„Alle müssen auf die Straße!”

 In Politik, Umwelt/Natur

Vor ihrer Bootsfahrt besuchte Greta Thunberg den „Hambi“. Im Herbst soll es weltweit die bis dato größten Klimaproteste geben, schreibt die Sprecherin von „Ende Gelände“. (Quelle: Freitag)
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/alle-muessen-auf-die-strasse-201d

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    Volker
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    Das bekannte, allerdings scharf kritisierte Foto von Greta, im Beisein eines vermummten Aktivisten, könnte mehr Wirkung erzeugen, mit der Botschaft: dass, wer sich gegen dieses System stellt auch gefährdet ist, bishin zu einer Verfolgungspolitik des Systems, sprich: Anklage und Verurteilung wegen… etwa wegen Notwehr?

    Die netten, gar fröhlichen Bilder im Artikel täuschen allerdings darüber hinweg, dass Widerstände gegen das herrschende System nicht folgenlos bleiben werden, sogar tödlich sind, siehe Frankreich oder sonstwo.

    Verlasst den Hambacher Forst, reibt euch nicht unnötig auf, RWE sowie korrupte Politik kann es nur recht sein, Widerstand auf ein Stück Symbol-Fläche Hambi zu projizieren, während Bolsonaro & Co. unsere Lebensgrundlagen gerade unwiederruflich vernichten.

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      Bettina
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      Verlasst den Hambacher Forst, reibt euch nicht unnötig auf,  RWE sowie korrupte Politik kann es nur recht sein, Widerstand auf ein Stück Symbol-Fläche Hambi zu projizieren…

      .

      Lieber Volker, diesen Satz kann und will ich nicht unkommentiert stehen lassen. Der Widerstand im Hambacher Wald gegen die Giganten der Wirtschaft, RWE und alle die mit dranhängen (es sind viele Firmen, so auch z.B. die Thyssen AG, Siemens, Actemium, Wasel, Schwerlogistik, Turmdrehkrane, Humin Tec, Exxon Mobile, das Forschungszentrum in Jülich…) ist ein Kampf, David gegen Goliath, und genau dieser Kampf gegen das Machtinstrument der Wirtschaft auf dem  kleinen Waldfleck, dem Restbiotop Hambacher Wald ist ein kraftvolles Symbol für den Kohleausstieg, für den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern. Die Ursachen für die Veränderung des Weltklimas, das uns weltweit große Probleme bereitet, wir stecken mitten drin in der Klimakatastrophe, basiert auf der Jahrunderte lange Ausbeutung unserer Natur, eine davon ist die Verfeuerung von Kohle, als Energieträger, werden am Beispiel des rigorosen Vorgehens der RWE sichtbar. 
      Ich könnte Bände schreiben über Hintergründe und Zusammenhänge, hunderte von Beweisfotos liefern,  doch es fehlt mir dazu an Zeit. Wichtiger ist mir, an diesem Widerstand, Davis gegen Goliath,  weiterhin aktiv mitzuwirken.
      Am Beispiel Hambacher Wald erweist sich die Demokratie und die Wirkungskraft von zivilem Ungehorsam. 
      Eines tages, so zweigt es schon die Geschichte, wird Goliath einknicken. Der Weg dahin ist weit, aber ungemein wichtig.
      Hambi bleibt!

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      Holdger Platta
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      Lieber Volker,

      mir scheint, daß Du mit Deiner Kritik an den Hambacher Widerständlern und dem Vorschlag, sich lieber auf diesen Herrn Bolsonaro zu stürzen, in der Gefahr stehst, einen beliebten Fehler vieler Linker zu wiederholen: ein Entweder-Oder zu konstruieren, wo ein Sowohl-Als auch erforderlich ist. Konkret:

      Man kann das eine tun und muß das andere nicht lassen. Man kann im Hambacher Wald gegen einen mächtigen Energie-Riesen protestieren und gleichzeitig gegen das Verbrennen der Amazonas-Wälder vorgehen. Und wer sagt Dir, daß die Hambacher Widerständler – inklusive Bettina Beckröge – nicht ebenfalls das eine und das andere tun???

      Sagen wir’s mal so: der Kapitalismus (mit dem wir es in Brasilien genauso zu tun haben wie im Hambacher Wald) geht an einer weltweiten Front gegen die Menschenrechtsinteressen der Weltbevölkerung vor. Da ist es gut, daß auch an möglichst allen Abschnitten dieser Vernichtungsfront Widerstand geleistet wird gegen diesen Kapitalismus. In Hambach und in Brasilien, in Griechenland und in Italien, bei Hartz-IV und Hetze gegen Flüchtlinge, bei Ausbeutung der Dritten Welt und Fracking undundund…

      Seien wir also dankbar dafür, daß es die Hambacher gibt und die anderen, dankbar dafür, daß es die Flüchtlingshelfer und die GriechInnenhelfer gibt, daß es die Bettinas gibt und die Volkers auf dieser Welt!

