Armut in Deutschland: Der Aufschrei bleibt aus

 In FEATURED, Georg Rammer, Politik (Inland), Wirtschaft

„Diese Politik nimmt das materielle und seelische Elend einer großen Bevölkerungsgruppe billigend in Kauf; sie zeichnet sich durch Kälte und Gleichgültigkeit gegenüber den Menschen aus. Europaweit ist bei Führungspolitikern wie Juncker, Schulz, Macron, Merkel et cetera zu beobachten: Die Zutrittsvoraussetzung zur herrschenden Elite ist ein elitäres Klassenbewusstsein, das heißt die konsequente Vertretung der Interessen der Reichen und wirtschaftlich-politisch Mächtigen; taktische verbale Zugeständnisse dienen dazu, in der Bevölkerung die Illusion demokratischer Verhältnisse aufrechtzuerhalten.“ (Georg Rammer)

Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf vier Tage, ein staatliches Investitionsprogramm von 100 Milliarden Euro, Rente ab 60, Grundeinkommen für junge Leute zwischen 18 und 25 Jahren, Mindestlohn von 1326 Euro netto, Erhöhung der Einkommensteuer für hohe Einkommen …: Nein, das sind nicht die Konsequenzen der Bundesregierung aus ihrem Armuts- und Reichtumsbericht vom März, sondern das waren einige Punkte aus dem Programm des französischen Präsidentschaftskandidaten Jean-Luc Mélenchon.

Ginge es der Bundesregierung wirklich um den wirksamen Abbau der Armut und der Ungleichheit, hätte sie viele Jahre dafür Zeit gehabt. Nein, der Fünfte Armuts- und Reichtums-Bericht der Bundesregierung ist eine lästige Pflichtübung, die die Öffentlichkeit nicht aufregen soll: Seine Ergebnisse werden schnell verschwinden. Ohnehin behandelt er nicht die politischen und strukturellen Ursachen der verfestigten Armut und der anwachsenden Ungleichheit in Deutschland, allenfalls individuelle Auslöser für Notlagen. Insofern ist es müßig, in dem 700-seitigen Wälzer nach Lösungsvorschlägen für den gesellschaftlichen Skandal der Armut in einem reichen Land zu suchen.

Dabei stellt sogar die Europäische Kommission schwere Versäumnisse bei der deutschen Armutsbekämpfung fest: »Im Zeitraum 2008 bis 2014 hat die deutsche Politik in hohem Maße zur Vergrößerung der Armut beigetragen.« (https://ec.europa.eu/info/sites/info/files/2017-european-semester-country-report-germany-de_1.pdf, S. 7). Bedarfsabhängige Leistungen seien »real und im Verhältnis zur Einkommensentwicklung gesunken«. Und selbst Bundesministerin Nahles (SPD) muss angesichts der eigenen Daten zugeben, dass die »unteren« 40 Prozent der Beschäftigten im Jahr 2015 real weniger verdient haben als Mitte der 1990er Jahre.

Die eklatante Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen widerspricht nicht nur den elementaren Staatszielen des sozialen Rechtsstaates; sie unterhöhlt zusätzlich Grundsätze einer repräsentativen Demokratie. Diese Schlussfolgerung haben die WissenschaftlerInnen um Professor Armin Schäfer in ihrer Studie, die sie im Auftrag der Bundesregierung für den Bericht erstellten, klar herausgestellt. Sie weisen eine ähnliche Schieflage in der »politischen Responsivität« zulasten der sozial Benachteiligten wie in den USA nach: »Für den Zeitraum von 1998 bis 2013 finden wir einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Mehrheitsmeinung höherer Einkommensgruppen und den danach getroffenen politischen Entscheidungen, aber keinen oder sogar einen negativen Zusammenhang für die Armen.« Dieses schwerwiegende Ergebnis wollte die Regierung der Bevölkerung nicht zumuten, es fiel der Zensur zum Opfer.

Dabei belegen die Entscheidungen der wirtschaftlich-politischen Elite eindeutig die Ergebnisse der WissenschaftlerInnen: Augenscheinlich denkt die Koalition nicht daran, Armut und Ungleichheit zu bekämpfen oder gar zu beseitigen. Denn dafür müsste sie etwa solche Maßnahmen ergreifen, wie die anfangs zitierten von Mélenchon. Die würden aber den neoliberalen Glaubenssätzen und Handlungsmaximen der Regierungspolitik zuwider laufen; sie würden die ärmere Hälfte der Bevölkerung zu Lasten großer Konzerne und der reichsten ein Prozent begünstigen. Genau das soll in Deutschland und in der EU um jeden Preis verhindert werden, auch um den des Brexit und des Aufstiegs rechtsextremer Bewegungen. Deshalb ist der Regierungsbericht reich an »Beschönigungs-, Beschwichtigungs- und Entschuldigungsversuchen« und deshalb wurden zentrale Aussagen gestrichen (vgl. Christoph Butterwegge, Ossietzky 9/2017).

Schon 2011 hatte das zuständige Bundesministerium der damaligen CDU-FDP-Koalition in einer Stellungnahme zu einer Petition von Attac Karlsruhe (für Maßnahmen gegen Armut und Benachteiligung von Kindern) lapidar festgestellt: Die Ungleichheit in Deutschland »entzieht sich weitgehend politischer Steuerung«. Als die richtige Strategie bezeichnete das Ministerium die »erwerbsanreiz-orientierte Ausgestaltung des Transfersystems sowie eine gute Infrastruktur zur Stärkung der Erwerbsmöglichkeiten …« (BMFSFJ, 5.4.2011). Die absichtsvoll verschwurbelte Aussage bedeutet, dass die als Faulenzer in der sozialen Hängematte verstandenen Menschen durch möglichst niedrige Transferleistungen zur Aufnahme jeder Arbeit gezwungen werden müssen. Und: Es genüge vollauf, die Rahmenbedingungen für Kapitalakkumulation und hohe Profite in der Wirtschaft zu fördern, um die Armut zu bekämpfen. Im April 2013 behauptete der Petitionsausschuss in seiner Ablehnung der Petition, durch die Schaffung von Voraussetzungen für wirtschaftliches Wachstum sei das Ziel erreicht worden, »auch sozial Benachteiligten und somit auch deren Kindern eine Perspektive für den Weg in die soziale Mitte der Gesellschaft« zu ebnen. Neoliberale Wirtschaftspolitik folgt offenkundig dieser »Pferdeäpfel-Theorie«: Gib den Pferden viel zu fressen, dann fällt hinten für die Spatzen auch was ab. Daran hat sich auch in der CDU-SPD-Koalition nichts geändert.

Warum sollte sie auch etwas ändern? Es erfolgt kein Aufschrei angesichts der Armutsdaten. Schreien müssen allenfalls neoliberal orientierte Mainstreamblätter und Interessenverbände, wenn etwa der Paritätische Wohlfahrtsverband differenzierte Daten zur sozialen Lage veröffentlicht. Tenor der vehementen Angriffe: In Deutschland gibt es gar keine Armut, sie ist ein statistisches Fake (vgl. Beiträge in »Kampf um die Armut«, Hg. Ulrich Schneider, 2015). Zwar sind Menschen in Deutschland – laut einer Umfrage des Forsa-Instituts für den Lionsclub – zu 85 Prozent überzeugt, die Altersarmut werde in den nächsten zehn Jahren zunehmen; zwar halten vier von fünf Ostdeutschen den gesellschaftlichen Zusammenhalt für gering, aber politisch drückt sich diese Sorge, dieses Gefühl von Bedrohung bei vielen Menschen »nur« in der Präferenz nationalistischer, rassistischer und fremdenfeindlicher Haltungen aus: Aus Ohnmacht wird Wut.

Diese Politik nimmt das materielle und seelische Elend einer großen Bevölkerungsgruppe billigend in Kauf; sie zeichnet sich durch Kälte und Gleichgültigkeit gegenüber den Menschen aus. Europaweit ist bei Führungspolitikern wie Juncker, Schulz, Macron, Merkel et cetera zu beobachten: Die Zutrittsvoraussetzung zur herrschenden Elite ist ein elitäres Klassenbewusstsein, das heißt die konsequente Vertretung der Interessen der Reichen und wirtschaftlich-politisch Mächtigen; taktische verbale Zugeständnisse dienen dazu, in der Bevölkerung die Illusion demokratischer Verhältnisse aufrechtzuerhalten (vgl. Rainer Mausfeld, »Die Angst der Machteliten vor dem Volk. Demokratie-Management durch Soft Power-Techniken«, Pdf-Datei). Diese ausgehöhlte Demokratie, frei von Empathie und Solidarität, wird mit großem bürokratischem Aufwand auch im sozialen Bereich praktiziert. Sogar das frühere Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, Heinrich Alt, beschreibt »Hartz IV« als bürokratisches Monster mit bis zu 200-seitigen Bescheiden. Die Akte eines »Hartz IV«-Haushaltes umfasst im Durchschnitt 650 Seiten (SZ, 18.4.2017).

Objektiv herrschen in Deutschland Klassenverhältnisse, denen aber subjektiv kein Klassenbewusstsein entspricht. Die latenten und offenen Mechanismen dieses kapitalistischen Systems beschreibt Didier Eribon in dem von Tobias Haberkorn übersetzten Buch »Rückkehr nach Reims« ebenso differenziert wie sensibel: die abgehängten Banlieues französischer Städte als »Schauplätze eines verkappten Bürgerkriegs« (S. 112), die Abwertung von Kindern aus armen Verhältnissen, die Selektionsmechanismen eines Schulsystems zum Erhalt der Klassenherrschaft. Und er schildert seine Einsichten und Gefühle nach der Wiederbegegnung mit seiner Mutter mit ihrem geschundenen, schmerzenden Körper einer alten Arbeiterin – und ihn überwältigt die »konkrete physische Bedeutung des Wortes ›soziale Ungleichheit‹. Das Wort ›Ungleichheit‹ ist eigentlich ein Euphemismus, in Wahrheit haben wir es mit nackter, ausbeuterischer Gewalt zu tun« (S. 78).

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    eulenfeder
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    …“In Wahrheit haben wir es mit nackter, ausbeuterischer Gewalt zu tun “ ! – dem Kapitalismus in brachialer Gewaltform also.

    Prima ! – dass diese Erkenntnis wächst, mit ihr aber leider die Erkenntnis nicht, dass diese Gewalt durch ‚Demokratische Systeme ‚ ausgeübt wird, nicht wirklich eine solche Erkenntnis, weil man weiterhin an jenem Hirngespinst hängt – dass man ‚Demokratische Systeme‘ die keine sind durch ‚demokratische Wahl ‚, die keine ist – in eine Demokratie verwandeln könnte !, damit auch eine Verwandlung in einen Sozialstaat.

    Eine Herrscherklasse – egal ob rot, schwarz oder gelb oder blau, bunt oder uni, längs- oder quergestreift, – wird immer eine Herrscherklasse bleiben und immer Macht an Untergebenen ausüben – und das liegt an den gegebenen politischen Systemen, deren Strukturen und deren systemischen Gesetzmäßigkeiten.

    Es ist ganz einfach eine arglistige Täuschung durch jene die in solchen Systemen herrschen, dass man durch deren zugelassene Mittel, der Wahl also, etwas ändern könnte ! Man wählt immer eine Weiterführung der Macht durch Herrscherklassen ! Und eine solche wird nie im Sinne der untergebenen ‚Klassen‘ durchgeführt.

    Da ist die ‚ Bürgerschaft, das Volk ‚ ‚mindfuckin himself‘ – könnte man sagen, Selbstbetrug dann meinetwegen.

    Was glaubt ihr denn, wird passieren, an wirklichen Veränderung zu Sozialstaatlichkeit, Gerechtigkeit und Freiheit – wenn ‚Linke Politische Kräfte‘ an die Macht kämen !? – nichts eben, weil sie dann an der Macht sind ! Nichts wirklich Veränderndes, bis auf jene ‚Alibi-Zugeständnisse‘ an jene Werte, denn mehr würde deren Macht zerstören…

    comprende !? – got it  ?  hopefully…

    Erst wenn man jene Systeme wie wir sie im Sinne der Weiterführung von Herrscherklassen ja haben – nicht mehr durch das Wählen weiter legitimiert- dann kann Neues geschaffen werden.

    Wir sind längst an einer historischen Schwelle angelangt, zur Notwendigkeit einer wirklich durchgeführten Revolution.

     

     

     

     

     

     

     

     

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      anton
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      eulen, dann herrschen die ohne deine stimme.
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      anton
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      eulenfelder: eine Idee, ein Projekt hast Du eben nicht, leider!
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    Volker
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    Wenn Jean-Luc Mélenchon einen Mindestlohn von 1.326 Euro zugrunde legt (in D-Mark fast das Doppelte), beweist er nichts anderes, dass mit Einführung der Währung Euro, bzw. die damit verbundene (oder auch geplante) Herabsenkung von Wert und Kaufkraft der D-Mark, Armut sowie Armutsfolgen gewollt akzeptiert- und somit auch gefördert wurden.
    Ein paar Jahre später folgte die Agenda 2010, um Armut zu regulieren, unter gezielt, entwürdigenden Zwangs- und Strafbedingungen einer implementierten Verwaltungsbehörde für Menschen (?), die sich dazu noch – als Schmarotzer am gesellschaftlichen Pranger vorgeführt – ängstigen sollen. Ängstigen müssen, bishin zur Verweigerung von Nahrung , Bekleidung oder Wohnraum. Oder der Verweigerung an gesellschaftlicher Mindest-Teilhabe (haha), die milliardengeschwängerte Investoren gerade nach Afrika tragen möchten, weil sich der eh schon ausgebeutete Neger Hartz IV-Bedingungen anpassen sollte, gar anpassen muß; als Mindest-Standard des Kapitals, das zwar keine Kinder mehr verheizen möchte (Menschenrechte liegen uns am Herzen), aber Kinderhände sehrwohl zu schätzen wissen, die dem Aktionär –gerade mal so – sein Überleben ohne Hungerleid sichern wird.

