Helfen wir den Menschen in Griechenland! – Sechzehnter Bericht 2016

 In Holdger Platta, Über diese Seite

GriechenlandhilfeLogoHeute einen Tag später: Holdgers traditioneller Bericht über Griechenland. Er ist ausführlich und hat Gewicht, weil das Thema, um das es geht, von grundsätzlicher Bedeutung ist: „Karitative“ Hilfe stößt nämlich nicht überall nur auf Zustimmung, gerade in „linken“ Kreisen. Dort herrscht vielfach die Auffassung, Geldtransfers von „Mittelarm“ zu „Ganz arm“ würden das ungerechte Wirtschaftssystem eher stabilisieren. Als wären Menschen umso bessere Revolutionäre, je ausgehungerter und demoralisierter sie sind. Die ganz große Revolution könne somit geradezu vorangetrieben werden, indem man Menschen immer tiefer ins Elend absacken lässt, anstatt ihnen zu helfen. Holdger Platta wendet sich vehement gegen diese Logik. Menschen Brot und Medikamente zu geben, schließt ja politische Kritik und Aktion nicht aus – schon gar nicht im Rahmen unserer von vornherein „zweigleisig“ angelegten Aktion. Zudem berichtet Holdger in diesem Beitrag auch von einem besonders berührenden Fall eines Griechen, der an einer seltenen Krankheit leidet. Durch unsere Spendengelder kann ihm geholfen werden. Auf die Weltrevolution wird er nicht warten können. (Holdge Platta)

Liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser,

nein, manchmal ruht unsere Hilfsarbeit auch an den Wochenenden nicht. Am Sonntag vergangener Woche – also am 24. April – bekam unser Team von Tassos Chatzatoglou, unserem Helfer aus Graz, die folgende Mail zugesandt:

„Gestern erhielt ich einen Anruf von einem Grazer Griechen. Er berichtete mir über einen jungen Griechen, Andreas A. Andreas wird bald 18 und leidet seit seiner Geburt an der Mittelmeer-Anämie. Er braucht dringend eine Knochenmarktransplantation. Der passende Spender wurde in den USA bereits gefunden, und der Transport samt Eingriff kostet 2.800 €. Mit den verschiedenen Spendern in Griechenland und Österreich hat der Vater den grössten Teil der Gelder gesammelt. Es fehlen aber noch 1.000 €.

Ich habe das alles überprüft. Ein Sportsender in Pirgos unterstützt die Aktion. Ich habe den Vater des Kindes angerufen. Er ist Maler und Anstreicher und seit Jahren arbeitslos. Er bebaut ein kleines Feld, um seine Familie durchzubringen. Gelegentlich bekommt er den Auftrag, ein Haus anzustreichen. Das alles aber passiert meistens für die Ärzte, die den Andreas behandeln. Er ist verzweifelt, weil der Verlauf der Krankheit tödlich endet, wenn keine Knochenmarktransplantation stattfindet.

Ich habe ihm versprochen, Euch allen das bekannt zu machen und um Eure Unterstützung zu bitten. Parallel zu den Telefonaten wegen der Glaubwürdigkeit des Falles führte ich Telefonate, um die richtige Behandlung zu ermöglichen. Die Ärztin Frau Pagoni im Evaggelismos Krankenhaus in Athen könnte den Jungen therapieren. Allerdings sind seine Chancen gering. Es hängt von der Reaktion des Körpers ab.

Die Mittelmeer-Krankheit ist eine Blutkrankheit, die fast ausgerottet ist. Bewohner des Mittelmeers tragen das Gen in sich. Es ist bekannt als „das Stigma“. Wenn beide Eltern das Stigma haben, sterben die Kinder um den 18. Geburtstag herum. Eine Knochenmarktransplantation mit nachfolgender Chemotherapie kann den Verlauf der Krankheit stoppen.

