Es geht auch anders

 in FEATURED, Politik (Ausland)

Das Beispiel Schweden zeigt: Die deutsche Coronapolitik ist unsinnig und unverhältnismäßig. Die Berichterstattung zur schwedischen Coronapolitik in der deutschen Mainstream-Presse ist in einem Ausmaß schlechtmachend und negativ, dass man den Eindruck haben könnte, Schweden sei geradezu das Corona-Feindbild Nummer Eins. Und das hat auch seinen Grund. Denn falls Schweden mit seinem liberalen, toleranten Weg, ohne Maskenpflicht, ohne harte Lockdowns, ohne Denunziationen und ohne gravierende Grundrechtseinschränkungen durch die Coronakrise genauso gut oder gar besser als Deutschland käme, dann waren und wären ja unsere Zwangsmaßnahmen sowie unsere Angst und Panik schürende Mainstream-Medienberichterstattung unsinnig. Und das darf nicht wahr sein. Daher wird dagegen angeschrieben, auch wenn man die Tatsachen noch so sehr verbiegen und verzerren muss. Christian Kreiß

Aktuelle Covid-Sterblichkeit in Deutschland höher als in Schweden

Ein Blick auf die jüngsten Zahlen der an oder mit Corona Verstorbenen in Deutschland und Schweden zeigt, dass Schweden seit dem letzten Dezember-Viertel pro eine Million Einwohner eine niedrigere Covid-Sterbequote hat als Deutschland, obwohl es dort weder Maskenzwang noch Lockdown noch gravierende Grundrechtseinschränkungen gibt (siehe Tabelle (1)).

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Für die Zahlen in der Tabelle wurde der jeweilige 7-Tages-Durchschnitt verwendet und die Bevölkerungszahlen von 2019 zugrunde gelegt (Deutschland 83,2 Millionen Einwohner, Schweden 10,33 Millionen), das heißt Deutschland hat etwa acht Mal so viele Einwohner wie Schweden. Anders ausgedrückt: In dem Moment, in dem die Sterbezahlen in Deutschland mehr als etwa das Achtfache betragen, ist die Sterblichkeit pro eine Million Einwohner in Deutschland höher als in Schweden.

Die Tabelle zeigt, dass seit 23. Dezember die bevölkerungsbereinigte Covid-Sterblichkeit in Deutschland höher liegt als die Schwedens, und zwar um 7 bis 23 Prozent. Da die schwedischen Statistiken immer einen Rückstand von gut 10 Tagen haben, wurde als letzter Wert derjenige vom 28. Dezember ermittelt, für den laut offiziellen schwedischen Medien verlässliche Zahlen vorliegen (2). Aber auch die schwedischen Werte bis 28. Dezember können noch nachträglich nach oben korrigiert werden, sodass die in der Tabelle ermittelten Werte möglicherweise noch zu Ungunsten von Schweden angepasst werden müssen. Trotzdem ist der Trend klar: Die deutsche Covid-Sterblichkeit ist in den letzten Wochen deutlich stärker gestiegen als die schwedische und dürfte letztere bevölkerungsbereinigt kurz vor Jahresende 2020 überholt haben.

So stellt sich die Frage: Was haben die gravierenden, freiheitsberaubenden Zwangsmaßnahmen in Deutschland eigentlich gebracht? Waren sie unsinnig und vollkommen unverhältnismäßig?

Denn genau jetzt, Mitte/Ende Dezember, müssten doch die Erfolge der Lockdowns in Form von niedrigen Covid-Sterbezahlen auftreten, da der Zeitraum von der Infektion bis zum Tod bei Corona 20 bis 25 Tage beträgt. Sinn und Zweck der harten deutschen Lockdown-Maßnahmen ist ja, glaubt man den Aussagen der Politiker, vor allem, die Corona-Sterblichkeit zu senken. Aber genau dieses Ziel wird offenbar, verglichen mit Schweden, nicht erreicht.

Warum machen wir es also nicht wie Schweden? Warum versuchen wir es nicht auch mit Toleranz und Liberalität? Ohne Angst- und Panikstimmung, ohne Aggression im täglichen Miteinander? Die Appelle der schwedischen Regierung hatten durchaus gravierende Auswirkungen auf das Verhalten der Menschen. So gab es beispielsweise im schwedischen Einzelhandel zwischen dem 21. und 26. Dezember einen Umsatzrückgang von 40 bis 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr (3). Wozu also der dauernde Zwang und das Angstschüren?

