Ich wüsste gern, von wem wir regiert werden

 In FEATURED, Medien, Politik

Birgit Vanderbeke, Foto: Reiner Binkowski

Die Schriftstellerin Birgit Vanderbeke („Das Muschelessen“) empfindet das tägliche Bombardement durch Zeitungsmeldungen und Talkshow-Geplapper als Angriff auf ihren Verstand. Zum Glück ist der sehr intakt, und so bietet die Art, wie sie haarsträubende Manipulationsversuche (offziell „Meinungsmanagement“ genannt) aufdeckt, für uns Leserinnen und Leser viel Erkenntnisgewinn: Die gute Nachricht: Wir müssen derartigen Meinungsführern nicht folgen. Wir können lernen, ihre Schliche zu durchschauen. Wir haben die Wahl. (Birgit Vanderbeke, www.birgitvanderbeke.com)

Seit etwa zwanzig Jahren empfinde ich die täglichen Nachrichten und die rituellen politischen Talksendungen als einen Angriff auf meinen Verstand. Beide nehme ich allerdings regelmäßig zur Kenntnis.

Seit Ende der neunziger Jahre hingegen habe ich weder eine der gängigen papierförmigen Tageszeitungen noch ein Wochenmagazin mehr erworben.

Das schützt mich nicht davor, mitzukriegen, welches Weltbild die Leser dieser Medien für den Preis ab ca. 600 Euro jährlich erwerben können (die Bild-Zeitung verkauft ihres für um die 200 Euro), denn natürlich lese ich weiterhin Zeitung, nur etwas anders als früher.

Ich möchte kurz ein paar dieser „Angriffe auf meinen Verstand“ erörtern, die ich nach nur einem einzigen Kriterium ausgesucht habe: sie sind mir am 6.und am 7. Februar 2017 in großen deutschen Medien begegnet, als ich gerade überlegte, wie ich diesen Text hier beginnen könnte..

Der erste:

„Wer illegal über die Grenze gekommen ist, der sollte ein Angebot bekommen, freiwillig zurückzugehen. Wenn er dieses Angebot nicht annimmt, bleibt nur die Abschiebung.“

Dieser Satz ist an sich nichts Besonderes: Jemand hat gesagt, dass er mit der herrschenden gesetzlichen Lage (geregelt in § 58 Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes) einverstanden ist.

Oskar Lafontaine hat sich in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“
so geäußert[1], die Äußerung selbst ist nicht brisant oder spektakulär.

Die Wochenzeitung „Die Zeit“ hat das Zitat anschließend übernommen, abgedruckt und ergänzt um einen Kommentar:

„Damit ging der Oppositionsführer im saarländischen Landtag auf Distanz zu vielen Parteikollegen, die sich gegen Abschiebungen nach Afghanistan oder nordafrikanische Staaten einsetzen.“[2]

Auf diese (grammatisch fehlerhafte) Bemerkung hin haben sich viele der erwähnten Parteikollegen eilig zu Wort gemeldet und gegen ihren Parteifreund protestiert, weil der Abschiebungen nach Afghanistan befürworte.

Viele, die gern Streit innerhalb der Linken sehen, weil es die Partei schwächt, wenn sie sich intern zerlegt und spaltet, haben sich darauf vergnügt die Hände gerieben, weil die Deppen darauf reingefallen waren, was die Wochenzeitschrift ihnen suggeriert hatte: dass nämlich Oskar Lafontaine gesagt hätte: „Schiebt die Illegalen ruhig nach Afghanistan ab.“

Das aber hat Lafontaine nicht gesagt.

Die Praxis der Abschiebung in sogenannte sichere Drittländer war überhaupt nicht Thema seiner Aussage, ebenso wenig wie die Frage, ob Afghanistan eventuell als „sicheres Drittland“ gelten könne (woran die Bundesregierung „trotz angespannter Lage festhält“[3], die Linke fordert dagegen einen sofortigen Stopp aller geplanten Abschiebungen nach Afghanistan). Lafontaine hatte lediglich gesagt, dass ein Staat darüber entscheiden können müsse, wen er aufnimmt und wen nicht. Dieser unstrittigen rechtsstaatlichen Selbstverständlichkeit hatte er noch hinzugefügt, das sei nun einmal die „Grundlage staatlicher Ordnung“. Stimmt genau.

Was er wiederum nicht gesagt hatte, war kurz darauf als Überschrift der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zu seinem Gespräch mit der „Welt“ zu lesen[4]:

„Lafontaine fordert mehr Abschiebungen.“

Das ist falsch: An keiner Stelle in seinem Interview mit der „Welt“ forderte Lafontaine mehr Abschiebungen.

Der „FAZ“ war diese Überschrift allerdings nicht genug, sondern sie gibt dem Leser gleich noch eine Beurteilung der erfundenen Behauptung an die Hand und fährt unter der Überschrift ableitend fort, dass Lafontaine (a) seinem eigenen Parteiprogramm widerspreche und (b) auf die Wähler der AfD „schiele“. Diese Behauptungen sind ebenfalls (a) falsch und (b) vollkommen aus der Luft gegriffen und haben nichts mit dem zu tun, was Oskar Lafontaine gesagt hat, allerdings sind sie dazu geeignet, beim Leser einen ungünstigen Eindruck von Lafontaine zu erwecken.

Vor etwa fünfzig Jahren habe ich zufällig, als ich unerlaubt und sehr neugierig im Bücherschrank meiner Eltern nach Bildung (oder Aufklärung?) suchte, ein paar Bücher von Immanuel Kant gefunden. In einem dieser Bücher stand ein Satz von andauernder brennender Gültigkeit, der mich seitdem völlig unbeirrbar begleitet und mir oft aus der geistigen Verwirrung herausgeholfen hat, in die jeder gerät, der nicht fassen kann, mit welcher Wahnhaftigkeit ein paar wenige mächtige Menschen (mit oder ohne Entscheidungsbefugnis) die gesamte Welt gnadenlos zugrunde richten, ohne dass der Rest der Menschheit, nämlich die überwältigende Mehrheit aller auf dem Planeten Lebenden, sie daran hindert.

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“

Es ist mir längst ein Reflex geworden, wenn ich einen Satz wie den obigen aus der FAZ lese („Lafontaine fordert mehr Abschiebungen“), nachzuschauen, wann, wo und in welchem Zusammenhang dieser Satz erfolgt ist, und in diesem Fall alsbald zu erkennen, dass er gar nicht erfolgt, also von den Autoren der „Zeit“ und der „FAZ“ aus der Luft gegriffen worden ist. Danach kann es mir passieren, dass ich weitergehe und überlege, warum und zu welchem Zweck wohl ein solcher Satz erfunden worden sein mag.

Diese Überlegungen nun – warum wohl und zu welchem Zweck wird die Behauptung a) oder b) in die Welt gesetzt – diese Überlegungen sind gefährlich. Ich komme darauf zurück, allerdings möchte ich vorher ein zweites Beispiel vorstellen, einen ziemlich lustigen Zeitungstext aus der „Süddeutschen Zeitung“ vom 7.2.2017[5], dessen beide Autoren, Georg Mascolo und Nicolaus Richter, offenbar sehr zuversichtlich davon ausgehen, dass ihre Leser komplett von dem Unvermögen befallen sein müssen, sich ihres Verstandes zu bedienen.

Der Artikel ist überschrieben:

„Die Angst vor dem langen Arm des Kreml“

Es geht um die im Augenblick medial unermüdlich vorgetragene Befürchtung, dass die Bundestagswahlen im September möglicherweise von der russischen Regierung manipuliert werden könnten.

„Die Faktenlage ist dünn“, heißt es gleich zu Anfang des Artikels.

Das könnte, so wird erklärt, zweierlei Ursachen haben: Entweder die russische Regierung manipuliert nicht, oder sie tut es doch, aber die deutschen Geheimdienste kriegen es einfach nicht raus.

An dieser Stelle fragt sich der geneigte und verstandesbewehrte Leser: Warum, zum Teufel, schreiben die dann was davon in die Zeitung, wenn’s doch nichts zu berichten gibt?

Kurz darauf erfahren wir, warum: Es gibt da doch etwas zu berichten, und zwar eine dunkle Vermutung des deutschen Geheimdienstes, der ja nicht gut sagen kann, Freunde, lasst gut sein, wir haben gesucht, aber nichts gefunden. Zu seiner eigenen Entlastung muss er also Finsteres auf der Gegenseite annehmen, nämlich: Der Kreml versucht, „mit einem ‚konfrontativeren Kurs’ Unruhe zu stiften, ist aber zugleich sehr geschickt darin, sich nicht dabei erwischen zu lassen“.

Oho, sagt da der an Kant geschulte Leser, na dann alle Achtung. Ganz der Russe. Dass der so geschickt ist, sich nicht erwischen zu lassen. Das ist wie mit den Mäusen, die uns nachts immer den Käse aus der Falle klauen, ohne sich fangen zu lassen. Abgefeimt.

Wirklich hinreißend finde ich die Schlussfolgerung aus dem Dilemma der dünnen Faktenlage, das man nach Lektüre des Artikels auch als komplette Faktenfreiheit bezeichnen könnte. Die „Süddeutsche“ gibt es folgendermaßen wieder:

„Aus Sicht der deutschen Dienste besteht kein Zweifel daran, dass die Fäden – sollte es welche geben – im Kreml zusammenlaufen.“

Da reibt man sich zunächst die Augen und fragt sich, ob man noch ganz richtig tickt, denn wenn man sich das übersetzt, klingt es etwa so:

Wir wissen nicht, ob der Stine wirklich wer untern Rock gefasst hat, aber wenn wer der Stine untern Rock gefasst hätte, man weiß es ja nicht, aber könnte ja immerhin sein, wenn also wirklich der Stine wer untern Rock gefasst hätte, dann wüssten wir sicher, das kann nur der Hansi gewesen sein.

Dieser Befund wird nicht nur durch ein gedrucktes deutsches Leitmedium verbreitet, sondern am Abend davor hätte ich ihn mir auch im staatlichen Fernsehen ansehen können, wo er unter dem Titel „Keine Smoking Gun aus Russland“ gesendet wurde, der Autor war ebenfalls Georg Mascolo, diesmal alleine.