    Vorsicht mit der Wut., Deiner oder meiner Wut darüber. Selbst unsere Wut wird geregelt, analysiert und vermarktet.

    Volker

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    heike
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    80 Millionen Einwohner, 7 Millionen Hartz IV-Empfänger. Und diese 7 Millionen schreien nicht, weil….?

    ….sich eh nichts ändert? ….sie zufrieden sind? ….sie den ganzen Tag lieber Computerspielen? … ihnen die einzige Partei, die sie unterstützt, nicht passt?

    Man könnte ja mal eine Umfrage machen.

     

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    Helmut Josef Weber
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    Sie leben wie die Fürsten. Nun wohne ich in Spanien, aber habe natürlich als Vater und Opa enge Verbindungen nach Deutschland. Mein Schlagwort könnte provokativ heißen: Die Armen leben wie die Fürsten in Deutschland. Jeder Deutsche kann maximal auf eine Lebensqualität absinken, die im 17. U. 18. Jahrhundert auch nur *ansatzweise* Fürsten und Königen hatten. Nur die Fürsten lebten in beheizten Räumen und hatten, wenn überhaupt, fließendes Wasser, kalt und warm; sie brauchten nie hungern, wurden aber (gegenüber den heutigen Armen) nur recht dürftig medizinisch versorgt. Kein TV, keine Computer, kein Smarti, kein Strom, usw. Eine Reise in das nächste Land war eine beschwerliche Tortur über viel Tage. Nun werden einige sagen: Der Mann hat doch überhaupt keine Ahnung davon, was wirklich unter den Armen in Deutschland los ist. Doch- habe ich, denn ich habe eine schwerbehinderte erwerbsunfähige Tochter, die in Deutschland (zur Aufstockung Ihrer Rente) die Grundsicherung erhält und in einer eigenen Wohnung lebt. Sie lebt dort, wie die oben erwähnten Fürsten, dafür sorgt der deutsche Staat durch eine angemessene Wohnung, zahlt die Heizung, die Krankenkasse und die Nebenkosten für die Wohnung. Mit den anderen etwa 400,00 Euro, muss meine Tochter dann den Monat über den Rest bestreiten; müsste…. Da meine Ehefrau und ich, unsere Tochter ***legal***mit einem Betrag (nicht geldwerte Zuwendungen) unterstützen, der mehr doppelt so hoch ist wie das deutsche Kindergeld, erhalten wir für unsere Tochter auch noch deutsches Kindergeld. Viele Grüße aus Andalusien H. J. Weber

     

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      eulenfeder
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      naja Herr Weber –

      ob solche Vergleiche Notleidenden helfen ?

      “ im Vergleich zu den aktuellen Hungersnöten in Afrika geht es den Kriegsflüchtlingen in den Konzentrationslagern doch ganz gut !“ (?)

      Sie verstehen was ich ausdrücken will ? – mit diesem konstruierten Vergleich durchaus ihrer Prägung ?

      Ich freue mich für Sie wenn es ihrer Tochter gut geht – mittels weiterer Unterstützung.

      Die Mehrzahl der von Hartz4 betroffenen hier bekommt keine zusätzliche Unterstützung und es ist nicht ’nur‘ die aufdiktierte Armut, die erbarmunslosen Zwangsstrukturen , die politisch verordnete Unmöglichkeit da jemals wieder raus zu kommen – sondern auch die gesellschaftliche Verelendung in einem ansonsten reichen Land.

      Nein – solche Vergleiche sind nicht gut, nicht mal annähernd zutreffend, erst recht nicht wenn das Mittelalter dazu herangezogen wird.

      Diese 7 Millionen Ausgegrenzten jammern auch nicht auf irgendeinem Niveau, sie sind lebenslänglich chancenlos dort wo es nicht mehr weiter nach Unten geht.

      Steht auch alles deutlich in diesem Artikel.

      Leider ist es oft so, daß man erst einen wirklichen Eindruck bekommt wenn man selbst betroffen ist, das sind Sie in Andalusien sicher nicht.

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

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        Helmut Josef Weber
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        Hallo eulenfeder,

        ja- ich weiß, das sollte auch nur so ein Denkanstoß in die Richtung sein, dass zumindest in Deutschland jeder eine warme Wohnung haben kann und das wirklich Notwendigste.

        Hier in Spanien, wo ich lebe, werden die Menschen zu zehntausenden aus den Wohnungen geworfen.

        Aber in den Medien, egal wo, kann man es nicht sehen, weil auf fotografieren eine Polizisten, der bei einer Zwangsräumung dabei ist, mir 300.000,00 Euro Strafe bedroht ist.

        Hier geht der König auf Elefantenjagt, während Teile der Bevölkerung hungern.

         

        Viele Grüße aus Andalusien

        H. J. Weber

         

         

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          Holdger Platta
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          Lieber Herr Weber,

           

          leider ist das, was Sie als „Denkanstoß“ bezeichnen – in welche Richtung übrigens bzw. mit welcher Zielsetzung??? -, was die geschilderten Verhältnisse in den Zeiten des Absolutismus betrifft, schlichte Geschichtsklitterung, und was die heutigen Verhältnisse in der Bundesrepublik angeht, Ausdruck völliger Unkenntnis der Verhältnisse bei uns!

           

          Erstens: machen Sie sich doch bitte wirklich mal schlau, was die Lebensverhältnisse an Adelshöfen im 17. und 18. Jahrhundert betrifft: abgesehen davon, daß manchen Komfort der Stand der damaligen technischen Entwicklung noch nicht hergab, lebten diese Herren mit ihren Damen in Saus und Braus. Mal als Lesetipp (sehr gut und leicht lesbar): „Marie Antoinette“ von Stefan Zweig.

           

          Zweitens: jeder habe in Deutschland noch seine „warme Wohnung“. Noch nie davon gehört, daß es in Deutschland über 300.000 Obdachlose gibt (zusätzlich existiert noch eine Dunkelziffer unbekannten Ausmaßes)? Noch nie davon gehört, daß in Deutschland – zeitweilig zumindest – über 800.000 Menschen unter Stromsperren zu leiden haben (mit der Folge bei vielen, daß dann auch Heizung und Warmwasserversorgung nicht mehr funktionieren)?

           

          Wieso rechtfertigen/bagatellisieren Sie heutige Verhältnisse in der Bundesrepublik, indem Sie nach – zum Teil erfundenen – Kontrastwirklichkeiten anderswo oder in anderen Zeiten fahnden? Was bewegt Sie da?

           

          Würde mich mal interessieren.

           

          Herzlich

          Holdger

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            Bettina
            Marie Antionette von Stefan Zweig?
            Anbei eine gute Zusammenfassung des Inhalts
            .
            http://gutenberg.spiegel.de/buch/marie-antoinette-6856/1

            .

            Am besten gefällt mir ihr Spruch nach ihrem durchaus bewegten Leben als mittlerer Mensch:  „Erst im Unglück weiß man wahrhaft, wer man ist“.
            .
            Ich werde das Buch mir als Urlaubslektüre vornehmen, für den nächsten Strandurlaub 🙂

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    heike
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    Ich habe mir sagen lassen, dass im Westteil der Bundesrepublik sehr viele Menschen aus Polen in der Altenpflege arbeiten und noch immer viele Stellen besetzt werden müssten. Ist den westdeutschen Hartz IV-Empfängern diese Arbeit zu poplig oder welche Gründe gibt es, dass Hartz IV-Empfänger nicht aus ihrer Misere herauskommen?

    Vielleicht kann mir ja der schreibfreudige und zudem mit der Materie gut vertraute Herr Eulenfeder mit einer Antwort aus der Unwissenheit helfen?

    • Avatar
      eulenfeder
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      ja heike – kann ich beantworten:

      wir müssen Zwangsarbeit und Ausbeutung verweigern !

    • Avatar
      Holdger Platta
      Antworten
      Liebe Heike,

       

      ich kann Dir gerne an der Stelle von Eulenfeder Deine Frage beantworten. Vorher aber: wieso immer diese persönliche Anmisten (= „der schreibfreudige und zudem mit der Materie gut vertraute Herr Eulenfeder“). Muß das wirklich sein? Und wenn ja: warum?

       

      Aber zu Deiner Frage (die jedenfalls bei mir so ankam, als ob da ein Vorwurf an die Hartz-IV-Empfänger mitschwingen sollte: „sind sich wohl zu fein, die Damen und Herren Hartz-IV-Empfänger, in der Altenpflege tätig zu werden?“ – noch so ein polemischer Nebenton, den ich nicht verstehe). Also:

       

      Du wirst mir – hoffentlich – Recht geben, daß Altenpflege eine sehr qualifizierte und verantwortungsvolle (und übrigens auch skandalös unterbezahlte) Tätigkeit ist. Du wirst mir – hoffentlich – zum zweiten Recht geben, daß Tätigkeit dieser Art nun wirklich nicht von jedem Mitmenschen ausgeübt werden kann, auch von dessen mentalen Voraussetzungen her betrachtet nicht. Mitleidensfähigkeit, das Überwindenkönnen von Ekelschranken, das Umgehenkönnen mit Nähe und Distanzierung (sonst droht allzuleicht und allzuschnell ‚Burnout‘ – typische Erkrankung von Menschen gerade in Helferberufen) -, das alles muß gegeben sein, neben einer entsprechenden soliden Ausbildung, daß Menschen verantwortungsvollerweise in solchen Berufen tätig sein sollten und wir anderen ihnen verantwortungsvollerweise diese Tätigkeiten zumuten sollten. Da ist es nun wirklich mit der vorwurfsvoll klingenden Frage nicht getan „wieso machen das eigentlich Hartz-Bezieher“ nicht“, und schon gar nicht ist es angemessen, mit der Frage zu kommen – mit starker Polemik – „Ist den westdeutschen (übrigens: wieso nur „westdeutschen“? HP) Hartz-IV-Empfängern diese Arbeit zu poplig?“. Mit wem willst Du da eigentlich ein Hühnchen rupfen? Aber ich bin Dir immer noch, auf der Sachebene, eine Antwort schuldig:

       

      Eine ganz wichtige Ursache – neben weiser Selbsteinschätzung vieler Hartz-Vier-Betroffener: „das könnte ich nicht“ – ist schlicht der Grund, daß Arbeitssuchenden solche Ausbildungsgänge nicht von den Jobcentern angeboten und finanziert werden. Ganz konkret:

       

      Meine Frau hatte dieses Interesse vor vielen Jahren einmal ihrem Jobmanager gegenüber geäußert (übrigens: gegenüber einem ausgesprochen menschlichen, engagierten Jobmanager, an den wir beide heute noch mit viel Sympathie zurückdenken). Antwort: so etwas kann ich Ihnen leider nicht vermitteln, das geben leider die Gesetze/Vorschriften nicht her.

       

      Stattdessen – ich hatte es hier bereits einmal mitgeteilt – verordnete der Justitiar eben dieses Jobcenters meiner Frau – nach fünf Jahren vollkommen problemfreier Beantragung von Hartz-Vier zweimal im Jahr (selbstverständlich hatte meine Frau das drauf!) – einen Pflichtkurs von drei Wochen zu besuchen mit dem Thema „Wie beantrage ich Hartz Vier?“. Sonst – Du weißt es, nehme ich an -, bei Ablehnung dieser idiotischen Auflage, wäre meine Frau „sanktioniert“ worden.

       

      Bitte richte Deine Ärger doch gegen die richtigen Leute, nicht aber gegen Ersatzadressaten wie Eulenfeder! Mir jedenfalls gefällt dieses Austeilen verbaler Prügel an Einzelne, ohne jeden Grund, oder sogar an alle Westdeutschen überhaupt nicht!

       

      Um mutige Aggressionen gegenüber den Leutchen, die das wahrlich verdienen, bittet Dich für die Zuknuft jedenfalls, mit herzlichen Grüßen

      Holdger

      • Avatar
        anton
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        Herr Platta, die Maßnahme war wieder der totale Irrsinn. Computerkurse, Sprachkure, sinnvolle Inhalte, warum nicht? Dieses Beispiel spricht gegen die Maßnahmenflut nicht dagegegn, dass sich angestrengt werden soll!ALG-2 muss demokratisiert und auf die Bedürfnisse hin weiterentwickelt werden. Trämereien  der Linksparte in diesem Zusammenhang sind aber auch nicht zielführend!Ihr Eulenfelder steht hier nicht für polit. Realismus oder Sorge um dieAllgemeinheit!Die JC müssen umdenken bzw. die Politik muss es, Sanktionsfreiheit, offene Grenzen usw. bringen uns in der Debatte aber nicht weiter, sorry!
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        eulenfeder
        Antworten

        Ja – heike liebt mich !

        …eine unerfüllte Liebe bisher und deshalb schlägt sie immer wieder bischen aus… smile.

        Heike – mein Schatz – bin halt mal ein Mann der nicht so leicht zu haben ist ( doppel-smilie )

        müsstest dich also bischen mehr anstrengen…

        selbst dann, wenn du mich bekommen würdest – kannst du mich dann versorgen ?

         

         

         

        • Avatar
          anton
          Antworten
          eulenfelder: Gefällt Dir nicht, aber irgendeine Person wird leider immer arbeiten müssen, obwohl wir bald noch mehr Maschinen haben!
    • Avatar
      Piranha
      Antworten
      Guten Tag Heike,

      es gab schon einmal eine Ministerin, die eine ähnliche Meinung kundgab.

      Und sah sich mit der breiten Kritik aus den Berufsverbänden konfrontiert, zeigte sie damit doch große Ahnungslosigkeit über pflegende Berufe, zu der die Alten-, die Gesundheits- und Krankenpflege und die Kinderkrankenpflege gehört.

