Der Wert des Menschen

 in FEATURED, Gesundheit/Psyche, Politik

Corona-Tagebuch, Teil 28. Lohnt es sich noch, wegen bestimmter Personengruppen Opfer zu bringen – Menschen, die vielleicht „sowieso bald gestorben wären“? Anders gefragt: Wir jung und gesund muss jemand sein, damit ihm die Gesellschaft das uneingeschränkte Existenzrecht zugesteht? Unterscheiden wir (wieder) zwischen wertem und unwertem Leben? Es ist schon traurig, dass wir uns über solche Fragen heute unterhalten müssen. Dass es Menschen gibt, von denen sie ernsthaft gestellt werden. Der Philosoph Immanuel Kant sagte, der Mensch müsse stets Zwecke, dürfe nie Mittel des Handelns sein. Dagegen wurde und wird massiv verstoßen. Nicht nur im Zusammenhang mit Corona, aber dort leider auch. Eine anspruchsvolle und sehr menschliche philosophische Betrachtung von Götz Eisenberg.

In Verlängerung der Thesen von Michel Houellebecq (siehe Teil 27) könnte man sagen, dass auch das Maskentragen und vor allem das Geschehen unter den Masken eigentlich nichts Neues ist. In den Echokammern und Filterblasen, in denen sich eine gleichgeschaltet-aufgeregte Pseudo-Öffentlichkeit seit Jahren eingeschlossen hat, atmen deren Bewohner permanent ihre eigenen toxischen Exhalate von neuem ein. Die Leute schaffen sich ihre eigenen Parallelwelten, in denen sie unter sich bleiben und kommunikative Inzucht treiben. „Genauso isses!“, ruft der Facebook-Nutzer aus, wenn ihm seine eigene Meinung tausendfach als Echo entgegenschallt.

Jens Berger schrieb schon etlichen Jahren, die zeitgenössische Form des Stammtisches seien die sozialen Netzwerke. Unter Gegenöffentlichkeit hatten wir uns 68ff eigentlich etwas anderes vorgestellt. Sie wollte den rebellisch-aufklärerischen Geist wiederbeleben, den das Bürgertum in seinem Kampf gegen absolutistische und klerikale Bevormundung entwickelt hat, und dessen Lebenselixier eine kontrovers diskutierende Öffentlichkeit war. Die Wahrheit sollte am Ende einer langen und umherschweifenden Suchbewegung zutage treten, wenn nicht die Wahrheit, so doch etwas, das ihr möglichst nahe kommt. Deren Teilnehmer ließen sich idealiter in dem Bewusstsein auf Diskussionen ein, dass, wie Hans-Georg Gadamer es ausgedrückt hat, „der andere Recht haben könnte“, und dass man in diesem Fall seine eigene Meinung würde revidieren müssen. Dass wir unserem eigenen Anspruch in den  Debatten innerhalb der Linken selten gerecht wurden, gehört auch zur Wahrheit. Aber es gab zumindest die Idee und den Anspruch einer diskutierenden Öffentlichkeit.

Das genaue Gegenteil geschieht in den sogenannten sozialen Netzwerken der Gegenwart. Innerhalb der Echokammern verbreiten sich nur konsensfähige Inhalte. Wer den Konsens der Gruppe am besten trifft, wird „geteilt“ und „gelikt“ und kriegt aus harmonierenden Kreisen Freundschaftsanfragen. Die Echokammer wächst und damit auch der Eindruck, man sei selbst keine Minderheit, sondern eine gesellschaftlich relevante Mehrheit. Facebook und Co. unterstützen und verstärken diesen Effekt dadurch, dass die Algorithmen dafür sorgen, dass man vorzüglich Inhalte angezeigt bekommt, die von Gleichgesinnten stammen oder von ihnen „gelikt“ wurden. An diese Form tautologischer Pseudokommunikation musste ich denken, als ich heute in der Stadt die Leute unter ihren Masken ihre eigenen Exhalate inhalieren sah.