Was ich mir stattdessen viel später (23.45 h) zu nachtschlafender Zeit angesehen habe, war die Dokumentation „abgehört und abgenickt“ von Hubert Seipel, die sich mit den Praktiken amerikanischer Geheimdienste in Deutschland befasst und zu dem überraschenden Ergebnis kommt, dass die Bundesrepublik seit ihrem Bestehen und ohne Rücksicht auf irgendwelche dort etablierten Rechtslagen flächendeckend abgehört wird, Wirtschaftsspionage seitens der NSA inklusive, und dass das auch jeder weiß, der es wissen will, nur dass es offenbar niemanden interessiert, wer der Stine andauernd untern Rock fasst: weil’s blöderweise gar nicht der Hansi ist.

Der dritte Angriff auf meinen Verstand war um Klassen intelligenter, aber dennoch ein Angriff. Er stammt von Professor Marcel Fratzscher, dem Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und laut FAZ einem der wichtigsten deutschen Ökonomen. Fratzscher war Gast in der Talkshow „Hart aber Fair“, in der es hieß „Trump und wir – Experten beantworten Zuschauerfragen“.

Es ging um die Angst mittelständischer deutscher Unternehmen vor den Strafzöllen für ausländische Produkte, die der kürzlich ins Amt gekommene amerikanische Präsident Donald Trump angekündigt hat, und es ging darum, ob der Fragesteller, ein Arbeitnehmer in einem dieser mittelständischen Unternehmen, sich Sorge machen müssten.

Ja, sagte Fratzscher, das müsse er.

Er erwähnt sodann in seiner ausführlichen Antwort etwas, das bislang eher selten Erwähnung gefunden hat, nämlich die deutschen Exportüberschüsse gegenüber den USA. Fratzscher nennt die sehr hohen Zahlen und gibt zu bedenken, dass an den amerikanischen Überlegungen „was dran“ sei, insofern nämlich, als Deutschland tatsächlich „Dumping“ betreibe und sich damit einen „unfairen Wettbewerbsvorteil“ verschafft hätte, gegen den sich Amerika nun zur Wehr setzen könnte.

Diesen Vorwurf, so Fratzscher weiter, machten die Franzosen und andere Europäer Deutschland im übrigen schon seit Jahren: nämlich, so die anderen Europäer, hätten die Deutschen zu niedrige Löhne, praktizierten Protektionismus, hielten gegenüber dem europäischen Ausland ihren Dienstleistungssektor fest geschlossen, kurz – ich fasse den Vorwurf mit meinen Worten zusammen – die deutsche Wirtschaft bereichere sich seit Jahren nicht nur auf Kosten der Amerikaner, sondern auch auf Kosten ihrer Nachbarn.

An dieser Stelle dachte ich, hoppla, und war gespannt, wie es weiter gehen würde. Was Fratzscher hier gesagt hatte, war ein ziemlicher Tabubruch.

Denn so wahr es ist, dass Deutschland Jahr für Jahr um Längen die Exportüberschussmarge von 3% reißt, die die EU für die einzelnen Mitgliedstaaten beschlossen hat, so richtig ist es auch, dass die Medien darüber bisher entweder gar nicht oder so ähnlich triumphal berichtet haben wie seinerzeit über die Papstwahl und den Sieg der Fußballer: „Wir sind Exportweltmeister!“, als ob die ungute und kreuzgefährliche Schieflage, die dadurch entstanden ist, ein Grund sei, in Deutschland die Sektkorken knallen zu lassen und sich überlegen zu fühlen gegenüber denjenigen Ländern, denen die brutale Missachtung der EU-Richtlinien sowie auch der nachbarschaftlichen Fairnessgebote seit Jahren schweren Schaden zufügt und denen zuweilen das Messer in der Tasche aufgeht, wenn sie an Deutschland denken, und natürlich auch wenn sie an Brüssel denken, das sich von Deutschland einiges gefallen lässt und nur manchmal mit dem Zeigefinger „du du du“ macht.

Und nun hat Herr Professor Fratzscher es also ausgesprochen: Wir sind unfair, und die Trump-Administration hat keineswegs unrecht, wenn sie das auch so nennt.

Ich bin gelernte Rhetorikerin und kenne die Mittel, die im Giftschrank der sprachlichen Verdrehungstechniken und -künste stehen, ziemlich genau.

Der Moderator hatte schon die Frage formuliert, ob „wir vielleicht mal auf die Bremse treten müssten“, und eigentlich hätte Fratzscher an dieser Stelle die logische Folgerung aus seinen Bemerkungen ziehen müssen: Na klar, müssten wir, eigentlich hätten wir schon vorgestern auf die Bremse treten sollen, und wie! Schluss mit dem deutschen Lohndumping, dem Export der Arbeitslosigkeit in unsere Nachbarländer! Schluss mit den unfairen Wettbewerbsvorteilen, die sich Deutschland auf Kosten seiner eigenen Bürger sowie seiner EU-Freunde und –Brüder verschafft und die das Klima in Europa seit Jahren vergiften. Es lebe die europäische Idee, das Fairplay und eine gemeinsame solidarische Wirtschaftspolitik!

Dies sagte Fratzscher allerdings nicht. Es gehört sich nicht, auf den Umstand hinzuweisen, dass „unsere“ prächtigen Wirtschaftsdaten ursächlich auf dem Rücken zweier sehr unschöner Phänomene in den Himmel gewachsen sind, nämlich zum einen auf dem Rücken unserer eigenen Bevölkerung, die wir zu großen Teilen am Hungertuch niedrigster Löhne und prekärer Beschäftigung nagen lassen, damit unsere Produkte billiger sind als die unserer italienischen, französischen oder polnischen Nachbarn, und da haben wir den zweiten Schönheitsfehler, den wir nicht gern zugeben. Niemals würden wir unsere Freunde ohne Erbarmen niederkonkurrieren, niemals, weil wir doch die Guten sind, die nichts Böses im Schilde führen, und eben weil wir die Guten sind, können wir absolut nicht verstehen, warum die anderen (unsere europäischen Nachbarn ebenso wie die Bürger unseres eigenen Landes, die wir zu unerfreulichen Existenzen verdonnert haben) die Regierungen nicht freudig wählen, die ihnen das eingebrockt haben, und das sind bei uns beinahe alle jetzt zur Wahl stehenden etablierten großen Parteien (oder auch das im amerikanischen Wahlkampf so genannte „Establishment“), angefangen bei Gerhard Schröders damaliger SPD und den Grünen, und dann ging das mit Angela Merkels CDU weiter, erst unter Beihilfe der FDP und danach seit Jahren wieder mit der SPD.

Aber da Herr Fratzscher das nicht sagen mochte und weil man nicht so ohne weiteres die Sache beim Namen nennen darf, sagte er etwas Verdrehtes,. Er sagte nämlich, er befürchte gar nicht mal so sehr, dass ein Konflikt zwischen den USA und Deutschland drohe (warum eigentlich nicht, frage ich mich) sondern viel wahrscheinlicher sei, „dass Trump Europa spalte“.

Wohlgemerkt, Fratzscher sagte nicht, was aus seiner Analyse der Lage glasklar und eindeutig hervorging, nämlich dass Deutschland Europa wirtschaftlich längst gespalten hat, sondern er drehte den Spieß um und schob die Spaltung elegant vom Verursacher der Schieflage weg und dem Präsidenten der Vereinigten Staaten in die Tasche.

Mit diesem Trick ist es ihm gelungen, die deutsche Wirtschaft schon mal prophylaktisch aus der Schusslinie zu nehmen, bevor noch der erste Schuss gefallen ist, und Deutschland also von vornherein zum Opfer eines künftigen amerikanisch-europäischen Handelskrieges zu erklären, anstatt darauf hinzuweisen, dass ein solcher Handelskrieg möglicherweise gar nicht stattfinden müsste, weil sich das Thema in dem Moment erledigt hätte, in dem Deutschland seine Dumping-Politik aufgäbe und seine Exportüberschüsse auf die von der EU vorgeschriebenen 3 % herunterschrauben würde.

Mit seiner Vermutung, Donald Trump könne womöglich die Spaltung Europas im Schilde führen, ist Marcel Fratzscher im Übrigen nicht allein, das sind Experten meiner Erfahrung nach nie, weil es ja schließlich Netzwerke gibt.

Auch für die Europa-Expertin Almut Möller vom European Council on Foreign Relations (ECFR) droht die EU zu zerfallen: „Die Spaltung der EU wird von Washington aus betrieben“, sagte sie mit Blick auf die Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump.

Wie ich jetzt von Marcel Fratzscher, dem aus Funk und Fernsehen bekannten Wirtschaftsexperten, auf Almut Möller komme, die keiner kennt?

Ich kenne sie übrigens auch nicht. Ich bin ganz zufällig auf sie gestoßen, als ich eben den US-amerikanischen Weltkonzern Google danach gefragt habe, was ihm zum Thema „Trump spaltet Europa“ einfällt, und da fiel ihm gleich als eine der ersten Almut Möller vom European Council on Foreign Relations ein, welche Institution mir bislang ebenfalls unbekannt war, aber was ich an meinem Beruf so liebe, ist das „learning by writing“, und den ECFR nicht zu kennen, wäre ganz einfach ein Fehler, weil er nämlich möglicherweise wichtig ist, etwa so wichtig wie der Umstand, dass ihn vermutlich nicht so viele Leute kennen. Er ist ein Thinktank, seine Organisationsform ist die des gemeinnützigen Vereins.

Was er will, sagt er auf seiner Homepage: „to combine establishment credibility with intellectual insurgency“. Also die Glaubwürdigkeit des europäischen Establishments mit intellektueller Insurgenz zu verbinden. Insurgenz? Was ist das gleich? Insurgency. Aufstand, mindestens Aufruhr.

Nun. Über diese Kombination muss man eine Weile nachdenken, mir fällt ad hoc dazu nur das Wort „Farbrevolutionen“ ein, aber ich kann mich täuschen und werde dem später nachgehen.