      Wer auch nur ansatzweise über die Curricula der 3-jährigen Ausbildungsgänge (2100 Std. theoretische, 2500 Std. praktische) informiert ist weiß, dass man nicht ohne weiteres eine fach- und sachgerechte Pflege von kranken Menschen übernehmen kann. Der weiß auch, mit welch hoher Verantwortung diese Berufe ihren Pflegealltag meistern müssen. Der weiß, dass Leben, Gesundheit oder Linderung von Leiden wesentlich von der Professionalität der Pflegenden abhängt. Die Verantwortung für Kranke teilen sich Ärzte und Pflege, wobei die Pflegenden 24 Stunden rund um die Uhr im Einsatz sind.

      Dazu kommen die Weiterqualifizierungen, bspw. 2 Jahre für die Intensivmedizin oder in der Altenpflege eine 1-jährige qualifizierende Weiterbildung bezüglich Demenz, oder eine 2-jährige WB zur gerontpsychiatrischen Fachkraft die ebenfalls – wie alle anderen – mit einer Abschlussprüfung endet.

      Wer sich nach 5 Jahren Berufserfahrung eher vertikal weiterbilden will, geht zum studieren an anerkannte Fachhochschulen…

       

      Kurz und gut – mit diesem kleinen Ausschnitt wird vielleicht  klar, als wie unwürdig sich die dümmliche Bemerkung der Ministerin zeigt.

      Es zeigt aber leider auch, was unserer Gesellschaft und unseren Regierungen kranke, behinderte und alte Menschen wert sind.

      In vielen Köpfen herrscht sowas wie: „satt und sauber, vor allem das Schwingen der Bettpfannen“ –  das  kann doch wohl jeder.

      Dennoch: da ich selbst im Gesundheitswesen arbeite, übernehme ich häufiger mal – auf meine Themengebiete bezogen, Seminartage. Das bedeutet u. a., ich gehe in Kurse für Menschen mit  unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen, die sich zum Betreuungsassistenten oder Alltagsbegleiter für Alteneinrichtungen ausbilden lassen.

      Nicht wenige von ihnen haben auch schon eine „Hartz IV-Karriere“ hinter sich.  Ich erinnere mich an einige der Teilnehmer, die durchaus sehr geeignet erschienen – leider die Minderheit. Oder es sind welche nach der Praxisphase abgesprungen, weil sie das eigene Unvermögen, mit Alter, Krankheit, Leid, Sterben und Tod zurechtzukommen, erkennen mussten.

      Wer geht heute noch in die Pflege?

      Verdienst- und Karrieremöglichkeiten sind sehr begrenzt bei gleichzeitig immer höherer Verantwortung und für den Krankenhausbereich steigenden Fallzahlen und geringerer Verweildauer und Kostensenkungsdruck durch die elenden Fallpauschalierungen der DRG’s.

      Dazu kommen Wechselschichten mit einer lachhaften Zulage, die die Steuer den Menschen sofort wieder wegnimmt.

      Bis jetzt konnte ich – egal wer gerade das Gesundheitsministerium führte – nur konstatieren: Reformen gingen stets zu Lasten von Pflegenden, Ärzten und damit letzlich vn Patienten.

      Und offen gestanden: Herr Gröhe gehört für mich zu den größten Pfeifen.

      Grüße,

      P.

       

       

       

       

       

       

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    cource
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    das elend ist doch schon längst in der mitte angekommen, wird halt nur von den vollzeitschindern/lohnsklaven verdrängt: die schindern rund um die uhr für arbeit/familie/status und merken nicht, dass sie sich selber verheizen, um ihren status/schein zu wahren; essen sie nur noch dickmachenden billigen müll/industriefood, verzichten auf urlaub/kultur/auszeiten/sex, nehmen aufputschmittel um durchzuhalten, können nicht mehr richtig schlafen/abspannen, sind mehrfach morbide/angstpsychosen usw. usf. und in ihre ohnmacht/wut über ihr sklavendasein dürfen sie dann an der von der SPD geschaffenen unterschicht auslassen, denn das höhere elend/leid der unterschicht, motiviert die nochmittelschicht zum durchhalten/klappe halten, weil  sie ja die prekären als putze/nanny/butler/gärtner usw. ausbeuten dürfen
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    Bettina
    Antworten
    Ein Aufschrei gegen die Armut erfolgt seit langem, nur erhört wird er nicht.
    Ich halte es für sinnvoll, die Diskussion nicht in einen Armutsvergleich (welche Armut ist schlimmer) ausaten zu lassen. Jede Armut ist schlimm und fühlt sich für jeden Betroffenen schlimm und aussichtslos an. Die wenigsten sind in der Lage, Armut so mit Fassung und innerer Haltung zu tragen, wie Ghandi es vermochte. Armut ist ein existentieller Zustand mit dem Leiden einhergeht.
    .
    Ich sehe Armut global.
    .

    Ich sehe die Armut in meinem Wohnumfeld. Ich sehe den Obdachlosen, der die Nacht notdürftig unter einem Vordach verbracht hat, behelfsmäßig in seinen Schlafsack und alten Decken gewickelt. Ihm ist finanziell nichts geblieben.

    Ich bekomme die Armut hautnah mit bei FreundInnen, die durch eine Verstrickung an Schicksalen und Pech in ihrem Leben in die Situation reingeschliddert sind und denen unser Staat kaum Möglichkeiten gibt, sich selbständig aus diesem Sog nach unten zu befreien. Ich erlebe, wie sie sich im täglichen Kampf mit geringsten finanziellen Mitteln über Wasser halten müssen und darunter leiden.
    .

    Ich sehe die Armut auf Reisen, in den Straßen von Athen, in den Favelas Brasiliens, in den Straßen von La Paz, in entlegenen Straßenzügen von Val Paraiso, aber auch unter den Brücken Berlins und mitten in der besten Einkaufscity von Köln, überall.
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    Ich lese von der Armut der Ärmsten, von der Armut der Flüchtlinge, die uneterwegs strandeten weil ihnen die Öffnung der Grenzen verwehrt blieben, denen nichts geblieben ist, außer ein Strohalm an Hoffnung.
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    Schönherz & Fleer Symphonic
    Rilke Projekt-Live
    mit Peter Maffay & Max Mutzke
    „Weltenweiter Wandrer“
    .
    https://youtu.be/tdSc33Uq9vo

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    Bettina
    Antworten
    In allen diesen Gesichtern,
    den weltenweiten Wanderern
    zwischen den Welten,
    die wir im Strom unseres Fortschritts
    nach höher, schneller, weiter
    nicht mehr wahrnehmen,
    die Gesichter,
    die wir in unserem Treiben nach Glück vergessen…
    in all diesen Gesichtern
    lese ich die Verzweiflung und Isolation.
    .
    Armut hat keine Stimme,
    sie schweigt, sie leidet,
    und der Aufschrei bleibt aus.
    .
    Heal The World (Michael Jackson) Jason Piano Cover
    https://youtu.be/CxU36KpKgec

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    heike
    Antworten
    Lieber Holdger, Eulenfeder und Piranha,

    vielen Dank für Eure Antworten.  Die Vermittlung vieler Hartz IV-Bezieher in Pflegeberufe scheitert also oftmals an menschlicher und qualifikativer Eignung oder, wie bei Holdgers Frau, an der Unflexibilität der Jobcenter, geeignten Personen diese Qualifikationen anbieten zu können.

    Die in meinem Kommentar gemachte Aussage, dass in Westdeutschland sehr viele Polen diese Berufe ausüben, (weil sich die anderen zu fein sind, weil es den anderen zu schlecht bezahlt ist?), wurde mir mündlich mitgeteilt….so wird halt geredet…und ich finde gut, dass auch wir hier mal darüber geredet haben, um Licht ins Dunkel und Gemunkel zu bringen.

    Könnte man die Forderungen der HartIV-Betroffenendahingehend zusammenfassen, dass man sie mit sinnlosen Maßnahmen verschonen sollte und stattdessen echte Hilfe zur Berufswiedereingliederung anbieten muss? Geht es darum, nicht ständig zig Bewerbungsnachweise (wieviel eigentlich innerhalb welchenZeitraumes?) erbringen zu müssen?

    Im übrigen vetrete auch ich die Meinung, dass man mit einem kleinem geforderten Stundensatz an geleisteter Arbeit als Gegenleistung für den Hartz IV-Bezug nie anden ausbeutet, sondern vielen wieder dringend benötigte soziale Kontakte und Strukturen bereitstellt, die eine spätere Arbeitssanstellung besser  bewältigen lassen.

    „Ich schlief und träumte, das Leben wär‘ Freude. Ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht. Ich handelte und siehe – die Pflicht ward zur Freude.“ Auch von Goethe, oder?

    Noch ein letztes Wort an Eulenfeders Verteidiger. Mein kleiner Satz war nicht böse gemeint und das kleine Quentchen Ironie wird einer, der selbst austeilen kann wie Eulenfeder, mit Sicherheit unbeschadet überstehen.

    Und noch ein kleiner Satz zur Revolution: der revolutionäre Gedanke unserer Zeit ist das Mit- und Füreinander, nicht das Gegeneinander und ganz sicher nicht die Forderung nach staatlich abgesichertem  Nichtstun.

     

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      Bettina
      Antworten
      So ähnlich sehe ich es auch. Keinem Menschen ist damit gedient, wenn er als Harz IV- Empfänger dauerhaft ohne Job bleibt. Also sind Jobcenter in Kooperation mit Arbeitsamt und dem Arbeitsmarkt gefragt. Weiterbildungen dürfen sich natürlich nicht daraus begrenzen, Anträge zur Bewilligungen von Harz IV. Bezügen überhaupt ausfüllen zu können. Demnach muss das Prozedere für eine harz IV- Empfänger ja so kompliziert sein, dass man es ohne Zusatzqualifikation nicht mehr bewätigen kann.  da wäre es doch weiß Gott einfacher und kostensparend, dis Prozedere zu vereinfachen und anstatt Juristen. Beamten deutsch ein normales Deutsch auf den Anträgen zu verwenden.
      .
      Nun aber zu Fortbildungsmaßnahmen. Die halte ich für sehr sinnvoll, zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Es kann für einen Menschen dauerhaft nicht befriedigend sein, vom Arbeitsmakrt ausgegrenzt zu sein. letztendlichbauen sich viele soziale Kontakte über eine Arbeitsstelleauf, und jede Arbeit gibt irgendwo auch eine innere Befriedigung.
      .
      Nun kommt das nächste Thema: Eingliederung in einen Arbeitsmarkt mit leistungsgerechter Bezahlung. Das ist ein wichtiger Punkt und damit fallen alle Leiharbeitsverträge weg, weil die sind Ausbeutung pur.
      Die Enhaltung der Mindestlöhne ist das absolute Minimum. Der Mindestlohn müsste sowieso dringend erhöht werden, schließlich steigen ja auch die Lebenshaltungskosten, Versicherungen und Steuern.
      .
      Letzter Punkt, ich denke weiter: woher kommen die Arbeitsplätze? Sie zaubern sich nicht aus dem Hut. Arbeitsplätze werden geschaffen, indem die Wirtschaft sich ankurbelt- das tut sie derzeit nicht, und wird sie vermutlich in den nächsten Tagen auch nicht tun. SAlso müssen Arbeitsplätze umverteilt werden. das geht nur mit einer Verringerung der Arbeitszeit auf eine 30 bis 35 Stunden Woche. Mit der Veränderung  würden alle ihren Anteil an Solidarität zeigen:
      .
      Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
      Die Themen Bekämpfung der Armut, Verbesserung der Situation für Harz IV Betroffene und eine Umstrukturierung im Beschäftigungsverhältnis sind nicht voneinander zu trennen.
      • Avatar
        anton
        Antworten
        Liebe Bettina: Ja, aber die Maßnahmen müssen passen, die Leiterin  muss qualifiziert sein usw.ich weiß, dass selbst das unzureichende Nahles-Programm, um Lanzeitarbeitslsoen einen subventionirten Job zu ermöglichen, wieder abgeschafft wird. Gerade für Kranke und Behinderte müssten doch dauerhafte Möglichkeiten geschaffen werden!Ich bin dafür, ALG-“ in ein Bürgergeldmodell, nicht Grundeinkommen- übergehen zu lassen! Bürgerarbeit, subventionierte Arbeit, clevere Fortbildungen, dies wäre gut!Wir sollten und hier nicht über generellen Verzicht aufs Arbeiten konzentrieren, unrealistisch!Klar, Verkürzung der Arbeitszeit, aber schwer durchzusetzen, geht nur, wenn teilweise auch auf Lohn verzichtet wird bzw. Bürgergeldmodell aufkommt!
        • Avatar
          Bettina
          Antworten
          Lieber Anton,

          die einzelnen Modelle sind mir zweitrangig. Es gibt es bestimmt PolitikerInnen, die alles schon dreimal durchgespielt haben, in allen Facetten. Das geregelte Grundeinkommen, ich glaube, das ist ein Begriff der Linken, ebenso das Bürgergeld. Im Endeffekt geht es mir nicht um die Form, sondern um das Durchführen an sich. Also auf deutsch gesagt, hauptsache es tut sich mal endlich etwas.
          .
          Verkürzung der Arbeitszeit zur Abeitsumverteilung:
          Die Verkürzung der Arbeitszeit ist eine alte Forderung, die ursprünglich von der IG Chemie gefordert wurde. Sie war schonmal umgesetzt, in Etappen, doch klammheimlich, fast unhörbar wurde alles wieder zurückgenommen. Nun sind wir wieder bei der 40 Std- Woche und mehr angelang. Dann kommen noch die Überstunden dazu. Das ist doch kein Leben mehr! Umgekehrt scharrt schon der Nächste vor der Tür, sucht händeringend einen Job und würde dir am liebsten deinen Bürostuhl unterm Hintern wegziehen.
          Ich bin mir sicher, eine Arbeitszeitverkürzung lässt sich durchziehen. Es ist aufwendiger für den Chef, zugegebenermaßen, aber es lässt sich realisieren. Das ist alles eine Frage des Willens und der Organisation. Hätte ich einen Betrieb, ich würde die 30 StundenWoche umgehend einführen, weil ich wüsste, diese 30 Stunden wären meine MitarbeiterInnen konzentriert und mit Elan bei der Sache. Nach einer Konzentration von fünf Stunden am Stück beginnt doch sowieso der Automatismus des Nase Popelns und Däumchendrehens. Das könnten mein Mitarbeiter gerne zu Hause erledigen.
          🙂

          • Avatar
            anton
            Bettina: Wenn es nur um die Kostenfrage, nicht um die Nutzenfrage- auch für den einzelnen Arbeitslosengeht, wird sich nichts tun!!Ich spreche nicht vom Grundeinkomen, eher von  negativen Einkommenssteuer- Aufstockungsmodellen! Der Mindestlohn ist zu beachten, sollte angehoben werden! Ich weiß, dass Arbeitslose der Vermittlerin die Bude einrennen, nur um eine Bürgerarbeit zu erhalten!Es ist sicher nicht gut, dass der Eine sich einen Ast arbeitet, der Andere gerne etwas arbeiten würde! Grüße
          • Avatar
            anton
            Bettina, ein kurzer Nachtrag: Fortbildungen sind wichtig, aber bestimmte Maßnahmen der JC dienen der Gängelung! Frau Müller will auch mal sehen, ob Herr Maier wirklcih arbeiten will, was vielelicht bei der Bürgerarbeit- aber nicht bei einer Sinnlosmaßnahme zu erfahren ist!
  • Avatar
    heike
    Antworten
    Ach Euli, Heikchen liebt ziemlich viele Leute und Du bist jedenfalls nicht unter denen, die sie hasst.
  • Avatar
    Bettina
    Antworten
    Und noch ein Punkt: Überstunden.

