Jawohl, mit unserer Hilfe sind tatsächlich alle Notleidenden in Griechenland gemeint!

 in Holdger Platta, Über diese Seite

GriechenlandhilfeLogo30. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Der griechische Staat ist knapp bei Kasse – keine wirkliche Neuigkeit. Nun aber ist Abhilfe in Sicht. Nicht etwa bei den Reichen und Superreichen will die „linke“ Syriza-Regierung abkassieren, sondern – jetzt werden Sie staunen! – bei Ihnen den Spenderinnen und Spendern unserer Aktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland“. 25 Prozent Steuer sollen auf Spenden aus dem Ausland erhoben werden. Manchmal kommt es mir vor, als seien Sadisten am Werk, die die Menschen nicht nur ins Elend treiben, sondern sie auch noch von jeder Hilfe abschneiden wollen. Holdger Platta erklärt in seinem dieswöchigen Bericht, wie unsere Hilfsaktion auf diesen unfassbaren Angriff reagieren will und warum Ihre Spenden trotzdem ankommen werden. Und er stellt eines klar: Wir helfen allen Not leidenden Menschen in Griechenland, nicht nur denen, die sich durch Hautfarbe, Religion und Geburt als „echte“ Griechen ausweisen können. Das umfasst selbstverständlich auch Flüchtlinge, die buchstäblich an den Küsten des Mittelmeerstaates gestrandet sind. (Holdger Platta)

Liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser,

noch in Erinnerung? – Im letzten Bericht zu unserer Spendenhilfe für Menschen in Griechenland habe ich Euch mitteilen können, dass wir inzwischen eine erste „Hürde“ nehmen konnten: über 1.000 Einzelspenden waren bis zum Donnerstag letzter Woche bei uns auf unserem Hilfskonto eingegangen. Wer’s nochmal genau wissen will: 1.022 Einzelspenden seit Beginn unserer Aktion vor ziemlich genau einem Jahr.

Nunmehr ist sozusagen auch eine zweite „Schallmauer“ durchbrochen worden. Sehen wir von den – sehr umfangreichen! – Spenden aus unseren eigenen Reihen ab, also von uns OrganisatorInnen (hauptsächlich sind da unsere beiden „Außenteams“ Uschi und Karl-Heinz Apel sowie Evi und Tassos Chatzatoglou zu nennen), so konnten wir nun auch die 100.000,- Euro-Grenze durchbrechen. Konkret:

Lediglich zehn Neuspenden (oder NeuspenderInnen) sorgten während der vergangenen sieben Tage dafür, dass der Gesamtumfang Eurer Spenden bis heute – Donnerstag – Mittag auf 101.362,51 Euro angewachsen ist! Anders ausgedrückt:

Durften wir uns bereits in der Vorwoche über einen Wiederanstieg des wöchentlichen Spendenneuzugangs von 297,- Euro auf 1.546,91 Euro freuen (inklusive „Patenschaften“), so gingen in der letzten Woche 4.718,- Euro an Neuspenden auf unser Hilfskonto ein. Natürlich freuen wir OrganisatorInnen uns riesig darüber, und wir danken Euch allen sehr herzlich dafür! Dieser Zuwachs ist aber auch deshalb von besonderer Bedeutung für unsere Aktion, weil in den nächsten Wochen beide Außenteams – die „Apels“ und die „Chatzatoglou“ – wieder zu ihren Hilfsreisen nach Griechenland aufbrechen werden, Ende August bzw. Anfang September, und weil damit rund 25.000,- Euro an die Hilfsbedürftigen in Griechenland neuverteilt werden können. Zum größten Teil habe ich über die AdressatInnen der Hilfe bereits ausführlich berichtet (in den nächsten Berichten wird es noch Ergänzungen zu diesen Auskünften geben). Heißt also: erneut fahren unsere HelferInnen nicht mit leeren Händen nach Griechenland, erneut werden wir in den vielen Einzelfällen wirksame, spürbare Hilfe leisten können.

Dabei wird es zwei bis drei Änderungen geben – in Reaktion auf veränderte Hilfsprämissen in Griechenland.

