Leider: verstärkte Solidarität erforderlich

 in DER BESONDERE HINWEIS

Ein neuer Spendenaufruf für HdS. Ausgerechnet in diesen Zeiten ein neuer Spendenaufruf an Euch? – Nun, liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser: wegen dieser Zeiten ist leider ein neuer Spendenaufruf erforderlich. Wir alle vom Website-Team wissen, was wir Euch zumuten damit. Keinem von uns fiel diese Entscheidung leicht. Aber wenn die Zeiten schwer sind, können auch die Entscheidungen nicht immer leicht sein. Unser Appell also: lest diesen Appell! Holdger Platta

  

Liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser,

gestattet mir heute am Anfang dieses Briefes eine persönliche Bemerkung vorweg:

Auch wir HdS-MitarbeiterInnen sind nicht davor geschützt, manchmal eine kleine Auszeit nehmen zu müssen. Einmal, weil so vieles andere vorher zu erledigen war (das kann bis in die Absicherung der eigenen weiteren Existenzmöglichkeiten gehen. Jeder Hartz-Vierer unter Euch oder Armutsrentner weiß das). Dann aber auch, weil „einfach mal so“ die Kräfte etwas erlahmt sind. Dahinter steckt nichts Dramatisches – Krankheit schon gar nicht. Da taucht schlicht Erholungsbedürfnis auf, das auf seine Rechte pocht. Und eine Mixtur aus beiden – aus objektiven wie subjektiven – Hinderungsgründen  war auch bei mir während der letzten Zeit im wachsenden Maße gegeben. Ich kann also nur um Nachsicht und Verständnis bitten, mit großer Herzlichkeit!

Worum soll es im heutigen Aufruf gehen?

Nun, Ihr ahnt es sicherlich schon, die von mir gewählte Überschrift zu diesem Brief weist darauf hin: HdS benötigt – mal wieder – etwas mehr Spendeneingang (nein, ich will ehrlich sein: deutlich mehr Spendeneingang), um die eigene Arbeit fortsetzen zu können. Doch bevor ich das etwas umfangreicher erläutere, die folgenden Sätze vorweg:

Uns allen ist bewusst – und uns HdS-Aktiven selbstverständlich auch –: wir leben nicht gerade in guten Zeiten, auch finanziell, in materieller Hinsicht nicht. Hier ist nicht der Platz, die Verfehltheiten einer bundesdeutschen Politik darzustellen, die immer mehr Menschen in immer gefährdetere Lebensverhältnisse treibt. Dramatisch angestiegene Inflationsraten, dramatisch  angestiegene Preise für Lebensmittel, dramatisch angestiegene Preise für Energiekosten jedweder Art – also nicht nur bei der Strom- und Gasversorgung! –, und nicht zuletzt: dramatisches Versagen der Politik ganz oben bei der Aufgabe, erst mal vorrangig und in wachsendem Maße den Menschen ganz unten zu helfen – das sind alles nur einige Stichworte zu diesem Sachverhalt.

Ich spreche also nicht nur „in eigener Sache“, wenn ich feststellen muss: Der geplante Anstieg des Regelsatzes um gerade mal 50,- Euro ab 1. Januar 2023 – neumodisch-irreführend „Bürgergeld“ genannt – stellt eine Verhöhnung der betroffenen Menschen dar und steht in einem zynischen Verhältnis zu der Tatsache, dass Villenbesitzer mit Swimmingpool bis zum Zehnfachen an Hilfsgeldern bekommen werden, die eigentlich nur an die Ärmsten der Armen sowie die Verarmenden ausgezahlt werden sollten! Die erbärmliche Flickschusterei – unter anderem mit dem infantilen Ausdruck „Doppelwumms“ belegt – verdient kein besseres Urteil.

