Aufruf von medico international: Rojava statt Krieg!

 In FEATURED, Friedenspolitik

Angriffskrieg der türkischen Armee gegen das autonome Rojava – hier die Region Serekanye. Foto: medico international

Jetzt ist Solidarität mit den Menschen in Rojava und ihrem Widerstand gegen den Angriffskrieg des Erdogan-Regimes und seiner IS-Söldnertruppen gefragt! Die Hilfsorganisation medico international hat deshalb heute einen aktuellen Aufruf veröffentlicht mit klaren Forderungen: „Die Bundesregierung muss jetzt handeln und die Angriffe des Nato-Partners Türkei stoppen“: Aufkündigung des EU-Türkei-Deals, Einstellung der damit verbundenen Zahlungen und Aufkündigung aller Rüstungsexporte und -deals in die Türkei!“ Das Verhalten der Bundesregierung ist eine Schande: Noch kurz vor dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg hat die Bundesregierung den von ihr initiierten blutigen Deal gegen Geflüchtete mit der türkischen Regierung erneuert und damit Erdogan grünes Licht für seinen Angriffskrieg gegen Rojava gegeben. Deshalb braucht es jetzt den Druck der weltweiten Anti-Kriegs-Bewegung und der Zivilgesellschaft: Solidarisch an der Seite der Menschen in Rojava. Neben Demonstrationen, die seit gestern weltweit stattfinden, ist auch die Solidaritätserklärung  von medico international ein wichtiger Schritt, um Druck auf die Budnesregierung aufzubauen. Deshalb auch hier auf HdS der Aufruf und der Link zum Unterzeichnen. mb

„Solidarität mit den Menschen in Rojava!

Die Türkei bombardiert Rojava. Mit dem völkerrechtswidrigen Angriff befeuert die Türkei den Syrien-Krieg und verschärft die humanitäre Krise. Dieses politische und menschliche Desaster hätte verhindet werden können. Es bedarf jetzt all unserer Aufmerksamkeit und Unterstützung, um das Schlimmste abzuwenden. Wir stehen solidarisch an der Seite der Menschen in Rojava.

Nach der Schlacht um Kobanê im Frühjahr 2015 konnten die Menschen in Rojava aufatmen. Sie haben in den letzten Jahren den einzigartigen Versuch unternommen, inmitten eines brutalen Krieges eine demokratische Alternative zu etablieren. Das friedliche Zusammenleben verschiedener Ethnien und religiöser Minderheiten ist hier Realität: Rojava ist zum Zufluchtsort für hunderttausende Binnenflüchtlinge geworden, die vor dem IS und dem Krieg in Syrien in den Norden des Landes geflohen sind. Bis heute erproben die Menschen hier das Experiment einer partizipativen Demokratie, sie leben Gleichberechtigung und Partizipation.

Mit dem türkischen Angriff soll dieser über sechs Jahre andauernde Prozess zerstört werden. Rojava soll zurück in den Kriegszustand gebombt werden. Der erneue Krieg wird nichts als neue Vertreibungen und neues Leid bringen. Wieder wird es jene Bevölkerung treffen, die nach IS-Terror und Krieg endlich zu etwas Ruhe kommen konnte. Die türkische Eskalation muss gestoppt werden, bevor wieder alles zu spät ist. Schon in Idlib versagte die Internationale Gemeinschaft.

Wenn nicht Frieden, was dann?

Der brüchige Frieden in Rojava ist in Gefahr. Die Bundesregierung muss jetzt handeln und die Angriffe des Nato-Partners Türkei stoppen: Aufkündigung des EU-Türkei-Deals, Einstellung der damit verbundenen Zahlungen und Aufkündigung aller Rüstungsexporte und -deals in die Türkei sind konkrete Handlungsoptionen. Sonst machen sich Bundesregierung und EU erpressbar und sind mitverantwortlich für Erdoğans Politik. Statt Menschenrechten und Demokratie steht die Migrationsabwehr auf der Agenda der deutschen Türkei-Politik. Wer demokratische Prozesse schwächt oder gar zerstört, indem er autoritären Regimes freie Hand lässt, wird diese Welt für niemanden sicherer machen.

