Das große Schlachten

 in Friedenspolitik
Ein Vorläufer Eulenfeders: Tolstoj sagte: "Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben."

Ein Vorläufer Eulenfeders: Tolstoj sagte: „Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben.“

Heinz Fibich, auch bekannt als „Eulenfeder“, antwortet in diesem Beitrag auf Roland Rottenfußers Artikel „Wozu sind Kriege da?“ und fügt dem Thema einen weiteren Aspekt hinzu: Dem Krieg auf den Schlachtfeldern entspricht das tägliche, erbarmungslose Gemetzel in den Schlachthöfen.

es hat ihm – dem menschen – nie gereicht, waffen nur zur selbstverteidigung zu erfinden und einzusetzten, sie als effektiven schutz zu entwickeln, als mittel in notwehrsitutationen und sonst nichts zu gebrauchen. die waffe ist machtinstrument, und wer die beste ersann, hatte die nase vorn im kampf um vorherrschaft. der grundsatz „stand your ground“ ist so alt wie der mensch selbst – und so übte nichts mehr faszination aus als die waffe und deren weiterentwicklung. drohen und einschüchtern zur erreichung eigener, rein egoistischer ziele ist wirkungsvoller mit einer waffe in der hand, die den anderen chancenlos macht.

mit überlebenskampf allein, also mit dem scheinbaren „recht“, überlebensbedingungen mittels waffen zu sichern, lässt es sich nicht rechtfertigen, denn in den anfängen menschlichen daseins war genug platz für alle auf diesem planeten, genügend nahrungsmittel für alle sowieso. nein, es sind vielmehr jene gene, die ihm eigen – und daran haben auch 40 millionen jahre angeblicher weiterentwicklung nichts geändert. der drang nach macht, profit, einflussnahme waren und sind der motor für lösungen mittels waffengewalt!

so steckt diese spezies immer noch in den anfängen eines bemühens um gewaltlose konfliktlösungen – wenn ein solches überhaupt jemals eine triebfeder zu einer weiterentwicklung war. ganz egal, wie weit technologien noch fortschreiten werden – immer werden sie als waffen missbraucht werden!

DAS TÖTEN – als die eingebildete, zumindest scheinbare notwendigkeit des überlebenkönnens, um eine ernährung zu sichern – ist der andere aspekt, der einem friedlichen verhalten entgegensteht! das töten als „ganz normaler vorgang“ im bewusstsein jener, die fleisch essen, führt zwangsläufig auch zu einer ethisch-moralischen unbedenklichkeit, empathielosigkeit, wenn es ums töten anderer menschen geht. es wird damit kein wirklicher unterschied gemacht. fühlende und denkende wesen sind wir alle – auch das erste kleine säugetier nach dem aussterben der dinos, von dem wir ja abstammen und mit dem wir genetisch zu 99 prozent verwandt sind! das töten als etwas ‚ganz normales‘ berührt einen fleischesser nicht wirklich, denn er selbst tötet oder lässt töten, um sich ernähren zu können!

dagegen allerdings protestieren sie heftig, will man doch sich selbst einen solchen zusammenhang nicht eingestehen, nicht mitverantwortlich sein! und da ist der direkte zusammenhang mit dem waffen-wahnsinn. der vegeatarisch oder besser noch vegan sich ernährende braucht keine waffen zur ernährung, allenfalls ein werkzeug zum ernten! keine waffe zum töten anderer lebewesen, und zu diesen anderen lebewesen gehören ganz einfach auch andere menschen! ein bewusstsein dafür, dass eine „bedenkenlosigkeit“ im töten von tieren direkt mit einem bedenkenlosen einsatz von waffen gegen menschen zusammenhängt, entsteht nicht, solange tiere als notwendige nahrung angesehen werden. ein teufelskreis, den vegeatarier sehr wohl durchbrechen, und damit ist auch meine behauptung: „ein vegetarier ist der bessere mensch“ gar nicht so überheblich oder gar skandalös, denn bei jenen, die verzichten, ist diese weiterentwicklung hin zu einem friedlicheren und auf waffen verzichtenden menschen längst gegeben!

freilich wird es weiterhin auseinandersetzungen geben – schlimm wenn es nicht so wäre -, jedoch werden solche dann nicht mit waffen geführt, wenn es ganz einfach keine mehr gibt aus besagten gründen. Und wenn kein töten mehr nötig ist, keine waffengewalt gegen irgendjemanden. müssen friedliche lösungen angestrebt werden. die weltweit wachsende zahl jener erdenbürgen, die auf das töten verzichten, machen hoffnung auf eine weiterentwicklung auf einer anderen geistigen, ethisch-moralischen ebene – eine neuerliche oder erstmalige chance, waffen für immer zu verbannen.

und so wird man eines tages – hopefully – sagen: „damals, als der mensch sich noch mittels waffen bekämpfte.“

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