Eulenfeder: Der nächste Evolutionsschritt der Menschheit

 In Umwelt/Natur
Ca. 40 Millionen männliche Küken werden in Deutschland gleich nach ihrer Geburt geschreddert.

Ca. 40 Millionen männliche Küken werden in Deutschland gleich nach ihrer Geburt geschreddert.

„Gibt es denn keine wichtigeren Themen?“, wird Vegetariern und Veganern oft vorgehalten. Aber unser Fleischhunger hat mit dem Welthunger und der katastrophalen Umweltzerstörung zu tun, und „Solange es Schlachthöfe gibt, wird es auch Schlachtfelder geben“, sagte Tolstoi. Vor allem ist es die Grausamkeit, die Verrohung und Gleichgültigkeit gegenüber dem Tieren millionenfach zugefügten Leid, was die Fleischproduktion gleichsam zu einem Übungsfeld in puncto Mitleidslosigkeit macht. Das „Eingeübte“ macht sich dann auch im Verhalten von Menschen untereinander bemerkbar. Unser Autor Eulenfeder ist überzeugt: Die Achtung vor dem Leben ist unteilbar. Man kann sie nicht hier (bei der selbst ernannten Krone der Schöpfung) fordern und dort (bei Rindern, Schweinen oder Hühnern) Tag für Tag in die Tonne treten. Eine wirklich erneuerte Menschheit wäre eine achtsame, liebevolle und mitfühlende – gegenüber allen Lebewesen.

der a.c.h.b-mensch – the advanced caring human being. oder: der weiterentwickelt empathische mensch. längst überfällig dieser nächste evolutionsschritt, denn „who really cares about livin‘ and feelin‘ beings?“. den fühlenden (mitfühlenden) menschen gibt es schon lange, gefühlte dreissigtausend jahre – aber irgendwie ist er stehengeblieben auf einem niveau der barbarei, der vernichtung und des totschlagens. gleichzeitig fühlt er sich – gerade wegen dieser fähigkeit zu fühlen – anderen wesen überlegen. wär’s nicht so traurig, könnte man diesen umstand als treppenwitz der menschheitsgeschichte bezeichnen.

da war wohl schon immer ein gewisser gewissensbiss der ihn veranlasste, seinem mörderischen verhalten eine gewissensberuhigende rechtfertigung zu verleihen, damit er weiter morden kann. eine höhere, ihm übergeordnete moralische instanz musste als rechtfertigung her. sie segnete scheinbar alles ab, verhinderte aber auch letztlich, dass er selbst sich in sachen mitgefühl weiterentwickelt.

nein, ich ziele mit meiner kritik nicht auf religionen und götter allgemein – die achtung vor der natur und dem leben ist gerade in den ältesten religiösen statuten gegeben, ebenso ist das mitfühlen im glauben allgemein verankert. nur: der mensch kann seine selbstauferlegten gebote des mitfühlens nicht umsetzen, ist diesbezüglich auf einer primitiven entwicklungsstufe stehengeblieben.

was also muss er unbedingt weiterentwickeln, wenn er nicht auf dieser stufe des mordens trotz angeblichen mitgefühls stehen bleiben will? – sein mitgefühl eben! aufgeben muss er seine selbstherrlichkeit, seine überhöhte position, von welcher er sich zum herren über leben und tod aufschwingt, sein erbarmungsloses verhalten trotz angeblichen mitgefühls, das ihn erst zum menschen machen würde. „practice what you preach“, mensch, sonst kommst du aus diesem perversen irrsinn, dieser fatalen widersinnigkeit nicht heraus und wirst für alle zeiten ein homo barbaricus bleiben.

wahrscheinlich denkt ihr, ich beziehe mich hier nur auf das verhalten von menschen untereinander. das auch, aber nicht nur. ich will vor allem klar machen, dass es beim menschen keine wirkliche weiterentwicklung des mitfühlens geben kann, solange er anderes leben, die tiere, nicht in gleicher weise achtet, solange er sich ihnen gegenüber als bestie zeigt. das mitfühlen ist keine wesenseigenschaft, die man aufspalten kann, indem man sie einigen zukommen lässt, anderen aber verweigert. das morden ist keine abscheulichkeit, die man „ein bisschen“ oder „unter bestimmten umständen“ zulassen kann. das blutvergiessen ist keine verwerflichkeit, die man im einen fall verdammen, im anderen rechtfertigen kann. auf einen einfachen, aber notwendigen nenner gebracht: solange der mensch tiere mordet, wird es für ihn auch keine wirkliche hemmschwelle geben, seinesgleichen zu ermorden.

leben ist zu achten! wo diese achtung fehlt, ist sie nicht vorhanden – so einfach ist das! das totschlagen und abstechen, foltern und die bestialität in der tierhaltung allgemein – das sind Taten gegenüber lebewesen, und sind wir etwas anderes als lebewesen? wie soll sich der mensch empathisch weiterentwickeln, sprich mehr achtung vor dem leben haben, wenn er leben vernichtet!? es ist eben notwendig – will er sich weiterentwickeln -, dass er nicht unterscheidet, nicht also nur sein eigenes leben als schützenswert ansieht, während er anderes ermordet. diesen untrennbaren zusammenhang muss man begreifen.

alles leben ist zu schützen – unsere lebensgrundlage ist die natur insgesamt! solange der mensch vernichtet, vernichtet er auch sich selbst – sollte logisch sein eigentlich. es gibt kein minderwertiges leben – flora und fauna erhalten auch unser menschliches leben. die selbsteinschätzung des menschen als „höherwertig“ verhindert den a.c.h.b.-menschen. es ist höchste zeit umzudenken.

ja – ein herzensguter kerl ist er – der mensch ganz allgemein. viele können keiner fliege etwas zu leide tun, aber: ihr herz lassen sie zuhause, wenn sie zum metzger gehen und mörder und handlanger für ihr widerwärtiges, abscheuliches, schändliches tun bezahlen.

sorry, leute, aber ich kann es nicht mehr „schonend“ sagen: diese erde ist ein schlachthaus. blut, angstschweiss und tränen hängen wie eine dunkle wolke über diesem planeten. das bestialische vernichten von leben, billionenfach tag für tag – und man lebt damit: gleichgültig, gefühllos, gewissenlos.

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