Was die bevölkerungsbereinigte Covid-Sterblichkeit im internationalen Vergleich anlangt, so liegt Schweden deutlich unter derjenigen der USA und Großbritannien und kaum mehr über derjenigen von Europa, wie das folgende Schaubild zeigt (die zweite Linie von unten bildet die Zahlen der EU ab, die dritte Linie von unten die Zahlen von Schweden) (4) .

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Während Schweden in der ersten Coronawelle im Frühling eine sehr hohe Corona-Sterblichkeit hatte und kumuliert deutlich über dem europäischen Durchschnitt lag, hat Europa mittlerweile mit Schweden weitgehend gleichgezogen, trotz harter Lockdowns in den allermeisten europäischen Ländern. Auch der deutsche Coronavorsprung wird immer geringer, wie das Schaubild gut zeigt. Hatte Schweden bis zur zweiten Coronawelle bevölkerungsbereinigt noch etwa fünfmal so viele Coronatote wie Deutschland, so sind es derzeit nur mehr knapp doppelt so viele (5). Deutschland schließt also langsam zu Schweden auf.

Mit anderen Worten: Maskenzwang, harte Lockdowns und gravierende Grundrechtseinschränkungen konnten während der zweiten Coronawelle nicht verhindern, dass die Covid-Mortalität im europäischen Durchschnitt mittlerweile ähnlich hoch ist wie in Schweden, der „Vorsprung“ Deutschlands immer mehr zusammenschmilzt und sich in den letzten Tagen sogar in höhere bevölkerungsbereinigte Covid-Todeszahlen als in Schweden verwandelt hat.

Wozu also die ganzen freiheitsberaubenden, menschenverachtenden, ökonomieabwürgenden staatlichen Zwangsmaßnahmen, die zu erheblichen Kollateralschäden in der Gegenwart und vor allem in der Zukunft führen, wenn sie nicht einmal zu einer signifikant niedrigeren Covid-Mortalität führen?

Am Rande sei bemerkt, dass das Durchschnittsalter der an oder mit Corona Verstorbenen in Schweden bei 84 bis 86 Jahren liegt, die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer 81 Jahre und die für Frauen 85 Jahre beträgt (6). Entgegen den panikheischenden Berichten in der deutschen Presse ist auch die Situation in den schwedischen Krankhäusern offenbar nicht ungewöhnlich dramatisch, obwohl Schweden über eine der niedrigsten Intensivbettenausstattungen Europas verfügt (7). Die Zahl der auf schwedischen Intensivstationen behandelten Menschen war im Frühjahr, während der ersten Coronawelle um 30 bis 50 Prozent höher als im Dezember (8).

Die Gesamtsterblichkeit in Schweden

Aber nicht nur bei der Covid-Mortalität am aktuellen Rand schneidet Schweden im Vergleich zu Deutschland und anderen Industrieländern gut ab. Betrachtet man die Gesamtsterblichkeit pro eine Million Einwohner, so gibt es für 2020 bis einschließlich November keinen Hinweis auf eine gravierende Pandemie, wie das folgende Schaubild zeigt.

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Betrachtet man den Verlauf der Gesamtsterblichkeit in Schweden 2020, so erkennt man, dass sie im November kumuliert etwa genauso hoch war wie im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Angesichts dieser Zahlen von einer Pandemie zu sprechen ist absurd. Trotzdem hieß es beispielsweise auf tagesschau.de am 18. Dezember: „In Schweden sind im vergangenen Monat sogar so viele Menschen gestorben wie in keinem November der letzten 100 Jahre“ (9).

Es findet sich bei tagesschau.de kein Hinweis darauf, dass die Bevölkerung Schwedens vor 100 Jahren mit 5,8 Millionen nur gut halb so groß war wie heute. Bevölkerungsbereinigt muss man nicht 100 Jahre, sondern nur 10 Jahre zurückgehen (2010), damit man ein Jahr findet, in dem es eine höhere Sterblichkeit als im November 2020 gab (10). Kann man da noch von seriöser Berichterstattung im führenden deutschen Staatssender sprechen? Ist das nicht in Wirklichkeit eine zutiefst unaufrichtige, interessengeleitete, irreführende Fehldarstellung im deutschen Staatsfernsehen?