      Solltet Ihr Euch bei dieser Grundauffassung nicht treffen können? Und die Gemeinsamkeit bei diesen Verschiedenheiten ist wichtiger als das, was es an Unterschieden geben mag. Kurz also:

      Wenn wir letzteres in den Mittelpunkt unseres Denkens und Empfindens stellen, den Streit wegen existierender Unterschiede, kann nur ein Kampf aller gegen alle die Folge sein, nicht aber jene Solidarität, ohne die wir den Kampf gegen die Vernichtungstendenzen auf diesem Erdball niemals gewinnen werden!

      Herzlich

      Holdger

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        Volker
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        Und wer sagt Dir, daß die Hambacher Widerständler – inklusive Bettina Beckröge – nicht ebenfalls das eine und das andere tun???

        Drei Fragezeichen angehängt, hört sich an wie Anklage…sorry…

        Lieber Holdger, auch Du hast den Kern meiner Aussage wohl nicht gänzlich begriffen, mir geht es sicherlich nicht um einen Streit irgendwelcher Unterschiede im Widerstand. Kaum zu glauben, dass mein Kommentar als Kritik an den Hambacher Widerständlern –inkl. Bettina (hat sie sich beschwert darüber?) –  missverstanden wurde, sogar als Fehler vieler Linker bezeichnet wird, während Herr Bolsonaro & Co. unsere Zukunft regelrecht abfackeln.

        Ich bin weder links noch sonstwie einzuordnen, folge meinem Verstand und nehme ihn ernst – immerhin.

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    heike
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    In das seit 1978 durch den Abbau von jährlich rund 40 Millionen Tonnen Braunkohle entstandene „Hambacher Loch“, soll ein riesiger  Stromspeicher eingebaut werden, der je nach Ausbaugröße zwischen 270 Gigawattstunden (GWh) elektrischer Energie pro Zyklus (ein Zyklus bedeutet: bei Stromüberschuss wird Wasser aus einem großen Betonbehälter, welcher sich auf dem Grund des gefluteten Lochs befindet, gepumpt; wenn Strom gebraucht wird, lässt man das Wasser von außen wieder in den leergepumpten Körper fließen. In den „Eingangslöchern“ befinden sich Turbinen, die durch das einströmende Wasser Strom erzeugen) – was dem Achtfachen dessen entspricht, was alle klassischen deutschen Pumpspeicherkraftwerke speichern können – und sagenhaften 4000 GWh liegen. Bei 100 Füllzyklen im Jahr ließen sich mehr als 250 Milliarden kWh speichern, was der vierfachen Menge der derzeitigen Stromproduktion aus Hambach entspricht.

    (https://www.faz.net/aktuell/technik-motor/technik/wind-und-solarstrom-bau-einer-wasserbatterie-im-hambacher-loch-16328424.html?utm_source=pocket-newtab)

    Endlich sind auch die Wissenschaftler aus ihrem vermeintlich jahrelangen Tiefschlaf hinsichtlich der Entwicklung umweltfreundlicher Energieerzeugung erwacht.

    Meiner Meinung nach ist das ein guter Weg – kombiniert mit einer tatsächlichen persönlichen Beschränkung des Stromverbrauches.

    Und möglich werden solche Möglichkeiten erst durch Aktivisten wie die in Hambach, einer Greta und den vielen Schülern, die auf die Straße gehen.

     

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    Volker
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    @Bettina,

    Du hast einen entscheidenden Teil, den wichtigsten Teil des Satzes unterschlagen.

    (…) während Bolsonaro & Co. unsere Lebensgrundlagen gerade unwiederruflich vernichten.

    Das ist Kern meiner Aussage, die wohl so unverständlich nicht ist. Hier geht es um das ganz große Ding, dass die Menscheit noch schneller in den Abgrund bringt, als wir folgen können, besser gesagt: die Zukunft entscheidet sich m. E. in den nächsten Jahren, viel Zeit haben die Menschen nicht mehr –von wegen eines Tages … der Weg dahin ist weit..

