Bernhard Trautvetter: Horizont Erweiterung

 in FEATURED, Poesie

Ein Gedicht für alles Lebendige und gegen jene Kräfte, die es ersticken wollen. Dafür, dass der Mensch niemals Mittel, immer Zweck sein muss. Eine Liebeserklärung an alle Unbeirrbaren, aber auch ein Plädoyer für den Zweifel und selbst den Zweifel am Zweifel. Bernhard Trautvetter

In dieser Welt
schwingender Farben
ums Leben ringender
Wälder und Narben

In dieser Welt
nach Quellen lechzender Ströme
Nährstoffe suchender Libellen und Aale

In einer Welt eitler Kaufleute
nach Springquellen für Profit strebender
Vorstände, Eigentümer und Konzerne

In dieser Welt
aus langem und tiefem Atem
liebender Herzen,
die davon träumen,
wie es sein könnte
In dieser Welt,

in der die Vertretung der Macht
den Menschen, die für sie nur Stimmvieh sind,
auch noch den nuklearen Tod als Sicherheit verkaufen
In der Welt, dem Garten Erde,

diesem blauen Juwel
in der unendlichen Schwärze des Alls
In dieser Welt

mit Wegbegleitern, die töten, wovon wir leben,
die die Lüge Wahrheit nennen
und Frieden Krieg,
sie lachen noch im Moment, da sie
über Leichen gehen für ihren Sieg
in dieser Welt

schreibe ich für die,
die Mitmenschen erklären,
was sie denken und was daran vielleicht
falsch sein könnte,
die Vorsicht walten lassen
auch und gerade gegenüber ihrer eigenen Meinung,
ich schreibe für jene,

die zwar auch noch am Zweifel zweifeln,
die aber wissen, dass die Sonne am Tag scheint
und nicht in der Nacht.
Sie gehen den Dingen auf den Grund
und lassen sich vom Schein der Erscheinungen
nicht täuschen.
Sie wissen, dass auch das ist,
was keiner sehen kann wie den Strom,
sie geben solange keine Ruhe,
wie der Mensch ein erniedrigtes Wesen ist,
ein Mittel zum Zweck des Profits der Macht.
Ihre Kinder sollen leben können
in einer Welt, die nicht unbewohnbar ist wie der Mond,
sie lieben schwingende Farben, Wälder
und sie umarmen ihre Narben.
Sie setzen sich für ein ander ein,
sie wissen, die Freiheit
eines jeden ist die Bedingung
der Freiheit aller.
Deshalb beglückt es sie, dass sie etwas Wertvolles
tun können für die Gemeinschaft
der Wesen der Welt
für das Leben
hier und Jetzt
und über die Horizonte
der Zeit in der Unendlichkeit des Raumes
und damit über sie selbst
weit
hin
aus

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