Wir stehen solidarisch an der Seite der Menschen in Rojava“

Unterzeichnet die Petition und verbreitet den Aufruf weiter:
https://www.medico.de/kampagnen/rojava-statt-krieg/

 

 

Anzeige von 19 kommentaren
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    Piranha
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    Unterzeichnet!

     

    Es ist ein Skandal sondergleichen: erst den IS züchten, dann verteufeln und nun wieder benutzen.

    Über welche Toten wird sich Frau Merkel dieses Mal freuen – Bin Laden hatten wir ja schon.

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      Ruth
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      Von diesem Kommentar distanziere ich mich aufs Schärfste!
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        Piranha
        Antworten
        Und dafür, Ruth, hast Du sicher Gründe, die Du mir ja vielleicht nennen möchtest!?
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          Rutj
          Antworten
          Piranha,

          wir beklagen auf dieser Seite immer und immer wieder Hetze, Verleumdungen, fehlende Empathie, Haltung und vieles mehr.

          Deine Frage, über welche „Toten“ sich Frau Merkel noch freuen wird, das hat mich regelrecht geschockt, enttäuscht und geärgert!

          Man kann Frau Merkels Politik sehr kritisieren und Wut und Ärger leidenschaftlich niederschreiben – das tue ich auch – aber auf diese Art und Weise, da fehlt mir jedes Verständnis!

          Meine Konkretisierung wurde von mir einen Tag später formuliert – eine heftige Bronchitis  –  und konnte erst danach  freigeschaltet werden, sorry!

          Solidarische Grüße!

           

           

           

           

           

           

           

           

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            Ruth
            Ich habe gegoogelt; ja sie hat es gesagt und versucht, diese Aussage herunterzuspielen!

            Meine jarsche Kritik war ein  Fehler

             

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            Piranha
            Hallo Ruth,

            alles gut. Ich vermutete schon, dass Unwissenheit zu Deiner Kritik führte.

            Frau Merkel ist und war ein Machtmensch. Schon wie sie Helmut Kohl ausgeknockt hatte zeigte sie deutlich ihr wahres Gesicht, und zudem zu diesem Zeitpunkt der amerikanischen Politik gegenüber fast schon hörig. Das hatte sie schon 2002 unter Beweis gestellt, als sie flugs zu Bush reiste um ihm zu versichern, sie sei an seiner Seite im Irakkrieg, wäre sie denn Kanzlerin.

            Fehlendes UN-Mandat, Mißachtung der UN-Charta – alles egal… sie zog eine Schleimspur mit sich so breit wie die Elbe.

             

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        Peter Boettel
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        Ich muss Piranha leider Recht geben.

        Denn der IS wurde von den USA durch den Sturz von Sadam Hussein herbeigeführt, in den vergangenen Jahren von der Türkei massiv unterstützt – möglicherweise mit Waffen aus Deutschland und Geldern von der EU, die für die Flüchtlingshilfe gezahlt wurden – und jetzt wird der IS gegen die Kurden von der Türkei benutzt.

        Und Merkel hatte nach dem Tod von Osama Bin Laden tatsächlich gesagt: „Ich freue mich, dass Osama Bin Laden getötet worden ist.“ Eine solche Aussage von einer Regierungschefin in der Öffentlichkeit kann nicht gutgeheißen werden. Sie schadet nicht nur dem Ansehen des Landes, sondern sie war sehr gefährlich und hatte auch entsprechende schlimme Folgen durch spätere islamistische Anschläge, wie z.B. in Berlin.

        Und zu Erdogans Invasion in der Türkei, bei der es schon eine Reihe Opfer, vor allem auch ziviler Opfer, gab, habe ich noch keinen Ton einer Verurteilung von Merkel vernommen, wie er ansonsten bei allen Aktivitäten Assads oder Russlands erfolgen würde. Vielmehr ist anzunehmen, dass auch hierbei Waffen aus Deutschland ebenso eine tödliche Rolle spielen wie Gelder der EU, die nicht zuletzt von den EU-Beiträgen Deutschlands stammen.

        Aber Merkel hat sich bereits vor Jahren durch ihre Anbiederei an den Despoten Erdogan erpressbar gemacht und gleichzeitig die EU mitgezogen.

        Ich vermisse den Aufschrei und vor allem die Sanktionen.