Bei einem ersten Blick in die Veröffentlichungen dieser Denkfabrik erkennt man: Der Verein hängt – ganz im Sinne des europäischen Establishments – an und für sich nicht der Idee an, Europa werde von seinen amerikanischen Freunden gespaltet. Eher geht er davon aus, dass Russland eine gewaltige Gefahr für Europa darstellt, wobei Spaltung noch das geringste Problem ist – bei der Lektüre hat man das Gefühl, die russische Armee stehe schon kurz vor Warschau, wenn nicht gleich vor Berlin. Das wiederum würde die „aufständische“ Absicht des ECFR erklären. Jedenfalls vermittelt er keineswegs, dass NATO-Truppen soeben ihren Posten in Litauen an der russischen Grenze bezogen haben könnten, unter anderem deutsche, deren Vorgänger vor nicht sehr langer Zeit dort schon mal waren und allein nur in Litauen gleich nach ihrer Ankunft in den ersten fünf Monaten 137.346 Juden umgebracht haben [6].

Wenn jetzt also eine Mitarbeiterin dieser Nicht-Regierungs-Organisation ebenso wie Marcel Fratzscher und etliche andere zu der Vermutung gelangt, dass der amerikanische Präsident Europa spalten könne, dann sollte man das ernst nehmen.

Genau das werden die Leute tun, die unser Land regieren, und ihre politischen Konkurrenten im Wahlkampf werden exakt das selbe tun: Sie werden auf Politikberater hören, die wir nicht kennen, sie werden Routen einschlagen, die ihnen aus Thinktanks suggeriert werden, die wir ebenfalls nicht kennen , sie werden weiterhin den Rat der Unternehmensberater von McKinsey befolgen und Asylanten „effizient“ ausweisen, McKinsey wenigstens kennen wir, viele andere Unternehmensberater, deren Rechnungen wir bezahlen, kennen wir nicht. Die Leute, die wir wählen, werden auch künftig auf der Grundlage undurchsichtiger Kalkulationen die Kosten unserer öffentlichen Bauten mittels privater Investorenfirmen in die Höhe treiben, die Expertise von Versicherungen einholen, um die Renten zu kürzen, sie werden die Bildung unserer Kinder in die Hände von Stiftungen legen und uns für die Veruntreuung der Gelder, mit denen wir unser staatliches Gemeinwesen zu finanzieren nur glauben, die Erklärung geben, die globalisierte Welt sei eben komplexer geworden, und wir seien leider zu doof, um da noch durchsteigen zu können (die deutsche Verteidigungsministerin regte kürzlich an, mit dem Volk in angemessener sprachlicher Schlichtheit zu kommunizieren, in einer einfachen Sprache, in Hauptsätzen)[7], weswegen wir es lieber nur bezahlen und ansonsten den Fachleuten und Thinktanks und Agenturen, den NGOs, Vermögensverwaltungen, den Consulting- und weltumspannenden Anwaltsbüros für Steuervermeidungs- und Freihandelsrecht überlassen sollten, die Einzelheiten unserer Leben auszuhandeln, die wir sowieso nicht verstehen, und wenn wir uns tatsächlich nützlich machen wollten, gäbe es ja das Ehrenamt (Eltern reparieren defekte Klos und Dächer in den maroden Schulen, Anwohner stopfen Löcher in den Straßen, und die Tafeln hungrige Mäuler). Die Regierungsform, die auf diese Weise schon seit längerer Zeit praktiziert wird, heißt „Governance“, was bedeutet, dass neben staatlichen Akteuren oder anstelle staatlicher Akteure wesentlich nicht-staatliche an der Gestaltung der Politik beteiligt sind. Die sind natürlich ebensowenig gewählt wie zum Beispiel die Mitglieder der Europäischen Kommission in Brüssel oder die sogenannte Troika, die europaweit in nationales Regierungshandeln eingreift, bis man von Regierungshandeln nicht mehr sprechen kann.

Den diversen derart am politischen Geschehen beteiligten Beraterfirmen und -institutionen nun wieder – ich lasse hier mal den traditionellen Lobbybetrieb weg (Pharma, Energie, Waffen, Agrar, Finanz und all die anderen), der inzwischen zu weiten Teilen gesetzgeberische und parlamentarische Funktionen übernommen hat – diesen Beratern ist es gleichgültig, ob sie Frau Merkel oder Herrn Schulz zu Diensten sind, Hauptsache, sie selbst stehen in den Diensten des erst neuerdings so genannten „Establishments“ und können das auch so lange weiter tun und dazugehören, als die Glaubwürdigkeit desselben nicht derart angeschlagen ist, dass seine und somit ihre Position gefährdet wären. Das Ding nannte sich, bevor wir das vornehme Wort Establishment dafür eingesetzt haben, Macht und funktioniert nicht erst seit gestern so, nur dass wir heute in der dummen Position sind, nicht mehr so ganz genau wissen zu können, wer sie mit Hilfe welcher globalen grauen Eminenzen ausübt, weil nur die wenigsten sich zu erkennen geben. Um es mit meinem Freund Reiner zu sagen, einem Physiker, der international unterwegs ist und der es auf den Punkt gebracht hat: „Ich wüsste sehr gern, von wem wir eigentlich regiert werden.“

Ich vermute: von denen, für die wir demnächst unsere Kreuzchen machen dürfen, wahrscheinlich eher nicht.

An dieser Stelle möchte ich einen Exkurs einschieben, der nach Beendigung dieses Textes entstanden ist, nämlich nachdem ich – aufgrund des Wortes „insurgency“ und meiner freien Assoziation dazu – der Frage nachgegangen bin, was der ECFR tut und wer ihn in seinem gemeinnützigen Tun finanziert. Hier also das Ergebnis, das im übrigen kein Geheimnis ist, es steht bei Wikipedia: Der European Council on Foreign Relations berät in außen- und sicherheitspolitischen Fragen und ist vor etwa zehn Jahren von fünfzig Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen worden, von denen dem deutschen Leser einige bekannt sein dürften, so etwa Joschka Fischer, Cem Özdemir, Caio Koch-Weser (deutscher SPD-Politiker, Lobbyist und Mitglied im erweiterten Vorstand der Deutschen Bank, ehemaliger Vizepräsident der Weltbank), Dominique Strauss-Kahn, der beinah mal französischer Präsident geworden wäre, sowie George Soros, dessen Name bei Wikipedia ergänzt wird durch die Berufsbezeichnung „Investmentbanker, Spekulant und Finanzier von demokratischen Oppositionsbewegungen in Osteuropa (Soros-Stiftung)“.

Im ECFR sitzen massenhaft illustre Menschen[8], und zwar querbeet durch die Parteien und Konzerne. Darüber möchte ich an dieser Stelle nicht nachdenken, sondern kurz über ein Phänomen sprechen, das ich nur deshalb am Beispiel von George Soros erläutern will, weil ich seinen Namen zufällig in der Liste jenes oben erwähnten ECFR entdeckt habe (ich könnte auch Warren Buffet, Bill und Melinda Gates und viele andere nennen, statistisch findet man die meisten von ihnen in den USA, es gibt sie aber auch anderswo).

Dieses Phänomen geht so: Nachdem jemand im Schweiße seines Angesichts und mit seiner Hände Arbeit die ersten zehn oder zwanzig Milliarden Dollar entbehrungsreich zusammengekratzt und auf irgend einer Offshore-Insel fern des heimischen Fiskus steuer- und krisensicher angelegt hat, überkommt ihn sehr häufig der Drang, Gutes zu tun.

Die Philantropie ist in der amerikanischen Tradition fest verankert und hat sich inzwischen von dort über die Welt verbreitet.

Dem Spender ist die Rührung der Medien und der für Ordensvergabe zuständigen Einrichtungen gewiss, Tier- und Menschenfreunden auf der ganzen Welt kommen die Tränen. Wer hätte nicht ergriffen geseufzt, als er davon gehört hat, dass vierzig Milliardäre versprochen haben, die Hälfte ihrer Vermögen irgendwann den Armen zu schenken, wobei, wenn man genau hinschaut, das Versprechen ihnen heute Ruhm einträgt, während das „Irgendwann“ laut Vereinbarung ruhig in der Ferne liegen und im Grunde gegen unendlich laufen kann und irgendwo am Horizont stattfinden dürfte, ganz in der Nähe des Himmelreichs.

Die meisten guten Taten allerdings werden nicht irgendwann, sondern schon seit längerem angegangen.

Zu unserem Beispiel: George Soros hat nicht nur den aufrührerischen ECFR mitgegründet und bis heute unterstützt, sondern mittels einer Haupt- und vieler Nebenstiftungen eine ganze Menge Aufstände finanziert (überwiegend in Osteuropa, aber auch anderswo, überwiegend unblutig, gelegentlich aber auch blutig), von denen anschließend einige einen bunten oder botanische Namen bekamen.

Das kann man finden, wie man will, man sollte sich nur klar darüber sein, dass es so ist, und zwar ist es nicht nur bei der Aufstandsfinanzierung so, sondern es ist in allen Bereichen politischer Gestaltung seit langem gang und gäbe, und so kommt es (der Zufall war auf meiner Seite, das nennt man Recherche-Glück), dass auch zwischen dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, dessen Präsident der Hart-aber-Fair-Gast Marcel Fratzscher ist, und George Soros eine Verbindung besteht, insofern nämlich, als Soros eine Forschungsinitiative zum Klimaschutz finanziert und 2009 einen Ableger davon beim DIW installiert hat. Das mit Soros und dem Klimaschutz ist wiederum eine Sache für sich: Soros war bislang als Förderer alternativer Energien bekannt, hat im vergangenen Herbst allerdings, das berichtet jedenfalls die englische Zeitung „The Guardian“, erhebliche Gelder in den Kauf von Kohleaktien investiert.

Noch einmal: Uns beschäftigt hier nicht die Frage, wie ich das finde, sondern was es bedeutet, dass Privatpersonen ab einer bestimmten Größe ihres Reichtums äußerst wirksam in die globale Geopolitik eingreifen können und die Menschheit auf Gedeih und Verderb davon abhängig ist, dass die Weisheit dieser Personen in halbwegs proportionaler Relation zur Größe ihres Vermögens steht und mit demselben zügig mitwächst.