Die Gesamtmortalität pro 1.000 Einwohner bis Kalenderwoche 44, also bis etwa Mitte November, lag 2020 in Schweden ziemlich exakt auf der Höhe der Jahre 2016, 2017 und 2018. Von einer Pandemie im Sinne einer gravierenden landesweiten Gesamtübersterblichkeit für 2020 zu sprechen ist daher wissenschaftlich betrachtet haltlos (11).

Deutsche Presse und tatsächliche Coronapolitik in Schweden: Dichtung und Wahrheit

In den deutschen Mainstream-Medien wird dagegen ständig vom Scheitern des schwedischen Weges berichtet, von unverantwortlich hohen Todeszahlen, von vollkommen verfehlter schwedischer Coronapolitik und uns weisgemacht, dass Schweden nun — endlich! — auf den deutschen Weg der Vernunft einschwenkt.

Ein paar Beispiele aus der deutschen Presselandschaft. Ein Titel auf spiegel.de am 20. Dezember hieß: „Erfahrungen mit dem Corona-Sonderweg — Die schwedische Enttäuschung“. Bild.de titelte am 18. Dezember: „Strengere Maßnahmen angekündigt — Schweden kämpft um ‚Leben oder Tod‘“. Darin hieß es unter anderem „Vom umjubelten schwedischen Sonderweg zum Kampf um ‚Leben oder Tod‘“. Eine Überschrift auf stern.de am 17. Dezember lautete: „‚Ich denke, wir sind gescheitert‘ — König Carl Gustav rechnet hart mit Coronapolitik seines Landes ab“. Über die kritischen Äußerungen des schwedischen Königs wurde in fast sämtlichen deutschen Medien mit Wonne breit und ausführlich berichtet. Das Handelsblatt titelte am 5. Januar: „Schweden verabschieden sich endgültig von ihrem Corona-Sonderweg“.

Die Liste könnte fast beliebig verlängert werden. Das Ergebnis ist immer das gleiche: Schweden verfolgte eine vollkommen verantwortungslose Coronapolitik, die zahllose unschuldige Menschen grausam und völlig unnötig das Leben kostete, der schwedische Sonderweg ist total gescheitert, aber zum Glück hat sich vor Kurzem endlich auch in Schweden die Vernunft durchgesetzt und jetzt kommen gottseidank wie sonst fast überall in der Welt Masken, Zwangsmaßnahmen und Lockdowns.

Das ist jedoch eine in hohem Maße unehrliche, irreführende und insinuierende Berichterstattung der deutschen Mainstream-Presse, die wenig mit der Wirklichkeit zu tun hat.

Die Fakten sind folgende: Es gibt nach wie vor keinen Maskenzwang. Ab 7. Januar 2021 gibt es eine Empfehlung — nicht den Zwang! — zum Tragen von Masken im öffentlichen Nahverkehr während der Stoßzeiten von 7 bis 9 und von 16 bis 18 Uhr sowie für Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten.

Dagegen bei uns: Maskenzwang fast allüberall, selbst zunehmend im Freien. Dies als ein Einschwenken auf den deutschen Weg zu bezeichnen, wie es der Großteil der deutschen Presse bejubelt, ist eine ungeheure Fehldarstellung, die an Lüge grenzt. Läden, Restaurants, Friseure und so weiter sind geöffnet (12). Das Insolvenzrecht wurde nie außer Kraft gesetzt, das heißt, es wurden, anders als in Deutschland, keine Zombie-Unternehmen erzeugt. Die Schulen bis zur 9. Klasse sind geöffnet. Kurzum: Es gibt derzeit einfach keinen Lockdown in Schweden und es gab nie einen.

Am 8. Januar wurde durch das schwedische Parlament die rechtliche Grundlage zur Ermöglichung von Lockdowns geschaffen. Daraufhin wurden von der schwedischen Regierung zwei neue Corona-Maßnahmen beschlossen: Es wurde eine Obergrenze für Besucher von Geschäften, Sporteinrichtungen und anderen öffentlichen Einrichtungen eingeführt und das 8-Personen-Limit für Treffen auch auf manche private Veranstaltungen ausgedehnt (13).

