Dota: Als ob

 in MUSIKVIDEO/PODCAST


„Und wir sehen es noch immer nicht so ganz ein, dass wir langweilige Realisten geworden sind mit einem sinnlosen Job.“ Die bewährte Liedermacherin Dota Kehr beschreibt hier das Leben des voll sozialisierten, „normalen“ Erwachsenen. Selbst in unserem Maganzin, das schon viele gute Texte präsentieren konnte, gibt es nicht immer so treffende Beschreibungen unserer Zeit wie diese: „Ich klebe den halben Tag am Telefon, zerstreut und reizbar, eitel und satt, gefangen von dem, was man hat. Wirkungslose Empörung und viel zu viel Information.“ Die Lösung, die Dota hier vorschlägt, ist: so tun als ob. Etwas Magie, sogar bewusst eingesetzte Illusion und: wieder kindischer werden, was im Video auch visuell unterstrichen wird.

Comments
  • Saskia Stift-Liebmann
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    Ein wunderbarer, melodischer Song, der jedoch auch Fragen aufwirft. Die Seifenblase, die Infantilisierung des Selbst – als Ausweg? Die ließe sich ja möglicherweise auch kontrovers diskutieren. Unlängst sah ich einen Spendenaufruf, unterbrochen von kurzen Content-Einspielern, zu sehen waren drei verdiente ältere Herren des freiheitlich-demokratischen  Widerstandes bei einer Tafelrunde. Der eine sprach vom Weltuntergang und dann von der Notwendigkeit, sich täglich für Demokratie einzusetzen, der andere sagte, es sei wichtig, jetzt den Weg freizumachen, für die nachfolgende Generation, die wüsste viel besser Bescheid, als wir alle denken,  und im Übrigen ihm sein das,  was das WEF da plane,  eigentlich völlig egal, er mache einfach sein Ding. Ich gebe es zu, es waren schöne Bilder, in einer geschmackvollen  Umgebung, auf einer südlichen Insel, ästhetisch und kulinarisch sehr inspirierend, aber die Debatte ließ mich doch ein wenig etwas ratlos zurück, bei aller einst gefühlten Hochachtung vor der Arbeit dieser Tat- und Geistesmenschen.  Still für mich dachte ich an einen Film mit dem Titel „Der diskrete Charme der Bourgeoisie“ , mit Michel Piccoli, nur dass die Aufständischen noch nicht vor dem Haus standen. Seltsam, oder? Aber alles in allem war es ja doch ein erhellendes Gespräch, und unterm Strich hatten sie alle recht. Niemand muss eitel, gereizt u nd gefangen sein, von dem , was er hat. Aber vielleicht ist kritisches Denken,  beharrliches Spazierengehen und Pochen auf die verschollenen Traditionen  des Humanismus, der Vernunft und des brüderlichen und schwesterlichen Miteinanders doch viel wichtiger als wir oft denken?  https://www.bitchute.com/video/Nzb2cULITv2Q/

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