Ich möchte euch bitten, rasch zu entscheiden, ob wir Andreas helfen sollten. Dann könnten bereits am Montag die fehlenden 1.000 € an das eigens dafür eingerichtete Konto der National Bank überwiesen werden.“

Nun, um es kurz zu machen, liebe HdS-Leserinnen und HdS-Leser: Noch am Sonntag einigten wir uns darauf, daß Andreas A. umgehend geholfen werden soll. Für uns im Helferteam eine Selbstverständlichkeit! Noch am Montag, den 25. April, wurden die dringend erforderlichen 1.000,- Euro auf das treuhänderische Konto von Tassos Chatzatoglou überwiesen. Und wir alle können jetzt nur hoffen, daß Andreas A. den Eingriff gut überstehen wird und daß sein Leben gerettet werden kann. Selbstverständlich werde ich Euch über den Ausgang dieser Hilfsaktion so rasch wie möglich informieren.

Schrieb ich soeben „selbstverständlich“, bezogen selbstverständlich auch auf die Hilfsaktion selbst? Nun, für alle Menschen, die von unseren Hilfsaktivitäten erfahren, gilt diese „Selbstverständlichkeit“ nicht. Einen Tag vor Tassos Chatzatoglous Notmail an uns bekam ich von Facebook die folgende Nachricht zugesandt, am Samstag also, den 23. April (den Namen des betreffenden Kommentators lasse ich hier wie im Folgenden weg):

„Der Dramatiker Heiner Müller wurde gefragt, was er täte, wenn vor der Fensterscheibe des Hotels, hinter der Müller seine Zigarre pafft, ein Bettler auftauchen würde. Müller: ‚Champagner bestellen und ihm zuprosten’. In Abwandlung eines Satzes von Jean Ziegler fällt mir dazu ein: Wir müssen den Griechen nichts geben. Es reicht, ihnen nichts mehr zu stehlen. Menschen Geld spenden kann man nur, wenn man Geld verdient, also den Reichen hilft, noch reicher zu werden. Statt gegen Geld und Privateigentum zu streiten.“

Ich gebe zu: noch ganz unter dem Eindruck der Notmail von Tassos Chatzatoglou habe ich vermutlich nicht souverän genug reagiert, als ich diese Zuschrift am Sonntag las. Entsetzt von der Kälte, die mir da aus der Reaktionsfantasie eines berühmten Ex-Dramatikers aus der Ex-DDR entgegenschlug – und diese Reminiszenz an Heiner Müller (1929 – 1995) ist nicht erfunden, sondern stimmt: auch ich habe dieses Fernseh-Interview noch im Kopf! –, schrieb ich an den Betreffenden folgendermaßen zurück:

„An das erwähnte Fernsehgespräch mit Heiner Müller kann ich mich selber noch gut erinnern, und den Zynismus dieser Äußerung halte ich bis heute nicht für nachahmenswert. Daran ändert auch die Berühmtheit des Betreffenden nicht.
Auf welche Bemerkung von Jean Ziegler hier angespielt wird, ist mir hingegen unbekannt. Ich kann dazu nur sagen: solange wir Bürgerinnen und Bürger außerstande sind, unsere Regierungen daran zu hindern, Griechenland zu bestehlen, haben wir – neben wieder und wieder von mir daran geäußerter Kritik! – die Pflicht, den kaputtverelendeten Griechinnen und Griechen zu helfen. Heißt: wir müssen beides tun, politische Kritik äußern an unseren Regierungen und den notleidenden Griechinnen und Griechen Hilfe leisten. Anderes würde künstlich ein Entweder-Oder konstruieren, dem ich nicht zustimmen kann. Und daß, wer spendet, ‚irgendwie‘ den Reichen hilft, noch reicher zu werden, ist für mich dito nicht nachvollziehbar – um so weniger, als unter unseren Spenderinnen und Spender zahlreiche Menschen sind, die zu den Hartz-IV-Betroffenen zählen.“

