Was hat Spiritualität auf einer linken Webseite zu suchen?

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Konstantin mit dem amerikanischen Zen-Meister und Sozialaktivisten Bernard Glassman

Konstantin mit dem amerikanischen Zen-Meister und Sozialaktivisten Bernard Glassman

„Hinter den Schlagzeilen“ veröffentlicht – neben politischen Beiträgen mit antikapitalistischer Ausrichtung – gelegentlich auch solche, die aus einem spirituellen Weltbild heraus geschrieben sind. Das hängt u.a. mit der Person des Herausgebers, Konstantin Wecker, zusammen, der manche Gegensätze in seinem Wesen und Werk vereinigt. Dies ändert aber nichts an der Irritation, die bei Lesern immer wieder durch solche Artikel ausgelöst wird. Lesern, die vielleicht schlechte Erfahrungen mit kirchlichem Dogmatismus und esoterischem Wortgeklingel gesammelt haben, die über rechte Esoterik und kommerziell motivierte Scharlatanerie informiert sind und daher „allergisch“ auf alles Spirituelle reagieren. Holger Platta teilt diese Irritation schon aufgrund eigener biografischer Prägung. Er räumt aber auch ein: Es gibt legitime und hilfreiche Formen der Spiritualität. Menschen können aus spirituellen Motiven sozial und gemeinschaftsfördernd handeln, ohne sich auf elitäre Verstiegenheit zurückzuziehen. (Holdge Platta)

Die HDS-LeserInnen, die in den letzten Wochen unsere Website besucht haben, wissen es: es gibt seit einiger Zeit starke Kritik vor allem eines Lesers an uns. Vor allem eines hält er „hinter-den-schlagzeilen“ vor: wieder und wieder abzudriften in esoterische Fahrwasser. Und vor allem ein Begriff – so mein Eindruck – spielt dabei eine zentrale Rolle: der Begriff der „Spiritualität“. Mit Gebrauch dieser Vokabel scheint ausgemacht zu sein, dass wir Betreiber der Website – wie versteckt oder verschleiert auch immer – gemeinsame Sache machen mit einer Esoterik, die sich als großartige Weltdeutung aufspielt, die in Wahrheit aber nur aufgeblasener Schwachsinn ist, völlig irrational, und schlimmste Ansichten propagiert. Um es deutlich zu sagen: Auffassungen, die zumindest faschistischen Ideologien Vorschub leisten, wenn nicht gar selber bereits faschistisch sind. Man lese dazu vielleicht nochmal meinen eigenen Beitrag zu diesem Thema auf dieser Website nach:

https://hinter-den-schlagzeilen.de/2013/07/15/esoterik-und-rechtsextremismus-13/

https://hinter-den-schlagzeilen.de/2013/07/17/esoterik-und-rechtsextremismus-23/

https://hinter-den-schlagzeilen.de/2013/07/19/esoterik-und-rechtsextremismus-33/

Ich möchte mich an dieser Stelle überhaupt nicht mit Widerlegungen aufhalten. Ich möchte diesen Angriffen unseres HDS-Kontrahenten nicht entgegentreten mit Gegendarlegungen und Gegenbeweisen. Ich möchte auch nicht zurückverweisen auf zig andere kritische Artikel, die zu diesem Thema „Esoterik“ bereits auf unserer Website erschienen sind, auf Beiträge etwa von Roland Rottenfußer, Konstantin Wecker und von mir, in denen wir die von unseren Kritiker kritisierte Esoterik selber kritisiert haben – mir scheint: mit ebensolcher Schärfe und Deutlichkeit, wie unser Kritiker uns nun seit einigen Wochen entgegentritt. Ich möchte stattdessen etwas anderes tun: Verständnis herzustellen versuchen, wieso es zu dieser Kritik an uns kommen konnte und kann. Es geht also nicht darum, Recht zu haben, sondern das Richtige herauszufinden. Und die Vorwürfe des anderen können dabei sogar eine große Erkenntnis-Hilfe für uns Angegriffene sein.

Damit also zu dem – wie mir scheint – für all diese Debatten hier als Auslöser fungierenden Begriff „Spiritualität“, zu einem „Spalter-Begriff“, wie ich vermute. Und damit vor allem auch zu meiner höchstpersönlichen Erfahrungs- und Erlebnisgeschichte mit diesem Begriff „Spiritualität“ und zu meiner höchstpersönlichen Einschätzung dieses Begriffs.

