Der Schande ausweichen

 in Gesundheit/Psyche, Politik, Spiritualität

Kindesmissbrauch: Neue Fälle fördern zutage, wie verlogen Kirche und Staat noch immer mit den Verbrechen umgehen. (Quelle: Freitag)
https://www.freitag.de/autoren/ulrike-baureithel/wie-die-gesellschaft-dieser-schande-ausweicht

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    Ulrike Spurgat
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    Da will ich erinnern an die Zeit wo Kinder und Jugendliche in die Erziehungsanstalten der fünfziger bis in die achziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts weggesperrt waren. Sie galten als „verwahrlost,“ als „Nichtsnutze“ und störten das „Wirtschaftswunder. Aufmüpfig und unangepasst waren sie, denn sie wollten Leben und ihren Weg  selber suchen und finden. Das revolutionäre Potential dieser Kinder und Jugendlichen sollte bereits im Keim erstickt werden. Stillschweigend hat man sie geschlagen,getreten, gedemütigt und menschlich entwertet. Essensentzug und Dunkelkammer, sowie Sprechverbot war an der Tagesordnung. Keiner hat ihnen geholfen. Weit weg und vor der Öffentlichkeit verschwiegen. Bis zu 800 000 Kinder- und Jugendliche waren diesem System hilflos ausgeliefert aus dem es kein Entrinnen gab. Sexuelle Gewalt war Teil des Unterdrückungs Instrumentes. Sie schufteten bis zu zwölf Stunden täglich, hatten „Erzieher“ die teils noch in den Lagern gearbeitet hatten und so wieder in Brot und Arbeit gekommen  sind. Die Diakonie, der Caritas und die staatlichen Heime waren und sind die Schuldigen auf immer. Da können sie reden was sie wollen. Und der Kampf um Entschädigungszahlungen war wieder mit Demütigungen verbunden. Man musste sich „nackig“ machen und das meist bei den Jugendämtern, die aber für die Einweisungen in die Heime zuständig gewesen waren.

    Ich könnte ins Detail gehen und die „Katze aus dem Sack“ lassen.

    Und dann kam Ulrike Meinhof , die aufklärte und aufdeckte was dort geschehen ist.

    Meinhof war Journalistin u.a. bei „Konkret

    Der beeindruckende Film, des von ihr geschriebenen Drehbuches „Bambule“ wurde 1970? ersteinmal verboten. Sie hat angeklagt und das vergessene Leid der Kinder- und Jugendlichen in den Fokus der gesellschaftlichen Öffentlichkeit gerückt und das sehr mutig und entschlossen. Die Heim Kinder- und Jugendlichen, die sich ihr ganzes Leben mit diesem Thema beschäftigen, weil die Schäden in jeder Beziehung eine immer wieder schmerzende Narbe bleibt  werden nie vergessen was Ulrike Meinhof selbstlos für diese geschädigten Menschen getan hat.

    2012 flog dann endgültig der Deckel vom Pott. Der „runde Tisch“ mit A. Vollmer von den Grünen hat sich mehr schlecht als recht dieser wieder einer mehr verdrängten Geschichte des Landes gewidmet .—

    Hochglanz Broschüren und Wissenschaftler sind dem nicht gerecht geworden.

    „Schläge im Namen des Herrn“ trifft es ansatzweise.

    (Peter Wensierski, Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik).

    Der Film von Brumund „Freistatt“ hat sich diesem schmerzhaften und verdrängten Thema in vorbildlicher und bewundernswerter Weise am „Beispiel“ von „Wolfgang“ angenommen. Beruhend auf der wahren Geschichte von „Wolfgang.“

     

    Was ich sagen will ist folgendes: Es sind die strukturellen Probleme in dieser Gesellschaft die sexuelle Gewalt erst möglich macht, die den Schutzbedürftigen oft genug im „Regen“ stehen lässt.

    Diese elende Heuchelei und Empörung haut dem Fass den Boden raus.

    Der Kinderschutzbund klagt seit Jahren den Mangel an politischem Willen an daran etwas grundsätzliches ändern zu wollen .  Der Staat hat auch das dem freien Markt überlassen und macht sich mitschuldig. So stand dem Geschäftsmodell: „Sexuelle Gewalt-Ware Kind“ nichts im Weg.

    Mit den Folgen dieser Erfahrungen zu leben ist für die Betroffenen lebenslang.

    Damals von der Gesellschaft alleine gelassen und Heute in der Altersarmut, in Therapie, oftmals wieder isoliert, weil die Angst vor menschlicher Nähe und vor Bindungen sich immer wieder durchsetzt. Einige haben sich das Leben genommen, weil sie mit diesem Schmerz nicht hätten auf Dauer leben können.

    Für  Tage ist das nun ein Thema, dass medial in den gesellschaftlichen Fokus gerückt ist, wie kürzlich die „System relevanten Berufe“ und dann ist wieder Schluss bis zum nächsten Drama.

