die Forderung selbst, sondern die Frage der Bezahlbarkeit derart hoher Summen für die deutsche Volkswirtschaft. Auch hierauf gibt der Autor kompetent Antwort.  Holdger Platta (mehr …)

2 weiterlesen

Nicht immer ist Verantwortung kostenlos

Nazis auf der Akropolis während der Besetzung Griechenlands

160. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Vom Versagen gegenwärtiger deutscher Politik in der Griechenland-Frage war an dieser Stelle schon oft die Rede. Beinahe in Vergessenheit geraten ist allerdings ein weiterer dunkler Punkt der deutschen Geschichte: die Besetzung Griechenlands durch die Nazis, die hundertausenden Menschen das Leben kostete. Die Schatten dieses Verbrechens reichen bis in die Gegenwart, da sich deutsche Regierungen seit Jahrzehnten um angemesse Reparationszahlungen an Griechenland drücken. Freilich ist der einzelne heute lebende Deutsche nicht „schuld“; was zählt, ist aber: wir sind Teil einer Verantwortungsgemeinschaft. Von dieser haben wir manche Vorteile; da dürfen wir uns um die (auch finanziellen) Nachteile nicht drücken.  Holdger Platta

(mehr …)

0 weiterlesen

Wie der griechische Tourismusboom Obdachlosigkeit produziert

Romantisch? In der Regel nur für zahlende Touristen.

159. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Sie zahlen für Ihre Wohnung 600 Euro Monatsmiete; wenn Sie sich in einem Urlaubsdomizil einmieten, kann dieselbe Summe für nur eine Wochen Aufenthalt draufgehen. Der Kapitalismus wäre nicht der Kapitalismus, wenn er aus solchen einfachen Mechanismen nicht auch Kapital schlagen würde. Immer mehr Vermieter vergraulen ihrer regulären Mieter, weil sie mit Touristen mehr Reibach machen können. Am schlimmsten trifft es ausgerechnet ein Land, das durch die Ereignisse der letzten Jahre ohnehin genug geschunden wurde: Griechenland.  Holdger Platta (mehr …)

0 weiterlesen

Bußgeld für mehr Menschlichkeit

158. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ / Holdger Platta

Liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser,

daß ich jedesmal bei meiner Auskunft über den neuesten Spendenbetrag großartige Anstiegsziffern mitteilen könnte – nun, das habe ich niemals erwartet, und Ihr sicherlich auch nicht! Heute ist also nur von einem bescheidenen Geldeingang zu berichten, was die vergangenen sieben Tage angeht: 30,- Euro gingen auf unserem Hilfskonto ein, überwiesen von 2 Spenderinnen an uns. In der Vorwoche waren das 715,- Euro gewesen – ein beeindruckend großer Betrag -, und 6 SpenderInnen hatten für diesen bemerkenswerten Umfang der Hilfe gesorgt. Gleichwohl – es versteht sich von selbst – bedanke ich mich, namens des gesamten Organisationsteams, sehr für diesen neuen Hilfsbetrag zugunsten unserer Hilfsaktion!

(mehr …)

1 weiterlesen

Warum bin ich ein Antisemit?

Eine Stellungnahme von Abi Melzer zum Streit um den Göttinger Friedenspreis 2019

Wir greifen heute nochmal die Streitigkeiten auf um die Verleihung des diesjährigen Göttinger Friedenspreises an die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ und veröffentlichen den bemerkenswerten Beitrag von Abi Melzer zu diesem Streit. Melzer – manche unter Euch wissen es sicherlich – ist nicht irgendwer (obwohl es auf ‚Prominenz‘ bei der folgenden Stellungnahme wahrlich nicht ankommt!). Abi Melzer – genauer: Abraham Melzer – ist selber Jude. Er wurde 1945 in Samarkand/Usbekistan als Sohn holocaust-verfolgter Eltern geboren, wuchs in Israel auf, leistete dort 1968 – damals noch überzeugter Zionist – seinen Wehrdienst ab und kehrte danach wieder nach Deutschland zurück. Einen Namen machte er sich in der Folgezeit vor allem als Journalist, Verleger und Herausgeber der Schriften von Martin Buber – erschienen 2010 beim Frankfurter Zweitausendeins-Verlag – sowie, in wachsendem Maße, als Kritiker der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern, als Kritiker des aggressiven Zionismus, wie er von Israel bereits vor seiner Staatsgründung im Jahre 1948 praktiziert wurde, und als Kritiker der wahnhaften Propagandathese, daß die völker- und menschenrechtsorientierten Gegner der furchtbaren israelischen Politik gegenüber den Palästinensern „Antisemiten“ seien. Breite Beachtung fand dabei vor allem sein Buch „Die Antisemitenmacher. Wie die neue Rechte Kritik an der Politik Israels verhindert“, 2017 erschienen im Frankfurter Westend-Verlag.

