Intelligenter Widerstand

 in FEATURED, Politik

Die derzeitige Nervosität der Staatsmacht ist ein gutes Zeichen — wir sollten die Gunst der Stunde nutzen, um uns analog zu vernetzen. Es mag derzeit nicht danach aussehen. Doch Widerstand wirkt. In ganz Deutschland sprießen gerade lokale Gruppierungen aus dem Boden, die sich in kleinen oder größeren Demonstrationen vereinigen: Die Protestwelle ist da (1). Zugleich versuchen der Staat und die Medien, jede Regierungskritik in die Nähe von Radikalisierung und Terrorismus zu rücken. Doch dies ist in gewisser Weise auch ein gutes Zeichen: Wenn der Staat vor unerschrockenen Bürgern Angst bekommt, bahnt sich der demokratische Geist wieder einen Weg. Milosz Matuschek

 

Widerstand wirkt

Natürlich kann man sagen: Was haben die Proteste, Demos, Artikel, Telegram-Gruppen, Videos und so weiter bisher gebracht? Nach außen wenig, denn die Politik geht nach der Methode der „Sperrklinke“ vor. Es geht stets nur in eine Richtung, nie zurück. Der Morast aus Lüge und Täuschung wird immer tiefer, das Tempo zugleich immer schneller. Gut möglich, dass sich der Staat in dieser fiebrigen Hast irgendwann selbst ein Bein stellt. Spätestens, wenn die vielen Geimpften aus dem Impfschutz herausfallen und erkennen, dass sie von Beginn an angelogen wurden, muss es kippen. Auch wenn all das absehbar war: viele Menschen brauchen wohl den harten Aufprall, die bittere Erfahrung und das Exempel am eigenen Leib, um aufzuwachen.

Widerstand wirkt, aber er wirkt erst mal unsichtbar. Mit effektivem Widerstand ist es in etwa so wie mit dem Öffnen eines Marmeladenglases. Erst wenn dieses durch viele Hände gegangen ist, geht der Deckel plötzlich auf.

Der erlösende Knack-Laut ertönt. Danach wirkt es stets logisch, aber davor sah es zwischenzeitlich so aus, als tue sich gar nichts. Der effektivste Widerstand ist also der, der einfach nie nachlässt und immer weitermacht. Widerstand ist eine Sisyphos-Aufgabe als Langstreckendisziplin.

Die Frage nach dem derzeit richtigen Widerstand ist mehr als berechtigt. Politik und Medien sehnen sich eine Eskalation mit Maßnahmengegnern geradezu herbei. In normalen Zeiten würde man jetzt auch an Generalstreiks, Konsum-Boykotte oder ähnliches denken. Doch in der jetzigen Lage? In der jetzigen Lage muss man davon ausgehen, dass die Politik an einem grundlegenden Systemwechsel arbeitet. Sie braucht Verzweiflung, Wut und ein Katastrophenszenario, um in vermeintlicher Reaktion darauf die nächsten Einschränkungen einzuführen. Das Gefühl von Hilf- und Alternativlosigkeit in der Bevölkerung ist dafür der beste Begleiter. Im Februar diesen Jahres schrieb ich:

„Es gehört einiges an Abgebrühtheit und Aufwand dazu, andere glauben zu lassen, man sei als Regierung etwas verplant und vertrottelt, der jetzige Zustand sei also ‚nur‘ Versagen und nicht etwa mutwillige Sabotage. Ich denke letzteres ist näher an der Wahrheit. Aber vermutlich ist dieser Gedanke für viele zu monströs, um ihn an sich ranzulassen.“

Sabotage und mutwillige Zerstörung durch die Politik sind sicher schwerwiegende Anschuldigungen. Doch nehmen Sie mal ein einfaches Beispiel. Der Wetterdienst kündigt eine Sturmflut an und Sie wohnen im Norden. Was macht die Politik? Sie baut jetzt die Deiche ab. Für die Senkung der Deiche gibt es sogar eine Subvention. Versteht das irgendwer? Es macht keinen Sinn, doch es passiert. Bei Überschwemmung kann die Politik übrigens den Notstand ausrufen, um durchregieren zu können. Preisfrage: Welches Interesse hat die Politik, wenn sie vor allem an Machtgewinn interessiert ist, an der Verhinderung einer Überschwemmung?

Das gleiche ist in der Pandemie mit den Intensivbetten passiert. Diese wurden abgebaut, statt aufgebaut, staatlich subventioniert auch noch. Die Gefahr der Überlastung des Gesundheitswesens ist Grundlage des epidemischen Ausnahmezustands. Wenn Notlagen zu Machtgewinn führen und alle Politik stets auf Machtgewinn ausgerichtet ist, wird die Politik Notlage eher schaffen, statt sie zu bekämpfen. Egal ob Mutanten, Blackouts, Cyberattacken oder was auch immer. Der Ausweg aus dieser Situation ist so einfach wie schwierig: weniger bis gar keine Politik. Die Entmachtung des Apparats.

