Friedensfahrt nach Moskau – Geopolitik und Friedensförderung von unten

 in Politik (Ausland), Politik (Inland), Torsten Brügge

Geistige Fronten bilden sich meist zwischen den Politikerkasten zweier Länder und werden von den Medien an die Völker „nach unten“ weitergegebe. Wie aber, wenn wir uns weigerten, Feinde zu sein und den Menschen im vermeintlich gegnerischen Land ganz direkt gegenüberträten – Auge in Auge? Vielleicht schält sich dann, wie der Theologe Jörg Zink schrieb, aus dem Feind der Mensch heraus, und wir erkennen mit dem Sänger Sting „The Russians love their children too“. (Torsten Brügge)

In den Mainstream-Medien finden sich immer wieder heftige Tendenzen des Russlandbashings bzw. der Darstellung einer angeblichen aktuellen russischen Bedrohung. Solche Haltungen „begründen“ sogar handfeste militärische Maßnahmen seitens der NATO, wie die Versendung von tausenden Soldaten in die östlichen Bündnisgebiete Polen, Lettland, Estland und Litauen.

Die kritischen Worte des – ansonsten NATO-treuen – deutschen Außenminister Frank Walter Steinmeier sollten uns alarmieren und diese Abschreckungsstrategie hinterfragen lassen. Steinmeier sagte zu einer NATO-Übung „Was wir jetzt nicht tun sollten, ist durch lautes Säbelrasseln und Kriegsgeheul die Lage weiter anzuheizen. Wer glaubt, mit symbolischen Panzerparaden an der Ostgrenze des Bündnisses mehr Sicherheit zu schaffen, der irrt. Wir sind gut beraten, keine Vorwände für eine neue, alte Konfrontation frei Haus zu liefern.“

Dankenswerter Weise gibt es auch andere Perspektiven und friedvolle Initiativen. Zum Beispiel die „Friedensfahrt nach Moskau“, initiiert unter anderem durch Dr. Rainer Rothfuß. Rothfuß war von 2009 bis 2015 Professor für politische Geographie an der Universität Tübingen und ist Experte für „Feindbildgenese“. In seinen Vorträgen und Interviews klärt er über die Vorbereitung von Kriegen durch die systematische Modulierung und Verbreitung von Feindbildern auf (https://www.youtube.com/watch?v=7fr_zw6yKVs)

Sich dessen bewusst zu werden, ist immer schon ein wichtiger Schritt von Friedensarbeit. Zusätzlich engagiert sich Rothfuß für eine „Geopolitik von unten“: Anstelle von Sanktionen, militärischen Drohgebärden oder gar Krieg setzt er auf Kennenlernen und Kooperation zwischen den Bevölkerungen beider Staaten, um das alternativlose, höchste Gut, den Frieden, zu sichern.

Ich bin der Meinung diese Friedensfahrt verdient Respekt und viel Unterstützung.
(http://www.druschba.info/?lang=DE)

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