Unverkennbar ist Melzers nachfolgender Beitrag von großem Zorn auf diese „Antisemitenmacherei“ geprägt. Aber überhören und überlesen wir nicht: mindestens so stark ist das Entsetzen zu spüren, das seinen fulminanten Artikel veranlaßt hat, sowie das Übermaß an Verletzungen und bösartigen Unterstellungen, denen Melzer als Kritiker der israelischen Aggressionspolitik gegenüber den Palästinensern seit Jahren ausgesetzt ist – bis weit in politische und persönliche Diffamierungen und Verfolgungsmaßnahmen hinein (mehrfach wurden Abi Melzer Vortragsmöglichkeiten in Deutschland verwehrt, oftmals auf das Betreiben der jüdischen ‚community‘ hin, etwa von Charlotte Knobloch, der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München). Gleiches widerfuhr in den letzten Jahren auch anderen Kritikern der israelischen Aggressionspolitik gegenüber den Palästinensern – den jüdischen wie israelischen wie deutschen Kritikern. Wenn es in einem berühmten Lied von Konstantin Wecker heißt „Zwischen Zärtlichkeit und Wut / tut das Leben richtig gut“, muß es bei Betroffenen wie Abi Melzer wohl eher heißen „Zwischen Zärtlichkeit und Wut / lebt’s sich nicht immer wirklich gut“!

Hier also seine Stellungnahme voller Empörung und „Wut“, im Hintergrund aber auch voller „Zärtlichkeit“ für die Opfer der israelischen Aggressionspolitik und voller Bestürzung, was den Opfern angetan wird  und ihren Verteidigern. Holdger Platta

(mehr …)

1 weiterlesen

Costa-Gavras plant Film über Krise in Griechenland

Constantin Costa-Gavras

157. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Das Verhalten der EU-Politiker in der „Griechenland-Krise“ ist filmreif. Allerdings kann man dabei eher an einen Horror-Film denken – mit Schäuble & Co. als Bösewichten. Einer der renommiertesten griechischen Regisseure wird sich jedenfalls des modernen Tragödienstoffs annehmen. Und der 86jährige Constantin Costa-Gavras zeigt im Interview mehr Einsicht als die meisten weitaus jüngeren Politiker. Beim Kapitalismus handele es sich um einen „Totalitarismus in neuem Gewande“. Holdger Platta beklagt in seinem neuen Bericht auch die Kleinkariertheit der so genannten Großen Koalition. Und er ruft wie immer zu unmittelbarer humaner Hilfe auf.  Holdger Platta (mehr …)

2 weiterlesen

Eine weitere Woche der Nichtnachrichten aus Griechenland

156. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Über die Lage in Griechenland wird gelegentlich durchaus Zutreffendes gesagt. Vom Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis zum Beispiel, der ja mit einer eigenen, neuen Formation in den griechischen Wahlkampf geht. Was auffällt ist aber eine eigenartige Scheu, sich dem einzelnen griechischen Menschen mit seinen ganz konkreten Alltagsnöten zuzuwenden. Vielfach wird selbst von wohlmeinenden Menschen eine Vogelperspektive mit Blick auf das eskalierende Elend eingenommen.  Wenigstens einigen in Not gestürzten Griechinnen und Griechen zu helfen, hat sich unsere Spendenaktion zum Ziel gemacht.  Holdger Platta (mehr …)

0 weiterlesen

Zum erstenmal: nur Kurznachrichten zu unserer Hilfsaktion für die Menschen in Griechenland!

155. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Bei Holdger Platta ist der Strom der Informationen, die er normalerweise zur Grundlage seiner wöchentlichen Griechenland-Berichte macht, vorübergehend versiegt. Daher heute nur ein paar kurze Anmerkungen. Am wichtigsten wäre für die Not leidenden Menschen in Griechenland, dass der Spendenfluss nicht versiegt. Holdger Platta (mehr …)

0 weiterlesen

Ganz sicher: gefroren wird unten in diesem Staat!

154. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ „Sozial ist, was Arbeit schafft“ – wir kennen diesen Spruch von deutschen Heroen der Sozialpolitik. Demgemäß wäre auch Alexis Tsipras ungemein sozial, denn die Arbeitslosenzahlen sind in Griechenland um mehr als zwei Prozent zurückgegangen. Nicht eingerechnet ist dabei die Tatsache, dass sich viele Menschen aus Scham und Resignationsgefühlen heraus schon gar nicht mehr arbeitslos melden. Nicht erfasst wird durch die Statistik auch die in vielen Fällen miese Qualität der Arbeit und die schlechte Entlohnung. Tausende von GriechInnen frieren in diesem Winter. Und damit ist nicht nur soziale Kälte im übertragenen Sinn gemeint – sie frieren buchstäblich, weil ihnen das Geld für ordentlich geheizte Wohnungen fehlt. Ein kleines bisschen Wärme – wenigstens für einige Betroffene – bringt unsere bewährte Spendenaktion.  Holdger Platta (mehr …)

0 weiterlesen

Start typing and press Enter to search

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!