         

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          Ruth
          Antworten
          Peter,

          wann und wo hat Frau Merkel gesagt: „ Ich freue mich, dass Osama Bin Laden getötet worden ist.“?

          Gibt es dazu Bildmaterial oder auch den O-Ton?

          Sollte sie dies nachweislich so gesagt haben, dann nehme ich meine Kritik sofort mit Bedauern  zurück!!

          Wer so spricht, der  denkt so und vergiftet mit verrohter Sprache und gibt ein Signal, das verheerend ist!

          Meine Sprache und Haltung ist klar, deutlich und nicht diskreditierend.

          LG

           

          • Avatar
            Ruth
            Ja, sie hat es gesagt. In allen Printmedien erschienen und ich habe es nicht gelesen oder davon gehört! Meine harsche Kritik war nicht ok!
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        Peter Boettel
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        Ergänzung:

        Und Deutschland verlängert den Bundeswehreinsatz gegen den IS, so dass Bundeswehrsoldaten durch Waffen des IS, die Erdogan aus Deutschland bezogen  und damit den IS unterstützt hat, getötet werden können.

        Die Rgeierung verteidigt diese Einsatzverlänegrung, die übrigens ohne Parlamentsbeschluss zustande kam, u.a. mit der faulen Begründung, dass diese nur für einige Monate begrenzt sei. Und so wird dieser Einsatz das eine umd as andere Mal aufs Neue verlängert.

        Was soll dieser Irrsinn, man kämpft gegen einen Feind, den der „Oberste Bundesgenosse“ erzeugt hat und den ein anderer „Bundesgenosse“ ständig unterstützt?

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    Volker
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    @Ruth, Begründung?

    Piranhas erster Satz ist Fakt, dies weiß die Welt, ist ein perfider Teil westlicher Politik, mit allen Folgen, spätestens seit dem ersten Krieg gegen den Irak. Terror hochzüchten, um danach Terror zu bekämpfen (9/11), sich aber eben diesen Terror zu eigen machen, davor sollten wir uns aufs Schärfste distanzieren.

    Piranhas zweiter Satz ist ebenso Fakt: Bin Ladens Tod/Hinrichtung, die befohlene Hinrichtung eines Meschen – aus politisch-machtorientierten Gründen – wurde ebenso bejubelt, wie beispielsweise die Hinrichtung Gaddafis, der wohl nicht in das Konzept eines Ausbeuterkapitalismus passte, mit allen Folgen für die Bevölkerung Libyens. Und diese jubelnde Politik, die Freude (?) Merkels & Co. darüber, wird dazu noch als gesellschaftlich akzeptabel eingefordert, auf Akzeptanz getrimmt und mit Lügen untermauert.

    Bin Laden und Gaddafi können nicht mehr flüstern, sie wurden entsorgt. Assange sowie andere, die in der Kloake wühlten  werden folgen.

    Piranhas erster Satz könnte man auch umdeuten: Erst Faschismus züchten, danach verteufeln, und wieder als nützlich akzeptieren (?).

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      Ruth
      Antworten
      Volker,

      1. Absatz: Ich folge Deiner Auffassung

      2. Absatz: stimme ich zu

      3. Absatz: Das ist Deine Wortwahl, aber inhaltlich wohl Fakt

      4. Absatz: Ich sage: nie wieder Fachismus!

       

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        Ruth
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        Liebe Grüße wurden verschluckt, leider!
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          Ruth
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          Ich denke, Du liest meine Antworten an Piranha und Peter! Und ich hoffe, ich konnte alles bereinigen!
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    Ruth
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    Ich konkretisiere:

    Es geht um den letzten Absatz!

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      Peter Boettel
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      Ich glaube, die Richtigkeit des letzten Satzes von Piranha hinreichend begründet zu haben.
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        Ruth
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        Ja, hast Du!
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    Peter Boettel
    Antworten
    Ich glaube, dass wir damit zu einem einernehmlichen Ergebnis gekommen sind.

    Das war die Diskussion doch wert.

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    Ruth
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    Klar und stärkt uns in unseren politischen Gemeinsamkeiten und der Hoffnung, dass es sich lohnt anzuklagen und Haltung zu zeigen!

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