Man fragt sich wirklich, was in den Köpfen der „führenden“ PolitikerInnen vor sich geht – egal, ob sie der SPD angehören oder den Grünen und der FDP, egal, ob diese Herrschaften sich christlich nennen oder christlich-sozial: Die Infantilität ihrer Begriff entspricht der Infantilität ihrer Politik! Und man fragt sich gleichzeitig, in wessen Namen und für wen in diesem Land noch Politik gemacht wird, Politik von einer sogenannten „Fortschrittskoalition“, die sich fortan eher „Rückschrittskoalition“ nennen sollte. Das kann ich an dieser Stelle alles nicht vertiefen, lediglich dazu feststellen: Diese Verarmung, diese Verarmungspolitik trifft vor allem die Eh-schon-Armen in diesem Land und damit sehr viele auch unter Euch, sie trifft nicht gerade wenige auch in unserer Leserschaft!

Uns ist das sehr präzise bewusst! Aber: es belastet so ganz allmählich und immer stärker auch uns, es belastet auch www.hinter-den-schlagzeilen.de. Nicht nur, dass wir selber mit diesen Problemen zu kämpfen haben, ganz persönlich, meine ich hier. Nein, es steht schlimmer um uns: Auch HdS – das Weiterarbeitenkönnen für dieses Projekt – steht in der Gefahr, in seiner Weiterexistenz gefährdet zu sein.

Keine Angst, jedenfalls jetzt noch nicht: Ich rede nicht von einem Aus, das unmittelbar bevorstehen würde. Aber die Tendenz ist leider klar und eindeutig genug, und diese Tendenz darf auch keinesfalls geleugnet werden: Seit längerem ist ein Rückgang bei der Spendenunterstützung für HdS zu verzeichnen, der so nicht weitergehen darf. Deshalb also heute meine Bitte an Euch:

Wer immer dazu in der Lage ist, wem immer am Fortbestehen unserer Website liegt, möge die materiellen Grundvoraussetzungen für HdS nicht aus den Augen verlieren. Auch unsere Website funktioniert nicht voraussetzungslos, auch „Hinter den Schlagzeilen“ ist auf einen Stopp des Rückgangs bei den Spendenzuflüssen aufs dringendste angewiesen!

Ich denke, eines muss ich heute nicht tun: noch einmal darlegen, wofür unsere Website steht, mit ihrem gesamten Programm. Wenn das unsere tägliche Arbeit nicht zeigt, könnte ich das an dieser Stelle auch nicht suggestiv herbeiformulieren wollen! Unsere Sache war und ist Vertretung der Menschenrechte in allen Bereichen, deren Realisierung für eine freie, friedliche und freundliche Welt unverzichtbar ist. Und es bleibt für uns dabei, dass im guten Streit für dieses gute Ziel wechselseitige Toleranz ein Hauptgebot ist. Um wirkliche Solidarität leben zu können, müssen zuallererst wir selber Solidarität zu leben verstehen.

Nun gut, nicht immer gelingt das – auch uns HdS-MitarbeiterInnen nicht. Auch wir Website-Macher insgesamt haben ganz bestimmt nicht immer alles richtig gemacht. Aber bleibt versichert, dass noch jede und jeder von uns bemüht ist und bemüht bleibt, nicht anderen Mitmenschlichkeit abzuverlangen, um deren Verwirklichung er (oder sie) nicht auch im eigenen Verhalten ringt. Natürlich ist es ein Leichtes, an „Außenfronten“ einzufordern, was uns wichtig ist, von anderen zu fordern, was unerlässlich für gelebte Solidarität und Mitmenschlichkeit ist. Doch ebenso vonnöten ist, erst einmal selber das vorzuleben, was andere dann bitteschön nachleben sollen. Ein Beispiel? – Ein Beispiel! Ein Beispiel, das leider immer noch aktuell ist:

Als wir uns dafür entschieden, im Namen der Grundrechtewahrung in diesem Land viele, zum Teil überaus demokratiegefährende und demokratiesuspendierende Maßnahmen der Politik beim Kampf gegen Corona zu kritisieren, erlebten die meisten von uns HdS-Aktiven das blaue Wunder – gelinde gesagt. Ich selber, nur als Beispiel genannt, bekam daraufhin von Freunden, von Arbeitspartnern, von langjährigen guten Bekannten zu hören, dass Kritiker wie wir allesamt „Wichtigtuer“ seien, „einfach blöde“ oder „dumm“ und „uninformiert“, ja, mehr noch, dass wir Kritiker damit bereit seien – so der persönlicher Vorwurf eines damaligen Noch-Freundes an mich, und ich zitiere jetzt wörtlich! – „Schulter an Schulter mit Faschisten zu marschieren“.