Ich kann und will die Gehirnantilope nicht am Springen hindern und folge ihr auf vielen Ab- und Umwegen. Jetzt ist sie zum Schluss meines Exkurses zum Thema Echokammern und Filterblasen zu Oskar Negt gesprungen, der sich in seiner Abschiedsvorlesung im Jahr 2002 an seine Zeit als Assistent von Jürgen Habermas erinnert. Dieser habe ihm wegen eines bei Adorno gehaltenen Referats über Marx „zum Eintritt in die Republik der Wissenschaftler“ verholfen. Und das in einem gesellschaftlichen Klima, das ein anderer Adorno-Schüler, Alfred Schmidt, so charakterisiert hat: Marx war in Westdeutschland weitgehend tabuisiert und durfte nur hinter vorgehaltener Hand genannt werden. „Das war ein merkwürdiges Klima, das führte so weit, dass Plessner an Adorno eine witzige Karte aus Trier schickte: ‚Beste Grüße aus der Geburtsstadt Hegels.‘ Das heißt, man hat sich hinter einem gewissen Hegelianismus verschanzt, meinte aber in Wahrheit etwas anderes; die Zeitläufte waren dem aber derart ungünstig, dass sich diese äsopische Sprache eben empfahl. Das geistige Klima jener Zeit war angesichts des massiven Drucks  von außen derart vergiftet, dass jeder, der Marx auch nur positiv erwähnte, riskieren musste, als Stalinist abgetan zu werden. Daher wohl die äußerste Zurückhaltung, die sich die Vertreter der Kritischen Theorie in dieser Frage auferlegten.“

Habermas war so souverän, jemanden zu seinem Assistenten zu machen, der sich offen zur marxistischen Tradition bekannte. Negt sagt weiter: „Auch die folgenden Assistenten wählte Habermas übrigens immer so aus, dass sie mit seinen Gedanken keineswegs vollständig übereinstimmten, sondern als harte, widerständige Gesprächspartner auftreten konnten.“ Habermas wurde nie müde, für den „herrschaftsfreien Diskurs“ einzutreten, dessen Teilnehmer sich nur dem „zwanglose Zwang des besseren Arguments“ beugen sollen. Im zweiten Band seiner Autobiographie, der Erfahrungsspuren heißt, bescheinigt Oskar Negt Habermas, dass es ihm gelungen sei, diese theoretischen Maximen lebensgeschichtlich einzulösen. Sie seien trotz gelegentlicher großer Differenzen bis heute befreundet.

Auf Kant wurde ich gestoßen, als ich gestern (13. Mai) die Sendung Kulturzeit sah, die sich des Themas Der Wert des Menschen annahm, das seit den Äußerungen von Schäuble und Palmer in der Luft liegt und immer mehr in den Vordergrund rückt. Was kostet uns der Lockdown? Wiegen die paar möglicherweise geretteten alten Menschen die Schäden auf, die die mutwillig herbeigeführte ökonomische Krise verursachen wird? Seltsamerweise werfen die Leute der Regierung nun vor, dass es gar nicht so schlimm gekommen ist, wie anfangs befürchtet. Weil die Maßnahmen, die über uns verhängt wurden, gewirkt haben, heißt es nun, sie seien überzogen oder gar überflüssig gewesen. Dieses Präventionsparadox lasse ihm derzeit keine Ruhe, hat der Virologe Christian Drosten gesagt. Damit meint er, dass der Erfolg der bisherigen Maßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie dazu geführt hat, dass die aktuell weniger strengen Einschränkungen infrage gestellt werden. Statt zu sagen: Dank unseres entschlossenen Handelns und der sachkundigen Beratung durch Virologen ist uns das Schlimmste (siehe USA, Italien, Spanien) erspart geblieben, so dass wir nun peu à peu in unsere gewohntes Leben zurückkehren können, sagen immer mehr Leute: Für die paar alten Hanseln, die am Virus gestorben sind, haben wir unsere Wirtschaft sterben lassen?