Es gibt also nach wir vor keinen Lockdown. In welchem Umfang von dem Ermächtigungsgesetz künftig Gebrauch gemacht werden wird, ist völlig offen (14). Außerdem wären beispielsweise allgemeine Ausgangsbeschränkungen, wie sie derzeit in Bayern gelten, auch mit dem neuen Gesetz nicht möglich (15). Daraus abzuleiten, dass in Schweden jetzt harte Lockdowns kommen, wie es die deutsche Presselandschaft darstellt, ist absolut unseriös und journalistisches Fehlverhalten in großem Stil. Im Frühjahr existierte bereits ein solches Ermächtigungsgesetz in Schweden, das aber nie angewandt wurde und daher nach einigen Monaten sang- und klanglos wieder ausgelaufen ist.

Kurzum, die Unterschiede zu Deutschland (per 8. Januar 2021) sind nach wie vor gravierend. Dazu kommt: Es gibt kein verbreitetes Denunziationswesen und keine Aufrufe zur Denunziation, längst keine so aggressive und intolerante Stimmung und keine solche Angst wie bei uns. Das Leben in Schweden wirkt seelisch nicht annähernd so Corona-verseucht, die Menschen dort leben deutlich weniger (Corona-) belastet als bei uns. Ein kürzlich erschienener Artikel trug die Überschrift „Psychosoziale Katastrophe — Mediziner und Parlamentarier fordern Erfassung der Kollateralschäden von Corona-Maßnahmen (in Deutschland)“ (16) .

Durch die drastischen staatlichen Zwangsmaßnahmen gibt es bekanntlich in Deutschland bereits heute eine Flut von ökonomischen, sozialen und psychischen Schäden, beispielsweise steigende Selbstmorde, zigtausende verschobene Operationen, häusliche Gewalt, steigenden Medienkonsum, Zunahme von Übergewicht, sinkende Masseneinkommen, Bildungsdefizite bei Kindern und so weiter. Alle diese Schäden treffen Schweden nicht annähernd so stark wie Deutschland und werden das skandinavische Land vor allem in der Zukunft bei weitem nicht so stark belasten.

Schweden zeigt: Deutsche Coronapolitik ist vollkommen falsch und unverhältnismäßig

Der zweite Lockdown wird die deutsche Wirtschaft hingegen in enormem Ausmaß schwächen, die schwedische nicht annähernd so stark. Im Dezember hatten wir in Deutschland offiziell eine halbe Million mehr Arbeitslose als im Vorjahr. Im Oktober kamen noch zwei Millionen Kurzarbeiter dazu. Während bei uns ein dramatisches Mittelstandssterben erwartet wird (18) , dürfte Schweden mit einem blauen Auge davonkommen.

Bereits in den ersten neun Monaten 2020 war der deutsche Wirtschaftsabschwung etwa doppelt so stark wie der schwedische (19). Arbeitslosigkeit, Insolvenzen, Einkommensverluste, verzweifelte Selbständige und Mittelständler werden in Deutschland durch den derzeitigen Lockdown weiter vermehrt, nicht so in Schweden. Und das alles — wofür? Dass selbst die bevölkerungsbereinigte Covid-Sterblichkeit in Deutschland mittlerweile höher ist als in Schweden? Schweden beweist: Die deutsche Coronapolitik ist grundlegend falsch und vollkommen unverhältnismäßig.

 

Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.worldometers.info/coronavirus/country/germany/, https://www.worldometers.info/coronavirus/country/sweden/ Stand 5.Januar 2021, 17.10 Uhr, eigene Berechnung: Tote Deutschland geteilt durch Tote Schweden geteilt durch 8,05
(2) https://www.svt.se/datajournalistik/the-spread-of-the-coronavirus/ Stand 5. Januar 2021 abends
(3) telepolis 6.1.2021: https://www.heise.de/tp/features/Schwedens-Sonderweg-ist-zu-Ende-5004549.html?seite=all
(4) https://ourworldindata.org/coronavirus-data-explorer?minPopulationFilter=1000000&time=earliest..latest&country=SWE~EuropeanUnion~GBR~USA&region=World&deathsMetric=true&interval=total&aligned=true&hideControls=true&perCapita=true&smoothing=0&pickerMetric=location&pickerSort=asc, Stand 7.1.2021 abends
(5) Deutschland 479 Covid-Tote pro eine Million Einwohner, Schweden 931, Schweden hat derzeit also 1,94 Mal mehr Corona-Tote, https://www.worldometers.info/coronavirus/, Stand 8.1. abends
(6) https://www.achgut.com/artikel/panikt_ihr_noch_oder_lebt_ihr_wieder_ein_brief_aus_schweden
(7) 19. Dezember 2020: https://sebastianrushworth.com/2020/12/19/update-on-the-swedish-covid-response/
(8) telepolis 6. Januar 2021 https://www.heise.de/tp/features/Schwedens-Sonderweg-ist-zu-Ende-5004549.html?seite=all; https://experience.arcgis.com/experience/09f821667ce64bf7be6f9f87457ed9aa/page/page_0/ Stand 7.1.
(9) https://www.tagesschau.de/inland/sterblichkeit-deutschland-101.html
(10) https://www.achgut.com/artikel/panikt_ihr_noch_oder_lebt_ihr_wieder_ein_brief_aus_schweden
(11) https://www.heise.de/tp/features/Korrektur-zum-Telepolis-Artikel-Der-schwedische-Corona-Weg-Erfolg-oder-Misserfolg-4987759.html
(12) The Local 31. Dezember 2020: https://www.thelocal.se/20201231/sweden-recommends-masks-during-rush-hour-as-coronavirus-deaths-hit-record
(13) https://www.thelocal.se/ 8. Januar 2021
(14) Handelsblatt 5. Januar 2021: https://www.handelsblatt.com/politik/international/pandemie-bekaempfung-schweden-verabschieden-sich-endgueltig-von-ihrem-corona-sonderweg/26769760.html?ticket=ST-27186599-xDcM6QeAPIPngTexxGf6-ap6
(15) telepolis 6. Januar 2021: https://www.heise.de/tp/features/Schwedens-Sonderweg-ist-zu-Ende-5004549.html?seite=all
(16) telepolis 5. Januar 2021: https://www.heise.de/tp/features/Psychosoziale-Katastrophe-5004135.html
(17) DWN 5. Januar 2021 https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/508615/Bundesagentur-meldet-480000-mehr-Arbeitslose-als-vor-einem-Jahr
(18) DWN 31. Dezember 2020: https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/508454/Konzerne-gehen-in-der-Lockdown-Krise-auf-Einkaufstour-Die-Grossen-fressen-die-Kleinen-wann-wehrt-sich-der-Mittelstand-endlich
(19) https://www.heise.de/tp/features/Korrektur-zum-Telepolis-Artikel-Der-schwedische-Corona-Weg-Erfolg-oder-Misserfolg-4987759.html

 

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    Die A N N A loge
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    Es fällt mir schwer, den Argumentationsketten und Zahlenwerken noch zu folgen. Natürlich finde auch ich den Lockdown schlimm, auch ich habe meine Bedenken, was die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen betrifft. Was wird aus dem Schulwesen, was aus all jenen, die ihre wirtschaftliche Existenz verlieren, und aus jenen, die durch Isolation ihren Lebensmut verlieren? Wie wird sich nach Corona unser demokratisches, freiheitlich denkendes Bewusstsein wieder aufbauen?

    Es gehen mir viele Fragen durch den Kopf, belastend und schwer liegen sie mir im Magen. Und da entdecke ich dieses Foto, eins der typischen Schwedenhäuser, mitten in der erholsamen Natur, die von all den Sorgen der Menschen nichts weiß.

    Wie gerne würde ich mich jetzt dahin zurückziehen im Kreise meiner liebsten, bis der ganze Corona Spuk vorbei ist. Wie lange leben wir inzwischen im Schreck dieser Pandemie? Bald ist es ein Jahr. Schwer auszuhalten, ich halte es nur noch schwer aus. Würde man die Kurve der Verzweifelnden dazu setzen, sie würde vielleicht ähnlich ansteigen, wie die Zahl der Neuinfektionen.

    Was hilft angesichts der Zahlen an Neuinfektionen der Vergleich zu Schweden? Was hilft uns das im Kampf gegen Corona? Macht das einen der vielen Corona Toten wieder lebendig? Hilft das einem Angehörigen? Hilft das einem Corona Infizierten, der schwere Langzeitfolgen infolge von Corona mit sich trägt?

