Narzissmus und Macht in der Politik: Das Beispiel Donald Trump (2/3)

 In FEATURED, Gesundheit/Psyche, Politik (Ausland)

Schauspieler Alec Baldwin als Trump. Bildquelle: Buchcover „You can’t spell America without me“

„Die Ausübung von Macht wird dann problematisch, wenn die Leitungsfunktion vom pathologischen Narzissmus der Führungsperson bestimmt wird. Wenn der Führer seine Macht dazu benutzt, seine unbewussten narzisstischen Konflikte auszuagieren oder abzuwehren.“ Es fehlt uns nicht an kurzatmiger Entrüstung über die jeweils aktuellen Fehlleistungen des US-Präsidenten; vielmehr vermissen wir in der Berichterstattung meist tiefer gehende Analysen der Motive und der Wesensart Donald Trumps. Der Psychoanalytiker und Verleger Hans-Jürgen Wirth schließt diese Lücke, indem er sich vor allem der inneren Biografie des Präsidenten zuwendet. In diesem zweiten Teil beschreibt der Autor u.a. die Kindheit und Jugend Trumps, bestimmt durch brutale Internats-Erziehungsmethoden. Dies führte bei ihm zur „Identifikation mit dem Aggressor“ und zur Herausbildung eines Elitebewusstseins. (Hans-Jürgen Wirth)

Der Fall Donald Trump

Im Folgenden will ich mich nun dem Beispiel Trump zuwenden. Ich beginne mit Trumps Biografie. Dabei beziehe ich mich auf zwei Biografien, die von renommierten amerikanischen Journalisten geschrieben wurden, die jahrelang über Trump recherchiert und mit ihm  auch persönliche Gespräche geführt haben. Mit beiden hat er sich verkracht. Das eine Buch ist von David Johnston und heißt: »Die Akte Trump« (2016). Das andere ist von Michael D’Antonio und heißt »Die Wahrheit über Donald Trump« (2015). Anregungen zur Interpretation habe ich zudem aus dem Büchlein »Trump! Populismus als Politik« (2017) des Publizisten und Kulturkritikers Georg Seeßlen bekommen.

Donald Trump wurde als Sohn einer Mutter geboren, die – so Michael D’Antonio (2015, S. 20) – »süchtig nach Aufmerksamkeit war, zwanghaft auf sozialen Status achtete« und extrem geizig war. »Außerdem war sie über ausgedehnte Zeiträume im frühen Leben des jungen Donald krank. Seit Vater Fred war […] »extrem streng und fordernd, aber auch eingebildet, manipulativ und heuchlerisch« (D’Antonio 2015, S. 20). Vater Fred baute als Immobilienhändler mit rabiaten und teilweise kriminellen Methoden ein riesiges Vermögen auf, das Donald Trump als Ausgangsbasis für seine Karriere als Immobilien-Magnat nutzen konnte. Sein Vater vermittelte ihm Elitebewusstsein und den Killer-Instinkt. »Sei ein Killer« gab er seinem  Sohn als Lebensmotto mit auf den Weg. Er empfahl ihm aber auch ein »King« zu werden. Trump scheint beides beherzigte zu haben.

»Zu Hause führte Trump senior seine Methoden und Prioritäten vor, wenn er bis spät in die Nacht seine Geschäfte machte. Seinen Söhnen brachte Fred bei, »sich ebenso skrupellos, ehrgeizig und aggressiv zu verhalten. (…) Statusgemäß wurde Donald in einer großen Limousine (in die Schule) chauffiert« (ebd.). Donald entwickelte sich »zu einem streitsüchtigen, tyrannischen und körperlich aggressiven kleinen Jungen« (ebd.).