    Was nützt es im Forst noch auszuharren, den es bald nicht mehr geben wird? Wie geschrieben: während Bosonaro & Co. unsere Lebensgrundlagen gerade unwiderruflich vernichten. Reiner Kräfteverschleiß, ein paar Bäume retten zu wollen, als Symbol zivilen Ungehorsams sowie demokratischer Wirkungskraft.

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      Bettina
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      Lieber Volker,

      ich habe bewusst den Teil aus deinem Satz herausgefiltert, auf den es mir ankommt.
      Du forderst mit deinem Satz, den Hambacher Wald ( es ist kein Forst, so, wie es von unwissenden gerne bezeichnet wird, es ist ein WALD !) zu verlassen. Warum tust du das? Zugegeben, bevor ich das erste mal vor gut einem Jahr an einem der vielen guten Waldspaziergänge mit Michael Zobel (Waldpädagogen) teilgenommen habe, war ich ebenfalls skeptisch. Ein Blick auf Google Earth zeigte mir nur eine winzige Fläche auf dem Globus. – Um den so viel Aufstand?- so, dachte ich mir zu der Zeit. Die Hambi-Bewegung existierte zu der Zeit bereits seit Jahren und schwappte regelmäßig nach Köln hinüber. Also raffte ich mich auf, um mir ein eigenes Bild von der Widerstandsbewegung zu machen. Inwischen sind die sonntäglichen „Waldspaziergänge“ im Hambacher Wald, die in regelmäßigen Abständenn stattfinden, mir zu einem Ritual geworden. Und ich habe gesehen, wie die RWE und die von ihr beorderte Polizei vor Ort mit den Hambis, den Waldbewohnern, mit den umliegenden Dorfbewohnern und den Landwirten, die dort ihre Felder haben, umgehen. Das ist der brutale Umgang, den Goliath im Wissen seiner Macht des Einflusses aufgrund seiner engen Verflechtungen bis in die Spitze der NRW Landesregierung ( Armin Laschet) an den Tag legt.
      Die friedlich in den Bäumen lebenden Hambis werden regelmäßig drangsaliert. Ich habe Panzer im Wald gesehen, ja, du liest richtig, Panzer im Wald, aufgestellt gegen wehrlose, friedlich in den Bäumenn lebende Hambis !!! Ich habe Planierraupen gesehen, die brutal Schneisen in den Wald ziehen- man kann sie bis heute sehen, die Spuren der Brutalität, und ich habe viele abgesägte Baumstämme, die, von Kettensägen durch die von der RWE beorderten Waldarbeiter, zu Kleinholz verarbeitet worden sind. es waren Baumstämme von hoch gewachsenen Eichen und Buchen. Man kann anhand der Ringe das Alter der Bäume herauslesen. 
      Der Hambacher Wald zählte einst zu den größten Biotopen in Deutschland, bis die RWE sich dieser Fläche bemächtigte, um die größte Kohlegrube Deutschlands auszuheben mit gigantischen Baggern, jeden Tag mehr, jeden Tag voller Gier. Stück für Stück hat sie dieses Waldbiotop vernichtet. Heute ist nur noch ein kleiner Rest davon übrig, aber dieser kleine Wald ist nach wie vor ein Biotop, ein natürlich gewachsener Mischwald, in dem allerlei Getier, wie auch die unter Naturschutz stehende Blechsteinfeldermaus seinen letzten Rückzugsort findet. Die RWE kratzt das alles nicht und baggert weiter. Inzwischen sind die bagger bis auf 50 Meter an die Waldkante herangerückt. Der höchst richterliche Beschluss des Oberverwaltungsgerichtes aus Münster vom Sommer etzen Jahres hingegen besagt, dass dieser Wald erhalten beleiben soll. Was tut die RWE? Sie gräbt dem wald das wasser ab. Unzählig viele Pumpen drumherum senke den Grundwasserspiegel derart ab, dass dür die Wurzeln des Waldes kaum etwas übrig bleibt.  Ich habe Situationen gesehen, die groteser schon gar nicht mehr sein können:  Pumpen der RWE, ganz in der Nähe des Waldes zur Absenkung des Grundwasserspiegels, direkt daneben Pumpen vom Landwirt, zur Bewässerung seines Feldes. All das habe ich dokmuentarisch festgehalten und sowieso in meinem Hirn abgespeichert. Ebenso, wie die unsäglichen Vertreibungen der umliegenden Dorfbewohner aus den Dörfern. Aber dazu ei andermal. Ich habzu tun. 

      .