Ich war entsetzt, dass 3sat im Grunde nur Leute zu Wort kommen ließ, die in dieses Horn stießen und bereit waren, über den „Wert des Menschen“ überhaupt zu reden. Zu schlechter Letzt kam sogar Peter Singer zu Wort, ein in Australien lebender und lehrender Philosoph, der sich bereits in der Vergangenheit als Befürworter eugenischer Praktiken hervorgetan hat. Besonders umstritten ist sein 1993 in Deutschland erschienenes Buch „Muss dieses Kind am Leben bleiben? Das Problem schwerstgeschädigter Neugeborener“. Nicht zu Unrecht verorteten ihn Kritiker damals in der Tradition Alfred Hoches, der als Psychiater der nationalsozialistischen Praxis der „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ den Weg bereitete. So wunderte ich mich nicht, dass Singer nun suggestiv fragte: „Welche Opfer sind alte Menschen bereit zu bringen, wenn die Lasten für die Jüngeren nicht mehr bezahlbar sind?“ Er rechnete die Vietnam-Krieg ums Leben gekommenen jungen Männer, die noch vierzig Lebensjahre vor sich gehabt hätten, gegen die Corona-Toten auf, die im Grunde nur noch Tote auf Urlaub waren. Im Klartext heißt das: Die Alten werden hoffentlich soviel Anstand besitzen und den Jungen und Leistungsstarken nicht länger auf der Tasche liegen. Sterben fürs Geschäft und den Spaß und Ischgl und den Ballermann? Zumindest aber strenge Isolierung in Altenghettos, damit draußen business as usual herrschen kann.

Schon die Fragestellung: Was ist der Wert des Menschen?, wie viel ist ein Jahr eines Menschen wert? ist pervers. Und genau hier kommt Kant ins Spiel, der sich angesichts solcher Debatten im Grabe herumdrehen würde. Alle Dinge, lehrte er, haben einen Preis, allein der Mensch hat Würde. Also gilt auch: Was einen Preis hat, besitzt keine Würde. Der Mensch als Subjekt der moralisch-praktischen Vernunft ist über allen Preis, über alle Käuflichkeit erhaben. Kein Mensch sollte als nützliches Mittel einem bestimmten Zweck dienen. Als Person ist der Mensch um seiner selbst willen zu schätzen, das heißt er besitzt Würde. Der Mensch verdient als Mensch und nicht aufgrund von Leistungen Achtung. Alle Menschen sollten daher so miteinander umgehen, dass sie ihrer aller Würde nicht verletzen. Sie sollten sich nicht als bloße Mittel gebrauchen und auch nicht gebrauchen lassen. Kein Mensch darf einen anderen Menschen instrumentalisieren. Den Wert eines Menschen in Marktpreisen auszudrücken und in Kategorien der Nützlichkeit zu messen, ist schändlich und bereitet der Barbarei den Weg. Wenn in einer Gesellschaft solche Debatten geführt werden, ist Gefahr im Verzug.

Beim Frühstück habe ich mit halben Ohr gehört, dass unser glorreicher Verkehrsminister Andreas „Andi“ Scheuer eine Korrektur am gerade verschärften Bußgeldkatalog für Verkehrssünder vornehmen will. So möchte er die Strafen für inner- und außerstädtisches Rasen wieder verringern. Was ist das für ein Signal? Gerade jetzt, wo eine Entbrutalisierung des Verkehrs anstünde. Warum fällt das so wichtige Verkehrsressort traditionell an die CSU, was ja schon schlimm genug ist und eine gewisse Vorentscheidung bedeutet. Und innerhalb der CSU dann nochmal an den Dümmsten. Ein Wichtigtuer, Geck und Idiot bestimmt die Richtlinien, die unseren Verkehr bestimmen. Weil das Verkehrsministerium früher als derart unwichtig galt, das man es noch dem letzten Deppen anvertrauen konnte.