»Donald besuchte eine vornehme Privatschule. Er störte ständig den Unterricht und war ausgesprochen aufsässig« (ebd.). Die Lehrer und seine Eltern kamen schließlich nicht mehr mit dem aufmüpfigen und renitenten Jugendlichen zurecht. Sie schickten ihn in ein weit entferntes Internat, die New York Military Academy. Das Internat war für seine brutalen Erziehungsmethoden und für den paramilitärischen Drill bekannt. Zu den Mitschülern »zählten auch Söhne von Mafiabossen und Sprösslinge, deren Väter einem lateinamerikanischen Diktator dienten – aber kein schwarzer oder asiatischstämmiger Schüler« (ebd., S. 22). Sein alter Mentor berichtete, Trump sei dadurch aufgefallen, dass er immer und bei jeder Gelegenheit der Erste und Beste sein wollte, im Sport ebenso wie in der Warteschlange vor der Essensausgabe (ebd.).

Donald Trump erinnert sich an diese Zeit mit den Worten: »Sie prügelten mir die Knochen aus dem Leib« (ebd.). Gleichwohl berichtet er von der Internatszeit hauptsächlich mit anerkennenden, sogar glorifizierenden Worten. So ist er augenscheinlich stolz darauf, diese harte Schule unbeschadet durchlaufen zu haben und behauptet unter Verweis auf diese Internatszeit, er habe beim Militär gedient, obwohl er sich tatsächlich vor dem Militärdienst, [der ihn nach Vietnam hätte führen können], gedrückt hatte« (D’Antonio (2015, S. 125).

Trump ist mit dem Drill und der Brutalität mit Hilfe einer psychischen Strategie fertig geworden, die von der Psychoanalyse als »Identifikation mit dem Aggressor« bezeichnet wird. Er identifizierte er sich mit dem Angreifer, um fortan anderen die Demütigungen und Verletzungen zuzufügen, die er zuvor selbst erleiden musste. Er polte die Opferrolle um in eine Täterrolle. Dieser Prozess wurde begleitet von der Herausbildung einer Elite-Identität, die es den Schülern erleichterte, die Demütigungen auszuhalten, weil ihnen später als Ausgleich eine Herren- und Elite-Identität winkte.

Dokumentiert ist, dass er sich bereits in seiner Zeit als Schüler durch ein grandioses Selbstbild auszeichnete. Er sei »immer der beste Spieler« im Baseball gewesen, behauptet Trump über sich, und steigert dieses Selbstlob noch zu der Behauptung »Nicht nur im Baseball, sondern in jedem Sport« (D’Antonio (2015, S. 90). Als er in seinem dritten Jahr an der Schule sogar eine Schlagzeile in der Lokalzeitung bekommt »Trump gewinnt Spiel für die NYMA« (New York Military Academy) erlebt Trump dieses Ereignis als geradezu berauschend. »Es tat gut, meinen Namen in der Zeitung zu lesen« erinnert er sich noch 50 Jahre später. »Wie viele Menschen kommen in die Zeitung? Niemand kommt in die Zeitung. Es war das erste Mal, dass ich jemals in der Zeitung stand. Ich fand das faszinierend«, erzählt er seinem Biografen D’Antonio (2015, S. 90). In der Zeitung zu stehen, ist eine Art Erweckungserlebnis für ihn. Er wird in seinem weiteren Leben alles daran setzen, in den Medien präsent zu sein und seinen Namen als Marke zu etablieren. In großen Lettern prangt sein Name auf den von ihm finanzierten Trump-Towern. Seine Präsidentschaft krönt sozusagen eine jahrzehntelange Karriere als Celebrity-Figur.

Schon in der Schulzeit tritt bei Donald Trump ein offenkundig unstillbarer Hunger nach Selbstbestätigung zu Tage, wie er für narzisstische Persönlichkeiten so charakteristisch ist. Narzissten sind ausgesprochen süchtig nach Aufmerksamkeit und Bewunderung, permanent damit beschäftigt, wie gut sie etwas können, wie gut sie aussehen, wie viel Geld sie verdienen, wie überdurchschnittlich gut es um ihre sexuelle Potenz bestellt ist usw.