Ach so, und George Soros ist bekanntermaßen ein leidenschaftlicher Anhänger der These, dass der Hansi der Stine andauernd untern Rock fasst, er schert sich in dieser Frage nicht darum, ob unsere Dienste dafür Beweise finden oder nicht, allerdings ist er auch, vornehm ausgedrückt, kein Freund von Donald Trump, womöglich weil Trump angedeutet hat, dass er den Hansi vielleicht doch nicht für den Leibhaftigen hält.

Ich habe nun auf die Schnelle keine detaillierte Aussage von Soros zu der Frage gefunden, mit welchen Tricks Donald Trump Europa am besten zu schaden und den Russen in die Arme zu treiben gedenken könnte, aber ich halte es für wahrscheinlich, dass auch George Soros – ebenso wie Professor Fratzscher vom DIW und Almut Möller vom ECFR – dem amerikanischen Präsidenten zutraut, Europa spalten zu wollen, und damit würde es richtig übel für uns alle aussehen und wir können – dies ist meine Schlussfolgerung aus dem ganzen Schlamassel – eigentlich nur hoffen, dass wenigstens die amerikanischen Dienste vor Ort bei uns ihre Arbeit weiterhin gewissenhaft verrichten und ordentlich auf uns aufpassen, zur Not eben auch mit Soros’ Hilfe gegen ihren eigenen Chef..

Man muss ganz allgemein daran zweifeln, dass die Weisheit eines Menschen proportional mit der Größe seines Vermögens ins Unermessliche wächst.

Ende des Exkurses.

Nach all diesen Befunden könnte es so aussehen, als wäre ich der Auffassung, wir hätten keine Wahl oder wieder einmal nur die sprichwörtliche Wahl zwischen Pest und Cholera.

Aber da hätte man die Rechnung ohne Immanuel Kant gemacht, der den Ausweg gekannt und genannt hat.

Um Kants Ausweg zu finden, werden wir uns jetzt kurz mal in die Lage eines Unternehmensberaters versetzen. Zu dem kommt ein großer Pizza-Konzern, der das Gefühl hat, im internationalen Pizza-Geschäft sei noch „Luft nach oben“. Recht hat er übrigens, im gesamten Lebensmittelbereich ist noch Luft nach oben, allerdings nicht mehr lange.

Diesem Business-Mann sollen wir einen Tipp geben, wie er seine Verkaufszahlen steigern könnte, und man braucht nicht lange darüber nachzudenken, weil einem sehr schnell einfällt, wie das geht. Leider wissen es inzwischen sämtliche Lebensmittelhersteller auch schon, und nicht nur die: Wenn du 900 Millionen Pizzen in Deutschland verkaufen willst, musst du vor allem dafür sorgen, dass landesweit möglichst kein potentieller Pizzakäufer darauf kommt, was das eigentlich ist. Nichts ist nämlich einfacher und billiger, als aus Mehl, Hefe, Wasser und Salz einen Teig herzustellen und mit Tomaten und Käse zu belegen.

Nur etwas allgemeiner ausgedrückt – ich bleibe im Bild des Lebensmittels – basiert unser Rat auf folgender Erfahrung: die Leute löffeln jede Suppe bereitwillig aus, solange sie nicht auf die Idee kommen, sie könnte mit Wasser gekocht sein.

Dummerweise, so wendet unser Geschäftsmann ein, dummerweise gibt es immer noch Subjekte, die tatsächlich selber Pizza backen können und das auch tun.

Also wird man den erfolgsorientierten Pizzaproduzenten beruhigen mit der Annahme, dass das Thema sich demnächst biologisch erledigen wird und von künftigen Generationen nichts zu befürchten steht, weil die anständig digitalisiert sind und sich sowieso längst aus der Mikrowelle ernähren, aber sicherheitshalber werden wir ihm noch den Tipp geben, er solle, bis es so weit ist, dafür sorgen, dass nicht pausenlos irgendwo irgendwer aus der alten analogen Welt herumposaunt, dass Pizza mit Mehl gebacken und Suppe mit Wasser gekocht wird und wie einfach das geht.

Stimmt, sagt der Pizzaproduzent, das wäre kontraproduktiv.

Das wäre nicht nur kontraproduktiv, es könnte verheerend werden:

Man stelle sich vor, die Leute würden ihr Essen selber kochen, bloß weil es preiswerter und gesünder ist. Allein für die Plastikverpackungsindustrie wäre das eine Katastrophe! Und wenn sie dann noch wüssten, dass man Kaffeebohnen auch mahlen und überbrühen kann, nicht auszudenken.

Man stelle sich vor – wir schwenken mal kurz vom Lebensmittel- zum Finanzsektor -, man stelle sich vor, die Leute würden ihr Geld von der Bank holen, bloß weil die Bank ihnen keine Zinsen mehr gibt. Natürlich wissen wir alle, dass wir eigentlich keinen Grund mehr haben, unser Geld bei der Bank zu lassen, wenn’s keine Zinsen mehr gibt, aber wenn wir’s deswegen gleich abholen würden, oh je. Seit der Null-Zins-Politik berichtet das deutsche Fernsehen ununterbrochen von den Unmengen Wohnungseinbrüchen, die sich in der letzten Zeit ereignen, und unsere Wut auf die Rumänen und Bulgaren steigt, denn natürlich sind es die Rumänen und Bulgaren, die uns ans Geld wollen. Wer sonst?

Überhaupt das Geld: Man stelle sich vor, die Leute hätten einen Schimmer davon, was Geld ist. Zum Glück glauben die meisten an den Klapperstorch und das Ammenmärchen von den Staaten und ihren Notenbanken, die das Geld drucken und verteilen und den ganzen Kinderkram. Lassen wir sie um Himmels Willen in dem Glauben, sonst kämen sie auf Ideen, bevor die staatlichen Notendruckereien demnächst endlich abgeschafft werden; dann ist Schluß mit dem Bargeld, und die Gefahr ist gebannt.

Aber mit dem Geld ist es wie mit der Suppe: Es gibt tatsächlich Querulanten, die erzählen in der Gegend herum, dass die staatlichen Nationalbanken beim Geldschöpfen eigentlich nur noch für die Peanuts zuständig sind, ein Fünftel gerade mal ist staatlicher Cash, der Rest die reinste Luftnummer, Buchgeld, das nur im Computer steht. Fiktiv. Aber echt. Für jeden Kredit, den jemand aufnimmt, zieht seine Bank genau die Summe Geld aus dem Hut und schreibt sie sich aufs Konto, und dann ist es da (Paul Schreyer zum Beispiel trötet das heraus, ein Schweizer Autor, oder Norbert Häring, ein deutscher Volkswirt und Wissenschaftsjournalist). Wie war das noch mit den Milliardären, die im Schweiße ihres Angesichts und mit ihrer Hände Arbeit entbehrungsreich zugange waren, bevor sie die Welt mit ihrer Mildtätigkeit beglücken?.

Für Leute, die solche unfeinen Wahrheiten unters Volk zu bringen versuchen, gibt es in unserer Welt nur ein Wort: das sind Verschwörungstheoretiker. Mit denen will man nichts zu tun haben. Nicht mal lesen will man, was die an konspirativem Quatsch ausbrüten. Das könnte am Ende auf einen abfärben, man erzählt ahnungslos im Büro herum, was man so gelesen hat, und eh man sich’s versieht, ist es aus mit der schönen Karriere.

Es ist natürlich nicht so, dass die Leute das nicht sagen dürften, wir haben schließlich keine Zensur, bei uns darf jeder Parano seinen Sermon ablassen, nur drucken werden wir das nicht oder senden (zur Not und ausnahmsweise mal um 23.45 h) oder in unseren Zeitungen besprechen, und lieber mag ich keinen kennen, der einen kennt, der mal eine Frage gestellt haben soll von der Sorte Fragen, von der wir doch alle wissen, dass man so was nicht fragt.

Es gibt übrigens, wo wir schon bei den Unbotmäßigkeiten sind, tatsächlich auch Leute, die nicht einsehen wollen, dass kriminelle Schlepperbanden in Nordafrika Millionen Afrikaner auf die Idee gebracht haben, in ihre überteuerten Schlauchboote zu steigen, von denen selbst Afrikanern bekannt sein dürfte, dass sie der TÜV-Prüfung nicht standhalten (was für ein geniales Marketing diese Schlepperbanden haben müssen, ganz nebenbei gesagt), und wegen dieser Schlepperbanden kommen so viele Afrikaner im libyschen Gewässer um, dass wir lieber zu ihrem Schutz vor den Schleppern einen Zaun errichten. Oft sind die Leute, die an der Schlepper-Theorie herumnörgeln, dieselben dubiosen Personen, die nicht glauben wollen, dass Russland den Syrienkrieg losgetreten hat, obwohl doch bekanntermaßen alle Fäden – so es sie denn gäbe – im Kreml zusammenlaufen. Diese Personen nannte man bis vor kurzem Hansiversteher, damit jeder schon ab dem Kindergartenalter weiß: damit habe ich nichts zu tun, von so welchen hält man sich fern, aber das mit dem Hansiversteher ging natürlich nur so lange, wie wir Obama im Weißen Haus hatten. Da stand die Brücke über den Atlantik noch auf festen Pfeilern, inzwischen könnte es sein, dass sie wackelt. Unser Sprachvermögen wackelt übrigens auch, wenn wir mit Wörtern malträtiert werden, die mich daran erinnern, wie wir uns als Dreijährige darüber beschwert haben, dass der Tommy immer der „Bestimmer“ sein wollte, an Gefährder und Versteher kann ich mich jetzt gerade nicht erinnern, aber ich nehme an, das ist es ungefähr, was die deutsche Verteidigungsministerin mit „einfacher Sprache“ fürs Volk gemeint hat.

