Wer im Warmen sitzt und die Kälte beschließt…

 in Holdger Platta

GriechenlandhilfeLogo54. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland! „Heute möchte ich Euer Augenmerk wieder einmal richten auf das Schicksal der verarmten und verelendeten Menschen selbst. Darauf also, was die Großpolitik der Großen anrichtet bei den sogenannten „kleinen“ Leuten in Griechenland. Wieder einmal wird es ein Blick sein tief hinein in die Inhumanitäten dieser sogenannten „Hilfs“- oder „Rettungs“politik. Und wieder einmal wird sich zeigen, wie dringend erforderlich – neben allem Protest gegen die Euro-Staaten-Politik – auch unsere Hilfe für die betroffenen Menschen ist.“ (Holdger Platta)

Liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser,

den meisten von Euch ist das ja bereits vertraut: mal rücke ich mehr die Hilfsbedürftigkeit der Menschen (und Institutionen) in den Vordergrund, denen wir helfen oder helfen wollen. Das sind dann – oft schreckenerregende! – Bericht „von ganz unten“, wenn Ihr so wollt. Oder ich berichte – wie in den beiden Vorwochen – eher über Politik „ganz oben“ und analysiere, ein Stück weit zumindest, mit welchen Mitteln unser Euro-Europa das drangsalierte Griechenland auch weiterhin kaputtzumachen versucht. So sprach ich vor einer Woche nochmals den sogenannten „Fraport-Deal“ an: Griechenland hat seine lukrativen Flughäfen an Deutschland zu verscherbeln und bleibt selber auf den Verlustbetrieben sitzen. Oder Griechenland soll die gesamte Wasserversorgung seiner Bürger privaten Profiteuren anvertrauen und hat Vervierfachung der Preise in Kauf zu nehmen. Dies war in der vorletzten Woche Gegenstand meines Berichts.

Heute möchte ich Euer Augenmerk wieder einmal richten auf das Schicksal der verarmten und verelendeten Menschen selbst. Darauf also, was die Großpolitik der Großen anrichtet bei den sogenannten „kleinen“ Leuten in Griechenland. Wieder einmal wird es ein Blick sein tief hinein in die Inhumanitäten dieser sogenannten „Hilfs“- oder „Rettungs“politik. Und wieder einmal wird sich zeigen, wie dringend erforderlich – neben allem Protest gegen die Euro-Staaten-Politik – auch unsere Hilfe für die betroffenen Menschen ist. Weshalb ich heute auch mal wieder mit den neuesten Spendenzahlen beginne. Erneut wird sich zeigen, wie dringend unsere Hilfe benötigt wird.

In der Vorwoche hatten 5 Spenderinnen und Spender 520,- Euro auf unser Unterstützungskonto überwiesen – schon dies kein schlechtes Ergebnis, so finde ich, für einen Jahresbeginn, für eine Woche fast unmittelbar nach der karitativ gestimmten Weihnachtszeit! Doch das Ergebnis der letzten sechs Tage übertraf dieses Ergebnis noch: 17 Mitmenschen aus Euren Reihen schickten uns diesesmal 612,50 Euro an Hilfsgeldern zu. Demzufolge – es sieht ganz so aus! – werden wir wohl bei allen nachfolgend geschilderten Notfällen positiv eingreifen können. Vorher aber: Dank allen Unterstützern, Dank auch unseren ‚Außenteamern’, die unverzüglich diese Hilfe realisieren werden! Und damit zu unseren nächsten Projekten:

• Priorität für unser Helferteam Evi und Tassos Chatzatoglou aus Graz hat die Anschaffung eines Defibrillators für den Notarztwagen des Krankenhauses in Nikea (Stadtteil von Athen). Dieses elektrische Gerät – unverzichtbar unter anderem zur Wiederbelebung von Menschen bei Herzstillstand – wird unendlich vielen Menschen zugutekommen. Kostenpunkt: so um die 3.500,- Euro bis 4.000,- Euro herum.
• Des weiteren benötigt Korydallos, so Labrini Manou, Sozialbeauftragte und Vizebürgermeisterin dieser Kommune, für die Versorgung ihrer Bedürftigen mit warmen Mahlzeiten Essensbehälter. Kostenpunkt so etwa 1.200,- Euro.
• Und schließlich sollen – ein weiteres Mal – zahlreiche Menschen auf der Insel Andros bewahrt werden vor einer neuerlichen Stromsperre, die ihnen ohne unsere Hilfe unweigerlich droht und unmittelbar Folge des strengen Winters in Griechenland ist. 1.500,- Euro wird für diese Nothilfe wohl erforderlich sein. Und zu dieser Katastrophensituation zitiere ich – wieder einmal! – aus einer der wichtigen und höchstinformativen Mails von Tassos Chatzatoglou an mich:

„Den Hilferuf von Andros haben wir noch nicht erhören können, Frau Maria Alexaki, die dortige Sozialarbeiterin, hat uns angeschrieben und gebeten, den alten Menschen auf Andros aufgrund des strengen Winters zu helfen. Da Andros keine Insel ist, auf der es jeden Winter schneit, sind die meisten Häuser nicht für einen Winter wie den heurigen ausgestattet. Die Fensterscheiben sind nur einfach, es gibt keine thermische Isolierung, Heizungen sind nicht existent. Deshalb findet man nahezu in jedem Haus auf der Insel fast ausschließlich Elektroheizungen, die die Stromkosten in die Höhe treiben. Noch dazu sind die Heizungs- und Elektrizitätskosten gestiegen. Nur ganz wenige heizen mit Heizöl. Doch spätestens hier beginnt ein Teufelskreis. Die Alten und Arbeitslosen verlassen aufgrund der Kälte kaum ihre nichtisolierten Häuser und heizen, was das Zeug hält, um der Kälte zu entfliehen. An die daraus resultierenden Stromkosten denkt in diesem Augenblick der Verzweiflung natürlich niemand. Und genau da sollte unsere Hilfe einsetzen. Die Kosten für offene Stromrechnungen vieler alter Menschen belaufen sich derzeit auf ca.1.500.- €. Hier gilt es natürlich, die Rechnungen so schnell wie möglich zu begleichen, da den Menschen von der Stromgesellschaft ohne Rücksicht auf deren Schicksal der Strom abgedreht wird.
Die Regierung hat die Besteuerung des Heizöls erhöht. Dadurch ist die Belastung der Haushalte gestiegen.“

Wen übrigens der letzte Hinweis besonders interessiert, die Tatsache nämlich, daß von der griechischen Regierung die Erhöhung der Heizölsteuer beschlossen worden ist, der sei verwiesen auf meinen Zweiteiler hier auf HdS, auf meine Analyse der Euro-Staaten-Politik gegenüber Griechenland, erschienen unter dem Titel „Sollen die Menschen doch krepieren!“
https://hinter-den-schlagzeilen.de/2016/12/29/sollen-die-menschen-doch-krepieren-12/
https://hinter-den-schlagzeilen.de/2016/12/30/sollen-die-menschen-doch-krepieren-22/
Dort habe ich ausführlich dargestellt, wie die griechische Staatsführung in eine schier ausweglose Lage hineinmanövriert worden ist: den Menschen einerseits Löhne, Renten, sonstige Zuwendungen kürzen zu müssen, ihnen andererseits aber mehr Abgaben und Steuerzahlungen als jemals zuvor abverlangen zu sollen. Wie das funktionieren soll, hat mir noch kein Wirtschaftswissenschaftler erklären können! Und was diese systematische Herstellung der Hölle auf Erden noch mit solidarischer, mit sozialer, mit humaner Politik zu tun haben soll, dazu schweigen sich – ‚selbstverständlich’! – die Merkels und Schäubles, die Gabriels und Martin Schulz (!) dieser Welt sowieso aus! Manchmal, ich gebe es zu, fantasiere ich drauflos und würde diesen Edelchargen der Austeritätspolitik am liebsten Zwangsaufenthalt in Griechenland verordnen, Zwangsaufenthalt zum Beispiel in einer der unbeheizten Wohnungen auf Andros, und diese Damen und Herren Politiker müßten dann frieren und hungern wie ihre griechischen Mitmenschen dort, wie die Opfer ihrer zerstörerischen „Rettungs“- und „Hilfs“politik. Ich bin sicher:

Eine derart eiskalte Politik kann man nur beschließen in bestens gewärmten Sitzungssälen. Und es wäre schlagartig ein Ende damit, wenn die Funktionäre der „Troika“ und EU-Kommission selber die Folgen ihrer Politik zu ertragen hätten. Ob ein vor Kälte schlotternder Schäuble noch beschließen würde, daß bei ihm die Heizung ausbleibt? Ob eine Kanzlerin mit rasendem Hunger noch großartig fände, daß es kein Essen gibt? Ob ein SPD-Schulz begeistert wäre, daß es im Falle eines Herzstillstandes bei ihm keinen Defibrillator gibt? – Nein solches, die Kälte und den Hunger und den Herztod, kann man nur anderen wünschen, nicht sich selbst! Und demzufolge verhalten sie sich auch so, diese Christen und Sozialdemokraten und Humanisten! – Wer das christlich findet oder sozialdemokratisch, wer das solidarisch findet oder human, der trete bitte vor aus diesen Reihen der „Wertegemeinschaft“ des christlich-sozialdemokratisch-humanitären Abendlandes und erkläre es mir! Ich bin ganz Ohr. Und mit mir Ihr HdS-Leserinnen und HdS-Leser sicherlich auch!

Damit – wieder einmal – zu den obligaten Schlußhinweisen. Also:

Wer uns bei unserer Hilfe für Menschen in Griechenland unterstützen will, unter dem Stichwort „GriechInnenhilfe“, und wer auch uns Akteure wieder mal mit Organisationsgeldern helfen will (dann bitte unter dem Stichwort „HDS“), der überweise uns bitte Spendengelder auf das folgende Konto:
Inhaber: IHW
IBAN: DE16 2605 0001 0056 0154 49
BIC: NOLADE21GOE
Und hier nochmal die Kontaktdaten von Peter Latuska, an den Ihr Euch wenden könnt, wenn Ihr Patenschaften übernehmen wollt oder eine Spendenbescheinigung benötigt (für Spendenbeträge bis 200,- Euro genügt fürs Einreichen beim Finanzamt Kopie oder Original Eurer entsprechenden Kontoauszuges):
Peter Latuska
Theodor Heuss Str. 14
37075 Göttingen
Email: latuskalatuska@web.de

Holdge Platta

Holdge Platta

Mit herzlichen Grüßen
Euer Holdger Platta

Kommentar schreiben:

Start typing and press Enter to search