Politik schafft Armenhaus

 In Politik (Inland)

Soziale Schieflage in Deutschland auf Rekordniveau. Paritätischer Wohlfahrtsverband wirft Bundesregierung Ignoranz vor. (Quelle: Junge Welt)
https://www.jungewelt.de/artikel/345414.armutsbericht-2018-politik-schafft-armenhaus.html

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    Volker
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    Vorsicht! Harter Stoff.

    Paritätischer Wohlfahrtsverband wirft Bundesregierung Ignoranz vor.

    Sehr sanft ausgedrückt. Es fehlen Kaffee und Kuchen noch, Köpfestreicheln, mit herzlicher Bitte auf Besinnung – von wegen Ignoranz ++schlapplacht++

    Rund vierzehn Millionen Verarmte sind wohl kaum mit Ignoranz zu erklären, nein, Armut wurde knallhart geplant und durchgezogen, Opfer als Täter angeklagt und sich selbst überlassen.

    Seh zu wie du klarkommst, heul nicht ‚rum, freue dich auf’s nächste Jahr, dann hast acht Euro mehr in Armutstasche, inkl. Armutsbericht dazu.

    Klar. Wohlfahrtsverband wirft Bundesregierung ein Stöckchen zu: fang’s auf und spiele damit, aber nicht ignorieren … bitte, bitte … sonst geht Armut vor die Hunde, bellt bei Tafeln schon nach Hundefutterdosen. (etwas weniger Sarkasmus tut’s auch, gell Volker).

    Nein, bin nicht undankbar. Undank kann ich mir nicht leisten, weil zu teuer sowie warenkörblich nicht vorgesehen. Besser wäre ein herzliches danke-ach-wie-schön, mit dem Versprechen ++schwört++, Hundfutterdosen gewissenhaft zu entsorgen… ++glucks++… Abfallentsorgung halt, dafür gibt’s acht Euro mehr pro Existenz.

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    eulenfeder
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    richtig Volker !

    Das ist eiskalte Methode, generalstabsmässig geplant und durchgezogen –

    von wem ? –

    von einer Handvoll Politikverbrechern, die nur eben das im Sinn haben –

    vorgespielt wird eine Schmierenkomödie sondersgleichen, um verbrecherische Politik weiterführen zu können, als ‚gewählte Volksvertreter ‚.

    Inzwischen – wenn mir Einer erzählen will, dass wir in einer Demokratie leben würden, einer freiheitlichen mit sozialer Grundordung noch dazu u.s.w. –

    rase ich schleunigst zum nächsten ‚liquer-shop‘ kaufe mir einen Schädelspalter, weil ohne ein derartiger Unsinn nicht mehr zu ertragen ist.

    Ich wette – auch unter den inzwischen 14 Millionen Verarmten glaubt die Hälfte auch noch an diesen Schwachsinn. Und gibt es leichteres zu durchschauen als dies ?

    Sogar akademisch Gebildete reden von: ‚lasst uns unsere Demokratie erhalten ‚ u.s.w… – wo wir doch gar keine haben ! –

    ‚lasst uns unsere Freiheit bewahren‘ – wo wir doch keine haben ! –

    ‚lasst uns unser Sozialwesen erhalten‘ – wo wir doch keins haben ! –

    ‚lasst uns ….. ‚ – wo wir nix dergleichen haben.

    Ein ganzes Volk in geistiger Umnachtung – so kommt mir das vor.

    Was wir aber tatsächlich haben, ist gesellschaftliches Engagement im ‚Kleinen‘, wo man sich nicht auf Politik verlässt – und tatsächliche Hilfe leistet.

    Aber das reicht anscheinend nicht zu der Erkenntnis, dass eben ohne Politik demokratisch, sozial, freiheitlich, fair und gerecht  miteinander umgegangen werden kann – eigentlich nur so.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

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    eulenfeder
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    …also fassen wir das Unfassbare mal zusammen:

    13.7 Millionen Verarmte –

    1.2 Millionen Obdachlose, davon 32.000 Kinder –

    und diese Schreckenszahlen steigen weiter.

    Aber das ist nicht wirklich ein Thema im Bundestag, ein Thema um das man sich aber vorrangig kümmern MUSS, in einem Rechtsstaat mit einer Verfassung die solche drastischen Mißstände verbietet.

