Helfen wir den Menschen in Griechenland! – Dreizehnter Bericht 2016

 in Holdger Platta, Über diese Seite

GriechenlandhilfeLogo-300x194„Gott kennt Gnade – er nicht“, heißt es über den Filmhelden Rambo. Und Gnade – also Rücksichtnahme und Schonung mit Blick auf schlimmstes Elend in Griechenland – ist auch den EU-Polit-Rambos, allen voran deutscher Herkunft, völlig fremd. Obwohl sogar der nicht als warmherzig bekannte IWF einen Schuldenerlass in Erwägung zieht, blockiert das Deutschland Angela Merkels, der vermeintlichen Mutter der Barmherzigkeit. Selbst eine Staatspleite ist auch nach Jahren der „Griechenlandrettung“ wieder im Bereich des Möglichkeiten – und mit ihm der „Grexit“. (Lesen Sie dazu auch den Beitrag „Endspiel für Tsipras“, weiter unten auf dieser Seite.) Angesichts solchen Politikversagens, müssen sich die wirklich warmherzigen Helfer um Holdger Platta und das Ehepaar Chatzatoglou aufreiben, um wenigstens an einigen Stellen Not zu lindern. Einige schlagen sich schon mit Gesundheitsproblemen herum. Erfreulich allerdings, dass unsere Leserinnen und Leser auch mehr als einem halben Jahr GriechInnenhilfe ihre Spendenfreude sogar noch einmal gesteigert haben. (Holdger Platta)

Liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser,

welch ein Glück: der geringe Neuzugang an Spenden in der Vorwoche hatte wohl vor allem an den vielen Feiertagen gelegen! Ihr erinnert Euch: gerademal 302,50 Euro gingen auf unserem Hilfskonto über die Ostertage ein. Doch seit Donnerstag letzter Woche durften wir wieder einen Spendenanstieg von 1.384,45 Euro verzeichnen (= was einer Anzahl von 33 neuen SpenderInnen/Spenden entspricht). Das läßt hoffen, freut uns natürlich riesig – vor allem auch im Interesse der Hilfsbedürftigen in Griechenland – und läßt uns selbstverständlich um so froher danken!

Dann erreichte uns eine weitere kurze, aber positive Nachricht – die wunderbare Mitteilung nämlich von Katerina K. aus Piräus, daß sämtliche Vor-Untersuchungen in London positiv und mit positivem Ergebnis verlaufen seien und daß voraussichtlich ihre erste Operation schon im Mai in Athen erfolgen solle. Genaueres hoffe ich Euch demnächst mitteilen zu können.

Nicht ganz so erfreulich – Ihr werdet es verstehen! – ist hingegen der Umstand, daß nach mir nun auch nahezu alle anderen aus unserem Aktiventeam erkrankt waren oder noch erkrankt sind. Ich selber habe, so scheint’s, tatsächlich die übelsten Beeinträchtigungen hinter mir, aber jetzt schlagen sich unsere MitorganisatorInnen aus Graz, Evelin und Tassos Chatzatoglou, mit einigen Gesundheitsproblemen herum, und Gleiches gilt auch für unseren Spendenverwalter aus Göttingen, Peter Latuska (nebst Ehefrau Katharina!). Allen von hier aus allerbeste Genesungswünsche!

Insofern – es wird Euch nicht verwundern – mussten wir bei unserem konkreten Hilfsprogramm notgedrungen auch eine kleine Pause einlegen. Heißt: wir bereiten zwar schon die nächste Hilfsfahrt nach Griechenland vor, das wird im Mai der Fall sein, wir bemühen uns im Augenblick auch, anderen HelferInnen den Transport ihrer Hilfsmittel nach Griechenland ermöglichen zu helfen, aber ansonsten hatten wir bei den zahlreichen Menschen und Institutionen in Griechenland erstmal während der letzten Wochen für Nachschub an Geldreserven und Sachmitteln gesorgt. Die Unterstützerbeträge, die unsere GriechenlandfahrerInnen bei ihren letzten Hilfsreisen bei allen Betroffenen dagelassen hatten, lassen auch bis zu Beginn der neuen Helferfahrten keine Lücken entstehen!