    .

    Zur Solidarität einer Arbeitsgemeinschaft gehört die unbedingte Einschränkung von Überstunden und damit verbunden ein gleichgewichtiges Verteilen von Arbeit.

    .

    Niemandem ist gedient, weder dem AG,  noch dem AN, wenn einer alles macht, und der nächste in die Röhre schaut.

    .

    Das muss doch endlich mal zu den Hirnen von Arbeitgebern kleiner und mittelständischer Betriebe vordringen!

    .

    Selbst die Krankenversicherungen hätten ihren Vorteil daraus, also wiederum das Gesamtsystem. Krankheitsbedingte Ausfälle und Burn Out infolge von Arbeitsüberlastung wären damit ein Thema von gestern.

  • Avatar
    heike
    Antworten
    Wer macht sich zur Zeit die Arbeit und sortiert die Kommentare? Vielleicht kann man sich diese Mühe sparen und sie einfach wie früher nach zeitlichem Eintreffen von oben nach unten auflisten. Ich fand das besser und übersichtlicher.

    Mein Euli-Kommentar gehört unter Eulis ‚Ja  – heike liebt mich!‘

    Abgesehen davon gehen auch andere Zusammenhänge in der neuen Ordnung manchmal verloren.

    • Avatar
      ak
      Antworten

      Hallo Heike,
      Roland ist bis 2.7. auf Urlaub. Ich logge mich bis dahin alle paar Stunden auf HdS ein und schalte die Kommentare in der Reihenfolge wie ich sie vorfinde frei. Manchmal ist halt ein paar Stunden leider niemand online, der sofort freischalten könnte. Dadurch sammeln sich offenbar einige Kommentare an, die dann auch nicht direkt aufeinander Bezug nehmen, auch wenn man sie der Reihe nach freischaltet. Seid sicher, auch am Wochenende werden weiter Kommentare freigeschaltet, manchmal halt mit einigen Stunden Verzögerung.
      Herzliche Grüße und alles Gute an alle!
      Alexander

      • Avatar
        eulenfeder
        Antworten

        Danke Alex !  auch Dir alles Gute

        von Herzen

        euli

      • Avatar
        Bettina
        Antworten
        Lieber Alexander,

        bei den vielen erforderlichen Freischaltungen von Kommentaren, die querbeet durch den Gemüsegarten gehen… verstöpsel dich bitte nicht 🙂
        .
        Auch meinen Dank für deine Urlaubsvertretretung
        .
        Herzlichen Gruß,
        Bettina

         

         

  • Avatar
    heike
    Antworten
    Ich finde die Beitràge von Helmut Josef Weber gut. Wir sollten in Deutschland darauf achtgeben, solche Verhältnisse zu verhindern und kontinuierlich daran arbeiten, sie auch im restlichen Europa wieder abzubauen. Was hindert uns/unsere Politiker daran? Ich hätte gern mal von einem Politiker eine ehrliche Antwort dazu.

     

  • Avatar
    heike
    Antworten
    „Ich schlief und träumte, das Leben sei Freude.

    Ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht.

    Ich handelte, und siehe, die Pflicht war Freude.“

    Dieses Zitat stammt von Rabindranath Tagore (1861 – 1941), einem indischen Dichter und Philosoph, Nobelpreisträger für Literatur 1913.

  • Avatar
    Bettina
    Antworten
    Lieber Anton,
    .

    dein Zitat vorweggestellt: „Wenn es nur um die Kostenfrage, nicht um die Nutzenfrage- auch für den einzelnen Arbeitslosengeht, wird sich nichts tun!!Ich spreche nicht vom Grundeinkomen, eher von  negativen Einkommenssteuer- Aufstockungsmodellen!“

    .
    Natürlich muss bei all diesen Betrachtungsweisen immer die Nutzerfrage im Vordergrund stehen. Wir dürfen nicht am Nutzer vorbeiplanen, sonst finden wir ein Gebäude vor, mit dem der Nutzer nichts anfangen kann. Nichtsdestotrotz muss sich jedes Modell finanzieren lassen. Es sind also beide Seiten zu berücksichtigen um daraus ein überlebensfähiges Zukunftsmodell entwickeln zu können. Ich vergleiche das gerne mit der Baubranche. Jede Idee, auch ganz im Sinne des Nutzers geplant, ist nur insofern umsetzbar, als dass auch die Finanzierung stimmt. Mit Luftschlössern baue ich nur  auf Sand.
    Das bedeutet übertragen: bei einer  anvisierten Veränderung im Sinne von mehr sozialer Gerechtigkeit, muss die Finanzierbarkeit im Vorfeld sorgfältig geprüft werden. In der Baubranche nennt man das: Kostenberechnung bzw. Kostenermittlung. Wir sind als Architekten dafür verantwortlich, dass im Laufe eines Bauverfahrens die vorausberechnteten Kosten eingehalten werden (Kostenüberwachung). Politiker stehen in der gleichen Verantwortung.
    .
    Was nun die verschiedenen möglichen Modelle betrifft, da habe ich mal etwas recherchiert:
    .
    http://www.n-tv.de/politik/dossier/Besser-als-Hartz-IV-article729730.html
    .

    Aufgrund meinen zu geringen Wirtschaftskenntnissen heraus könnte ich nicht sagen, welches der Modelle nun so dauerhaft sein könnte, um langfristig zu überleben. Das gilt es zu berücksichtigen. Keinem Harz IV- Empfänger wäre mit der Einführung eines sozial gerechteren Systems gedient, das morgen wieder verpufft, weil es auf Sand gebaut wurde.
    .
    Eine Umverteilung durch Reichen- und Vermögenssteuer, das wäre schonmal guter ein Ansatz zur Finanzierung, aber auch eine Umverteilung von Arbeitsplätzen. Je höher eine Vollbeschäftigung ist, desto mehr Geld im Umlauf, desto höher das Bruttosozialprodukt, desto gesicherter die Finanzierbarkeit von Umnverteilung im Sinne von mehr sozialer Gerechtigkeit.
    .
    Herzlichen Gruß,
    Bettina

     

    • Avatar
      anton
      Antworten
      Liebe Bettina: Mit Nutzen meinte ich, dass auch der einzelne Betroffene etwas davon haben soll! Sinnlosmaßnahmen schaffen nur Frust!

      Gruß

  • Avatar
    Piranha
    Antworten
    Aus Opfern des Systems wurden Täter gemacht.

    Nicht viele konnten dies ähnlich gut verdeutlichen wie z.B.  Max Uthoff in seinem Programm:

    Gegendarstellung.

    http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=53872

     

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    Helmut Hosef Weber
    Antworten

    Hallo Holdger,

    jeder Obdachlose hat ein Recht auf eine warme Wohnung **und das Recht ist einklagbar**.

    Natürlich gibt es Stromsperren, weil die Leute nicht ihre Stromrechnung bezahlen;

    vorzugsweise in den Familien wo Eltern rauchen oder dem Alkohol zugetan sind.

    Meine Tochter, die Grundsicherung erhält, nicht raucht und auch keinen Alkohol trinkt, führt ein Haushaltsbuch; sie kommt mit dem Geld  (gleicher Satz wie Harzt IV) prima hin.

    Da wir als Eltern nur nicht geldwerte Zuwendungen unserer Tochter zukommen lassen dürfen, finanzieren wir ihr z. B. das Motorrad, den Hund, ihre Fotoausrüstung, Computer usw. usw.

    Dafür bekommen wir aber auch das deutsche Kindergeld nach Spanien überwiesen.

    Das ist alles ganz legal.

    Man sollte nicht immer Extrembeispiele nehmen, aber gegen Ende des Monats wird unsere Tochter von Mitbewohnern (Eltern von 3 Kindern und arbeitslos) regelmäßig angepumpt, damit die Leute sich noch Tabak kaufen können; aber die Schuhe der Kinder haben sie hinten aufgeschnitten, damit die Füße der Kinder noch Platz haben.

    Was denken sich so Kinder, wenn Papa und Mama das Geld verqualmen, aber den Kindern die Füße weh tun?

    Viele Grüße aus Andalusien

    H. J. Weber

     

    • Avatar
      eulenfeder
      Antworten

      Herr Weber –

      ich muß ihnen leider sagen dass sie nicht viel Ahnung haben.

      aber fragen sie mal in den slums in Andalusien nach –

      wie es dort mit dem ‚Recht auf Wohnung‘ steht…

      wohl nicht anders als bei uns.

       

    • Avatar
      Holdger Plattas
      Antworten
      Sehr geehrter Herr Weber,

       

      na, Sie wissen ja ganz genau Bescheid bei den 800.000 ‚Stromgesperrten‘: alles MitbürgerInnen, die zu viel rauchen usw.! Können Sie mir Ihre Erkenntnisquelle verraten? Oder ist es vielmehr so: Vorurteil Nummer zwei stützt Vorurteil Nummer eins? – Ad infinitum!…

       

      Mit anderen Worten: Sie fantasieren sich „Extrembeispiele“ zusammen, nicht ich!

       

      Zweitens: man könne sein „warme Wohnung“ einklagen? – Aha, und woher wissen Sie das? Kennen Sie sich in der Rechtsprechung der bundesdeutschen Sozialgerichte wirklich aus? – Wieder „Fehlanzeige“, Herr Weber. Und zum Gegenbeweis könnte ich Ihnen zig Fälle nennen – allein aus unserer höchstpersönlichen Erfahrungspraxis! -, die das Gegenteil belegen.

       

      Nochmal also: was bewegt Sie, die Verhältnisse in der Bundesrepublik derart wahrheitswidrig schönreden zu wollen? Woher beziehen Sie Ihr merkwürdiges Überwissen? Und wieso haben Sie, ganz still und leise, Ihren Unfug zu den Verhältnissen im Abolutismus, an den Adelshöfen, nunmehr so einfach fallen gelassen?

       

      Glauben Sie wirklich, mit all diesem Kappes hier irgendjemanden ‚überzeugen‘ zu können?

       

      Na denn: viel Glück!

       

      Wobei ich die Abschlußfragen anhängen möchte: welches Glück wäre das denn, und auf wessen Kosten ginge dann dieses Glück?

       

      Auf jeden Fall auf Kosten der Wahrheit.

       

      Holdger Platta

    • Avatar
      eulenfeder
      Antworten

      Nun – Herr H. J. Weber –

      wird es ärgerlich !

      „Hallo ihr Leute in Deutschland – meiner Frau, meiner Tochter und mir geht es gut ! „

      Es ist ja nicht so dass wir ihnen und ihrer Frau und ihrer Tochter das nicht gönnen würden –

      aber warum dann aus dieser wunderbar abgesicherten Position auf die Armen in Deutschkland quasi mit dem Finger zeigen !?

      Hier sitzen Experten des tatsächlich erfahrenen Unrechts, von Zwangsgeräumten über Obdachlosen in Heimen bis ’noch‘ Wohnende deren Überlebenskampf kein wirkliches Leben mehr ist.

      Diese Experten haben ihnen den Irrtum ihrer Ansichten  nun nahe zu bringen versucht – und sie beharren weiterhin auf ihrer völlig wirklichkeitsfremden Meinung.

      Von Andalusien aus – wo es ihnen sehr gut geht ( gönnen wir wohlgemerkt ) möchten sie uns Betroffene weis machen dass wir nur auf einem ‚Hohen Niveau ‚ jammern, nicht wahr, das ist es doch !?

      Es geht Richtung Unverschämtheit – Herr Weber !

      Aber gehen sie doch mal in die slums in Cordoba – ihre Heimat nun und ihr Wissen daraus – und klopfen sie an eine Wellblechhütte. “ hallo, mein name ist Weber, meiner Frau und meiner Tochter und mir geht es gut ! –  ich vertstehe also nicht über was sie sich hier beschweren ! – und warum lassen sie ihre Kinder so erbärmlich herumlaufen ! “ …

      Man würde sie dort eines Besseren belehren, ihnen ihre Überheblichkeit ‚austreiben‘ – da verstehen die Sinti und Roma keinen Spass mehr – mit Recht.

      Nach meiner persönlichen Meinung sind sie ein überherblicher Dummschwätzer und bei mir können sie übrigens auch anklopfen, im Obdachlosenheim – eine Menge Dampf würde ich ablassen dann…

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

  • Avatar
    Helmut Josef Weber
    Antworten

    Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich die Verhältnisse in Deutschland kenne und sie auch hautnah miterlebe.

