Aufhören zu schweigen

 in FEATURED, Politik (Ausland)

Nirit Sommerfeld

Während ich mich letzte Woche über ein blödes Plakat in Berlin echauffierte, fand in Jerusalem die Beerdigung der palästinensisch-amerikanischen Journalistin Shireen Abu Akleh, 51, statt. Shireen wurde bei der Ausübung ihrer Arbeit erschossen. Sie und ihre Kollegen waren „mit Kameras bewaffnet“, wie ein Sprecher der israelischen Streitkräfte erklärte und dabei jede Verantwortung von sich wies. Nirit Sommerfeld

 

Während ich mich letzte Woche über ein blödes Plakat in Berlin echauffierte, fand in Jerusalem die Beerdigung der palästinensisch-amerikanischen Journalistin Shireen Abu Akleh, 51, statt. Shireen wurde bei der Ausübung ihrer Arbeit erschossen. Sie und ihre Kollegen waren „mit Kameras bewaffnet“, wie ein Sprecher der israelischen Streitkräfte erklärte und dabei jede Verantwortung von sich wies.

In Jerusalem läuteten lange alle Kirchenglocken der Stadt, als Shireens Sarg unter den Knüppeln der israelischen Polizei zu Grabe getragen wurde. Dem Trauerzug schlossen sich Tausende an; örtliche Medien berichten vom größten Begräbnis, das Jerusalem seit Jahren erlebt habe. In deutschen Medien gab es darüber meist verhaltene Berichte*. Darum will ich hier einige verlinken, die das Geschehen um den Mord und die Bestattung von Shireen Abu Akleh und deren Bedeutung beleuchten.

Zum Tod von Shireen Abu Akleh von Karin Leukefeld, freie Nahost-Korrespondentin
Tod einer Zeugin von Lea Frehse, ZEIT ONLINE (hier als PDF)

*Wenn Du wissen willst, was ich mit „verhaltene Berichte“ meine und warum in Deutschland mit extremer Vorsicht über alles berichtet wird, was mit Rechten von Palästinensern und Unrecht seitens Israel zu tun hat, dann empfehle ich unbedingt den Dokumentarfilm

ZEIT DER VERLEUMDER von Dror Dayan and Susann Witt-Stahl
(© 2021, 102 min., Engl./Deutsch mit UT)

auf YouTube anzuschauen. Mit dem oberen Link kannst Du den Film ab Sonntag, 22. Mai 22, ab Mitternacht für 24 Stunden kostenfrei ansehen. Hier der Trailer dazu:

Wir müssen aufhören zu schweigen, wenn Unrecht geschieht, und endlich anfangen, über die wirklich wichtigen Dinge zu sprechen. Um unnötiges Blutvergießen zu verhindern, um nicht noch mehr Schmerz und Verzweiflung zu schüren.

Ich weiß, ich wiederhole mich. Aber ich werde mich so lange wiederholen, bis es kein Unrecht zu beklagen gibt.

Ich weiß, das ist lang.

Herzlichst, Nirit

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