Bei Trump führt dieses Bedürfnis zu grotesken Aussagen wie: »Es ist echt schwer, mich wegen meines Aussehens anzugreifen, weil ich einfach sehr gut aussehe« oder auch zur Thematisierung seiner Penislänge während eines Wahlkampfauftritts: »Meine Finger sind lang und wunderschön, genauso – und dafür gibt es zahlreiche Beweise – wie diverse andere meiner Körperteile.« Das Paradox, zwischen den mit Inbrunst vorgetragenen Selbstglorifizierungen und dem geradezu kindlich anmutenden Bedürfnis nach Bewunderung spricht dafür, dass Narzissten wie Trump über ein ausgesprochen fragiles Selbstwertgefühl verfügen. Gerade der Umstand, dass es sich beim narzisstischen Selbst um eine derart grandiose und aufgeblähte Struktur handelt, macht seine besondere Verletzlichkeit aus.

Diese enorme narzisstische Verletzlichkeit zeigt sich bei Trump auch in seiner Dünnhäutigkeit gegenüber Kritik an seiner Person, die schon vielen Beobachtern aufgefallen ist. Im Grunde ist er unfähig, mit kritischen Journalisten angemessen umzugehen. Auf Kritik  antwortet er stereotyp mit einem aggressiven Gegenangriff. Sein Motto lautet: »Angriff ist die beste Verteidigung«. Ein  schönes Beispiel für seinen Mangel an Souveränität im Umgang mit Journalisten lieferte die erste Pressekonferenz nach seiner Amtsübernahme, die in ein Chaos einmündete. Eine seiner grundlegenden Kommunikationsstrategien ist die aggressive Herabsetzung, Entwertung und Verletzung von anderen – seiner Gegner, seiner Kritiker – auch von Journalisten. Die Entwertung anderer und die leichte Kränkbarkeit sind zwei Seiten einer Medaille. Denn dem Drang, andere zu entwerten, liegt die Angst zugrunde, selbst entwertet zu werden, was für sein fragiles Selbstwertgefühl spricht.

Eine andere Kommunikations-Strategie Trumps besteht darin, dass er andere übermäßig lobt und geradezu in den Himmel hebt. In der Unverhältnismäßigkeit des von ihm ausgesprochenen Lobs schimmert immer auch seine eigne Selbstüberhöhung durch, nach dem Motto: Wer so enthusiastisch lobt, muss ja wohl selbst ein ganz Großer sein, sonst könnte er nicht solches Lob aussprechen. In jedem Trumpschen Lob steckt immer auch ein Stück Selbstlob. Bei der genannten Pressekonferenz versteigt er sich zu der Ankündigung: »Wir werden die besten Arbeitsplatzbeschaffer sein, die Gott je erschaffen hat.« Im Grunde meint Trump: »Ich bin der Größte, den Gott je erschaffen hat.« Die Selbstbeweihräucherung geht so weit, dass er ernsthaft glaubt, Gott habe ihn mit besonderen Gaben ausgestattet. So glaubt Trump fest daran, dass er wegen seiner genetischen Ausstattung viele Dinge besser kann als andere, angefangen vom Golfspielen bis hin zum Geschäftemachen. Zu seinem Biografen D’Antonio (2015, S. 478) sagt er: »Ich würde also schon davon ausgehen, dass mich mein Erbgut für Höheres prädestiniert hat.«

Das Größengefühl tritt bei Trump unverhüllt zu Tage. Er redet von sich selbst und auch von den Personen und Geschehnissen, die mit ihm in Zusammenhang stehen, fast ausschließlich in Superlativen, und zwar im positiven wie im negativen. Die positiv bewerteten Ereignisse schreibt er sich selbst zu, die negativen regelmäßig den anderen. Gerne spricht er von sich in der dritten Person, weil so sein Selbstlob noch überzeugender klingt. Sein Motto lautet: »Keiner kann mich so gut loben, wie ich mich selbst, und das möglichst im Superlativ.«

Ein Superlativ stellt auch die gewaltigste nichtatomare Bombe – Mutter aller Bomben genannt – dar, deren erstmaligen militärischen Einsatz Trump in Afghanistan befahl. Eine weitere Steigerung wäre nun der Einsatz von Atomwaffen. Im Konflikt mit Nordkorea spitzt sich gegenwärtig die Spirale wechselseitiger Gewaltdrohungen dramatisch zu. Trumps Lebensphilosophie zufolge wird der Konflikt weiter eskalieren. Trump beschreibt das Leben immer als Kampf: »Im Leben geht es immer ums Überleben. Es geht immer ums Überleben.« Und er sagt auch: »Ich erwarte vermutlich immer das Schlimmste von Menschen, weil ich zu viel gesehen habe.« (D’Antonio 2015, S. 477). Und weiter: »Man soll jeden Schlag, den man einstecken muss, mit einem härteren Gegenschlag beantworten« (ebd., S. 485).