    Unsere  Tochter ist 100% erwerbsunfähig.

    Der Rentenbescheid lautet auf das Jahr 2046 (in Worten, zweitausendsechsundvierzig)

    Danach bekommt unsere Tochter die Altersrente, mit der dann ebenfalls aufgestockten Grundsicherung.

    Genauer gesagt: Wenn alles so weiter läuft, bekommt unsere  Tochter lebenslang genau den Satz zum leben, den Jemand bekommt, weil er wieder in Arbeit gebracht werden soll.

    Wir haben schon ein Behindertentestament gemacht, damit unserer Tochter später nicht ihr Erbe zum Lebensunterhalt verwenden muss.

    Natürlich hat unsere Tochter auch Vorteile dadurch, das wir in Spanien leben.

    Wir vermieten auch noch Ferienwohnungen und haben immer eine Wohnung für unsere Tochter frei.

    Ich denke es ist auch normal, das eine/unsere  Tochter lieber bei Papa und Mama in Andalusien am Pool liegt, oder Mandeln pflückt, als in Deutschland in der Wohnung zu sitzen; und desto länger sie bleibt, desto günstiger wird es wegen den Flügen.

    Aber wenn sie uns nicht hätte, dann hätte sie weiter vom Staat ihre beheizte Wohnung, mit einem kleinen Garten, die Nebenkosten bezahlt, eine Krankenversicherung, einen Teil er Versicherungen bezahlt, und das warme Wasser.

    Und dann hat sie noch etwas über 400,00 Euro für den Strom um alle anderen notwendigen Dinge.

    Das ist nicht die Welt, aber sie hat laut Haushaltsbuch bewiesen, dass auch noch ein paar Euro am Ende des Monats über bleiben würden.

    Natürlich ist das immer zu wenig.

    Aber was verdient eine Kassiererin bei LIDL.

    B.z.w. was bleib da noch zum Leben, wenn Wohnung, Nebenkosten; Heizung und Krankenkasse bezahlt sind?

    Viele Grüße aus Andalusien

    H. J. Weber

     

     

     

    • Avatar
      Bettina
      Antworten
      Lieber Herr Weber,
      .
      ich möchte mich in die Diskussion zwischen Ihnen, Herrn Platta und Eulenfeder nicht weiter einmischen. Mein Ansinnen ist ein ganz anderes. Finden Sie es nicht selber komisch, aus dem fernen Andalusien (Sie sitzen gerade gewiss in einem schmucken Sommerhäuschen, mit Blick auf’s Meer, stimmts?) in die digitale Weltgeschichte hinein Details über Ihre Tochter in Deutschland zu offenbaren, bis hin zur ihrer Lebensführung (Stichwort: Haushaltsbuchführung) und einer fast minitiösen Finanzdarstellung, ohne dass Ihre Tochter davon überhaupt weiß?
      Ich würde mir das nie im Leben gegenüber meinem Sohn erlauben. Schreiben Sie doch lieber von Ihrer finanziellen Situation, anstatt über andere. Vielleicht ist Ihre Tochter mit dem geringen Budget, mit dem sie auskommen muss,  gar nicht glücklich und würde sich lieber einen Papa wünschen, der ihr Leben nicht so in der Öffentlichkeit lobpreist.
      .
      Herzlichen Gruß,
      Bettina
    • Avatar
      Holdger Platta
      Antworten
      Sehr geehrter Herr Weber,

       

      zugegeben: ich verstehe Ihre Kommentare immer weniger.

       

      Zuerst war für Sie alles gold für die Bedürftigen in unserem Land, weil’s doch den Adligen früher nicht besser ging und die Not der Hartz-Vierer daran läge, daß sie alle (?) zu viel rauchten oder Alkohol konsumierten. Und eine „warme Wohnung“ sei für alle in unserem Lande garantiert.

       

      Nun stellen Sie uns detailliertest dar, wie gut es Ihnen in Spanien geht, daß davon auch Ihre Tochter in Deutschland profitiert, selbst dann, wenn sie sich bei Ihnen in Spanen aufhält, und daß sie – Ihre Formulierung oben – „Altersrente“ bekäme, „mit der dann ebenfalls aufgestockten Grundsicherung“.

       

      Fangen wir mal mit letzteren an (vorausgesetzt, Sie haben sich bei Ihrer von mir zitierten Äußerung nicht falsch ausgedrückt)! Also: der Betrag der „Grundsicherung“ wird nicht zusätzlich, in voller Höhe, aufgestockt auf die Altersrente, sondern die Altersrente wird auf die sogenannte Grundsicherung angerechnet, also abgezogen. Punkt eins.

       

      Punkt zwei: das große Wunder, daß Ihre Tochter diese Zahlungen auch bei Ihnen im Ausland beziehen könne, existierte bis vor kurzem nur zeitlich eingeschränkt und  nunmehr nur noch für maxinal 4 Wochen. Ich zitiere aus der neuensten Meldung von Harald Thomé, der verdienstvollerweise von Wuppertal aus seit vielen Jahren einen bundesweiten Rechtsinformationsdienst für Hartz-IV-Betroffene herausgibt. Hier das einschlägige Zitat:

       

      „Zusammengefasst werden weite Teile des Hartz IV – Sonderrechts auf das SGB XII übertragen. Z.B. mit verschärfter Aufrechnungsbefugnis von behördlichen Ansprüchen, der vorläufigen Leistungsgewährung, Verschärfungen bei den KdU und, als besondere Schweinerei, die Regelungen zum vorübergehenden Auslandsaufenthalt, nach der SGB XII – Berechtigte nur noch Leistungen erhalten, wenn sie sich nicht länger als vier Wochen ununterbrochen im Ausland aufhalten (§ 41a SGB XII – N). Vorher waren drei Monate ohne Probleme möglich.“

       

      Wieso Sie uns mit deartigen Schönfärbereien und Fehlinformationen beliefern, kann ich mir nicht erklären.

       

      Dritter und letzter Punkt: wir selber – meine Frau und ich – mußten seit 2005 beim zuständigen Sozialgericht in Hildesheim, in insgesamt über 20 Einzelverfahren, darum kämpfen, unsere unvermeidbaren Heizkosten von der für uns zuständigen Behörde erstattet zu bekommen. 20 Einzelverfahren deshalb, weil für uns beide jeweils pro Jahr 4 Ablehnungsbescheide ergingen, die einzeln vor Gericht gebracht werden mußten. Erst 2014 gab es zu allen anhängigen Gerichtsverfahren einen Vergleich, der die bis dato geleisteten Zahlungen um etwa 50 Prozent aufstockte –ohne Nacherstattung der nichtgezahlten Beträge in den gut 10 Jahren davor! – Und zum anderen empfehle ich Ihnen dringendst den Betroffenenbericht von Rüdiger Steinbeck „Ein Kampf um Wärme“ aus dem Jahre 2012, nachzulesen in meinem Buch zu Hartz-IV „Kaltes Land. Gegen die Verrohung der Bundesrepublik. Für eine humane Demokratie“, gemeinsam herausgegeben mit dem Bremer Ordinarius für Politologie und Soziologie an der dortigen Universität, Professor Rudolph Bauer, erschienen im Hamburger Laika-Verlag.

       

      Ich verstehe nach wie vor nicht, aus welchen Gründen Sie hier reihenweise falsche Behauptungen aufgestellt haben. Ich verstehe auch nicht, wieso urplötzlich ans Licht zu kommen beginnt, daß Sie selber zigfach Kämpfe vor bundesdeutschen Sozialgerichten auszufechten hatten und immer noch haben. Für mich ein Widerspruch zu nahezu allem, was Sie vorher in Ihren Kommentaren hier zum Besten gegeben haben.

       

      Letzter Punkt (in Anknüpfung mal an eine Wendung von Konstantin Wecker: „Dann denkt mit dem Herzen!“):

       

      Sie betonen urplötzlich die Erforderlichkeit, für seine Rechte in der Bundesrepublik (die einem eigentlich zustehen!!!) juristisch kämpfen zu müssen. Auszug aus Ihrem gestrigen Kommentar:

       

      „Man muss eben was tun.“

       

      Wissen Sie nicht, oder wollen Sie nicht wissen, daß keineswegs alle Hartz-Vier-Betroffenen die Kraft und die Fähigkeiten haben, solche Kämpfe zu führen? Existiert keinerlei Einfühlung bei Ihnen für diese Mitmenschen, die allzuoft – ich weiß, wovon ich rede! – völlig abgesackt sind in Verzweiflung, Erschöpfung, Depression? Was für ein Bewußtsein legen Sie da an den Tag? Was unseren Staat betrifft, in dem Verfassung und Verfassungswirklichkeit oft aufs furchtbarste auseinanderklaffen, und ebenso, was die betroffenen Menschen betrifft, die oft nicht mehr um ihr – eigentlich existierendes – Recht „kämpfen“ können, weil sie einfach zu kaputt sind (oder auch nie dazu in der Lage waren, aus Gründen, für die sie selber nichts können!)?

       

      Ich könnte, was Fragwürdigkeiten und Fehlinformationen, die Sie hier zu verbreiten bemüht sind, angeht, noch mit zig weiteren Widerlegungen bestücken. Die 30.000 Quadratmeter Grundstück zum Beispiel, über die Sie, eigener Angabe zufolge, in Spanien verfügen: was soll das den Grundstückeigentümern unter uns Hartz-Vier-Betroffenen helfen, die bereits mit 1.000 Quadratmetern Grundstück von Zwangsenteignung bedroht sind (= ein Fall aus meinem Bekanntenkreis)?

       

      Ich kann hier allen Mitleserinnen und Mitlesern nur empfehlen, sich aus kompetenten Quellen zu informieren. Leider zählen Ihre Aussagen nicht dazu.

       

      Holdger Platta

  • Avatar
    Helmut Josef Weber
    Antworten

    Hallo Bettina,

    naja, Sie kennen mich nicht und kennen meine Tochter auch nicht.

    Und ich heiße bestimmt auch nicht Weber.

    Meine Lebenssituation:

    Meine, liebe Frau und  ich sind Altersrentner, bekommen eine spanische Rente und eine deutsche Rente.

    Rentner brauchen in Spanien keine KK-Beiträge mehr zahlen und auch keine Zuzahlung für Medikamente oder Leistungen die von der KK erbracht werden.

    Und das ist bei mir eine Menge.

    Ich habe seit über 10 Jahren Leukämie (CML) und muss das Medikament Sprycel nehmen, die Monatsration kostet 5.600,00 Euro.

    Gut, hier in Andalusien kostet alles fasst die Hälfte, im Gegensatz zu Deutschland, oder anders gesagt, das Leben ist recht günstig.

    Für etwa 30.000 qm Grundstück und den darauf befindlichen Gebäuden zahlen wir weniger Grundsteuer und für Müllabfuhr, als wir für unseren Rottweiler in Deutschland an Hundesteuer zahlen müssten.

    Als die Straße asphaltiert wurde NULL Euro Zuzahlung.

    1 qm Wasser /bestes Trinkwasser aus der Sierra Nevada 65 Cent/qm.

    14 Stunden am Tag Strom für 9 Cent und die anderen 10 Stunden für 19 Cent, alles inklusive MwSt. und Grundgebühr.

    Gemüse ungefähr die Hälfte und weniger.

    Nackenbraten z. B. 2,65 Euro das Kilo,

    1 Kilo Hähnchen1,65 Euro, usw.

    Wir vermieten noch Ferienwohnungen ganz offiziell mit Lizenznummer.

    Abgaben dafür NULL Euro.

    Selbst Steuerhinterziehung ist in Spanien bis 100.000,00 Euro im Jahr keine Straftat.

    Hast Du sonst noch Interesse an Daten aus Spanien, dann schriebe mir, ich antworte Dir gerne.

    Hallo eulenfeder,

    ja klar, die warme Wohnung und alles Weitere ist nur in Deutschland notfalls einklagbar und selbst der Rechtsanwalt kostet nichts.

    Alle Rechtsstaaten der westlichen Welt können nicht garantieren oder dafür sorgen, das Menschen nicht Unrecht getan wird.

    Aber jeder Bürger hat das Recht gerichtlich feststellen zu lassen, ob eine Entscheidung, die gegen ihn ergangen ist, mit den Gesetzen vereinbar ist.

    Ich habe im letzten Jahr 5 Prozesse vor den Sozialgerichten angefangen, davon hab ich schon

    3 gewonnen und alles auf länderübergreifende Prozesskostenbeihilfe; also kostenlos.

    Die anderen beiden werde ich auch gewinnen.

    Und wer das psychisch nicht schafft, bekommt, wie einige der Leidensgenossen meiner Tochter, einen Betreuer, der das regelt.

    Man muss nur einmal den Hintern hoch kriegen und sagen: Bitte helft mir.

    Die beste Freundin meiner Tochter führt einen Prozess nach dem andern und gewinnt diese auch.

    Hallo Holdger Plattas,

    ich kenne mich vor deutschen Sozialgerichten aus.

    Auch das Kindergeld für unsere Tochter musste ich einklagen, durch 2 Instanzen.

    Ich führte die Klagen für meine Tochter vor den Sozialgerichten, auch als man ihr die Grundsicherung nicht geben wollte.

    Für meine Ehefrau habe ich die deutsche BU-Rente eingeklagt und für mich selber eingeklagt, dass meine Zeiten als familienversichertet Ehemann in Spanien in Deutschland als 9/10 Belegung bei Versicherungszeiten angerechnet wurden.

    Zusammenfassend:

    Hier ist das Paradies und unsere Tochter unterstützen wir ganz offiziell mit 550,00 Euro im Monat.

    Das Sozialamt weiß das, kann aber nichts dagegen tun, weil es nicht geldwerte Dinge sind, wie ein Motorrad mit Überlassungsvertrag, Computer, Fotoausrüstung usw. usw.