Meine Antwort nutzte nicht viel, beziehungsweise, sie bewirkte gar nichts. Denn auch bei uns, in der Kommentarspalte von HdS, meldete sich der Kritiker zu Wort, nochmals also. Ich zitiere seine Stellungnahme vollständig:

„Hilfe als Verantwortung? Lieber Holdger Platta, wieso sollten wir gerade den armen Griechen etwas spenden? Was ist mit verhungernden Afrikanern? Auf diese bezog sich übrigens die Ziegler-Anspielung. Entdecken wir unser Mitgefühl je nach Tagespolitik? Oder danach, was wir real erleben, statt unser Herz nach Schlagzeilen auszurichten, welche ‚unser’ Europa betreffen? Ich gebe dem Bettler in meiner Nachbarschaft immer etwas. Weil ich ihn kenne. Und weil ich mit ihm in einem Boot sitze, als Lohnabhängiger bin ich eben auch arm.
Ihr habt jetzt rund 10.000 € zusammen. Das ist eine nette Geste gegenüber den ‚GriechInnen’, also einer anonymen Masse. Gleichzeitig eine Verbeugung vor dem, was Menschen überall ins Elend bringt: dem Geld. Solange Menschen sich davon abhängig machen lassen – Geld als Erpressungsmittel – reiben sich die Profiteure die Hände. Sie lachen sich noch ins Fäustchen, wenn sie sehen, wie die Armen fleißig arbeiten, um an Geld zu kommen, das sie noch Ärmeren spenden. Man kommt als Nichtbesitzer von Produktionsmitteln an kein Geld, ohne sich bei Reichen zu verdingen. Um das zu verstehen, muss man nicht einmal Marx gelesen haben.
Verantwortung wäre, den Zusammenhang zwischen der eigenen Erpressbarkeit und dem anderer zu erkennen, dort zu helfen, wo man nun einmal ist, mit Solidarität aller Art, nur eben nicht mit dem Herüberreichen von Scheinen.
Heiner Müller war kein Zyniker. Wer ihn persönlich kannte, weiß das. Er war nur nicht so naiv, zu meinen, wenn ich dem Bettler 10 Mark gebe, dann verbessere ich seine Situation und kann als guter Mensch weiter ziehen und den Bettler vergessen.
‚Mein’ Bettler schläft unter der Brücke nebenan. Er ist ein Stück von mir. Was uns eint, ist der gleiche Zorn auf die Verhältnisse. Wir kritisieren nicht die Regierung, wir wollen sie abschaffen. Für Idealismus fehlt uns der Glaube an Herrscher, die schon ‚irgendwie’ gegen Ausbeutung sein müssten. Sind sie nicht. Regierungen organisieren die Ausbeutung. Deshalb müssen wir sie abschaffen. Ebenso die Ausbeuter selbst. Streik ist das Mittel der Arbeiter. Nahrung zu ‚stehlen’, etwa durch das ‚Containern’, das Mittel der Erwerbslosen. Nach Griechenland fahren und lernen, wie sich Menschen selbst organisieren, auch ohne Geld, das ist die Aufgabe derer, die es sich – noch – leisten können.
Es wird Zeit, dass die ‚Bürgerinnen und Bürger’ aufhören, bürgerlich zu denken. Statt dem Staat und dem Kapital zu helfen, das Elend ‚erträglicher’ zu machen, müssen sich Menschen das nehmen, was ihnen gehört. Sie haben den Reichtum geschaffen. Geld hilft nur, diesen Reichtum von ihnen fernzuhalten. Es ist der Henker aller Dinge.“