Und dann gibt es, um wieder auf die europäischen Provinzen und ihr Dilemma zu sprechen zu kommen, Leute, die am Sparen zweifeln. Die gebildeten Stände sagen Austeritätsgebot dazu, und wer daran zu zweifeln wagt, der kriegt richtig Ärger. Ich weiß nicht, ob das wirklich die Schlimmsten sind, wie unser Finanzminister sagt, aber bei denen muss man höllisch aufpassen, weil der Zweifel an der reinen Lehre inzwischen anfängt sich auszubreiten wie eine Grippe, und so was kann hartnäckig sein. Angefangen hat es vor zwei Jahren mit diesem griechischen Minister, wie hieß der noch gleich, dieser Typ, der keine Schlipse um hatte und mit dem Motorrad zur Arbeit fuhr, Janis Varoufakis (der soll inzwischen auch eine Bewegung gegründet haben mit der Parole: One simple but radical idea: to democratize Europe, was für eine Frechheit: was einfach ist, hat der doch nicht zu bestimmen, der ist doch kein Bestimmer), und inzwischen hat dieses Virus nicht nur unsere europäischen Freunde am Mittelmeer samt und sonders infiziert, sondern sogar schon den Internationalen Währungsfonds, und der will jetzt aussteigen, wo wir gerade so schön in Fahrt und ganz kurz davor sind, den Griechen endgültig den Hals zu brechen, jetzt ausgerechnet will der IWF aussteigen und den Griechen die Schulden erlassen, wo wir sie schon am Boden liegen haben mit unserem Spardiktat und die Spanier und Italiener sich nicht mehr trauen, die Klappe aufzumachen, weil sie Angst haben, es könnte ihnen womöglich genauso ergehen.

Wenn dem Trump das zu Ohren kommt, wird er es sicher in sein goldenes Präsidentenbuch schreiben, bestimmt auf die Seite, auf der sich alle amerikanischen Präsidenten immer ganz genau notieren, wen man am besten wo auf der Welt spalten und gegeneinander aufhetzen kann. Darin sind die amerikanischen Präsidenten übrigens allesamt ziemlich gut. Sie finden noch im hintersten Winkel der Welt irgendwelche ethnischen oder religiösen oder sonst welchen indigenen Stammesgruppen, die eigentlich gar keiner kennt, aber wenn’s dann mal los geht mit der Spalterei, staunt man, wie viele von denen es da gibt, von denen man vorher nicht mal die Namen kannte, und sobald man ihre Namen dann drauf hat, staunt man wieder, dass die tatsächlich die längste Zeit friedlich miteinander gelebt hatten, bevor die Spalterei losging und die Mission dann endet, wie sie eben enden muss: Failed State, Klappe zu, Affe tot. Davon sollte man eigentlich lernen, wobei es, genau genommen, die Amis ja nicht erfunden haben, das Spalten. Das „Teile-und-Herrsche“. Divide et impera. Klingt lateinisch. Egal. Wir können das jedenfalls auch, obwohl wir, also wir Europäer, nicht so viele Militärstützpunkte rund um den Globus haben wie die Amis. Aber mehr als die Russen haben wir allemal (hoffentlich, man müsste mal recherchieren, wie viele die Russen haben)[9], vorausgesetzt, der Trump lässt uns jetzt nato-mäßig nicht hängen und zieht nicht am Ende von seinen 800 Stützpunkten ausgerechnet die paarunddreißig ab, die er bei uns noch am Laufen hält, aber so weit wird er’s hoffentlich nicht treiben, sonst hätte der Soros ja recht, und wir kriegen wirklich demnächst den Hansi auf dem Hals, und da würde uns und unseren demokratischen und sonstigen Werten nur noch eines helfen: eine eigene Atombombe müssten wir haben. Nicht wir als Europa (wir als Europa haben ja schon Atombomben), sondern wir als Deutsche. Das wäre doch was. Das haben sie letztens sogar in „Panorama“ gebracht.

Wenn ich der Trump wäre, würde ich mir das mit Griechenland jedenfalls notieren. Gleich neben dem deutschen Exportüberschuss und dem Dumping. Da kommt einiges zusammen, was sich zum Spalten eignet, und außerdem könnte es wirklich sein, dass das mit der Sparpolitik so ähnlich ist wie seinerzeit die Geschichte mit der unbefleckten Empfängnis, für die sie seit zweitausend Jahren am Suchen sind, aber bis jetzt können sie’s wissenschaftlich immer noch nicht beweisen, eher muss man vermuten, dass es nicht funktioniert (wer das genauer wissen möchte, dem erzählt es der Wirtschaftswissenschaftler Heiner Flassbeck sehr gern in dem Internet-Magazin “Makroskop“, das er seit kurzem gemeinsam mit Paul Steinhardt herausgibt: Kritische Analysen zu Politik und Wirtschaft).

Kurz: wir sind in der großartigen Situation, dass wir uns auch heute noch immer unseres Verstandes ohne Leitung eines anderen bedienen könnten. Allerdings sollten wir uns bei der Benutzung unseres Verstandes keinesfalls auf die Hilfe unserer Leitmedien verlassen, deren Aufgabe es im übrigen auch nicht ist, unseren Verstand zu schärfen oder unserer Mündigkeit auf die Sprünge zu helfen, sondern Inserenten zu werben, die uns zum Kauf ihrer Suppe überreden wollen, also müssen sie uns logischerweise so verblöden, dass wir nicht mehr wissen, was man mit Wasser alles kochen kann. Wir – im Unterschied zu den Menschen, die in den bereits gespaltenen Regionen noch am Leben gelassen worden sind – wir haben übrigens noch Wasser.

Statt uns und unsere Kinder also systematisch für dumm verkaufen zu lassen, könnten wir uns nach denjenigen umschauen, die es auch nicht fassen können, mit welcher Wahnhaftigkeit ein paar wenige Menschen versuchen, gnadenlos die gesamte Welt zugrunde zu richten. Es gibt nämlich Leute, die ebenso wie ich hoffen, dass der Rest der Menschheit, nämlich die überwältigende Mehrheit aller auf dem geschundenen Planeten Lebenden, diese paar wenigen daran hindert.

Aufklärung, dieser Ausweg aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit, ist – genau, wie Immanuel Kant es gesagt hat – selbstverständlich eine Frage „der Entschließung und des Mutes“.

Das ist nicht erst seit gestern so. Vor uns gab es auch schon Menschen.

Bei Seneca könnte man zum Beispiel lesen:

„Nicht weil es schwierig ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwierig.“

Die für die Anschläge auf unseren Verstand im Detail zuständige Branche heißt übrigens „Meinungsmanagement“ (wenn’s der Hansi macht, nennen wir es Gehirnwäsche, manche sagen auch Propaganda dazu), und ein Mann, der gut darüber bescheid weiß und der auch toll erklären kann, wie und warum es funktioniert und was man dagegen tun kann, wenn man keine Lust hat, seinen Verstand abzugeben, ist ein Professor für Kognitionspsychologie in Kiel. Er heißt Rainer Mausfeld und hat die große Frage gestellt: „Warum schweigen die Lämmer?“[10]

Sie haben nämlich die Wahl, wenn auch vielleicht nicht gerade jetzt beim rituellen Alle-vier-Jahre-wieder-Spektakel in diesem September.

Eher jeden Tag von morgens bis abends.

Und wenn man das nicht mit dem Daumen-Hoch-Daumen-Runter-Spielchen bei Facebook oder der Fertigpizza verwechselt, ist es etwas Wundervolles, jeden Tag die Wahl zu haben.

Aber natürlich ist es gefährlich. Und wie.

Aber so wundervoll, dass es sich lohnt, mit aller Kraft darum zu kämpfen.

[1] https://www.welt.de/politik/deutschland/article161818446/Staat-muss-entscheiden-koennen-wen-er-aufnimmt.html;

[2] http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-02/oskar-lafontaine-linke-abschiebungen-fluechtlinge-afd

[3] https://www.tagesschau.de/inland/abschiebungen-afghanistan-107.html

[4] http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/oskar-lafontaine-fordert-mehr-abschiebungen-14857893.html

[5] http://www.sueddeutsche.de/politik/demonstrationen-und-hackerangriffe-spur-und-vorurteil-1.3366393

[6] http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59536, für die gesamte Sowjetrepublik ist die Zahl der Getöteten bei Wikipedia nachzulesen: „Eine von Verteidigungsminister Dmitri Timofejewitsch Jasow eingesetzte Kommission ermittelte von 1987 bis 1991 insgesamt 37 Millionen sowjetische Kriegstote, davon 8,6 Millionen Soldaten und 27 bis 28 Millionen Zivilisten. Russische Forscher bestätigen die Zahl der gefallenen Soldaten, manche schätzen die Zahl der getöteten sowjetischen Zivilisten jedoch auf 17 Millionen.“

[7] (https://www.welt.de/politik/deutschland/article159781765/Die-Political-Correctness-ist-ueberzogen-worden.html) Der Frau möchte ich das Notwendige ebenfalls in einer einfachen Sprache, in Hauptsätzen, erklären, Matthias Claudius hat es 1778 in seinem „Kriegslied“ gesagt, es ist hier zu lesen: http://gutenberg.spiegel.de/buch/matthias-claudius-gedichte-5209/11

[8] http://www.ecfr.eu/council/members

[9] ) und weil wir das wahrscheinlich bis zum Ende dieses Textes vergessen haben, schreibe ich es als Fußnote hin: die Russen haben 7 Militärstützpunkte auf dem ehemaligen Sowjet-Territorium und zwischen ein und drei Basen außerhalb davon, die Schätzungen gehen da auseinander, insgesamt zwischen 8 und 10, das erklärt, warum sie bloß 60 Milliarden für ihre Rüstung ausgeben, genauso viel wie Deutschland demnächst in seine Verteidigung stecken will, die Nato hat sehr viel mehr, nämlich 900 Milliarden, zur Verfügung.

[10] https://www.youtube.com/watch?v=Rx5SZrOsb6M

Anzeige von 44 kommentaren
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    Torsten Brügge
    Antworten
    eine ziemlich unfassende, schlagkräftige, treffsichere und witzige Rundumanalyse. Danke. Der eine oder die andere – und wohl auch meine Person – muss diesen Text wohl mehrmals lesen, um alles aufzunehmen. Denn er besteht wahrlich nicht nur aus Hauptsätzen 😉
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    Alexander Montgomery
    Antworten

    Vielen Dank für den brillianten Artikel!

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    Martina Geppert
    Antworten

    Danke Frau Vanderbeke! Es ist – wenn auch nur ein wenig – beruhigend, dass es offenbar Menschen wie Sie gibt, die genauso denken und empfinden, wie ich angesichts dessen, was da an Vergewaltigung unseres Verstandes tagtäglich über die Bühnen der meisten Medien geht.