    Dafür bekommen wir aber das Kindergeld und zwar lebenslang.

    Die Stadt bekam es früher und hat auch den Prozess gegen mich verloren.

    Man muss eben was tun.

    Viele Grüße aus Andalusien

    H. J. Weber

     

     

     

    • Avatar
      Bettina
      Antworten
      Lieber Herr Weber,
      es tut mir leid, dass ich Sie in die Ecke des „Hauses in Andalusien mit Meeresblick“ gepackt habe. Es war nicht rechtens von mir, doch ehrlich gesagt, wollte ich Sie damit aus der Reserve locken, um von sich selbst zu erzählen. Das haben Sie nun getan, vielen Dank dafür. Es tut mir sehr leid, dass Sie unter dieser schweren Krankheit leiden müssen, und ich hoffe, Sie und Ihre Frau stehen das gemeinsam durch. Es tut immer gut, einen vertrauten Partner an seiner Seite zu wissen, der einen in jeder Situation stützt und einfach da ist.
      Ich wollte an Ihren Kommentaren keinen weiteren Anstoß nehmen, außer, dass ich es tatsächlich befremdlich fand, wie Sie über ihre Tochter so freimütig öffentlich Auskunft geben. So langsam erkenne ich Ihre Gründe dafür.
      Ich möchte nun meinerseits ein Teil meiner selbst preisgeben. Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern an die Zeit, in der mein Vater, schwer erkrankt war. Er verbrachte diesen Teil seines Lebens zu Hause, im Kreise der Familie. Es war für ihn und für uns das einzig richtige, dass meine Mutter ihn aus der Anonymität eines Krankenhauses nach Hause brachte. Meine Mutter hat sich ein halbes Jahr für ihn regelrecht aufgeopfert, Medikamente besorgt, sich um eine gute ärztliche Versorung gekümmert, ihn gewaschen, gefüttert und gepflegt. An den Wochenenden (ich wohnte derzeit nicht mehr zu Hause) haben wir in Familie alles gemeinsam durchgestanden.
      Für mich war das eine traurige Zeit, und doch bin ich dankbar dafür. Sie hat mir gezeigt, wie versöhnlich ein gemeinsames Durchstehen von Leid sein kann. Ich habe meinenVater in der Phase ganz anders kennengelernt. Nach all den vielen Jahren der ewigen Auseinandersetzungen (wir haben uns ein Leben lang aneinander gerieben), war er mir auf einmal ganz nah.
      Eins war für mich schwer zu ertragen, ich hatte etwas Wichtiges im Leben versäumt: das gemeinsame „erlösende“ Gespräch mit meinem Vater unter vier Augen. Näher gebracht hat uns in der Zeit seiner Krankheit ein Zufall:  ich war schwanger. Meine Schwangerschaft begann mit dem Beginn seiner Krankheit. Tod und Leben standen auf einmal sehr dicht beieinander, und genau der Punkt hat meinen Vater und mich zusammengeführt. Noch heute bedauere ich es, dass mein Vater die Geburt meines Sohnes nicht mehr miterleben durfte. Doch das erste Ultrashallbild behielt er für sich, es war für ihn ein Trost und ein Stück Versöhnung mit dem Leben.
      .
      Herzlichen Gruß,
      Bettina
      .
      Mozart – Lacrimosa
      https://youtu.be/k1-TrAvp_xs
  • Avatar
    heike
    Antworten
    Liebe Bettina, lieber Holdger und Herr Weber,

    ich finde es immer wieder interessant, wider gleiche Beitrag von verschiedenen Menschen wahr- und aufgenommen wird. Deshalb möchte ich jetzt meine Wahrnehmung beschreiben. Seitdem ich hier auf diesen Seiten unterwegs bin, habe ich schon viele Zahlen und viele Beschwerden über die Situation der HartzIV-Bezieher in Deutschland gelesen, aber noch nie eine so detaillierte Dars und ehrliche Darstellung einer konkreten Situation, wie die von Herrn Weber dargestellte, für die ich sehr dankbar bin. Meiner Empfi dung nach beschönigt er nicht, sondern bringt gerade durch die ehrliche Darstellung die Situation deutlich zum Ausdruck: Man friert und man verhungert mit Hartz IV nicht. Sämtliche Nderen Anschaffungen, die fürden „Rest“ der Bevölkerung völlige Normalität sind (Fotoapparat, Auto, schöne Kleidung, Restaurantbesuch, Angelausrüstung, Reitstunden ….. wo auch immer der Interessen liegen) sind für dieseauf der unterfinanziellen Stufe angelangten Menschen nur möglich, wenn noch Eltern oder sonstige Bezugspersonenin der Lage sind, unterstützend unter die Arme zu greifen.  Sonst nicht. Inmitteneines Landes, das vor Wohlstand zu bersten scheint, die Kaufhäuser sind übervoll, im Fernsehenund Kino tummeln sich die glücklichen, schönen, gesundenMenschen, mit schönen Häusern, Kleidern usw., Es gibtim Grunde genommen alles zu kaufenund genug Leute zeigeneinem täglich, das – gibt es ein „paar“ Abgehängte und Ausgeschlossene, die ein Leben lang auf all das verzichten sollen, weil ? sie behindert sind, sie keine ihnen gerecht werden Arbeit mehr aufnahmen können, sie sich weigern, sich in Arbeitsverhältnisse zu begeben, die in ihnen ihre letzte Würde raubt.

    Man könnte die Cruz von HartzIV folgendermaßen zusammenfassen: zu wenig Geld (zum Leben zu viel, zum Sterben zu wenig) und elendiger Umgang von Seiten der Arbeitgeber mit den Arbeitnehmern, der in einer Vielzahl der Fälle  Hartz IV- Abstürzen führt.

    Das menschliche Miteinander, die Achtung vor dem anderen Menschen ist in dieser Gesellschaft auf einem Tiefpunkt angekommen.

    (Aufgrund meines noch immer nicht verschiebbaren Kommentarfeldes kann ich wieder nicht mein oben Geschriebenes nochmals Korrigieren und bitte schon jetzt, Tipp-, Ausdrucks- und andere Fehler zu entschuldigen.)

    • Avatar
      anton
      Antworten
      heike: Glaube auch, dass der Herr nur beschreiben und aufklären will! Bei ALG-2 muss sich etwas ändern, Altersarmut muss bekämpft- mehr für Behinderte getan werden! Ich wählte in den letzten Jahren immer die Linkspartei, kann es villeicht nciht mehr! Sie verstehen nicht, dass es um soziale-innere-äußere Sicherheit geht! Man muss den Armen dieser Welt vor Ort helfen, völlig offene Grenzen, so lafo- sind ein Zeichen neoliberaler Vorstellungen! Ja zu Europa, in viellerlei Hinsicht!!
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    Bruno
    Antworten
    Ist doch schön, all die Omas und Opas, die Mamas und Papas aus dem fernen EU-Ländle, die Hartz IV zur erfolgreichsten aller Roformen machen. Würden all die versoffenen und verqualmten Hartzer all das Geld nicht für die Sucht verbrauchen, hätten auch sie Omas und Opas, Mamas und Papas in einem fernen Land der Gemeinschaft der Werte. Bräuchten sie nicht ihr Geld für die Limousine, ihr Hauspferdchen, ihr Fotostudio, ihren Super-„CRAY“ und all die anderen Dinge der erfolgreichen neoliberalen Wertegemeinschaft ausgeben.
    Und so bleibt auch noch etwas übrig, vom…, nach vielen übertriebenen Erhöhungen auf sage und schreibe 409 € in die Höhe explodierten Regelsatz übrig.
    Darauf könnte man sich doch ein Gläschen Sekt gönnen. Und für ein Päckchen Havannas bleibt auch noch etwas übrig.
    Doch was denken wir an Geld.
    Trauern wir doch lieber in gemeinsamer Wiedervereinigungen an ihrer fernen Seite um den Verlust einer christlichen, einer personifizierten BILLIONenschweren „GUNST DER STUNDE„. Dem Chefeinkäufer vieler Wählerstimmen mit öffentlichen Spenden…hoppalla…, Steuergelder. Dem erfolgreichsten Reformer der Sozialkassen. Trauern wir um die christliche Abriss-BIRNE. Möge sein Gott der Werte ihn in sein Paradies sich holen.

    .
    Oh Gott, oh Gott, bekomme gerade eine verheerende Information. Bleibt nun die Himmelpforte zum „PARADIES DER WERTE“ für den Reformer auf ewig verschlossen?

    „Der Heilige Helmut hat seinen WERTE-„KOFFER“ mit dem Eintrittsgeld vergessen.“

  • Avatar
    Helmut Josef Weber
    Antworten

    Hallo Heike,

    ich habe hier den Eindruck, dass gerade die Leute, die anderen Leuten vorwerfen keine Ahnung von irgendwelchen Sachverhalten haben, selbst zwar Ahnung haben, nur nicht genug und davon viel.

    Natürlich kann man alles beklagen; ich bekomme auch nicht genug Rente.

    Nur—etwa 80% der Deutschen wählen genau die Parteien, die für diese Rentenkürzungen zuständig sind, die Hartz-Gesetze mitgetragen haben und für den Lohnabbau verantwortlich sind.

    Das werden auch die etwa 80% sein, die nicht in der Lage sind den Test zu bestehen, den ein Ausländer bestehen muss, wenn er Deutscher werden will.

    Nach einer repräsentativen Umfrage aus den vergangenen Jahren, finden etwa 80% der deutschen Bevölkerung Merkel gut, aber die Regierung schlecht.

    Diese Leute bringen Merkel überhaupt nicht mit einer Regierung in Verbindung.

    Heute labern die beiden Parteivorsitzenden der beiden größten Parteien der deutschen Bevölkerung vor, was sie alles für soziale Wohltaten begehen werden, wenn sie gewählt werden.

    Und der Michel glaubt das.

    Hallo— Merkel und Schulz sind an der Macht , und wenn sie heute das in den Bundestag als Gesetzesentwurf einbringen würden, was sie heute dem Wahlvolk versprechen, hätten sie sogar auch noch die Stimmer der  anderen Parteien.

    Ich selbst kann nicht klagen, denn mit den Hartz-Gesetzen wurde auch die Grundsicherung eingeführt, die meine Tochter seit 2005 bekommt, vorher mussten wir alles als Eltern selbst finanzieren.

    Jeder gesunde Mensch sollte erst einmal etwas für seine Ausbildung tun.

    Ich habe 3 Berufe erlernt und in 2 dieser Berufen die Meisterprüfung abgelegt.

    Das Arbeitsamt habe ich das letze Mal von innen gesehen, als ich mit 24 Jahren Anträge gestellt habe, dass mir die erste Meisterschule finanziert wird.

    Natürlich ist auch hier in Spanien nicht alles rosig.

    Nur- mit dem was im deutschen Regierungsfernsehen gezeigt wird, hat das nichts zu tun.

    So sind die Renten in Spanien wesentlich höher als in Deutschland, und werden dann auch noch 14 x im Jahr ausgezahlt.

    Rentner haben hier unfassbare Vorteile gegenüber deutschen Rentnern.

    Selbst bei den Sozialrenten fragt in Spanien Niemand nach Grundbesitz.

    Dann dürfen die Spanier noch mehr dazu verdienen, als sie an Sozialrente bekommen, ohne das ihnen etwas abgezogen wird.

    Wer 15 Jahre lang etwa 1/3 an Beitragshöhe in die Rentenkasse eingezahlt hat, die in Deutschland bezahlt werden muss, bekommt eine Grundrente von 640,00 Euro 14 x im Jahr ausgezahlt und brauch keine KK-Beiträge mehr zahlen oder irgendwelche Zuzahlungen.

    Davon kann ein deutscher Rentner nur träumen, das schafft er in 45 Jahren nicht.

    Wir wohnen hier auf dem Lande und alle Leute hier sind arbeitslos gemeldet; aber keiner ist ohne Arbeit.

    Wenn ich hier meinen einheimischen Nachbarn erzähle, dass die Leute in Deutschland Hundesteuer zahlen müssen, oder GEZ selbst dann, wenn sie kein Empfangsgerät haben, oder härter bestraft werden, wenn sie ohne Angelschein angeln, als ohne Papiere über die Grenze zu kommen, brechen sie in Gelächter aus. 

    Ja- und 100 Seiten weiter.

    Viele Grüße aus Andalusien

    H. J. Weber

    • Avatar
      Bettina
      Antworten
      Lieber Herr Weber,
      .

      ich war 2014 das letzte Mal in Spanien. Auf meinem Weg des Camino Frances habe ich trotz der Menschenmengen an Pilgern erlebt, wie sehr die kleinen hübschen Dörfer am Wegesrand teilweise wie ausgestorben wirkten. Viele alte Poderis waren verlassen und dem Verfall preisgegeben. Ich habe es mir lange auf meinem Weg angeschaut und mich gefragt, woran das wohl liegen mag. Wohl wusste ich um die damalige Zeit der wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Spanien bescheid, doch noch brachte ich die Dinge nicht in Zusammenhang.  Also unterhielt ich mich mit einer freundlichen spanischen Frau am Wegesrand, einer Dorfbewohnerin, die mir zu trinken und zu essen anbot. Sie berichtete mir, fast unter Tränen, wie sehr die wirtschaftliche Situation den Spaniern zusetzte und wie viele junge Menschen gezwungen waren, sich auf den Weg zu machen, raus aus dem heimatlichen Dorf, erst in die nöchstgrößere Stadt, später ins europäische Ausland, in der Hoffnung, dort eine Chance auf Ausbildung und Arbeit zu bekommen. So haben sich die Dörfer Stück für Stück entvölkert, Mit ihnen gegangen ist ein Stück spanischer Kultur, der Zusammenhalt der Familie. Was ich 2014 in Spanien beobachtet habe, beobachte ich heute in Griechenland, bei einer 50% -tigen Jugendarbeitslosigkeit nicht verwunderlich. Auch dort entvölkern sich derzeit ganze Kolonien an Dörfern, mehr noch auf den Inseln, als auf dem Festland.
      Meine Frage an Sie, was beobachten Sie? Wie ist es heute um die Wirtschaft in Spanien bestellt? Ist die Zahl der Jugendarbeitslosigkeit inzwischen wieder gesunken? Kommen die jungen Spanier wieder in ihr Heimatland zurück?