Trump setzt grundsätzlich auf eine Strategie der Eskalation, die den Gegner einschüchtern und ihn zwingen soll, klein beizugeben. Eine solche Grundhaltung kann nur aus einer Position der Überlegenheit und Stärke erfolgreich praktiziert werden. Partnerschaft auf Augenhöhe, die Entwicklung von Vertrauen, Kooperation und diplomatischen Konfliktlösungen mit dem Ziel, Kompromisse und einen Ausgleich von Interessen zu erreichen, sind der Persönlichkeit und dem Politikstil Trumps wesensfremd (»America first!«). Er hat somit nur ein äußerst begrenztes Arsenal an politischen Mitteln zur Verfügung. Die Tatsache, dass seine Politik bislang so erfolglos war und er keines seiner großen Gesetzesvorhaben auf den Weg bringen konnte, hängt wesentlich mit dieser Unfähigkeit zur Kooperation und zum Kompromiss zusammen.

Besonders gefährlich wird die absolute Eskalationsstrategie in der Auseinandersetzung mit einem Gegner, der selbst eine ähnlich aggressive Konfrontationsstrategie fährt, wie das bei Nordkorea der Fall ist. Dass sowohl Trump als auch der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un offen mit dem Einsatz atomarer Waffen drohen, stellt eine Eskalation der Drohungen dar, die nur noch wenige Steigerungsmöglichkeiten offen lässt. Das ist eine höchst gefährliche Situation. Es besteht die Gefahr, dass in einer solch angespannten Situation, in der beide Seiten bereits mit dem Äußersten gedroht haben, ein Funke genügt, um die verbalen Drohungen in reale militärische Handlungen umzusetzen.

Ausgeprägte Narzissten wie Trump sind weder vertrauenswürdig noch vertrauen sie anderen. Weil ihr eigenes Handeln von Misstrauen, Drohungen und kalter Berechnung bestimmt ist,  schenken sie auch anderen Menschen kein Vertrauen, sondern bauen auf Macht, Kontrolle und bestenfalls auf »Deals«. Deshalb können sie sich auch gar nicht vorstellen, dass gemeinschaftliches Handeln auf wechselseitigem Vertrauen basiert. Eine Ausnahme bilden allenfalls Verwandte. Deshalb hat Trump auch Mitglieder seiner eigenen Familie zu seinen engsten Beratern gemacht. Da Vertrauen, Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit für Narzissten keine Rolle spielen, sind sie auch nicht integer, sondern biegen sich die Wirklichkeit so zurecht, wie sie ihnen gerade in den Kram passt. Unverfrorene Lügen und die schamlose Präsentation »alternativer Fakten« gehören zu den hervorstechenden Machttechniken ausgeprägter Narzissten.

Das Verhältnis von reaktionärer Ideologie und privater Psychopathologie bei Trump

Trump steht zweifellos rechtextremen Ideologen nahe, machte er doch den rechtsextremen Chef des Hetzsenders Breitbart News Steve Bannon zu einem seiner engsten Berater. Dass sich Trump inzwischen von Bannon getrennt hat, heißt keineswegs, dass er politisch-ideologisch nicht strak mit ihm übereinstimmen würde. Von dem  früheren Chef des rassistischen und gewalttätigen Ku-Klux-Klan, David Duke, distanzierte er sich nur halbherzig und sein Rassismus kommt in seinen entwürdigenden Kommentaren zu den mexikanischen Migranten, seinem von Hass und Ressentiment geprägten Tiraden gegen Obama und in seiner Verachtung für Behinderte zum Ausdruck. Seine Macho-Attitüde und seine Frauenverachtung gehören auch in diesen Zusammenhang.

