Die Lügner des Richtigen

 in Holdger Platta, Politik (Inland)

BiedermannBrandstifterEs tut mir leid: so erfreulich man’s finden mag, daß jetzt selbst Leute wie Walter Steinmeier und Gerhard Schröder gegen PEGIDA öffentlich Stellung beziehen – zweierlei stört mich ganz gewaltig dabei: erstens, daß sie’s ausgerechnet in der BLÖD-Zeitung tun, in einem Lügenblatt, das selber so manches beigetragen hat zur Fremdenfeindlichkeit in unserem Land. Und zweitens: daß ausgerechnet solche Figuren wie Schröder und Steinmeier das tun.

Ich sage es deutlich: von Leuten wie Steinmeier und Schröder ausgesprochen, werden selbst richtige Sätze zur Schwafelei: beide wenden sich gegen Fremdenhaß – prima, sollte man meinen. Aber sie selber haben dafür gesorgt, daß Menschen im eigenen Land zu Fremden wurden! Ich habe das, vor mehr als einem Jahr, deutlichst dargelegt in meinem HdS-Artikel „Hartz IV: Elend und Ausbürgerung im eigenen Land“. Ich meine daher: diese Herren sollten keinen Satz gegen PEGIDFA äußern, ohne einen Satz gegen Hartz-IV hinzuzufügen. Sie sollten sich damit deutlichst distanzieren von einem Politikprojekt, das nichts anderes war und ist als ein furchtbares Ausgrenzungs- und Entfremdungsprogramm für Millionen von Menschen in unserem Land. Für diese, die Millionen Hartz-IV-Betroffenen, gilt nämlich schon längst, daß sie zu Ausgebürgerten, zu Exilanten, gemacht worden sind. Und es waren eben diese wackeren Feinde der Fremdenfeinde, die Herren Schröder und Steinmeier, die unsagbares Unglück gebracht haben über Millionen von Menschen in unserem Land – egal, ob das nun deutsche oder ausländische „GrundsicherungsbezieherInnen“ sind. Apropos „Grundsicherung“: jeder Betroffene weiß, „Abgrundsicherung“ wäre das viel passendere Wort!

Wie hat Gerhard Schröder in seinem gestrigen BLÖD-Zeitungs-Statement gegen PEGIDA gesagt: „Wer Ausgrenzung und Kleinherzigkeit gegenüber Menschen in Not das Wort redet, hat weder etwas von Christentum verstanden noch von der Vielfalt unserer kulturellen Wurzeln.“ – Ganz toll, wie sich das liest! Dieses Bekunden des Christentums und der Großherzigkeit, dieses Bekennen zur Vielfalt und gegen die Not. Dieser Satz hat nur eine riesengroße, eine überlebensgroße Macke:

Schröder, dieser Anti-Not-Bekenner, hat der Ausgrenzung gegenüber „Menschen in Not“ nicht nur das Wort geredet, Schröder, dieser sogenannte Sozialdemokrat, hat diese Ausgrenzung und Not über Millionen von Menschen gebracht. Er wirft der PEGIDA an Quasselei vor, was Hauptbestandteil seiner eigenen Politik war: die Produktion von bösartigster Ausgrenzung und schlimmster Misere. Unter kräftigster Beihilfe seines Kompagnons Steinmeier. Und meine eigene Auseinandersetzung mit der anderen Seite, mit Menschen, die zumindest in der Gefahr stehen, nunmehr – als Hartz-IV-Betroffene – der PEGIDA auf den Leim zu gehen, zeigt: Schröder und Steinmeier haben damit selber dazu beigetragen, daß eine PEGIDA zur Zeit einen derartigen Zuspruch erhält.

So paradox es auch erscheinen mag: ausgesprochen von bestimmten Leuten, wird selbst das Wahre zur Lüge und wird selbst das Richtige falsch.

Für mich jedenfalls sind Schröder und Steinmeier so glaubwürdig wie Leute, die in ihrem Alltag als Brandstifter tätig gewesen sind, um sich dann in der BLÖD-Zeitung, nach getaner Arbeit, anschließend zur Feuerwehr zu bekennen.

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