    Und da haben diese Arschlochminister noch die Frechheit und Schamlosigkeit und Charakterlosigkeit noch mehr Geld für ihre Verschwendungsresorts zu verlangen !

    Und sollte es mal einen geben, der genau das mit vollem Recht und wahrheitsgemäß in dieser gebotenen Deutlichkeit ausspricht – wird er vom Oberkriminellen zurückgepfiffen – das Micro abgeschaltet, zur ‚Ordnung‘ aufgerufen.

    ‚how many more years‘ will man nicht begreifen, dass man es mit einem Syndikat zu tun hat und nicht mit einem rechtsstaatlichen Parlament, das der Verfassung verpflichtet wäre. Eine Zusammenrottung meineidiger Volksverräter, die sich in ihren Positionen schamlos bereichern während die Bürger, für deren Wohl sie verantwortlich wären, weiter verarmen und entrechtet werden.

    Und die Kassen sind voll ! – das Geld ist also da ! – es wird also nix Unmögliches verlangt.

    Überfällig ist also längst eine Revolte, ein Bürgeraufstand, um das wiederherzustellen, was es schon sehr lange nicht mehr gibt:

    Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Sozialwesen, Freiheit –

    und die Revolte muss sich lediglich auf die Verfassung berufen, mehr nicht !

    Aufstehen ! und unnachgiebig die Revolution durchführen !

     

     

     

     

     

     

     

     

     

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    Volker
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    (…) Leiharbeit sei »konsequent einzudämmen (…)

    Gibt nur eine einzige Konsequenz: Den Menschenhandel aller Verleihfirmen samt Zulieferbürokratie (Jobcenter) verbieten.

    Am stärksten betroffen sind nach wie vor die Erwerbslosen und Hartz-IV-Aufstocker.

    Dafür sollten sie fürstlich bezahlt werden, immerhin bereinigen sie die Arbeitslosenstatistik, lassen sich prügeln und entmenschlichen.
    Und: was wären Jobcenterlords ohne Klientel schon? Arme Würstchen, die ihre eigenen Armutsanträge bewilligen müssten, gefordert-gefördert unter der Verpflichtung bereinigender Selbstgeißelung – klar, wer nicht sanktioniert, sollte lieber stempeln gehen, eingravierte Fallnummer inklusive, wie damals, nur effizienter.

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    eulenfeder
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    Ich verstehe überhaupt nicht mehr –

    dass man sich nicht vehement und radikal unnachgiebig gegen die wohl größten Ungerechtigkeiten auflehnt:

    Sozialhilfeempfänger bekommen kein Kindegeld

    die Sozialhilfe wird rechtswidrig heruntergerechnet

    Beamte zahlen nicht in die Rentenkasse, obwohl sie die höchsten Renten bekommen

    Schon allein diese nur drei Beispiele von ausgeführtem Unrecht ( die Liste wäre wesentlich länger ), zeigen das verbrecherische Politsystem deutlichst auf.

    Aber auch von jener Seite, wo eben radikaler Widerstand und Anklage zu erwarten sein müsste – kommt nur sehr wenig.

     

     

     

     

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      Volker
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       (…) die Sozialhilfe wird rechtswidrig heruntergerechnet (…)

      @Euli, ist schließlich der selbe Regelsatz wie Hartz IV, gibt ja genügend Tafeln, Kleiderkammern und den Kinderschutzbund.

      Bei der Schweinerei, Kindergeld als Einkommen zu verrechnen, geht mir Messer in der Hosentasche auf; gottseidank symbolisch, bin immerhin ein friedlicher Zeitgenosse.

      Armut sollte keine Kinder zeugen, quasie Armutsgene weiter vererben, die ihrerseits wieder unwertes Leben … ach was, wer denkt an sowas schon im 21. Jahrhundert.

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        eulenfeder
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        …und die Lebenserhaltungskosten hat man derart nach oben geschraubt, dass man keine Zeit mehr hat zum Leben – nur noch wie ein Sklave buckeln muss  wer ein ‚lebenswertes‘ Leben gerne hätte.

        …und dann noch dieses durch und durch durchverordnete Regelordnungswerk, dass man keinen freien Atemzug mehr machen kann.

        Das braucht er, der ‚Deutsche‘, der Depp – alles muss geregelt sein…

        Ordnung, Fleiß, Pünktlichkeit, Sauberkeit, und ja nix zu Schulden kommen lassen ! – so funktioniert er, der ‚Deutsche‘, gründlich !