Ich will es dabei bewenden lassen, meine zweite Antwort auf diese Zuschrift in gekürzter Version mitzuteilen:
„(…) Natürlich stimme ich Deiner Analyse und Bewertung des Kapitalismus aus vollem Herzen zu – dabei Dank an dieser Stelle auch an ‚Eulenfeder’, der wichtige Gedanken und Einschätzungen von mir schon glänzend vorformuliert hat. (…) Zur Sache selber und über meine Zustimmung zu Deinen kapitalismuskritischen Sätzen hinaus: Gern tausche ich das auf Heiner Müller gemünzte Wort ‚Zynismus’ gegen eine womöglich noch besser passende Formulierungen aus: Was er seinerzeit, auf entsprechendes Befragen hin formulierte, war grenzenlos empathielos, war das Ausfantasieren eines hämischen, höhnischen Sadismus gegenüber dem Bettler. Und womöglich typisch für Marxisten, die vielleicht die Theorien des Marxismus ganz prima draufhaben, ganz prima auch Antikapitalisten sind, aber über all dem nicht mehr über die Mitmenschlichkeit verfügen, die uns anderen Marxisten so sehr am Herzen liegt (dabei keinesfalls vom Wahn befallen, das immer im eigenen Leben und Verhalten hinzukriegen!).
Du hast, so meine ich, aus Deiner zutreffenden Kapitalismuskritik die falsche Schlußfolgerung eines Entweder-Oder gezogen: Wir müssen das eine tun – gegen den Kapitalismus ankämpfen – und dürfen das andere nicht lassen – nämlich in unserem Alltagsverhalten Mitmenschlichkeit zu leben, wo immer dies geht! Und diese Doppelqualität, scheint mir, ist doch ein ganzes Stück weit auch typisch für unsere Aktion ‚Helfen wir den Menschen in Griechenland!’, weil sie von Anfang an beides war: Hilfe – aber natürlich: begrenzte Hilfe! (Wir selber haben es immer wieder betont) – und politischer Protest (verbunden mit den Versuchen zu politischer Analyse usw.). Dagegen steht Dein Konzept einer Selbsthalbierung, dem ich nicht zustimmen kann. (…) Ich sehe nicht, daß mein Antikapitalismus mich davon abhalten müßte, auf diesem Weg weiterzugehen. Ganz im Gegenteil.“

Einen ganz wichtigen Beitrag zu dieser Debatte hat auch unsere HdS-Leserin Bettina Beckröge geleistet. Aus ihrer Antwort an den Betreffenden, ebenfalls noch geschrieben am Sonntag, den 24. April: „Ich beziehe mich auf Ihren Einwand zu Jean Zieglers Rede. Zur Verdeutlichung für alle anderen Leser habe ich Jean Zieglers komplette Stellungsnahme zur Euro-Krise aus dem Jahr 2011 anbei einmal gepostet.
https://youtu.be/NziOEGoqLDk?list=PLnfn3e90VyNUE7yg82jZKwaULXA7GTn1t
Es stimmt nicht ganz so, wie Sie es äußern. In Minute 3 hat Jean Ziegler klar Stellung bezogen zur Griechenlandpolitik. (…) Als weitdenkender Globalisierungskritiker hat Jean Ziegler selbstverständlich das Thema ausgeweitet auf die Ärmsten aller Armen in Afrika. Man muss die Dinge im Zusammenhang sehen. Im Jahr 2011 [= dem Jahr des Interviews mit Jean Ziegler. HP] war die Griechenlandkrise noch nicht so eklatant wie heute. (…) Griechenland wurden im letzten Jahr (2015) endgültig die Daumenschrauben angelegt, und genau deswegen geht es den Griechen heute so schlecht, genau deswegen liegt das Wirtschafts- und Sozialsystem der Griechen derzeit so am Boden.
Ich bin mir sicher, Herr X, würde Jean Ziegler heute ein öffentliches Interview geben, er würde die ‚Anspielung’, wie Sie es formulieren, ganz klar auf Griechenland ausweiten. ‚Der Revolutionär muss imstande sein, das Gras wachsen zu hören’, ein bekannter Spruch von Marx, müsste Ihnen geläufig sein. Also horchen wir doch mal auf das Gras, wie es derzeit in Griechenland wächst. Nicht gut! Da kann jede Hilfe, jede Spende nur willkommen sein.
‚Handle nach der Maxime, die sich selbst zugleich zum allgemeinen Gesetze machen kann.’ Diesen kategorischen Imperativ von Kant, vom dem Jean Ziegler aller Wahrscheinlichkeit nach spricht, kann ich in der Hinsicht nur unterstreichen.
Diese Spendenaktion ist kein Mitgefühl ‚nach Tagespolitik’, wie Sie es benennen, sondern ein Handeln nach Kantscher Vernunft und menschlicher Empathie zugleich. Dagegen kann Ihr werter ‚Heiner Müller’ (nie gehört, der Typ sagt mir überhaupt nichts) einpacken.“

