Afrika-Hilfe, Gleichmacherei und europäische Arroganz

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Die stecken wir in Anzug und Kostüm und schicken sie jeden Morgen ins Büro, dann lernen sie, was Leben heißt.

Die stecken wir in Anzug und Kostüm und schicken sie jeden Morgen ins Büro , dann lernen sie, was Leben heißt.

Gerade in „linken“ Kreisen und Medien ist die einzige Antwort auf das Flüchtlingsthema oft: „Lassen wir so viele wir möglich hereinkommen und helfen wir ihnen!“ Da diese Strategie human wirkt und meist auch ist, werden ihre Schattenseiten zu wenig gesehen: Europa hilft scheinbar gnädig bei Problemen, die es selbst mit verursacht hat. Afrikaner lernen, sich darauf zu verlassen, dass es Europa schon richten wird. Mit der Emigration und der „Integration“ in westliche Wertvorstellungen verliert Afrika schrittweise seine eigene Kultur. Und „Multi-Kulti“ führt zu einer globalen Einheitskultur, die alle farbenfrohen und vielleicht auch sinnvollen Unterschiede verwässert. Steckt nicht auch eine gehörige Portion „nördlicher“ Arroganz dahinter, wenn wir in der Tradition der Kolonialmächte meinen, wir allein wüssten, was für Afrika gut ist? Ein für viele vielleicht provozierender Artikel, der jedoch zum Nachdenken anregt. (Carsten Adler)

Ein Staat wie Deutschland hat die Pflicht, politisch Verfolgte und Kriegsflüchtlinge aufzunehmen, hinter dieser Aussage stehe ich zu 100%!

Doch wie verzerrt ist die Thematik am Ende, wenn man sich auf das Thema Kriegs-„Flüchtlinge“ fokussiert, ohne über die Hintergründe dieses Problems zu sprechen. Solange wir darüber debattieren, Kriegsflüchtlinge aus Ländern aufzunehmen, die Waffenexporte aus Deutschland (oder anderen westlichen Industriestaaten) entgegennehmen, ist es ungefähr so, als würde man mit einem Brandstifter darüber diskutieren, wie viele seiner Nachbarn er in seinem Haus unterbringen sollte, die erst durch seine Brandstiftung obdachlos wurden (anstatt ihn am Feuer legen zu hindern)!

Wie ehrlich und hilfreich ist es denn, nach vorn heraus zu rufen „Refugees Welcome“ aber nicht zu erwähnen (oder vielleicht nicht einmal verstanden haben), dass die eigene Regierung die Umstände angefeuert hat, die diese Flucht nötig machte. Sind wir die Rettung, oder sind wir der Grund der Misere, wäre hier sicher die eigentliche Frage

Zum Thema „Flüchtlinge aus Afrika“: Was soll unsere Botschaft an den Kontinent sein, wenn wir sagen „Wir müssen mehr Flüchtlinge aufnehmen“? „Ja, kommt her, lasst eure Kultur im Stich und macht euch auf den lebensgefährlichen Weg zu uns, wir nehmen euch auf und füttern euch durch“ – anstatt, dass diese Menschen im eigenen Land aus eigener Kraft die Hoffnung für eine positive Entwicklung haben? Die Botschaft wäre, noch mehr Menschenschlepperbanden das lebensgefährliche Geschäft zu ermöglichen und noch mehr Menschen die Illusion zu verkaufen „Afrika ist das Verderben, Europa die Erlösung“.

Wir steuern auf eine Weltbevölkerung von 10 Milliarden zu, allein in Nigeria leben heute schon ca 900 Millionen Menschen, von denen viele in Armut leben. Wie soll die Zukunft aussehen? So, dass die erwarteten bald 2 Milliarden hungernden Menschen der Erde nach Deutschland kommen? Wo ist das Ziel? Wo ist die Lösung des eigentlichen Problems, wenn man das Problem von Hunger und Armut (resultierend aus Überbevölkerung und dem ohnehin schon zu starken Eingreifen des Westens auf den Afrikanischen Kontinent) einfach von Süden nach Norden verlegt?

Wenn wir über die nächsten 25-50 Jahre ca. 10-25 Millionen Afrikaner (denn der Flüchtlingsstrom wird ja nicht kleiner, sondern ganz im Gegenteil: das was wir jetzt erleben ist erst die Ruhe vor dem Sturm) in Deutschland leben haben, die mit der Vision kommen „Die werden´s schon richten, die Europäer“, wem ist dann langfristig geholfen? Außer natürlich der Wirtschaft, die sich über billige Arbeitskräfte freut. Welche Zustände sich aus so einem Zusammenprall der Kulturen, von „Arm und Reich“ ergeben, kann man gut in Südafrika anschauen, wo die Schwarzen zu hunderttausenden in so genannten „Townships“ (Slums) leben und die Weißen sich hinter Stacheldrahtzäunen mit Schussanlagen verbarrikadieren.

Zu sagen „Noch mehr Flüchtlinge aus Afrika“ und noch mehr Menschen, die ihre Verantwortung an eine Zukunft abgeben und sich in die Abhängigkeit Europas begeben, kann wahrlich nicht die Lösung sein. Es verschiebt nur ein Problem, das man am Ende dadurch ausschließlich verschärft.