      .

      Herzlichen Gruß,
      Bettina

    • Avatar
      F. J. Kluge
      Antworten

      Hallo zusammen….

      Kluge mein Name, F. J. Kluge –

      Lebe seit vielen Jahren auf Coco Island ( Seychellen )

      habe noch liebe Verwandte in Wuppetal,

      sie sagen es geht ihnen sehr gut in Deutschland.

      ich verstehe also nicht warum ihr euch so beklagt.

      Liebe Grüsse vom Strand

      euer

      F. J. Kluge

       

       

       

       

      • Avatar
        Holdger Platta
        Antworten
        Oh oh, lieber Herr Kluge, ich befürchte, nicht jeder wird Ihren supersatirischen Beitrag mit seiner Ironie verstehen!

         

        Mir zumindest hat Ihre Zuschrift aber sehr gefallen. In der Tat: zukünftig Hartz-IV nur noch von den Seychellen aus beurteilen! Ist noch besser als ’nur‘ Andalusien.

         

        Mit herzlich-amüsierten Grüßen

        Holdger Platta

      • Avatar
        Pappa ante Portas
        Antworten
        Guten Tag Herr Kluge,

        Lohse ist mein Name,

        und ich möchte hier einkaufen!

        .

        🙂

  • Avatar
    heike
    Antworten
    Noch ein paar grundsätzliche Beobachtungen und Überlegungen  zu Armut und Verelendung. Das Kalkül dieses Staates und dieser Gesellschaftsordnung zielt darauf ab, die Menschen in ständigen Existenzängsten und Überlebenskämpfen zu belassen, um Aufmüpfigkeiten und Widerstände sowie kluges Gedankenansätze zu verhindern. Dazu fehlen dann Zeit, Energie und auch Mut.

    Die Gesellschaft wird gespalten und es ist auch so, wie ein Kommentator hier schrieb, diejenigen, die sich noch einigermaßen oder auch ziemlich gut halten können, ignorieren die unter ihnen stehenden oder beuten sie materiell oder psychologisch aus. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, er braucht auch die Anerkennung, Wertschätzung und Achtung seiner Mitmenschen.

    Das Damoklesschwert des Absturzes und der Armut schwebt über allen und zumindest im Unterbewusstsein wissen das die meisten. Eine gerechtere Gesellschaft braucht Richtlinien für angemessene Bezahlungen und Verhinderung von Ausbeutung und auch Verdummung sehr vieler Menschen.

    Wie groß ist eigentlich der Gewinn der Lidl-Besitzer? Wenn ein Gestz eine Gewinnbeteiligung der Arbeitnehmer eines Unternehmens in bestimmten Prozenten regeln würde, wäre es schongut. Mindestlohn 12 Euro und dazu die Gewinnbeteiligung. Dann sind Arbeitnehmer und Ladenbesitzer ein Team.

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    heike
    Antworten
    Im übrigen hasse ich langsam dieses unverschiebbare Kommentierfeld. Geht es nur mir so?
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    Helmut Josef Weber
    Antworten

    Hallo Bettina,

    die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien ist ein Thema für sich.

    Es gibt praktisch keine Ausbildung wie in Deutschland, wo ein junger Mensch, z. B. als Auszubildender in einen Betrieb geht (sagen wir einen Handwerksbetrieb) und dort 4 Tage in der Woche zusammen mit bereits gut ausgebildeten Gesellen zusammen arbeitet; es folgt dann 1 Tag Berufsschule.

    In diesem Arbeitsbereich gibt es oft in Deutschland auch noch einen Obermonteur, der aber nicht Weisungen an die Gesellen gibt, sondern ganz speziell bei Kunden zum Einsatz kommt, wo kniffelige Arbeit erledigt werden muss.

    Und gerade dieser Obermonteur hat zumindest immer einen Auszubildenden  dabei, der dann hautnah auch die schwierigsten Arbeitsaufgaben miterlebt und auch mit erledigen kann.

    Meistens „schlagen“ sich die Auszubilden darum, zu diesem Obermonteur eingeteilt zu werden, zumal er auch durch seine handwerkliche Kompetenz und Berufserfahrung mit Kunden, eine in sich selbst ruhende Sicherheit ausstrahlt, und für den Auszubildenden sind interessante Arbeitserfahrungen vorprogrammiert.

    Dann kommt der Meister ins Spiel, der in Bezug auf Menschenführung, Deeskalationspolitik, und jugendpsychologischem Wissen, eine Menge einzubringen hat, denn diese Art der Ausbildung ist zumindest bei Meisterprüfungen im Handwerk   Prüfungsfach.

    Hat der Auszubildende dann seine Gesellenprüfung bestanden, hat er seinen Gesellenbrief als Garantie, das er sein Handwerk beherrscht, und kann von der Firma eingesetzt werden.

    Das ist in Spanien nicht so geregelt

    Z.B. gibt es dort keine Meister.

    Ich hatte als Gas- u. Wasserinstallateurmeister eine Gaskonzession und eine Wasserkonzession bei dem zuständigen Versorgungsunternehmen und als Zentralheizungs- u- Lüftungsbauermeister, eine Ölkonzession.

    In Spanien erledigen das Ingenieure, die aber wieder keine praktische Berufserfahrung haben.

    Also baut hier Irgendjemand, der meint, dass er gut Gasleitungen verlegen kann, diese Gasleitungen  und sucht dann einen von den Gaswerken zugelassenen Ingenieur, der die Leitung technisch abnimmt.

    Dieser Handwerker arbeitet aber höchstens seinen Sohn in seine Firma ein, aber keine fremdem Jugendlichen, denn einmal hat er dazu nicht die Ausbildung und Niemand würde dem „Auszubildenden“ ein Zertifikat darüber ausstellen, das er nun selbständig als Geselle arbeiten kann.

    Also— wenn die Firma nun bei diesem Handwerker in Spanien, der diese Installationsarbeiten macht, so gut läuft, dass er Hilfe benötigt, bildet er nicht aus, sondern sucht sich am Markt einen Erwachsenen, der das schon einige Jahre macht.

    In Bezug auf handwerkliche Arbeit ist Spanien die Katastrophe.

    Es muss mindestens alle 2 bis 3 x gemacht werden bis es klappt.

    Wenn man die Handwerker  fragt, was der Unterschied zwischen Schweißen und Löten oder zwischen einem Hahn und einem Ventil ist, zucken sie mit den Schultern.

    Wenn ich diese Handwerker irgendwo arbeiten sehe, bricht mir der Schweiß aus und ich muss wegsehen. Hier auf dem Lande stehen dann die Häuser leer, wenn die alten Leute, die noch Rente bekamen, verstorben sind.

    Haben die Enkel eine gute Ausbildung, dann verkaufen sie das Haus und machen sich mit dem Erlös durch den Verkauf,  z. B. auf nach Australien, wo diesen jungen Leuten mit einem Punkteprogramm der rote Teppich ausgelegt wird.

    Wer jung  ist und eine Ausbildung hat, hat schon soviel Punkte, dass es dort bleiben kann und großzügige Hilfen vom Staat  bekommt.

    Ein junger Ingenieur oder Mediziner, der einmal (nach langer Arbeitslosigkeit) in Australien, mit seiner Freundin die er gleich mitgenommen hat, oder mit Frau und kleinen Kindern, einmal Fuß gefasst hat, kommt nie mehr zurück.

    Zurück bleiben die Alten, Kranken und die Leute die nichts gelernt haben und die, die nie mit dem Hintern hochkommen werden.

    Und dann die Verwaltungen:

    Nur unseren Rottweiler anmelden 3 Jahre,

    Fertigbauabnahme vom Haus (und es war alle in Ordnung) 5 Jahre.

    Antwortschreiben einer Verwaltung nach einer Anfrage 2 bis 3 Jahre; wenn überhaupt.

    Ich komme ich mir hier in Spanien immer mehr vor wie in einem Asterix-Comic, zumal wenn es um Verwaltungen geht.

    Umzingelt von den Leuten, Antwortenix, Denknix, Machtnix, Weissnix,  und Kannix.

    Und das Schlimme ist, ich gehöre auch bald dazu, als Fragnix, Sagnix, Erklärnix, weil das Bringtnix.

    Ja- und hundert Seiten weiter.

    Das nur zur Jugendarbeitslosigkeit.

     

    Viele Grüße aus Andalusien

    H. J. Weber

    • Avatar
      Bettina
      Antworten
      Danke, lieber Helmut Josef, für deine Ausführungen.
      .
      bei deinem nächsten Hausbau kommst du zu mir, versprochen? Habenix aber Weißwas. Erklärnix weiter außer: bin Architektin mit Praxiserfahrung, Magnix schläfrige Behörden aber Asterix, Obelix uuuun (!) Idefix. Andalusien, klingt gut, nach andalusischem Feuer.

      .

      Herzlichen Gruß,
      Bettina

  • Avatar
    Helmut Josef Weber
    Antworten

    Hallo  Bettina,

    danke für Deine Worte.

    Das mit der Leukämie haben die Ärzte gut im Griff.

    Dank der neusten Medikamente liegt die Überlebensrate nach 5 Jahren bei 98%.

    Ich werde auch gut versorgt.

    Ich habe vor etwa 17 Jahren meine erste Liebe mit nach Spanien genommen; wir kennen uns nun schon bald 50 Jahre.

    Sie war 15 und ich 17 als wir uns kennen gelernt haben.

    Und ich war auch ihre erste Liebe.

    Und wenn ich ihre letzte Liebe bleibe, dann habe ich in meinem Leben viel geschenkt bekommen.

    Ich habe 2 x in der Universitätsklinik auf der Intensivstation in Málaga gelegen.

    Und 2 x haben   die Ärzte meiner Frau gesagt, das es unmöglich ist, dass ich es noch schaffen werde.

    Ich war 2 x ganz, ganz naht dran.

    Seit dieser Zeit habe ich immer 2 Sack Holzkohle im Haus

    3 x tief durchatmen und es ist aus.

    Naja -als Gas- und Wasseristallateurmeister bin ich eben vom Fach.

    Ich habe auch eine 9 mm, aber das darf man seine Angehörigen nicht antun.

    Aber, die Blutuntersuchungen der letzten Jahre zeigen immer, dass es gut ist.

    Mein Arzt sagt immer, ich muss irgendwann an etwa anderem sterben.

    Aber jetzt noch nicht, denn ich habe hier noch meine liebe Frau, der ich mal versprochen habe, sie in Spanien auf Händen zu tragen.

    Viele Grüße aus Andalusien

    H. J. Weber

     

     

  • Avatar
    heike
    Antworten
    Hallo Holdger,

    ich finde Herrn Webers Beschreibungen der Zustände und Gegebenheiten in Spanien und seiner Tochter in Deutschland durchaus kompetent. Sie erwecken auch nicht den Anschein, dass ‚Hartzer‘ das Paradies auf Erden hätten, sondern beschreiben einfach nüchtern die Situation in dieser konkreten Familie. Jeder normal denkende Mensch wird verstehen, dass 409 Euro monatlich zum Leben sehr wenig sind und nur aufgrund in dieser Familie möglicher weiterer Zuwendungen ein erträgliches Leben möglich ist. Niemand wird diese Situation automatisch auf alle Hartz IVer ausweiten.

    Die Rentenregelung in Spanien und die Befreiung von Zuzahlungen und Krankenkassenbeiträgen im Alter finde ich interessant. Es ist doch gut, so etwas mal zu erfahren.

    Welche Schwierigkeiten es bereitet, die einem zustehenden Gelder zu erhalten, war mir bisher überhaupt nicht bekannt (und vielen anderen in der Bevölkerung sicher auch nicht). Man kann so etwas nur wissen, wenn jemand darüber redet. Das vielen Kraft und Ressourcen fehlen, so  für ihre Rechte zu streiten wie Du und Herr Weber wird sicher in der Verteilung der Zuschüsse auch eingeplant, was eine gewisse Menschenverachtung offenlegt und durchaus ein Spiegel des Umgangs mit den hier „verwalteten“ Menschen ist.

    Den einen bleibt Resignation, den anderen kurze Ausbrüche reiner Wut gegen Staatsbeamte und JC-Mitarbeiter, aber alles in allem wird sich auf diese Weise nichts ändern, außer dass vielleicht in Zukunft noch Polizeibeamte in den Jobcentern anwesend sind. Um für ihre Rechte zu kämpfen und auf ihre Situation aufmerksam zu machen, müssten sich Betroffene und ihre Unterstützer zusammenschließen und ähnlich einer Gewerkschaft auftreten. Meiner Meinung nach könnten auch alle in die LINKE eintreten, da dort für ihre Unterstützung gestritten und gekämpft wird.

  • Avatar
    Helmut Josef Weber
    Antworten

    Hallo Holdger Platta, das ist eine Menge von aneinander gereihten Unwissen, was Sie da schreiben, aber ich werden versuchen den Schleier bei ihnen zu lüften.

    1. Meine Tochter bekommt kein Hartz IV, sondern eine Aufstockung ihrer Rente durch die Grundsicherung wegen Erwerbsunfähigkeit; sie muss sich nicht abmelden, wenn sie verreist.

    2. Es geht den Leuten in Deutschland besser, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind, als in Spanien.

    3. Meiner lieben Frau und mir geht es besser in Spanien, weil die Renten höher sind, weniger Grundkosten da sind und weil hier die Sonne viel scheint.

    4. Wir mussten 30.000 qm kaufen (2000 für 30.000,00 DM) weil es mur Baugenehmigungen hier auf dem Lande gibt, wenn mindestens 25.000 qm vorhanden sind.