Nun, beenden wir das Thema heute – wahrlich eine Grundsatzfrage (!) bei unserer gesamten Hilfsaktion für die kaputtverelendeten Menschen in Griechenland – mit ein paar Schlußüberlegungen von mir am 25. April , an Bettina Beckröge gerichtet, selbstverständlich aber auch indirekt an unseren Kritiker (der dann leider nichts mehr von sich hören ließ). Dabei eine kleine – längst fällige – Nachbemerkung noch zu den vorangegangenen Zitaten wie auch zu den Schlußzitaten: Tippfehler und minimale Formulierungsmacken habe ich in allen Zitatauszügen korrigiert, zwecks besserer Verstehbarkeit. Hier also aus meinem – unfreiwillig „abschließenden“ – Kommentar zu dieser Diskussion:
„Heiner Müller war, neben Peter Hacks, wohl der berühmteste Dramatiker in der DDR (sehen wir von der Frühzeit der DDR ab, als selbstverständlich Bert Brecht diese Stellung einnahm), ein Dramatiker, der mit seinen Theaterstücken durchaus auch in Westdeutschland vielfach aufgeführt worden ist und immer noch aufgeführt wird. Er verstand sich als Marxist, war dieses sicherlich auch, in gewisser Hinsicht, hatte also die Theorie drauf, stellte die – auch von X zu Recht angemahnte – ‚Systemfrage’ wieder und wieder, aber, wie ich darzulegen versuchte, er tat dies leider um den Preis, daß seine eigene Menschenorientierung, seine eigene ‚Mitmenschlichkeit’, wie ich es nannte, offenkundig auf der Strecke blieb, zumindest hin und wieder. Zum Erschrecken vieler Menschen (für das, so vermute ich, Heiner Müller selber wohl aber kein Sensorium gehabt haben dürfte).
Ich halte diese Abspaltung des Mitmenschlichen aus dem in der marxistischen Theorie durchaus angelegten und vielfach bezeugten humanen Denkens für verheerend – erstmal für den Marxismus selber, aber auch für uns alle, die wir mehr oder minder alltäglich heimgesucht werden von den Unmenschlichkeiten des Kapitalismus. Also:
Unsere Hilfsaktion für die verelendeten Griechinnen und Griechen abzutun als bloße ‚Caritas’, wäre meiner Meinung völlig falsch. Es muß beides geschehen, und wir versuchen dieses ja seit dem Juli des letzten Jahres: Hilfe, die bitter, bitter notwendig ist, zu verbinden mit politischer Analyse, Kritik und – selbstverständlich – auch Aktion.
Und mich schreckt der Gedanke dabei überhaupt nicht, daß Aktionen, wie Du sie, liebe Bettina, beispielsweise seit einiger Zeit unternimmst, indem Du Minister anschreibst oder auch ganze Bundestagsfraktionen, als ‚klein’ zu bezeichnen sind angesichts der Größe der Probleme, vor denen wir stehen. Nähmen wir diese ‚Größe’ als Maßstab, brächten wir ja gar nicht erst anzufangen. Und wer sagt denn, daß diese Vielzahl auch ‚kleiner’ Aktionen am Ende nicht anwachsen werden zu einer ‚großen’ Bewegung und zu einer ‚großen’ Aktion, zu einer Vielzahl auch von großen Aktionen, zu einer Verschiedenartigkeit nicht zuletzt von Aktionen, die in ihrer Addition dann auch die ‚Systemfrage’ anzugehen in der Lage sind? – Ich jedenfalls sehe zu diesem Weg (auch der wechselseitigen Toleranz untereinander!) keine Alternative.
An ihr, dieser Arbeit gegen den Kapitalismus, werden und können also MarxistInnen beteiligt sein genauso wie engagierte ChristInnen (aller Konfessionen), Juden und Muslime, können MenschenrechtlerInnen beteiligt sein und sogar – man höre und staune (weißt schon, worauf ich anspiele!) – mitmenschlich orientierte, spirituell-motivierte Menschen, die gerade hier, auf HdS, ein Zuhause haben und zu Recht auch ihr Zuhause sehen. Wobei – und das gilt doch für uns alle! – niemand von uns vor Irrtümern gefeit ist. Was dann aber durchaus in Freundlichkeit und Freundschaftlichkeit miteinander debattiert werden kann, ohne daß man gleich zu Totschlagvokabeln wie ‚Faschisten’ greifen müßte oder ‚Abweichler’, ‚Spinner’ oder ‚Schleimer’ (…), zu einer Sprache mithin, die nichts, aber auch gar nichts mehr von unserem großen gemeinsamen Bemühen zu erkennen gäbe: auf humane Weise eine humane Welt zu schaffen, die es nur jenseits dieses furchtbaren und übermächtig alles Menschliche auf diesem Erdball zerstörenden Kapitalismus geben kann.“