        …zu leben aber versteht er nicht, der ‚Deutsche‘ , der Depp.

         

         

         

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          eulenfeder
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          …ich bin ja Freiweltler, konfektionslos, antiabstinent und non-solvent, regelwidrig-kriminell und unseriös, unordentlich, faul und die Deutschen waren mir schon als Kind sehr fremd –

          – nein, ich habe einfach nicht funktioniert, aber wie wunderbar ist doch das widerspenstige Eigenleben innen drin, ‚can u feel it, German ? ‚.

          Die Anarchie ist die Grenzenlosigkeit schlechthin und unverwüstlich unerschütterlich, mögen die Gegenpole noch so an dir zerren, wunderbar verhaltensgestört nicht einzuordnen – das macht den Deutschen Angst.

          Jaja – wer untypisch ist, der erweckt Mißtrauen bei den typisch Deutschen, der ist verdächtig, passt nicht ins normgeregelte Bild, der ist nicht ‚kultiviert‘.

          Derweil laufen die Antipoden barfüßig im Herzen kultiviert – von Deutscher Gründlichkeit haben die nie was gehört.

          Und so kann ich es wie mein Eigensinn erkennen und mitfühlen, wie es all Jenen geht, die zu uns kommen und kommen müssen, jedoch feindseelig betrachtet und behandelt werden – weil völlig undeutsch…

           

           

           

           

           

           

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    heike
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    Trägheit, Dummheit und ein in sich selbst korruptes System, dass diesen Widerstand verhindert, sind die Ursachen für diese „Untätigkeit“.

    Die meisten meckern zwar über ihr Leben, sind dann damit entweder doch noch ganz zufrieden oder haben keine Kraft mehr, sich aufzulehnen.

    Wer oben ist, möchte das auch bleiben. Da es nicht ganz einfach ist, zur Mitte zu gehören und auch manchen Einsatz gekostet hat, möchte man sein kleines Privileg auch nicht verspielen. Die Spielregeln lernt man schnell. Unterstützung sozial-gerechter Strukturen und die Anerkennung der Menschlichkeit des anderen werden nicht belohnt. Viele wissen noch nicht einmal, was das ist. Geld regiert die Welt und  Anerkennung bekommt letztendlich derjenige, der Geld hat. Ohne Geld ist man ein Versager. Das ist und bleibt so. Und zu Geld kommt man letztendlich immer nur durch Lügen. Das ist auch so. Wer aufhört zu lügen, wird kein Geld mehr haben.

    Die „ganz unten“ haben keine Struktur – die Hirne sind voller Fernseh- und Werbungsmüll – und, wenn überhaupt – werden die meisten wieder den „starken Männern/Frauen“ hinterherlaufen.

    Die Leute lassen sich ihre Lügen nicht vom Leib reißen, weil sie sonst ganz nackt dastehen.

     

    • Avatar
      Imago
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      @ heike: Du (ich hoffe, ich darf Du zu Dir sagen, ohne Dich zu verärgern oder zu verletzen) hast auch meiner Auffassung nach alles richtig beobachtet und in Deinem Kommentar auch richtig beschrieben, doch Dein letzter Satz oben mit dem Du offenbar von Deiner derzeitigen Intention jenen Menschen gegenüber sprichst, gibt mir zu denken. „Den Leuten, die ja eigentlich nackt sind, ihre Lügen vom Leib reißen“, das war lange Zeit auch mein Wunsch und in gewisser Hinsicht ist er das auch heute noch, nur – daß ich dabei inzwischen keinerlei Gewalt mehr anwenden bzw. ihnen dies alles eben nicht mehr „vom Leib reißen“, sondern sie sozusagen mit ihrer ganz und gar natürlichen „Nacktheit“ VERTRAUT MACHEN will. – Warum?

      Ich beobachte bis heute, daß viele Menschen mittlerweile längst voller Zorn auf die heute insgesamt immer wieder so menschenverachtenden gesellschaftlichen Zustände sind und vielfach unbewußt wohl auch auf sich selbst, doch dem nun auch noch den eigenen (durchaus verständlichen) Zorn über soviel Ignoranz und „Verstellungskunst“ hinzuzufügen und ihnen dann demzufolge „ihre Lügen vom Leib reißen zu wollen“, bedeutet meinen Beobachtungen nach vor allem immer wieder, diesen Leuten dann sozusagen „allen Schutz“ zu entreißen und so „das Faß“ für diese Leute dann „vollends zum Überlaufen zu bringen“.

