Wie konnte es so weit kommen?

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„Protestnoten. Eine künstlerische Bestandsaufnahme in fünf Sätzen“ heißt ein Multimedia-Projekt, das der Musiker und Slam-Poet Jens Fischer Rodrian im Herbst veröffentlichen wird. In der Textsammlung beschreibt Fischer Rodrian seinen ganz persönlichen Weg als Künstler und Aktivist während der Corona-Krise. Auf der „Protestnoten“-CD werden neben seinen eigenen Liedern auch Gastbeiträge von Wolfgang Wodarg, Sabrina Khalil, Lüül, Gunnar Kaiser, Roland Rottenfußer, Alexa Rodrian, Benedikt Schnitzler, Lou Rodrian, Jakob Heymann, Dietrich Brüggemann, Captain Future, Uli Masuth, Rob T. Strass erscheinen, die teils als Musiker und Komponisten, teils als Texter in Erscheinung treten. Jens hat in vielen Fällen die Texte vertont und die Aufnahmen produziert. An dieser Stelle geben wir schon mal einen Vorgeschmack: die Einführung zur geplanten Buchveröffentlichung sowie ein wichtiges Lied zur Corona-Problematik. Jens Fischer Rodrian

 

Endlich! Die Welt zieht am selben Strang. Man hat verstanden, dass es nur gemeinsam geht. Nur so löst man die großen Herausforderungen unserer Zeit. Man zeigt sich solidarisch mit den Schwachen, über jedes Ego hinweg, jeden Zweifel erhaben.

Nein, es geht nicht um Umweltschutz, Artenvielfalt, das Ende der Massentierhaltung, die Beendigung aller Kriege, einen demütigeren Umgang mit unseren endlichen Ressourcen, den Kampf gegen Rassismus und Ausgrenzung jeglicher Art, den Zugang zu sauberem Wasser, das Ende der beschämenden Tatsache, dass alle fünf Sekunden ein Kind an den Folgen von Unterernährung stirbt, die überfällige Gleichstellung der Frau, eine gerechtere Verteilung von Besitz und Reichtum oder gar um den Wert der Freiheit.

Nein, es geht um ein Grippevirus.

Wer da nicht mitmacht, muss irrsinnig sein, ein Unverbesserlicher, ein asozialer Sozialschädling gar. Da wir aufgeklärt sind, wissen wir, dass man die Menschen nicht zu ihrem Glück zwingen kann. Aber man kann ihrem Egoismus Einhalt gebieten, sie ausgrenzen, diffamieren und brandmarken. „Zeigt mit dem Finger auf sie!“ so der Journalist Nikolaus Blome im Spiegel. Wer sich der vermeintlichen Logik des gängigen Gesellschaftsnarrativs entzieht, sich verweigert und sagt „Ich mach da nicht mit!“ kann nicht erwarten, Teil dieser Gemeinschaft, zu sein. Wer uneinsichtig ist, muss sich nicht wundern, wenn man ihm die Tür vor der Nase zuschlägt. Die Party der neuen Normalität ist am Laufen und wir müssen draußen bleiben.

Wer wir sind? Wir sind Kritiker der Maßnahmen.

Wir bilden die bunte Gesellschaft ab, in der wir leben. Weder leugnen wir Corona, noch sind uns alte Menschen egal. Seit März 2020 machen wir auf die ungeheuren Kollateralschäden aufmerksam, die im Vergleich zum Virus, bereits jetzt, weltweit, ein Vielfaches an Opfern eingefordert hat. Wir weisen auf den drohenden Verlust der Freiheit und die Aussetzung des Grundrechtes hin. Wir sind die Protestbewegung, die friedlich versucht, den tonnenschweren Zug, beladen mit der Macht der Pharma, Tech und Finanzelite, aufzuhalten. Wir wollen die EndlosPanikschleife, die uns in die Unmündigkeit treiben wird, beenden.