    Neu ist das wirklich nicht !

    Es ist egal ob der Beitrag veröffentlicht wird.  Ein Thema dass zu meinem persönlichen Leben gehört, deswegen schreibe ich dazu.

     

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      Zuschauer
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      Ein Thema dass zu meinem persönlichen Leben gehört, deswegen schreibe ich dazu.

      Meine politische Heimat war rot/grün, vor der rot/grünen Agenda 2010! Danach wurde rot/grün zur Bedrohung, weil es eine Menschenverwertung wurde, ist! Die Armen im Lande sollten, mußten, ihre kleinen Altersvorsorgen zielführend in den Wirtschaftskreislauf „abgeben“, wollten sie überleben. Die Agenda ist ein Missbrauch der Grundrechte, aller Rechtsgüter, ohne Rechtschutz, sogar vor den Sozialgerichten werden keine individuellen Grundrechte mehr anerkannt. Missbrauchsopfer werden nicht geschont, ganz im Gegenteil. Sexualisierte Gewalt ist für unsere Politik – Normalität!  A. Vollmer von den Grünen, in dieser Zeit gründete sich die AL , gut geschützte grüne Vereinsmitglieder mit Interesse an Kindern, um sie auszubilden für ihre Zwecke. Für mich persönlich ist das, heute , grüne Solidarität. Mein Name ist Hase und ich weis von nichts, ähnlich bei den roten. Eine politische Heimat kann das für die neu entwickelte Unterschicht nicht mehr sein! Ist nicht so schwer zu verstehen.

      Sexuelle Gewalt ist für unser Patriarchat normal, niemand stört sich weiter daran, und so werden sich auch diese Straftaten an Kindern weiter entwickeln. Staat oder Kirche, da ist keine Unterschied im ausweichen vor der eigenen Schande.

      Terabyts Kindermissbrauch , geht wohl nicht anders.

      Großzügige Umweltzerstörung, geht wohl nicht anders.

       

       

       

       

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    Hope
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    Endstation Freistatt – Das Erziehungslager im Moor

    https://www.youtube.com/watch?v=6f_68-mjbXM

     

    Und hier der Film Freistatt auf Arte:

    https://www.arte.tv/de/videos/048779-000-A/freistatt/

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      Ulrike Spurgat
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      „Das Erziehungslager im Moor“ ist mir bekannt. Sehenswert auf jeden Fall, doch ist die Botschaft, die neben den Grausamkeiten transportiert wird nämlich das sich ein „Jeder selbst der Nächste ist“  die darin enthalten ist, so wie es dargestellt wird falsch. Das es da gegeben hat steht außer Frage, das auch dort die Bedingungen dieses befördert haben sowieso. Der Mensch, auch der junge Mensch wird nicht zwangsläufig, wie es gerne einige Soziologen denken zum „Wolf“seines Mitmenschen in fast ausweglosen Lebenssituationen, dass beweisen Studien und Biografien aus den Konzentrationslagern, wo die Solidarität und die Mitmenschlichkeit das Überleben des Einzelnen in der Gruppe sicherte.

      Es gab Solidarität, Hilfe und Unterstützung in den Heimen untereinander, auch wenn alles von der Erzieher Seite getan wurde zu spalten und gegeneinander auszuspielen. Es waren keine wilden „Raubtiere,“ die dort unvorstellbares ertragen und zu erleiden hatten und nur um sich geschlagen haben. Es waren junge Menschen denen das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben genommen wurde. Einige haben es sich dann später wiedergeholt. Wenn auch gebrochene Biografien die Folge waren sind nicht wenige Heimkinder/Jugendliche dabei,  die niemals die Opfer Rolle angenommen haben und selbst hinter alten Klostermauern gekämpft haben, wenn es den Schwächeren an den Kragen ging mit dem Wissen, dass das die Dunkelkammer bedeutet.

      Besonders verstörend und irritierend sind die Aussagen des Diakons, der immer wieder erwähnt, dass sie so handeln mussten. Ein Feigling allererster Güte, der Herr Diakon !

      Herzlichen Dank für die Mühe, die sie sich hier machen und der interessierte Leser sich das ansehen kann.

      Tatsächlich ist einiges sehr schwer auszuhalten, dass sollten sie bedenken.

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    ert_ertrus
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    … Endstation Freistatt – Das Erziehungslager im Moor …

     

    Erschütternd großartiger Film – über Moorkindersoldaten und ihre unqualifizierten Peiniger (die ich nicht Erzieher nennen mag) und einen Lagerkommandanten mit Gutsherrenmanieren, der sich seine 1. Sporen möglicherweise in einem einschlägigen Lager zu berüchtigten Zeiten verdient haben könnte. Bedenkt man dazu, für welche Petitesse Wolfgang zu dieser Lagerhaft verurteilt wurde – man könnte vor Zorn aufheulen!

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