Alexanders CD-Tipp der Woche: Vivek – Solo

 In Alexander Kinsky, CD-Tipp

Bodenständige bayrische Liedermacherlieder serviert Jürgen Eibl alias Vivek auf seiner im Oktober 2018 im Label Sturm & Klang erschienenen CD, die schlicht „Solo“ betitelt ist. (Alexander Kinsky)

Viveks griffige zwölf Standortbestimmungs- und Lebensratgeberlieder haben etwas erfrischend Erdiges und gehen gut ins Ohr.

„Jetzt ist immer nur jetzt“ singt er im Opener, und da fällt dem Konstantin Wecker Werkkenner dessen Gedicht „Jeder Augenblick ist ewig“ ein. Nutzen wir all diese Augenblicke, nutzen wir das Jetzt!

Gleich der zweite Titel „Sacramento“ geht besonders ins Ohr, es ist ein feiner Country & Western Blues vom Aussteigertraum. „A jeder Mo muss irgendwann nach Sacramento.“ Auch hier bieten sich Assoziationen an, etwa zu Udo Jürgens´ „Ich war noch niemals in New York“. Der Marlboro Man unzähliger Plakate wird da (wieder?) geweckt. Der Schauspieler und Sänger Reiner Schöne ist übrigens einer, der sich diesen Traum verwirklicht hat.

„Mach die Herz auf“, „schein“ mit deinem Licht – wenn Vivek das fordert hat es etwas herzhaft Positives, nichts vordergründig pädagogisch Mahnendes.

Und wenn es dann scheinbar unlösbare Probleme gibt: erstmal einen Kaffee trinken, Ruhe bewahren, „…irgendwia werd des scho geh“. Das erinnert an die weisen Worte eines Buddhisten angesichts extremer Problemsituationen – sinngemäß stell dich kurz neben die Situation, reflektiere und schau was sich machen lässt. So ein Lied kann durchaus Lebenshilfe sein.

„Ich lieb dich so wia du bist“ gibt Vivek privat preis. „Des ganze Leben is a Spui“, also nutzt vieles Ärgern gar nichts. „Heid is morgen vorbei“ wiederum ergänzt die Aussage des ersten Liedes. Und „Hauptsach wos gsogt“ kritisiert das Geschwätz.

Ja und dann begleiten wir den alleinstehenden Sänger mit seiner Gitarre an den Strand und sinnieren mit ihm. Wer kennt das nicht – man redet sich ein es ist eh gut alles, aber es wäre halt schon schön, jetzt jemanden bei sich zu wissen („Lieb ma zam“).

„Ois geht einfach ned“ mahnt, sich nicht zu viel vorzunehmen. (Praktische Alltagserfahrung allerdings: Wie wendet man diesen guten Vorsatz angesichts der Mailflut an?)

Die sympathisch bodenständige CD (den Schreiber dieser Zeilen erinnert vieles an die Bodenständigkeit von STS) rundet sich mit einem Plädoyer für Freundschaft und Mitmenschlichkeit ab („Bruada“).

Viveks Homepage: http://vivekmusic.org/

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