Viele von uns sind seit März 2020 auf den Beinen, ziehen friedlich durch die Straßen, wollen zur Aufklärung beitragen und zu einem fairen Diskurs einladen. So wie es in einer Demokratie nicht nur üblich, sondern erwünscht sein sollte. Man erinnert sich, wie man jüngst noch begeistert über „Fridays for Future“ oder „Black Lives Matter“ berichtete. Bei uns ist das anders. Wir werden beschimpft, bespuckt und von Polizeigewalt bedroht.

Uns, den Demonstranten auf dem Schweigemarsch in Schöneberg, ohne Fahnen und Parolen, mit einem einzigen Schild, das die Aufschrift trug „Wir müssen reden“ -, wurde entgegengebrüllt: „Wir impfen euch alle, ihr Nazischweine!“ Wagner Musik dröhnte von den Balkonen, unzählige Mittelfinger wurden uns entgegengestreckt. Zusätzlich laufen einige von uns durch die Spießrutengassen der asozialen Medien, wo man den Arsch versohlt bekommt, weil man Dinge anspricht, die vielen auf dem Herzen liegen, aber nicht ins gängige Narrativ passen.

Wie konnte es so weit kommen?

Meine kurze Antwort darauf: Aus Angst vor dem Leben hat man zu leben aufgehört, die Freiheit aufgegeben und durch die Illusion von Sicherheit ersetzt. Die lange Antwort werden wir erst in Jahren erfahren, wenn diese so folgenschwere Krise aufgearbeitet worden ist.

Wir leben in sehr unruhigen Zeiten. Zugegeben, das tun andere schon lange. Seit jeher leiden Menschen unter der Knechtschaft der Privilegierten, unter den Feudalherren ihrer Zeit. Und dennoch: Seit März 2020 hat sich die Welt nachhaltig verändert. Nicht nur, weil es jetzt auch uns betrifft, die saturierten Bürger auf der Nordhalbkugel, sondern weil sich die Welt im Gleichschritt in den Ausnahmezustand hat drängen lassen.

Ein Virus hat die Menschheitsfamilie im Griff. Damit meine ich nicht SARSCoV2. Viele Daten aus peerreviewten Studien bestätigen, dass Covid19 keineswegs bedrohlicher ist als andere Atemwegserkrankungen der letzten Jahre. Für Kinder scheint sie sogar weniger gefährlich zu sein als die bekannte Influenza. Dem stimmt indirekt auch das Bundesministerium für Gesundheit zu. Nur so lässt sich erklären, dass während einer angeblichen „Killerepidemie“ 20 Krankenhäuser geschlossen und mindestens 3000 medizinisch betreute Betten abgebaut wurden. Dazu kommt, dass das Bundesministerium für Gesundheit in seinem Jahresbericht 2020 bestätigt hat, dass lediglich 4 Prozent der Intensivbetten mit Covid19 Patienten belegt waren.

Das wesentlich gefährlichere Virus, von dem ich hier spreche, ist das Virus der Angst. Weltweit sind fast alle Länder davon befallen und mussten sich dem strengen internationalen Druck, u.a. von der mittlerweile zu 80% privat finanzierten WHO und der Impfalianz GAVI beugen. Länder, die skeptisch waren, wie Tansania, Ruanda oder Weißrußland, wurden durch drohende Repressalien, öffentliche Diffamierungen und wahrscheinlich Schlimmeres auf Spur gebracht.

Man hatte nach der Schweinegrippe im Jahr 2009/2010, in der schon einmal versucht wurde, die Impfbereitschaft der Bevölkerung durch Panik zu erhöhen, genug Zeit, sich diesmal besser vorzubereiten. Wie das passieren konnte, beschreibt der Journalist Paul Schreyer in seinem Buch Chronik einer angekündigten Krise“ auf sehr verständliche Art und Weise.