Guter Widerstand ist erst mal gewaltfrei. Es ist nachgewiesen, dass gewaltfreier ziviler Ungehorsam deutlich effektiver ist als gewaltsamer. Letzterer spielt dem Staat in die Hände. Gegen Fröhlichkeit, Humor, Liebe, Musik, also alles, was besonders viel mit Menschsein zu tun hat, sind machtversessene Technokraten relativ machtlos. Es sei denn, sie wollen hässliche Bilder produzieren, damit auch noch dem letzten klar wird, wessen Geistes Kind sie sind.

Guter Widerstand braucht strategisches Denken. Welche Bürger will der Staat gerade am liebsten, um durchregieren zu können? Welchen Zustand wünscht er sich?

Der Staat will:

Spaltung, Trennung, Isolation. Angst, Panik, Hilflosigkeit, Verzweiflung. Bedürftigkeit, Verarmung, Abhängigkeit von Hilfen. Orientierungslosigkeit, Verlust von Maßstäben.

Gehen wir davon aus, dass in der Politik nichts dem Zufall überlassen ist. Alles andere wäre naiv. Machtgewinn, Machterhalt und Machtausbau sind definitiv keine Zufallsprodukte. Widerstand ist deshalb schon alles, was diese Ziele konterkariert.

Was also können Sie tun?

Entziehen Sie sich der Propaganda, soweit es geht. Bauen Sie analoge Wege der Vernetzung und Brücken zu Andersdenkenden. Gerade auch zu Geimpften. Die Minderheit der Skeptiker kann auch leicht zu einer Mehrheit werden.

Bauen Sie die Abhängigkeit vom Staat ab. Intellektuelle Freiheit und finanzielle Freiheit gehen Hand in Hand. Jede Form von Abhängigkeit ist ein Freiheitshemmnis. Wer Staatshilfen kassiert, kann nur schwerlich gegen seine Interessen Widerstand leisten.

Und schließlich: Haben Sie ein wenig Geduld und Vertrauen, die Zeit arbeitet für uns.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag erschien zuerst unter dem Titel „Wie sieht intelligenter Widerstand aus?“ auf dem Blog Freischwebende Intelligenz von Milosz Matuschek.

Quellen und Anmerkungen:

(1) https://multipolar-magazin.de/artikel/die-protestwelle-ist-da

Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.

Dank an den Rubikon, www.rubikon.news, wo dieser Artikel zuerst erschienen ist.

Showing 4 comments
  • Gerold+Flock
    Antworten

    Muß mensch wirklich auf KritikerINNen von LOCKDOWNS
    & „Teil-Lockdowns“ so aufgebracht & fanatisch reagieren?
    Denn es gibt ja immer Gewinner und Verlierter.
    Die Gewinner sind im Falle der LOCKDOWNS eben die
    digitalen Konzerne, Kliniken die Staatsgelder kassieren,
    Konzerne die Staatsgelder kassieren & ein paar vorerkrankte,
    alte Mitmenschen.
    Die Verlierer sind im Falle der Lockdowns die Pleitegeier
    & Mini-Kapitalisten, die Künstler, Einzelhändler, Kulturberiebe,
    die Eventbranche, Gastronomen, das Taxigewerbe und was da noch
    alles von diesen Lockdowns betroffen ist und wäre…und ja die
    Ärmsten in den ärmeren Ländern die wegen den Lockdowns verhungern.
    Somit auch die Beschäftigten in diesen Branchen und das all diese
    Leute nicht so vernünftig und „pseudo-mitmenschlich“ reagieren
    können wie diese fanatischen Untertanen, die im Homeoffice und
    in anderen sicheren Branchen weiter ihr sicheres Einkommen bekommen
    dürfte doch wohl jedem UNTERTAN, der noch fähig ist Nachzudenken einleuchten?
    Warum dann diese FANATIKER und von den „Konzern-Medien“ und den
    Framing- & Propganada-Techniken beeinflussten und doch offensichtlich
    stark manipulierten Untertanen trotzdem so aufgebracht und fanatisch wie
    ein schwachsinniger Mob reagieren?
    Das bei den Demos gegen die staatlichen Maßnahmen und LOCKDOWNS auch
    Nazis, sogenannte Querdenker, Schwurbler, Antisemiten, Verschwörer, Corona-Leugner usw.
    mitmischen wollen ist zwar bedauerlich, aber deswegen alle Demonstranten
    als Covidioten usw. zu diffamieren ist auch nicht gerade intelligent.
    Ich denke diese Spaltung der Gesellschaft ist beabsichtigt.
    Warum viele diesem Ober-Diktator DROSTEN ohne jegliche „Kritische Distanz“
    vertrauen?
    Ja. das sind ja nur FRAGEN, die mensch stellen dürfen sollte, ohne gleich von irgendwelchen FANATIKERn niedergemacht zu werden.
    G.F.