Um es gleich zu Anfang festzustellen: Meine Erfahrungsgeschichte mit diesem Begriff „Spiritualität“ konnte kaum schlechter sein, als sie es war. Zwar entstammt dieser Begriff eigentlich den christlichen Traditionen – für Katholiken wie Protestanten hat dieser Begriff etwas zu tun mit einem Leben „aus dem Geiste Gottes“ (was immer das sei!) -, doch in meinem ersten beiden Lebensjahrzehnten kam dieser Begriff bei meiner religiösen Erziehung (zum uniert-reformierten Christen) schlicht nicht vor. Weder im Elternhaus noch in der Schule (Religionsunterricht) spielte der Begriff eine Rolle; auch während des Konfirmandenunterrichts tauchte die „Spiritualität“ niemals auf. Mir begegnete der Begriff zum erstenmal – und dann gleich mit erheblicher Massivität! -, als ich mich Anfang der achtziger Jahre – im Auftrag des WDR für einige Funkfeatures – mit zeitgenössischer Esoterik, mit der so genannten New-Age-Bewegung (insbesondere mit ihren so genannten Therapien) und mit zeitgenössischem Aberglauben zu befassen begann. Und ich halte hier mit meinen Empfindungen wie mit meiner gedanklichen Auseinandersetzung überhaupt nicht hinter dem Berg:

„Spiritualität“, das war und ist in diesen Esoterik-Gefilden fast durchweg eine verquast-geistig-geistliche Protz- und Prunkvokabel. Mein Spottwort dafür lange Zeit: eine Goldschnittvokabel aus dem Esoterik-Wörterbuch. Fast immer war der Begriff „Spiritualität“ verknüpft mit dem Begriff der „Erleuchtung“ – natürlich der Erleuchtung meist nur ganz weniger „Meister“ (meistens – deswegen „Meister“? – stellten sich diese Leutchen sogar selber dieses Erleuchtungszeugnis aus). Ich schildere hier nur einen besonders komischen Höhepunkt (auf einem Kongress von sogenannten „Rebirthern“ in Osnabrück): da sprach ein führender Mann der bundesdeutschen Rebirther-Bewegung davon, das Hauptinhalt des „spirituellen Bewusstseins“ sei, „göttliche Demut“ zu erlangen (man spürte, dass er sich selber von ihr ergriffen hielt). „Göttliche Demut“? Ja, bemerkte der Betreffende den bemerkenswerten Widerspruch nicht, die eigene – angeblich erlangte – „Demut“ gleich als „göttlich“ bezeichnen zu müssen? Eigene Bescheidenheit als Qualitätsmerkmal der eigenen Gottähnlichkeit? Berliner pflegen in solchen Fällen zu sagen: „Hammset nich’ ’ne Nummer kleener?“ Jedenfalls: so „großartig“ kann Bescheidenheit sein. Für diese Art Demut reicht ein Wolkenkratzer nicht aus.

Doch etwas analytischer formuliert: Das Absolvierenmüssen von Dutzenden solcher Esoterik-Erfahrungen brachte mir bei: „Spiritualität“, das ist etwas, das weit über allem anderen rangiert, „Spiritualität“, das ist die Übertrumpfungsvokabel schlechthin. Bei der Begriffspyramide „Intelligenz – Klugheit – Weisheit“ stellt „Spiritualität“ die Pyramidenspitze dar. Über der gibt’s nur noch den Götterhimmel, sonst nichts. Und wenn man nach dem Besonderen dieser „Spiritualität“ forschte, nach dem eigentlichen Übertrumpfungsmerkmal dieser „Spiritualität“ gegenüber der „Weisheit“ zum Beispiel, dann stieß man letztendlich immer wieder auf folgenden Tatbestand: „Spiritualität“ ist mehr als „Weisheit“, weil „Spiritualität“ das „Eingeweihtsein“ erfasst – wie gesagt: zumeist ganz weniger, sogenannt-erleuchteter Menschen –, und zwar das „Eingeweihtsein“ in die tiefsten „Geheimnisse“, in die eigentlichen „Geheimnisse“, zumeist sogar in die sogenannt-okkulten „Geheimnisse“ der Welt. O-Ton Dethlefsen: „Auf der Smaragdenen Tafel <= eine der wichtigsten Fund- und Quellstücke spiritueller Bescheidwisserei> ist alles Wissen zusammengefasst, das den Menschen jemals zugänglich ist.“ Ob das auch für den Kassenzettel bei ALDI gilt, auch für die Schönheiten eines Trakl-Gedichtes, auch für die Marxsche Werttheorie, auch die Quantenphysik? Man darf da seine Zweifel haben, aber das ist es ja: in den Gefilden dieser Esoterik eben nicht. Da gibt’s nur noch Bescheidwisserei; Zweifel und Fragen und Realitätsprüfung sind abgeschafft. In aller göttlichen Bescheidenheit…