Darf ich Euch mitteilen, wie ich darauf reagiert habe (und ich darf ergänzen: so manche aus unserem Team reagierten ähnlich darauf)? Ich bot allen diesen Kritikern an, ihre Position bei uns auf HdS auch öffentlich Euch LeserInnen zur Kenntnis zu bringen. Lediglich eine Bitte äußerte ich: Verzichtet auf Unterstellungen und Beleidigungen, liebe KritikerInnen, tut das sachlich, macht uns mit Euren Gegenfakten und Argumenten bekannt. Und ich ergänze hier: Es waren unter diesen KritikerInnen auch hochkompetente, auch hochintelligente Leute, Mitmenschen, die durchaus auch ihrerseits zu schreiben verstehen. Das Ergebnis kennt Ihr alle, wenn Ihr seit längerem LeserInnen von HdS seid! Niemand griff dieses Angebot auf, die meisten blieben sogar jede Antwort schuldig darauf. Mein eigener Versuch, wieder Fairness einkehren zu lassen bei dieser Debatte, war völlig gescheitert. Genau das habe ich gemeint, als ich vorhin schrieb: Man muss erst einmal selber in der Lage und bereit sein, Solidarität und Mitmenschlichkeit vorleben zu wollen und vorleben zu können. Zumindest das kann ich heute feststellen: ich – und mit mir viele andere MitstreiterInnen auch – habe das versucht. Es ist vergeblich gewesen. Gleichviel, mein Fazit dazu – es ist ein doppeltes:

Wer Kritik an den Verhältnissen von uns erwartet – egal jetzt, in welchem Bereich –, der wird sie auch in Zukunft bei uns lesen können. Wer Kritik von uns erwartet an furchtbaren Geschehnissen und Entwicklungsprozessen in der Gegenwart, der wird auch zukünftig auf uns zählen können. Aber gleichzeitig bleibt weiterhin für uns gültig: Immer wieder wird es diese Kritik geben auch im Blick auf uns selbst. Für uns ist Gerechtigkeit niemals identisch mit Selbstgerechtigkeit. Das gilt sogar dann – siehe oben! –, wenn auch wir den eigenen Maßstäben nicht immer ganz genügen dürften.

HdS ist und bleibt für uns ein Projekt der Solidarität – ein Projekt der Solidarität in Sachen Menschenrechte und Mitmenschlichkeit. Das gilt nach außen hin, das gilt auch für die Beurteilung des eigenen – fehlenden oder vorhandenen – Anstands. Für dieses Projekt einer umfassenden Solidarität, das auch uns HdS-Macher selber in die Pflicht nimmt, bitte ich Euch heute erneut um Eure Solidarität! Und von so manchem und von so mancher unter Euch weiß ich ja, dass er oder sie schon zigmal dieses Bemühen auch unter Beweis gestellt hat!

In diesem Sinne: Widerstehen wir in guter Gemeinsamkeit den Zeiten jetzt, die in vielfacher Hinsicht alles andere als gut sind! Lasst HdS auch weiterhin ein Medium in der Medienwelt sein, das für radikale Humanität – das heißt: für an die Wurzeln gehende Humanität – in dieser Gesellschaft zu kämpfen versucht.

Mit herzlichen Grüßen

Euer Holdger Platta

 

PS: Eure Spendenzahlungen erbitten wir auch weiterhin auf das extra für HdS von unserem gemeinnützigen Verein „Initiative für eine humane Welt (IHW) e.V.“ eingerichtete Konto bei der Sparkasse Göttingen. Hier die Bankdaten nochmal im Einzelnen:

 

Adressat:        Initiative für eine humane Welt (IHW)

Bank:               Sparkasse Göttingen

IBAN:              DE 09 2605 0001 0056 0608 74

BIC:                  NOLADE21GOE

Zweckangabe:  HDS

 

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