      Ständig mehr oder weniger am Limit zu sein, sich nahezu ständig argwöhnisch wachsam gegenüber Anderen „keine Blöße geben zu dürfen“, bedeutet bereits heute offenbar für sehr viele Menschen ein Leben in nahezu ständiger Anspannung zu führen und da wird dann ein solches, von den meisten Menschen gewiß als mehr oder weniger „gewalttätiger Überfall“ empfundenes Handeln wohl in den meisten Fällen zu äußerster Ablehnung (bis hin zu äußerst aggressiver Kampfbereitschaft) führen!

      Wäre es da nicht weitaus erfolgversprechender und sinnvoller, ganz bewußt auf (noch mehr an eigener) Geduld und Verständnis zu setzen und den Menschen somit stattdessen auf freundlich entgegenkommende Weise immer wieder vor Augen zu führen, daß sie vor der eigenen Nacktheit und Verletzlichkeit keine solche Angst zu haben brauchen? Sollten wir nicht eher darauf bauen, daß die vielen heutzutage so oft verstörten, ja vielfach immer wieder regelrecht traumatisierten Menschen die eigene Nacktheit Schritt für Schritt wieder als ganz und gar natürlich und somit als selbstverständlich empfinden lernen? – Ich gehe diesen Weg der Offenheit, mich selbst ganz bewußt auch verletzlich zu zeigen (und dabei z. B. auch eigene Irrtümer ohne Weiteres zuzugeben und mich auch nicht dafür zu schämen) schon seit einiger Zeit und mache dabei inzwischen – zwar nicht immer, aber doch sehr oft – ausgesprochen gute Erfahrungen!

      Was diese inzwischen nun oft so verklemmt-verkorkste Menschenwelt heute wohl vor allem braucht scheint mir BEDEUTEND MEHR VERTRAUEN (und nicht zuletzt auch SELBSTVERTRAUEN) zu sein und all das läßt sich offenbar nicht mit irgendwelchen Formen von Gewalt herbeiführen, sondern indem man den Menschen genügend Gelegenheit, Raum und Zeit gibt, daß all dies wieder auf natürliche Weise in ihnen wachsen kann.

      Ungeachtet der mittlerweile geradezu unzähligen Schwierigkeiten und Hindernisse die die Menschen bis heute noch dem Lebensfluß gegenüber errichten, vertraue ich noch immer auf das gutartige Potential der Menschen insgesamt. Meinungsverschiedenheiten und Streiten mögen mit zur Veranlagung und zur Bewußtwerdung des Menschen gehören, doch allein zu streiten, den gewiß wesentlich wichtigeren Aufbau und die Pflege des Postiven dabei jedoch immer wieder zu vernachlässigen, scheint mir kein geeigneter Weg zu sein, diese Welt auch wirklich in eine bessere zu verwandeln.

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    heike
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    Das exponentiell wachsende Wirtschaftssystem führt direkt in die ökologische Katastrophe. Die Anzeichen dafür mehren sich. Superreiche planen bereits ihr Abtauchen. Es droht die totale Barbarei. Und mittendrin tischen Ökonomen ein neues Märchen auf: Die Lüge vom grünen Kapitalismus.

    von Susan Bonath

    Diesen Sommer zog eine Dürrewelle über weite Teile des nördlichen Globus. Mancherorts fielen komplette Ernten aus. In vielen südlichen Gebieten stieg das Thermometer zeitweise auf bis zu 50 Grad Celsius oder darüber hinaus. Das Ausmaß des Baumsterbens wird man erst im kommenden Jahr erfassen können. Noch wissen die stärksten imperialistischen Staaten ihre Lebensmittelregale zu füllen. Darum lässt die Naturkatastrophe viele Mitteleuropäer und US-Amerikaner zunächst nur leise erahnen, was im globalen Süden längst Alltag ist und zu Verelendung wachsender Massen, bewaffneten Konflikten, Flucht und Migration führt.