Leider haftet das Odium des Deppenministeriums dem Verkehrs- und Landwirtschaftsressort bis heute an. Heute sind sie mit die wichtigsten und man bräuchte kluge Menschen auf diesen Posten, die die dringend nötigen Reformen mutig angehen. Ich habe mich vor Kurzem unter dem Titel Lackierte Kampfhunde noch einmal zu diesem Thema geäußert. Man findet eine Kurzfassung dieses Textes in den Wiener Streifzügen, die im Untertitel Magazinierte Transformationslust heißen und vier Mal pro Jahr erscheinen. Der Text ist dort auch online verfügbar und frei zugänglich. Die Langfassung dieses Textes findet sich unter dem Titel Das Automobil als Waffe und Selbstwertprothese im dritten Band meiner Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus, der Zwischen Anarchismus und Populismus betitelt ist. Ein bisschen Werbung in eigener Sache muss gelegentlich erlaubt sein.

Es ist ein sonniger Frühlingstag. Ich beschließe, rauszufahren und dann eine größere Wanderung zu unternehmen. Mein Wagen springt schon wieder nicht an. U‘s Auto steht nicht weit entfernt, und sie erklärt sich bereit, mir Starthilfe zu geben. Sie hält neben mir, und wir klappen die Motorhauben hoch, um die Starthilfekabel anzuschließen. In diesem Moment kommt ein vielleicht 13-jähriger Junge auf seinem Rad vorbei. „Kann ich Ihnen helfen?“, fragt er, und als er unsere zweifelnden Blicke sieht, fügt er zur Erklärung an: „Ich kenne mich aus, mein Vater ist KFZ-Mechaniker.“ Im Handumdrehen hat er die beiden Kabel in der Hand und gibt klare Anweisungen, welches Kabel an welchen Pol der jeweiligen Batterie angeklemmt werden muss. „So, und nun steigen Sie ein und lassen den Motor an“, sagte er zu U, „aber passen Sie auf, dass der Gang raus ist.“ Auch ich quetschte mich hinters Steuer und drehte den Zündschlüssel. Mein Wagen springt an. Der Junge klemmt die Kabel ab und reicht sie mir. „Jetzt sollten Sie eine halbe Stunde fahren! Und auf keinen Fall den Motor ausmachen!“, fügte er noch warnend hinzu. Wir bedankten uns bei ihm und sahen ihm zu, wie er sein Rad bestieg und fröhlich winkend davon fuhr.

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    Volker
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    Den Wert eines Menschen in Marktpreisen auszudrücken und in Kategorien der Nützlichkeit zu messen, ist schändlich und bereitet der Barbarei den Weg. Wenn in einer Gesellschaft solche Debatten geführt werden, ist Gefahr im Verzug.

    Gefahr im Verzug ist gut. Vollzogen ist seit der Agenda 2010 schon, den Wert eines Menschen sowie seine (noch) Nützlichkeit kleinzurechnen und nach Bedarf als wertlos zu bemessen. Eine Barbarei besteht also schon seit 17 Jahren, gesellschaftlich sogar mehrheitlich (?) befürwortet.

    Der minderwertige Hartzer wurde medial als lebensunwert geradezu zerrissen, nicht essen sollen/dürfen wurde offen – unter weiteren Drohungen – ausgesprochen, als unmissverständliche Ansage fortschreitenden Sozialabbaus.
    In diesen 17 Jahren wurde die Würde der Menschen dem Existenzminimum gleichgesetzt, was das Bundesverfassungsgericht mit seinem Sanktions-Urteil nicht zu verhindern vermochte, oder wollte.

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      Piranha
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      nicht essen sollen/dürfen wurde offen – unter weiteren Drohungen – ausgesprochen, als unmissverständliche Ansage fortschreitenden Sozialabbaus.

      Ja, wir erinnern uns an unseren Sozen Müntefering allzu gut: „Wer nicht arbeitet, braucht auch nicht zu essen“.

      Schandmaul.

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    Marlene
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    Gerade den Alten sollte es obliegen auch ihre eigenen Später im Auge anzusehen…..