Man wird verstehen, dass ich seither den Begriff „Spiritualität“ nicht verknusen kann. Ich kann meine Erfahrungsgeschichte nicht einfach „absprengen“ von diesem Begriff, ich kann diese lebensgeschichtlich erworbenen Erfahrungen mit dem Begriff „Spiritualität“ nicht „einfach“ in mir selber wegargumentieren. Für mich ist seit dieser Intensivstbegegnung mit dem Begriff „Spiritualität“ der Begriff „Spiritualität“ schier unerträglich geworden, völlig verbraucht und verdorben, verhunzt und entstellt. Ich würde mich sozusagen gefühllos und anti-empathisch mir selber gegenüber verhalten, wenn ich das leugnen oder verdrängen wollte. Und zeitgenössische Hirnforscher wie der Nobelpreisträger Eric Kandel haben das ja auch mit ihrer Forschung bestätigt: langjährige Vorerfahrungen dieser Art lassen sich im Gehirn nicht einfach „löschen“. Sie lassen sich, bestenfalls und sehr allmählich, nur „überschreiben“ durch neue, durch gute, durch intensive Gegenerfahrungen mit diesem Begriff. Tertium non datur. Ein Drittes gibt es da nicht.

Aber damit sind wir auch an einem ganz entscheidenden Punkt:

Was ist, wenn es nun tatsächlich einen „Spiritualitäts“-Begriff gibt, der weder mit religiöser Vereinnahmung oder gar Orthodoxie zu tun hat noch mit dieser unsäglichen Angeber-Esoterik mit all ihren höchst fragwürdigen Eigenschaften? Was, wenn es Auffassungen von „Spiritualität“ gibt, die nichts mit Anmaßung zu tun hat und mit prä- oder protofaschistischen Ideologien? Nichts mit Okkultismus-Gemunkel und objektiv-menschenverachtendem Bauchnabel-Narzßismus? Wir sind hier an einem ‚Turning-Point’ unserer Überlegungen und Gefühle, wir haben es demzufolge mit einem ganz schweren Kapitel seelisch-geistiger Verarbeitung des Neuen in Beziehung zum Alten zu tun: mit einer kognitiven Dissonanz.

Halten wir als allererstes fest: dass bei unserem Website-Kritiker die Galle hochkommt, wenn er den Begriff „Spiritualität“ hören oder lesen muss – ich kann’s verstehen! Nicht auszuschließen, dass er da ähnliche Erfahrungen zu sammeln hatte wie ich!

Dass damit – zweitens – ein großes Kommunikationsproblem existiert für alle, die dennoch den „Spiritualitäts“-Begriff benutzen und benutzen wollen, mit gänzlich anderem Inhalt und von gänzlich anderem Charakter freilich, als von mir bislang dargestellt, das freilich liegt damit ebenso deutlich auf der Hand. Gleichwohl haben wir es aber genau mit diesem Sachverhalt zu tun. Das, was ein Konstantin Wecker, ein Bernard Glassman oder Roland Rottenfußer unter „Spiritualität“ verstehen, ist etwas gänzlich anderes, als diese entsetzliche Esoterik darunter versteht. Und: es basiert bei ihnen auch auf gänzlich anderen Erfahrungen als bei uns! Was um so verschärfter die Frage aufwirft: kann man, gleichsam unschuldig und wie neu, einen Begriff verwenden, der solcherart belastet ist von rund vierzig Jahren Verhunzungsgeschichte durch das sogenannte New-Age? Einen Begriff, ich sagte es bereits, mit offenkundig ungeheuer starker Spalter-Qualität?

Dass unser Website-Kritiker dieses mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verneinen wird, liegt für mich auf der Hand. Und um es klar zu betonen: aufgrund meiner eigenen Erlebnisgeschichte mit diesem Begriff „Spiritualität“ verstehe ich’s nur allzu gut. Dennoch ist damit das eingekreiste Problem nicht aus der Welt. Und: die andere, gänzlich andere, Bedeutung der „Spiritualität“ für Konstantin Wecker, Bernard Glassman und Roland Rottenfußer auch nicht. Ganz im Gegenteil!