    Ich bin DAGEGEN, daß KINDER auf den Schlachtfeldern der „PHARMA-MAFIA“
    mit fragwürdigen „IMPFSTOFFEN“ als Experimente der Profit-Gier ver-heizt werden!
    Das angebliche „Killer-VIRUS“ massakriert schließlich in den meisten Fällen nur
    vorerkrankte, übergewichtige, meist alte Couch-Potatoes & SäuferINNEN!
    Schützt die Kinder und Jugend vor unseren, korrupten, verlogenen Politiker-
    INNEN! – Macht Eure Kinder nicht zu Opfern, der Pharma-Mafia!
    60 Milliarden-Profit mit giftigen Impfstoffen & Boostern usw. sind mehr als genug.
    Hört nicht auf das FRAMING & die Panikmache des korrupten RKI und diesen smarten korrumpierten „Psycho Drosten“!
    Seid kritisch gegenüber Euren korrupten „Psycho-PolitikerINNen“ die mit ihrer ANGSTMACHE &
    Propaganda und den „MEDIEN DER HERRSCHENDEN KLASSE“ ein ganzes Volk manipuliert haben!
    Wehrt Euch gegen diese Manipulation der Massen!
    Wehrt Euch auch gegen die Hetze und das Mobbing der fanatischen Impf-Fans!
    Es reicht durchaus für die Milliarden-Umsätze der Pharma-Mafia wenn der Rest der Untertanen für
    „Impf-Experimente“ benutzt wird.
    Be Careful.
    G.F.

    • Judith Endler
      Antworten
      Nanu ausgerechnet „Nazis, sogenannte Querdenker, Schwurbler, Antisemiten, Verschwörer, Coronaleugner“  werden NICHT gegendert?! Eine Diskriminirung? Auch helfe man mir weiter, was denn genau ein „Schwurbler “ sei.  Ja, tut mir leid,  entweder oder …
  • Robbi M.
    Antworten
    Eine ehemalige Arbeitskollegin erzählte mir von einem Neujahrsspaziergang, in einer größeren niedersächsischen Stadt, mit ihren Freundinnen.  Da gibt es eine Anhöhe, mit einem Park. Oben angekommen trafen sie eine Gruppe Unmaskierter, die dort Kekse verspeisten und Glühwein tranken, und sie einluden. Es kam zu einem freundlichen Gedanken- und Adressenaustausch. Die Polizei war nicht vor Ort. Handschellen, Festnahmen  oder Beugehaft blieb allen Beteiligten erspart. Es geschehen ungeheuerliche, sträfliche Dinge in diesem Land … . 😉
  • Volker
    Antworten

    Entziehen Sie sich der Propaganda, soweit es geht.

    Allerdings. hr1 kann mich mal, Fernseher hab ich net, und wer mir sonst auf de Sack geht, kann mich auch kreuzweis.

    Man stelle sich vor, Karl & Co. beschallen Deutschland, aber niemand hört es, ja, was wollen die denn machen. Nix. Da ist doch Burnout angesagt, aber richtig, und dann jammern die noch, Du und ich wären Depri-Spreader, weil Oben langsam abkackt. Liebesentzug, niemand mag uns mehr, während Volk nix anderes im Sinn hat, als spazieren zu gehen – aber hallo.
    Klar das geht aufs Gemüt, da braucht Politik Psychodrogen massenweise, Psycho-Massagen und Intensivsofas, bevor Regierung komplett durchdreht.

    Klar, man könnte Reichstag zum Irrenhaus umfunktionieren und auch vernageln, Platz ist doch genug. Nur, Irre benötigen Pflege, sind ja nicht gerade wenige, und dann vermehren sie sich noch.
    Doch, sie treiben es so lange untereinander, bis was heraus kommt, was auch immer, Hauptsache … na ja. Merkel befruchtete Scholz, Spahn den Lauterbach, da geht es inzuchtmäßig zu, wie früher auf dem Dorf.

    Deutschland als trotteliges Dorf zu bezeichnen, weia, das geht gar nicht, sind schließlich keine Kollateralschäden inzüchtiger Bruderliebe. Oder?
    Wer bohrt schon Brunnen in Afghanistan, um Teslas Freiheit in Grünheide zu verteidigen, dazu in Trotteldeutsch,  global auch noch?

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