    Die 68 beim Durchmarsch durch die Institutionen haben fürchterliches mitzuverantworten! Wo war der Aufschrei als Kohl mal eben ‚alle Alten raus‘ empfahl, weil diese nicht mehr leistungsfähig seien…. So wurde den Unternehmen gestattet viele alte Eisen -auf Kosten der Sozialkassen wohlgemerkt- loszuwerden!

    Und ganz brachial: als rotgrünlinke die ‚bildungsferne Schicht diffamierte‘ und mit HartzIV massiv das ‚unwerte Lebenskonzept‘ resümierte! Hier den reichen Tunichtguten Milliarden zur Steuerflucht und zum Einkaufen von Politik gewähren und dort Frauen, Kinder, Alten und Schwachen keine Existenz ermöglichen! ‚Zum Leben zuwenig, zum Sterben zuviel‘ wie meine Oma sagen würde…..

    Wo waren die Auf schreie als klar war: es fehlen in den Altenheimen 25 000- 40 000 Kräfte?

    Wo auch auch jetzt die klare Forderung:  100 000 Euro im Jahr für Pflegekräfte, dafür langen 30 000 für Aktiendealer!

    Und dann weiter: ‚ die 200 Tote sind der Sache wert gewesen‘ sagte Bush sen als bei dem grenzüberschreitenden Überfall um Noriega dingfest zu machen, Kollateralschäden entstanden!

    Und wo der Aufschrei als Fischers Albright den Tod von 200 000 Kindern billigend in Kauf nahm….

    Die Liste ließe sich ellenlang fortsetzen…

    Sorry, unsere WWG war und ist nicht menschenfreundlich!

    Jetzt sehe ich es eher so, dass analog dem Krieg gegen den Terror (auch ein unbekanntes Wesen, welches Hunderttausende Menschenleben kostet) eine künstliche Schutzgruppe angedient wird!

    Real haben wir die Schlüssel zum Altenheim weggeworfen, nicht mehr in die Massenunterkünften der Fremdarbeiter geguckt, wissen nicht mehr was so in Kinderheimen los ist, u u.

     

     

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    Gerold Flock
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    Einige Überlegungen zu Corona und den „Nebenwirkungen“ – Zwischen Staatsraison und Ausnahmezustand.
    Corona bedeutet im poetischen Sinne Krone, Kranz, verstanden als Auszeichnung, als Schmuck. Im gesellschaftlichen Sinne bedeutet Corona Versammlung und im militärischen Verständnis versteht man unter Corona eine Einschließungslinie. Nimmt man diese doch sehr verschiedenen Bedeutungen zum Ausgangspunkt, hat man schon eine gute Basis, um das Thema vielseitig anzugehen.

    https://wolfwetzel.de/index.php/2020/05/05/einige-ueberlegungen-zu-corona-und-den-nebenwirkungen-zwischen-staatsraison-und-ausnahmezustand/?fbclid=IwAR1JDd9gI1GixWooKNIqsRr-44vEvEEj6ZrIY7rGUAoniCgEmWf1FfnfflI

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    Hope
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    Der Wert eines Menschen aus den Reihen der politischen Kaste:

    1) Henner Schmidt, FDP-Fraktionsvize:
    “Hartz-IV-Empfänger sollen Ratten jagen”

    2) SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering:
    “Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen” (Nazispruch u.a. von Adolf Hitler)

    3) Altkanzler Gerhard Schröder:
    “Es gibt kein Recht auf Faulheit”

    4) FDP-Chef Guido Westerwelle:
    “Es gibt kein Recht auf staatlich bezahlte Faulheit und Hartz IV-Empfänger sind eine Gruppe, die anstrengungslosen Wohlstand genießt, und bezeichnete diesen Zustand als “spätrömische Dekadenz”

    5) Michael Glos, CDU Bundesminister für Wirtschaft und Technologie:
    “Arbeitspflicht für alle Arbeitslosen muss eingeführt werden”

    6) Professor Dr. Gunnar Heinsohn:
    “Man müsse der Unterschicht den Hahn zu drehen, denn nur ein ungeborenes Kind aus diesem Milieu, ist auch ein gutes Kind, denn es schlägt einem schon keinen Baseballschläger den Kopf”

    7) Grünenpolitikerin Claudia Hämmerling:
    “Hartz IV Empfänger könnten als Hundekotkontrolleure eingesetzt werden”.