Punkt eins: das Hilfsfahrtprogramm unserer beiden Außenteams Apel und Chatzatoglou wird noch mehr Fahrtzeiten und Fahrtstrecken benötigen als bisher, und zwar deshalb, weil Direktüberweisungen von uns an hilfsbedürftige Institutionen in Griechenland nicht mehr möglich sein werden. In der Gestalt von Sachmitteln werden Krankenhäuser und Arztpraxen, Sozialstationen und Gesundheitszentren, Sozialapotheken und auch eine Schule für Autisten (in der Gemeinde Keratsini/Piräus) ausschließlich auf direkte Weise unsere Hilfsmittel erhalten können. Grund hierfür – man kann ihn nachgerade als „pervers“ betrachten, jedenfalls geht es mir so! -: der griechische Staat ist dazu übergegangen – jawohl: ich spreche von der Regierung der Syriza! -, Spendengelder aus dem Ausland, die bei den genannten Hilfseinrichtungen in Griechenland eintreffen, mit einer Steuer von sage und schreibe 25 Prozent zu belegen. Wer’s konkret haben will: Schickten wir etwa dem Gesundheitszentrum auf der Insel Andros einen Spenden-Scheck – ich wiederhole: einen Spenden-Scheck! – in der Höhe von 400,- Euro zu, so würde die betreffende Hilfseinrichtung 100,- Euro von diesem Betrag an den Staat als Steuer abführen müssen. Lasst mich das heute nicht weiter kommentieren! Ich komme mit Sicherheit in einem meiner weiteren Berichte darauf zurück!

Punkt zwei: unausweichliche Folge dieser Tatsache wird sein – wie bereits erwähnt –, dass einiges an zusätzlichen Reisekosten auf unsere Helferteams zukommen wird. Da aber beide Hilfsgruppen schon jetzt immer mal wieder jenseits der eigenen finanziellen Belastbarkeitsgrenzen Gelder aus eigener Tasche zu unseren Hilfsaktionen zugeschossen haben, werden wir diese – bislang privat getragenen – Kosten nunmehr aus unserem Hilfsfond aufbringen müssen, zu einem Teil jedenfalls. Das wird „unterm Strich“ immer noch sehr viel billiger sein, als der griechischen Regierung 25 Prozent unserer Hilfsgelder in den Rachen zu werfen – ich gestatte es mir einfach einmal, dieses böse Bild zu gebrauchen für eine bösartige Veränderung der Hilfsprämissen für uns. Aber Ihr solltet wissen, dass, anders als bisher, nicht mehr annähernd 100 Prozent der gespendeten Hilfsgelder bei den Hilfsbedürftigen eintreffen können. Der griechischen Regierung sei Dank!

Punkt drei: Unabhängig von diesen Veränderungen bei den Hilfsprämissen für uns (und, vor allem, für die Betroffenen!) ist hingegen die folgende Information zu sehen, und ich hoffe sehr, dass Ihr unseren Schlussfolgerungen daraus zustimmen könnt!

Wie schon mehrfach in früheren Berichten zu unseren Hilfsaktionen mitgeteilt, zeichnet sich Griechenland – präziser: das Verhalten vieler Griechinnen und Griechen sowie vieler griechischer Hilfsinstitutionen! – dadurch aus, dass sie bewunderungswürdige und beispielhafte Hilfsbereitschaft auch den Flüchtlingen gegenüber an den Tag gelegt haben. Da haben, wieder und wieder, Arme auch Armen geholfen, Allerärmste auch Allerärmsten. Ich konkretisiere dies einmal, am Beispiel jener Einrichtungen, die auch von uns unterstützt worden sind und – wie wir meinen – auf jeden Fall weiter unterstützt werden sollen:

• das Krankenhaus in Molai, das außer GriechInnen auch Flüchtlinge, Sinti und Roma behandelt,
• die Sozialstation der Gemeinde Korydallos (Armenküche, soziale Arztpraxis, Apotheke und Rehabilitationszentrum),
• das „Allileggion“, die soziale Apotheke der Gemeinde Piräus, die Medikamente auch Flüchtlingen bei Bedarf zur Verfügung stellt,
• das „Mitropolitikon“, die Sozialstation ELLINIKON am Gelände des ehemaligen Athener Flughafens, die unter anderem auch Flüchtlinge betreut,
• die Schule für Autisten der Gemeinde Keratsini (Piräus),
• das Gesundheitszentrum der Insel Andros,
• die Arztpraxis in Kyparissi, Peloponnes

Für uns, die OrganisatorInnen, versteht sich von selbst, dass alle betreuenden Institutionen auch weiterhin Hilfsmittel von uns erhalten werden. Wir empfänden es nachgerade als absurd, sie durch Spendenentzug zu bestrafen für deren selbstloses Engagement auch für die Geflüchteten in ihrem Land! Im Gegenteil: soweit es in unserer Macht steht, werden wir uns auf Konkurrenzspielchen (nach Logik und Psychologie einer PEGIDA oder AfD in unserem Lande!) nicht einlassen, nämlich, zwischen Notleidenden griechischer Herkunft und geflüchteten Notleidenden, die – buchstäblich! – in Griechenland gestrandet sind, zu unterscheiden. Wir würden damit ja zurückfallen hinter ein Solidaritätsbewusstsein, das, wie mitgeteilt, für viele Griechinnen und Griechen sowie für viele griechische Betreuungsinstitutionen typisch ist, und gleichsam von außen her den Menschen in Griechenland hierarchisierende – wir meinen: inhumane! – Deklassierungen bestimmter Bedürftigtengruppen in Griechenland aufzwingen wollen. Wie gesagt: wir alle hoffen sehr, dass Ihr dieses genauso seht wie wir. Und wir selber haben jetzt erst entdeckt, wie klug und bedachtsam die Erfinder unseres Slogans „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ gewesen sind – „Menschen in Griechenland“, heißt es da, nicht nur: „griechischen Menschen in Griechenland“!

Dieser Umstand, diese humane Doppelqualität unserer Hilfsaktion, ist es auch gewesen, die Konstantin Wecker, seit einiger Zeit in der Flüchtlingshilfe engagiert, veranlasst hat, den Erlös aus seinem Buch „Dann denkt mit dem Herzen. Ein Aufschrei in der Debatte um Flüchtlinge“ unserer Hilfsaktion zur Verfügung zu stellen. Danke, lieber Konstantin Wecker! Und allen HdS-LeserInnen gesagt, die gegebenenfalls dieses Buch von Konstantin Wecker noch nicht kennen sollten: wenn irgendwie finanziell möglich – teuer ist dieser Band mit seinem Preis von 10,- Euro wahrlich nicht! –, bitte anschaffen! Selbst auf diesem Wege helft Ihr unserer Aktion. Und, was wichtiger ist, unterschiedslos allen notleidenden und bedürftigen Menschen in Griechenland, allen Menschen, die dort bedroht sind von Elend und Hunger – oder sogar bedroht waren von Lebensgefahr und Tod.

Womit ich wieder einmal bei den Schlusshinweisen bin. Also:

Wer uns bei unserer Hilfe für Menschen in Griechenland unterstützen will, den bitten wir um unterstützende Spende, unter dem Stichwort „GriechInnenhilfe“, auf das folgende Konto:
Inhaber: IHW
IBAN: DE16 2605 0001 0056 0154 49
BIC: NOLADE21GOE
Und hier nochmal die Kontaktdaten von Peter Latuska, an den Ihr Euch wenden könnt, wenn Ihr Patenschaften übernehmen wollt oder eine Spendenbescheinigung benötigt (für Spendenbeträge bis 200,- Euro genügt fürs Einreichen beim Finanzamt Kopie oder Original Eurer entsprechenden Kontoauszuges):
Peter Latuska
Theodor Heuss Str. 14
37075 Göttingen
Email: latuskalatuska@web.de
Es grüßt Euch mit Dank und herzlichen Grüßen
Euer Holdger Platta

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