Wir westlichen Industrienationen nehmen uns so wahnsinnig wichtig, immer zu meinen „wir haben die Lösung! Wir müssen helfen! Wir zeigen Euch schon wie es geht!“ Welcher Rassismus spricht daraus, wenn ich als Deutscher meine: „Ich zeige dem Afrikaner wie Leben geht!

Der Brite Cecil John Rhodes, der einen großen Teil der britischen Kolonien auf afrikanischem Boden gründete, kam mit der Idee:
„Der Schwarze hat von dem Weißen zu lernen! Wir lehren die Schwarzen wie man lebt, wie man arbeitet, und züchtigen sie nach unseren Maßstäben.“ An dieser Einstellung scheint sich sogar bei den „Toleranten“ heute nicht viel geändert zu haben: Sich selbst als Erlöser und Retter für die Probleme Afrikas zu verstehen, das steht dem Europäer anscheinend auch heute noch recht gut. Wir greifen ein, wir geben den Hungernden zu essen, wir bauen ihre Industrie auf, wir nehmen sie bei uns auf, wir erziehen sie nach unseren Werten und Maßstäben bezüglich Bildung, Medizin und sogenanntem „Fortschritt“, um sie überlebensfähig zu machen.

Gut gemeint, aber dieser Ansatz erstickt von vornherein schon in seiner Arroganz, am Anspruch der Erhabenheit über andere Kulturen, die man damit abwertet (und zerstört)!

Natürlich steht es für mich als Deutschen völlig außer Frage, nach welchen medizinischen und hygienischen Standards man leben sollte, welche Grundversorgung, welche Bildung zugängig gemacht werden sollte und welches Minimum an Grundbedürfnissen zu erfüllen sei. Aber was haben meine deutschen Standards und Maßstäbe in Afrika zu suchen? Ist unser Reichtum, sind unsere Werte, unsere Ziele die wirklich erstrebenswerten und erschaffen sie das wahre Glück? Und wenn ja: Gilt das, was wir hier in Deutschland als solche festlegen, gleichermaßen für die Kulturen der gesamten Erde? Es gab schon den ein oder anderen Politiker, der die Vision hatte, die Welt nach unseren Regeln zu erziehen und zu dressieren und der damit zum Glück scheiterte (leider erst nachdem großer Schaden angerichtet wurde). Doch diese Ansicht scheint heute immer noch weit verbreitet zu sein und als „Hilfe“ verstanden zu werden.

Ohne uns war der afrikanische Kontinent viel besser dran und den wenigen Gebieten, die nicht vom Weißen berührt wurden, geht es bestens: Sie versorgen sich selbst, sie leben ihre Religion, ihre Kultur! Diese ist anders als unsere, klar. Die Einheimischen haben andere Formen der Medizin, andere Formen der Bildung und andere Wege der Ernährung, von denen wiederum wir keine Ahnung haben und von denen wir sicher viel lernen könnten. Aber wir Europäer meinen, ihnen unsere Bildung aufdrücken zu können, denn nur diese sei die wertvolle, die eine gesunde Zukunft verspricht.

Nein, wir in Deutschland haben nicht die Lösung für Afrika. Wann immer wir eingreifen, ihnen unsere Werte als erstrebenswert überstülpen, unseren Kontinent als „das Ziel zur Lösung aller Probleme“ anführen, zeigen wir ein weiteres Mal unsere Arroganz, unsere Dummheit und unser Unwissen darüber, wie die Welt wirklich funktioniert. Vielleicht hat sich die Schöpfung ja etwas dabei gedacht, für jeden Kontinent die den Gegebenheiten angepassten Lebensweisen zu entwickeln: für Menschen, die allein ihre eigenen Lösungen finden, wenn man sie lässt!

Durch Migration einfach alle Kulturen zu mischen und zu sagen „Multi Kulti“ sei das Ziel der Menschheit, ist respektlos jeder einzelnen Kultur gegenüber. Denn MULTI-Kulti führt langfristig zu nichts als „MONO-Kulti“, zu einer Mono-Kultur, die am Ende regiert wird von Coca Cola und McDonald’s. Mit jedem Afrikaner, der nach Deutschland kommt, geht ein Stück afrikanische Kultur verloren, die sich verwässert und verliert im „Angleichen“ und im so genannten „Integrieren“. „Sie dürfen ja kommen, aber müssen sich integrieren“ heißt es. Aber was heißt denn „Integration“ in diesem Falle? Aufgabe der eigenen Kultur, anfangs in kleinen Teilen, langfristig aber in der Gesamtheit.

Aus den vielen bunten Facetten der Kulturen der Welt wird irgendwann im besten Falle ein einheitlich regierter grauer Brei der Gleichmacherei (und im schlechtesten Fall ist dieser Brei zusätzlich durchzogen von „Ghettoisierung“ einzelner Gruppierungen) mit einer sich selbst so betitelnden „Leitkultur“. Die sitzt am Ende irgendwo zwischen Brüssel und Washington und reibt sich die Hände …

Wir haben Afrika nichts zu geben, aber wir haben dem Kontinent schon viel zu viel genommen.

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