Beiträge von Peter Fahr

Poetischer Protest

Der Dichter Peter Fahr beschreibt in seinem Essayband „Der Atem der Worte“ authentische Kultur als Gegenbild zur allgegenwärtigen Zerstörung. Poetische und anspruchsvolle Literatur hat es nicht leicht heutzutage. Nicht nur den Gewinnabsichten von Verlagen scheint ihre Ästhetik zuwiderzulaufen — auch politisch ist sie mitunter unerwünscht. Denn gute Texte sind eine Art Immunschutz gegen so manche Zeitkrankheit: gegen die Kälte und gleichschaltende Funktionalität unserer Wirtschaftswelt, gegen den deformierenden Zugriff der Macht auf unsere Seele und nicht zuletzt auch gegen die Verarmung unserer sprachlichen Ausdrucksmittel. Poesie wirkt immer zugleich durch das, was sie sagt, und dadurch, wie sie es sagt. Sie ist ein probates Mittel, unser Menschsein zu bewahren, in Zeiten, in denen sich technokratische Übermenschfantasien mit einer eher unterirdischen Propagandasprache vermählt haben. Der Schweizer Schriftsteller Peter Fahr versteht es in seinen Sachartikeln und Essays auch, mit den Mitteln der Poesie zu überzeugen. Jetzt ist eine Sammlung seiner besten Prosaveröffentlichungen in einem Band erschienen. Roland Rottenfußer

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Peter Fahr: Diktator

Man kann bei diesem Gedicht an bestimmte lebende Politiker denken – im Grunde sind die Aussagen über Tyrannei und den Missbrauch von Macht jedoch universell. Der Diktator ist Gefangener seiner eigenen Psychopathologie und seiner Logik der Gewalt. Er vergiftet sein gesamtes Umfeld durch seinen Wahn und Zwang. Doch die äußeren und inneren Stimmen, die ihn anklagen, wird er nicht ewig zum Schweigen bringen können… Peter Fahr
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Die Konsultation

Gibt es die Corona-Pandemie, damit wir die Klimakatastrophe verdrängen können? Das Thema Corona beherrscht unser Leben. Wir lesen über Corona, hören von Corona, sehen Corona und reden über Corona. Beruf, Familie, Beziehungen sind durchdrungen von Corona. Freundschaften leiden wegen Corona, Feindschaften wachsen durch Corona. Warum bloß? Eine Satire des Poeten und Essayisten Peter Fahr. (mehr …)

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Das Wort verwandelt die Welt

Hermann Hesse

Der Dichter Peter Fahr fühlte sich durch den Pazifismus Hermann Hesses zu eigenem widerständigen Tun und Schreiben inspiriert. „Dass das Leben wert sei, gelebt zu werden, ist der letzte Inhalt und Trost jeder Kunst, obgleich alle Lobpreiser des Lebens noch haben sterben müssen. Dass Liebe höher sei als Hass, Verständnis höher als Zorn, Friede edler als Krieg, das muss ja eben dieser unselige Weltkrieg uns tiefer einbrennen, als wir es je gefühlt.“ Der große Schriftsteller Hermann Hesse widerstand in den Jahren nach 1914 dem Sog der allgemeinen Kriegshysterie und schrieb dazu Worte, die über die Jahrzehnte hinweg in unsere ebenfalls dunkle Epoche hinüberleuchten. Peter Fahr fand zwischen seinem Leben und dem Hesses, der lange in der Schweiz lebte, viele Parallelen. Auch er wurde schließlich zum Friedensdichter. In Zeiten der Anfechtung bleibt nur das unbedingte Festhalten an der einmal als richtig erkannten Menschlichkeit und die Geduld des Wassers, das am Ende stärker ist als der Stein. Dieser Beitrag ist ein Auszug aus Peter Fahrs Vortrag „Der Mensch ist ja keine feste und dauernde Gestaltung. Hermann Hesse und mein Eigensinn“, enthalten in der Essay-Sammlung „Der Atem der Worte“, die gerade bei Edition Königstuhl erschienen ist. Peter Fahr
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Sisyphos in Uniform