    8) Vorstandsmitglied der Bundesbank, Thilo Sarrazin (SPD):
    “Finanznot wäre angeblich nicht das zentrale Problem bei Hartz IV-Beziehern, sondern ihr übermäßiger TV-Konsum, ihre Wortarmut und Fettleibigkeit”.

    9) CDU-Philipp Mißfelder:
    “Kinder von ALG II BezieherInnen solle es keine Anhebung des Regelsatzes geben, denn diese Maßnahme würde ja nur zu einer Absatzsteigerung führen bei Alkohol- und Tabakindustrie”.

    10) FDP-Dr. Oliver Möllenstädt:
    “Die Empfängerinnen würden das Geld eher in den nächsten Schnapsladen tragen, als es in Vorsorge und selbstbestimmte Familienplanung zu investieren”.

    11) CDU-Vorsitzender Roland Koch:
    “Hartz IV eine “angenehme Variante” des Lebens und fordert eine Arbeitspflicht für Arbeitslose zur Not in Billig-Jobs”.

    12) Wolfgang Clement SPD
    “vergleicht Hartz IV Empfänger mit Parasiten”.

    13) Heinz Buschkowsky Ex-Bezirksbürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln und seit 1973 Mitglied der SPD:
    “Elterngeld sei Fortpflanzungsprämie für die Unterschicht”

    14) Gesundheitsexperten, Peter Oberender:
    “Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren, so muss er seiner Meinung nach die Möglichkeit haben, durch den Verkauf von Organen dies zu sichern”.

    15) Frank Steffe CDU-Politiker:
    “Hartz IV-Familien” die Bildungsgutscheine aus dem Bildungspaket nicht wollen, weil diese sich nicht “zu Bargeld machen lassen” “Die Bildungsgutscheine sind ausschließlich für das Wohl der Kinder, man kann sie nicht für Nikotin und Alkohol benutzen. Sie lassen sich eben nicht verrauchen und versaufen.”

    16) Die bayrische Arbeits- und Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU):
    Forderte härtere Sanktionen bei Hartz IV. Nach ihrer Ansicht gebe es bei Hartz IV noch “zu wenig Leidensdruck” für die betroffenen Menschen.

    17) Dr. Dietmar Bartsch, Die Linke:
    “In Zeiten schlechter Wahlergebnisse die Mandate knapper seien, würden sich die Abgeordneten der Linkspartei um die Posten streiten wie “die Hartzvierer um den Alkohol” (Er entschuldigte sich allerdings als einziger hinterher dafür)

    18) Ehemaliger Hessischer Justizminister Dr. Christian Wagner:
    “Die elektronische Fußfessel bietet damit auch Langzeitarbeitslosen und therapierten Suchtkranken die Chance, zu einem geregelten Tagesablauf zurückzukehren und in ein Arbeitsverhältnis vermittelt zu werden. Viele Probanden haben es verlernt, nach der Uhr zu leben, und gefährden damit gerade auch ihren Arbeitsplatz oder ihre Ausbildungsstelle. Durch die Überwachung mit der elektronischen Fußfessel kann eine wichtige Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden”.

    19) FDP-Politiker Lars Lindemann meint,
    dass Sozialhilfe-Empfänger aus der City ziehen müssen, denn – “man könne nicht den Ehrgeiz haben, Botschafter und Hartz-IV-Empfänger in einer Straße unterzubringen. „Jemand, der von Sozialhilfe lebt, kann nicht denselben Anspruch haben, wie jemand, der sein Geld selbst verdient”!

    20) Bundestagsabgeordnete und Jurist Stephan Stracke, CDU/CSU meint:
    “Erwerbslose seien faule Krippel”.