Politisch betrachtet – Ihr wisst es –, gibt es gerade in diesen Stunden und Tagen schon wieder sehr viel Unruhe in und um Griechenland! Am heutigen Donnerstag (den 7. April) streiken zahlreiche Staatsbedienstete und praktisch alle Fluglotsen dort; verhindert werden soll mit dem zunächst auf 24 Stunden befristeten Streik die sogenannte „große Rentenreform“, derzufolge neu beginnende Ruhestandsbezüge um 15 Prozent gekürzt und gleichzeitig die monatlichen Rentenbeiträge für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber deutlich erhöht werden sollen.

Ein Streik gegen Tsipras? Ein Streik gegen die Syriza-Regierung? Nun, von außen her betrachtet, stellen sich die Verhältnisse erheblich komplexer dar: Nicht zuletzt Tsipras selber wehrt sich gegen neuerlichen Druck von Seiten der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank EZB sowie des Internationalen Währungsfonds IWF und fragte bei Iva Petrova, der IWF-Direktorin, an, ob es tatsächlich „die offizielle Position des IWF“ sei, „kurz vor dem britischen Referendum Bedingungen zu schaffen, die Griechenland in den Ruin treiben“ würden. Eine Anfrage, die IWF-Chefin Christine Lagarde prompt als angebliche „Unterstellung“ zurückwies, mit der Bemerkung, solche Spekulationen seien „einfach absurd“. Der IWF führe keine Verhandlungen mit Drohungen, „sondern in Treu und Glauben“. Und im übrigen seien endgültige Vereinbarungen mit dem IWF ja „noch ein Stück entfernt“. Aber hilft das Griechenland wirklich? Eine Frage, die sich um so verschärfter stellt, als es mal wieder vor allem die Bundesrepublik ist, die da nicht mitmachen will.

Dem Vorschlag des IWF, Griechenland gegenüber die Sparauflagen zu lockern, zumindest vorübergehend, außerdem Griechenland von der Pflicht zu befreien, weiterhin pro Wirtschaftsjahr einen Etat-Überschuß von 3,5 Prozent erzielen zu müssen, mag bislang die gesamte Euro-Gemeinschaft nicht nachkommen – an der Spitze die Merkel-Schäuble-Allianz. Und schon gar nichts wissen will die Bundesregierung vom „Schuldenschnitt“, den sage und schreibe der IWF, mit Christine Lagarde an der Spitze, erneut ins Gespräch gebracht hat. Anders, so der IWF, würde Griechenland nie auf die Beine kommen. Aber diese wirkliche Hilfe und Entlastung für Griechenland scheut die Merkel-Regierung wie der Teufel das Weihwasser. Was ein weiteres Mal zeigt: Der Flüchtlings-Engel Angela hat für die Mitmenschen auf diesem Planeten insgesamt lediglich ein halbes Herz. Und die Griechinnen und Griechen zählen für sie und Schäuble offenbar nicht zu diesen Mitmenschen! Wir werden Euch auch weiter über den Fortgang dieser Verhandlungen informieren.

Damit, liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser, zu den gewohnten Schlußangaben, was unsere Hilfsaktion betrifft. Also:

Unser Konto, auf das Ihr unter dem Stichwort „GriechInnenhilfe“ spenden könnt, ist unter den folgenden Angaben für Eure Spenden erreichbar:

Inhaber: IHW
IBAN: DE16 2605 0001 0056 0154 49
BIC: NOLADE21GOE

Und die Kontaktdaten von Peter Latuska, an den Ihr Euch wenden könnt, wenn Ihr eine Spendenbescheinigung benötigt (für Spendenbeträge bis 200,- Euro genügt fürs Einreichen beim Finanzamt Kopie oder Original Eurer entsprechenden Kontoauszuges), lauten:

Peter Latuska
Theodor Heuss Str. 14
37075 Göttingen
Email: latuskalatuska@web.de

Mit herzlichen Grüßen
Euer Holdger Platta

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