    Mehr zum Thema – Negativpreis auf der Klimakonferenz: Deutschland „Fossil des Tages“

    Es geht um bedrohliche Szenarien: Abwechselnde Dürren und Starkregen vernichten die Ernten. Wüsten breiten sich aus. Es wachsen nicht nur die Sahara in Afrika oder die Wüste Gobi in Asien, sondern auch die Wüste von Tabernas im südspanischen Almeria, dem Gemüsegarten Europas, und die Halbwüste Bardena Reales im Norden des Landes. Ein Fünftel der früheren Ackerflächen in Spanien ist inzwischen verödet. Betroffen von dieser Entwicklung sind auch Portugal, Griechenland wie auch Teile Italiens und Frankreichs.
    Brennender Weinberg in Thousand Oaks am vergangenen Freitag
    Mehr lesen:Waldbrand in Kalifornien: Freisetzung „hoch gefährlicher“ radioaktiver Partikel auf Atomtestgelände

    Endlose Profitmaximierung auf Kosten der Erde

    Der Grund für die Entwicklung ist bekannt: Wegen der Konkurrenz zwischen Kapitaleignern unterliegt die globale kapitalistische Wirtschaftsordnung einem in sich selbst verankerten Wachstumszwang. Bei Strafe seines Untergangs muss jeder Player möglichst viel Mehrwert aus der Arbeitskraft seiner Beschäftigten abschöpfen und immer neu und noch profitabler investieren, um im Konkurrenzkampf zu bestehen.

    Profitmaximierung ist in diesem System der einzige Selbstzweck jeglicher Produktion. Das beschleunigt nicht nur die Monopolbildung exponentiell, sondern zugleich den Verbrauch an natürlichen Ressourcen. Damit einher geht die exponentielle Zerstörung der Umwelt. Das führt zunehmend zu Verteilungskämpfen, die sich in nationalen, religiösen oder ethnischen Konflikten und imperialistischen Kriegen äußern. Menschen müssen ihre Heimat verlassen. Mehr als jeder zehnte Erdbewohner leidet unter extremem Hunger. Derweil wird eine immer gigantischere Menge an Überproduktion vernichtet, um einen Preisabfall zu vermeiden.

    Wissenschaftler warnen, Superreiche rüsten sich für den Crash

    Nun mag mancher hinter jedem der Wissenschaftler, die kürzlich auf der UN-Klimakonferenz – nicht zum ersten mal – vor einem Kollaps des planetaren Ökosystems mit dramatischen Folgen für die ärmere Mehrheit der Weltbevölkerung in den kommenden Jahrzehnten warnten, einen gekauften Agenten vermuten. Man braucht allerdings keine speziellen wissenschaftlichen Kenntnisse, um sich zumindest über eines im Klaren zu sein: Eine zu exponentiellem Wachstum verdammte Wirtschaft mit Profitmaximierung als einzigen Zweck muss auf einem begrenzten Planeten zu selbstmörderischem Raubbau mit dramatischen, irgendwann irreparablen ökologischen Folgen führen – und eines Tages an ihre Grenzen stoßen.

     Mehr zum Thema – 80 Plastiktüten im Bauch – Wal verendet in Thailand

    Das wissen die Reichen sehr wohl. Laut dem Mitgründer des Karriere-Netzwerks LinkedIn, Reid Hoffman, bereitet sich die Hälfte aller IT-Milliardäre im Silicon Valley konkret auf eine Zeit nach dem Ende der Zivilisation vor. Der Spiegel berichtete Anfang 2017 mit Blick auf eine Reportage im US-Magazin New Yorker darüber. Der Journalist Tomas Konicz schrieb in diesem Jahr auf heise.de über einen hoch dotierten Vortrag des Sozialwissenschaftlers und Medientheoretikers Douglas Mark Rushkoff. Darin sollte er Superreichen unter anderem erklären, welche Erdregionen am wenigsten vom Klimawandel tangiert würden oder wie man Nahrungsmittel möglichst lange und sicher vor dem Zugriff Fremder aufbewahren könne. Zu Luxus-Appartments umgebaute Bunker haben Hochkonkjunktur in diesen Kreisen.

