Alexanders CD-Tipp der Woche: Sarah Lesch – Da draussen

 In Alexander Kinsky, CD-Tipp

Ein paar Lieder wurden auf HdS schon vorgestellt – die 1986 in Thüringen geborene Liedermacherin unterstreicht mit ihrer im August 2017 veröffentlichten dritten CD (Kick the Flame KTF0216LP) ihr außergewöhnliches originelles Talent zwischen im Folk- und Bluesrockstil arrangierten Selbstfindungsliedern und Ausflügen ins leicht Parodistische bzw. in den Versuch, an die Chansontradition bis zu Brecht/Weill anzuknüpfen. (Alexander Kinsky)

Mein persönlicher Höreindruck:

Das Titellied „Da draußen“ definiert sich mit dem Singen zum Überleben in einer Zeit der Angst. „Reise reise Räuberleiter“ schildert einen Auswanderertraum. Mit diesen beiden Liedern hat man sich eingehört, Sarahs Stimme klingt fast kindlich-naiv, dabei sehr sympathisch, für sich einnehmend, und die Arrangements versprechen Abwechslung. „Adieu“ ist ein Rückblick auf die Jugendzeit in Thüringen, als sich musikalisch steigerndes Tanzlied angelegt. „Tete-a-tete” resümiert, dass man nicht vor sich selbst davonlaufen kann, mit Gitarre und Posaune jazzig angehaucht. „Lieblingsbeatle“ hat etwas unkonventionell Freches, nicht einer der vier Pilzköpfe, sondern der Lebenspartner ist der Titelheld des Liedes. „Die Ballade von frei Johnny“ schließt ohne es verbergen zu wollen an die großen Brecht/Weill Balladen an. Die Bluesrockballade „Zeitlose Kamelle“ demaskiert beinhart das teilnahmslose Kleinbürgertum. „September“ schließt (allerdings jazziger) an die „Johnny“ Ballade an, nicht nur hier erinnert Sarah Lesch in ihrer Art zu singen und zu reinem an ihre Kollegin Cynthia Nickschas – selbstbewusste Liedermacherinnen des Jahres 2017 um die 30. „Einmal noch“ schildert die Sehnsucht einer Liebesbekümmerten. Das klavierbegleitete berührende „Schlaflied“ für die Tochter gemahnt musikalisch keck an „My Way“. Der Bluesrock über den Kreislauf der Welt „Das mit dem Mond“ und die fast neun Minuten lange, als Folk-Blues angelegte, ins Fantasyhafte geweitete „Geschichte vom Pferd“ runden die erstaunlich vielschichtige CD ab.

Sarah Leschs Homepage mit allen Infos:

https://www.sarahlesch.de/

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