Aufstand der Friedliebenden

 in Buchtipp, FEATURED, Friedenspolitik

Mit „Der nächste große Krieg. Hintergründe und Analysen zur medial-politischen Hetze gegen Russland“ erschien das erste Rubikon-eBook. Der Krieg — er ist für uns Wohlstandskinder allenfalls eine Drohung oder ein Gerücht, etwas, was wir in Filmen konsumieren oder in den Nachrichten entrüstet, jedoch im Grunde distanziert, zur Kenntnis nehmen. Der Krieg — er findet in Afghanistan oder Syrien statt, nicht hier. Wenn Herrschende heute einen Krieg wollen, können sie auf einen gut ausgebauten Propagandaapparat und ein mental völlig unvorbereitetes, wehrloses Volk bauen. Bis der Krieg Realität wird, werden die meisten glauben, er sei unmöglich, man könne das Gespenst mit ein bisschen gutem Willen, Demo-Plakaten und den „richtigen“ Wahlentscheidungen verscheuchen. Doch die Pläne für einen neuen großen Krieg liegen in den Schubladen der Militärstrategen, die Feindbilder sind längst gemalt, die Waffen geschmiedet, der Angriff auf die immer noch kriegsmüden Hirne und Herzen der Deutschen hat längst begonnen. Es braucht jetzt einen Aufstand des Geistes gegen die Kriegshetze, einen Chor der vernünftigen und menschlichen Stimmen, die sich dem Wahnsinn mit aller gewaltfreien Macht entgegenstellen. Der Rubikon organisiert diesen notwendigen Aufschrei — und gibt jetzt ein Buch mit seinen besten Analysen, Recherchen und Friedensperspektiven zum Thema heraus.  Roland Rottenfußer

„Nun, natürlich, das Volk will keinen Krieg“, sagte der Feldmarschall.

„Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt.“

Und er fügt hinzu:

„Das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.“

Der Autor dieser Sätze war Hermann Göring. Sein Statement ist in höchstem Maß entlarvend. „Mit oder ohne Stimmrecht“ — damit meint er: Der Wille von Staatenlenkern, einen Krieg zu führen, wird sich immer durchsetzen. In einer Demokratie, in der nominell der Wille des Volkes zählt, muss dieser Wille eben umgangen oder zurechtgebogen werden.

Dies erfolgt vor allem mit den Mitteln der Propaganda. Und wo ein Propagandaministerium aus historischen Gründen obsolet scheint, hält man sich Medien, die gegenüber den Konsumenten Unabhängigkeit simulieren, jedoch denselben Zweck erfüllen. Herrschaftswissen ist dort längst in die Köpfe und tief ins Unterbewusstsein der Medienschaffenden eingesickert.

Einer der größten Feinde eines wirklich vehementen Friedensengagements ist es, den Gegner zu unterschätzen. Propaganda wirkt am besten, wo man sie nicht als solche erkennt.

Ein anderer Hemmschuh besteht in der Annahme, einen „großen Krieg“ werde es ohnehin niemals geben. Speziell vor einem Angriff auf Russland würden die NATO-Staaten zurückschrecken. Dies sei schließlich Selbstmord und obendrein unmenschlich. Wer eine solch abwiegelnde Haltung einnimmt, könnte sich jedoch getäuscht sehen.

Maßgebliche Kreise, besonders in den USA, halten einen Krieg gegen die Macht im Osten wieder für führ- und gewinnbar. Wenn etwas wie Kriegsvorbereitung aussieht, muss man auch davon ausgehen, dass es irgendwann tatsächlich zum Krieg führen kann.

Warum sonst gibt es massive Truppenbewegungen in Osteuropa? Warum sonst massive Feindbildpropaganda, die durch die Realität russischer Politik in keiner Weise zu rechtfertigen ist?

Man will uns den Krieg wieder aufschwatzen, notfalls aufzwingen. Der Grund ist seit hundert Jahren derselbe: die Vollendung einer Entwicklung hin zur totalen „Global leadership“ der USA — zur Weltherrschaft.