    Kapitalismus-Verfechter verklären die Ursache zur Lösung

    Dieser Wahnsinn zeigt: Auch zahlreiche Profiteure bekommen inzwischen Panik. Schlimmer noch: Offensichtlich sind sie selbst unfähig, die monströse, gesichtslose Kapitalmaschine des „allmächtigen Marktes“ anzuhalten. Sie haben keinen Plan für den Ausstieg und kalkulieren den Crash ein.
    Ein Aktivist von Amnesty International hält ein Bild der europäischen Flagge hoch, das aus Trauerkreuzen besteht anstelle der gewöhnlichen goldenen Sterne.
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    Um so abstruser klingt das Märchen, das uns die Vertreter der Vulgärökonomie auftischen wollen. Es ist die Fabel vom „grünen Kapitalismus“. Ein aktuelles Beispiel für diese Irrsinnstheorie lieferte vor einigen Tagen das Kampfblatt der Grünen, die tageszeitung (taz) unter der Überschrift „Nur der Kapitalismus kann die Erde retten – Klimaschutz braucht Kohle“.

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    Als „Zeit der Sünde und der Erlösung“ bezeichnet der taz-Wirtschaftsredakteur Ingo Arzt in diesem Artikel die alljährliche Klimakonferenz. Nüchtern hätten Wissenschaftler vorgerechnet, wie grausam die nahe Zukunft selbst dann aussehen werde, wenn die Staaten der Welt in Sachen Klimaschutz einhalten würden, was sie versprochen haben. Der Planet werde sich im Mittel um 3,2 Grad Celsius aufheizen.

    Die meisten Tier- und Pflanzenarten werden dann ausgerottet sein, Fischernetze leer bleiben, fruchtbare Böden veröden, Gesellschaften zusammenbrechen“, führt er aus.

    Dann schwenkt er plötzlich um in die Welt der Mythen. Es sei alles lösbar, meint er, und zwar mit CO2-Steuern, erneuerbaren Energien, Biolandwirtschaft, Verzicht auf Fleisch und Konsum. Nicht-materielle Daten würden zum „Öl der Zukunft“. Daten etwa darüber, wer wann wieviel Energie verbraucht, um Solarzellen und Windräder möglichst effektiv zu nutzen und teures Speichern weitgehend zu meiden. Mehr noch: Nur dank des permanenten Konkurrenzkampfes der Kapitalisten untereinander sei es möglich, schnell immer modernere Technologie zu erfinden und zu produzieren, behauptet der Journalist und setzt noch eins drauf: Umwelt- und Klimaschutz müsse „das größte Geschäft des 21. Jahrhunderts werden“.

    Mehr zum Thema – RWE räumt Barrikaden im Hambacher Forst

    Dabei räumt Ingo Arzt durchaus ein, dass Kapitalismus als „Idee des ewigen Wachstums“ die Ökokrise selbst produziert habe. Und dass der Kollaps Gesellschaften ins Chaos stürzen werde, die dann – wie man es aktuell bereits in den zerfallenden ehemaligen Kolonien in der Peripherie erleben kann – zum Konflikt statt zur Kooperation neigten. Um anschließend seine Illusion vom „grünen Kapitalismus“ zu begründen: Es gebe nun einmal keinen Resetknopf, um die Kapitalmaschine einfach anzuhalten.

    Systemische Grundwidersprüche

    Um das einmal aufzudröseln: Natürlich gebiert der wankende Spätkapitalismus im digitalen Zeitalter eine ebenso exponentiell wachsende Menge an Daten, wie materielle Güter und Arbeitskraft verkaufende Menschen. Und tatsächlich brachte das System eine ungeheure Innovation durch den Konkurrenzkampf hervor. Nur scheitert die These des Autors gleich an mehreren Widersprüchen.

    Mehr lesen:Neues aus den Unterklassen: Wie der Lohnarbeitsmarkt erodiert und Statistiken manipuliert werden

    Erstens hört der Kapitalismus nicht einfach damit auf, seinen einzigen irrationalen Selbstzweck, die Profitmaximierung, zu verfolgen. Darauf basiert er ja gerade. Dieser Mechanismus unterwirft alles und jeden. Aktuell erleben wir, wie diesem Wahn trotz noch so fortschrittlicher Technologien und eines längst möglichen Verzichts die letzten Ressourcen zum Opfer fallen. Es wird zu Profit gemacht, was irgend geht. Die Braunkohle ist nur ein Beispiel dafür. Kein Kapitalist wird auf Sonne, Wind oder Wasser umsteigen, wenn er mit vorhandenen Mitteln und ohne zusätzliche Kosten das schwarze Gold noch aus der Erde holen und profitabel vermarkten kann. Etwas anderes lässt die Konkurrenz nicht zu.