    Corona ist eine Pandemie, die derzeit unter den Folgen der Mutation explodiert. Gerade unter diesem Schock, der nun erstmal aufgearbeitet werden muss, halte ich es für unabdingbar, dass wir zusammenstehen und uns nicht mithilfe von ausgeklügelten Argumentationsketten noch weiter auseinander dividieren.

    Corona, dessen bin ich mir sicher, lässt sich nur mit gemeinsamen Anstrengungen besiegen. Auch wenn es nicht gefällt (mir ebensowenig, wie euch), der Lockdown ist eine der Möglichkeiten, die Infektionszahlen wieder nach unten zu drücken, die andere Möglichkeit:die Impfungen.

    Ich hoffe, dass die Zahlen endlich nach unten gehen werden!

    https://www.deutschlandfunk.de/coronavirus-in-zahlen-was-die-neuinfektionen-fuer-die.2897.de.html?dram:article_id=472799

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      Ulrike Spurgat
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      Tatsächlich kann einen Sturheit nicht weiterbringen. Da dreht sich das Karussel immer in eine Richtung…… Die korrupte Regierung, die von Beginn an Corona benutzt hat, dass man nicht dahinter kommt, dass das Gesundheitssystem auf dem aller letzten Loch pfeift, hat, wie man sieht ganze Arbeit geleistet. (Und ich weiß sehr genau wovon ich spreche) Milliarden verschwinden in dunklen Kanälen. Und Quellen werde ich nicht auch noch nennen.

      Hier haben sie alles was sie brauchen , um sich eine eigene kritische Meinung zu bilden, die immer mehrere Aspekte der Wirklichkeit hat.

      Deutschlandfunk gehört zu den ÖR. Aber das wissen sie sicherlich.

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        Die A N N A loge
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        Es ist also Sturheit, wenn man sich mit den Infektionszahlen beschäftigt und aus Kanälen der ÖR sich Informationen beschafft, Sturheit genug, um wie ein Schüler an die Tafel zitiert zu werden, um dort vor versammelter Mannschaft als klassisches Manipulativopfer erklärt zu werden? Ist es das, was eine Diskussion ausmacht, frei von Bewertung, offen und interessiert für andere Meinungen? Impliziert nicht Ihre Antwort, dass Sie sich für andere Sichtweisen gar nicht interessieren? Hat sich Ihre Denkrichtung schon derartig festgesetzt?

        Warum kommen Sie von den Corona Infektionszahlen auf den Hinweis „betrügerisches Gesundheitssystem?“ Lassen sich Infektionszahlen mit einem Vorwurf zum System verringern?

        Würden Sie eine Durchseuchung vorziehen wollen, ungeachtet der potentiellen Folgen, der unkontrollierten Explosion der Corona Zahlen, die keine Gegensteuerung mehr ermöglicht?

        Als“ sturer“ Schüler, der ich mit hochroten Ohren an der Tafel vor der versammelten Mannschaft stehe, sage nur einen Satz:

        Die Infektionszahlen lassen sich nicht wegdiskutieren.

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    Ulrike Spurgat
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    Mit Interesse habe ich viele Kommentare verfolgt und nun erkenne ich, dass man aneinander vorbei redet.

    Mir ist es unmöglich die soziale Frage, also die Auswirkungen einer dilettantischen profitorientierten Politik auf ein ganzes Land nur durch Zahlen und von Wissenschaftlern getragen deren Interesse nicht eindeutig ist anzuerkennen außer acht in Diskussionen zu lassen.

    Wo ist Drostens Doktor Arbeit ?

    Was befähigt einen Tierarzt als Präsident des RKI, dass übrigens als eine untergeordnete Behörde des Gesundheitsamtes ist die Menschen im Land mit seinen manipulativen Äußerungen zu ängstigen ?

    Oder der Meister Spahn….Bankkaufmann und Pharmalobbyist. Besitzer einer Villa von schlappen 4 Milliönchen… Wo er die wohl herhat ?

    Und so könnte es weiter gehen.

    Und alte und kranke Menschen, immerhin leben 75% der pflegebedürftigen Menschen in ihrem Zuhause. Der tägliche Kampf um Hilfsmittel für die Alten, um ein Tablet oder die Übernahme für die Kassenfahrt bei den Kindern, deren Mütter/Väter im Almosenbezug geknebelt werden nimmt kein Ende. Man verschärft die Situation, indem z.B. den Jobcentern zusätzliche „Anordnungen“ verfügen, wieder mehr Widersprüche abzulehnen und somit Zeit heraus schinden zu wollen.