      „Unisono erklären alle Verantwortlichen, dass sie den „Kohlekompromiss“ 1:1 umsetzen wollen…Und RWE macht weiter wie vor Jahrzehnten geplant.
      Jetzt steht die Weichenstellung für die Grundwasserabsenkung 2020 bis 2030 für den Tagebau Hambach unmittelbar bevor. Das Oberbergamt in Arnsberg, hat die Umweltverträglichkeits-Prüfung für den RWE Antrag zur „Sümpfung“ von 450 Mio. cbm Grundwasser pro Jahr im kommenden Jahrzehnt veröffentlicht….

      Einsprüche können nur noch bis zum 6. Aug. 2019 eingereicht werden. Und diese sollten nicht nur von den Umweltorganisationen sondern von möglichst vielen besorgten Bürgern kommen. Lasst uns den Briefkasten, das Fax und die Mailbox der Genehmigungsbehörde fluten mit Schriftstücken, mit denen sie sich qua Amt beschäftigen müssen. Jede/r kann das tun!“

      (Auszug aus dem Appell von Robert-Borsch-Laaks, Initiator und Gründer der Umwelt- und Bürgerinitiative 3Rosen.eu)

      .

      https://www.bund-nrw.de/meldungen/detail/news/tagebau-hambach-bund-kritisiert-gigantische-grundwasserzerstoerung/

       

      Herzlichen Gruß,
      Bettina

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    Boni
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    Volker:

    Verlasst den Hambacher Forst, reibt euch nicht unnötig auf, RWE sowie korrupte Politik kann es nur recht sein, Widerstand auf ein Stück Symbol-Fläche Hambi zu projizieren, während Bolsonaro & Co. unsere Lebensgrundlagen gerade unwiederruflich vernichten.

     

    https://www.evangelisch.de/inhalte/159605/23-08-2019/protestcamp-am-hambacher-forst-muss-geraeumt-werden

    Boni

     

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    Bettina
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    Der Baum und der Sturm

    Kurze Mitteilung aus Gretas aktuellster Facebook- Veröffentlichung:
    Es geht ihr gut!!! Sie und die Crew haben Neufundland passiert. Im Augenblick trotzen sie den hohen Wellen. Greta hat vor kurzem ein Life- Video hochgeladen und voller Begeisterung gesprochen. Sie nähern sich derzeit den USA in großen Sturm brandenden Wellen und sind guter Dinge. Wenn das nicht ein Grund zur Freude ist!!!

    Greta you are the greatest tree in the strom I ever knew!

    In Erinnerung an den Ausgangspunkt ihrer Mission possible:
    Hambibleibt und Ausstieg aus der Kohle
    Lasst uns dafür alle gemeinsam auf die Straße gehen!
    Der Baum lebt!

    Konstantin Wecker – Der Baum – Live 1986
    https://youtu.be/CdvqVoCEIAY

     

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    heike
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    Volker wollte mit seiner Aussage wohl zum Ausdruck bringen, dass er jeglichen Form des Widerstandes gegen Umweltzerstörung oder den Kampf um Umwelterhaltung für sinnlos erachtet, da eh alles bald den Bach runtergeht. Leider ist das wenig motivierend. Außerdem erkennt er wohl nicht, welche großen Kraftanstrengungen die Menschen, die Widerstand leisten, vollbringen. Das ist kein Selbstläufer, das ist sehr anstrengend, psychisch und physisch. Sowohl für die Hambis als auch für alle anderen, die unsere Welt als einen lebenswerten Raum retten wollen.

    Die G7 haben jetzt immerhin Brasilien angeboten, mit ca. 17 Millionen Euro die Löscharbeiten des Amazonas zu unterstützen. Mich freut das. Und was macht dieser Knallkopf Bolsonaro? Er fordert erst eine Entschuldigung von Macron, weil der ihm (zu Recht) vorgeworfen hat, mit seinen Zusagen zum Erhalt des Regenwaldes von Brasilien beim letzten G20-Gipfel gelogen zu haben. Das ist der reinste Kindergarten! Im Grunde genommen zum Weinen.

    Was ich allerdings auch zum Weinen finde ist, dass die Armen unseres Landes, inklusive Volker, zwar die Anstrengungen der Linken zur Abschaffung der Bedingungen, die zu dieser Verarmung geführt haben, eventuell gnädig zur Kenntnis nehmen – aber deshalb die Linke zu unterstützen? hallo, wer bin ich denn? Ein selbstständig denkender Kopf natürlich! Und zu welchen Schlüssen kommt dieser selbstständig denkende Kopf? Umweltschutz ist eh sinnlos, die Linken scheinen irgendeinen altruistischen Gendefekt zu haben – aber was geht mich das an, ihr Bier…

    Irgendwie traurig.

     

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