Vielleicht hilft über dieses Trennende erstmal die Erkenntnis und Anerkennung dieses Trennenden hinweg, das Anerkennenkönnen unterschiedlicher bis gegensätzlicher Erfahrungen (auch wenn es sehr schwerfällt): da ist einem ein Begriff aus Lebenserfahrungsgründen, aus Erlebnis- und Analysegründen so unsympathisch, wie ein Begriff einem nur sein kann. Aber gleichzeitig gilt: es gibt auch einen anderen, gänzlich anderen Inhalt des Begriffs. Und darum soll es auch im abschließenden Teil meines Beitrags gehen.

Um mit der Abgrenzung dieser beiden gegensätzlichen „Spiritualitäts“-Inhalte mithilfe der klassischen via negationis zu beginnen (einem altbewährten wissenschaftlichen Definitionsverfahren – man sagt zunächst, was der neue Begriff nicht meint bzw. nicht ist – im Vergleich zum alten Verständnis dieser Vokabel):

1. „Spiritualität“, so wie er von Konstantin Wecker, Bernard Glassman und Roland Rottenfußer vewendet wird, hat mit irgendeiner engen, kirchlich-konfessionellen oder allgemein-religiösen, Auslegung nichts zu tun. Sie ist damit auch fernab jeglicher Orthodoxie und missionarischen Rechthaberei zu verstehen.
2. „Spiritualität“ hat schon gar nichts zu tun mit den Unsäglichkeiten der zentralen Esoterik-Inhalte (= „Alles ist, was ist, ist, weil es ist, gut“, „Jeder kriegt das, was er verdient“, „Jedes Unglück und dergleichen geht auf Schuld in einem früheren Leben zurück“ undundund). Sie ist nicht Ausdruck einer zutiefst menschenfeindlichen Ideologie.
3. „Spiritualität“ ist auch nicht als Selbstbeweihräucherung im Sinne einer Super-Weisheit zu verstehen. Wenn dieser neuen „Spiritualität“ etwas zuwider ist, dann jegliche Form von Selbstüberhebung und Arroganz.
4. „Spiritualität“ ist schließlich auch nicht der anmaßende Anspruch, „eingeweiht“ zu sei – womöglich noch im Gegensatz zu anderen, zum sogenannten „Fußvolk“ der Bewegung – in die eigentlichen – womöglich sogar okkulten – „Geheimnisse“ der Welt. Nicht Angelangtsein am Ende aller menschlichen Erfahrungs- und Entdeckungsgeschichte ist diese „Spiritualität“ ihrem Wesen nach, sondern, ganz im Gegenteil, eher ein Bewusstsein, das sich fortwährend immer wieder am Anfang von Welterkundung sieht. Sie, diese „Spiritualität“, ist eher „Laien“- denn „Profi“-Bewusstsein.

Nun räume ich ein (ich habe es da freilich leicht, weil ich bislang den Begriff „Spiritualität“ nie in den Mund genommen habe, es sei denn als Zitat – wie in dieser Auseinandersetzung hier): Nicht jedesmal wird diese Verneinungslitanei, wie sie in den vier Punkten oben skizziert worden ist, herunterzubeten sein. Freilich: müsste sie das? Denn schließlich geht aus allen bisherigen Veröffentlichungen zu unserem Thema „Spiritualität“ von Seiten der genannten Autoren hervor – man muss es halt nur lesen (und, bitteschön, auch genau lesen!): dass Konstantin Wecker, Bernard Glassman und Roland Rottenfußer positiv etwas anderes unter „Spiritualität“ verstehen, als im Negationenkatalog oben aufgezählt, dieses dürfte eigentlich deutlich sein. Ich beschränke mich auf einige wenige Punkte:

5. Diese andere, diese neue „Spiritualität“ versteht sich in Augenhöhe mit anderen Menschen;
6. sie wendet sich der Welt mit ihren sozialen und sonstigen Problemen zu, nicht von ihnen ab;
7. sie bemüht sich um Empathie mit anderen Menschen – mit Unterdrückten, Niedergemachten, Gequälten und Gepeinigten zumal;
8. sie sieht sich, aufgrund der wahrgenommenen Verbundenheit mit der Welt und ihren Menschen, in der Verantwortung, beizutragen zu einer herrschaftsfreien und gewaltfreien Welt, zu einer Welt ohne Hunger, Ausbeutung, Unterdrückung, Unglück und Krieg;
9. sie sieht sich aufgerufen zu liebevollem Handeln, gerichtet gegen eine Welt des Profits und des Konkurrierenmüssens;
10. sie sieht sich aufgefordert, in Verbundenheit mit möglichst vielen anderen Menschen, die Zerstörung der Welt aufzuhalten und mit beizutragen zu einer Welt, für die Mitmenschlichkeit und Solidarität nicht mehr nur Schlagworte sind;
11. und sie will das alles nicht nur großpolitisch oder gar großmäulig realisieren, in Parlamenten, auf Podien und Kongressen, sondern nicht zuletzt auch Tag für Tag im eigenen ganz persönlichen Alltag.