    Es gibt Menschen mit leuchtendem und Menschen mit glänzendem Verstand. Die ersten erhellen ihre Umgebung, die zweiten verdunkeln sie. (M. v. Ebner-Eschenbach)

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    Stefan
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    Wow, das hat gesessen. Dieser Text gehört dringend in alle Feuilletons der deutsche Presse. Damit könnte sie sich ein klein wenig rehabilitieren
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    christine girndt
    Antworten
    Einfach nur genial. Danke, dass es Sie gibt und dass Sie schreiben.
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    Dietrich
    Antworten

    Herrlich treffend. Der Tag ist gerettet. Leider habe ich nicht die Fähigkeit, mich so brilliant ausdrücken zu können.

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    Robert K.
    Antworten
    Vielen Dank für diese wunderbare Analyse, die brilliant aufzeigt, was derzeitig komplett schiefläuft  bei den allermeisten unserer „Leitmedien“.
    Und sehr schade, dass dieser Artikel wahrscheinlich nur von einem kleinen Kreis überhaupt entdeckt und gelesen wird.
    Ich wünsche zahlreiche Verlinkungen zu den guten und kristischen Webseiten und Blogs, man darf die Hoffnung nicht aufgeben, dass immer mehr Menschen diese Methoden der Meinungsmache und -manipulation erkennen und sich wehren durch Boykott dieser Zeitungen, Zeitschriften und Sender.
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    Margrit Seewald-Graf
    Antworten
    Bravo und danke, Birgit Vanderbeke!
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    Vera
    Antworten
    Ganz wunderbar. Ich danke Ihnen sehr: eine solche Preziose ganz ‚umresuscht‘, wie der Schwabe sagt! Wenn ich unter Vergießen einiger Hektoliter Schweiß und unter Inkaufnahme einiger Schwielen an den Händen meine ersten 10-20 Milliarden zusammengekratzt habe, werde ich mich adäquat zu revanchieren wissen.
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    Alvin
    Antworten
    Ein wenig hätte man den Text ruhig kürzen können und dass die Autorin Suppe mag und sie vermutlich auch selbst zu kochen weiss, interessiert nicht wirklich, zumindest mich… ansonsten kann ich mich den Kommentatorinnen und Kommentatoren nur anschliessen und wünsche dem Text viele Leser, auf dass sie in sich gehen, nachdenken und dem ganzen Irrsinn zumindest mit Ironie begegnen. Mehr als das bleibt ja nicht, oder?

     

     

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    Knut Wehr
    Antworten
    Herzerfrischend in all dem zähflüssigen, leicht stichigen und abgestanden Einheitsbrei der üblichen Berichterstattungen, Meinungsbilderei und vermeintlichen Information eine solch treffende und auf den Punkt gebrachte Gesamtanalyse zu lesen. Vielen Dank dafür! Es tut gut und macht Mut … vielleicht noch öfters sich dem eigenen Verstand zu bedienen. Bitte unbedingt weitermachen!
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    Horst Beilhartz
    Antworten
    Leider werden wir auch hier, warscheinlich unbeabsichtigt, an der Nase herum geführt.

    Hier also das Ergebnis, das im übrigen kein Geheimnis ist, es steht bei Wikipedia: Der European Council on Foreign Relations berät in außen- und sicherheitspolitischen Fragen und ist vor etwa zehn Jahren von fünfzig Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen worden, von denen dem deutschen Leser einige bekannt sein dürften, so etwa Joschka Fischer, Cem Özdemir, Caio Koch-Weser (deutscher SPD-Politiker, Lobbyist und Mitglied im erweiterten Vorstand der Deutschen Bank, ehemaliger Vizepräsident der Weltbank), Dominique Strauss-Kahn, der beinah mal französischer Präsident geworden wäre, sowie George Soros, dessen Name bei Wikipedia ergänzt wird durch die Berufsbezeichnung „Investmentbanker, Spekulant und Finanzier von demokratischen Oppositionsbewegungen in Osteuropa (Soros-Stiftung)“.

    Was Frau Vanderbeke nicht bedenkt, Sie zitiert hier die Namen, auf die wir alle gerne anspringen. Als ob ein Joschka Fischer oder Cem Özdemir Personen währen, die irgend ein politisches Gewicht in der Welt da stellen würden.

    Hier sitzt meines Erachtens Frau Vanderbeke dem Irrtum auf, wichtige Personen recherchiert zu haben.

    Ist es nicht viel mehr so, dass diese Namen nur unsere Entteuschung und Erkenntnis wieder spiegeln, Ich/Wir haben uns von Rattenfängern verführen lasse.

    Und nun soll ich ein zweites mal auf diesen Leim geführt werden und auf Pappkameraden einschlagen. Wer diese Herren dazu animiert hat, diesen Verein zu gründen, wer die finanziellen Mittel bereit stellt, das steht leider nicht bei Wikipedia.

     

     

     

     

     

     

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      Christoph
      Antworten
      Vollkommen richtig, auch Wikipedia verfolgt die Interessen  des deepstate. J.F. ist in die Katogerie Kriegsverbrecher mit einzustufen (Krieg gegen Jugoslawien). Verzeihen Sie es bitte der Dame, im Grunde liegt sie richtig und macht sinnvolle Aufklärungsarbeit.
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    Ingrid Hildebrandt
    Antworten
    Vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel!!!

    Ich werde ihn an alle mir bekannten Personen weiterleiten. Meine Befürchtung: Nur die engsten Freunde werden sich wohl so darüber freuen wie ich.  Der grössere Teil  wird sich, so vermute ich, nicht die Zeit nehmen den Artikel zu lesen oder was trauriger wäre, sie verstehen ihn nicht,  weil die jahrelange Gehirnwäsche den Denkapparat blockiert.

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    Bettina
    Antworten
    Ich habe den Artikel soeben über google+ und facebook, öffentlich und in politische Communities, an öffentliche Medienträger und an Einzelpersonen weitergeleitet. Mich hat der Artikel dazu veranlasst, eigene Gedanken dazu zu schreiben.

    Vielen Dank, für diesen wunderbaren Artikel.

    .

    Wenn ich nur wüsste, wie die welt im innersten zusammenhält?
    .
    reaper weltfremd
    https://youtu.be/UrdaSqhKNas

     

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    ninjaturkey
    Antworten
    Ach, es ist noch viel schlimmer. Es ist gerade nicht der Mangel an Verstand, Entschließlung oder gar Mut, das haben wir alles im Übermaß. Es ist die schiere Bequemlichkeit.
    Um die Endorphine der Erkenntnis zu aktivieren muss man eben über die Kurzstrecke des eigenen hohen Tellerrandes (Suppe eben) hinaus denken. Am besten jeden Tag.
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    citoyen
    Antworten
    Selten einen Artikel gelesen, der die Mechanismen des ‚Meinungsmanagements‘ so entwaffnend entlarvt!

    Inhaltlich habe ich aber noch eine wichtige Anmerkung:
    Beim ‚Buchgeld‘ handelt es sich nicht um eine Luftnummer sondern um eine Bilanzverlängerung! Mit der Zusage eines Kredits geht die Bank gegenüber dem Kreditnehmer eine schuldrechtliche Verpflichtung ein. Das Prinzip der doppelten Buchführung erzwingt eine Gegenbuchung in gleicher Höhe als Forderung der Bank an den Kreditnehmer. Der empirische Beweis dieser simplen Tatsache wurde erst 2014 erbracht[1].

    Nun ist es aber so, dass durch diese Bilanzverlängerung sicherlich kein ökonomischer ‚Wert‘ geschaffen wurde, der Kreditnehmer kann allerdings das von der Bank eingerichtete Guthaben für Zahlungen verwenden. Es liegt an der heute praktizierten institutionellen Einbindung der Banken, dass nicht entschieden werden kann, ob ein zur Zahlung verwendetes Kundendepot aus eine Kreditzusage oder aus eine Lohnzahlung herrührt.

    Das Gros der Ökonomenzunft, wie der im Artikel angesprochene Professor Fratscher, ignoriert solche buchhalterischen Zusammenhänge und übt sich lieber in der Kabbalistik komplexer mathematischer Gleichungen. Schlimmer noch, sie können sich noch nicht mal entscheiden, ob sie ‚Geld‘ als werthaltiges Gut oder wertlosen Schleier verstehen sollen!

    [1]Werner, Richard A.: Can banks individually create money out of nothing? — The theories and the empirical evidence. In: International Review of Financial Analysis Bd. 36 (2014), S. 1–19

    • Avatar
      Carlo
      Antworten
      Dem stimme ich zu. Aber Du hast eine Kleinigkeit vergessen zu erwähnen. Der Kreditnehmer kann die Schuldscheine der Bank zur Zahlung verwenden, aber sein Kreditvertrag ist ebenfalls ein handelbarer Schuldschein, den Banken »verbriefen« und verkaufen können (Handel, Kauf und Verkauf von Forderungen ist deren täglich Brot.). Im Prinzip hat ein Schuldscheintausch stattgefunden. Dieser Aspekt wird fast immer übersehen. Warum? Weil man sonst keine Kreditrückzahlung und Zinsen fordern kann.
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    Gudrun Weil
    Antworten
    Mein Dank an Birgit Vanderbeke für ihre recht ausführliche Analyse – auch mit witzigen Einschüben (Hansi 🙂 ).  Es ist ein positives, hoffnungmachendes Zeichen, daß es Menschen gibt, die sich die Mühe machen, umfachreiche Recherche zu betreiben und kritisch zu hinterfragen und öffentlich aufzuzeigen. Wenn es mehr solcher Menschen gibt, umso besser! Vielleicht schaffen wir dann ein Umdenken!
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    Stephan Korth
    Antworten
    Danke für diese Beschreibung die sich mit meiner Wahrnehmung deckt. Also bin nicht ich verrückt, sondern die Welt in der ich lebe. Was mich in die Verzweiflung treibt ist der Umstand, egal in welche Richtung gedacht, ich mit jeder Handlung dieses System am Laufen halte. Ob ich tanke, den Lichtschalter betätige, eine Versicherung unterhalte, Lebensmittel oder Kleidung erwerbe oder eine Überweisung tätige, an Wahlen teilnehme,- oder auch nicht. Alle diese Dinge überdenke ich im Sinne der Nachhaltigkeit, der Verwertungskette und wem mein Handeln letztlich zu Gute kommt, bzw. wem ich Schaden zufüge. Habe in diesem Sinne meinen Verbrauch gesenkt, meinen Lebensstil angepasst und halte mich von Facebook und Amazone fern. Und komme trotzdem nicht aus den allumfassenden schädlichen Zusammenhängen heraus. Das es mir an nichts fehlt hängt untrennbar damit zusammen, dass es vielen Menschen anderswo schlecht geht, weil sie indirekt von mir unterdrückt und ausgenutzt, sogar misshandelt und vertrieben werden. Meine Ratlosigkeit mündet hilflos in dem quälerischen Wunsch, es möge doch endlich eine der von Wissenschaftlern angekündigten weltumfassenden Katastrophen eintreten. Der Ausbruch eines Supervulkan, ein Meteoriteneinschlag, irgend etwas was Geld und Macht sinnlos werden lässt und ein paar Kartoffeln aus der Erde zum Glücksfall. Diese Vorstellung ist zwar infantil, aber realistischer als das  wir erfahren wer uns wirklich regiert und dass wir das System aus Vernunftgründen ändern könnten. „Unsichtbar macht sich die Dummheit, indem sie unendlich groß wird“.
    • Avatar
      eulenfeder
      Antworten

      in gleicher weise herausragend Dein Kommentar, Stephan !