Eine Bevölkerung, die zu diesen Kriegsplänen nicht passt, muss durch Medienbeschuss passend gemacht werden — durch „Wiederbelebung kampf- und kriegsorientierter Denkmuster“ (Wolfram Wette).

Vom Rubikon ist nun ein eBook mit Hintergründen und Analysen zur medial-politischen Hetze gegen Russland erschienen. „Der nächste große Krieg“ ist es betitelt. „Mit allen Mitteln untergräbt der Westen den Frieden zwischen Europa und Russland“.

Das Buch vereinigt die besten kritischen Journalisten, die sich auf diesem Fachgebiet einen Namen gemacht haben: unter anderem Daniele Ganser, Chris Hedges, Karin Leukefeld, Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer, Ulrich Teusch, Hannes Hofbauer, Ivan Rodionov, Jens Wernicke, Hermann Ploppa, Roland Rottenfußer, Nicolas Riedl, Stefan Korinth, Florian Kirner, Kilez More, Bernhard Trautvetter, Werner Ruf, Armin Wertz, Jens Lehrich, Peter Frey, Jens Bernert, Ullrich Mies, Andrea Drescher, Ulrich Heyden, Andreas von Westphalen, Nina Forberger, Madita Hampe und Christiane Borowy.

Braucht es noch ein Buch, wo das Internet doch viel schneller und flexibler ist? Ja! Schon deshalb, weil nicht alle interessierten Leser die Fülle der Anti-Kriegsartikel im Rubikon lesen konnten — vom angemessenen „Verdauen“ der Informationen ganz zu schweigen. Gute Artikel rutschen auf unserer Seite rasch nach unten und sind danach schwer auffindbar — es sei denn über den Namen des Autors. Da hilft es, den Stoff in Ruhe zu wiederholen, Leselücken aufzufüllen, Wichtiges vielleicht auch zwei- oder dreimal zu lesen und so wirklich argumentativ gerüstet zu sein für die anstehenden Konflikte.

Mit dem Kauf dieses Buches wird man aber nicht nur klüger, weil man Dinge erfährt, die die meisten anderen Medien verschweigen. Man unterstützt auch direkt den investigativen, unabhängigen und kritischen Journalismus im Land, unterstützt die Arbeit des Rubikon.

Ein Teil der Einkünfte aus dem Buch kommt direkt der Friedenskasse des Rubikon zugute. Gegen die prall gefüllten Kriegskassen der großen „Kulturnationen“ haben wir nur eine Chance: Alle, die verstanden haben, müssen sich den Kriegsplänen widersetzen: mit allen Mitteln der Information und Aufklärung, durch Aktionen, Demonstrationen, Appelle und Wahlentscheidungen beziehungsweise Wahlenthaltung.

Den Frieden wollen viele; der Widerstand bleibt aber bis jetzt weitgehend zahnlos und halbherzig. Das Buch zeigt auf, wie ernst die Lage ist — durch präzise Analysen der Kriegspropaganda, vor allem gegenüber Russland. Entstanden ist ein Kompendium des Friedenswissens, das auf dem Buchmarkt seinesgleichen sucht: ein machtvoller Kassandraruf und ein Appell an das Gewissen der Menschen.

Wir werden es nicht allein schaffen. Lesen Sie unser Buch! Verbreiten Sie es und empfehlen Sie es weiter! Der Zeitpunkt, etwas zu tun, ist jetzt. So singt Konstantin Wecker in seinem Lied „Der Krieg“:

„Wir müssen seh‘n, wie wir den Gewalten widersteh’n. Denn sonst heißt es wieder eines Tages dann: Seht euch die dumpfen Bürger an. Zweimal kam der große Krieg mit aller Macht. Und sie sind zum dritten Mal nicht aufgewacht.“

Comments
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    Volker
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    Mußte gerade über die Bezeichnung „Friedenskasse des Rubinkon“ lachen. Nix für ungut, kapitalistische Denkmuster lassen sich nicht einfach mal so abschütteln.

    Und eine friedliche Welt – vorsicht Satire – gibt es auch nicht umsonst. ++glucks++

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