Konstantin Wecker hat das in seinem Buch mit Bernard Glassman „Es geht ums Tun und nicht ums Siegen“ (herausgegeben von Christa Spannbauer) auf Seite 45 so ausgedrückt: „Was Albert Schweitzer ‚tätiges Mitgefühl’ nannte, ist für mich gelebte Spiritualität.“ Und wer Wecker und seine Lieder kennt, ebenso Bernard Glassman und Roland Rottenfußer, der weiß: das schließt sehr viel Zärtlichkeit mit ein, aber auch den Zorn, das nimmt den Nächsten ernst, aber auch die sogenannt-große Politik. Alle die genannten Autoren sehen sich da in der Mitte zahlloser anderer liebevoller Rebellen. Ich wünschte mir, die Mitrebellen sähen es ebenso und ebenfalls liebevoll. Gibt’s Chancen dafür?

Dieser Versuch, einen Kontrahenten zu verstehen, war jedenfalls ein Versuch, auch dem Kontrahenten die Möglichkeit zu geben, uns zu verstehen.

Literaturangaben:

Ben Bohnke: Die schöne Illusion der Wassermänner. New Age, die Zukunft der sanften Verschwörung. Düsseldorf 1989

Holdger Platta: Man muß nur dran glauben. Zur Okkultismus-Welle in der Bundesrepublik. Feature für den WDR 29.Januar 1986

Holdger Platta: Obskurantismus und Quantenphysik. Zu einer neuen Welterklärungstheorie: Transpersonale Psychologie. In: Deutsche Volkszeitung/die tat Nr. 40/3. Oktober 1986

Holdger Platta: Vom Ungeist befreit? Zu Psychotherapien im Dunstkreis von New Age: Rebirthing, Reinkarnation und Transpersonale Psychologie. Feature für den WDR 1. September 1991

Holdger Platta: Man muß nur dran glauben. Versuch einer sozialpsychologischen Deutung des zeitgenössischen Aberglaubens. In: psychosozial 52/1991

Holdger Platta: New-Age-Therapien. Pro und Contra. Weinheim 1994 (ab Juni 1997 bei Rowohlt-Verlag Reinbek als Taschenbuch unter dem Titel “New-Age-Therapien. Rebirthing, Reinkarnation, Transpersonale Psychologie. Pro und contra“)

Holdger Platta: Das Böse ist gut. Zu rechtsextremistischen Denkstrukturen in der zeitgenössischen Esoterikbewegung. In: Psychologie heute 7/1997

Holdger Platta: Abgründe im New Age. In: Vorgänge Nr. 139, Heft 3/1997

Holdger Platta: Die sanfte Gleichgültigkeit. Braune Tendenzen in der zeitgenössischen Esoterikbewegung. Funkessay für den WDR und NDR 7. Februar 1998

Holdger Platta: Die Identitäts-Idee der Okkultismusbewegung. In: Identitäts-Ideen. Zur gesellschaftlichen Vernichtung unseres Selbstbewusstseins. Psychosozial-Verlag Gießen 1998, Seiten 107 – 134

Holdger Platta: „Wollt Ihr das totale Ja?“ Zu rechtsextremistischen Tendenzen in der zeitgenössischen Esoterikbewegung und den Gründen dafür. In: Arne Brygland (Hrsg): Die autoritäre Versuchung. Mit Heilslehren auf den rechten Weg. München 2003, Seiten 14 – 37

Christof Schorsch: Die New Age-Bewegung. Utopie und Mythos der Neuen Zeit. Eine kritische Auseinandersetzung. Gütersloh 1989

Konstantin Wecker/Bernard Glasman: Es geht ums Tun und nicht ums Siegen. Engagement zwischen Wut und Zärtlichkeit (hgg. von Christa Spannbauer). München 2012

Konstantin Wecker: Meine rebellischen Freunde. Ein persönliches Lesebuch. München 2012

Jörg Wichmann: Die Renaissance der Esoterik. Eine kritische Orientierung. Stuttgart 1991

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