      • Avatar
        Carlo
        Antworten
        Diese Ohnmächtigkeit verspüren viele Menschen. Man bekommt das Gefühl, dass sich Geschichte wiederholt und man nichts dagegen tun kann. Ich kenne das Gefühl. Ich brauchte Jahre, um mich aus diesem Denkgefängnis zu befreien. Was ich letztlich erkannte ist, dass sich die Geschichte nicht wiederholt, sondern man sich heute noch im gesellschaftlichen Rahmen der antiken Sklavenhalterordnungen bewegt. Denn in der »Moderne« wie damals beruht das wichtigste Geschäftsmodell auf Handel, An- und Verkauf von menschlichem Leben. Dazu benutzt man sogar die gleichen rechtlichen Grundlagen wie im antiken Rom (Römisches Recht – ein Sachen- und Schuldrecht; kein Menschenrecht). 

        Der wissenschaftliche und technische Fortschritt täuscht darüber hinweg, dass das Gefasel über Menschenrechte, Menschlichkeit, Demokratie, Freiheit in Wirklichkeit hohles Gewäsch ist. Gibt es Lösungen? Klar gibt es sie. Dazu muss man aber anfangen, wie ein Mensch zu denken und nicht wie ein Ökonom. Humanistische Lösungen finden sich allesamt außerhalb der Ökonomie und des römischen Rechts. 

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    Ulrike Westhues
    Antworten
    die beste zusammenfassung unserer“probleme“ ever!!!!!
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    Matti Illoinen
    Antworten

    Danke für die wirklich umfassende, mit zum Teil auch zum schmunzelnde andere Sicht auf das was in diesen Jahren auf der Welt,  aber vor allen in Europa schief läuft laufen soll?

    Ich frage mich täglich, wenn ich die zum Teil unterirdischen Kommentare in den sozialen Netzwerken und anderswo lese, wie indoktriniert muss man im Deutschland und anderswo  sein, die Zusammenhänge zu leugnen.  Für mich lassen meine Erkenntnisse aus über 60 Jahren, nur einen Schluss zu, Demokratisches Verhalten kann nicht verordnet werden, was man ja nach dem 2 WK gemacht hat und macht. An den vielen Artikeln, und Kommentaren kann man, sehr genau sehen, es funktioniert nicht. Auch wenn man uns täglich was anderes versucht einzureden. Wir im Westen waren noch nie und werden auch die sog. Guten sein, die Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und Demokratie verteidigen, sondern wir überziehen den Rest der Welt schon seit Ende des 2 WK mit illegalen Kriegen. Wir damit meine ich den sog. Westen, mit seinen gerade einmal 10% der Weltbevölkerung, welcher sich regelmäßig als weiße Herrenrasse über das Völkerrecht stellt, und den Rest der Welt ins Chaos stürzt. 

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    Zombie in a Skinner-Box
    Antworten
    Exzellent.

    Der Kampf gg. die Verblödung ist ein Kampf gg. Windmühlen.

    Allerdings sollten sie von der Marionette Trump nichts erwarten. Was der macht sind Geschäfte, und zwar diejenigen, die seinem Land (sprich amerikanischen Banken und Konzernen = Wallstreet und Big Oil) nützlich sind. Darin unterscheidet er sich im Übrigen nicht im Geringsten von anderen imperialistischen und kolonialistischen Staaten.

    Geld ist Schuld, deshalb ist Krieg und Zerstörung in dem jetzigen System lebensnotwendig, um genau diese Schuld zu erzeugen. Es braucht immer mehr davon, exponentiell.

    Der Schlüssel zu allen Problem dieser Welt liegt im Geldsystem begründet und demzufolge in den Händen derjenigen, die die Regeln dieses Systems bestimmen. Vor nicht mal 100 Jahren war das den Menschen durchaus bewusst. Es ist nur in Vergessenheit geraten, weil die Profiteure dieses Systems schon ziemlich lange auch in Redaktionsbüros, Parlamenten und all den schönen Organisationen sitzen, die sie so prächtig bloß gestellt haben.

    Zur Vertiefung dieser Problematik und dem Schlüssel zu (fast) allem sei Ihnen der Name Paul Grignon und seine Webseite empfohlen: http://moneyasdebt.net

    Seine Videos gibt es auch in deuscher Sprache, sie müssen sie nicht kaufen. Das einzige, was sie brauchen, ist Geduld, Zeit und nochmals Zeit zur Reflexion. Ich gebe zu, das ist mitunter wirklich nicht so einfach, aber essentiell wichtig.

    Probieren sie das. Es wird ihnen Welten öffnen.

     

    • Avatar
      Alis
      Antworten
      Paul Grignons Videos gibt es auch in deutscher Sprache? Bitte Fundstelle nennen, denn auf moneyasdebt.net habe ich sie nicht gefunden
  • Avatar
    Patrik Mayer
    Antworten

    Ein sehr guter Beitrag!

    Ein kleiner Korrekturhinweis zu folgendem Passus:

    „Mit diesem Trick ist es ihm gelungen, die deutsche Wirtschaft schon mal prophylaktisch aus der Schusslinie zu nehmen, bevor noch der erste Schuss gefallen ist, und Deutschland also von vornherein zum Opfer eines künftigen amerikanisch-europäischen Handelskrieges zu erklären, anstatt darauf hinzuweisen, dass ein solcher Handelskrieg möglicherweise gar nicht stattfinden müsste, weil sich das Thema in dem Moment erledigt hätte, in dem Deutschland seine Dumping-Politik aufgäbe und seine Exportüberschüsse auf die von der EU vorgeschriebenen 3 % herunterschrauben würde.“

    An anderer Stelle wird der 3 Prozent-Grenzwert nochmals erwähnt.

    Der im obigen Beitrag erwähnte Heiner Flassbeck schreibt in diesem Zusammenhang in einem Beitrag aus dem Mai 2015 unter der Überschrift …

    „Deutscher CDU-Imperialismus in der EU“

    https://makroskop.eu/2015/05/deutscher-cdu-imperialismus-in-der-eu/

    „Bei meiner Diskussionsveranstaltung zur Eurokrise in Münster am Mittwoch dieser Woche kam es zu einer interessanten Kontroverse mit einem Europaparlamentarier der CDU, Dr. Markus Pieper (Diplom-Geograph). (…)

    Seine Bemerkungen gipfelten aber aus meiner Sicht in der Feststellung, dass er sich eine EU-Kommission wünsche, die auch bereit sei, einem Defizitland klar zu sagen, dass ein Haushaltsdefizit von 3,8 Prozent nicht akzeptabel sei, und die unter Androhung von Sanktionen verlange, dass das Land seine Neuverschuldung rasch auf drei Prozent reduziere.

    Daraufhin fragte ich ihn, was Deutschland auf die Aufforderung einer solch starken Kommission hin tun würde, die von Deutschland unter Androhung von Sanktionen verlange, seinen Außenhandelsüberschuss von über 8 Prozent (des BIP) in diesem Jahr rasch wenigstens auf die im MIP Verfahren (Macroeconomic Imbalance Procedure) vorgesehenen sechs Prozent zu reduzieren (die aber an sich absurd sind, weil für Defizitländer eine Grenze von vier Prozent gilt). Würde Deutschland das akzeptieren und entsprechende Maßnahmen ergreifen? Die Antwort war verblüffend klar: „Natürlich nicht“.

    Natürlich nicht! Das klang nach „wo kämen wir da hin, wenn auch Deutschland sich solchen Verfahren unterwerfen müsste“. Das ist eine ungeheure Unverfrorenheit.“

    Statt 3 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt beträgt der Grenzwert für Leistungsbilanzüberschüsse also 6 Prozent, wobei Heiner Flassbeck treffend feststellt, dass dies absurd ist, da die Grenze für Leistungsbilanzdefizite bei lediglich 4 Prozent liegt. Man darf getrost davon ausgehen, dass diese Absurdität politischem Druck der deutschen Regierung geschuldet ist.

  • Avatar
    Rolf Schendel
    Antworten
    Herzlichen Dank für diesen inhaltsreichen Lesegenuss. Ich vermute aber, dass die auch zwischen und hinter den Formulierungen steckenden Wahrheiten nur von wenigen Lesern verstanden bzw. erkannt werden. Ich habe ihre Zeilen in meiner rund 4.500 Mitglieder umfassenden Facebook-Gruppe veröffentlicht in der Hoffnung, die Anzahl der erkennenden Menschen zu erhöhen.
    • Avatar
      Bettina
      Antworten
      Das finde ich super von dir gemacht, lieber Rolf. Wahrheit gehört in die Öffentlichkeit, ich sehe es wie du und genauso verfahre ich seit mehreren Jahren. Wir bewusste DemokratInnen haben die Demokratie in der Hand.