    Wer soll die Milliarden, die insbesondere den Konzernen (Lufthansa) als ein Beispiel zu gute kommen eigentlich bezahlen ???

    Es werden die Ärmsten der Armen sein und dagegen werde ich immer aufstehen und meine Kraft und meine Möglichkeiten dafür einsetzen, dass man den Strick um den Hals der Geknechteten und Erniedrigten nicht noch enger zieht.

    Wie sollen in Wohnungen die 50 – 60 qm haben Kinder gefördert und unterstützt werden, zumal selbst Lernmittel fehlen.

    Was ist mit der Gewalt gegen Frauen, die wieder mehr wird. Die Frauenhäuser ca. 6000 im Land sind gnadenlos überfüllt. Und so werden Frauen wieder zu ihren Peinigern zurück geschickt. Täglich wird eine Frau in diesem Land von einem nahen Angehörigen ermordet. (BKA) Und das ist nicht die ganze Wahrheit, denn die Dunkelziffer dürfte um einiges höher sein. Aber das ist ein anderes Thema, obwohl es selbstredend zur großen sozialen Frage gehört.

    Man kann eine Gesellschaft nicht in Einzelstücke zerlegen und sie dann so belassen. Corona ist wie ein Brennglas und alles versäumte sucht sich den Weg an die Oberfläche. Es geht aus meiner Sicht nie um einen Teilbereich, sondern immer um das Ganze. Und selbst wenn man mit Zahlen wieder und wieder daherkommt bleibt die Tatsache, dass hinter jeder Zahl ein Menschenleben steht.

    Und da bin ich weder „frei“ noch „offen“, sondern beziehe mich auf lebenslanges Lernen und Erfahrung und gehe meist von dem aus „was ist“.

    Und zum Schluss….“ohne Bewertung?“ Auch da bin ich nicht dabei. Wir bewerten, selbst dann wenn man meint es nicht zu tun.

    Sie haben bewertet…..

    • Avatar
      Die A N N A loge
      Antworten
      Die Begleiterscheinungen des Lockdowns sind hart. Was auf der einen Seite als Schutz vor Ansteckung und Ausweitung der Infektionszahlen gedacht ist, kann auf der anderen Seite bittere Konsequenzen nach sich ziehen. Würde es eine sanfte Alternative zum Lockdown geben, die die Corona Zahlen nach unten drückt, wäre diese doch als Alternative diskutiert und gewählt worden.

      Ich habe in dem knappen Jahr, seit Corona bei uns angekommen ist, noch von keiner medizinisch fundierten Alternative gehört. Ich finde es nicht verkehrt, das ganze Verfahren kritisch unter die Lupe zu nehmen, doch die vorgegebene Möglichkeit, das Virus in den Griff zu bekommen grundweg abzulehnen ohne Alternativen  anzubieten, das hilft in dieser Frage nicht weiter. Wir können die an Corona Verstorbenen nicht wegdiskutieren. Angesichts der haarsträubenden Infektions- und Sterbezahlen mit/an Corona ist es mir nicht vorrangig wichtig, ob Spahn eine teure Villa hat, es ist mir wichtig, dass die Corona Infektion eingedämmt wird.

      Alle weiteren Aufarbeitungen von meiner Seite aus gerne, aber bitte danach.

       

       

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      A.K.
      Antworten
      Liegt der größte Widerspruch nicht auf der Hand?

      Alle wissen, dieses angeblich neue C. Virus (andere gibt es schon viel länger auch beim Menschen) kann vor allem Hochbetagten und Vorerkrankten den Tod bringen. Alle wissen die Pflege ist unterbezahlt und es gibt nicht genügend Personal, und auch der medizinische Dienst orientiert sich allzu oft nicht an den Bedürfnissen. Wurde hier ein einziger Versuch unternommen das zu verbessern?

      Manchmal habe ich den Eindruck, Menschen verharren lieber in ihrer Angst, damit sie nicht das Große Ganze hinterfragen müssen.

      Danke für Ihre informativen Beiträge.

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    Die A N N A loge
    Antworten

    Coronavirus Strategie. Wie sinnvoll ist der schwedische Sonderweg?