    Mehr zum Thema – WHO: Mehr als 90 Prozent der Kinder atmen verpestete Luft ein

    Zweitens kann der Kapitalismus aus sich heraus den Zwang zum steten Wirtschaftswachstum gar nicht stoppen. Auch umweltfreundliche Technik muss dabei aus Rohstoffen produziert werden. Der exponentielle Ressourcen-Verbrauch inklusive wachsender Müllmengen ginge also weiter.

    Drittens hat dieser Zwang zum Wachstum noch einen weiteren Grund: Profit kann nur aus menschlicher Arbeitskraft abgeschöpft werden. Maschinen sind selbst Produkte aus Rohstoffen und Arbeit. Sie geben ihren Kaufwert in Produkte ab und machen die Waren billiger. Schafft sich ein Produzent neueste hochmoderne Technik an, erzielt er zwar zunächst höhere Einzelprofite. Sobald allerdings die anderen Unternehmer nachziehen, erfolgt der Preiskampf. Sinken die Preise, muss mehr produziert und mehr abgesetzt werden. Diese Spirale wohnt dem System inne. Ausbeutbar ist einzig die menschliche (Mehr-)Arbeit.

    An der Grenze von Wachstum und Innovation

    Mit seiner eigenen innovativen Kraft hebelt der Kapitalismus somit selbst seine einzige Profitquelle, die Arbeit, aus. Die Folge: Stetes Wachstum kann aufgrund natürlicher Beschränkungen den technologischen Fortschritt nicht kompensieren. Freigesetzte Arbeitskraft erzeugt zugleich sinkende Kaufkraft. Der so verursachte kontinuierliche Fall der Gesamt-Profitrate ist durch wachsende kriminelle Energie in der Wirtschaft nicht aufzuhalten. Auch für Dienstleister, wie Banken, fällt dadurch immer weniger ab. Nicht ohne Grund sinken die Leitzinsen fast aller Zentralbanken seit Jahren. Die EZB hält ihren Kurs seit 2016 auf Null. Sie verringert die Kosten für Geldkapital, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Doch mit schwindenden Anlagemöglichkeiten wird das immer unmöglicher. Die Wachstumsgrenze ist da.

    Die Auswirkungen davon erleben wir bereits: Kapital und Staat schröpfen die arbeitende Bevölkerung immer stärker. Trotzdem jammert die Politik über leere Kassen, schiebt es angeblich faulen Hartz-IV-Beziehern oder Flüchtlingen in die Schuhe. Alle industriellen Zentren schrumpfen aktuell die Sozialausgaben, während eine kleine Kaste immer reicher wird. Margaret Thatcher und ihre neoliberalen Nachfolger lassen grüßen.

    Viertens produziert der Kapitalismus durch das Aushebeln der Profitquelle Arbeitskraft eine wachsende Masse überflüssigen Humankapitals, wie Arbeitskraftverkäufer im wirtschaftlichen Jargon ungeniert genannt werden. Es sind die davon betroffenen vielen Millionen Menschen, die dieser Tage vor Perspektivlosigkeit fliehen, auf der Suche nach Arbeit durch die Europäische Union pilgern oder vor Verzweiflung in seeuntüchtige Boote steigen. Ihre Zahl wird wachsen, Unruhen sind vorprogrammiert. Mehr noch: Durch die schwindende Kaufkraft einer wachsenden Masse wird auch Anlagekapital zunehmend überflüssig. Absatzmärkte schwinden, Innovationen lohnen sich nicht mehr.

    Die Kapitalmaschine lässt Appelle zum Umsteuern verpuffen

    Weil der Kapitalismus so funktioniert, wie er funktioniert, verhallen seit Jahrzehnten alle Appelle und politischen Initiativen zum Umsteuern. Alle Warnungen von Wissenschaftlern und besorgten Klimaforschern verpuffen an der Realität. Nichts fürchten die Kapitalismus-Verfechter so sehr, wie den Tag, an dem die Massen sich dieser Realität bewusst werden.