      .

      Facebook zur Demonstration der neuesten Kuchen- und Backrezepte, zur Zurschaustellung des allmorgendlichen persönlichen Pupses, ist vollkommen out. Ich habe die Art der persönlichen Zurschaustellung in der Öffentlichkeit nie verstanden und werde es nie verstehen. Öffentliche Netzwerke sind in erster Linie sinnvoll, der Öffentlichkleit unbequeme Wahrheiten um die Ohren zu hauen. Nur damit katapultieren wir die noch schnarchenden Sesselpupser aus ihren Sesseln, damit bewegen wir Demokratie im Diskussionsprozess und verbreiten Wahrheiten von „Hinter den Schlagzeilen“ zu „Vor den Schlagzeilen“ auf die Schlagzeilen der Tagesordnung.

      .

      That’s live and power

      .
      SAFRI DUO – PLAYED A LIVE (10 ÅRS JUBILÆUM) – LIVE FRA DDJA 2011
      https://youtu.be/Oys9b2H7kdc

       

  • Avatar
    Monika
    Antworten
    Herzlichen Dank für diesen in jeder Hinsicht wertvollen Artikel, der dazu führen kann, dass sich die Menschen wieder dafür interessieren, wie man Pizza macht.
  • Avatar
    Wally
    Antworten
    Hervorragend auf den Punkt gebracht. Da jedoch die vorgenommene Gehirnwäasche (in USA nach dem 2. WK beschlossen) leider hervorragend funktioniert hat, fürchte ich, dass die schon länger hier Lebenden bis zum bitteren Ende keinen Wiederstand leisten werden. s.a. Schriften von F.v. Weitzäcker. Solange in D nicht mindestesn 5 Mio. schon länger hier Lebende aufstehen und endlich einen Volksentscheid über eine Verfassung fordern sehe ich wirklich schwarz. Das extrem traurige ist, dass die schon länger hier Lebenden Menschen keine Ahnung über ihren wirklichen/rechtlichen Status  als Bürger dieses Landes haben und Frau Merkel lehnt ja einen Volksentscheid aus eigenem Beschluss kategorisch ab! Leute wacht auf und kümmert euch in erster Linie darum, denn wer rechtlich keine Rechte hat, hat auch kein Recht diese einzufordern. Kümmert Euch um eure STAATSANGEHÖRIGKEIT – ein Pass oder Perso hat diesbezüglich keine rechtliche Wirksamkeit und Aussagekraft!!!! Lest ISBN 978-3-938656-61-7 und handelt, das amtliche Zeitfenster ist per Gesetz  ab 1.1.2018 geschlossen! Warum wohl?

    P. S. – ich bin übrigens Ausländer und geschockt, dass die schon länger hier Lebenden keine Ahnung in dieser Richtung haben. Warum sagt man eigentlich nicht mehr „die Deutschen“? Lest und macht Euch schlau, denkt nach und kümmert Euch um Euer Recht!

    Denn nur wer rechtlich den entsprechenden Status seiner Person nachweisen kann ist in der Lage dieses Recht einzufordern!

     

     

  • Avatar
    Piranha
    Antworten
    Von Wally – siehe oben

    ISBN 978-3-938656-61-7

    =

    https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/geheimsache_staatsangehoerigkeit/max_frei/ISBN3-938656-61-1/ID43258169.html

    Gefunden, aber nicht gelesen, außer die Kurzbeschreibung

     

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    L
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    Ich gehöre zu denen, die diese Art von „Wahrheiten“ nur selten bewusst konsumieren…zu sehr schmerzt der verteufelnde Blick, inklusive seiner schwerwiegenden Fakten und Beispiele und noch schlimmer ist das Gefühl der Ohnmacht, die sie auslösen. Ich schwanke zwischen Dankbarkeit für diese beleuchtenden Worte (die sich ja durchaus um eine Art Neutralität bemühen) und dem starken Wunsch zu ihnen Stellungnahmen der hier Kritisierten zu hören, einfach weil… mir da was fehlt. Das ist wohl Teil eines scheinbar utopischen Anliegen nach ehrlichem, konstruktivem Austausch und dabei auch gleich die Essenz dieses Ohnmachtsgefühl… Sind wir dazu überhaupt fähig?? …Also in diesem kantschen Sinne fähig, uns aus unser eigenen Unmündigkeit zu befreien und wahrlich offen, eigen und neu den Zuständen dieser Welt zu begegnen??
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      eulenfeder
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      hallo L

      dazu sind wir fähig –

      wenn wir es schaffen die erzieherisch eingebleute Blockade wieder zu entfernen.

      wir sind nämlich – wenn erzieherisch und schulisch-pädagogisch nicht gehirngewaschen und verhaltensdressiert

      alles andere als ohnmächtig.

      dressierte Ja-und-Amen-Sager sind wir überwiegend

      und geben diese Dressur an die eigenen Kinder weiter.

      Der gesunde, also auch von Geburt an anarche, rebellische Mensch

      wäre geradezu genetisch gegeben, wenn man nicht dressieren würde…

      und so laufen 10 Milliarden (?) gebückt als Sklaven einiger Weniger in ihren geistigen und geographischen Gefängnissen im Kreis…

      ein skurriles Bild der Realität

       

       

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      Bettina
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      „…also in diesem kantschen Sinne fähig, uns aus unser eigenen Unmündigkeit zu befreien und wahrlich offen, eigen und neu den Zuständen dieser Welt zu begegnen??“
      .
      Ich finde, mit der Frage hast du etwas ganz entscheidendes ansgesprochen. Mich bewegt diese Frage auch immer wieder und ich stelle fest, es ist kaum möglich, eine allgemeingültige Antwort darauf zu geben.

      .

      Liegt es nicht an jedem von uns selbst, inwieweit wir in der Lage und auch bereit sind, uns aus unserer „selbstverschuldeten“ Unmündigkeit zu befreien? Die Ohnmacht können nur wir selbst überwinden, jeder für sich. Wir können diesen Anspruch nicht generalisieren und von unserem Nächsten einfordern. Wir können nur durch unser eigenes Wirken und Handeln aus innerer Überzeugung heraus uns selbst aus den Fängen unseres perpédué mobilés, dem Kreislauf der eigenen Bauchnabelbetrachtung, des Wegschauens und des „Hände in den Schoß legens“ befreien. Wir müssen uns nur fortbewegen von dem durchaus nachvollziehbaren Drang, uns ständig selbst in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen. Die innere Befreiung vollzieht sich sicherlich nicht in großen Auftritten. Mitunter sind es die kleinen, fast unmerklichen Dinge, die im Alltag etwas bewirken können und auf den Nächsten ausstrahlen. Es kann mitunter einfach ein bewusstes Zuhören oder ein Gespräch auf Augenhöhe sein. Allein das kann ein Stück zur Mitmenschlichkeit und zur Empathie in unserem Umfeld beitragen. Wenn wir achtsam leben, wenn wir achtsam mit unserer Umwelt, unseren Mitmenschen, der Natur und mit uns selbst agieren, haben wir einen großen Teil der Befreiung aus unserer Unmündigkeit geschafft.  dann haben wir die Brücke zum Leben im menschlichen Miteinander beschritten. Das bewusste Leben und die eigene Dankbarkeit zum Leben ist für mein Dafürhalten eine wichtige Basis für jegliche Befreiung von fremd auferlegten Zwängen. Es ist eine gute Möglichkeit einer basisdemokratischen Lebensform.

      .

      Wir leben uns selbst in Achtsamkeit und gleichzeitig im gesellschaftlichen Miteinander. Damit können wir die Ketten des Fremdregierens sprengen.
      .

      Einfache, aber klare Lebensanschauungen können uns da gut weiterhelfen. Folgende kleine Lebensweisheit von Max Ehrmann finden wir, in Schriftzügen auf einer Wand verewigt,  in einem kleinen Pilgerhotel in Santiago de Compostella.

      .
      Desiderata by Max Ehrmann
      https://youtu.be/zQf2rLWf-pg

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    Judit Lichtenberg
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    Danke. Geist UND Witz  vereint, welche Wohltat.

    Ich hatte schon befürchtet das habe die Spinpolizei in ihrer Einheitstütensuppe verkocht. Aber Einige unter uns wissen nicht nur wie man mit Wasser kocht, sondern auch noch wie man würzt. Wie schön.

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    Gregoa
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    Es dürfte weniger die Frage sein, von wem wir regiert werden als vielmehr von welchen Interessen wir uns beherrschen lassen.

    Doch schon alleine den Selbstbezug in den Kontext mit wir zu setzen, hebelt die persönliche Willenskraft aus.

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    Karl Weber
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    Da macht das Lesen wieder Spaß! Danke für den erfrischend intelligenten Artikel.

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    Joachim Bode
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    vizero13
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    Guter Artikel, da bleibt kaum was dran zu rütteln (außer, wie schon erwähnt wurde, dass Fischer, Özdemir und Co. nicht die wirklichen Machthaber sind, sondern wohl auch nur Marionetten).
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    Werner Auberg
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    Der ausgezeichnete Artikel von Frau Vanderbeke hat mich dazu gebracht, meine Ansichten und politische Gesinnung zu überdenken.Es bleibt für mich dabei die LINKE als Mitglied zu unterstützen, weil diese als einzige Partei im Bundestag nicht vom Kapital gesponsert wird.Die Geschichte Deutschlands läßt mich immer wieder an Heinrich Heine`s Ausspruch denken: Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht!Seit der Zeit von Marx und Engels hat sich wesentlich nichts verändert, denn Kapitalismus und Imperialismus quetschen den Menschen immer noch aus bis an´s bittere Ende!
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    Karlheinz Müller
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    Vor zwanzig Jahren habe ich „Das Muschelessen“ gelesen und in einer „Väterrunde“ vertiefend besprochen. Jetzt freue ich mich, solch einen Text mit dem Namen der Autorin bei einer politischen Recherche beiläufig zu finden.

    Der Beitrag  hat mir gut gefallen, zu lesen. Und es macht mir  wieder etwas Mut, dass es Leute gibt, die Gegebenheiten hinterfragen.

    Aber,  – das ist der Zweifel –  man liest immer gerne, was man selber denkt.

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