    21) In einem Interview gibt der scheidende Vorsitzende des Vermieter-Arbeitskreises “Stadtspuren”, Ulf Hahn, zu, dass durchgespielt wurde:
    “wie es wäre, alle Potsdamer Hartz-IV-Empfänger” umzusiedeln und in leer stehenden Plattenbauten unterzubringen.
    Auf Nachfrage gibt er zu, dass dieses Gedankenspiel zwar “absurd” sei, aber angesichts der Tatsache, dass in Potsdam “jährlich 2.000 Menschen zuziehen” und es an entsprechenden Wohnungen mangele, sei “querdenken” erlaubt und Lösungen müssten gesucht werden.
    Durch eine Umsiedlung der Hartz-IV-Empfänger, so Hahn, würden dann wieder Wohnungen in Potsdam frei und “die Umgesiedelten hätten es von Brandenburg/Havel auch nicht allzu weit nach” …

    22) Jobcenter Pinneberg:
    “Hartz IV-Empfänger sollen zum Sparen Leitungswasser trinken, auf Fleisch verzichten und ihre Möbel verkaufen”.

    23) BILD-Zeitung, nennt Betroffene u.a. : “Hartz IV Schmarotzer” + “Sozialschmarotzer” und “faule Stütze-Empfänger”

    24.) Der hessische Landtagsabgeordnete und Zahnarzt Dr. Dr. Rainer Rahn (AfD), der zugleich auch Frankfurter Stadtverordneter, Fraktionsvorsitzender und Fraktionsgeschäftsführer ist, verglich in einem Facebook-Post Hartz IV Bezieher mit “Parasiten”.

    https://www.gegen-hartz.de/news/parteiuebergreifendes-hetzen-gegen-hartz-iv-empfaenger

     

    Und sie fangen schon wieder an zu hetzen, gerade so als wollten sie sagen:

    Es gibt kein Recht auf Arbeitsplatzverlust nur weil wir die Wirtschaft ruiniert haben.

    https://www.gegen-hartz.de/news/minister-wollen-wieder-totalsanktionen-bei-ggg-hartz-iv-einfuehren

     

    Ich wiederhole: Fangt endlich an die Hartz IV Toten seit 2005 zu zählen. Auch hier brauchen wir einen Untersuchungsausschuss neben den Toten, die durch euren Lockdown und nicht durch Covid-19 verstorben sind:

    https://www.rubikon.news/artikel/gefahrlicher-virus-wahn

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      anarchobaron
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      Danke für die Auflistung  ,

      Ja – das ist die Denke hinter ihren Masken, querbeet durch die Machtstrukturen in diesem Land: ‚ein lästiger Abschaum das gesamte Prekariat‘.

      ‚Wohnen wollen sie, essen, Kinder kriegen sogar – anstatt sich für ihre Armut schämen ! ‚

      Verachtung, Hohn und Spott für die Verarmten und damit auch Entrechteten aus ihrer überheblichen Herrenmenschenposition und Ideologie mit entsprechend verachtender Rhetorik. Aus ihren abgesicherten und geschützten Positionen heraus spucken sie feige auf uns.

      Diese Verachtungsgesinnung ist es ja, die zur Ausradierung eines Sozialwesens geführt hat, zu 10 Millionen an und unter der Armutsgrenze, zu verarmten Kindern, zu einer Million Obdachlosen, zu ständig wachsenden Zwangsräumungen ( Recht auf Wohnen !, Verfassung ),  zu den gesamten furchtbaren Mißständen.

      Diese Verachtungsgesinnung prägt die Politik seit Jahrzehnten und es wachsen immer wieder neue Volksverachtungs-Arschlöcher von unten nach, ‚vom Volk gewählt‘, freilich.

      Der ‚Bundestag‘ ist der Saustall der Volksverachtung.

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

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      Volker
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      Hope, danke für die gesammelten Schweinereien, da dreht sich mir der Magen um.