Parallel dazu findet die größte Umverteilung von unten nach oben statt. Die mächtigsten Konzerne (Amazon, Apple, Microsoft, Google, Facebook usw.) und Vermögensverwalter (Blackrock, Vanguard usw.) verbuchen die größten Gewinne seit Bestehen des Finanzmarkts, während wir parallel, sehr wahrscheinlich eine Rekordpleitewelle der mittelständischen Unternehmen erleben werden. Viele haben ihren Job bereits verloren. Einige Künstler haben Ihren Job an den Nagel gehängt, umgesattelt und liefern jetzt u.a. Pizza an die Leute im Homeoffice, die von der Krise, zumindest beruflich, noch nicht so betroffen scheinen. All das haben renommierte Finanzexperten wie Ernst Wolff und Max Otte in Büchern, Vorträgen und unzähligen Interviews erläutert.

Und immer noch sind wir, die Maßnahmenkritiker, in der Schmuddelecke der Gesellschaft, obwohl sich fast alle Befürchtungen bewahrheitet haben:

Quarantäne auf Grundlage völlig unzuverlässiger PCRTests
Besuchsverbot bei alten, kranken Verwandten und Freunden in Pflegeheimen
Ausgangssperren bei einem willkürlich hochgetesteten Inzidenzwert
Abschaffung von Grundrechten wie der Unverletzbarkeit der Wohnung
Masken in Schulen für Kinder, die Erwachsene nicht länger als 70 Minuten tragen dürfen
Spaltung der Gesellschaft, von Leitmedien und Politik befeuert
Hausdurchsuchungen bei Kritikern (darunter Künstler, Richter, Wissenschaftler)
Diffamierungen renommierter Experten
Zerstörung der Lebensgrundlage investigativer Journalisten (Schließungen von Konten)
Zensur auf Internetplattformen
Löschung von Beiträgen und Webseiten (10 Millionen allein bei YouTube und Google)
Manipulierte Lebensläufe von Kritikern auf Wikipedia
Stigmatisierung Andersdenkender, in dem man sie in die rechte Ecke packt
Zweiklassengesellschaft von Geimpften und Nichtgeimpften
Indirekte Impfpflicht (sonst droht Berufsverbot!)
Vernachlässigung des Schutzes des Kindes durch Maskenzwang und drohende Impfpflicht
Impfpflicht für medizinisches Personal in Ländern wie Frankreich, Italien, Griechenland
Vertuschung massive Nebenwirkungen der Impfung
Haftungsausschluss der Pharmaindustrie in Bezug auf Nebenwirkungen der Impfstoffe
Inflationswelle
Massenpleiten
Vernichtung des Mittelstandes.

Bei den Maßnahmen wiederum herrscht vollkommene Willkür. Flüge voll, Konzertsäle leer. Fußballer spielen während der EM vor vollen Stadien, Musiker spielen vor Zuschauern in Strandkörben.

Demonstration, bei denen die Maßnahmen kritisiert wurden, sind reihenweise verboten worden. Der Christopher Street Day, mit 60.000 feiernden Leuten, wurde erlaubt. Man kann nur hoffen, dass die Demokratiebewegung wächst. Spätestens seit die Politik den Schutz des Kindes über Bord geworfen hat und Impfbusse in einigen Bundesländern bereits im Einsatz sind, in denen Kinder gegen den Willen der Eltern geimpft werden können, wenn sie es dann wollen. Dass manche Kinder dem Druck nachgeben, weil man dazu gehören will und nicht als einziger einen Test machen möchte (den man dann auch noch selbst zu bezahlen hat) wenn man mal z. B. gemeinsam ins Kino gehen will, sollte nicht verwunderlich sein.

Die ausführende Kunst und alles was dazu gehört – Veranstalter, Tonund Lichttechniker, alle, die Tourneen planen und durchführen – hat es besonders schwer getroffen. Den KünstlerKollegen, egal welche Auffassung sie vertreten, die noch zögern, ob sie in irgendeiner Art und Weise aktiv werden und dadurch an der Aufrechterhaltung von Freiheit und Demokratie mitwirken sollen, möchte ich ein Zitat in Erinnerung rufen, das fälschlicher Weise Voltaire zugeschrieben wird.

