Fernsehtipp: «Kreuzweg» von Dietrich Brüggemann

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Das erschütternde Schicksal eines Mädchens, das der Gehirnwäsche in einer christlich-fundamentalistischen Gemeinschaft ausgesetzt ist, stets dazu angehalten, das eigene Alltagsverhalten nach möglichen „Sünden“ zu durchforsten. Der religiöse Wahn führt zur radikalen Verneinung des Lebenswillens – ein Fall von psychischem Missbrauch, wie er in den Schuld- und Bußkulturen verschiedener Religionen gewiss bis heute tausendfach vorkommt. Lea van Acken („Anne Frank“) als Maria und Franziska Weisz als bigotte Mutter spielen eindrucksvoll. Der Film ist in „Plansequenzen“ aufgebaut. Etwa 10-minütige Szenen werden aus einer gleichbleibenden Kameraperspektive gezeigt – eine besondere Herausforderung für die Schauspieler. Die „strenge“ äußere Form korrespondiert bestens mit dem Inhalt und erzeugt eine Wirkung ähnlich verfilmtem Theater. Noch eine Woche in der arte Mediathek zu sehen.

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