      Trank jahrelang Leitungswasser, weil es selbst für Mineralwasser nicht reichte, verkaufte in dieser Zeit eine E-Gitarre und Verstärker für 200 EUR, lies am Monatsende sogar bei der Tafel anschreiben. Ein Euro pro Tag musste reichen, um satt zu werden, aß tagelang Linseneintopf und konnte nicht zum Arzt wegen zehn Euro Praxisgebühr.

      Zusatzbeiträge Krankenkasse: JC übernahm sie nicht, ich konnte nicht zahlen. Dann Wechsel zu anderer Krankenkasse, noch ohne Zusatzbeiträge. Mahnschreiben mit zusätzlichen Kosten (paarundfünfzig EUR), ein Schreiben von mir wurde ignoriert. Danach Forderungen des Betrags durch die Zollbehörde plus Androhung von Pfändung – ja, Zollbehörde! Nach einem bitterbösen Schreiben von mir wurde nichts mehr unternommen.

      Neuer Personalausweis: Dauerte über ein Jahr, bis ich die Kosten dazu aufbringen konnte, einschließlich biometrische Passbilder. Auf Anfrage bei der Leiterin des Ordnungsamtes zwecks Kostenbefreiung musterte mich die Beamtin von oben bis unten. Derartige Ausgaben wären doch wohl im Regelsatz vorgesehen. Eine Mitarbeiterin kicherte herablassend – ich der Penner.

      Jahrelange Demütigungen bis zur Zwangsverrentung des JC, unter Androhung der Leistungseinstellung, sollte ich mich weigern. Erwerbsminderungsrente wurde genehmigt, ein Überbrückungsgeld für einen Monat vom JC verweigert (dafür sind wir nicht mehr zuständig – ich der Penner wieder). Überbrückungszahlung wurde auf Antrag vom Sozialamt gestellt, allerdings als Darlehen, sprich: ich bekam fast zwei Jahre 30 EUR vom Regelsatz abgezogen, vierzig EUR konnte ich noch abwenden, dank einsichtigen Sachbearbeiter, ehemals Mitarbeiter des JC.

      Kniefall. Immer höflich bleiben dazu.

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    WERTE – welchen WERT normale Bürger haben bestimmt die Meinungshoheit der jeweiligen Gewählten, unterschiedlicher politischer Färbung, aber immer mit schwarzen Wurzeln. Die jeweilige Farbe ist der Anstrich den sie sich geben, nicht mehr die Überzeugung, den die Richtung ist immer die Verwertung des Menschen in der Privatisierung, der Globalisierung, im zielführenden Raubtierkapitalismus.

    Schröder und Fischer haben die Arbeit der Christlichen gemacht, das verblödete Proletariat Europa`s ausquetschen wie Zitronen, werden bis heute gelobt und gelobt für den größten Niedriglohnsektor Europa`s. Super Sache das.

    Das machte bereits von über 15 Jahren  VERTRAUEN  in die Zukunft…rot/grün selektierte zielführend, das haben wir doch in unseren Genen.

    Es gibt halt Würdige und es gibt Unwürdige Menschen hier, Danke an die Politiker, im Bund, in den Ländern und vor allem regional, die haben die Meinungshoheit über die Menschenwürde jedes Einzelnen, und sie nutzen und missbrauchen sie zielführend.

     

     

     

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    Gerold Flock
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    Wer die Macht hat, seinen Standpunkt zur Wahrheit zu erklären & alles andere als Fake News zu ächten?

    https://www.rubikon.news/artikel/der-autoritare-planet

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    Die WERTEGEMEINSCHAFT
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    Im Grunde ist ein Menschenleben mehr wert, als die PARASITÄRE DEKADENZ den Völkern bisher gekostet und in der Zukunft noch kosten wird. Doch die Menschheitselite aller Couleur hat die Welt so kompliziert gestaltet, dass die Lebensberechtigung eines Menschen sich nur noch nach seiner Wertschöpfung orientiert.
    Wer regelt den Wert eines Menschen in einer MARKTKONFORMEN DEMOKRATIE…?
    na?…na?…
    richtig, der MARKT!

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