„Ich bin zwar anderer Meinung als Sie, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie Ihre Meinung frei aussprechen dürfen.“ (Evelyn Beatrice Hall: „The Friends of Voltaire“, 1906)

Da genau dieses Selbstverständnis schon seit längerem wackelt und spätesten seit März 2020 endgültig unter dem Scherbenhaufen der Demokratie begraben wurde, zeigt uns, dass wir weit entfernt sind von einer breit aufgestellten Debatte, in der man sich respektvoll begegnet. Fest in unserem demokratischen Verständnis verankerte Werte scheinen sich in Luft aufgelöst zu haben.

Es ist ein langer Ritt. Es fühlt sich an wie eine Doppelschicht in einem rund um die Uhr voll besetzten Lokal, in dem die Ablöse nicht kommt. Nicht zu spät oder ein Tag später – gar nicht. Man würde sich wünschen, abgeben und sagen zu können: kannst Du mal übernehmen? Ähnlich wie eine junge Mutter, die nach einer durchwachten Nacht Ihrem Mann das Kind in die Arme drückt und sagt ich muss mal schlafen“. Bis die Ablöse kommt, werden wir weiter machen, denn die Menschen, die sich engagieren, die man trifft, kennen und schätzen lernt, helfen über den Schmerz hinweg, den all die verlorenen Freundschaften verursacht haben.

Wir alle sind Lebensabschnittsgefährten. Wie sehr das der Fall ist, haben viele von uns seit März 2020 bitter erfahren müssen, nachdem sich unzählige Freunde, Partner aus der Musikindustrie, Verlage, Plattenfirmen und Musikerkollegen abgewendet hatten. Viele von ihnen haben bei unserem Versuch, unsere Argumente auf den Tisch zu legen, den Kontakt eingestellt, begleitet vont den Worten „So wie du denkt keiner in meinem Freundeskreis.“ Das reichte schon als „Gegenargument“, obwohl es ja offensichtlich keines ist, sondern allerhöchstens als Versuch durchgehen kann, seiner Verzweiflung über fehlende Argumente Ausdruck zu verleihen.

Es wird viel Zeit und Geduld brauchen. Wir alle werden jetzt vor die Prüfung gestellt, ob wir wirklich in der Lage sind, uns gegenseitig zu verzeihen. Wenn wir die Endlichkeit unser bescheidenen Existenz als gegeben annehmen und aufhören zu versuchen, den Tod auszutricksen zu wollen; wenn wir nicht mehr bereit sind, die Freiheit für die vermeintliche Sicherheit zu opfern, haben wir eine historische Chance. Wenn uns all das gelingt, könnten wir als Gesellschaft langfristig gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Wenn nicht…

 

Showing 2 comments
  • Freiherr
    Antworten

    Das freut mich sehr !

    Warum ? – weil dieser Jens Fischer Rodrian, wie er sich hier zeigt in Wort und Ton, ein anderer ist als jener der noch vor einiger Zeit eher resigniert klang. ( das Publikum würde die Künstler nicht mehr fordern… ).

    Nein – der engagierte Künstler im unbedingten Wollen des Widerstandes darf nicht auf Zuruf anklagen – er MUSS es immer machen.

    Der Text hier, auch vor dem Musik-Video schon, überzeugt mich,

    wenn nun auch die ebenso deutliche Aussprache kommt, dass all diese Verbrechen von diesen Agenden dahinter gezielt vorangetrieben wurden, dann sind wir gemeinsam auf dem richtigen Weg um diese zu beenden.

    Weg von einer „Nur-Fragwürdigkeit“ dieser hochkriminellen Maßnahmen insgesamt –

    hin zu einer deutlichsten Anklage dieser als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Ross und Reiter deutlichst unmißverständlich benannt.

     

     

     

     

     

     

  • Cetzer
    Antworten
    „Ganz schnell lässt man sich führen“

    Die bösen Onkels Laschet und Scholz sowie Hygiene-Tante Baerbock nehmen euch beim Händchen, damit der Abstieg leichter fällt.

    Der Song ist gut, wenn auch nicht der zündende Ohrwurm, den ich mir erhoffe und gegen den keine Impfung hilft.

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