Aus Zeitgründen – ich bitte um Verständnis – heute nur noch die aktuellen Spender/Spendenzahlen zum Schluß:
In der Vorwoche, Ihr erinnert Euch, mussten wir uns mit einem eher bescheidenen Spendeneingang zufrieden geben: gerademal 320,- Euro – von sieben SpenderInnen – waren im Zeitraum 15. bis 21. April bei uns eingegangen. Das sah in der vergangenen Woche vom 22. April bis gestern, den 28. April, schon wieder anders aus: Zwar überwiesen lediglich vier SpenderInnen Hilfsgelder an uns, doch kam ein Betrag von 587,50 Euro zusammen. Wobei ich – auch an dieser Stelle – einen Punkt aus der oben dokumentierten Debatte noch einmal aufgreifen darf: Nein, es waren nicht nur „Großverdiener“ dabei, die den Reichen hierzulande helfen, „noch reicher zu werden“ (was immer unser Kritiker mit dieser Feststellung gemeint haben mag), sondern auch – ein zigfach weiteres Mal! – Hartz-IV-Betroffene! Gleichwohl gilt unser Dank allen Unterstützern und Unterstützerinnen, aber selbstverständlich (tja, dieses Wort „selbstverständlich“…).

Und damit zu den ganz wichtigen Schlußhinweisen:
Unser Konto, auf das Ihr unter dem Stichwort „GriechInnenhilfe“ spenden könnt:

Inhaber: IHW
IBAN: DE16 2605 0001 0056 0154 49
BIC: NOLADE21GOE

Die Kontaktdaten von Peter Latuska, an den Ihr Euch wenden könnt, wenn Ihr Patenschaften übernehmen wollt oder eine Spendenbescheinigung benötigt (für Spendenbeträge bis 200,- Euro genügt fürs Einreichen beim Finanzamt Kopie oder Original Eurer entsprechenden Kontoauszuges):

Peter Latuska
Theodor Heuss Str. 14
37075 Göttingen
Email: latuskalatuska@web.de

Mit herzlichen Grüßen wie stets
Euer Holdger Platta

Hinterlasse einen Kommentar

Start typing and press Enter to search

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!