    Anbei als Ergänzung zu dem Artikel: eine Stellungnahme aus „Quarks“ von Annika Franks, 20.Dez 2020.

    https://www.quarks.de/gesundheit/medizin/wie-sinnvoll-ist-der-schwedische-corona-sonderweg/

    • Avatar
      Juergen W
      Antworten
      Ich fürchte, Sie sind auf dem Holzweg.

      Wir erleben eine Revolution! Eine PSEUDO-LINKS/GRÜN schimmernde Elite versucht, den digitalen Irrweg radikal und rational auszubauen. Dazu wird die Wissenschaft missbraucht. Dabei wird munter von oben nach unten (was ich als ULTRA-RECHTS definiere) getreten. Die Alten werden nicht einmal gefragt, sondern werden einfach per Gesetz isoliert, Kindern wird mit „schwarzer Pädagogik“ das ganze Leben versaut – Gassi-Pflicht für die Hundehalter ist der Zynismus dieser Corona-Krise für mich schlechthin.

      Künstler/Gastronomen/Artisten/Kleingewerbe/Einzelhändler etc. werden in die Insolvenz oder Hartz IV getrieben und werden Kredite nicht tilgen können. Davon profitieren Banken, die so günstig Immobilien übernehmen können, bzw. neue Kredite gewähren. Davon profitiert vor allem auch der Online-Handel.

      Im Pflegebereich wird mit Sicherheit der Einsatz von Robotern forciert werden (klappt doch auch super in der Viehhaltung). Das Bildungssystem wird garantiert digital reformiert werden. Frontal-Unterricht nur noch für zahlungsfähige Eliten, Kunden. Der Beamten-Status wird wegfallen, wahrscheinlich schon kurz nach der BTW. Polizisten werden mit Sicherheit als Erste privatisiert.

      Dämmerts? Wir lösen mit digitalen/technischen Mitteln Probleme, die erst durch die (auch digitale) Technik entstanden sind. Darin liegt der Irrsinn dieser NeoLiberalen Extremität. KrankHumanismus? Totalüberwachung. Permanenter Zugriff auf Daten, im Kleinen wie im Großen – da liegt die Crux. Also, weg mit den Smartphones und SocialMedia. Das wäre konsequent.

      ANNA loge, glauben Sie mir: Corona ist das Geschäft des Jahrhunderts, für Pharma, IT, Rüstungsindustie und Banken. Dagegen ist die Eisenbahn von damals ein kleiner Schiss . . .

      Der derzeit praktizierte Kapitalismus im PSEUDO-LINKEN Gewand ist, meiner Meinung nach, der widerwärtigste, den man überhaupt praktizieren kann – das kann man sich nicht einmal ausdenken! Ethik? Sprachen wir mal von Ethik?

      Wir Menschen haben uns KOMPLETT von der Natur entfernt. Zombies eben.

       

      • Avatar
        cource
        Antworten
        „..Kapitalismus im PSEUDO-LINKEN Gewand..“ das ist genial: kapitalismus im pseudo links/grünen gewand, d.h. die neoliberale-globalisierungs CDU/CSU schmückt sich mit rot-grünen federn, das ist wirklich pervers. mich würde mal interessieren, welche rolle china/russland dabei spielen, denn die chinesen bilden sich ja ein, mit ihren umerziehungslagern usw. immer noch links zu sein ? und es ist ja auch noch nicht ausgeschlossen, dass man bei dem coronavirus ein bisschen nachgeholfen hat um seine ansteckungsfähigkeit zu erhöhen ?
  • Avatar
    cource
    Antworten
    man kann nur den bevölkerungsanteil der über 70ig jährigen beider länder vergleichen, möglicherweise ist der anteil in deutschland höher als in schweden und deshalb gibt es in deutschland auch mehr tote. wichtig ist aber ob man generell alle verstorbenen als coronatote verkauft hat und das ist schlichtweg betrug/beschiss am volke. die weltweite bevölkerung wird unnötigerweise verrückt gemacht, scheinbar geht man nur in Brasilien den medizinmännern nicht auf den leim—izwischen haben wir aber das problem, dass alle corona-gläubigen, selbst wenn sie inzwischen zweifel bekommen haben, wegen der cognitiven dissonance/gesichtswahrung nicht mehr zugeben können, dass sie einem schwindel aufgesessen sind

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