    So fährt man regelmäßig ein Arsenal an Vulgärökonomen auf, um das Volk zu beruhigen. Mit viel pseudo-intellektuellem Geschwätz rufen sie, in stiller Hoffnung auf weitere Wachstumsschübe, etwa nach weiterer Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Angesichts des Entwicklungsstandes der Produktivkräfte ist das völlig irrational, entspricht aber der Logik des Systems. Derweil baut die Wirtschaft riesige Niedriglohnsektoren auf. Die Politik als deren Gehilfe zwingt freigesetzte Lohnabhängige mittels Hartz-IV-Sanktionen in selbige. Kurzum: Die besitzende Klasse treibt die Ausbeutung von Mensch und Natur mit Gewalt auf die Spitze.
    Wer glaubt, dass die SPD Hartz IV abschaffen will, sollte genau hingucken.
    Mehr lesen:Neues aus den Unterklassen: Das „soziale“ Niedriglohnprogramm der SPD

    Bereits jetzt dürfte klar sein: Selbst das anvisierte Klimaziel, die Erde bis zum Jahr 2040 – also in 22 Jahren – nicht mehr als 1,5 Grad Celsius im Mittel zu erwärmen, ist unter diesen Bedingungen zum Scheitern verurteilt. Dabei würde schon dieses vergleichsweise optimistische Szenario grausame Folgen nach sich ziehen: extreme Dürre, Überschwemmungen, mehr Hungerkatastrophen, Fischsterben und vieles mehr.

    Einig sind sich die meisten Wissenschaftler außerdem darin: Klimawandel findet nicht graduell über Jahrhunderte statt. Vielmehr führen langfristige Veränderungen im System, wie die historisch hohe CO2-Konzentration durch die kapitalistische Verbrennungsmaschine, zu sprunghaften Wechseln. Weite Teile des Planeten drohen binnen Dekaden unbewohnbar zu werden.

    Widerstand entlang der globalen Verwertungsketten

    Umweltkatastrophen und ein kippendes Klima scheren sich nicht um nationale Grenzen. Der Kampf gegen die mörderischen Aussichten kann nur noch auf internationaler Ebene ergriffen werden. Widerstand muss entlang der Rohstoff- und Produktionsketten global organisiert werden. Gemeint sind Streiks und Besetzungen wichtiger Konzerne und Rohstofflagerstätten.

    Dazu ist ein radikaler Ausbruch aus dem kapitalistischen Gedankengefängnis unumgänglich. Die imperiale Lebensweise muss letztlich auch ins Bewusstsein der globalen Mittelklasse dringen. Dabei geht es nicht um Verzicht. Der kapitalistische Ressourcenhunger dient ja gerade nicht der Bedürfnisbefriedigung. Das Kapital produziert schon jetzt zunehmend für die Müllhalde. Die geplante Obsoleszenz ist nur ein Beispiel dafür.

    Bewegungen können dem drohenden Ökokollaps nur noch unabhängig von nationalen Grenzen entgegenwirken. Bei allen Kleinzielen: Auf dem Schirm müssen sie die Befreiung vom Zwang zur Kapitalverwertung haben. Das ist kein Linksradikalismus, sondern das vernünftige, gemäßigte Minimum, um den Absturz in die absolute globale Barbarei zu verhindern. Fortschritt ist nur noch jenseits des Kapitals zu realisieren.

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    heike
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    Ich glaube nicht mehr an eine Revolution der Menschen. Ich habe Herzschmerzen. Mein Einsatz war ziemlich hoch. Der Einsatz anderer noch höher. Wenn die letzten Bäume des Hambacher Forstes fallen sollten, dann sterben nicht nur Bäume, sondern auch Menschen. Ganz echt und real. Keine Poesie und kein Gleichnis.
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    heike
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    Ja Imago, Du hast natürlich recht. Im Grunde genommen sehe ich das genauso. Ich bin sicher auch keine, die andere Menschen bloßstellt. Denke ich jedenfalls von mir. Manche Menschen haben einen großen Schritt nach vorn getan – und es schmerzt mich mit ihnen, wenn diejenigen, die sich der Welt in ihrer Einfachheit und Echtheit offenbaren, nicht ernst genommen werden – oder aber, wenn ihre Echtheit alte gesellschaftliche Spielregeln ins Wanken bringen könnte, aus dem Weg geräumt werden.

    (Übrigens total nett, dass hier mal jemand mit mir spricht – ich kam mir schon vor wie im Nirwana.)

     

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