    5. Meine liebe Frau und ich bekommen keinerlei stattliche Unterstützung, weder aus Deutschland, noch aus Spanien.

    6. Das Kindergeld ist immer eine Leistung, die den Eltern zusteht, wenn das Kind die Voraussetzungen erfüllt um Kindergeld zu erhalten.

    Meine Tochter erfüllt durch ihre Behinderung die Voraussetzungen und meine Frau und ich erfüllen die Voraussetzungen dadurch, das wir in Deutschland Einkommen haben, nämlich unsere Renten

    7. Ja- man muss sich wehren und man kann sich wehren in einem Rechtsstaat und wer das selber nicht schafft, kann einen Betreuer an die Seite bekommen und einen Rechtsanwalt und beides ist kostenlos.

    8. Wieso sind Kämpfe gegen die Behörden eine Minderung der Lebensqualität???

    Mich belastet das nicht, ganz im Gegenteil; ich musste mein ganzes Leben um alles kämpfen.

    Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.

    9. Mit den 30.000 qm hatte ich erklärt, dass in Deutschland die Hundesteuer höher ist, als die Grundsteuer für unsere Grundstück in Spanien mit der Immobilie.

    Sehr geehrter Herr Holdger Platta,

    ich hoffe ich habe etwas Licht ins Dunkle gebracht.

    Wo Sie uneingeschränkt Recht haben, ist eben, das nicht alle Menschen psychisch so stark sind, ein Leben lang zu kämpfen.

    Enzo Ferrari, der große Autobauer hat einmal gesagt: Wenn ich aufhöre zu kämpfen, werde ich sterben.

    Hier auf unserem Grundstück hilft uns bei der Vermietung der Ferienwohnungen und sonst die Anlagen in Ordnung zu halten, auch ein deutscher Handwerker.

    Wir zahlen ihm den doppelten Mindestlohn.

    Der Mann ist handwerklich (und das kann ich wohl als Handwerksmeister beurteilen) einsame Spitze.

    Aber er ist nervlich nicht belastbar und versucht seine Ängste in Alkohol zu ertrinken.

    Es sind Kindheitserinnerungen die er nicht los wird, aber er will sich auch nicht helfen lassen.

    Wo ich zur Bestform auflaufe, wenn mir Jemand „an die Karre fahren will“ hat er tränen in den Augen und läuft weg.

    Was sollen wir tun?

    Alles was er im Leben anpackt geht schief, weil er psychisch nicht belastbar ist.

    Ich hoffe ich habe nichts vergessen.

    Ich denke auch, dass wir den anderen Lesern überlassen sollten, darüber zu urteilen, was ich schreibe, denn ich denke, Sie sind so dermaßen von Misserfolgen in Ihrem Leben geprägt, dass Sie gar keine neutrale Stellung mehr einnehmen können, sondern permanent nur das negative an jeder Sache suchen.

    Wer immer nur nach Bestätigung für die eigene Meinung sucht, wird blind für echte Probleme

    So– und nun möchte ich mich Verabschieden aus dieser Runde.

    Am meisten habe ich gelernt von den Menschen die mich kritisiert haben und ich habe mir auch Gedanken darüber gemacht.

    Aufgefallen ist mir, dass mich am meisten die Menschen kritisiert haben, bei denen es wohl im Leben nicht so richtig gelaufen ist.

    Aber ich kann nicht anders; ich musste mein ganzes Leben kämpfen.

    Ich freue mich aber immer, wenn meine Kinder mich um Rat fragen und ich auch hier in Spanien einigen Leuten helfen konnte, ihre deutschen Renten zu bekommen und das steuerfrei.

    Morgen kommen wieder neue Gäste, die Nachbarn kommen Pflaumen pflücken, ich muss einem Nachbarn die Melkmaschine nachsehen, und meine liebe Frau ruft  gerade, dass die Gäste, die über TUI morgen kommen wollten, schon heute kommen möchten.

    Morgen müssen wir unsere Brunnenpumpe testen, denn es beginnen wieder die Wassersperren, die jeweils  bis zu 9 Tage andauern können.

    Viele Grüße aus Andalusien

    H. J. Weber

     

    • Avatar
      eulenfeder
      Antworten

      …alles ausgepackt, aus der Kiste – nix mehr drin was noch relativierend schmücken könnte – der Unsinn bleibt.

      Unsinn geredet aus Unkenntnis vor allem ! Das ‚Beispiel‘ ihrer Tochter exemplarisch für die Situation Aller durch SGB2 und Hartz4 in der BRD ?

      Ihre ‚gewonnenen‘ Rechtsstreite bezeichnend für ein ‚Recht‘ das jeder bekommt in der BRD ?

      Unkenntnis – Herr Weber !

      Enzo Ferrari hats vorgemacht, wie das Kämpfen geht  ? … mit genügend Geld in der Tasche kann man hier auch bessere Anwälte bekommen, oder überhaupt einen inzwischen.

      Sie – Herr Weber – waren nie in dieser Existenzvernichtsmaschine, die durch Behörden hier gnadenlos betrieben wird, sonst würden sie auch diesbezüglich nicht solchen Unsinn reden.

      Unkenntnis – Herr Weber !

      ‚Wer in Deutschland auf staatliche Hilfe angewiesen ist, dem geht es besser ? ‚

      Unwissenheit aus Unkenntnis !

      Die Behinderung ihrer Tochter hat alles vieles möglicht, stimmts !?

      Ja – mit der nötigen Härte kann man sich wohl eine Ranch realisieren, mit Ferienwohnungen und Angestellten – nur der Handwerker ist noch nicht hart genug – er sollte sich an ihnen ein Beispiel nehmen.  Ich vermute allerdings dass er nerflich eine ganz andere Belastung nicht aushält, die Belastung durch einen Großgrundbesitzer der mit Ferrari als Vorbild den ‚doppelten Mindestlohn‘ zahlt ??

      Prima haben sie sich das alles arrangiert, mit Steuertricks und nowhow im business.

      Nein – Herr Weber – mich täuschen sie nicht ! – zu durchschaubar die Widersprüche und Behauptungen und Einschätzungen aus Unwissenheit und Unkenntnis.

      All das bezeichnend haben sie sich ja oben selbst überführt, in Fettbuchstaben sogar:

      “ Wer immer nur nach Bestätigung für die eigene Meinung sucht, wird blind für echte Probleme „

      Mein erster Eindruck war wie meistens der richtige:

      Überheblichkeit aus einer prima abgesicherten Position heraus, damit bezeichnend dafür dass nicht nur die Politiker das Problem sind, sondern auch die Gesellschaft.

       

       

       

       

       

       

       

       

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        Bettina
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        Schwestern und Brüder- Dalai Lama
        https://youtu.be/5lJwnSGROtg
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          Bettina
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          Das Gedicht war gedacht im Hinblick die Diskussion, die sich gerade in Schräglage befindet.
          .
          Seinen eigenen Standpunkt überdenken und gegenseitige Rücksichtnahme sind Ausgangspunkt für jegliche Diskussionen. Jeder von uns trägt auf der tieferen Ebene unserer gemeinsamen Menschlichkeit eine Verantwortung und sollte versuchen einen Schritt auf den anderen zuzugehen. Wenn wir die Standpunkte des anderen in Betracht ziehen, ihm gut zuhören und versuchen die Ausgangspunkte der Betrachtungsweisen zu verstehen, wenn es uns gelingt, Gedanken in ruhiger Diskussion auszutauschen, dann werden wir Punkte der Übereinstimmung finden.
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        anton
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        eulenfelder: Du bis leider auch kein passendes Beispiel, da Du scheinbar Arbeit und jede Autorität ablehnst, dann mach hinne!
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          eulenfeder
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          ach anton !

          “ no aan Ton anton… ! „

          Du bist eine rechte Socke und machst dir das „Vergnügen“ bei „Linken“ bischen „Störfeuer“ reinzupfurzen und mehr als Flatulenz ist es ja nicht was dich antreibt, denn im ‚Kopfe haste nischt…‘.

          Was Arbeit betrifft, da bist du neben deiner geistigen Armut ebenso ein Ahnunglsoser, da verwette ich meinen rebellischen Arsch – solltest also das Maul nicht so weit aufreissen.

          Viele hier wären übrigens nicht traurig wenn du endlich von hinne machen würdest – mit „deim Haislschmäh“  bist du gar nicht in der Lage irgendjemand anzusprechen, eigentlich.

          so what the fuck do you want here ?

           

           

           

           

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            anton
            Eulenfelder: Du bist eben kein Rebell!!
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            anton
            eulenfelder: Du hast hier nicht einmal für 1 Cent realpolitische Forderungen aufgestellt! Nur das Unmögliche fordern, natürlich nie von Lektüre begleitet, ist zu wenig!
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      Holdger Platta
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      Sehr geehrter Herr Weber,

       

      Sie können’s ja nicht lassen – bis zum Schluß nicht! Aber ich greife hier nur noch eine  -weitere! – Fehlinformation von Ihnen auf:

       

       

      „1. Meine Tochter bekommt kein Hartz IV, sondern eine Aufstockung ihrer Rente durch die Grundsicherung wegen Erwerbsunfähigkeit; sie muss sich nicht abmelden, wenn sie verreist.“

       

      Die Regelungen zur „Grundsicherung“ gehören zu den Hartz-IV-Gesetzen. Punkt eins.

       

      Diese sind mit Schwerpunkt festgehalten im Sozialgesetzbuch (SGB) XII. Punkt zwei.

       

      Und genau für SGB XII – so die ausführlich von mir zitierte Infomation von Harald Thomé – sind eben jene Meldepflichten bezüglich Auslandsaufenthalte verschärft worden. Nix da also mit keine „Meldepflicht“ für Ihre Tochter. Ich kann da nur hoffen, da kommt nicht nochmals was Negatives auf Ihre Tochter nach von Seiten der Behörden. Und nix da, gehört nicht zu Hartz-IV! Punkt drei.

       

      Für mich sagt deshalb Ihre ff. Formulierung alles über Sie aus:

       

      „Wo ich zur Bestform auflaufe, wenn mir Jemand „an die Karre fahren will“ hat er tränen in den Augen und läuft weg.“

       

      Diese Mischung aus Selbstbeweihräucherung der eigenen Härte und Selbstverkennung der eigenen Wirkung erklärt für mich auf deutlichste, was Sie so der Reihe nach alles zum Besten gegeben haben über Wohlstand und warme Wohnung für Hartz-Vier-Betroffene – besser, als es früher die Adligen hatten- , über 300.000 Obdachlose und über 800.000 Opfer von Stromsperren (offenbar alles nur Alkoholiker und/oder Nikotinsüchtige), über die urplötzlich aufgetauchte Erforderlichkeit für Betroffene – denen es doch Ihnen zufolge bestens geht -, für ihre Rechte kämpfen zu müssen, und offenbar nur Versager sind, wenn sie nicht mehr kämpfen können…

       

      Am besten, Sie kämpfen mit sich selber alleine in Ihrem Ring! Und sind auch noch Ihr eigener Schiedsrichter dabei!

       

      Mich haben Sie von Ihrer Kompetenz und Ihrer Mitmenschlichkeit – leider – nicht überzeugen können. Und frage mich nach wie vor, aus welchen Beweggründen und mit welcher Zielsetzung Sie sich hier so dringend über alles mögliche äußern mußten, bishin zu den vielfachen Aspekten Ihrer großartigen Stärke und Lebenstüchtigkeit  (…auf daß die anderen „Tränen in den Augen“ haben).

       

      Holdger Platta

       

       

       

       

      • Avatar
        anton
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        Holdger: Sie behaupten, es hätte nie Sankionen vor ALG-.2 gegeben, richtig!?
        • Avatar
          Holdger Platta
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          …nein, falsch! Wo hätte ich dieses behauptet? Wie kommen Sie    d a r a u f ?
          • Avatar
            anton
            Sie haben  es einer Diskussion über Hartz 4 behauptet, eine Vermittlerin schrieb hier noch, es hätte in der Sozialhilfe den § 25 gegeben, sie wollten es nicht glauben, vielleicht finde ich den Punkt mal wieder! Kürzungen auf 0, obwohl möglich, gab es meist nur bei jüngeren Beziehern!
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    Volker
    Antworten
    Heilige Scheiße, Herr Weber, als Ulknudel sind Sie sicherlich nicht der Hit, obwohl ich beim Lesen anfangs dachte: des Mannes Witz löst gleich einen Brüller bei mir aus. Ja, habe gerade gebrüllt (allerdings nicht lachend), unter der Vorstellung, wie ein Dreifach-Meister sich mit einer 9mm-Wumme erfolgreich durch’s Leben kämpft, sein Recht erstreitet, während der gemeine Jammerlappen sein Leben daneben (ver)plante, versoff oder verrauchte (?). Oder noch schlimmer: einfach nur zu blöde ist, um in diesem menschenfreundlichen System – gerade mal so – überleben zu können.

    Vor sieben Jahren drohte uns schon ein deutscher Arbeitsminister, Franz Müntefering (SPD): „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“.

    Diesen Knaller werde ich nicht vergessen, diese Drohung nach unten, dass sich Armut zukünftig selbst verantworten sollte.

    Wer einen Hartz IV-Bescheid lesen kann, dem wird gegeben.

    Herzliches Gruseln nach Andalusien.

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    Bettina
    Antworten
    Eine kleine Randbemerkung:
    Der Artikel „Armut in Deutschland: der Aufschrei bleibt aus“ ist soeben in die Liste der Top Ten der beliebtesten Beiträge aufgestiegen. Sollte die Diskussion in dieser Intensität weitergeführt werden, sehe ich mich genötigt, die kleine Weinkunde unter dem Beitrag „Sexuelle Gewalt ist fester Bestandteil des Patriachats wieder aufzunhemen.
    .
    Griechischer Wein – Udo Jurgens original Ελληνικό κρασί
    https://youtu.be/mhLE4-lswF0
    .

    🙂

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