Doch obwohl seine politischen Ansichten und vor allem sein Menschenbild von reaktionären, homophoben, frauenverachteten und rassistischen Vorstellungen geprägt ist, fühlt sich Trump keiner religiösen und auch keiner konsistenten politischen Ideologie verpflichtet.

Meine These ist, dass Trumps politische Visionen und sein Machtanspruch einen rein privat-narzisstischen Charakter haben. Er will nicht eine ideologische Agenda verwirklichen, sondern nur seinen eigenen ganz privaten Machthunger ausleben und aller Welt beweisen, was er für ein toller Bursche ist. Das heißt: Die private Persönlichkeitsstörung hat bei Trump einen ganz enormen Einfluss auf seine politischen Entscheidungen. Meine These ist, sie ist größer als bei anderen autoritären und populistischen politischen Führern, bei denen die religiöse oder auch ideologische Gebundenheit einen größeren Einfluss hat, beispielsweise bei Erdogan. Insofern ist er noch unberechenbarer als andere politische Führungsfiguren.

Ich will diesen Gedanken nochmals anders formulieren: Der narzisstisch gestörte Führer wie Trump meidet nicht nur emotionale Bindungen an andere Menschen, sondern hält auch zu seinen eigenen politischen Überzeugungen emotionale Distanz, auch wenn er sich nach außen hin als noch so emotionaler Verfechter einer Ideologie darstellt. Letztlich ist ihm sogar die eigene fanatisch vertretene Ideologie nur Mittel zum Zweck der eigenen Machterweiterung. Der narzisstisch gestörte Herrscher ist ein Zyniker der Macht, der seine eigenen politisch-ideologischen Überzeugungen in strategischer Absicht pflegt.

Allerdings darf man sich die Gegenüberstellung von individueller Persönlichkeitsdisposition auf der einen und gesellschaftspolitischer Orientierung auf der anderen Seite nicht zu absolut vorstellen. Auch die privatesten Psychostrukturen entwickeln sich letztlich auf dem Hintergrund kultureller, religiöser und politischer Ideologien. Ich stelle die These zur Diskussion, dass der Rassismus die Ideologie ist, von der Trump am nachhaltigsten überzeugt und beeinflusst ist. Der Rassismus steht für ihn nicht zur Disposition. Von seiner Richtigkeit ist er zutiefst überzeugt, weil er perfekt zu seiner narzisstischen Persönlichkeitsstruktur passt. Im rassistischen Glauben an die biologisch bedingte Überlegenheit der weißen Rasse findet Trumps narzisstische Überzeugung von seiner eigenen biologisch bedingten Überlegenheit ihre Entsprechung, Fundierung und Bestätigung. Auf diesem Hintergrund wird auch verständlich, warum er die rassistischen Gewaltexzesse in Charlottesville relativierte und seine kaum verhohlene Sympathie mit ihnen ausdrückte, obwohl die meisten seiner Berater und wichtige Vertreter der Republikaner ihm davon abrieten. Damit ist Trump auch mit den beiden zentralen und noch immer weitgehend unbewältigten US-amerikanischen Traumata, dem Genozid an der indogenen Urbevölkerung und der Sklaverei verwoben. Trump repräsentiert die psychopolitischen Strömungen in der US-amerikanischen Gesellschaft, die dem Rassismus als Leitidee anhängen und die eine selbstkritische Aufarbeitung des kollektiven Traumas der Sklaverei und ihrer transgenerationalen Folgen strikt ablehnen. Trumps Präsidentschaft verschafft den rassistischen und gewalttätigen Gruppierungen Legitimation und Auftrieb.

Im dritten und letzten Teil der Trump-Serie von Hans-Jürgen Wirth lesen Sie morgen: »Wie kann der Erfolg von Donald Trump erklärt werden?«

Hans-Jürgen Wirth, geb. 1951, ist Psychoanalytiker in eigener Praxis und Professor für Psychoanalytische Sozialpsychologie in Frankfurt/Main sowie Verleger des Psychosozial-Verlags. Wichtigste Buch-Veröffentlichung: Narzissmus und Macht. Zur Psychoanalyse seelischer Störungen in der Politik. Gießen 2002 (Psychosozial-Verlag).

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