„Der Krieg ist der Vater aller Dinge.“ Die Behauptung des griechischen Philosophen Heraklit wurde jahrtausendelang nicht widerlegt. Das Rad der Geschichte rollt über Leichenberge. Die Ächtung des Krieges blieb weitgehend wirkungslos und konnte das uniformierte Töten auf Befehl bis heute nicht stoppen. Der Poet und Schriftsteller Peter Fahr wünscht sich eine vereinigte Welt ohne Grenzen und Armeen. Anmerkung der Redaktion: Peter Fahrs neueste Veröffentlichung ist die Essay-Sammlung „Der Atem der Worte“, Edition Königstuhl – mit vielen auch aus „Hinter den Schlagzeilen“ bekannten Aufsätzen, unter anderem diesem. (mehr …)

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Peter Fahr: Gedichte gegen den Krieg

„doch kriege wird es immer geben./ und wenn jemand befiehlt, seid ihr es./ ihr werdet überleben./ und wenn jemand krepiert, sind wir es.“ Peter Fahr hat, lange bevor es zur derzeitigen Eskalation kam, sehr hellsichtige Gedichte über den Krieg geschrieben.  Immer dringt er in die Tiefe des Phänomens vor, behält die schmutzige, „geschäftliche“ Seite des Mordens im Auge und stellt sich radikal auf die Seite der Menschen, die den Preis für diesen Wahnsinn zu zahlen haben. Peter Fahrs neueste Veröffentlichung ist die Essay-Sammlung „Der Atem der Worte“, Edition Königstuhl – mit vielen auch aus „Hinter den Schlagzeilen“ bekannten Aufsätzen und einem Nachwort des renommierten Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg. (mehr …)

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Zäune in meinem Herzen

Drei Gedichte über Ignoranz, Ausgrenzung und die Sprache der Angst. Gibt es sie eigentlich noch – die Flüchtlingskrise? Durch ein bestimmtes anderes Thema wurde sie aus dem Fokus auch derer gedrängt, die normalerweise diesbezüglich wachsam sind. Zum Glück hat sich der Schweizer Dichter Peter Fahr des Themas angenommen. Denn die Unmenschlichkeit ist keineswegs verschwunden, es wird nur (noch) weniger hingeschaut. Feinfühlig beschreibt Fahr, wie wir Leid von uns fernhalten, das eigentlich ganz nah ist, und wie wir mit Sprache die vermeintlichen Unterschiede zwischen „uns“ und „den anderen“ modellieren. Gedichte, die anspruchsvoll sind und die doch jeder verstehen kann, der verstehen will. Peter Fahr (mehr …)

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Tipps für angehende Dichter

Gemälde: Spitzweg, der arme Poet

Tolstoi hat gesagt: „Schreiben ist so lästig.“ Schreiben ist nicht lästig, sondern gefährlich. Doch Nichtschreiben ist tödlich. Das Bedürfnis zu schreiben muss Gnade und Fluch sein, in jedem Fall aber eine Notwendigkeit. Veröffentlichen hingegen heisst: Liebeswerben in der Fremde. Schreiben ist ein Risiko, Veröffentlichen ein Fiasko. Peter Fahr
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Immer wieder

Dies ist das Zeitalter extremer Handlungen – geboren aus geistiger Hybris, körperlicher Gewalt und seelischer Verletzung. Wenige verstehen, viele verkennen, die meisten verzweifeln. Wem offenbaren sich die geheimen Bezüge extremer Handlungen? Was haben zum Beispiel sexueller Missbrauch, Eroberung des Weltraums, Digitalisierung, Flüchtlingselend und Kannibalismus miteinander zu schaffen? Ein provokanter Text des Poeten und Essayisten Peter Fahr. (mehr …)

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